Snape - Typen: RICHARD ROXBURGH

„Ich finde, er hat dort bei den Snape-Typen auch einen Platz verdient.
Gut, es war die Rolle, aber so ist es bei Snape ja auch  ;-)"

Fussel


      


Interview auf MSN

Richard Roxburgh

Geburtsdatum: 1962

Geboren in: Albury, North West Victoria Border, Australia




Mit Cate Blanchett in "Heiraten ist Glückssache"


Filmographie
: (Auswahl)

2004   Van Helsing
2003   Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen
2001   Moulin Rouge

Biographie:
Richard Roxburgh beeindruckte mit seiner Darstellung des Duke of Monroth in dem Academy-Award-nominierten Musical MOULIN ROUGE („Moulin Rouge", 2001). Die Liste seiner weiteren Filme umfasst THE ROAD TO COORAIN (2000), MISSION: IMPOSSIBLE 2 („M:I-2", 2000), OSCAR AND LUCINDA („Oscar und Lucinda", 1997), PASSION („Extreme Leidenschaft - Passion", 1999), CHILDREN OF THE REVOLUTION („Children of the Revolution", 1997), THANK GOD HE MET LIZZIE (1998), und DOING TIME FOR PATSY CLINE (1998), der ihm einen Film Critics Circle of Australia Award als Bester Schauspieler und einen AFI Award als Bester Hauptdarsteller einbrachte. Bald wird man ihn neben Hugh Jackman in VAN HELSING (2004) sehen können.

Ende 2000 inszenierte Roxburgh „Twelfth" für die Company B, Australiens innovativste Theatergruppe. Außerdem sah man ihn auf der Bühne in den Neil-Armstrong-Produktionen „The Seagull" und „Hamlet", die ihm einen Preis der Theaterkritiker von Sydney bescherten. Des Weiteren spielte er in „Closer" von Regisseurin Marion Potts, „The Homecoming" von Rodney Fisher und „Burn This" von Wayne Harrison, die allesamt von der Sydney Theatre Company aufgeführt wurden.

Roxburghs Adaption des Romans „That Eye the Sky" für die Burning House Theatre Company wurde von den Theaterkritikern Sydneys mit einem John Tasker Award für den Besten Freien Regisseur belohnt. Für seine Hauptrolle als legendärer korrupter Cop Roger Rogerson in dem Fernsehdrama „Blue Murder" sicherte sich Roxburgh einen Silver Logie und eine AFI-Nominierung als Bester Schauspieler.

 



 

Interview auf MSN.Kino:

 

Wirklich zu Hause fühlt sich Richard Roxburgh am Theater - bis vor kurzem jedenfalls. Denn sein Auftritt als Dracula im Blockbuster "Van Helsing" verschafft ihm nicht nur international Bekanntheit, sondern führte auch in seinem Privatleben zu heftigen Konsequenzen ...

Mr. Roxburgh, Graf Dracula ist keine leichte Rolle - so viele haben ihn schon gespielt.

Richard Roxburgh: Anfangs habe ich mich sogar gewehrt, den Part anzunehmen. Ich fragte mich: Braucht die Welt wirklich noch einen Dracula? Was gibt es den alten Klassikern noch hinzuzufügen? Erst als Regisseur Stephen Sommers mit erzählte, was er genau vorhatte, konnte ich nicht widerstehen. Ich war fasziniert vor seinem Plan, Dracula, Frankensteins Monster und den Wolfman in einer Geschichte zu vereinen.

Welche Schauspieler haben Dracula Ihrer Meinung nach am besten dargestellt?

Roxburgh: Ich mochte Klaus Kinskis seltsam bemitleidenswerte Interpretation von Nosferatu. Gary Oldman war auch gut. Und Bella Lugosi steht ohnehin außer Keiner verinnerlichte die Rolle besser als er. Das sieht man schon daran, dass er nie ganz davon ablassen konnte. Angeblich hat er auch später noch seine Zeitung im Draculakostüm geholt.

Neu am "Van Helsing"-Dracula ist die Computeranimation ...

Roxburgh: ... die aber trotzdem sehr bescheiden ausfiel. Ein paar Flugsequenzen wurden im Computer animiert, aber das war schnell im Kasten. Überhaupt hielt sich das gesamte Team an einen rigorosen Plan. Das Tagespensum musste erfüllt werden, dafür gab es keine Nachdrehs. Das alles funktionierte nur deswegen so gut, weil Stephen Sommers einen Großteil seines engsten Teams noch von der Filmschule kannte.

Also etwas anders als bei Ihrem letzten Film, "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen", bei dem Hauptdarsteller Sean Connery nicht mehr mit dem Regisseur sprechen wollte?

Roxburgh: "Van Helsing" war das genaue Gegenteil. Man muss dem Team von "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" aber zu Gute halten, dass es ein sehr schwieriger Dreh war. Die kreative Entfaltung habe ich damals aber schon ein bisschen vermisst. Denn das ist es, was Schauspielerei für mich ausmacht.

Wie kamen Sie eigentlich darauf, Schauspieler zu werden?

Roxburgh: Als ich im Schultheater einen 63-jährigen Verkäufer aus New York gespielt habe. Ich war fasziniert, wie problemlos ich mich als Sechzehnjähriger in diese komplett andere Persönlichkeit versetzen konnte. Trotzdem wollte ich erst einen handfesten Abschluss haben und raffte mich auf, Volkswirtschaft zu studieren. Danach ging ich auf die Schauspielschule ...

... und kamen über das Theater schließlich zum Film?

Roxburgh: Und das, obwohl Filmdrehs mich vorher nie begeistert hatten. Mir gefiel der Gedanke nicht, meine Schauspielarbeit wegen aufwendiger Umbauten ständig unterbrechen zu müssen. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt. Trotzdem ist mir der kreative Prozess einer Theateraufführung hoch und heilig.

Sie haben also nicht die Absicht, "Van Helsing" als Aushängeschild zu benutzen, um mehr Kinohauptrollen zu ergattern?

Roxburgh: In erster Linie möchte ich variieren. Der Gedanke, so berühmt zu werden, dass Fans meinen Alltag stören, erschreckt mit ein bisschen. Ich bin mit dem zufrieden, was ich mache.

Haben Sie schon Angebote abgelehnt, um Ihre Privatsphäre zu schützen?

Roxburgh: In amerikanischen Blockbustern findet man in den letzten Jahren immer wieder einen ausländischen Bösewicht. Auf dieser "Liste der bösen Engländer" stehe ich auch, nur habe ich mich bisher erfolgreich widersetzt. Ich kann mir schönere Beschäftigungen vorstellen als solche Rollen. Mein Debütfilm zum Beispiel, bei dem ich Ende des Jahres in Australien Regie führen werde. Oder meine Hochzeit in der Toskana ... (strahlt)

Hochzeit in der Toskana?

Roxburgh: Ob sie es glauben oder nicht: Ich heirate im September eine von Draculas Brautjungfern aus "Van Helsing". Ihr Name ist Sylvia Corloca.

Gratulation! Wie kam es denn dazu?

Roxburgh: Liebe auf den ersten Blick. Trotzdem haben wir uns lange Zeit gelassen, um Gewissheit zu erlangen. Nach dem ersten Kennenlernen am Set in Prag trafen wir uns erst wieder in Los Angeles. Als die Gefühle dann immer noch so stark waren, wusste ich sehr schnell, worauf es hinausläuft. Trotzdem finde ich es seltsam. Eigentlich stehe ich solchen Beziehungen nämlich eher skeptisch gegenüber.

Wie meinen Sie das?

Roxburgh: Ich weiß, welches Klischee ich damit erfülle. Ich sehe auch die Gefahr, die dahinter lauert. Man kommt an ein irreales Filmset, trifft eine wunderhübsche Schauspielerin und verliebt sich. Doch plötzlich ist der Traum verflogen und die Schauspieler am nächsten Filmset werden zu deinen neuen besten Freunden. Aber bei Sylvia hatte ich keine andere Wahl. Ich musste ihr einfach einen Antrag machen.

Wollen Sie zusammenziehen?

Roxburgh: Klar, nur wir wissen noch nicht, wo das sein wird. Irgendwo zwischen Sydney, London und Rom werden wir schon auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Danach arbeiten wir dann am Kinderkriegen. (lacht verlegen)

Das passt aber gar nicht zu Ihren sonst so düsteren Rollen!

Roxburgh: Wissen Sie eigentlich, warum ich diese Rollen so gerne spiele? Mich begeistert die dunkle Seite der Menschen. Die Geheimnisse, die jeder Mensch hat, aber nie davon spricht. Auch in meinem Leben gab es dunkle Zeiten.

Können Sie das konkretisieren?

Roxburgh: Zehn Jahre lang habe ich nichts anderes gemacht, als dorthin zu reisen, wo ich arbeiten konnte. Verstehen Sie mich nicht falsch: Das alles habe ich sehr genossen. Nur kommt irgendwann der Punkt, an dem man sich ein geregeltes Leben wünscht. Einen Menschen, mit dem man all seine Erfahrungen teilen kann. Fehlt diese Person, fällt man in ein Loch und spürt tiefe Leere. (Pause) Aber mit der Hochzeit wird sich nun alles ändern. Vielleicht spiele ich dann auch andere Rollen, unter Umständen sogar Komödien. Man weiß ja nie.

Rico Pfirstinger/Johannes Bonke