Gedanken und Überlegungen zum 6. Band von Harry Potter
Wer ist der Half Blood
Prince?
von Chalebh
Nun ist es also amtlich. Der Titel des sechsten
Bandes wird Harry Potter and the Half
Blood Prince heißen. Zwar hat der Carlsen Verlag verlautbaren lassen, dass
der deutsche Titel erst festgelegt wird, wenn das Buch vorliegt, doch ich habe
bereits einige Artikel in Zeitungen und im Internet gelesen, in denen der
deutsche Buchtitel mit Harry Potter und
der Halbblut-Prinz angegeben wurde (was, wie erwähnt, nicht vom Carlsen
Verlag stammt). Diese (falsche?) Übersetzung und die Spekulationen darüber, wer
denn dieser Half Blood Prince ist,
reizen mich, mich ebenfalls diesem Thema zu widmen.
Das englische Wort prince und die deutsche Übersetzung Prinz sind zumindest hin und wieder so genannte false friends (falsche Freunde). Denn
das englische prince entspricht nicht
nur dem deutschen Prinz, sondern kann
auch Fürst bedeuten. Dieser
Übersetzungsfehler wird sehr häufig gemacht. (So lautet die korrekte
Übersetzung des Titels des englischen Thronfolgers nicht Prinz von Wales sondern Fürst
von Wales, aber das nur so nebenbei.)
Ich tendiere aus verschiedenen Gründen eher zum
deutschen Buchtitel Harry Potter und der
Halbblut-Fürst. Weshalb, das versuche ich im Folgenden ebenfalls zu erklären.
Es wird und wurde viel über die Identität des Half Blood Prince spekuliert, deshalb
möchte ich, bevor ich meine Theorie entwickle, die bekannten und belegten
Fakten zusammenfassen.
Was wissen wir also? Was ist aus den fünf
bereits veröffentlichten Büchern bekannt? Welche Aussagen über den sechsten
Band und die Charaktere macht Joanne Rowling auf ihrer Webseite?
1.
In Ms Rowlings Universum unterscheidet man
zwischen pure bloods (Reinblüter), half bloods (Halbblüter) und Muggel. Während der erste und der letzte
Begriff leicht zu definieren sind, ist die Definition des Begriffs half blood etwas schwieriger. Daher das
leichte zuerst.
· Muggel sind nicht
magische Menschen. Dazu zählen Hermines Eltern. In Joanne Rowlings Terminologie
ist Hermine eine muggle born (muggelstämmige)
Hexe, also ist sie weder ein pure blood
noch ein half blood.
· Pure bloods
sind Zauberer, in deren Ahnenreihe kein einziger Muggel zu finden ist (oder die
Verwandtschaft mit einem Muggel so viele Generationen zurückliegt, dass sie
nicht mehr zählt). Als Beispiel können für diesen Begriff die Familien Malfoy und
Black dienen.
· Von
diesen beiden Definitionen ausgehend sind half
bloods damit alle anderen magischen Menschen, die in der näheren
Verwandtschaft (Eltern, Großeltern, vielleicht auch Urgroßeltern) eine(n) oder
mehrere Muggel aufweisen, während alle anderen Hexen oder Zauberer sind. Harry
Potter ist damit ein typischer half blood,
da seine Großeltern mütterlicherseits Muggel waren und seine Mutter Lily eine muggelstämmige
Hexe war.
2.
Joanne Rowling hat auf ihrer Webseite
klargestellt, dass mit dem Half Blood
Prince weder Harry selbst (wäre ja auch ein blöder Titel: Harry Potter und Harry Potter) noch Voldemort (und damit
auch nicht Tom Riddle) gemeint sind.
3.
Unabhängig von der Übersetzung des Begriffes prince handelt es sich eindeutig um die
männliche Form, daher sind leider alle weiblichen Personen des Harry Potter
Universums außen vor.
4.
Der Handlungsstrang, in dem der Half Blood Prince auftaucht, ist ein
wichtiger Teil, wenn auch nicht der einzige Handlungsstrang, im sechsten Band.
5.
Die Familie Weasley gehört zu den alten
Zaubererfamilien. Diese Aussage, denke ich, kann man getrost mit pure blood gleichsetzen (Noch ein
Argument, das dafür spricht: Draco würde doch wohl mit Genuss auf der Tatsache
herumreiten, dass Ron ein half blood
ist.) und damit kann ein männliches Mitglied der Familie ebenfalls nicht der Half Blood Prince sein.
6.
Gleiches gilt für die Mitglieder der Familien
Malfoy und Black. Wahrscheinlich würde Lucius jeden, der auch nur den Bruchteil
einer Sekunde daran denkt, er oder sein Sohn könnte ein half blood sein, ins Nirgendwo hexen.
Soweit also die Fakten. Darauf aufbauend möchte
ich meine Theorie über die Identität des Half
Blood Prince entwickeln.
Das einzige Buch, das bisher neben Harry Potter
eine weitere Person im Titel hatte, ist Harry
Potter und der Gefangene von Askaban. Und dieser Person, Sirius Black, kam
im dritten Band eine tragende Rolle zu. Daraus schließe ich, dass dem Half Blood Prince im sechsten Band ebenfalls
eine solche tragende Rolle zukommen wird, da dieser Handlungsstrang den
wichtigsten Teil des sechsten Buches einnimmt.
Doch wer ist diese Person? Wer verbirgt sich
dahinter?
Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten.
Die erste Möglichkeit ist: Joanne Rowling führt einen
neuen Charakter ein.
Bisher waren neue Charaktere, die Ms Rowling in
den fünf Bänden eingeführt hat und die eine wichtige Rolle spielten, auf
die Lehrer für die Verteidigung gegen die dunklen Künste beschränkt. Einzige
Ausnahme bildete Sirius Black, dem kam allerdings als Harrys Patenonkel eine
besondere Rolle zu. Auch wenn ich die Beschreibung seines Todes im fünften Band
sehr mysteriös finde und sein Ableben Fragen aufwirft, glaube ich nicht, dass
Joanne Rowling ihn wieder zum Leben erweckt und ihm dann die Rolle des Half Blood Prince zuschiebt. Das wäre
albern und entspräche nicht ihrem Stil. Außerdem ist Sirius Black ein pure blood.
Daher konzentriere ich mich auf die Position des
Verteidigungs-Lehrers. Da die Stelle nach Umbridges Ausflug in den verbotenen
Wald wieder vakant ist, muss Rowling definitiv dort einen neuen Charakter
einführen.
Doch wird sie diesen neuen Lehrer zu einem so
starken Charakter entwickeln? Die Antwort hierauf geben meiner Meinung nach die
anderen Lehrer, die diese Position bisher inne gehabt haben.
Abgesehen von Remus Lupin (wobei seine Rolle im
dritten Band im Zusammenhang mit Sirius Black zu sehen ist) kann man alle
Lehrer bisher als „Reinfälle" bezeichnen.
Quirrell war besessen von Voldemort und starb
bei dem Versuch, den Stein der Weisen zu erlangen. Gilderoy Lockhart weiß nicht
mehr, wer er ist, und befindet sich bis auf weiteres in der geschlossenen
Abteilung von St. Mungos. Moody war nicht Moody und Umbridge war... eben
Umbridge.
Sollte Joanne Rowling also wirklich im sechsten
Band damit brechen und einen starken Lehrer für die Verteidigung gegen die
dunklen Künste kreieren? Ich glaube nicht.
Genauso wenig glaube ich, dass Ms Rowling einer
vollkommen unbekannten Person, die sie bisher überhaupt nicht erwähnt hat, eine
solche Hauptrolle zugesteht. Selbst Sirius Black hat sie bereits im ersten Band
mit einem Nebensatz erwähnt (Ihm gehörte das Motorrad, das Hagrid fuhr.).
Außerdem steht die Geschichte um Harry Potter mit dem sechsten Band (leider)
kurz vor dem Ende und für maximal zwei Bände eine neue und ausgeprägte Figur
einzuführen erscheint mir unökonomisch.
Außerdem ist da noch die Aussage, dass dieser
Buchtitel (und der dazugehörige Handlungsstrang) ursprünglich schon für den
zweiten Band geplant war. In meinen Augen auch ein Zeichen dafür, dass es kein
neuer, unbekannter Charakter sein wird, der sich als Half Blood Prince entpuppt.
Die Möglichkeit einer neuen Figur, so glaube
ich, kann man damit als unwahrscheinlich zu den Akten legen.
Damit kommen wir zur zweiten Möglichkeit: Joanne
Rowling baut eine bekannte Figur aus.
Doch welche Figur könnte dies sein?
Sicherlich keine, deren Namen in den ersten fünf
Bänden irgendwann mal nebenher erwähnt wurde. Zwar hat Ms Rowling bisher ein
Faible für solche Nebenrollen (z. B. Arabella Figg) gezeigt, aber die
Geschichte ist in meinen Augen zu weit fortgeschritten, als dass ein solcher
Kniff im sechsten Band noch ohne größere Erklärungen möglich ist.
Welche bekannten Figuren könnten sich also für
den Half Blood Prince eignen?
Nimmt man die erste Übersetzung des Buchtitels,
nämlich Harry Potter und der
Halbblut-Prinz, dann drängen sich einem sofort die Klassenkameraden Harry
Potters auf. Daher möchte ich diejenigen, die bisher einen größeren Anteil an
der Geschichte hatten, näher betrachten.
Da wären Colin und Dennis Creevey. Doch sie
haben Muggeleltern und sind damit also keine Kandidaten.
Als nächsten drängen sich mir Dean Thomas und
Seamus Finnegan auf. Finnegans Mutter ist eine Hexe, wie er einmal erzählte.
Aber trotz aller Gleichberechtigung in der Muggelwelt halte ich die von Joanne
Rowling entworfene magische Welt für konservativ (wobei sich Ms Rowling damit
sehr kritisch auseinandersetzt) und damit eine Vererbung eines Titels von
Mutter auf Sohn für unwahrscheinlich. Bei Dean Thomas liegt die Situation noch
einmal anders. Wie man auf Joanne Rowlings Webseite lesen kann, hat sie für ihn
eine Vita entwickelt (der leibliche Vater war ein Zauberer), die sie jedoch
zugunsten von Nevilles Entwicklung aufgegeben hat. Damit fällt auch Dean aus
dem Kandidatenkreis heraus, denn sonst müsste Joanne Rowling Deans familiären
Hintergrund wieder in die Handlung einflechten und weshalb hätte sie die
Informationen dann herausnehmen sollen? Das wäre unlogisch.
Wäre Neville Longbottom ein Kandidat? Nein. Er
fällt ebenfalls aus dem Kreis heraus, denn Dumbledore erwähnt im fünften Band
gegenüber Harry, das Neville ein pure
blood ist.
Die Figuren der anderen Hogwarts-Schüler halte
ich für zu wenig eingeführt, als dass sie sich als Halbblut-Prinz entwickeln
könnten. Obwohl Joanne Rowling beim Edinburgh Book Festival bestätigt hat, dass
die Leser mehr von Blaise Zabini, einem Slytherin-Schüler, sehen werden.
Offen gestanden passt mir diese Aussage nicht so
ganz, denn sie macht ihn zu einem heißen Anwärter auf die „Position" des Half Blood Prince. Aber ich glaube,
berücksichtigt man das, was ich bereits ausgeführt habe, und Ms Rowlings
Aussage, dass es im zweiten Band zu früh zu viele Informationen enthüllt hätte,
wird sich diese Spur als falsch erweisen. Außerdem wäre es in meinen Augen dem
Fortgang der Geschichte nicht dienlich.
(Anmerkung: Es wird auch viel spekuliert, ob
Mark Evans, ein Junge, den Dudley verprügelt hat, sich als etwas anderes als
ein Muggel herausstellen könnte. Doch Ms Rowling hat auf der Webseite
klargestellt, dass der Name Evans nur ein Zufall ist. Mark Evans sei nichts
weiter als eine Hintergrundrolle, die einen Namen brauchte. Also fällt auch er
als Möglichkeit weg.)
Bleiben die Erwachsenen. Nimmt man die zweite
deutsche Übersetzungssmöglichkeit von prince,
nämlich Fürst, dann scheint mir diese
Richtung durchaus viel versprechend.
Da wären zum einen die männlichen Mitglieder des
Phönix-Ordens: Mundungus Fletcher, Elphias Doge, Dädalus Diggle, Sturgis Podmore,
Alastor Moody und Kingsley Shacklebolt. Nimmt man die Beschreibung dieser
Personen als Grundlage für eine Entscheidung, dann kommt wohl nur Kingsley Shacklebolt
in Frage. Doch auch er bleibt, auch wenn er etwas detaillierter beschrieben
wird als die anderen, zu unbestimmt, als dass Rowling ihn meiner Meinung nach
zu dem Halbblut-Fürsten aufbauen wird. Auch gilt für diese Charaktere, dass sie
in meinen Augen zu wenig eingeführt sind.
Außer Mundungus und Dädalus hat Joanne Rowling
keinen dieser Charaktere vor dem fünften Band auch nur erwähnt. Und da der
Handlungsstrang schon für den zweiten Band geplant war, ist dies wohl auch ein
Ausschlussgrund.
Die Gegenspieler der Ordensmitglieder sind die
Todesser: Pettigrew, Nott, Rockwood, Lestrange usw. Doch was in meinen Augen
gegen einen dieser Todesser als Halbblut-Fürsten spricht, ist die Rolle, die
die bisher in den Buchtitel genannten Dinge für Harry Potter bzw. die
Geschichte hatten. Die Todesser sind kaum und wenn zu negativ beschrieben, als
dass eine positive und unterstützende Funktion für Harry logisch erscheint.
Außerdem: Warum sollte Joanne Rowling einen negativen und bösen
Halbblut-Fürsten schaffen, wenn doch Lord Voldemort als Erzfeind da ist?
Die Weasleys, Malfoys und Sirius Black sind aus
den am Anfang genannten Gründen keine Kandidaten.
Auch, so denke ich, kann man Hagrid und
Dumbledore ausschließen, da ihre Charaktere im Gegensatz zu vielen anderen
Figuren bereits zu klar umrissen sind und mir die ihnen in den Büchern
zukommenden Rollen - so wie sie jetzt angelegt sind - für die weitere
Geschichte notwendig erscheinen.
Bleiben also nur noch zwei wichtige Figuren,
deren Charaktere dem Leser zwar ausreichend bekannt sind, aber die in ihrer
Bedeutung für Harry noch nicht so stark festgelegt sind. Es sind Remus Lupin
und Severus Snape.
Bei Remus Lupin fällt auf, dass sich seine Rolle
im fünften Band verändert. Während er im dritten Buch vor allem als Verbindung
Harrys zu Sirius Black fungierte, stellt er nun einen ruhenden Pol dar - und er
ist die Verbindung zwischen Harry und Severus Snape. Damit hätte Lupin durchaus
das Potential der Halbblut-Fürst zu sein. Aber...
Joanne Rowling hat ihm, so meine ich, eine
andere Rolle zugedacht. Ein Fürst zu sein bedeutet, eine gewisse Aura zu
verströmen. So wie Rowling Lupins Erscheinung beschreibt, und das ist nicht nur
auf die Tatsache, dass er ein Werwolf ist, zurückzuführen, wirkt er mehr wie
ein „Ritter von der traurigen Gestalt". Zudem ist das Ansehen eines Werwolfes
in der magischen Gemeinschaft zu schlecht, als dass Lupin den Einfluss, die der
Figur des Half Blood Prince zukommen
zu scheint, voll entfalten könnte.
Nun ist es Joanne Rowling durchaus zuzutrauen,
dass sie einem Charakter wie Remus Lupin eine Wende gibt und ihm durch die
Rolle des Half Blood Prince eine noch
wichtigere Stellung in der Geschichte verschafft. Doch diese Wende hat in
meinen Augen bereits durch die Veränderung Lupins Rolle für Harry
stattgefunden.
Und als letztes, wichtigstes Argument: Ms
Rowling hat die Figur des Remus Lupin erst im dritten Band eingeführt, aber der
Handlungsstrang des Half Blood Prince
war ursprünglich schon im zweiten Buch geplant.
Hierin liegen die Gründe weshalb ich nicht
glaube, dass er es ist.
Damit käme ich dann zu Severus Snape,
Zaubertränkelehrer und Berufsekel. Könnte er sich als der gesuchte
Halbblut-Fürst entpuppen?
Ich erinnere mich an einen Bericht mit dem Titel
„Alan weiß Bescheid". Darin hieß es, dass Joanne Rowling Alan Rickman erzählt
hat, wie sich der Charakter von Severus Snape weiterentwickelt. Zudem ist da
noch die Diskrepanz zwischen dem Severus in den Büchern und im Film. Doch bevor
ich mich hier in weiteren Spekulationen ergehe, möchte ich die Dinge, die über
Snape bekannt sind, zusammenstellen.
·
Er ist ein ehemaliger Slytherin-Schüler und
jetzt Hauslehrer von Slytherin.
·
Er unterrichtet seit 14 Jahren Zaubertränke,
auch wenn er sich ursprünglich für die Stelle des Lehrers für die Verteidigung
gegen die dunklen Künste beworben hatte.
·
Er ist ein ehemaliger Todesser, der für den
Phönix-Orden spioniert.
Über Snapes Herkunft schreibt Rowling nicht
allzu viel. Aufgrund des Denkariums wissen wir, dass er eine unglückliche
Kindheit hatte. Außerdem muss er ein sehr talentierter Zauberer sein. Er ist
gut in Legillimentik, kannte, als er nach Hogwarts kam, mehr Flüche als die
Hälfte der Schüler im siebten Jahr, ist gut im Duellieren und liebt logische
Rätsel.
Die weiteren Beschreibungen, die Joanne Rowling
über den Zaubertränkelehrer abliefert, beziehen sich mehr auf Snapes Charakter
und Aussehen. Sie sind aber nicht dazu geeignet Aufschluss zu geben, ob er der
Halbblut-Fürst sein könnte.
Severus Snape entpuppt sich bei genauerer Betrachtung
als der große Unbekannte.
Ein Punkt, der bei erster Betrachtung gegen die
Überlegung, dass Severus Snape der Half
Blood Prince ist, spricht, ist die Tatsache, dass Snape ein Slytherin ist.
Doch Tom Riddle war auch in Slytherin und ist ein half blood. Das ist somit kein Ausschlussgrund.
Zweites Argument, das gegen diese These spricht,
ist seine Freundschaft mit Lucius Malfoy, der sich definitiv nicht mit
„Unwürdigen" abgeben würde. Doch ist das wirklich eine Freundschaft? Die beiden
sind nicht zusammen zur Schule gegangen, daher kann man eine Schulfreundschaft
ausschließen. (Ms Rowling hat bei einem Interview zum Buch Harry Potter und der Feuerkelch erwähnt, Snape sei etwa 35. Im Orden des Phönix wird Malfoys Alter mit
41 angegeben.) Auch erwähnt Joanne Rowling nie explizit, dass die beiden
befreundet sind. Die Interpretation dieser Beziehung als Freundschaft stammt
von den Lesern, nicht von Ms Rowling.
Das letzte Argument ist die Tatsache, dass
Severus Snape ein Todesser ist bzw. war. Der Schluss, dass ein Todesser auch
ein pure blood sein muss, stammt
ebenfalls von den Lesern.
Joanne Rowling hat beim Edinburgh Book Festival
auf die Frage, ob Snape ein pure blood
Zauberer ist, nur indirekt geantwortet. Sie hat lediglich klar gestellt, dass
er kein muggelstämmiger Zauberer ist, da diese nur unter ganz besonderen
Umständen in die Reihen der Todesser aufgenommen würden.
Es könnte also möglich sein.
Aber wenn Snape ein half blood ist, warum lehnen ihn dann die anderen Todesser und
Lucius Malfoy nicht ab, wie sie es mit den muggelstämmigen Magiern und anderen half bloods tun?
Wie ich bereits erwähnt habe, halte ich die
magische Welt Joanne Rowlings für konservativ. Zudem impliziert der
Fürstentitel, dass die Familie, deren Oberhaupt einen solchen Titel führt,
einen hohen Einfluss innerhalb der magischen Welt haben muss. Der
Halbblut-Fürst ist somit zu einflussreich und wichtig, als dass man ihn
ausschließe würde.
Dieser Einfluss ist es auch, der die Mesalliance
zwischen einem pure blood und einer
Muggel kaum ins Gewicht fallen lässt. Dies wäre auch eine Erklärung für Snapes
schreckliche Kindheit. Als die Liebe des Vaters zu seiner muggelstämmigen Frau
vorbei war, wog ihre Herkunft umso stärker.
Snapes Position ist aufgrund der Stellung des
Vaters (und seiner eigenen) wichtig genug, dass er - auch weil Dumbledore sich
für ihn verbürgt - nicht als Todesser verurteilt wird. Sie ist einflussreich
genug, dass ihn Voldemort auch jetzt noch in seinen Reihen duldet.
Und dann sind da noch Joanne Rowlings Aussagen,
dass sie gerne über Snape schreibt (auch wenn sie ihn nicht unbedingt treffen
möchte) und dass sie diese Figur als ein Geschenk betrachtet. Wenn man den
bisherigen Anteil, den Severus Snape an der Geschichte hat, dazu ins Verhältnis
setzt, kommt er sehr schlecht weg.
Was gäbe es damit Interessanteres, als dass
Severus Snape sich als Joanne Rowlings Half
Blood Prince entpuppt?
So nun kennt ihr meine These und es würde mich
interessieren, was ihr davon haltet. War hier der Wunsch Vater des Gedankens
oder liege ich mit meiner Spekulation im Rahmen der Möglichkeit? Ich würde mich
freuen, wenn ich eure Gedanken dazu bald hier lesen könnte.
20.08.2004 Chalebh
Nachsatz: Es wird viel darüber
spekuliert, ob sich der Textauszug aus Band 6, der vor kurzer Zeit auf der
Web-Site von Joanne Rowling zu sehen war, vielleicht auf den Half Blood Prince bezieht. Darin heißt
es nämlich: „Er sah eher wie ein alter Löwe aus. Es befanden sich graue
Strähnen in seiner hellbraunen Haarmähne und seinen buschigen Augenbrauen; er besaß
wache gelbliche Augen hinter einer Brille mit Metallgestell, und eine gewisse
feingliedrige, raumgreifende Eleganz, obwohl er einen leicht hinkenden Gang
hatte."
Ich glaube, Joanne Rowling hat hier eine falsche
Fährte ausgelegt. Die Beschreibung passt auf keinen bisher eingeführten
Charakter und eine vollkommen neue Figur halte ich - wie bereits ausgeführt -
für äußerst unwahrscheinlich. Außerdem, würde Ms Rowling wirklich so weit gehen
und Details über den Half Blood Prince
vorab veröffentlichen? Wenn wir Glück haben, erfahren wir es vielleicht im
Frühsommer 2005.
09.09.2004 Chalebh