Snape - Theorien


Wer ist der Halbblut-Prinz?



Gedanken von Susanne

Gedanken von Susanne


Ich will mich gar nicht groß zu Chalebhs Theorie äußern, allerdings wollte ich gerne den Gedanken anregen, daß z.B. Hagrid in zweierlei Hinsicht ein Halbblut ist:
- sein Vater war ein Zauberer, seine Mutter nicht
- sein Vater war ein Mensch, seine Mutter nicht

Daraus folgt, daß man sich einmal überlegen sollte, daß mit Halbblut vielleicht auch jemand gemeint sein könnte, der aus der Verbindung zweier verschiedener Rassen entstanden ist. JKR hat diese Thematik schon zweimal aufgegriffen, einmal mit Hagrid, einmal mit Crookshanks, und beide sind etwas ganz Besonderes. Magische Geschöpfe können sich also auch durchaus mit ganz normalen Tieren paaren und Junge zeugen, wenn die Verwandtschaft der beiden Rassen eng genug ist. So wäre z.B. ein Tier, das von Hund und Wolf abstammt, per Definition ein Halbblut, ebenso verhält es sich mit dem Maulesel. Wir haben viele magische Geschöpfe, die sich durchaus mit Menschen verbinden könnten (ich stelle mir gerade Firenze mit Lavender oder Parvati vor...).

Auf jeden Fall wollte ich diese Idee als Anregung für weitere Theorien weitergeben, und vor allem auch, damit sich die Leute nicht so sehr auf offensichtliche Charaktere versteifen. Denn sind wir doch mal ehrlich: Überraschen wird sie uns auf jeden Fall, egal, wer letztendlich der Halbblut-Prinz/ -Fürst ist!

Außerdem finde ich in diesem Sinne den Textauszug interessant, den JKR auf ihrer Website veröffentlicht hat:

"Er sah eher wie ein alter Löwe aus. Es befanden sich graue Strähnen in seiner hellbraunen Haarmähne und seinen buschigen Augenbrauen; er besaß wache gelbliche Augen hinter einer Brille mit Metallgestell, und eine gewisse feingliedrige, raumgreifende Eleganz, obwohl er einen leicht hinkenden Gang hatte."

Daß jemand, der der Halbblut-Prinz/ -Fürst ist, tierähnlich aussieht, könnte sich mit meiner Anregung decken.

"Und dann sind da noch Joanne Rowlings Aussagen, dass sie gerne über Snape schreibt (auch wenn sie ihn nicht unbedingt treffen möchte) und dass sie diese Figur als ein Geschenk betrachtet. Wenn man den bisherigen Anteil, den Severus Snape an der Geschichte hat, dazu ins Verhältnis setzt, kommt er sehr schlecht weg." (Zitat aus Chalebhs These)

Dazu möchte ich noch gerne anfügen, daß ich diese Aussage seitens JKR so verstanden habe, daß sie Snape deshalb als Geschenk betrachtet, weil er die Ambiguität von Harrys Dasein sehr schön unterstreicht. Auf der einen Seite bewundert von der ganzen Zaubererwelt (ja, ich denke auch die, die ihm Böses wollen, bewundern ihn, denn wer besiegt schon als Säugling den mächtigsten Zauberer???), auf der anderen Seite gehaßt. Snape bringt all die Gefühle, die gegen Harry sind, in sich zusammen, bündelt sie und macht es dadurch dem Leser leichter, sich mit Harry zu identifizieren. Da er eben nicht als rundum toll gezeigt wird, sondern ebenso als schwacher Schüler, der sich gegen einen unfairen Lehrer nicht wehren kann. Snape hält ihm immer wieder vor Augen, daß er auch nicht anders als die anderen Schüler ist und daß das verherrlichende Bild, das er von seinem Vater im Kopf hat (Parallele zu "Hamlet, PRINCE of Denmark" von Shakespeare?) keinen Bezug zur Realität hat.

Außerdem hat JKR mit Snape einen Charakter, durch den sie Aggressionen der Leser kontrolliert auf- und abbauen kann und der nebenher noch alle komplett in Verwirrung stürzt. Ja, auch ich hätte Spaß an einem solchen Charakter, wenn ich ihn selbst erfunden hätte, auch wenn er nie eine größere Rolle spielen würde als er es im Moment tut. Deshalb glaube ich nicht, daß diese Argumentation an dieser Stelle und zu diesem Zweck ausreicht.

Auch die Tatsache, daß JKR Alan Rickman etwas von Snapes Charakter verraten hat, das erst in späteren Bänden aufkommt, halte ich für nicht ausreichend zu dieser Theorie. Das kann alles und nichts sein, warum sollte dieser schillernde, undurchsichtige Charakter noch weiter verkompliziert werden, indem er ein Fürst von irgendwas ist? Snape an sich ist doch schon interessant genug, und v.a. wichtig für den Fortgang der Handlung, da er ja für den Orden spioniert. Es wäre zu überladen und zu offensichtlich, wenn er auch noch so etwas in petto hätte.

Im Übrigen denke ich, daß der Half Blood Prince nicht unbedingt eine in der Zaubererwelt bekannte, von allen geachtete Persönlichkeit sein muß. Denkt doch mal an Aragorn, der sich für die unaufgeklärte Welt generell als Streicher ausgibt und sein Dasein als Herumtreiber verbringt. Ich könnte mir vorstellen, daß auch der Half Blood Prince inkognito lebt und zwar für alle anderen bis auf ein paar Eingeweihte.

Oder der Half Blood Prince ist wie gesagt ein Halbblut der zweiten Variante und z.B. der Anführer eines Rudels Halbzentauren (theoretisch könnte man Zentauren an sich ja schon als Halbblüter bezeichnen...). Auch das wäre dann aber der Zaubererwelt nicht bekannt, da, wie Chalebh so schön sagt, diese sehr konservativ und patriarchalisch aufgebaut ist und im allgemeinen von Nicht-Menschen als minderwertig gedacht wird. Die würden sich für so einen Fürsten oder Prinzen garantiert nicht interessieren. Dumbledore jedoch schon, da er ja versucht, alle Lebewesen, die gegen Voldemort sind, zu vereinen, denn nur Zusammenhalt gewährt Sicherheit und eine Siegeschance!

 

Susanne, 12/2004