Drei Gedichte von artis.magica
Wie lange noch?
Lange
schon warte ich, von Qual erstickt.
Kaum mehr gelingt es mir,
meinen Geist zu verschließen.
Er kämpft um mein Wissen,
es mir zu entreißen.
Ich
wehre mich, so gut ich kann.
So sehr ich auch kämpfe, ich
merke, ich werde schwächer.
Er weiß es…
Doch
ich gebe ihm nichts, dass Euch verraten könnte.
Niemals!
Eher
nähme ich den Tod in Kauf.
Nur für Euch, denen ich das
Licht nahm, den höchsten Schutz, den Ihr besessen.
Ich werde
kämpfen, ohne Angst.
Reicht
Ihr mir nur die Hand, werde ich bestehen,
mein Wunsch…
Ich
werde wissen, Ihr habt mir vergeben.
Nehmt mich auf, in Eure
Reihen, wieder.
Helft mir!
Nur
wenig Zeit, die mir bleibt.
Soviel Kraft, die ich brauche, ihn
abzuwehren.
Noch kann ich bestehen.
…wie lange noch?
Tempus fugit (Die Zeit entflieht)
Es
ist dunkel. Ich sehe mich um.
Ein leiser Schimmer.
Menschen
stehen neben mir.
Sie sehen mich nicht, fühlen mich
nicht,
gehen durch mich hindurch.
Bin
nicht wahrlich hier,
mein Geist ist zurückgekehrt,
unmerklich,
zu sehen...
Sie reden über mich.
Ich
höre es laut, es schmerzt.
Sie wissen nicht, sie haben nie
gewusst.
Sie brachen einst den Stab über mich... vergeben
nicht.
Warum?
Finde
keine Antwort.
Kann mir selbst nicht vergeben.
War es Recht,
was ich getan?
Zweifel keimen in mir auf.
Habe
ihn nie gewählt, den leichten Weg.
Bin ihn nie gegangen!
Gehe
ich aber den richtigen Weg?
Werde ich es je erfahren?
Wer
leitet mich?
Wer hilft mir, zurückzufinden?
Wer
hilft mir, zu sehen?
Die
Zeit entflieht, kann sie nicht halten!
Je länger ich warte,
je weiter entferne ich mich von euch.
Wer hilft mir zurück?
Zur rechten Zeit!
Meine
Gedanken überschlagen sich.
Furcht greift nach mir, zum
allerersten Mal.
Mein Herz brennt.
Ich
lausche angstvoll in die Dunkelheit.
Eine Stimme! Ich höre
sie deutlich.
Ich lass mich leiten!
Will
erklären, mache euch erkennen!
Ihr müsst verstehen!
Hört
mir zu!
Wann, wenn nicht jetzt?
Ich sterbe!
Bin
verlassen, bin einsam.
Ich sterbe, ich weiß es.
Niemand
ist bei mir,
niemand tröstet mich,
niemand hält
mich.
Mein Leben ist zu Ende,
ein elendes
Leben.
Unverstanden, gequält, ungeliebt.
Wollte es
nicht ...nicht so.
Suchte Vertrauen, suchte Verständnis,
suchte
Liebe.
Kann nichts mehr ändern.
Höre auf zu
kämpfen.
Lass mich endlich fallen.
Ruhe umfängt
mich, tröstet.
Endlich, ein sanfter Streich, heiß
ersehnt
nur für mich, ein Traum.
Ein kalter
Hauch...
Meine Augen brechen.
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Juni 2007