von
Blaue
Feder, Camel of
Albus
Dumbledore nippte an seinem Glas, stellte es wieder ab und betrachte aufmerksam
sein Gegenüber, welches ihm an Lebenserfahrung und Weisheit durchaus gleich
kam.
„Und
deswegen...", schloss Gandalf seine Erzählung, „hatte sich der Rat der
Zauberer, der bereits vor vielen Jahren in Mittelerde gegründet wurde,
versammelt und mich zu dir geschickt, Albus.
Wir
sind dieses mal auf eure Hilfe angewiesen. Als unser Ringträger von den
Vampiren verletzt wurde, boten die Weisen unseres Landes sofort ihre Hilfe an.
Sie
sind jedoch nicht in der Lage, den Prozess der Umwandlung vollständig zu
verhindern. Es wäre undenkbar, sollte Frodo sich in einen Vampir verwandeln..."
Dumbledore
nickte ernst und warf einen Blick auf das flackernde Feuer in seinem Kamin.
„Selbstverständlich
werden wir alles tun, was in unserer Macht steht, um euch zu helfen.", nickte
er.
Ich
habe den Zaubertrankmeister unserer Schule bereits informiert, damit er eine
Liste mit den Zutaten zusammenstellt, welche für das Lebenselixier gebraucht
werden.
Nur
dieses eine Elixier kann die menschliche Gestalt desjenigen, der er trinkt,
bewahren und einen Übergang in das Reich der Toten - sei es auch das
derjenigen, die noch auf dieser Welt wandeln - verhindern. Ich werde dir Leute
schicken, von denen ich denke, dass sie die Aufgabe erfüllen können.
Es
klopfte an der Tür.
Severus
Snape, Zaubertrankmeister in Hogwarts, trat ein und legte den beiden nach einem
kurzen Gespräch eine auf Pergamentpapier geschriebene Liste vor.
„...
Der Zahn eines Beutelteufels, nicht in seiner Heimat gezogen
....
Haare einer Kreatur, die zwischen dem Reich der Lebenden und dem der Toten
steht...
....
das gemahlene Pulver des gefertigten Gegenstandes eines Hobbits..."
Der
Schulleiter von Hogwarts las auch den Rest der Liste laut vor und wandte sich
dann dem Lehrer der Zaubertränke zu.
„Du
weißt am besten, Severus, welches die richtige Menge der Zutaten ist, die für
das Elixier gebraucht werden. Deshalb werde ich dich als einen der Reisenden
auf den Weg schicken.
Es
ist wichtig, dass ihr mit vereinten Kräften arbeitet, denn einige der genannten
Bestandteile sind sehr selten und ihr werdet viele Welten durchqueren müssen.
Deine
Assistentin Merlina beispielsweise hat während ihrer Zeit in Hogwarts bereits genug
Erfahrung gesammelt und wird dich, als zweites Mitglied der Gruppe, begleiten."
Snape zuckte unmerklich zusammen. Es wäre ihm
weitaus lieber gewesen, die Ingredienzen des Lebenselixiers ohne die lästige
Begleitung irgendwelcher Assistenten, oder, noch schlimmer, Assistentinnen
schnell und effektiv zu besorgen, doch ein kurzer Blick in Dumbledores weise
lächelndes Gesicht machte ihm sofort die Sinnlosigkeit eines eventuellen
Protestes klar...
"Nun,
Miss Merlina und ich...", begann er seufzend gerade einen Satz, als er von
Dumbledore sanft unterbrochen wurde.
"Ich
hab dir hier die ganze Liste der Mitreisenden zusammengestellt, Severus...!
Jede von ihnen ist auf ihrem Spezialgebiet eine Koryphäe und somit
unverzichtbar für dich..."
Mit
einer eleganten Handbewegung reichte er Snape lächelnd ein Pergament und
beobachtete mit leicht zuckenden Mundwinkeln die Veränderung in Snapes
Physiognomie.
Die
Schatten, die das flackernde Kaminfeuer auf
Snapes zwischen Entrüstung und Entsetzen schwankendes Gesicht warf,
gaben ihm kurzzeitig ein so wildes Aussehen, dass selbst Gandalf auf seinem
Stuhl sekundenlang unruhig hin- und her rutschte.
"Miss Merlina, Miss Blaue Feder, Miss
Nikki, Miss Camel, Miss Josephine und Miss Sam...!!!!"
Snape,
dessen Stimme mit jeder weiteren Namensnennung immer lauter geworden war,
wandte sich zu Dumbledore, öffnete seinen Mund, wurde aber sofort von
Dumbledore unterbrochen, der ihn nun mit einem Seitenblick auf Gandalf ansah
und plötzlich sehr leise und warnend sprach:
"Uns
ist keine Anstrengung zu groß, um euch hilfreich zur Seite zu stehen, verehrter
Freund Gandalf.."
Gandalf
nickte Dumbledore würdevoll zu.
Professor
Snape stand abrupt auf, verbeugte sich kurz und steif vor Gandalf und sah
Dumbledore etwas unwillig an. "Ich werde sofort aufbrechen. Die Zeit
drängt und wir haben eine lange Reise vor uns, Albus!"
"Ja,
Severus... wenn es jemand schafft, dann du. Du genießt mein vollstes
Vertrauen." Er legte seine Hand kurz auf Professor Snapes Schulter, eine
Berührung, die nur er sich bei ihm herausnehmen durfte.
Nach
einer kurzen Verabschiedung von Gandalf verließ Snape den Raum und eilte hinaus
auf den dunklen Flur...
Etwas
ärgerlich und mit großen Schritten, Dumbledores Pergament zu einem Papierknäuel
knetend, hastete er gedankenvoll durch den Gang und stieß an einer Ecke mit
Blaue Feder zusammen, die voller Begeisterung los sprudelte:
"Professor!
Ich weiß es schon! Ich bin so aufgeregt! Ich habe mich sofort kundig gemacht!
Zähne sind mein Spezialgebiet!!! Es dürfte nicht allzu schwierig sein an den
Reißzahn des Tasmanischen Beutelteufels zu gelangen, wenn wir erst einen
gefangen haben.....!"
Snape
verdrehte genervt die Augen....Es ging schon los....
Warum
ausgerechnet er? Warum ausgerechnet diese Frauen? Er hatte fast alle in seinen
jungen Lehrjahren als Schülerinnen gehabt und war ziemlich froh gewesen sie
loszuwerden, egal welchen Hauses.
Umso
bestürzter war er, als er feststellen musste, dass die Plagen seiner jungen
Jahre zurückgekehrt waren als Angestellte Hogwarts. Der Personalschwund und
dessen unqualifizierte Ersetzung war Severus Meinung nach eines der größten
Übel Voldemorts.
Blaue
Feder war, abgesehen von ihrer skurrilen Begeisterung für Zähne eigentlich
eines der kleineren Übel (solange sie ihn nicht nervte und schön ihrem Job
nachging, Hagrid zu helfen).
Da
machte ihm Miss Josephine, die Assistentin für VgddK und Vampirexpertin größere
Sorgen, denn obgleich sie viel wusste war sie noch nie einem echten Vampir
begegnet. Zum Trost versuchte sie ihm seit geraumer Zeit einzureden, dass er
Vampirblut hätte.
Deswegen
war er bei Veranstaltungen, die draußen stattfanden, jetzt auch fast immer
anwesend,
denn
sobald er es wagte zu fehlen rauschte Josephine mit triumphierenden
Gesichtsausdruck in seine Dungeons und hielt ihm wieder Vorträge, dass er sein
Vampirblut doch nicht verbergen müsste,
es
wäre ja sooo faszinierend.
Was
Miss Sam eigentlich hier wollte war ihm genauso unbekannt wie ihre Aufgaben, er
sah sie nur seit geraumer Zeit in den dunklen Ecken des Schlosses herum
schleichen. Und wenn etwas Severus Snape beunruhigte, dann war es das
Nicht-Bescheid-Wissen.
Er
hatte versucht diesen Mangel durch Spionieren auszugleichen. Aber alles was er
bis jetzt herausgefunden hatte war, dass Miss Sam eine Vorliebe für Abenteurer
hatte und hervorragend mit einem Bogen umgehen konnte.
Und
dafür hatte er nachts ihr ganzes Zimmer durchsuchen müssen und am Ende mit
Pfeil im Hintern fliehen müssen, um unerkannt zu bleiben.
Zum
Glück war seine Assistentin Merlina so hilfreich gewesen ihm ohne Fragen dabei
beizustehen, obwohl sie ihn etwas seltsam angeschaut hatte, als er sie fluchend und ohne Umhang (um sich
nicht zu verraten) in seinem Labor überraschte.
Überhaupt
war seine Assistentin hilfreicher als er geahnt hatte, als er sie vor einem
Jahr zähneknirschend akzeptiert hatte. Zumindest kannte er sie als vollkommen
rationale und korrekte Person, die nie zu viele Fragen stellte oder zu weit in
seine Privatsphäre eindrang.
Schon
oft hatte er sie heimlich beobachtet und nie hatte sie sein Vertrauen
enttäuscht.
Im
Gegenteil, sie war es, die ihm wenn er in Arbeit versunken war stumm eine Tasse
heißen Tee brachte oder ihn sanft weckte, wenn er über dem Korrigieren von
Arbeiten und dem Ertragen dümmlicher Kritzeleien der Schüler eingenickt war.
Ihre
Anwesenheit brächte gewiss einen ruhenden Pol in diesen Hühnerhaufen mit dem er
konfrontiert wurde.
Ganz
im Gegensatz zu Miss Nikki.
Schon
in ihrer Schulzeit war sie immer mit etwas anderem beschäftigt, als mit der
eigentlichen Aufgabe.
Sie
konnte auch Hogwartsgänge nicht benutzen wie jeder andere, sondern beobachtete
mal die linke Wand, mal die rechte oder nahm einen ganz anderen Weg als die
anderen.
Er
wunderte sich jedes Mal wie sie es wieder geschafft hatte den Klassenraum zu
finden.
Und
jetzt war sie da als Assistentin für Arithmantik, aber immer wenn er sie sah
war sie mit anderem beschäftigt, brütete über seltsamen Skizzen oder Karten wie
er sie noch nie gesehen hatte.
Wenn
man vom Teufel spricht…Schon bog sie vor ihm freudestrahlend um die Ecke.
„Professor Snape, schön dass ich sie gleich
finde! Wir haben uns schon alle auf Professor Dumbledores Anweisung versammelt.
Ist das nicht wahnsinnig toll, was wir hier machen dürfen?
So
eine wichtige Mission und er vertraut sie uns an. Ich war noch nie so gespannt…
halt nein… vielleicht damals als…"
Snape
unterbrach sie barsch, bevor sie ihm anfing die Ohren vollzuquasseln.
„Miss
Nikki, das hat Zeit, jetzt müssen wir uns der Aktion zuwenden. Obwohl ich
eigentlich ziemlich skeptisch bin, ob wirklich alle mir zugeteilten benötigt
werden."
Sie
reagierte ziemlich beleidigt. „Professor Snape, auch wenn sie Vorbehalte gegen
Emanzipation haben, kann ich ihnen zusichern, dass wir durchaus alle etwas von
unserem Fach verstehen."
Er
schaute skeptisch. „Und ihre Funktion ist…?"
„Ich
bin zufällig Spezialistin für Dimensionsreisen!" Er war etwas verwirrt, ließ es
sich aber nicht anmerken. „Dimensionsreisen?! Wieso…"
Nikki
fiel ihm ins Wort. „Professor Snape, ich will sie jetzt nicht stören, aber die
anderen warten schon im Astronomieturm. Camel kann ihnen mehr verraten."
Snape
ließ sich in einem Moment geistiger Verwirrung von Nikki mitschleifen.
„Wieso
im Astronomieturm? Und wieso weiß Miss Camel mehr?" Er stoppte plötzlich.
„Halt,
ich brauche noch das mobile Labor..."
Nikki
ließ sich nicht abhalten. „Professor, die Zeit drängt! Merlina hat es glaub ich
schon geholt!"
Widerwillig,
aber durch die Erwähnung Merlinas beruhigt ließ er sich mitschleppen und schon
waren sie bei den Treppen und begaben sich zu den anderen, die alle schon in
einer Korridorecke standen und scheinbar nur auf sie gewartet hatten.
Während
die laute und aufgeregte Unterhaltung der zur Abreise bereiten Assistentinnen
im Korridor Snape schon fast zur Weißglut trieb und er gerade einen kurzen
Snape-typischen Rüffel ausstoßen wollte, erklang Merlinas ruhige und besonnene
Stimme:
"Professor,
es wird Zeit den Turm zu besteigen. Dort oben wartet Camel auf uns, die gerade
auspendelt, wo wir unsere Reise beginnen müssen. Miss Nikki hat den
Dimensionwandler bereits gestartet und hier.....ist eine Tasche mit ihrer
Reisegarderobe!"
Sie
überreichte dezent lächelnd Snape die Tasche, die er mit angedeutetem Nicken
entgegennahm.
"Danke,
Miss Merlina!"
Snape, der nichts mehr hasste, als überrumpelt
zu werden, zog seine Stirn in unheilverkündende Falten, ein deutliches Zeichen
für alle Anwesenden nun lieber schweigsam hinter ihm her die Treppe
hinaufzusteigen.
Als
Snape die Tür öffnete, prallten alle erschrocken zurück... Camel blickte sie
durch eine große Glaskugel hindurch, die ihre blauen Augen überdimensional
vergrößerte, an und pendelte gerade heftig mit einem kleinen Messingpendel über
einer Weltkarte...
"Ich
sehe....ich sehe...."
"Humbug!
Absoluter Humbug!", murmelte Snape leise.
Camel
geriet nun in Ekstase, ihr Körper wurde von wilden Zuckungen geschüttelt und
sie murmelte bedeutungsschwere Reime...
"Psssssssssst!!...Leise!!!
Das
Camel spricht nun weise!!!
In
einem heißen, wilden Land beginnt die Reise!!!
Snape
keuchte auf. Er hasste warme Länder wie die Pest.
"Ich
könnte noch Shorts einpacken...", flüsterte Merlina ihm zu...
Snape
blickte sie mit einer hochgezogenen Augenbraue an. "ICH TRAGE KEINE
SHORTS!!!", zischte er ihr so wütend, laut und überhaupt zu, wie er es nur
konnte, um sie in ihre Schranken zu weisen.
Merlina
grinste. Diesen Scherz hatte sie sich einfach nicht verkneifen können.
"Und
ähm... wohin geht's nun genau?", fragte Josephine nach.
"Na...
in ein warmes Land!", rief Camel entrüstet und gab kleinlaut zu, dass sie
den Namen nicht lesen konnte, der ihr vor dem inneren Auge schwebte.
"Gut...
dann... denk doch einfach mal an diesen Ort... und apparier uns fort!",
dichtete Sam grinsend.
"Witzig...
ich lache, dann beim nächsten freien Termin!", entrüstete sich Camel und
schnaubte durch die Nase.
Aber
nachdem jeder sein Gepäck schon bei der Hand hatte, was seltsamerweise wirklich
schnell ging, gab Snape sein Einverständnis. Sie stellten sich im Kreis auf und
nahmen sich an den Händen.
Merlina
stand... wie konnte es anders sein, neben ihrem Mentor und musste lächeln, als
sie sein - um Fassung ringendes - Gesicht sah. Der Ärmste musste allerdings
etwas mitmachen.
"So,
wann geht's endlich los? Ich bin der Meinung, dass wir nicht ewiglich hier
herumstehen sollten."
"Nun,
meine Damen... fällt Ihnen etwas auf?", fragte Snape mit einem zynischen
Grinsen.
"Wir
sind noch innerhalb von Hogwarts...", begann Nikki.
"Und...",
hakte er nach.
"Eigentlich
sollte man hier nicht apparieren können...", setzte Josephine fort.
"Und...",
fragte er erneut.
"Kann
man in das heiße Land apparieren? Ich dachte, dass wir in den Dimensionen
herumreisen müssten", sagte Sam kleinlaut.
Nikki
grinste diabolisch und nickte eifrig. "Ja... Dimensionenspringen!
Jahaha... wir können hier bleiben... das ist so etwas ganz Spezielles."
„Spezielles?",
fragte der Meister der Zaubertränke zähneknirschend.
Das
ganze ging ihm schon nach den ersten 10 Minuten auf die Nerven und wer wusste
schon, wie lange er diesen ganzen Weiberhaufen noch ertragen musste. Er
seufzte.
„Was ist denn nun, Miss Nikki? Wir wollten
doch ihre großartigen Dimensionsreisen bewundern. Wann geht es denn nun los?
Wenn wir ja doch nicht apparieren und das Ganze auch keine Art von apparieren
ist, dann dürfte es für sie doch kein Problem sein, uns von dem Turm hier in
das von Miss Camel so groß beschriebene heiße Land zu bringen…!" In seiner
Stimme war die Unruhe und ein gewisser Spott nicht zu überhören, doch die
beiden Frauen taten so, als hätten sie es nicht gehört und sahen sich an.
„Bist
du sicher, Camel, dass es ein warmes Land ist, in das wir reisen müssen?",
fragte Nikki noch einmal nach.
Camel
nickte eifrig. „Ja, da bin ich mir absolut sicher!"
Nikki sah einmal kurz in die Runde. „In
Ordnung, dann haltet euch mal fest. Ihr dürft eure Nachbarn nicht loslassen,
egal was passiert, habt ihr mich verstanden?"
Alle nickten und der Meister der Zaubertränke
seufzte erneut. Das konnte ja noch ewig dauern.
„Und was passiert, wenn wir uns loslassen?",
fragte Josephine leise und ziemlich neugierig.
„Nun,"
begann Nikki, „dass wollen wir uns lieber nicht ausmalen, denn wir werden uns
alle so fest halten, wie wir nur können und dann dürfte eigentlich nichts
passieren…!"
Josephine
wirkte ein wenig enttäuscht, doch sie hatte sich schnell wieder gefangen und
Nikki zählte bis 3.
1 -
2 - 3 - … um sie herum schien alles auf einmal aus purem Licht zu bestehen.
Merlina merkte, wie sich ihr Magen langsam zu drehen schien und ein wenig wurde
ihr schlecht.
Sie
griff noch etwas fester an den beiden Händen, die sie fest hielt und als sie
die dürren, langen Finger des Zaubertränkemeisters spürte, beruhigte sie sich
ein wenig.
Das
Licht schien für einen Augenblick unendlich hell zu scheinen und Josephine
fragte sich, ob das ganze Licht überhaupt gut für den Meister der Zaubertränke
war, als sie auch schon wieder Boden unter ihren Füßen spürten. Es schien
vorbei zu sein, doch das Licht blieb.
„Keiner
lässt die Hand des anderen los, bevor ich es nicht sage, habt ihr mich
verstanden!?"
Nikkis
Stimme schien wie durch eine dicke Tür zu kommen und Snape fragte sich für
einen kurzen Augenblick, ob sie vielleicht die Hand von Sam und Camel los
gelassen hatte, doch als im nächsten Moment das grelle Licht verschwand sah er
beruhigt, dass sie ihm immer noch gegenüber stand.
Alle
sahen ein wenig zerzaust aus und ihnen standen die Haare wirr in alle
Richtungen. Snape schloss kurz die Augen, in der Hoffnung, dass das leichte
Drehen, das sich vor seinen Augen abspielte aufhörte, doch es ließ vorerst nur
leicht nach. Immer noch hielten sich alle an den Händen und keiner schien sich
zu trauen, die Hand des anderen los zu lassen.
„Ihr
könnt euch jetzt los lassen.", meinte Nikki in dem Moment und alle anderen
schienen erleichtert.
„Ihr
könnt euch jetzt los lassen.", meinte Nikki in dem Moment und alle anderen
schienen erleichtert.
„Du
meine Güte, was war das denn?" Blaue Feder sah die anderen erstaunt an.
„So
etwas habe ich ja noch nie gemacht! Ihr?" Alle außer Snape und Nikki
schüttelten die Köpfe. Natürlich musste sie so etwas schon öfter gemacht haben
und Snape war es einfach zu dumm, bei einer solchen Feststellung zu nicken.
Erst
jetzt drehte er sich um und betrachtete seine Umgebung. Sie schienen sich an
einem Strand zu befinden, denn das Meer war nicht weit von ihnen entfernt und
unter seinen Füßen konnte er nun die unendlich vielen Sandkörner spüren. Die
Sonne brannte erbarmungslos heiß vom Himmel.
„Miss
Nikki und Miss Camel, könnten sie mir mal bitte verraten, wo wir hier sind…!?"
Snape
schütze seine Augen mit dem Handrücken, doch ließ er das schnell wieder
bleiben, als er die forschenden Blicke von Josephine spürte. Verdammt, diese
Frau brachte einen aber auch in Probleme!
„Ich
kann ihnen auch sagen, wo wir uns befinden, Professor Snape!", meldete sich
Blaue Feder.
„Wir
sind hier auf einer karibischen Insel." Snape stöhnte. „Auf einer karibischen
Insel, na fabelhaft. Und wo gedenken Sie sollen wir hier hin?"
Nikki
und Camel lachten. Im Chor riefen sie „Einfach der Nase nach" und gemeinsam
machte sich das ungleiche Trüppchen auf den Weg. Snape immer noch verfolgt von
den neugierigen Blicken Josephines. Was sie wohl sagen würde, wenn er im
nächsten Moment zu Staub zerfiel? Er konnte sich ihren triumphierenden
Gesichtsausdruck lebhaft vorstellen…
Nach
mehreren Stunden wischte Snape sich erschöpft einige Schweißperlen von der
Stirn, da es sehr schwierig war, sich die Hitze nicht anmerken zu lassen, wenn
Nikki und Camel sich auch noch lebhaft über Sonnencremes und gute Bräunung
unterhielten.
Plötzlich
hielt er abrupt inne. Waren das nicht menschliche Stimmen, die momentan noch
leise, aber deutlich erkennbar in der Ferne zu hören waren?
Er
streckte die Hand nach hinten aus - in diesem Moment fiel ein lauter Schuss!
Sofort
blieben alle stehen.
Ein
Mann mit abgerissener Kleidung kam ihnen entgegen gelaufen, den Sam, schnell
reagierend, mit einem festen Griff davon abhielt, an ihnen vorbei zu eilen.
„Was ist denn dort vorne los?" fragte sie und der Mann sah sie mit geweiteten
Augen an.
„Was
dort los ist? Genau dasselbe ist sehr oft los in Tortuga, wenn wie zu dieser
Zeit die Nacht herein bricht.", antworte der Mann, während er sich aus ihrem
Griff los riss.
Sam
wurde wie die anderen aus dieser Antwort nicht ganz schlau, doch nach einigen
Minuten als sie die Stadt erreicht hatten, sahen sie es.
Hier
herrschte ein recht wildes Durcheinander und die Menschen, die quer durch die
Straßen liefen, sahen aus wie... „Piraten!" flüsterte Blaue Feder heiser und
ihr wurde ziemlich unwohl.
Es
schien zunächst so, als ob die Gruppe aus Reisenden noch niemand bemerkt hatte,
bis Snape plötzlich ein zaghaftes Zupfen an seiner Tasche spürte. Er tat so,
als würde er nichts bemerken.
Vorsichtig
griff er nach seinem Zauberstab und wollte ihn gerade zücken, seine Gedanken
und sein Körper waren höchst angespannt, als -
„ICH
HABE DEN BEWEIS!" rief Josephine triumphierend in einer Lautstärke, die alles
in ihrer Umgebung erzittern ließ.
„Beweis...?"
wiederholte Snape mit trockener Kehle, der sich gerade ausmalte, wie die
Piraten rings um sie herum auf unerwünschte Eindringlinge reagieren würden.
Triumphierend
hielt Josephine den schwarzen Stoffetzen hoch, den sie aus Snapes Tasche vor
wenigen Sekunden geholt hatte.
„Dies
hier ist eindeutig ein Requisit vampirischer Abstammung! Die Farbe ist passend,
die Form und sogar der modrige Geruch nach Mottenkugeln....."
Snape
wurde bleich im Gesicht als sie den Stoff ausbreitete. „Das ist kein Beweis."
presste er mühsam hinter seinen Zähnen
hervor, während ihm abwechselnd warm und kalt wurde.
„Das
sind... meine... ...Shorts...." Das letzte Wort war kaum noch zu hören, weil es
ihm derart peinlich war.
„Oh."
Meinte Josephine nervös und lief rot angehaucht an. „Wie kommen die denn hierher?"
„Die habe ich ihm wegen der Hitze hier vor
der Abreise in die Tasche gepackt.", meinte Merlina kleinlaut und Snape wollte
gerade im Boden versinken (Was sollten die anderen jetzt denken?
Er
hatte seine Assistentin nicht gebeten, für ihn derart persönliche Dinge noch
irgendwas einzupacken...), als ihm jemand auf die Schulter klopfte.
„Wissen
Sie nicht, dass es für Fremde in diesem Ort und zu dieser Zeit höchst
gefährlich ist?" fragte ein schwarzhaariger Mann, mit merkwürdig funkelnden
Zähnen und auffällig bunt gestaltetem Kopfschmuck.
„Doch,
das wissen wir!" erwiderte Sam laut und wandte sich zum gehen.
„Das
ist auch der Grund, weshalb wir von diesem Ort hier Abstand nehmen werden."
Der
Mann schüttelte den Kopf. „Dort hinten sind nur noch mehr Piraten, die geradezu
darauf warten, dass Sie ihnen in die Arme laufen." sagte er wie beiläufig in
ihre Richtung.
Blaue
Feder warf dem Mann einen neugierigen Blick zu und mischte sich ein: „Ich
finde, dass wir ihn zumindest einmal anhören sollten."
Er
fuhr fort: „Mein Name ist Jack Sparrow und ich würde vorschlagen, dass sie mir
folgen, damit wir an einem ruhigeren Ort sprechen können."
Sam
schnaubte misstrauisch durch die Nase und eine kleine Diskussion in der Gruppe
entstand, da man einerseits den Rat eines Einheimischen brauchte, um den ersten
Gegenstand auf der Liste zu finden, andererseits aber dies ein gefährlicher Ort
war.
„Also
abgemacht." stellte Blaue Feder am Ende der Debatte schließlich fest und
Merlina warf einen jammervollen Blick zum Himmel.
Sie
kannte diesen entschlossenen Gesichtsausdruck bei ihr bereits und ließ alle
Hoffnung fahren, aus dieser Stadt voll Gesetzloser jemals unbeschadet wieder
heraus zu kommen...
Professor
Snape hüstelte, denn so ganz ohne Widerspruch wollte und konnte er nicht
akzeptieren, dass über seinen Kopf hinweg mit diesem Fremden irgendwelche
Entscheidungen über den weiteren Fortgang der Reise gefällt wurden. Schließlich
oblag ihm, und NUR ihm, die Verantwortung für den Erfolg dieser Mission.
Andererseits....er
tupfte sich mit den Shorts, die er immer noch in der Hand hielt, den Schweiß
von der Stirn, bis ihn der erstaunte Blick Jack Sparrows traf und er das Objekt
allgemeiner Neugier in seiner Tasche verschwinden ließ...was konnte es schaden,
mit diesem ungehobelten Menschen an ein etwas schattigeres Plätzchen zu gehen
und seine Vorschläge anzuhören.
"Nun
gut, wir werden ihnen folgen, damit wir uns in Ruhe unterhalten können ",
murmelte er von oben herab gnädig in Sparrows Richtung und sah ihn ungeduldig
an.
Sparrow
nickte langsam und drehte sich dann zu Blaue Feder. Er machte eine galante
Verbeugung, grinste schief und zeigte dabei Blaue Feder sein weißes, schönes
Gebiss mit dem äußerst gelungenen Goldzahn, der sich in ihrem fachkundigem Auge
widerspiegelte und sie unmerklich leise aufseufzen ließ.
"Gnädigste...hier
entlang!"
In
den folgenden Minuten hastete die kleine Gruppe durch die dunklen, modrig
riechenden Gassen des heruntergekommenen Ortes dem wieselflinken Piraten
hinterher, der immer wieder vorsichtig an den verwinkelten Häusern stehenblieb
und misstrauisch um die Ecken lugte.
Dann
endlich, Minuten später, hatte Sparrow sein Ziel erreicht. Sie überquerten
einen kleinen gepflasterten Hof und Sparrow klopfte an die schwere Eichentür
eines Hauses, hinter dessen geschlossenen Fensterläden Musik und gedämpftes
Stimmengewirr zu hören waren...
Sekunden
später öffnete ein zahnloser, alter Mann mit strubbeligen, roten Haaren die
Tür, nickte Sparrow zu und ließ die Gruppe hineinschlüpfen, nicht ohne sich
noch einmal vorsichtig nach allen Seiten umzublicken und dann die Tür wieder
sorgfältig mit einem schweren Holzbalken zu verschließen.
Im
Inneren des Hauses schlug ihnen sofort die abgestandene, alkoholgeschwängerte
Luft der Piratenkneipe hart entgegen und raubte Camel, die eine überzeugte
Nichtraucherin war, den Atem.
Snape
konnte gerade noch der Versuchung widerstehen seine Shorts erneut aus der
Tasche zu ziehen und sie als Atemschutz zu benutzen, als Sparrow auch schon
entschuldigend die Achseln hob.
"Sorry,
aber seit dieser verrückte, einäugige Tom Dooley dieses "Vieh" von
seiner letzten Seereise mitgebracht und es als Maskottchen dem Wirt geschenkt
hat für all die Brandies, die er nie bezahlt hat, stinkt es hier noch
mehr.."
Sparrow
deutete angewidert in die Ecke neben dem Tresen, in der sich ein alter Käfig
befand.
Camel
quieckte einmal kurz auf, fuchtelte aufgeregt mit ihren Händen in diese Richung
und stammelte: "Das ist das Tier aus meiner Glaskugel!! Ein Teufel!! Ein
Tasmanischer Beutelteufel!!!"
Doch
sie wurde in diesem Moment von der dicken, schwarzhaarigen Wirtin im geblümten
Rock unterbrochen...
"Soooooooo,
jetzt bring ich den Herrschaften erstmal was Gutes zu essen...unsere Hausmacher
Knoblauchsuppe!"
Ein
dumpfer Aufprall ließ Camel, Nikki, Merlina, Blaue Feder, Josie und Sam
herumwirbeln....
Doch
als sie sich umdrehten, war es schon zu spät.
Der Zaubertrankmeister lag längs
dahingestreckt auf dem versifften Fußboden, sein opulentes Profil halb im
schmierigen Bodendreck vergraben. Natürlich begann er gleich wieder sich
grummelnd aufzurappeln und die von Merlina angebotene Hilfe zu ignorieren, was
aber trotz aller Anstrengungen seinerseits nicht halb so respekteinflößend und
ungerührt aussah wie er es sich gewünscht hätte.
Aber
es war schon zu spät.
Josephine
kreischte triumphierend auf. "Da! Ich hab es gewusst! Hab ich es nicht
immer gesagt?
Der
letzte Beweis ist erbracht! Unser Professor hier wurde vom Geruch der
Knoblauchsuppe ohnmächtig! Und wie ich immer wieder hervorgehoben habe..."
An dieser Stelle wurden Josephines Siegesreden von einem heiseren Lachen
unterbrochen.
"Ich
unterbreche nur ungern die Überlegungen so schöner und intelligenter
Damen", bei diesen Worten richtete sich obwohl er in der Mehrzahl sprach
sein Blick doch klar in Richtung der blauen Feder, die kokett mit den Wimpern
klimperte, "aber zur Verteidigung unseres guten Freundes muss ich leider
darauf hinweisen, dass er nicht der erste ist, der darüber gestolpert ist.
"
Der
allgemeine Blick fiel, durch eine Handbewegung Sparrows geführt, nun auf eine
Kette, die halb im zentimeterhohen Bodendreck versteckt war.
Sie
führte von einem Teil der Wand bis um den Hals des Beutelwolfes, der einen
traurigen Blick an den Tag legte, der (bis auf wenige Ausnahmen) die Herzen des
tierlieben Trupps rührte.
Sam
seufzte laut auf. "Das arme Tierchen, schaut nur..."
Die
Wirtin unterbrach sie mit wirschen Bewegungen. "Ach was, ein olles
Mistvieh ist des!"
Scheinbar
war die Sache damit für sie erledigt und sie verschwand wieder in die Küche um
Nachschub zu holen.
Severus
räusperte sich. "Nun ja... Miss Blaue Feder, vielleicht sollten sie uns
nun kund tun, wie sie gedenken, den Zahn zu holen?"
Sam
verhinderte eine Antwort. "Vielleicht wäre es besser, wenn wir das mehr
"privat" erörtern?"
Sie machte eine unauffällige Kopfbewegung in
Richtung Sparrow, der dem Gespräch angeregt lauschte. Natürlich bemerkte es
dieser und ließ bei einem strahlenden Lächeln seine Zähne funkeln.
"Keine
Angst Miss Sam, ich werde ihnen nicht im Weg stehen." Sam stand der Mund
offen - woher kannte er ihren Namen. "Aber warum.."
Letztendlich
mischte sich Josephine ein, die sichtlich verstimmt war ob ihres misslungenen
Nachweises.
"Ist
doch jetzt egal, das können wir später erörtern. Jetzt müssen wir uns um den
Beutelwolf kümmern."
Merlina
nickte. " Also Blaue Feder, wie ist dein Plan?"
Blaue
Feder schaute nachdenklich. "Wir müssen den Beutelwolf entführen."
Snape
und der gesunde Menschenverstand mischten sich ein. "Es gibt doch bestimmt
einfachere Wege an den Zahn zu kommen."
Nikki
widersprach ihm aus dem tiefsten Inneren ihres tierlieben Herzen.
"Ach
was, selbst wenn, wir können das arme Tier doch nicht in dieser Kaschemme
lassen.
Schauen
Sie nur wie traurig es guckt..."
Snape
wirkte etwas kritisch, aber auch Merlina stimmte zu. "Genau und dann haben
wir auch mehr Zeit ihm den Zahn möglichst schmerzfrei zu entnehmen, als wenn
wir ihn einfach in dieser Bar aus dem Tier heraus foltern wollen. Nicht wahr
Blaue Feder?" Hilfe suchend schaute sie sich um und tatsächlich nickte
Blaue Feder.
Und
schlussendlich besiegelte das Camel diese Abmachung, indem sie behauptete alles
genau so gesehen zu haben.
Sparrow
grinste. "Sie können auf mich zählen! So ein kleiner Spaß ist genau das
richtige für mich!"
Snape
hatte eigentlich Einwände, aber da er die Absprache der Damen sah, begab er
sich in die Hände des Schicksals und blieb still. Aber im Stillen fragte er
sich doch, ob es nicht vielleicht einen Grund gab, warum Tom Dooley das Tier
abgeben wollte.
Oder
warum es in Ketten lag...
"Professor...",
flüsterte Merlina Snape zu, wobei sie gleichzeitig versuchte den Staub von
seinem Kragen zu wischen, den er sich bei seinem unfreiwilligen Sturz völlig
verschmutzt hatte.
Unwillig
bog Snape seinen Hals weg und eine tiefe Stirnfalte bildete sich auf derselben.
"Was
ist...?!?", fragte er äußerst unwillig und ein bisschen zu laut.
"Pssssst!!"
Merlina
winkte nun auch die übrigen Mädchen zu sich heran und hauchte dann leise und
hastig:
"Wir
brauchen einen Plan! Wir müssen die Kette des Tieres aus der Verankerung
zaubern ...
Blaue
Feder und Nikki könnten die Aufmerksamkeit durch ein hübsches Tänzchen auf sich
ziehen...Sam, Josephine und Camel locken den Beutelteufel mit der
Knoblauchsuppe hinter sich her und..."
Doch
bevor Merlina ihre Vorschläge alle unterbreitet hatte, hob Sam, begeistert und
mit dem ihr eigenen Hang zu einer gewissen Voreiligkeit, den Zauberstab,
beschrieb damit einen großzügigen Schlenker in der Luft, deutete auf den
Eisenkäfig nebst Kette des Beutelteufels und rief laut und deutlich mit äußerst
theatralischer Stimme "Abi in malam crucem!!!"
Sofort
waren Kette, Beutelteufel und die gesamte untere Hälfte des Raumes in
wabernden
Nebel getaucht.
"Und
was heißt das jetzt??", fragte Sparrow Blaue Feder interessiert.
"Oh,
nein! Das heißt: Geh zum Teufel!", erwiderte Blaue Feder entsetzt.
Ein
wildes Fauchen war plötzlich direkt neben Sparrows rechtem Fuß zu hören und mit
ansteigender Panik in der Stimme, stammelte er: "Ich glaube eher, das
heißt:
Wir
haben ein Problem........!"
Professor
Snape stöhnte. Man hatte aber auch nichts als Probleme mit dieser Truppe. Jetzt
hatten sie auch noch den Beutelteufel befreit und dieser war jetzt irgendwo
unter ihnen in dem dichten Nebel.
Er
konnte also jedem ein Bein abbeißen, ohne dass es dieser oder diese vorher
bemerkte und sich in Sicherheit bringen konnte. Na wunderbar.
Er
schaute sich um und bemerkte, dass alle sich auf die Tische gerettet hatten und
nur noch er auf dem Boden stand.
„Was zum….?" Begann er, doch schrie Merlina
ihm verzweifelt entgegen: „Beeilen sie sich, Professor. Sie müssen auf einen
der Tische kommen sonst…"
In
diesem Moment wurde der Meister der Zaubertränke von etwas, um genau zu sein
dem Beutelteufel, nach unten in den Nebel gezogen und die Frauen schrien
panisch auf. Merlina machte Anstalten auch in den Nebel zu springen, doch Nikki
packte sie schnell am Umhang und hielt sie fest.
„Du
kannst da nicht runter, Merlina. Wir wissen nicht, wo der Beutelteufel ist und
der Professor wird schon klar kommen!" Merlina zog nur noch fester an Nikki und
Blaue Feder und Jack Sparrow mussten ihr helfen, sie fest zu halten.
Josephine
machte einen ruhigen Eindruck. „Was regt ihr euch denn alle so auf?" fragte sie
verständnislos, „so ein kleiner Beutelteufel kann einem Vampir doch noch nicht
mal das Wasser reichen! Severus wird schon klar kommen!" Alle schauten sie
verwundert, aber auch ein wenig verärgert an, doch das schien sie nicht im
Geringsten zu stören.
„Wir
müssen etwas unternehmen", meinte nun auch Sam. „Das Problem ist, dass wir
nicht die leiseste Ahnung haben, wo euer Professor ist und die müssten wir ja
erst mal haben, um ihm überhaupt helfen zu können…" Sparrows Stimme zitterte
ein wenig, während er nach unten in den Nebel blickte…
In
der Zwischenzeit unter dem Nebel…
Professor
Severus Snape schaute um sich. Wo war der Beutelteufel? Er hatte ihn hier
herunter gezogen und nun war er verschwunden. Seinen Zauberstab immer noch vor
sich haltend kroch er im Nebel umher, seine Augen waren scharf und berechnend.
Was würde es ihm bringen, wenn er sich auf einen der Tische retten würde?
Der
Beutelteufel wäre immer noch hier unten und so würden sie ihn ganz bestimmt
nicht bekommen.
Zum
Glück waren alle anderen Gäste, nachdem der Nebel begonnen hatte sich
auszubreiten aus der Schänke gelaufen und so bestand keine Gefahr, dass ihm
jemand auf die Hände trat. In Gedanken korrigierte er sich.
Es
bestand fast keine Gefahr, denn seine achso erfahrene Truppe war ja immer noch
irgendwo hier und er konnte sich lebhaft vorstellen, was es für ein
Rettungsversuch sein würde, den sie starten würden, wenn er nicht bald wieder
auftauchte.
Wo
war also dieses verdammte Vieh hin? Snape stoppte und schaute sich um. War da
etwas an seiner rechten Seite gewesen? Er hob den Zauberstab, spannte seine
Muskeln an und wartete.
Der
Beutelteufel war nicht weit entfernt, das spürte er…
Vorsichtig
kroch er ein Stück weiter vor und bemühte sich dabei möglichst leise zu sein,
doch auf einmal erklang nur wenige Zentimeter neben ihm ein dröhnendes Scheppern.
Snape
zuckte zusammen und tastete mit der Hand nach der Ursache für den
Geräuschquell, der durch den ganzen Raum schallte.
Seine
Hand stieß auf einen metallenen Gegenstand - es war der Topf mit der
Knoblauchsuppe, der von dem Tisch auf den Boden hinab gefallen war.
„Oh
nein... Entschuldigung! Das war keine Absicht.." ertönte eine zaghafte Stimme
oberhalb der Nebelwand, die er aber nicht mit Genauigkeit ausmachen konnte.
Snape
schoss eine Idee durch den Kopf. Der Inhalt des Kessels hatte sich bereits über
dem Boden vergossen und so griff er tastend nach dem Gefäß samt Deckel.
„Seid
mal bitte alle ganz ruhig!", rief er nach oben und in diesem Moment war wieder
das fiepsende Geräusch zu hören, das diesmal an seiner linken Seite vorbei
huschte.
*KLONG*
Snape
hatte den Topf instinktiv genau dorthin gestülpt, wo das Geräusch zu hören
gewesen war.
„Ich
habe ihn!!!", rief er triumphierend aus und richtete sich wieder auf.
„Er
ist in dem Kessel??", fragte Nikki und alle sahen mit großen Augen auf Snape, der aus dem Nebel hervor ragte.
Jack
Sparrow sprang von seinem Tisch runter und machte eine kreisende Bewegung mit
der Hand, die auf die Tür deuten sollte; es sah aber eher so aus, als wolle er
den Nebel fortschaufeln.
„Alle
raus hier,", rief er in dringlichem Tonfall zu den anderen, „-bevor ein großes
Chaos ausbricht!"
Sam
machte eine beruhigende Geste. „Es gibt keinen Grund zur Panik!", meinte sie.
„Der
Zauberspruch den ich benutzt habe, dient nur zu Showeffekten. Der Nebel wurde
damals von dem großen Magier Grindeloh dafür benutzt, um ..."
„Das
meine ich nicht!" unterbrach sie Sparrow und in diesem Augenblick sahen alle
die riesige, massig gebaute Wirtin, die heran stampfte und quasi vor Wut
kochte, über die ausgeschüttete Knoblauchsuppe, den Nebel, der sich nur
allmählich wieder lichtete und die umgestoßenen Tische und Stühle, welche die
Gäste in ihrem Schreck umgestoßen hatten.
„Aufräumdienst..."
hörte man sie murmelnd zwischen den Zähnen hervorstoßen.
„...Es
geht keiner, bevor ich mit diesem Besen (sie ließ ihn zur Demonstration in der
Luft kreisen)
hier
für Ordnung gesorgt habe und wenn es bis nächste Woche am Gouverneurstag
dauert!!"
Bevor
man „Knoblauch" sagen konnte war die ganze Gruppe draußen und versuchte
keuchend, einige Meter Entfernung zwischen sich und die Taverne zu bringen.
„Schließlich
haben wir unsere Mission noch vor uns und haben bis jetzt noch keinen einzigen
Gegenstand auf der Liste ergattert.", meinte Josephine entschuldigend.
Jack
musterte den Suppentopf, den Snape stolz wie eine Trophäe in beiden Händen
hielt.
Der
Topf rappelte gewaltig, der Beutelteufel war mit seinem momentanen
Aufenthaltsort offensichtlich nicht einverstanden.
„Wir
brauchen einen ruhigen Ort, wo niemand uns beim Ziehen des Zahnes stören
kann.", überlegte er. „Wo könnten wir .. AH, ich weiß."
Wenige
Minuten später öffnete er ein großes Holztor und alle betraten die
Waffenschmiede, in der Will Turner gerade ein schimmernd metallenes Schwert
bearbeitete. „Was.."
Er
war offensichtlich überrascht von dem Aufmarsch, der an seinem Arbeitsplatz
statt fand. „Was wird das denn hier?"
Jack
klopfte ihm beruhigend auf die Schulter und machte ein heiteres Gesicht, das
Will von der Harmlosigkeit des Unternehmens überzeugen sollte. Er seufzte
jedoch, gerade weil er Jack
gut
kannte, auf.
„Wir brauchen nur mal diesen Raum hier, um
eine Kleinigkeit zu erledigen.", meinte der Captain herunterspielend.
Merlina
schloß die Tür, damit der Beutelteufel nicht entwischen konnte und Snape
öffnete den Topfdeckel.
Wieselflink
wollte der Beutelteufel hinunter auf den Boden springen und davon laufen, aber
Camel erwischte ihn noch am Schwanz und hielt ihn in die Höhe, was ein
gefährliches Unterfangen war,
da
er mit seinen spitzen Zähnen versuchte, nach den Umstehenden zu greifen.
Es
gelang ihm aber nicht, da er kopfüber in der Luft hing.
Snape
griff nach seinem Zauberstab und richtete ihn auf das Tier. „Stupor!", rief er
und der tasmanische Teufel erstarrte zur selben Sekunde.
„An
sich eine gute Idee, aber ich kann nicht den Zahn von einem versteinerten Tier
ziehen, ohne dass er bricht!", grummelte Blaue Feder und Snape hob den Fluch
wieder auf.
Zum
Glück kannte Camel den trickreichen Griff, mit dem auch Zahnärzte bei kleinen
Kindern verhindern, dass sie dem Behandelnden bei der Untersuchung auf die
Finger beißen.
Während
Snape ihn festhielt, schob sie zwei Finger in das Maul des Beutelteufels und
dieser schaute ganz verdutzt, weil seine Versuche darauf zu beißen fehl
schlugen.
Blaue
Feder betäubte die Stelle, zückte ihr Instrument und schließlich war der Zahn
gezogen und der erste Punkt auf der Liste abgehakt. Sie schaute anerkennend zu
Camel.
„Eigentlich...
ist er doch so süß.", meinte Nikki und Josephine nickte heftig mit dem Kopf.
„Können
wir ihn nicht als Maskottchen behalten?"
„Niedlich,
hrm..." Merlina hustete. "Aber leider entschieden zu bissig!",
stellte sie fest, während sie den Beutelteufel beäugte und Nikki die Tür einen
Spalt öffnete, so dass das pelzige Tier fauchend und mit ein paar Sprüngen
heraus huschte.
"Was
zum Teufel war das für ein seltsames Tier?", fragte Will Turner
interessiert an Sparrow gewandt, bekam jedoch nur ein betont ahnungsloses
Achselzucken in Verbindung mit einem äußerst schiefen Grinsen zur Antwort.
Unterdessen
übergab Blaue Feder vorsichtig und mit strahlendem Lächeln den blutigen
Reißzahn Professor Snape, der ihn mit hochgezogener Augenbraue eingiebig und
voller Genugtuung betrachtete, um ihn dann behutsam in ein kleines
Stoffbeutelchen aus schwarzem Samt verschwinden zu lassen, das er in eine
Innentasche seines Gehrocks stopfte.
Will
beugte sich leise flüsternd zu Jack Sparrow vor: "Jack....! Was hat das zu
bedeuten?
Wer
sind diese Leute? Wer zum Henker..........."
Sein
Blick blieb abrupt an Camel hängen, die langsam eine bläulich gefärbte
Kristallkugel aus ihrem Rucksack zog und dabei ihre langen, blonden Haare
lässig nach hinten warf.
"Ein
paar Verrückte, Will...", beschwichtigte ihn Sparrow leise.
"Vollkommen harmlos....!...Und vollkommen......hübsch!"
Sparrows
Pupillen weiteten sich erheblich, als sie Blaue Feders anmutige Gestalt
fixierten.
"Nun,
vielleicht können wir ihnen ja weiter helfen.....!", murmelte Will Turner
mit entzücktem Blick auf Camel.
"Da
bin ich mir absolut sicher....!", grinste Captain Sparrow ihn vielsagend
an und präsentierte die ganze handwerkliche Goldschmiedekunst karibischer
Zahnärzte.
"Schschsschschscht........!"
Ich muss mich konzentrieren!!!"
Camel
plazierte die Gaskugel auf einem alten, wackligen Holztischchen und legte
theatralisch die Zeigefinger an die Schläfen, während Snape die Augen gen
Himmel verdrehte.
"Ich
sehe....ich sehe.....ohhhh...es ist so kalt.....ich sehe...!"
"Was
sieht sie denn??", flüsterte Sam Nikki aufs Äußerste gespannt zu.
Camel
fiel nun in einen absoluten Trancezustand und murmelte mit leiser Stimme:
„Ein
dunkles....Gemäuer....ein Schloss vielleicht!"
"Ein
Schloss?? Ein dunkles Schloss??? Josephines Stimmungsbarometer schnellte
sekündlich in die Höhe.
"Ich
sehe ganz etwas Anderes...!!!!"
Sparrow
hatte durch das staubige Fenster der Schmiede nach draußen geblinzelt und war
augenblicklich blass geworden.
Im
nächsten Moment hörten sie ein animalisches Fluchen und die wütende Stimme
einer entschlossenen Frau mit einem massiven Eichenknüppel in der Hand.....
"Wenn
ich diese Bande erwische!!! So eine Sauerei zu veranstalten...Diesem feinen
Pinkel in seinem schwarzen Gehrock werde ich zeigen, was es heißt, Toscas
Taverne zu verwüsten!!!!"
Snape
zuckte nervös zusammen, als das Holz der Schmiedentür unter dem kräftigen
Schlag der aufgebrachten Frau splitterte und wandte sich rasch an Nikki.
"Nun
denn, worauf warten Sie, Miss Nikki...? Sie haben es doch gehört...altes
Schloss...!"
Die
Gruppe fasste sich, einschließlich Will Turners und Jack Sparrows, an den
Händen (und selbst WENN Merlina der Meinung gewesen wäre, Snapes Hände wären
"etwas" feucht gewesen, so hätte sie es sich unter keinen Umständen
anmerken lassen) und tauchte unter den krachenden Geräuschen der zerberstenden
Holztür in den wirbelnden Nebel des Dimensionswandlers ein...
Polternd
drängte sich die Wirtin in den Raum. Vor sich sah sie die flimmernden Umrisse
der Gruppe, die durch ein vom Dimensionswandler ausgehendes Reißen verzerrt
wurden.
Madame
Tosca erkannte zwar nicht was vor sich ging, aber nach 20 Jahren Umgang mit den
seltsamsten Gestalten erkannte sie durchaus eine Flucht.
Und
wenn sie eins noch mehr hasste als Vandalen, dann waren es Zechpreller.
Resolut
stemmte sie einen Arm auf ihre ausladenden Hüften und griff mit dem anderen
nach dem Gehrockmann.
Severus
war nicht darauf vorbereitet plötzlich nach hinten gezogen zu werden. Es
brauchte nur einen kurzen Moment bis er sich wieder gefasst hatte und sich aus
dem Griff der Wirtin entwand,
aber
es war schon zu spät:
Aufgrund
seiner eventuell etwas feuchten Hände, die aber höchstwahrscheinlich gar nicht
existent waren, entglitt er Merlinas festem Griff und unterbrach die
Verbindung.
Camel,
die er an seiner anderen Hand hielt, verlor die Balance und krallte sich im
Affekt an Snape fest, wodurch Will an ihrer Seite wiederum mitgezogen wurde.
Merlina,
der das plötzliche Entgleiten ihres Professors natürlich nicht entgangen war
rief Nikki eine Warnung zu. Leider war Dimensionsreisen nicht nur
problematisch, sondern auch etwas laut.
Merlinas
verzweifelte Rufe wurden von einem dumpfen Rauschen übertönt und nur die ihr am
nächsten waren, verstanden etwas.
Zum
Glück auch Sam, die direkt neben Nikki stand, welche ihre Augen geschlossen
hatte.
Kurzentschlossen
tippte Sam Nikki auf die Schulter.
Dies
brachte zwei Effekte:
Einerseits
öffnete Nikki die Augen und sah das Dilemma.
Andererseits
hatte Sam leider vergessen, dass sie ihre Hände zum festhalten brauchte.
Als
unweigerliche Folge trieben auch Merlina, Jack und natürlich Sam ab.
Nikki
versuchte noch das Schlimmste zu beheben und den Dimensionswandler aus- oder
zumindest umzustellen aber in genau diesem Moment landete sie schon auf dem
Steinfußboden einer riesigen Halle.
Hoffnungsvoll
schaute sie sich um.
Und
musste mit Erschrecken feststellen, dass außer ihr, Josephine und der Blauen
Feder niemand in der Nähe war. Prüfend blickte sie auf die blinkende Anzeige
ihres Dimensionswandlers.
"Beförderung
abgeschlossen", blinkte grün und darunter, etwas kleiner und in gelb
"Anzahl: 9; Dimension: 20253246414b".
Ach
so und ganz unten in rot: "nächste empfohlene Aufladung in 0d15h
43min", aber das war ja jetzt nicht so wichtig.
Nikki
dachte nach. Wenn der Dimensionswandler darauf bestand alle Mitglieder des
bunten Trüppchens in dieser Dimension abgeliefert zu haben, hatten sie ja noch
mal Glück gehabt.
Es
war nur noch eine Frage der Zeit, wann sie sich finden würden - wie groß konnte
diese Dimension schon sein? Vielleicht waren sie sogar ganz in der Nähe?
Da
es allerdings zu dunkel war etwas zu erkennen, beschloss sie, spontan in den
Raum zu rufen. Leider war die einzige Antwort das laute Hallen des Echos in dem
riesigen Gemäuer.
Enttäuscht
wandte sie sich an die anderen beiden. "Tja, das war wohl nix. Ich schätze
mal, wir müssen uns auf die Socken machen und die anderen suchen.
Hat
einer eine Idee in welcher Richtung wir anfangen sollen?"
Blaue
Feder ergriff das Wort "Ähm Nikki, vielleicht war das Rufen doch nicht die
beste Idee..."
Nikki
zuckte mit den Schultern. "Naja, hat vielleicht nix gebracht, aber einen
Versuch war es wert. Also, wohin?"
Blaue
Feder zog kurzentschlossen ihren Arm hoch und zeigte hinter Nikki, welche die
Entscheidung wortlos annahm.
Geistig
auf eine lange Suche eingestellt drehte sie sich um. Und erblasste.
Josephine
setzte eine verträumte Miene auf. "Vampire!"
Flügelschwingend
ließ der Fürst der Nacht sich vor den Mädchen nieder.
"Willkommen
auf meinem Schloss!"
~~*~~*~~*~~*~~*~~*~~*~~
Snape
murrte vor sich hin. Vor einer Stunde hatte er sich auf einem Stück
Teppichboden in irgendeiner abgelegenen Schlossbibliothek wieder gefunden.
Leider nicht alleine, sondern in Begleitung dieser... dieser... Jugendlichen.
Ja,
das passte. Egal wie alt sie wirklich waren, das Camel und dieser Will benahmen
sich wie turtelnde Teenager.
Als
sie ankamen dauernd dieses "Geht es dir gut?" "Wie fühlst du
dich?" "Nein, dein Haar sieht noch immer toll aus". Dazu
verschämtes Kichern, Geflüster, verstohlene Blicke, verlegenes Erröten - die
ganze Palette hormonbeladenen Verhaltens.
Wenn
es so weiter ginge würde er sich bald übergeben müssen. Also im metaphorischen
Sinne. Meister der Zaubertränke kennen keine Schwächen.
Wie
sehr er Merlina vermisste. Natürlich nur wegen ihres rationalen Verhaltens. Und
auf keinen Fall, weil ihm ihre Nähe fehlte oder weil er die Sehnsucht nach
dieser geliebten Vertrautheit verspürte.
Auf
keinen Fall. Sagte er sich zumindest.
Seine
Gedanken wurden unterbrochen, als plötzlich eine Gestalt vor ihm auftauchte und
den Weg versperrte.
Sie
schien eher einer Hügellandschaft als einem Menschen zu ähneln und warf
nachweisbar außerordentlich viele Flächen vor.
Er
spürte, wie er misstrauisch gemustert wurde. Plötzlich stießen das Camel und
Will an ihn, weil sie die plötzliche Sperre im angeregten Gespräch nicht
bemerkt hatten.
Severus
starrte das Lebewesen an und versuchte sich etwas einfallen zu lassen. Fremden,
besonders undefinierbarer Spezies und in seltsamen Schlössern zu misstrauen war
eine Lektion, die man in bestimmten Teilen Hogwarts schnell lernte.
"Ähm.
Dürfte ich erfahren mit wem ich die Ehre habe Bekanntschaft zu machen?"
"Es"
starrte ihn an und schaute noch misstrauischer. "Igor denkt er sollte den
Meister rufen...ja, der Meister will das bestimmt wissen - vielleicht hat er
Lust auf einen kleinen Appetithappen zwischendurch..."
Severus
ahnte, dass in diesem speziellen Fall er Teil des Appetithappens sein könnte,
ließ sich aber äußerlich nicht anmerken, dass er fieberhaft nach einer Ausrede
suchte. Schließlich sprach er die ersten Worte aus, die ihm einfielen.
"Ich
bin der ... Austauschvampir."
Geistig
schlug er seinen Kopf gegen eine Wand.
Wer
sollte ihm das denn glauben? Nun gut, an dieser Stelle war es bereits zu spät.
Er musste da durch.
Der
Professor versuchte möglichst vampirisch auszusehen und fuhr fort:
"Ich
vertrete die Interessen eines Vampirstammes im Süden und bin hier, um einmal
das Arbeitssystem in den hiesigen Gegenden zu untersuchen."
Igor
schien ein wenig zu zweifeln und lies die gehörten Worte langsam in sein Gehirn
einsickern.
Bekräftigend
fügte Severus noch hinzu: "Bei uns sind die Sitten etwas anders, weil wir
eine andere, aus Seitenzweigen entstandene Vampirart sind. Im nächsten Jahr
kommt dann eine der vampirischen Gefährtinnen
des Grafen über 2 Wochen zu uns zu Besuch... ganz neue Idee..."
Igor
deutete hinter Severus. "Und wer sind die dort?"
Severus
schaltete blitzschnell und fügte distanziert hinzu: "Gastgeschenke.
Übrigens seid ihr außergewöhnlich neugierig für einen einfachen Diener...
Können wir jetzt weiter?!"
Er
hoffte, dass die von ihm gemachten Angaben der Gestalt ausreichen würden, denn
bei weiteren Äußerungen seinerseits bestünde die Gefahr, sich in seinen eigenen
Ideen zu verlaufen.
Igor
warf seinen Blick zwischen Severus und den "Geschenken" hin und her.
"Mhhhhhhhh..."
~~*~~*~~*~~*~~*~~*~~*~~
Merlina,
Sam und Jack stapften derweil stoisch durch den Schnee. Sie froren erbärmlich,
besonders Jack, der sein ganzes leben in der Karibik verbracht hatte. Seine
Stimmung war auf dem Tiefpunkt, nicht nur durch die Kälte, sondern auch, weil
Blaue Feder verschwunden war und blieb.
Merlina,
im Gegensatz zu Snapes Einschätzung nicht immer rational schimpfte vor sich hin
wie ein Rohrspatz.
"Typisch...
anstatt, dass wir uns dort wo es mal erlaubt wäre etwas fester halten... und
was hat man davon?...Schweinekälte...hätte er sich einmal nicht wie 'Professor
Snape verhalten und Berührung gescheut...
ich
hoffe er friert mindestens genauso...grrr..."
Die
wachsame Sam stoppte plötzlich und bedeutete ihnen ebenfalls stehen zu bleiben.
"Da war irgendwas im Gebüsch!"