Harry Potter and the Prisoner of Azkaban




Kritik HP3-Film

Filmkritiken II

 

 

1) Der Versuch, eine Kritik zu HP3, dem Film zu schreiben

von Ermione

 

Zunächst Überlegungen zur Filmfassung, die ich gesehen habe:

Ich habe mir den Film auf Deutsch angesehen. In den Wiener Kinos darf der Film ab 6 bzw. 8 Jahren angeschaut werden. Da manche Szenen auf mich wesentlich harmloser gewirkt haben, als ich nach den Stellungnahmen in den HP-Foren erwartet hatte, stellt sich für mich die Frage, ob die Version, die in den österreichischen Kinos läuft, etwa gegenüber den Versionen in Deutschland und der Schweiz entschärft ist.

Weiter bitte ich zu berücksichtigen, dass ich zuvor keine Trailer gesehen hatte.

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Als Verfilmung wird „Harry Potter und der Gefangene von Askaban" dem gleichnamigen Buch keineswegs gerecht., was ich aber auch nicht erwartet hatte. Als Film fand ich ihn jedoch teilweise gelungen.

 

Abgesehen von der Szene in der Heulenden Hütte (dazu mehr an späterer Stelle) wirkte die Handlung des Films auf mich zumindest verständlich, wenn auch stark vergröbert. Die einzige, wirklich einschneidende inhaltliche inhaltliche Veränderung des Handlungsablaufes gegenüber dem Buch (Harry entdeckt Pettigrews Namen auf der Karte des Rumtreibers, geht dieser Spur nach und erwähnt das Professor Lupin gegenüber) machte im Hinblick auf die vielen Kürzungen Sinn. (Wenigstens wirkte die Auflösung des Knotens dadurch etwas schlüssiger.)

 

Positiva des Films:

Die schönen und dichten, zum Teil sehr stimmungsvollen Bilder, hervorzuheben auch die bewegliche Kameraführung und der Lichteinfall. (Sehr schön gefilmt war z. B. die Fahrt mit den „pferdelosen" Kutschen.)

Abgesehen von einigen zu hektischen „Action-Szenen" zu Beginn und gegen Ende des Films habe ich das gewählte Tempo durchwegs als angenehm empfunden. Der Film hatte eine gelungene optische Atmosphäre, sehr wirkungsvoll war auch die starke Symbolik von einigen Szenen, die durch einzelne Gegenstände (z. B. die Uhr), Hintergrundlandschaften (z. B. die „Brücke", die Stufen) und/oder den Wechsel der Jahreszeiten geschaffen wurde. (Der Jahreszeitenwechsel stimmte mit dem Ablauf des Schuljahres überein.)

 

Details, wie dass die Peitschende Weide z. B. Vögel killt, waren liebevoll umgesetzt und machten durchaus Sinn. Auch einige dazu erfundene Ideen, wie der Chor mit den Kröten oder dass die Fette Dame sich als Opernsängerin versucht, statt die Schüler/innen in den Gryffindorturm zu lassen, haben mir gefallen. Dagegen fand ich Ideen, wie dass Professor Lupin einen Plattenspieler einschaltet, als der Irrwicht erscheint, oder dass der Werwolf bei der Zeitreise von Harry und Hermione Jagd auf beide macht, unsinnig.

 

Sehr gut hat mir die Karte des Rumtreibers gefallen. Abgesehen davon, dass sie optisch ein herrlicher Anblick war, wird sie in einigen Szenen zur Mitspielerin (z. B. die Szene im dunklen Gang, als sie Snapes Auftreten zeigt) und sorgt am Schluss für einen wirklich schönen Abspann. Zu den gelungenen Computeranimationen gehörten auch die Peitschende Weide und der Hippogreif. (Allerdings hätte man ruhig mehrere Hippogreife auftreten lassen können.)

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Ad. verändertes Ambiente:

Da ich den HP1-Film nicht kenne und den HP2-Film nur einmal gesehen habe, bevor ich die HP-Bücher gelesen habe, bin ich mit der Szenerie beider Filme nicht wirklich vertraut. Zudem hatte ich damals, als ich den HP2-Film sah, kein Auge für szenische Details, da ich mich auf den Fortgang der Handlung konzentrieren musste, um als damalige Noch-Nicht-HP-Kennerin überhaupt mitzukommen. So sind mir die örtlichen Veränderungen im HP3-Film (z. B. Hagrids Hütte oder die Peitschende Weide) wohl deshalb nicht aufgefallen. Ich fand stattdessen, dass die Standorte gut gewählt waren. Dass einige Szenen (z. B. zwischen Harry und Lupin) vor einer Landschaft spielten, wirkte vielleicht nicht unbedingt logisch, machte aber von der Symbolik her Sinn.

Nicht viel abgewinnen konnte ich dagegen den Actionsszenen, die ich zum Teil drastisch überzeichnet fand. Warum nur müssen Harry und Hermione in den Ästen der Peitschenden Weide hängen und herumgeschleudert werden, was sie übrigens erstaunlich gut überstehen, später gibt es eine dazu erfundene Verfolgung durch den Werwolf, bei der sie von Seidenschnabel gerettet werden. Hermione und Harry befreien Sirius zuletzt nicht aus einem Lehrerzimmer, sondern aus einem schaurigen Turmverlies, was zwar sehr effektvoll umgesetzt war, aber die Spannung erheblich abschwächte. (Hogwarts ist nun einmal eine Schule und kein Gefängnis.) Die Änderungen in der Irrwisch-Szene (Luftballon statt Küchenschabe, der Plattenspieler, weniger die Rollschuhe, seiner Irrwisch-Spinne anzieht) oder die Modelleisenbahn, die im Hintergrund einer anderen Szene auftaucht, wirkten auf mich kindisch. Platt fand ich, dass z. B. die Mondsichel als solche eindeutig erkennbar war. (Warum keine Scheibe, zudem es später noch einige Anspielungen auf Lupins Verbindugn mit dem Vollmond gibt?)

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Warum habe ich den Film letztlich doch nicht als sonderlich gelungen empfunden, obwohl er Meriten hat? Wegen der Szene in der Heulenden Hütte - die ich für die wirkliche Schwachstelle des Films halte. Sicher, diese Schlüsselszene war filmtechnisch sehr schwer umsetzbar, denn die viele Information, die sich da findet, die vielen Wendungen, bei denen die Übersicht leicht verloren geht, die vielen Themen, die angeschnitten werden, nicht zuletzt die Entdeckung und Entwicklung der Beziehung einzelner Personen zu einander, das lässt sich nicht in 10 Minuten und mit filmtechnischen Mittel adäquat abhandeln. Dennoch hätte ich mir eine bessere Umsetzung erwartet, im Film geht einfach zu viel Wesentliches verloren - vieles wirkt hier unmotiviert oder platt und zu vordergründig. Vollkommen unverständlich ist im Film z. B., warum Harry Snape spielend außer Gefecht setzt, während Lupin dagegen nicht einmal einzugreifen versucht, als Snape Sirius zu den Dementoren schaffen will. Sirius' Aussage, er hätte sich lieber töten lassen als seine Freunde zu verraten, wirkte nur theatralisch.

 

Der Abschnitt, als Harry und Hermione durch den Gang laufen bis zu jenem Moment, in dem Lupin Sirius umarmt, funktioniert trotz des Tempos immerhin, obwohl Harrys Satz, dass er eine Vermutung habe, wohin der Gang führt, nur für Buchkenner Sinn macht. (Vielleicht wurde hier geschnitten, denn an einer früheren Stelle wird die Heulende Hütte ins Bild gebracht, was wegen der fehlenden Erklärung, wohin der Gang führt, letztendlich unnötig war. Hinzu kommt, dass im Film ihr Geheimnis ebenfalls nicht aufgeklärt wird.) Die Aufklärung, dass Sirius ein Animagus ist, war sogar ausgezeichnet umgesetzt. Der Rest dieser Szene wurde aber viel zu rasch und zu oberflächlich abgehandelt, auf der Strecke blieben dabei Motivation und Logik.

 

Dazu zwei Beispiele, an denen sich das besonders gut beobachten lässt:

Nichts unglaubwürdig z. B., dass Sirius sich schwer gestört aufführt. Er ist eben von Askaban gezeichnet. (Auch auf den Fahndungsblättern wirkt Sirius wie einer, der nicht mehr alle „Tassen im Schrank" hat, was der Figur allerdings ihre (scheinbare) Gefährlichkeit kostete, die doch für die Aufrechthaltung der Spannung notwendig wäre.)

Jedenfalls war es im Film für mich absolut nicht nachvollziehbar, dass Harry ihm letztlich zu vertrauen beginnt, ihn sogar auf der Flucht begleiten möchte. Schon dass er ihm glaubt, erfolgt etwas abrupt, auch wenn ich berücksichtige, dass Harry (im Gegensatz zum Buch) im Film selbst schon entdeckt hat, dass Peter lebt.

 

Snapes Auftauchen war im Film ein entbehrlicher Showeffekt, so fehlte z. B. eine Begründung, woher er wusste, dass Sirius hier war, und am Ablauf der weiteren Handlung hätte es nichts geändert, wenn er gar nicht vorgekommen wäre. (Zum Vergleich: im Buch sorgt sein Auftreten für beachtliche Spannung betr. Fortgang und neue Enthüllungen, seine Einmischung ist eine der Hauptursachen, dass das Buch nicht gut endet.)

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Ziemlich störend fand ich auch, dass Harry in dieser und einigen weiteren Szenen zum unglaubwürdigen „Superhelden" mutiert, der er eben im Buch nicht ist. Als er Snape mit dem Expelliamus-Zauber gegen das Bett schleudert, hatte ich den Eindruck, dass Harry so etwas jeden Tag machen dürfte, so routiniert wirkte es. Und schon beim zweiten Mal gelingt Harry ein guter Patronus-Zauber.

Dabei spielt Daniel Radcliffe in seinen meisten Szenen diesmal sehr überzeugend. Emma Watson und Rupert Grint waren ebenfalls gut, diesmal hatte sie (im Gegensatz zum letzten HP-Film) die bessere Rolle. (Dass sich Hermione sehr für ihr Aussehen interessieren soll, wie ich in einer Kritik gelesen habe, konnte ich nicht nachvollziehen. - Doch nicht etwa, weil sie an einer Stelle so nebenbei bemerkt, dass ihre Frisur von hinten komisch aussieht.) Allerdings ist sie aggressiver als im Buch und der „arme" Malfoy bekommt daher zwei Ohrfeigen.

 

Die Fans von Tom Felton werden wohl kaum begeistert sein. Abgesehen davon, dass Draco diesmal eine schreckliche Frisur hat und ausgesprochen wehleidig ist (was aber meiner Vorstellung von Draco bis zum zweiten Teil von HP5 durchwegs entsprochen hat), sind er und seine Bodyguards auf die Rolle der Möchtegernfieslinge beschränkt.

 

Die wenigen Auftritte von Neville fand ich gut (so z. B. die Unsicherheit, die er zeigt, als er gegen den Irrwisch-Snape antreten soll); ebenso die Zwillinge, als sie Harry die Karte des Rumtreibers schenken; auch Percy kam bei seinem Kurzauftritt, nachdem Sirius in den Schlafraum eingebrochen ist, ganz gut zur Geltung, wenn er sein „Ich bin Vertrauensschüler." brüllt und ihn niemand beachtet.

 

Bei der Besetzung der übrigen Rollen:

Mit Michael Gambons Dumbledore konnte ich mich absolut nicht „anfreunden". Auf mich hat er nur theatralisch und gekünstelt wirkt - keine machtvolle und gütige Vaterfigur mit skurrilen Zügen, Intelligenz, Humor und „Würde" (Stil würde Phineas Nigellus wohl sagen), sondern eine sentimentale Witzfigur, die dauernd die Hände ringt. Am besten war er noch im Schlussteil, als er Harry und Hermione bei ihrer Rückkehr auf die Krankenstation trifft und während der Zeitreise, als er versucht, Seidenschnabels Hinrichtung zu verzögern.

 

Dass MacGonagall als Klatschbase dargestellt ist, habe ich nicht gefunden. Allerdings agierte mir Maggie Smith etwas zu gefühlvoll bei ihren beiden Auftritten in den Drei Besen und beim Hogsmeade-Ausgang. (Bei ihrem dritten Auftritt an der Lehrertafel ist sie nur anwesend.) Die Figur der Wirtin Rosmerta kam nur vor, blieb aber profillos, da wäre keine bekannte Schauspielerin notwendig gewesen. Glaubwürdig fand ich dagegen Minister Fudge. Hinter seinem jovialen Getue lässt sich erahnen, zu welchen Untaten er fähig ist. (Dass aus den „Drei Besen" im Film ein Lokal für Erwachsene wurde, in das Kinder keinen Zutritt haben, war als Änderung unnötig, aber wenigstens nicht störend.)

 

Obwohl ich mir Trelawny ätherischer und mystischer vorgestellt habe, fand ich Emma Thompsons hysterische Munterkeit überzeugend. Bei der Weissagung hätte sie allerdings etwas wortdeutlicher sprechen können. (Ein Fehler der deutschen Synchronstimme?)

 

Probleme hatte ich mit David Thwelis als Lupin, der weder vom Aussehen noch vom Spiel her meiner Vorstellung von dieser Figur entsprach. Optisch konnte ich mich an ihn absolut nicht gewöhnen. (Gefehlt haben mir vor allem die grau-braunen Haare, außerdem stelle ich ihn mir müder und nachdenklicher vor.) Als sehr unangenehm empfand ich seinen ersten Auftritt, der erinnert an Vicco Mortensons ersten Auftritt als Aragorn im „Herr der Ringe", und die Vertreibung des Dementors war überzeichnet.) Schauspielerisch konnte er dann aber viel ausgleichen. Allerdings hatte er von den Erwachsenen auch die meisten Auftritte und darunter viele gute Szenen. (Schon beim Lesen des Buches hatte ich vermutet, dass Lupin bei der Verfilmung eine sehr dankbare Rolle sein wird. -- Im Film ist er tatsächlich unter den Erwachsenen die eigentliche Hauptfigur, neben Harry, Ron und Hermione natürlich.)

 

Eindeutig undankbar waren dagegen die Rollen von Sirius Black, Peter Pettigrew und Argus Filch. Die beiden Ersteren wirkten eindimensional (Pettigrew hatte zudem keine Gelegenheit sich zu profilieren), den Letzteren hätte man problemlos streichen können. Der Henker McNair hätte etwas mehr Bedrohlichkeit und Unheimlichkeit nicht geschadet. Bei ihren wenigen Auftritten überzeugten dagegen Robbie Coltrane als Hagrid (sehr berührend, aber nicht ohne Humor) und Alan Rickmann als Snape. (Die Figur wurde zwar sympathischer, da einige Szenen wie z. B. die erste Unterrichtsstunde weggelassen wurden, aber ich hatte keineswegs den Eindruck, dass Snape harmlos war und von den Schüler/innen nicht gefürchtet wurde. Die neue Synchronstimme fand ich rollenadäquat, leise, aber wortdeutlich - erinnert mich an den Wolf, der die Kreide gefressen hat, allerdings kenne ich die Originalstimme nicht.)

 

Die Meinung einer österreichischen Zeitungen, dass dies ein schlechter Film ist, der vollkommen daneben liegt und weder Kinder noch Erwachsene zufrieden stellen kann, teile ich nicht. Trotz der eindeutigen Schwächen, wäre es ein wirklich guter Film gewesen, wenn nicht die Szene in der Heulenden Hütte so daneben gegangen wäre.

 

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ABSCHLIESSEND NOCH EIN PAAR UNSTIMMIGKEITEN:

 

Eine Sache, auf die Zuseher/innen, die das Buch nicht kennen, vielleicht von selbst kommen:

Harry bittet Onkel Vernon zu Beginn, als Tante Marge eben angekommen ist, einen Zettel für ihn zu unterschreiben. Dass es sich dabei um die Besuchserlaubnis nach Hogsmeade handelt, wird nicht mitgeteilt. Ob Zuseher/innen, die das Buch nicht gelesen haben, sich auskennen, wenn Harry später MacGonagall bittet, die Erlaubnis zu unterschreiben oder ihn trotzdem nach Hogwarts zu lassen? Ich habe meinen Zweifel.

(Die Lösung, dass Sirius die Erlaubnis zuletzt unterschreibt, wurde übrigens weggelassen.)

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Ein paar Dinge, die im Film angeschnitten, aber dann nicht erklärt werden und auf die Zuseher/innen nicht von selbst draufkommen dürften sowie einige Änderungen und Weglassungen, die ich nicht verstehen kann:

 

1.)

Schade, dass Krummbeins Rolle auf die Verfolgung von Rons Ratte reduziert wurde. Dass Harry und Hermione von der Peitschenden Weide persönlich in den Gang befördert werden, fand ich dagegen nicht überzeugend.

 

2.)

Auf den Hirsch-Patronus wurde zwar nicht verzichtet und auch nicht darauf, dass Harry glaubt, dass sein Vater eingegriffen hat, aber da nirgends erklärt wird, dass James auch ein Animagus war, bleibt der Zusammenhang unklar. Zwar wurde in Snapes Supplierstunde ein Hinweis auf Animagi eingebaut (wohl der Ersatz für die fehlende Unterrichtsstunde bei MacGonagall), aber der Zusammenhang wird später nicht hergestellt. Es bleibt auch offen, warum Sirius und Peter Animagi wurden oder dass es seine Animagus-Form war, die Sirius vor dem Wahnsinn bewahrt hat und dank der er aus Askaban flüchten und sich vor den Verfolgern versteckt halten konnte.

 

3.)

Da die Geschichte mit dem Zeitungsartikel fehlt, stellt sich die Frage, warum Sirius erst jetzt aus Askaban geflüchtet ist.

 

4.)

Die Namen der Freunde Moony, Tatze, Wurmschwanz und Krone finden sich zwar auf der Karte des Rumtreibers, und eine dumme Bemerkung über Snapes Nase fehlt auch nicht, aber nirgends findet sich die Erklärung, dass die vier Freunde mit James, Sirius, Lupin und Peter identisch sind. Immerhin wird in der auf den Gang verlegten Szene zwischen Harry, Snape und Lupin klar, dass Lupin bezüglich der Karte Bescheid weiß, vielleicht kommen die Zuseher/innen dadurch selbst zu der Schlussfolgerung, dass Lupin einer der „Hersteller" gewesen sein muss.

Gerade das Fehlen solcher Zusammenhänge ist aber eine Hauptursache dafür, warum die Umsetzung der Szene in der Heulenden Hütte misslungen ist.

 

5.)

Nicht nachvollziehbar fand ich auch, warum der Umstand, dass Sirius Harrys Pate ist schrecklicher sein soll, als dass er dessen Eltern verraten hat. Obwohl ich vermute, dass hinter der Patenschaft mehr steckt, als JKR bisher in den Büchern verraten hat, hatte ich im Buch den Eindruck, dass dieses Detail und weitere Informationen (Sirius der Trauzeuge, die unzertrennlichen Freunde ...) in erster Linie dazu dienen, dass wir Leser/innen eine Vorstellung von Qualität dieser Freundschaft gewinnen.

 

6.)

Als versöhnlicher Abschluss - eine Veränderung, die dagegen Sinn machte.

Die Versuche von Harry, einen Patronus zu zaubern, sind im Film leider reduziert - da entsteht der Eindruck, dass es Harry bereits nach dem zweiten Versuch geschafft hat. Die Erinnerung, womit es Harry diesmal gelingt, weicht jedoch vom Buch ab. Dort ist es der Augenblick, wo Harry erfahren hat, dass er ein Zauberer ist und Hogwarts besuchen darf. Im Film dagegen ist es die Begegnung mit den Eltern im Spiegel Nerhegeb, die Harry die Kraft gibt, erstmals einen Patronus zu entwickeln.

 

Angesichts des Umstandes, dass die toten Eltern im Film für Harry eine wichtige Rolle spielen, macht diese Änderung jedoch Sinn. (In den Büchern zaubert Harry zudem später seine Patroni mit Zukunftsvorstellungen, in denen die Beziehung zu anderen Menschen wichtig sind.)

 

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ZULETZT - WAS KÖNNTE EIN HINWEIS AUF DIE BEIDEN LETZTEN BÜCHER SEIN?

 

In den Filmen soll es Hinweise geben, die bereits auf Späteres verweisen. So nimmt JKR auf die Drehbücher Einfluss, und sie soll auch dafür gesorgt haben, dass das eine oder andere Detail eingebaut wurde. Bei diesem Film kommt jedoch noch etwas anderes hinzu. In einem Interview hat JKR gesagt, dass der Regisseur einige Hinweise eingebaut hat, die sich noch bestätigen werden, obwohl er gar nicht wissen kann, dass dies tatsächlich der Fall sein wird.

 

Das würde bedeuten, dass in dem Film zu HP3 auf zwei Punkte besonderes Augenmerk zu richten ist. Neben zusätzlichen Informationen wie in den vorherigen Filmen ist auch auf Aussagen zu achten, die sich z. B. durch die Akzentsetzung der Regie ergeben.

 

Aufgefallen sind mir folgende Dinge, an denen etwas dran sein könnte:

 

1.)

Nicht Sirius, sondern Lupin ist im Film jene Figur, die für Harry wichtig ist. (Nimmt der Film hier etwas vorweg, was sich erst in den letzten beiden Büchern herausstellen wird?)

 

Als Lupin sich von Harry verabschiedet hat und davon geht, sieht Harry ihm nach, und mein Eindruck dazu - dass Lupin aus Harrys Leben wieder entschwindet, das ist für Harry der eigentliche Verlust, den er in diesem Film erleidet. Im Buch ist dagegen die Beziehung zu Sirius der Angelpunkt. Dagegen setzt der Film seinen Hauptakzent eben auf die Beziehung zwischen Harry und Lupin, der hier sehr viel Raum eingeräumt wird.

 

Es kann sein, dass dieser Eindruck nur darauf zurückzuführen ist, dass die Beziehung, die Harry mit Sirius in HP3 aufzubauen beginnt und die im Hinblick auf die beiden nächsten Bücher noch wichtig ist, im Film nicht wirklich umgesetzt ist. (Da wurde zuviel weggelassen und vereinfacht.) Außerdem fehlt die Szene mit Sirius' Brief und das klärende Gespräch Harry - Dumbledore, sodass Lupins Abgang im Buch weniger Eindruck hinterlässt.

 

2.)

Im Unterschied zum Buch, wo es fast nur um James geht, hatte ich im Film den Eindruck, dass Lupin sowohl mit Lily als auch James befreundet war.

 

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Einschub:

Allerdings hatte ich nicht den Eindruck, dass Lupin in Lily verliebt war, nur, dass er sie offensichtlich näher gekannt hat und von ihr sehr beeindruckt war.

Für eine nähere Bekanntschaft lässt sich übrigens in HP5 ein Detail finden, dass ein Hinweis sein könnte.

In HP1 erfährt Harry, dass seine Eltern Schulsprecher und Schulsprecherin („Head Boy" und „Head Girl") waren. Wie das Beispiel Percy und auch Harrys Annahme, dass sein Vater Vertrauensschüler („prefect") war, zeigt, sind Schulsprecher/innen gewöhnlich zuvor Vertrauensschüler/innen („prefect") gewesen. Auch, wenn James nicht Vertrauensschüler wurde (ein Ausnahmefall ?), könnte Lily die Vertrauensschülerin gewesen sein. Da Lupin Vertrauensschüler war, müssten sie in diesem Fall zumindest oft mit einander zu tun gehabt haben.)

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Im Unterschied zum Buch, wo Lily gegenüber James seit HP3 in den Hintergrund getreten ist, sind im Film beide gleichermaßen präsent. (Vgl. dazu auch den Tanz auf dem Foto zu Beginn des Films.) Hinzu kommt, dass die Animagi-Geschichte weggelassen wurde, und auch der Zusammenhang mit der Karte des Rumtreibers offen bleibt - beides wichtige Handlungsteile, die sich jedoch ausschließlich auf James bezogen hätten.

 

Lilys Rolle wird dadurch im Film aufgewertet - Hinweis darauf, dass sie mehr als nur das brave, häusliche Mädchen und Anhängsel an James ist, die Rolle, die sie in vielen Fanfics spielen darf.

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3.)

Noch einige Kleinigkeiten, die vielleicht den einen oder anderen Hinweis enthalten könnten:

à Die merkwürdige Schluss-Szene, als Harry mit dem Besen in die Lüfte aufsteigt und das Bild plötzlich erstarrt. (Deutet sich da etwa an, wie das 7. Buch enden könnte? (Abheben, aufgehen in eine andere Existenz, Wandlung zum Mythos ...)

 

à Im Film zu HP2, als Hagrid aus Askaban zurückgekehrt ist, hindert Draco einen seiner beiden Bodyguards daran, mit den anderen aufzustehen. In diesem Film greift Draco erneut ein, als Dumbledore mitteilt, dass Hagrid der neue Lehrer für die Hege magischer Geschöpfe ist, und einer seiner Bodyguards daraufhin applaudiert.

 

à Harry fragt Ron, wie der Urlaub in Ägypten war, im Hintergrund sieht man das Familienfoto.

Im Roman löst der Zeitungsartikel darüber, dass Mr. Weasley den Preis des Tagespropheten gewonnen hat, die Handlung aus, denn dank des Photos erkennt Sirius, dass Peter am Leben ist (ich hatte beim Lesen von HP3 den Eindruck, dass Sirius Peter für tot gehalten hat) und aus dem dazugehörigen Zeitungstext erfährt er, dass Peter in Hogwarts ist und daher in der Lage, Harry jederzeit zu schaden.

 

Da die Sache mit dem Zeitungsartikel gestrichen wurde, wäre es von der Handlungslogik her nicht nötig gewesen, zu erwähnen, dass Ron und seine Familie in Ägypten auf Urlaub waren. Somit könnte das ein Hinweis darauf sein, dass der Aufenthalt der Weasleys in Ägypten oder das Land Ägypten selbst noch eine Rolle spielen werden. (Zu Harry Potter und Ägypten, vgl. auch Michael Maar, Warum Nabokov Harry Potter gemocht hätte, 2002, Abschnitt über „Den Gefangenen von Askaban")

 

à Eine Änderung bzw. Ausschmückung gegenüber dem Buch. Damit Seidenschnabel, nachdem Harry ihn losgemacht hat, ihnen folgt, lockt und füttert ihn Hermione mit toten Frettchen. Da gibt es doch jemanden, der in HP4 in ein Frettchen verwandelt wird und der Seidenschnabel auf das Schaffott bringen will - etwa ein Hinweis auf sein Ende.

(Eine weitere Ausschmückung im Film ist übrigens, dass Draco den Kopf des Hippogreifs nach dessen Hinrichtung behalten will.)

 

à Fred, George und Percy Weasley kommen vor, obwohl der kurze Auftritt des Letzteren für die Logik der Handlung unnötig ist. (Aber witzig.) Wir wissen, dass die drei Weasley wichtige Nebenfiguren sind. Auch Neville hat einige Auftritte.

Weitere Schüler/innen, die in HP3 zumindest vorkamen (außer dem Trio und Draco mit Anhang): Lavender Brown, Pansy Parkinson, Dean Thomas, Seamus Finnigan - vielleicht ein Hinweis, wer von den Neben- und Randfiguren wichtig ist.

 

à Deutliche Hinweise darauf, dass sich zwischen Ron und Hermione eine Liebesbeziehung entwickelt - einen Hinweis dazu gab es allerdings bereits im letzten Film.

 

Ermione

 

 

 

2) von Callista Evans

Da ich mit zwei Star Trek Vorpremieren sehr gute Erfahrung gemacht hatte, beschloss ich in eine Preview zu gehen. War das enttäuschend. Nicht etwa der Film selber, nur die Tatsache, dass es wie jede andere Abendvorstellung auch war. Ich war die einzige im Hexen-Outfit, was mich aber nicht weiter störte. Doch der Film lief nur in einem Kino, dass noch nicht einmal voll war. Es gab weder Szenenapplaus, noch irgendeine bemerkbare Regung aus dem Publikum. Dafür lohnt es sich nicht, sich die Nacht um die Ohren zu hauen. Das nächste Mal werde ich meinen kleinen Sohn bei der Oma parken, meinem Mann frei geben und zum Hexentreffen kommen. Ihr habt bestimmt mehr Spaß gehabt.

Nun aber zum Film selber. Mir hat er sehr gut gefallen. Es war ja schon vorher klar, dass viele Dinge heraus gekürzt werden mussten. Der Regisseur hat meiner Meinung nach gute Arbeit geleistet. Dass einige Dinge anders sind als im Buch, kennen wir ja schon aus den ersten beiden Filmen. Besonders gut gelungen finde ich die Umsetzung der Rumtreiber-Mappe. Auch die Darstellung der Dementoren und ihre Wirkung auf Menschen hat mir gut gefallen. Lupin war zwar etwas abweichend vom Buch, aber das war okay. Der Hippogreiff war auch gut umgesetzt. Besonderen Spaß hatte ich an der Stelle, als Hermine aus Angst um Harry nach Rons Hand greift. Das war wirklich niedlich, wie die beiden zurück zucken, als sie es bemerken. Überhaupt haben die Schauspieler des Potter-Trios sich gemausert. Die Szenen mit dem Tarnmantel waren gut umgesetzt. Auch die kleinen Intermezzi, die auf den Zeitumkehrer zurück zu führen waren, halte ich für eine elegante Lösung. Gut gelungen war auch die Fahrt mit dem 'fahrenden Ritter' (oder Knight Bus). Wie der ganze Bus plötzlich ganz schmal wird, um zwischen den großen Fahrzeugen Platz zu haben, das sah klasse aus. Nur die Schrumpfköpfe waren nicht nach meinem Geschmack. Ein wenig enttäuscht war ich, dass die Geschichte um die Rumtreiber und ihr besonderes Verhältnis zu Snape fast völlig unter den Tisch gefallen sind. Und auch in diesem Film bin ich der Meinung, dass unser lieber Severus ruhig noch etwas fieser und gemeiner hätte sein können. Da stellt sich die Frage, ob dass an Alans Interpretation des Charakters liegt oder an der Auffassung des Regisseurs. Noch ein letzter Kritikpunkt zum Schluss. Ich war erstaunt über die Besetzung von Peter Pettigrew. Den habe ich mir immer ganz anders vorgestellt. Sollte er nicht eher schmächtig sein und in der Rückverwandlungsszene eher unterernährt wirken. Er war eindeutig zu dick und die Zähne sahen aus, wie die eines Hasen. Aber da ich den Charakter ohnehin nicht so mag, ist das auch nicht wichtig. Ich weiß auf jeden Fall schon jetzt, dass dieser Film in einigen Monaten als DVD in meinen Besitz gelangen wird.

Callista Evans