Snape - Theorien


Bemerkungen zu Band 6 und Snapes Rolle darin - III



Sophia:

Sophia:

Hier ist nun also mein gesammelter Senf zu den verschiedenen Threads im HP6 - Forum, fein säuberlich destilliert und zusammengefasst:

Warum vertraut Dumbledore Snape?

Soweit ich mich erinnere, wurde in Band 3 erwähnt, dass Dumbledore durch einen oder mehre Spione wusste, dass die Potters in Gefahr waren, und deshalb sollten sie sich verstecken (Die Longbottoms vermutlich auch, aber um die geht es hier ja nicht) So wie ich das verstanden habe, hat LV Snape zum spionieren nach Hogwarts geschickt. Wäre auch logisch, denn aus welchem anderen Grund sollte er sich sonst mit Wissen desselben dort aufhalten. LV würde bestimmt nicht dulden, dass einer seiner Leute da arbeitet, ohne für ihn zu spionieren.
Im Buch sagt außerdem Dumbledore zu Harry (S.513) dass Snape zu ihm gekommen ist und ihm gesagt hat, wie sehr er es bereut, LV von der Prophezeiung erzählt zu haben, als ihm klar wurde, wie dieser sie interpretiert hat.
Die Prophezeiung wurde vor Harrys Geburt gemacht. Seine Eltern wurden ermordet, als Harry 15 Monate alt war. Zwischen der Prophezeiung und dem Mord ist also über ein Jahr vergangen.
Für mich lässt das drei Schlussfolgerungen zu:

Snape erzählt LV von der Prophezeiung, der daraufhin beschließt, einen Spion in Hogwarts einzuschleusen. Gemeinsam brüten sie den Plan aus, und Snape mimt glaubwürdig den Reumütigen.

Snape ist wirklich entsetzt darüber, wie der Lord die Prophezeiung interpretiert, besonders als sich nach Harrys Geburt herausstellt, um welche Kinder es sich handelt. Vielleicht hat er ja wirklich etwas für Lilly übrig, oder er ist mir ihr verwandt, oder es geht um diese Lebensschuld mit James. Oder vielleicht gilt sein Bedauern gar nicht den Potters, sondern den Longbottoms. Jedenfalls beschließt Snape daraufhin, etwas dagegen zu unternehmen.
Er schlägt also dem Lord vor, in Hogwarts einen Spion einzuschleusen und bietet sich auch gleich als Freiwilliger an. Dann bewirbt er sich - im Auftrag des Lords - um den Posten als Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste. Bei dem Bewerbungsgespräch erzählt er Dumbledore von der Prophezeiung und bietet ihm an, für ihn gegen LV zu spionieren.
Da Harry und Neville gerade erst geboren sind, hat er noch ca. ein Jahr Zeit, Dumbledore von seiner Loyalität zu überzeugen, bevor der erste Krieg zuende ist.

Snape geht zwar in LVs Auftrag nach Hogwarts, doch langsam kommen ihm Zweifel an der Richtigkeit seiner Überzeugungen. Es vergehen einige Monate und Snape gelangt mehr und mehr zu der Ansicht, auf der falschen Seite zu stehen. Vielleicht ist es die Art, wie sich Dumbledore ihm gegenüber verhält, vielleicht die Atmosphäre an der Schule, oder vielleicht sind es Vorkommnisse bei den Todessern, die ihm vor Augen führen, welche Seite seine Loyalität wirklich verdient. Und so beginnt er allmählich, seine Informationen, die er beiden Seiten zuspielt, immer mehr zu Gunsten des Ordens zu gewichten. Falls es nun in dieser Zeit Situationen gegeben hat, in denen Snape - für Dumbledore eindeutig erkennbar, für LV jedoch nicht - zugunsten des Ordens und ebenso eindeutig zu ungunsten der Todesser gehandelt hat, dann wäre das, meiner Meinung nach, Grund genug weshalb ihm Dumbledore nun vertraut. In diesem Fall hätte sich Snape Dumbledores Vertrauen durch Taten verdient, und die zählen ja meisten mehr als Worte. Auch nach LVs „Wiederauferstehung" mag es einige Situationen gegeben haben, die Dumbledore von Snapes Loyalität für den Orden überzeugt haben und einige werden sogar erwähnt:   Snape zeigt Fudge das dunkle Mal, um zu bestätigen, dass LV zurück ist; Snape alarmiert den Orden, als Harry im Ministerium in der Falle sitzt; Snape behauptet, es sei unmöglich, das Hauptquartier zu verraten, obwohl er ja zumindest die Adresse weiß; während des Todesserangriffes auf Hogwarts tötet Snape zwar Dumbledore, weil er keine andere Wahl hat,  vermeidet es darüber hinaus aber sorgfältig, weitere Personen zu töten, oder auch nur zu verletzen und bei seiner Flucht gibt er Harry sogar noch Tipps, wie er seine Duell-Fähigkeiten verbessern kann ....

So wie ich das sehe, gibt es für keine der drei Möglichkeiten mehr oder weniger Beweise, als für eine der anderen. Natürlich hat er Bellatrix und Narcissa Version 1 erzählt, und das ist wohl auch das, was die Todesser für die Wahrheit halten, aber das muss ja nicht automatisch bedeuten, dass es auch stimmt. Dumbledore und der Orden halten natürlich Version 2 oder 3 für die Wahrheit.
Immerhin, die drei Varianten unterscheiden sich nicht sehr. Das macht es leichter, für beide Seiten glaubwürdig zu bleiben.
Es ist also immer noch alles offen, und hängt ganz von JKRs Einstellung zu diesem Thema ab.

Wem also gilt Snapes Loyalität?

Eher Dumbledore (hoffe ich)

Dennoch sehe ich auch hier wieder drei Möglichkeiten:

Snapes Loyalität galt immer, und gilt auch noch den Todessern. Er hat sich schon während seiner Schulzeit für dunkle Künste interessiert und ist zu den Todessern gegangen, weil ihm dort die besten Möglichkeiten geboten wurden, sie zu studieren und anzuwenden. Außerdem konnte er sich mit deren Hilfe auch noch an James und Sirius rächen. Alles, was er Dumbledore und dem Orden erzählt hat, war Täuschung (Version 1 ) und als er endgültig Farbe bekennen musste, hat er es ohne Zögern getan.   

Meiner Meinung nach würde dadurch zwar diese wunderschön vielschichtige Geschichte zum platten Klischee-Märchen verkommen, wo die Guten noch richtig gut, und die Bösen von Natur aus böse sind, aber vielleicht will JKR ja genau das, so armselig ich das auch fände.
Die Beschreibung von Tom Riddles Kindheit weist ja leider genau in diese Richtung.
Also, ich muss gestehen, ich fände das pädagogisch äußerst bedenklich, wenn sie es so sehen würde.
Ich meine, das hieße ja, dass James und Sirius von Anfang an im Recht gewesen wären:
Snape ist schon als Schurke geboren, und kann auch nie etwas anderes werden, also darf man ihn ruhig ein bisschen quälen, es trifft ja keinen falschen. DAS halte ich nun wirklich eine Art "selbst erfüllende Prophezeiung". Ich meine, wenn man einem Kind lange genug einredet, dass es von Geburt an böse ist, und nichts besseres verdient, als so eine Behandlung, dann glaubt es das irgendwann auch, oder?
Wenn aus solchen Leuten später wirklich Schurken werden, dann wundert mich das nicht sonderlich.
(O K, es wird nicht jeder mit so einer Kindheit ein Schurke, einige werden auch Neurotiker oder Psychopaten, oder Versager, aber selten ehrliche, aufrechte, selbstbewusste Menschen, aber genau solche wünschen wir uns doch, oder?)
Wie sang noch Bettina Wegener:
"Gerade klare Menschen wärn ein schönes Ziel
Leute ohne Rückgrad ham wir schon zuviel"
Der zweite pädagogisch bedenkliche Umstand des „Snape-ist-ein-Schurke"-Plots ist für mich die Tatsache, dass Dumbledore, der immer auf das Gute im Menschen vertraut hat, dann als seniler alter Trottel dasteht. Was soll man denn davon halten? Dass Vertrauen ein tödlicher Fehler ist? Dass es „das Gute im Menschen" nicht gibt? Also ich weiß nicht, ob DAS die Moral ist, die ich in einem Buch verbreitet sehen möchte. Mir ging schon bei Karl May diese Schwarz-Weiß-Malerei gehörig auf den Wecker.
Also, ich hoffe wirklich, dass das Ende nicht so platt ist, wie es jetzt zu sein scheint, aber ich bin nicht sicher, ob JKR das auch so sieht.
Auf jeden Fall bietet Band 6 jede Menge Stoff für Fan-Fictions, finde ich, und wer hindert uns eigentlich daran, uns einen eigenen Band 7 zu schreiben, wenn uns der von JKR nicht gefällt?

Snapes Loyalität gilt schon lange Dumbledore und dem Orden und das ist auch nach wie vor der Fall. Er ist freiwillig zu Dumbledore gegangen, weil er erkannt hat, dass er auf der falschen Seite steht ( Version 2 ). Ob nun die Prophezeiung für ihn der endgültige Anlass war, die Seiten zu wechseln, oder ob es noch andere Gründe gab, lässt sich wohl nicht eindeutig klären, aber ich denke, dass es noch andere Ursachen gegeben haben muss, entweder schon vorher, oder während seiner Zeit als Spion. In diesem Fall hätte sich im Zweifelsfall immer für den Orden entschieden und auch Dumbledores Tod wäre zuvor mit diesem abgesprochen, vielleicht sogar nur vorgetäuscht.   Ich muss zugeben, dass ich im ersten Moment, als ich die Szene gelesen habe, tatsächlich dachte, dass alles nur inszeniert ist, um die Todesser zu täuschen. Dass Dumbledore gar nicht wirklich tot ist, und irgendwann, wenn es für Harry wirklich brenzlig wird, wieder auftauchen wird. Jetzt, nach längerem Nachdenken und nach all unseren Diskussionen, kann ich mir das aber immer weniger vorstellen. Ich denke, Dumbledore ist wirklich tot, aber er hat irgend etwas hinterlassen, das uns am Ende alles erklären wird. Ich halte es für wahrscheinlich, dass Snape ihm von dem Gespräch mit Bellatrix und Narcissa erzählt hat, vermutlich kurz nachdem er Dumbledore von der Verletzung durch den Horcrux-Ring geheilt hat. Vielleicht hat er den Eid erwähnt, vielleicht auch nicht. Ich halte es aber für möglich, dass Dumbledores Verletzung so schwer war, dass eine vollständige Heilung nicht möglich war, sondern dass Snape ihm nur etwas Zeit verschaffen konnte ( ungefähr ein Jahr, denke ich).  Ich kann mir vorstellen, dass sie über viele verschiedene Möglichkeiten diskutiert haben, was Dracos Auftrag sein könnte. Sicher haben sie dabei auch die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass Snape Dumbledore irgendwann töten muss. Das könnte durchaus das Thema des Streites gewesen sein, den Hagrid mitgehört hat. In diesem Fall allerdings wäre Dumbledore deswegen ärgerlich gewesen, weil Snape sich strikt geweigert hat, ihn zu opfern, obwohl er es so wollte. Immerhin, wenn wir davon ausgehen, dass Dumbledore ohnehin nur noch wenige Monate zu leben hatte, dann wäre dieses Opfer durchaus sinnvoll gewesen. Für diese Version spricht auch die Tatsache, dass Dumbledore in der Höhle so bereitwillig den Inhalt des Beckens ausgetrunken hat und auf dem Turm ausdrücklich nach Snape verlangt hat. Wenn das Ganze nicht doch nur ein geschickt eingefädeltes Täuschungsmanöver war, dann würde ich sagen, so verhält sich jemand, der mit seinem Leben abgeschlossen hat, und seinen Tod nun so nutzbringend wie nur möglich inszenieren will. Ich glaube auch nicht, dass Dumbledore auf dem Turm um sein Leben gebettelt hat, das wäre nicht sein Stil. Immerhin hat er schon im Ministerium zu LV gesagt, dass der Tod nur das letzte große Abenteuer ist. Er hatte also mit Sicherheit keine Angst zu sterben.

Nein, ich denke, dass er Snape gebeten hat, es schnell und ohne Zögern zu erledigen, denn es sollte ja die Todesser glaubwürdig von Snapes Loyalität überzeugen. Wenn er gezögert hätte, wäre das meiner Meinung nach nur zu verständlich gewesen. Erstens ist es ihm sicher nicht leichtgefallen, seinen alten Mentor zu töten und zweitens muss er sich darüber im klaren gewesen sein, dass er von da an völlig auf sich allein gestellt wäre. Niemand würde danach noch an seine Treue zu Dumbledore und dem Orden glauben, sondern in ihm endgültig einen Verräter sehen. Er würde alles, was er sich bis dahin an Vertrauen erworben hatte, verlieren und nach dem Sieg über LV würde es für ihn nichts mehr geben, wohin er noch zurückkehren könnte. Dennoch hat er es letztendlich getan, weil Dumbledore es so wollte, und in dem Moment, in dem er den tödlichen Zauber aussprach gleichzeitig auch sein eignes Leben endgültig ruiniert.  Ein weiteres Indiz, das für diese These spricht ist, dass Dumbledore ihn in diesem Jahr VgddK unterrichten lässt. Er kannte den Fluch, der auf diesem Posten lag, was bedeutet, er muss davon ausgegangen sein, dass Snape am Ende des Schuljahres die Schule verlassen muss. Oder könnte es sein, dass, wenn Snape in LVs Auftrag den Posten des VgddK-Lehrers bekommt, der Fluch nicht gilt, weil es ja schließlich der Wunsch des Verursachers desselben wäre?

Diese Version würde mir persönlich schon wesentlich besser gefallen, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich JKR etwas noch raffinierteres hat einfallen lassen.

Snape ist ein Mensch, der sich geradezu verzweifelt nach Anerkennung sehnt, und dafür fast alles tun würde.  Vielleicht haben ihm Lucius Malfoy und seine Clique damals in Hogwarts zum ersten Mal Annerkennung gezeigt und darum hat er sich mit ihnen eingelassen. Auf diese Weise ist er dann später fast automatisch bei den Todessern gelandet, nicht zuletzt auch, weil er dort endlich die Möglichkeit hatte zu lernen, wie man sich gegen Marauders wie Potter und Black zur Wehr setzen kann. Nachdem er erst einmal dort eingetreten ist, tut er einfach, was von ihm verlangt wird, ohne es in Frage zu stellen. Schließlich liegt seine Loyalität bei denen, die ihm Wertschätzung und Anerkennung entgegenbringen. Für diesen Preis kann er durchaus das Leid anderer, fremder, in Kauf nehmen.  Schließlich ist er von den meisten Leuten, mit denen er bis dahin zu tun hatte, auch nicht sonderlich freundlich behandelt worden, das ist eben der Lauf der Dinge und da steht man lieber auf der Seite der Täter, als ein Opfer zu sein. Ich kann mir gut vorstellen, dass ihm schon immer unterstellt worden ist, dass er „von Natur aus böse" sei und so war es vielleicht auch ein Stück weit Trotz, der ihn schließlich auf die Seite der Todesser getrieben hat.

JKR sagt ausdrücklich, dass er geliebt worden ist, vielleicht von seiner Mutter, oder von seinem Vater, aber ich glaube nicht, dass dieser Zustand sonderlich lange angehalten hat. Vielleicht hatten seine Eltern extrem unterschiedliche Erwartungen an ihn und waren beide enttäuscht davon, wie er sich entwickelt hat, so dass sie ihn mit Liebesentzug bestraft haben. Das würde dann auch sein Streben nach Anerkennung und Respekt (und Liebe?) erklären. LV hat nie Liebe erfahren, deswegen vermisst er sie nicht, und verachtet sie bei denen, die sie empfinden, als törichte Schwäche. Snape hingegen hat Liebe kennen gelernt  und verloren, und sehnt sich danach, sie wiederzufinden. Mit Liebesentzug bestraft zu werden, stellt garstige Dinge mit einer Kinderseele an, und es können die vielfältigsten Neurosen daraus entstehen. Solche Leute würden später so gut wie alles für ein bisschen Liebe tun. und wenn sie dann immer wieder abgewiesen, enttäuscht, gedemütigt, oder ausgenützt werden, dann werden sie sich ebenso kalt und unnahbar geben, wie Snape es tut. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass er sich bei den Todessern nicht sonderlich wohl gefühlt hat, weil er ja aus eigener Erfahrung nur zu gut wusste, wie es sich anfühlt, ein Opfer zu sein. Er konnte das vielleicht am Anfang verdrängen, aber auf die Dauer wohl doch nicht. Als er dann als Spion nach Hogwarts kann, und Dumbledore ihm vertraute, muss er davon ziemlich überrascht gewesen sein. Dumbledore vertraute ihm, sorgte sich sogar um seine Sicherheit - etwas bei den Todessern sicher niemand tat. Er erfuhr Freundschaft und Fürsorge und er erkannte den Kontrast zwischen den beiden Umfeldern, in denen er sich bewegte immer deutlicher. Langsam verlagerte sich dadurch seine Loyalität immer mehr in Richtung Dumbledore. (Version 3) Man könnte sagen, beide haben sich die Loyalität des jeweils anderen  in einem allmählichen Entwicklungsprozess verdient und DESHALB vertraut Dumbledore ihm. Es hätte also alles gut sein können, aber es gab da einen kleinen Haken an der Sache. Es gab nämlich noch eine Person, mit der Snape sich - allerdings auf völlig anderen Gründen - verbunden fühlte: Narcissa Malfoy! Warum lässt sich Snape auf diesen mysteriösen Eid mit Narcissa ein?

Also ich glaube, das Snape heimlich in sie verliebt ist, es aber niemanden zu sagen wagt weil ihm klar ist, das sie ihn nie als ebenbürtig akzeptieren würde. Ich meine, ihm ist schon klar, dass sie eine schöne Lady ist, und er ein hässlicher Emporkömmling. Außerdem ist sie ja auch verheiratete, noch dazu mit jemandem, den er als Freund betrachtet. Deshalb verehrt er sie eher im Stillen, und darum lässt er sich auch zu diesem Eid erweichen, um den ihn Narcissa gebeten hat. Er wäre ja leider nicht die erste Romanfigur, die durch die vergebliche Liebe zu einer schönen Frau ins Verderben gestürzt worden wäre.   
Ich glaube zwar nicht, dass die beiden jemals was miteinander hatten., aber ich wüsste keinen anderen Grund, weshalb er sich sonst so verhalten haben sollte. Und als er dann den ersten Schritt getan hatte, um sie zu trösten, da konnte er nicht mehr zurück, weil Bellatrix, die ja alles beobachtet hat, sonst noch misstrauischer geworden wäre. Ich glaube auch, dass er nicht wusste, was Darcos Auftrag war. Als er es dann herausgefunden hat, muss er ziemlich schockiert gewesen sein, weil er ja zumindest bis dahin loyal auf Dumbledores Seite gestanden hat. Er war in Band 6 also das ganze Schuljahr über hin und hergerissen zwischen zwei sich widersprechenden Loyalitäten. Vielleicht hat er auf beiden Seiten immer wieder versucht, unauffällig Kompromisse auszuhandeln, hatte aber keinen Erfolg damit. Was auch immer er mit Dumbledore ausgehandelt haben könnte, muss letztendlich dessen Tod beinhaltet haben. und ich bin sicher, auch in diesem Fall ist es ihm nicht leicht gefallen., es wirklich zu tun. Auch hier besteht immer noch die Möglichkeit, dass Snape weiterhin den Orden unauffällig unterstützt, denn in dem Eid, den er Narcissa geschworen hat, ging es ja nur darum, Draco zu beschützen und das hat er getan. Der Eid ist also erfüllt.


Wie wird es mit Snape weitergehen?

Wir betrachten alles, was in den Büchern steht, und alles, was JKR in Interviews sagt, immer aus der Snape-Perspektive. So wie ich das sehe, ist er für sie aber kein Hauptcharakter - das sind die Kids - sondern ein Nebencharakter, der zwar ziemlich viel zur Handlung beiträgt, aber kein Sympathieträger ist. Im Gegenteil: JKR betont bei jeder Gelegenheit, dass er kein netter Mensch ist und keinerlei Sympathie verdient. Vielleicht hat sie ihm sogar extra ein abstoßendes Aussehen und einen unfreundlichen Charakter gegeben, damit niemand Mitleid hat, wenn sie ihn verheizt, und letztendlich opfert.
Sie stellt Snape als jemanden dar, der - aus "guten" Motiven heraus versucht "gegen den Teufel zu pokern" und dabei letztendlich scheitern muss. So wie ein Puppenspieler, der immer mehr Fäden spinnen muss, um alles unter Kontrolle zu behalten, und am Ende doch den Überblick verliert und schließlich von seinen eigenen Fäden stranguliert wird. In diesem Fall würde sie (JKR) die Meinung vertreten, dass es für jemanden, der sich auf dunkle Künste bzw. Verbrecherorganisationen eingelassen hat, keinen Ausweg mehr gibt, dass die "schiefe Bahn" einen unweigerlich immer tiefer in den Abgrund zieht, selbst wenn man sich noch sosehr dagegen wehrt. Und so muss denn Snape - als mahnendes Beispiel für alle, die so etwas faszinierend finden - den einmal eingeschlagenen Weg bis zum bitteren Ende weitergehen, ob er will oder nicht. Die Konsequenz daraus wäre, dass er am Ende sterben muss, um dafür zu sühnen, denn einen anderen Ausweg darf es in diesem Fall nicht geben. Sosehr die "gute" Seite auch von seinem Handeln profitiert hat - und vielleicht auch weiterhin profitieren wird, ihm selbst wird dafür keine Anerkennung zuteil werden dürfen, damit die Aussage hinter der Geschichte gewahrt bleibt. So wird er dann wohl am Ende für die Seite des Ordens sterben, doch niemand wird um ihn trauern, weil beide Seiten ihn als Verräter betrachten, und nur er selbst wird wissen, dass er das Richtige getan hat.

Gruselig? Melodramatisch? Ja, aber solche Gedankengänge traue ich JKR durchaus zu. Hat sie nicht Mythologie studiert, oder so etwas Ähnliches? Also ich finde, zu Mythen und Legenden passt so ein Plot - leider. Natürlich wäre es mir wesentlich lieber, wenn Snape am Ende rehabilitiert werden und am Leben bleiben könnte, auch wenn ich das leider für ziemlich unwahrscheinlich halte.

Ich, als unverbesserliche Romantikerin würde mir ein anderes Ende wünschen. Eines, das uns zeigt dass man diesen zwiespältigen, düsteren, schon halb auf der dunklen Seite stehenden Menschen mit der Kraft der Liebe heilen kann, wie wir es so oft in unseren Fan-Fictions beschreiben.
Bleibt nur die Frage, ob JKR das auch so sieht, oder ob sie es so darstellen will, dass er schon so tief in die schwarze Magie verstrickt ist, dass Liebe ihn nicht mehr erreichen kann, und an einen wie ihn letztendlich verschwendet ist.    Ich muss allerdings zugeben, dass mir Snape als eine Art tragischer Held, der sich tapfer bemüht hat, das Richtige zu tun, und nur selbst leider keinen Nutzen davon hatte lieber ist, als ein Snape, der sich am Ende als eiskalter Verbrecher erweist
Nun ja, die Hoffnung stirbt zuletzt
hoffnungsvolle Grüße
Sophia

 

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Naina:

Also hier zu meiner Theorie:

Ich persönlich denke nicht, dass Snape wirklich böse ist!

Natürlich hat er Dumbledore umgebracht und alles scheint gegen ihn zu sprechen! Aber nach langen Überlegungen kann man alles zu Snape Gunsten legen!

Ich denke, Snape ist den Unbreakable Vow eingegangen um Draco zu schützen! Ich glaube auch Dumbledore wird geahnt haben, dass Draco zu den Todessern überlaufen wird und wollte alles versuchen um Draco davor zu bewahren einen Mord zu begehen! Wie wir alle wissen, stirbt man, wenn man den Unbreakable Vow nicht einhält! Da Snape ein Spion Dumbledores ist, wird er ihm alles über diesen Eid erzählt haben! Somit wusste Dumbledore wohl schon das ganze Jahr über, dass er das Jahr vielleicht nicht überleben wird! Ob er nun durch Dracos Hand stirbt, oder durch Snapes! Deshalb hat Dumbledore Harry auch so schnell wie möglich erklärt, wie Voldemort zu vernichten ist! Als Harry und Dumbledore nun in dieser Höhle waren, hat er das Gift getrunken, ohne wirklich davor zurückzuschrecken und daran zu denken, dass er sterben könnte! Dies merkt man als er sagt, dass er vielleicht noch so lange zu leben hätte, bis Voldemort weiß, wer seinen Horcrux vernichten will! Aber auch daran, dass er nicht will, dass Harry das Gift trinkt! Während er nun auf den Weg zurück nach Hogwarts immer schwächer wird, wird er vermutlich schon wissen, dass das Gift ihn töten wird! Jetzt kommen wir zu der Scene auf dem Astronomieturm: Dumbledore versucht mit allen Mitteln, Draco davor zu bewahren, einen Mord zu begehen! Er fleht ihn an, ihn nicht umzubringen, obwohl er schon weiß, dass er sowieso stirbt! Er hat also bis zu letzt an das Gute in Draco geglaubt und auch Recht gehabt, denn am Ende senkt Draco seinen Zauberstab! Als nun die anderen Todesser kommen, auch Snape, hat er den perfekten Plan!

Indem Snape ihnselbst tötet, rettet er direkt zwei Menschenleben und dies durch etwas, was er sowieso tun würde: STERBEN! Denn: Wenn Snape Dumbledore umbringt, hat er seinen Unbreakable Vow eingehalten und muss erstens nicht sterben und kann zweitens weiterhin ein Spion für den Orden bleiben! Außerdem wird Draco nicht zum Mörder und sein Auftrag ist erfüllt! Wäre dies nicht der Fall, würde er früher oder später von Voldemort ermordet werden!

Nun kommen wir zu der Frage wie Dumbledore Snape bescheid gibt! Zum einen wäre da der Streit, den Hagrid mitangehört hat! Möglicherweise hat Dumbledore ihn gebeten im Ernstfall so zu handeln! Andererseits könnten die beiden größten Legilimens auch per Gedanken Kommuniziert haben, denn Snape starrt Dumbledore für einen kurzen Moment an! Was auch noch auffällig ist, dass Dumbledore Harry außer gefecht gesetzt hat! Vielleicht hat er dies gemacht, damit dieser nicht dazwischenfunkt! Da wir ja alles nur aus Harry's Sicht sehen, sehen wir nur wie Snape Dumbledore mit einem Blick voll Hass und Abscheu anschaut und dann den Unverzeihlichen spricht! Aber wie würde jemand schauen, der die einzige Person, die einem je vertraut hat, umbringen muss? Nun bekommt der Blick eine völlig andere Bedeutung! Dumbledore war die Bezugsperson von Snape und der einzige, der ihm wirklich von ganzem Herzen vertraut hat! Dann ist es bestimmt nicht einfach, diese Person umzubringen, oder? Dieser Blick gilt also der Bitte, die Dumbledore Snape stellt!Dumbledore's Flehen ist demnach nicht für sei Leben, sondern für seinen Tod!

Was auch noch für Snape spricht, ist der Kampf gegen Harry, als die Todesser fliehen!

Natürlich muss er mit abhauen, um seine Fassade aufrecht zu erhalten!

Er befiehlt den Todessern, Harry nicht anzufassen mit der Begründung, dass der Lord ihn selber erledigen will! Doch dies ist meiner Meinung nach eine billige Ausrede, denn vor ein bisschen Quälen ist bisher noch kein Todesser zurückgeschreckt!

Außerdem gibt er Harry insgeheim einen Tip! Er soll weiterhin Okklumentik lernen, damit nicht jeder weiß, welchen Spruch er anwenden wird! Jeder weiß ja, dass Voldemort ebenfalls ein guter Legilimens ist!

Was jetzt auch klar wird, ist Snape's extreme Reaktion, als er von Potter als Feigling betitelt wird, denn bei dem, was er kurz zuvor zun musste (Dumbledore umbringen), ist er ja alles andere als feige!

Jetzt denken bestimmt viele, dass jetzt eh keiner mehr Snape vertrauen wird, weil alle Harry glauben! Aber es gibt ja noch immer Dumbledores Bild in seinem Büro und wie wir wissen können diese sprechen! Dumbledore kann dem Orden also immer noch alles erklären! Jetzt, da Snape Dumbledore umgebracht hat, steht er bestimmt in Voldemorts Gunst, und bekommt noch mehr Informationen!

Jetzt kommen wir zu Dumbledores Vertrauen! Viel kann ich eigentlich nicht dazu sagen! Ich denke bloß, dass Dumbledore sich nicht so sehr in einem Menschen täuschen kann und ich glaube, er hatte einen sehr guten Grund Snape zu vertrauen! Einen anderen als der, der im Buch genannt wurde!

Ich hätte da auch noch eine Idee zu der Beziehung zwischen Snape und Lilly!

Vielleicht war Snape ja in Lilly verliebt! JKR wollte auf diese Frage keine Antwort geben!

Snape war ja derjenige, der die Prophezeiung belauscht hat und sie an Voldemort weitergegeben hat! Als er dann erfahren hat, dass Voldemort Harry Potter töten wollte und somit auch vielleicht Lilly, ist er schnell zu Dumbledore gegangen und hat ihm von seinem Verrat erzählt! Vielleicht wollt er ja Lilly retten und dies hat auch etwas mit Dumbledores Vertrauen zu tun!? Man weiß ja nie!

So jetzt habe ich aber genug geschrieben!

Wie gesagt, dass sind alles nur Theorien und Spekulationen! Habe mich schon sehr viel mit dem Thema beschäftigt und mir durch Diskutieren und Lesen diese Meinung hier gebildet! ;-)

Ich hoffe ich habe hier einigen wieder Hoffnung gegeben, die Snape genauso lieben wie ich!

Aber auch JKR hat gesagt, wir sollen die Hoffnung nicht aufgeben!

Ich bin mitlerweile davon überzeugt, dass Snape immer noch auf der guten Seite ist! Aber Gewissheit bekommen wir erst mit dem 7. und letzten Band!

 

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Claire:

Snape steht natürlich auf der guten Seite. Er leistet den letzten dritten Schwur mit Narzissa nur weil Bella ihn sonst beim Dunklen Lord in eine schwierige Situation bringen würde. Er weiß, dass seine Rolle viel zu wichtig ist, als dass er auffliegen dürfte. Außerdem ist Dumbledore wahrscheinlich eh dem Tode geweiht (siehe die ganze Sache mit der schwarzen Hand). Ich denke, es ist sogar seine Zauberhand und auf Harry wirkt sie tot. Wahrscheinlich ist Dumbledore so "geschädigt" am Ende Band 5, das er jetzt eh bald sterben müßte. Er wird von Snape über alles bezüglich des Schwur unterrichtet worden sein und hat dann wohl entschieden, daß Snape's Leben und Rolle für den Orden so gerettet werden könnte. Außerdem wollte Narzissa, daß er es tut, wenn Draco Mist baut, aber er lässt es Draco nicht versuchen. Das läßt nur 2 Schlüsse zu und eine Kritik:

1: Dumbledore ist gar nicht tot und Snape hat "nur so getan"(vielleicht kann man ja irgendetwas sagen und gleichzeitig etwas anders wortlos zaubern; Minerva ist eingweiht, die anderen dürfen es aus irgendeinem Grund nicht wissen, vielleicht ein Spion im Orden?) Draco hätte ihn getötet...

2: Dumbledore ist tot, war eh dem Tode geweiht, wußte alles und wollte dann, wenn es schon sein muß, von einem guten Menschen getötet werden. Ganz nebenbei Pluspunkte für Snape bei Voldie und Draco.

 

Aber das ganze ist leicht unlogisch. Mal abgesehen davon, dass man (Slughorn, Minerva, Remus, Harry....) mit dem Timerturner Albus hätten retten können. (Und Sirius und James und Lily...ja, ich weiß, uralte Frage)

Narzissa läßt Severus doch schwören, daß er es ausführt, wenn Draco versagt, da er es aber Draco nicht versuchen läßt, hat der den Schwur doch nicht korrekt erfüllt. Also im eigentlichen Sinne gebrochen. Und lebt noch?!?

 

Aber im allgemeinen man muß Band 7 ja verkaufen können, und jetzt ist alles offen. Ich bekomme langsam so einen Verdacht, daß JKR's Aussage über Snape und Liebe nicht Lily sondern Narzissa betrifft. Aber wir kriegen Severus' Wohnung zu sehen! Ist doch auch schon was, oder?

 

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Anette:

Da setz ich doch das mal aus dem JKR-Interview dagegen...ich habe mir das ganze Interview ausgedruckt und sehr genau gelesen, da ist nix dabei von "Snape wird noch mal zum Hero", im Gegenteil:

(Das Interview könnt ihr in Kürze auch übersetzt auf dieser Page lesen ! PM)

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MA: Ok, große, große, große Buch-6-Frage. Ist Snape böse?

JKR: [Lacht beinahe] Nun, ihr habt das Buch gelesen, was denkt ihr?

ES: Sie versucht zu schaffen, dass sie es kategorisch sagen.

MA: Nun, es gibt Verschwörungstheoretiker und diese Leute werden behaupten -

JKR: Sie halten sich an die verzweifelte Hoffnung [lacht] -

ES und MA: Ja!

ES: Wie bestimmte Shipper, die wir kennen!

[Alle lachen]

JKR: Nun, okay, offensichtlich ... Harry/Snape ist jetzt persönlich, wenn nicht sogar noch mehr als Harry/Voldemort. Ich kann die Frage nicht beantworten, denn das wäre ein Spoiler, nicht wahr, egal, was ich sage, und es ist offensichtlich, dass es einen so großen Einfluss darauf hat, was passiert, wenn sich die beiden wiedersehen, dass ich das nicht sagen kann. Und lasst es uns so betrachten: Es wird 10.000 Theorien geben und es kickt mich einfach, sie zu lesen [lacht]. Ich bin böse, aber ich mag die Theorien, ich liebe die Theorien.

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Harry vs. Snape - das ist nach dem Tode Dumbledores auch in meinen Augen noch ne ganz grosse Schlacht neben der gegen Voldemort...und Harry wird Snape NIE verzeihen, dass er Dumbledore umgebracht hat, Snape wird gar keine Chance bekommen, sich zum Hero zu wandeln...