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DER RAT DER ZAUBERER

 

von

 

Blaue Feder, Camel of

Camelot, Josephine, Merlina, Nikki und Sam

 

Feedbacks: Blaue Feder

 

 

 

Kapitel 1) Das Lebenselixier

 

 

Albus Dumbledore nippte an seinem Glas, stellte es wieder ab und betrachte aufmerksam sein Gegenüber, welches ihm an Lebenserfahrung und Weisheit durchaus gleich kam.

 

„Und deswegen...", schloss Gandalf seine Erzählung, „hatte sich der Rat der Zauberer, der bereits vor vielen Jahren in Mittelerde gegründet wurde, versammelt und mich zu dir geschickt, Albus.

 

Wir sind dieses mal auf eure Hilfe angewiesen. Als unser Ringträger von den Vampiren verletzt wurde, boten die Weisen unseres Landes sofort ihre Hilfe an.

Sie sind jedoch nicht in der Lage, den Prozess der Umwandlung vollständig zu verhindern. Es wäre undenkbar, sollte Frodo sich in einen Vampir verwandeln..."

 

Dumbledore nickte ernst und warf einen Blick auf das flackernde Feuer in seinem Kamin.

„Selbstverständlich werden wir alles tun, was in unserer Macht steht, um euch zu helfen.", nickte er.

Ich habe den Zaubertrankmeister unserer Schule bereits informiert, damit er eine Liste mit den Zutaten zusammenstellt, welche für das Lebenselixier gebraucht werden.

Nur dieses eine Elixier kann die menschliche Gestalt desjenigen, der er trinkt, bewahren und einen Übergang in das Reich der Toten - sei es auch das derjenigen, die noch auf dieser Welt wandeln - verhindern. Ich werde dir Leute schicken, von denen ich denke, dass sie die Aufgabe erfüllen können.

 

 

Es klopfte an der Tür.

Severus Snape, Zaubertrankmeister in Hogwarts, trat ein und legte den beiden nach einem kurzen Gespräch eine auf Pergamentpapier geschriebene Liste vor.

 

„... Der Zahn eines Beutelteufels, nicht in seiner Heimat gezogen

.... Haare einer Kreatur, die zwischen dem Reich der Lebenden und dem der Toten steht...

.... das gemahlene Pulver des gefertigten Gegenstandes eines Hobbits..."

 

Der Schulleiter von Hogwarts las auch den Rest der Liste laut vor und wandte sich dann dem Lehrer der Zaubertränke zu.

„Du weißt am besten, Severus, welches die richtige Menge der Zutaten ist, die für das Elixier gebraucht werden. Deshalb werde ich dich als einen der Reisenden auf den Weg schicken.

Es ist wichtig, dass ihr mit vereinten Kräften arbeitet, denn einige der genannten Bestandteile sind sehr selten und ihr werdet viele Welten durchqueren müssen.

 

 

 

 

 

Deine Assistentin Merlina beispielsweise hat während ihrer Zeit in Hogwarts bereits genug Erfahrung gesammelt und wird dich, als zweites Mitglied der Gruppe, begleiten."

 

Snape zuckte unmerklich zusammen. Es wäre ihm weitaus lieber gewesen, die Ingredienzen des Lebenselixiers ohne die lästige Begleitung irgendwelcher Assistenten, oder, noch schlimmer, Assistentinnen schnell und effektiv zu besorgen, doch ein kurzer Blick in Dumbledores weise lächelndes Gesicht machte ihm sofort die Sinnlosigkeit eines eventuellen Protestes klar...

 

"Nun, Miss Merlina und ich...", begann er seufzend gerade einen Satz, als er von Dumbledore sanft unterbrochen wurde.

 

"Ich hab dir hier die ganze Liste der Mitreisenden zusammengestellt, Severus...! Jede von ihnen ist auf ihrem Spezialgebiet eine Koryphäe und somit unverzichtbar für dich..."

 

Mit einer eleganten Handbewegung reichte er Snape lächelnd ein Pergament und beobachtete mit leicht zuckenden Mundwinkeln die Veränderung in Snapes Physiognomie.

Die Schatten, die das flackernde Kaminfeuer auf Snapes zwischen Entrüstung und Entsetzen schwankendes Gesicht warf, gaben ihm kurzzeitig ein so wildes Aussehen, dass selbst Gandalf auf seinem Stuhl sekundenlang unruhig hin- und her rutschte.

 

"Miss Merlina, Miss Blaue Feder, Miss Nikki, Miss Camel, Miss Josephine und Miss Sam...!!!!"

Snape, dessen Stimme mit jeder weiteren Namensnennung immer lauter geworden war, wandte sich zu Dumbledore, öffnete seinen Mund, wurde aber sofort von Dumbledore unterbrochen, der ihn nun mit einem Seitenblick auf Gandalf ansah und plötzlich sehr leise und warnend sprach:

 

"Uns ist keine Anstrengung zu groß, um euch hilfreich zur Seite zu stehen, verehrter Freund Gandalf.."

Gandalf nickte Dumbledore würdevoll zu.

 

Professor Snape stand abrupt auf, verbeugte sich kurz und steif vor Gandalf und sah Dumbledore etwas unwillig an. "Ich werde sofort aufbrechen. Die Zeit drängt und wir haben eine lange Reise vor uns, Albus!"

"Ja, Severus... wenn es jemand schafft, dann du. Du genießt mein vollstes Vertrauen." Er legte seine Hand kurz auf Professor Snapes Schulter, eine Berührung, die nur er sich bei ihm herausnehmen durfte.

 

Nach einer kurzen Verabschiedung von Gandalf verließ Snape den Raum und eilte hinaus auf den dunklen Flur...

 

Etwas ärgerlich und mit großen Schritten, Dumbledores Pergament zu einem Papierknäuel knetend, hastete er gedankenvoll durch den Gang und stieß an einer Ecke mit Blaue Feder zusammen, die voller Begeisterung los sprudelte:

 

"Professor! Ich weiß es schon! Ich bin so aufgeregt! Ich habe mich sofort kundig gemacht! Zähne sind mein Spezialgebiet!!! Es dürfte nicht allzu schwierig sein an den Reißzahn des Tasmanischen Beutelteufels zu gelangen, wenn wir erst einen gefangen haben.....!"

Snape verdrehte genervt die Augen....Es ging schon los....

 

Warum ausgerechnet er? Warum ausgerechnet diese Frauen? Er hatte fast alle in seinen jungen Lehrjahren als Schülerinnen gehabt und war ziemlich froh gewesen sie loszuwerden, egal welchen Hauses.

 

 

 

 

 

 

Umso bestürzter war er, als er feststellen musste, dass die Plagen seiner jungen Jahre zurückgekehrt waren als Angestellte Hogwarts. Der Personalschwund und dessen unqualifizierte Ersetzung war Severus Meinung nach eines der größten Übel Voldemorts.

Blaue Feder war, abgesehen von ihrer skurrilen Begeisterung für Zähne eigentlich eines der kleineren Übel (solange sie ihn nicht nervte und schön ihrem Job nachging, Hagrid zu helfen).

Da machte ihm Miss Josephine, die Assistentin für VgddK und Vampirexpertin größere Sorgen, denn obgleich sie viel wusste war sie noch nie einem echten Vampir begegnet. Zum Trost versuchte sie ihm seit geraumer Zeit einzureden, dass er Vampirblut hätte.

Deswegen war er bei Veranstaltungen, die draußen stattfanden, jetzt auch fast immer anwesend,

denn sobald er es wagte zu fehlen rauschte Josephine mit triumphierenden Gesichtsausdruck in seine Dungeons und hielt ihm wieder Vorträge, dass er sein Vampirblut doch nicht verbergen müsste,

es wäre ja sooo faszinierend.

 

Was Miss Sam eigentlich hier wollte war ihm genauso unbekannt wie ihre Aufgaben, er sah sie nur seit geraumer Zeit in den dunklen Ecken des Schlosses herum schleichen. Und wenn etwas Severus Snape beunruhigte, dann war es das Nicht-Bescheid-Wissen.

Er hatte versucht diesen Mangel durch Spionieren auszugleichen. Aber alles was er bis jetzt herausgefunden hatte war, dass Miss Sam eine Vorliebe für Abenteurer hatte und hervorragend mit einem Bogen umgehen konnte.

Und dafür hatte er nachts ihr ganzes Zimmer durchsuchen müssen und am Ende mit Pfeil im Hintern fliehen müssen, um unerkannt zu bleiben.

Zum Glück war seine Assistentin Merlina so hilfreich gewesen ihm ohne Fragen dabei beizustehen, obwohl sie ihn etwas seltsam angeschaut hatte, als er sie fluchend und ohne Umhang (um sich nicht zu verraten) in seinem Labor überraschte.

 

Überhaupt war seine Assistentin hilfreicher als er geahnt hatte, als er sie vor einem Jahr zähneknirschend akzeptiert hatte. Zumindest kannte er sie als vollkommen rationale und korrekte Person, die nie zu viele Fragen stellte oder zu weit in seine Privatsphäre eindrang.

Schon oft hatte er sie heimlich beobachtet und nie hatte sie sein Vertrauen enttäuscht.

Im Gegenteil, sie war es, die ihm wenn er in Arbeit versunken war stumm eine Tasse heißen Tee brachte oder ihn sanft weckte, wenn er über dem Korrigieren von Arbeiten und dem Ertragen dümmlicher Kritzeleien der Schüler eingenickt war.

Ihre Anwesenheit brächte gewiss einen ruhenden Pol in diesen Hühnerhaufen mit dem er konfrontiert wurde.

 

Ganz im Gegensatz zu Miss Nikki.

Schon in ihrer Schulzeit war sie immer mit etwas anderem beschäftigt, als mit der eigentlichen Aufgabe.

Sie konnte auch Hogwartsgänge nicht benutzen wie jeder andere, sondern beobachtete mal die linke Wand, mal die rechte oder nahm einen ganz anderen Weg als die anderen.

Er wunderte sich jedes Mal wie sie es wieder geschafft hatte den Klassenraum zu finden.

Und jetzt war sie da als Assistentin für Arithmantik, aber immer wenn er sie sah war sie mit anderem beschäftigt, brütete über seltsamen Skizzen oder Karten wie er sie noch nie gesehen hatte.

Wenn man vom Teufel spricht…Schon bog sie vor ihm freudestrahlend um die Ecke.

 

„Professor Snape, schön dass ich sie gleich finde! Wir haben uns schon alle auf Professor Dumbledores Anweisung versammelt. Ist das nicht wahnsinnig toll, was wir hier machen dürfen?

So eine wichtige Mission und er vertraut sie uns an. Ich war noch nie so gespannt… halt nein… vielleicht damals als…"

 

 

 

 

 

 

 

Snape unterbrach sie barsch, bevor sie ihm anfing die Ohren vollzuquasseln.

„Miss Nikki, das hat Zeit, jetzt müssen wir uns der Aktion zuwenden. Obwohl ich eigentlich ziemlich skeptisch bin, ob wirklich alle mir zugeteilten benötigt werden."

Sie reagierte ziemlich beleidigt. „Professor Snape, auch wenn sie Vorbehalte gegen Emanzipation haben, kann ich ihnen zusichern, dass wir durchaus alle etwas von unserem Fach verstehen."

Er schaute skeptisch. „Und ihre Funktion ist…?"

„Ich bin zufällig Spezialistin für Dimensionsreisen!" Er war etwas verwirrt, ließ es sich aber nicht anmerken. „Dimensionsreisen?! Wieso…"

Nikki fiel ihm ins Wort. „Professor Snape, ich will sie jetzt nicht stören, aber die anderen warten schon im Astronomieturm. Camel kann ihnen mehr verraten."

Snape ließ sich in einem Moment geistiger Verwirrung von Nikki mitschleifen.

„Wieso im Astronomieturm? Und wieso weiß Miss Camel mehr?" Er stoppte plötzlich.

„Halt, ich brauche noch das mobile Labor..."

 

Nikki ließ sich nicht abhalten. „Professor, die Zeit drängt! Merlina hat es glaub ich schon geholt!"

Widerwillig, aber durch die Erwähnung Merlinas beruhigt ließ er sich mitschleppen und schon waren sie bei den Treppen und begaben sich zu den anderen, die alle schon in einer Korridorecke standen und scheinbar nur auf sie gewartet hatten.

 

Während die laute und aufgeregte Unterhaltung der zur Abreise bereiten Assistentinnen im Korridor Snape schon fast zur Weißglut trieb und er gerade einen kurzen Snape-typischen Rüffel ausstoßen wollte, erklang Merlinas ruhige und besonnene Stimme:

"Professor, es wird Zeit den Turm zu besteigen. Dort oben wartet Camel auf uns, die gerade auspendelt, wo wir unsere Reise beginnen müssen. Miss Nikki hat den Dimensionwandler bereits gestartet und hier.....ist eine Tasche mit ihrer Reisegarderobe!"

Sie überreichte dezent lächelnd Snape die Tasche, die er mit angedeutetem Nicken entgegennahm.

"Danke, Miss Merlina!"

Snape, der nichts mehr hasste, als überrumpelt zu werden, zog seine Stirn in unheilverkündende Falten, ein deutliches Zeichen für alle Anwesenden nun lieber schweigsam hinter ihm her die Treppe hinaufzusteigen.

 

Als Snape die Tür öffnete, prallten alle erschrocken zurück... Camel blickte sie durch eine große Glaskugel hindurch, die ihre blauen Augen überdimensional vergrößerte, an und pendelte gerade heftig mit einem kleinen Messingpendel über einer Weltkarte...

"Ich sehe....ich sehe...."

"Humbug! Absoluter Humbug!", murmelte Snape leise.

Camel geriet nun in Ekstase, ihr Körper wurde von wilden Zuckungen geschüttelt und sie murmelte bedeutungsschwere Reime...

 

"Psssssssssst!!...Leise!!!

Das Camel spricht nun weise!!!

In einem heißen, wilden Land beginnt die Reise!!!

 

Snape keuchte auf. Er hasste warme Länder wie die Pest.

"Ich könnte noch Shorts einpacken...", flüsterte Merlina ihm zu...

 

Snape blickte sie mit einer hochgezogenen Augenbraue an. "ICH TRAGE KEINE SHORTS!!!", zischte er ihr so wütend, laut und überhaupt zu, wie er es nur konnte, um sie in ihre Schranken zu weisen.

Merlina grinste. Diesen Scherz hatte sie sich einfach nicht verkneifen können.

 

 

 

 

 

 

"Und ähm... wohin geht's nun genau?", fragte Josephine nach.

 

"Na... in ein warmes Land!", rief Camel entrüstet und gab kleinlaut zu, dass sie den Namen nicht lesen konnte, der ihr vor dem inneren Auge schwebte.

 

"Gut... dann... denk doch einfach mal an diesen Ort... und apparier uns fort!", dichtete Sam grinsend.

 

"Witzig... ich lache, dann beim nächsten freien Termin!", entrüstete sich Camel und schnaubte durch die Nase.

 

Aber nachdem jeder sein Gepäck schon bei der Hand hatte, was seltsamerweise wirklich schnell ging, gab Snape sein Einverständnis. Sie stellten sich im Kreis auf und nahmen sich an den Händen.

Merlina stand... wie konnte es anders sein, neben ihrem Mentor und musste lächeln, als sie sein - um Fassung ringendes - Gesicht sah. Der Ärmste musste allerdings etwas mitmachen.

 

"So, wann geht's endlich los? Ich bin der Meinung, dass wir nicht ewiglich hier herumstehen sollten."

 

"Nun, meine Damen... fällt Ihnen etwas auf?", fragte Snape mit einem zynischen Grinsen.

 

"Wir sind noch innerhalb von Hogwarts...", begann Nikki.

 

"Und...", hakte er nach.

 

"Eigentlich sollte man hier nicht apparieren können...", setzte Josephine fort.

 

"Und...", fragte er erneut.

 

"Kann man in das heiße Land apparieren? Ich dachte, dass wir in den Dimensionen herumreisen müssten", sagte Sam kleinlaut.

 

Nikki grinste diabolisch und nickte eifrig. "Ja... Dimensionenspringen! Jahaha... wir können hier bleiben... das ist so etwas ganz Spezielles."

„Spezielles?", fragte der Meister der Zaubertränke zähneknirschend.

Das ganze ging ihm schon nach den ersten 10 Minuten auf die Nerven und wer wusste schon, wie lange er diesen ganzen Weiberhaufen noch ertragen musste. Er seufzte.

„Was ist denn nun, Miss Nikki? Wir wollten doch ihre großartigen Dimensionsreisen bewundern. Wann geht es denn nun los? Wenn wir ja doch nicht apparieren und das Ganze auch keine Art von apparieren ist, dann dürfte es für sie doch kein Problem sein, uns von dem Turm hier in das von Miss Camel so groß beschriebene heiße Land zu bringen…!" In seiner Stimme war die Unruhe und ein gewisser Spott nicht zu überhören, doch die beiden Frauen taten so, als hätten sie es nicht gehört und sahen sich an.

„Bist du sicher, Camel, dass es ein warmes Land ist, in das wir reisen müssen?", fragte Nikki noch einmal nach.

Camel nickte eifrig. „Ja, da bin ich mir absolut sicher!"

Nikki sah einmal kurz in die Runde. „In Ordnung, dann haltet euch mal fest. Ihr dürft eure Nachbarn nicht loslassen, egal was passiert, habt ihr mich verstanden?"

Alle nickten und der Meister der Zaubertränke seufzte erneut. Das konnte ja noch ewig dauern.

„Und was passiert, wenn wir uns loslassen?", fragte Josephine leise und ziemlich neugierig.

 

 

 

 

 

 

 

„Nun," begann Nikki, „dass wollen wir uns lieber nicht ausmalen, denn wir werden uns alle so fest halten, wie wir nur können und dann dürfte eigentlich nichts passieren…!"

Josephine wirkte ein wenig enttäuscht, doch sie hatte sich schnell wieder gefangen und Nikki zählte bis 3.

 

1 - 2 - 3 - … um sie herum schien alles auf einmal aus purem Licht zu bestehen. Merlina merkte, wie sich ihr Magen langsam zu drehen schien und ein wenig wurde ihr schlecht.

Sie griff noch etwas fester an den beiden Händen, die sie fest hielt und als sie die dürren, langen Finger des Zaubertränkemeisters spürte, beruhigte sie sich ein wenig.

Das Licht schien für einen Augenblick unendlich hell zu scheinen und Josephine fragte sich, ob das ganze Licht überhaupt gut für den Meister der Zaubertränke war, als sie auch schon wieder Boden unter ihren Füßen spürten. Es schien vorbei zu sein, doch das Licht blieb.

„Keiner lässt die Hand des anderen los, bevor ich es nicht sage, habt ihr mich verstanden!?"

Nikkis Stimme schien wie durch eine dicke Tür zu kommen und Snape fragte sich für einen kurzen Augenblick, ob sie vielleicht die Hand von Sam und Camel los gelassen hatte, doch als im nächsten Moment das grelle Licht verschwand sah er beruhigt, dass sie ihm immer noch gegenüber stand.

 

Alle sahen ein wenig zerzaust aus und ihnen standen die Haare wirr in alle Richtungen. Snape schloss kurz die Augen, in der Hoffnung, dass das leichte Drehen, das sich vor seinen Augen abspielte aufhörte, doch es ließ vorerst nur leicht nach. Immer noch hielten sich alle an den Händen und keiner schien sich zu trauen, die Hand des anderen los zu lassen.

„Ihr könnt euch jetzt los lassen.", meinte Nikki in dem Moment und alle anderen schienen erleichtert.

 

 

 

 

Kapitel 2) Von Beutelteufeln und anderen karibischen Bewohneren

 

 

 

„Ihr könnt euch jetzt los lassen.", meinte Nikki in dem Moment und alle anderen schienen erleichtert.

 

„Du meine Güte, was war das denn?" Blaue Feder sah die anderen erstaunt an.

„So etwas habe ich ja noch nie gemacht! Ihr?" Alle außer Snape und Nikki schüttelten die Köpfe. Natürlich musste sie so etwas schon öfter gemacht haben und Snape war es einfach zu dumm, bei einer solchen Feststellung zu nicken.

Erst jetzt drehte er sich um und betrachtete seine Umgebung. Sie schienen sich an einem Strand zu befinden, denn das Meer war nicht weit von ihnen entfernt und unter seinen Füßen konnte er nun die unendlich vielen Sandkörner spüren. Die Sonne brannte erbarmungslos heiß vom Himmel.

„Miss Nikki und Miss Camel, könnten sie mir mal bitte verraten, wo wir hier sind…!?"

Snape schütze seine Augen mit dem Handrücken, doch ließ er das schnell wieder bleiben, als er die forschenden Blicke von Josephine spürte. Verdammt, diese Frau brachte einen aber auch in Probleme!

„Ich kann ihnen auch sagen, wo wir uns befinden, Professor Snape!", meldete sich Blaue Feder.

„Wir sind hier auf einer karibischen Insel." Snape stöhnte. „Auf einer karibischen Insel, na fabelhaft. Und wo gedenken Sie sollen wir hier hin?"

Nikki und Camel lachten. Im Chor riefen sie „Einfach der Nase nach" und gemeinsam machte sich das ungleiche Trüppchen auf den Weg. Snape immer noch verfolgt von den neugierigen Blicken Josephines. Was sie wohl sagen würde, wenn er im nächsten Moment zu Staub zerfiel? Er konnte sich ihren triumphierenden Gesichtsausdruck lebhaft vorstellen…

 

 

 

 

 

 

 

Nach mehreren Stunden wischte Snape sich erschöpft einige Schweißperlen von der Stirn, da es sehr schwierig war, sich die Hitze nicht anmerken zu lassen, wenn Nikki und Camel sich auch noch lebhaft über Sonnencremes und gute Bräunung unterhielten.

Plötzlich hielt er abrupt inne. Waren das nicht menschliche Stimmen, die momentan noch leise, aber deutlich erkennbar in der Ferne zu hören waren?

Er streckte die Hand nach hinten aus - in diesem Moment fiel ein lauter Schuss!

 

Sofort blieben alle stehen.

Ein Mann mit abgerissener Kleidung kam ihnen entgegen gelaufen, den Sam, schnell reagierend, mit einem festen Griff davon abhielt, an ihnen vorbei zu eilen. „Was ist denn dort vorne los?" fragte sie und der Mann sah sie mit geweiteten Augen an.

„Was dort los ist? Genau dasselbe ist sehr oft los in Tortuga, wenn wie zu dieser Zeit die Nacht herein bricht.", antworte der Mann, während er sich aus ihrem Griff los riss.

 

Sam wurde wie die anderen aus dieser Antwort nicht ganz schlau, doch nach einigen Minuten als sie die Stadt erreicht hatten, sahen sie es.

Hier herrschte ein recht wildes Durcheinander und die Menschen, die quer durch die Straßen liefen, sahen aus wie... „Piraten!" flüsterte Blaue Feder heiser und ihr wurde ziemlich unwohl.

 

Es schien zunächst so, als ob die Gruppe aus Reisenden noch niemand bemerkt hatte, bis Snape plötzlich ein zaghaftes Zupfen an seiner Tasche spürte. Er tat so, als würde er nichts bemerken.

Vorsichtig griff er nach seinem Zauberstab und wollte ihn gerade zücken, seine Gedanken und sein Körper waren höchst angespannt, als -

 

„ICH HABE DEN BEWEIS!" rief Josephine triumphierend in einer Lautstärke, die alles in ihrer Umgebung erzittern ließ.

„Beweis...?" wiederholte Snape mit trockener Kehle, der sich gerade ausmalte, wie die Piraten rings um sie herum auf unerwünschte Eindringlinge reagieren würden.

 

Triumphierend hielt Josephine den schwarzen Stoffetzen hoch, den sie aus Snapes Tasche vor wenigen Sekunden geholt hatte.

„Dies hier ist eindeutig ein Requisit vampirischer Abstammung! Die Farbe ist passend, die Form und sogar der modrige Geruch nach Mottenkugeln....."

Snape wurde bleich im Gesicht als sie den Stoff ausbreitete. „Das ist kein Beweis." presste er mühsam hinter seinen Zähnen hervor, während ihm abwechselnd warm und kalt wurde.

„Das sind... meine... ...Shorts...." Das letzte Wort war kaum noch zu hören, weil es ihm derart peinlich war.

 

„Oh." Meinte Josephine nervös und lief rot angehaucht an. „Wie kommen die denn hierher?"

„Die habe ich ihm wegen der Hitze hier vor der Abreise in die Tasche gepackt.", meinte Merlina kleinlaut und Snape wollte gerade im Boden versinken (Was sollten die anderen jetzt denken?

Er hatte seine Assistentin nicht gebeten, für ihn derart persönliche Dinge noch irgendwas einzupacken...), als ihm jemand auf die Schulter klopfte.

 

„Wissen Sie nicht, dass es für Fremde in diesem Ort und zu dieser Zeit höchst gefährlich ist?" fragte ein schwarzhaariger Mann, mit merkwürdig funkelnden Zähnen und auffällig bunt gestaltetem Kopfschmuck.

„Doch, das wissen wir!" erwiderte Sam laut und wandte sich zum gehen.

„Das ist auch der Grund, weshalb wir von diesem Ort hier Abstand nehmen werden."

Der Mann schüttelte den Kopf. „Dort hinten sind nur noch mehr Piraten, die geradezu darauf warten, dass Sie ihnen in die Arme laufen." sagte er wie beiläufig in ihre Richtung.

 

 

 

 

 

Blaue Feder warf dem Mann einen neugierigen Blick zu und mischte sich ein: „Ich finde, dass wir ihn zumindest einmal anhören sollten."

Er fuhr fort: „Mein Name ist Jack Sparrow und ich würde vorschlagen, dass sie mir folgen, damit wir an einem ruhigeren Ort sprechen können."

 

Sam schnaubte misstrauisch durch die Nase und eine kleine Diskussion in der Gruppe entstand, da man einerseits den Rat eines Einheimischen brauchte, um den ersten Gegenstand auf der Liste zu finden, andererseits aber dies ein gefährlicher Ort war.

 

„Also abgemacht." stellte Blaue Feder am Ende der Debatte schließlich fest und Merlina warf einen jammervollen Blick zum Himmel.

Sie kannte diesen entschlossenen Gesichtsausdruck bei ihr bereits und ließ alle Hoffnung fahren, aus dieser Stadt voll Gesetzloser jemals unbeschadet wieder heraus zu kommen...

 

Professor Snape hüstelte, denn so ganz ohne Widerspruch wollte und konnte er nicht akzeptieren, dass über seinen Kopf hinweg mit diesem Fremden irgendwelche Entscheidungen über den weiteren Fortgang der Reise gefällt wurden. Schließlich oblag ihm, und NUR ihm, die Verantwortung für den Erfolg dieser Mission.

 

Andererseits....er tupfte sich mit den Shorts, die er immer noch in der Hand hielt, den Schweiß von der Stirn, bis ihn der erstaunte Blick Jack Sparrows traf und er das Objekt allgemeiner Neugier in seiner Tasche verschwinden ließ...was konnte es schaden, mit diesem ungehobelten Menschen an ein etwas schattigeres Plätzchen zu gehen und seine Vorschläge anzuhören.

 

"Nun gut, wir werden ihnen folgen, damit wir uns in Ruhe unterhalten können ", murmelte er von oben herab gnädig in Sparrows Richtung und sah ihn ungeduldig an.

 

Sparrow nickte langsam und drehte sich dann zu Blaue Feder. Er machte eine galante Verbeugung, grinste schief und zeigte dabei Blaue Feder sein weißes, schönes Gebiss mit dem äußerst gelungenen Goldzahn, der sich in ihrem fachkundigem Auge widerspiegelte und sie unmerklich leise aufseufzen ließ.

"Gnädigste...hier entlang!"

 

In den folgenden Minuten hastete die kleine Gruppe durch die dunklen, modrig riechenden Gassen des heruntergekommenen Ortes dem wieselflinken Piraten hinterher, der immer wieder vorsichtig an den verwinkelten Häusern stehenblieb und misstrauisch um die Ecken lugte.

 

Dann endlich, Minuten später, hatte Sparrow sein Ziel erreicht. Sie überquerten einen kleinen gepflasterten Hof und Sparrow klopfte an die schwere Eichentür eines Hauses, hinter dessen geschlossenen Fensterläden Musik und gedämpftes Stimmengewirr zu hören waren...

 

Sekunden später öffnete ein zahnloser, alter Mann mit strubbeligen, roten Haaren die Tür, nickte Sparrow zu und ließ die Gruppe hineinschlüpfen, nicht ohne sich noch einmal vorsichtig nach allen Seiten umzublicken und dann die Tür wieder sorgfältig mit einem schweren Holzbalken zu verschließen.

 

Im Inneren des Hauses schlug ihnen sofort die abgestandene, alkoholgeschwängerte Luft der Piratenkneipe hart entgegen und raubte Camel, die eine überzeugte Nichtraucherin war, den Atem.

Snape konnte gerade noch der Versuchung widerstehen seine Shorts erneut aus der Tasche zu ziehen und sie als Atemschutz zu benutzen, als Sparrow auch schon entschuldigend die Achseln hob.

 

 

 

 

 

 

"Sorry, aber seit dieser verrückte, einäugige Tom Dooley dieses "Vieh" von seiner letzten Seereise mitgebracht und es als Maskottchen dem Wirt geschenkt hat für all die Brandies, die er nie bezahlt hat, stinkt es hier noch mehr.."

Sparrow deutete angewidert in die Ecke neben dem Tresen, in der sich ein alter Käfig befand.

 

Camel quieckte einmal kurz auf, fuchtelte aufgeregt mit ihren Händen in diese Richung und stammelte: "Das ist das Tier aus meiner Glaskugel!! Ein Teufel!! Ein Tasmanischer Beutelteufel!!!"

 

Doch sie wurde in diesem Moment von der dicken, schwarzhaarigen Wirtin im geblümten Rock unterbrochen...

"Soooooooo, jetzt bring ich den Herrschaften erstmal was Gutes zu essen...unsere Hausmacher Knoblauchsuppe!"

 

 

Ein dumpfer Aufprall ließ Camel, Nikki, Merlina, Blaue Feder, Josie und Sam herumwirbeln....

Doch als sie sich umdrehten, war es schon zu spät.

Der Zaubertrankmeister lag längs dahingestreckt auf dem versifften Fußboden, sein opulentes Profil halb im schmierigen Bodendreck vergraben. Natürlich begann er gleich wieder sich grummelnd aufzurappeln und die von Merlina angebotene Hilfe zu ignorieren, was aber trotz aller Anstrengungen seinerseits nicht halb so respekteinflößend und ungerührt aussah wie er es sich gewünscht hätte.

Aber es war schon zu spät.

 

Josephine kreischte triumphierend auf. "Da! Ich hab es gewusst! Hab ich es nicht immer gesagt?

Der letzte Beweis ist erbracht! Unser Professor hier wurde vom Geruch der Knoblauchsuppe ohnmächtig! Und wie ich immer wieder hervorgehoben habe..." An dieser Stelle wurden Josephines Siegesreden von einem heiseren Lachen unterbrochen.

 

"Ich unterbreche nur ungern die Überlegungen so schöner und intelligenter Damen", bei diesen Worten richtete sich obwohl er in der Mehrzahl sprach sein Blick doch klar in Richtung der blauen Feder, die kokett mit den Wimpern klimperte, "aber zur Verteidigung unseres guten Freundes muss ich leider darauf hinweisen, dass er nicht der erste ist, der darüber gestolpert ist. "

 

Der allgemeine Blick fiel, durch eine Handbewegung Sparrows geführt, nun auf eine Kette, die halb im zentimeterhohen Bodendreck versteckt war.

Sie führte von einem Teil der Wand bis um den Hals des Beutelwolfes, der einen traurigen Blick an den Tag legte, der (bis auf wenige Ausnahmen) die Herzen des tierlieben Trupps rührte.

Sam seufzte laut auf. "Das arme Tierchen, schaut nur..."

 

Die Wirtin unterbrach sie mit wirschen Bewegungen. "Ach was, ein olles Mistvieh ist des!"

Scheinbar war die Sache damit für sie erledigt und sie verschwand wieder in die Küche um Nachschub zu holen.

 

Severus räusperte sich. "Nun ja... Miss Blaue Feder, vielleicht sollten sie uns nun kund tun, wie sie gedenken, den Zahn zu holen?"

Sam verhinderte eine Antwort. "Vielleicht wäre es besser, wenn wir das mehr "privat" erörtern?"

Sie machte eine unauffällige Kopfbewegung in Richtung Sparrow, der dem Gespräch angeregt lauschte. Natürlich bemerkte es dieser und ließ bei einem strahlenden Lächeln seine Zähne funkeln.

"Keine Angst Miss Sam, ich werde ihnen nicht im Weg stehen." Sam stand der Mund offen - woher kannte er ihren Namen. "Aber warum.."

 

 

 

 

 

 

Letztendlich mischte sich Josephine ein, die sichtlich verstimmt war ob ihres misslungenen Nachweises.

"Ist doch jetzt egal, das können wir später erörtern. Jetzt müssen wir uns um den Beutelwolf kümmern."

Merlina nickte. " Also Blaue Feder, wie ist dein Plan?"

Blaue Feder schaute nachdenklich. "Wir müssen den Beutelwolf entführen."

 

Snape und der gesunde Menschenverstand mischten sich ein. "Es gibt doch bestimmt einfachere Wege an den Zahn zu kommen."

Nikki widersprach ihm aus dem tiefsten Inneren ihres tierlieben Herzen.

"Ach was, selbst wenn, wir können das arme Tier doch nicht in dieser Kaschemme lassen.

Schauen Sie nur wie traurig es guckt..."

 

Snape wirkte etwas kritisch, aber auch Merlina stimmte zu. "Genau und dann haben wir auch mehr Zeit ihm den Zahn möglichst schmerzfrei zu entnehmen, als wenn wir ihn einfach in dieser Bar aus dem Tier heraus foltern wollen. Nicht wahr Blaue Feder?" Hilfe suchend schaute sie sich um und tatsächlich nickte Blaue Feder.

 

Und schlussendlich besiegelte das Camel diese Abmachung, indem sie behauptete alles genau so gesehen zu haben.

Sparrow grinste. "Sie können auf mich zählen! So ein kleiner Spaß ist genau das richtige für mich!"

Snape hatte eigentlich Einwände, aber da er die Absprache der Damen sah, begab er sich in die Hände des Schicksals und blieb still. Aber im Stillen fragte er sich doch, ob es nicht vielleicht einen Grund gab, warum Tom Dooley das Tier abgeben wollte.

Oder warum es in Ketten lag...

 

"Professor...", flüsterte Merlina Snape zu, wobei sie gleichzeitig versuchte den Staub von seinem Kragen zu wischen, den er sich bei seinem unfreiwilligen Sturz völlig verschmutzt hatte.

Unwillig bog Snape seinen Hals weg und eine tiefe Stirnfalte bildete sich auf derselben.

"Was ist...?!?", fragte er äußerst unwillig und ein bisschen zu laut.

"Pssssst!!"

Merlina winkte nun auch die übrigen Mädchen zu sich heran und hauchte dann leise und hastig:

"Wir brauchen einen Plan! Wir müssen die Kette des Tieres aus der Verankerung zaubern ...

Blaue Feder und Nikki könnten die Aufmerksamkeit durch ein hübsches Tänzchen auf sich ziehen...Sam, Josephine und Camel locken den Beutelteufel mit der Knoblauchsuppe hinter sich her und..."

 

Doch bevor Merlina ihre Vorschläge alle unterbreitet hatte, hob Sam, begeistert und mit dem ihr eigenen Hang zu einer gewissen Voreiligkeit, den Zauberstab, beschrieb damit einen großzügigen Schlenker in der Luft, deutete auf den Eisenkäfig nebst Kette des Beutelteufels und rief laut und deutlich mit äußerst theatralischer Stimme "Abi in malam crucem!!!"

 

Sofort waren Kette, Beutelteufel und die gesamte untere Hälfte des Raumes in

wabernden Nebel getaucht.

 

"Und was heißt das jetzt??", fragte Sparrow Blaue Feder interessiert.

"Oh, nein! Das heißt: Geh zum Teufel!", erwiderte Blaue Feder entsetzt.

 

Ein wildes Fauchen war plötzlich direkt neben Sparrows rechtem Fuß zu hören und mit ansteigender Panik in der Stimme, stammelte er: "Ich glaube eher, das heißt:

Wir haben ein Problem........!"

 

 

 

 

 

Professor Snape stöhnte. Man hatte aber auch nichts als Probleme mit dieser Truppe. Jetzt hatten sie auch noch den Beutelteufel befreit und dieser war jetzt irgendwo unter ihnen in dem dichten Nebel.

Er konnte also jedem ein Bein abbeißen, ohne dass es dieser oder diese vorher bemerkte und sich in Sicherheit bringen konnte. Na wunderbar.

Er schaute sich um und bemerkte, dass alle sich auf die Tische gerettet hatten und nur noch er auf dem Boden stand.

„Was zum….?" Begann er, doch schrie Merlina ihm verzweifelt entgegen: „Beeilen sie sich, Professor. Sie müssen auf einen der Tische kommen sonst…"

 

In diesem Moment wurde der Meister der Zaubertränke von etwas, um genau zu sein dem Beutelteufel, nach unten in den Nebel gezogen und die Frauen schrien panisch auf. Merlina machte Anstalten auch in den Nebel zu springen, doch Nikki packte sie schnell am Umhang und hielt sie fest.

„Du kannst da nicht runter, Merlina. Wir wissen nicht, wo der Beutelteufel ist und der Professor wird schon klar kommen!" Merlina zog nur noch fester an Nikki und Blaue Feder und Jack Sparrow mussten ihr helfen, sie fest zu halten.

Josephine machte einen ruhigen Eindruck. „Was regt ihr euch denn alle so auf?" fragte sie verständnislos, „so ein kleiner Beutelteufel kann einem Vampir doch noch nicht mal das Wasser reichen! Severus wird schon klar kommen!" Alle schauten sie verwundert, aber auch ein wenig verärgert an, doch das schien sie nicht im Geringsten zu stören.

„Wir müssen etwas unternehmen", meinte nun auch Sam. „Das Problem ist, dass wir nicht die leiseste Ahnung haben, wo euer Professor ist und die müssten wir ja erst mal haben, um ihm überhaupt helfen zu können…" Sparrows Stimme zitterte ein wenig, während er nach unten in den Nebel blickte…

 

 

In der Zwischenzeit unter dem Nebel…

 

 

Professor Severus Snape schaute um sich. Wo war der Beutelteufel? Er hatte ihn hier herunter gezogen und nun war er verschwunden. Seinen Zauberstab immer noch vor sich haltend kroch er im Nebel umher, seine Augen waren scharf und berechnend. Was würde es ihm bringen, wenn er sich auf einen der Tische retten würde?

Der Beutelteufel wäre immer noch hier unten und so würden sie ihn ganz bestimmt nicht bekommen.

Zum Glück waren alle anderen Gäste, nachdem der Nebel begonnen hatte sich auszubreiten aus der Schänke gelaufen und so bestand keine Gefahr, dass ihm jemand auf die Hände trat. In Gedanken korrigierte er sich.

Es bestand fast keine Gefahr, denn seine achso erfahrene Truppe war ja immer noch irgendwo hier und er konnte sich lebhaft vorstellen, was es für ein Rettungsversuch sein würde, den sie starten würden, wenn er nicht bald wieder auftauchte.

Wo war also dieses verdammte Vieh hin? Snape stoppte und schaute sich um. War da etwas an seiner rechten Seite gewesen? Er hob den Zauberstab, spannte seine Muskeln an und wartete.

Der Beutelteufel war nicht weit entfernt, das spürte er…

 

Vorsichtig kroch er ein Stück weiter vor und bemühte sich dabei möglichst leise zu sein, doch auf einmal erklang nur wenige Zentimeter neben ihm ein dröhnendes Scheppern.

Snape zuckte zusammen und tastete mit der Hand nach der Ursache für den Geräuschquell, der durch den ganzen Raum schallte.

Seine Hand stieß auf einen metallenen Gegenstand - es war der Topf mit der Knoblauchsuppe, der von dem Tisch auf den Boden hinab gefallen war.

„Oh nein... Entschuldigung! Das war keine Absicht.." ertönte eine zaghafte Stimme oberhalb der Nebelwand, die er aber nicht mit Genauigkeit ausmachen konnte.

 

 

 

 

 

 

Snape schoss eine Idee durch den Kopf. Der Inhalt des Kessels hatte sich bereits über dem Boden vergossen und so griff er tastend nach dem Gefäß samt Deckel.

„Seid mal bitte alle ganz ruhig!", rief er nach oben und in diesem Moment war wieder das fiepsende Geräusch zu hören, das diesmal an seiner linken Seite vorbei huschte.

 

 

*KLONG*

 

Snape hatte den Topf instinktiv genau dorthin gestülpt, wo das Geräusch zu hören gewesen war.

„Ich habe ihn!!!", rief er triumphierend aus und richtete sich wieder auf.

„Er ist in dem Kessel??", fragte Nikki und alle sahen mit großen Augen auf Snape, der aus dem Nebel hervor ragte.

 

Jack Sparrow sprang von seinem Tisch runter und machte eine kreisende Bewegung mit der Hand, die auf die Tür deuten sollte; es sah aber eher so aus, als wolle er den Nebel fortschaufeln.

„Alle raus hier,", rief er in dringlichem Tonfall zu den anderen, „-bevor ein großes Chaos ausbricht!"

 

Sam machte eine beruhigende Geste. „Es gibt keinen Grund zur Panik!", meinte sie.

„Der Zauberspruch den ich benutzt habe, dient nur zu Showeffekten. Der Nebel wurde damals von dem großen Magier Grindeloh dafür benutzt, um ..."

 

„Das meine ich nicht!" unterbrach sie Sparrow und in diesem Augenblick sahen alle die riesige, massig gebaute Wirtin, die heran stampfte und quasi vor Wut kochte, über die ausgeschüttete Knoblauchsuppe, den Nebel, der sich nur allmählich wieder lichtete und die umgestoßenen Tische und Stühle, welche die Gäste in ihrem Schreck umgestoßen hatten.

„Aufräumdienst..." hörte man sie murmelnd zwischen den Zähnen hervorstoßen.

„...Es geht keiner, bevor ich mit diesem Besen (sie ließ ihn zur Demonstration in der Luft kreisen)

hier für Ordnung gesorgt habe und wenn es bis nächste Woche am Gouverneurstag dauert!!"

 

Bevor man „Knoblauch" sagen konnte war die ganze Gruppe draußen und versuchte keuchend, einige Meter Entfernung zwischen sich und die Taverne zu bringen.

„Schließlich haben wir unsere Mission noch vor uns und haben bis jetzt noch keinen einzigen Gegenstand auf der Liste ergattert.", meinte Josephine entschuldigend.

Jack musterte den Suppentopf, den Snape stolz wie eine Trophäe in beiden Händen hielt.

Der Topf rappelte gewaltig, der Beutelteufel war mit seinem momentanen Aufenthaltsort offensichtlich nicht einverstanden.

„Wir brauchen einen ruhigen Ort, wo niemand uns beim Ziehen des Zahnes stören kann.", überlegte er. „Wo könnten wir .. AH, ich weiß."

 

 

Wenige Minuten später öffnete er ein großes Holztor und alle betraten die Waffenschmiede, in der Will Turner gerade ein schimmernd metallenes Schwert bearbeitete. „Was.."

Er war offensichtlich überrascht von dem Aufmarsch, der an seinem Arbeitsplatz statt fand. „Was wird das denn hier?"

 

Jack klopfte ihm beruhigend auf die Schulter und machte ein heiteres Gesicht, das Will von der Harmlosigkeit des Unternehmens überzeugen sollte. Er seufzte jedoch, gerade weil er Jack

gut kannte, auf.

„Wir brauchen nur mal diesen Raum hier, um eine Kleinigkeit zu erledigen.", meinte der Captain herunterspielend.

 

 

 

 

 

 

Merlina schloß die Tür, damit der Beutelteufel nicht entwischen konnte und Snape öffnete den Topfdeckel.

Wieselflink wollte der Beutelteufel hinunter auf den Boden springen und davon laufen, aber Camel erwischte ihn noch am Schwanz und hielt ihn in die Höhe, was ein gefährliches Unterfangen war,

da er mit seinen spitzen Zähnen versuchte, nach den Umstehenden zu greifen.

Es gelang ihm aber nicht, da er kopfüber in der Luft hing.

 

Snape griff nach seinem Zauberstab und richtete ihn auf das Tier. „Stupor!", rief er und der tasmanische Teufel erstarrte zur selben Sekunde.

„An sich eine gute Idee, aber ich kann nicht den Zahn von einem versteinerten Tier ziehen, ohne dass er bricht!", grummelte Blaue Feder und Snape hob den Fluch wieder auf.

Zum Glück kannte Camel den trickreichen Griff, mit dem auch Zahnärzte bei kleinen Kindern verhindern, dass sie dem Behandelnden bei der Untersuchung auf die Finger beißen.

 

Während Snape ihn festhielt, schob sie zwei Finger in das Maul des Beutelteufels und dieser schaute ganz verdutzt, weil seine Versuche darauf zu beißen fehl schlugen.

Blaue Feder betäubte die Stelle, zückte ihr Instrument und schließlich war der Zahn gezogen und der erste Punkt auf der Liste abgehakt. Sie schaute anerkennend zu Camel.

„Eigentlich... ist er doch so süß.", meinte Nikki und Josephine nickte heftig mit dem Kopf.

„Können wir ihn nicht als Maskottchen behalten?"

„Niedlich, hrm..." Merlina hustete. "Aber leider entschieden zu bissig!", stellte sie fest, während sie den Beutelteufel beäugte und Nikki die Tür einen Spalt öffnete, so dass das pelzige Tier fauchend und mit ein paar Sprüngen heraus huschte.

 

"Was zum Teufel war das für ein seltsames Tier?", fragte Will Turner interessiert an Sparrow gewandt, bekam jedoch nur ein betont ahnungsloses Achselzucken in Verbindung mit einem äußerst schiefen Grinsen zur Antwort.

 

Unterdessen übergab Blaue Feder vorsichtig und mit strahlendem Lächeln den blutigen Reißzahn Professor Snape, der ihn mit hochgezogener Augenbraue eingiebig und voller Genugtuung betrachtete, um ihn dann behutsam in ein kleines Stoffbeutelchen aus schwarzem Samt verschwinden zu lassen, das er in eine Innentasche seines Gehrocks stopfte.

 

Will beugte sich leise flüsternd zu Jack Sparrow vor: "Jack....! Was hat das zu bedeuten?

Wer sind diese Leute? Wer zum Henker..........."

 

Sein Blick blieb abrupt an Camel hängen, die langsam eine bläulich gefärbte Kristallkugel aus ihrem Rucksack zog und dabei ihre langen, blonden Haare lässig nach hinten warf.

 

"Ein paar Verrückte, Will...", beschwichtigte ihn Sparrow leise. "Vollkommen harmlos....!...Und vollkommen......hübsch!"

Sparrows Pupillen weiteten sich erheblich, als sie Blaue Feders anmutige Gestalt fixierten.

"Nun, vielleicht können wir ihnen ja weiter helfen.....!", murmelte Will Turner mit entzücktem Blick auf Camel.

"Da bin ich mir absolut sicher....!", grinste Captain Sparrow ihn vielsagend an und präsentierte die ganze handwerkliche Goldschmiedekunst karibischer Zahnärzte.

 

"Schschsschschscht........!" Ich muss mich konzentrieren!!!"

Camel plazierte die Gaskugel auf einem alten, wackligen Holztischchen und legte theatralisch die Zeigefinger an die Schläfen, während Snape die Augen gen Himmel verdrehte.

 

 

 

 

 

 

"Ich sehe....ich sehe.....ohhhh...es ist so kalt.....ich sehe...!"

"Was sieht sie denn??", flüsterte Sam Nikki aufs Äußerste gespannt zu.

Camel fiel nun in einen absoluten Trancezustand und murmelte mit leiser Stimme:

„Ein dunkles....Gemäuer....ein Schloss vielleicht!"

 

"Ein Schloss?? Ein dunkles Schloss??? Josephines Stimmungsbarometer schnellte sekündlich in die Höhe.

 

 

"Ich sehe ganz etwas Anderes...!!!!"

 

Sparrow hatte durch das staubige Fenster der Schmiede nach draußen geblinzelt und war augenblicklich blass geworden.

Im nächsten Moment hörten sie ein animalisches Fluchen und die wütende Stimme einer entschlossenen Frau mit einem massiven Eichenknüppel in der Hand.....

"Wenn ich diese Bande erwische!!! So eine Sauerei zu veranstalten...Diesem feinen Pinkel in seinem schwarzen Gehrock werde ich zeigen, was es heißt, Toscas Taverne zu verwüsten!!!!"

 

Snape zuckte nervös zusammen, als das Holz der Schmiedentür unter dem kräftigen Schlag der aufgebrachten Frau splitterte und wandte sich rasch an Nikki.

"Nun denn, worauf warten Sie, Miss Nikki...? Sie haben es doch gehört...altes Schloss...!"

 

Die Gruppe fasste sich, einschließlich Will Turners und Jack Sparrows, an den Händen (und selbst WENN Merlina der Meinung gewesen wäre, Snapes Hände wären "etwas" feucht gewesen, so hätte sie es sich unter keinen Umständen anmerken lassen) und tauchte unter den krachenden Geräuschen der zerberstenden Holztür in den wirbelnden Nebel des Dimensionswandlers ein...

 

 

 

 

Kapitel 3) Das Schloss der lebenden Toten

 

 

Polternd drängte sich die Wirtin in den Raum. Vor sich sah sie die flimmernden Umrisse der Gruppe, die durch ein vom Dimensionswandler ausgehendes Reißen verzerrt wurden.

 

Madame Tosca erkannte zwar nicht was vor sich ging, aber nach 20 Jahren Umgang mit den seltsamsten Gestalten erkannte sie durchaus eine Flucht.

Und wenn sie eins noch mehr hasste als Vandalen, dann waren es Zechpreller.

Resolut stemmte sie einen Arm auf ihre ausladenden Hüften und griff mit dem anderen nach dem Gehrockmann.

 

Severus war nicht darauf vorbereitet plötzlich nach hinten gezogen zu werden. Es brauchte nur einen kurzen Moment bis er sich wieder gefasst hatte und sich aus dem Griff der Wirtin entwand,

aber es war schon zu spät:

 

Aufgrund seiner eventuell etwas feuchten Hände, die aber höchstwahrscheinlich gar nicht existent waren, entglitt er Merlinas festem Griff und unterbrach die Verbindung.

 

 

 

 

 

 

 

Camel, die er an seiner anderen Hand hielt, verlor die Balance und krallte sich im Affekt an Snape fest, wodurch Will an ihrer Seite wiederum mitgezogen wurde.

 

Merlina, der das plötzliche Entgleiten ihres Professors natürlich nicht entgangen war rief Nikki eine Warnung zu. Leider war Dimensionsreisen nicht nur problematisch, sondern auch etwas laut.

Merlinas verzweifelte Rufe wurden von einem dumpfen Rauschen übertönt und nur die ihr am nächsten waren, verstanden etwas.

Zum Glück auch Sam, die direkt neben Nikki stand, welche ihre Augen geschlossen hatte.

Kurzentschlossen tippte Sam Nikki auf die Schulter.

 

Dies brachte zwei Effekte:

Einerseits öffnete Nikki die Augen und sah das Dilemma.

Andererseits hatte Sam leider vergessen, dass sie ihre Hände zum festhalten brauchte.

Als unweigerliche Folge trieben auch Merlina, Jack und natürlich Sam ab.

 

Nikki versuchte noch das Schlimmste zu beheben und den Dimensionswandler aus- oder zumindest umzustellen aber in genau diesem Moment landete sie schon auf dem Steinfußboden einer riesigen Halle.

 

Hoffnungsvoll schaute sie sich um.

Und musste mit Erschrecken feststellen, dass außer ihr, Josephine und der Blauen Feder niemand in der Nähe war. Prüfend blickte sie auf die blinkende Anzeige ihres Dimensionswandlers.

 

"Beförderung abgeschlossen", blinkte grün und darunter, etwas kleiner und in gelb "Anzahl: 9; Dimension: 20253246414b".

 

Ach so und ganz unten in rot: "nächste empfohlene Aufladung in 0d15h 43min", aber das war ja jetzt nicht so wichtig.

 

Nikki dachte nach. Wenn der Dimensionswandler darauf bestand alle Mitglieder des bunten Trüppchens in dieser Dimension abgeliefert zu haben, hatten sie ja noch mal Glück gehabt.

Es war nur noch eine Frage der Zeit, wann sie sich finden würden - wie groß konnte diese Dimension schon sein? Vielleicht waren sie sogar ganz in der Nähe?

 

Da es allerdings zu dunkel war etwas zu erkennen, beschloss sie, spontan in den Raum zu rufen. Leider war die einzige Antwort das laute Hallen des Echos in dem riesigen Gemäuer.

 

Enttäuscht wandte sie sich an die anderen beiden. "Tja, das war wohl nix. Ich schätze mal, wir müssen uns auf die Socken machen und die anderen suchen.

Hat einer eine Idee in welcher Richtung wir anfangen sollen?"

Blaue Feder ergriff das Wort "Ähm Nikki, vielleicht war das Rufen doch nicht die beste Idee..."

Nikki zuckte mit den Schultern. "Naja, hat vielleicht nix gebracht, aber einen Versuch war es wert. Also, wohin?"

 

Blaue Feder zog kurzentschlossen ihren Arm hoch und zeigte hinter Nikki, welche die Entscheidung wortlos annahm.

Geistig auf eine lange Suche eingestellt drehte sie sich um. Und erblasste.

Josephine setzte eine verträumte Miene auf. "Vampire!"

 

Flügelschwingend ließ der Fürst der Nacht sich vor den Mädchen nieder.

"Willkommen auf meinem Schloss!"

 

 

 

 

~~*~~*~~*~~*~~*~~*~~*~~

 

 

Snape murrte vor sich hin. Vor einer Stunde hatte er sich auf einem Stück Teppichboden in irgendeiner abgelegenen Schlossbibliothek wieder gefunden. Leider nicht alleine, sondern in Begleitung dieser... dieser... Jugendlichen.

Ja, das passte. Egal wie alt sie wirklich waren, das Camel und dieser Will benahmen sich wie turtelnde Teenager.

 

Als sie ankamen dauernd dieses "Geht es dir gut?" "Wie fühlst du dich?" "Nein, dein Haar sieht noch immer toll aus". Dazu verschämtes Kichern, Geflüster, verstohlene Blicke, verlegenes Erröten - die ganze Palette hormonbeladenen Verhaltens.

Wenn es so weiter ginge würde er sich bald übergeben müssen. Also im metaphorischen Sinne. Meister der Zaubertränke kennen keine Schwächen.

 

Wie sehr er Merlina vermisste. Natürlich nur wegen ihres rationalen Verhaltens. Und auf keinen Fall, weil ihm ihre Nähe fehlte oder weil er die Sehnsucht nach dieser geliebten Vertrautheit verspürte.

Auf keinen Fall. Sagte er sich zumindest.

 

Seine Gedanken wurden unterbrochen, als plötzlich eine Gestalt vor ihm auftauchte und den Weg versperrte.

Sie schien eher einer Hügellandschaft als einem Menschen zu ähneln und warf nachweisbar außerordentlich viele Flächen vor.

Er spürte, wie er misstrauisch gemustert wurde. Plötzlich stießen das Camel und Will an ihn, weil sie die plötzliche Sperre im angeregten Gespräch nicht bemerkt hatten.

 

Severus starrte das Lebewesen an und versuchte sich etwas einfallen zu lassen. Fremden, besonders undefinierbarer Spezies und in seltsamen Schlössern zu misstrauen war eine Lektion, die man in bestimmten Teilen Hogwarts schnell lernte.

 

"Ähm. Dürfte ich erfahren mit wem ich die Ehre habe Bekanntschaft zu machen?"

 

"Es" starrte ihn an und schaute noch misstrauischer. "Igor denkt er sollte den Meister rufen...ja, der Meister will das bestimmt wissen - vielleicht hat er Lust auf einen kleinen Appetithappen zwischendurch..."

 

Severus ahnte, dass in diesem speziellen Fall er Teil des Appetithappens sein könnte, ließ sich aber äußerlich nicht anmerken, dass er fieberhaft nach einer Ausrede suchte. Schließlich sprach er die ersten Worte aus, die ihm einfielen.

 

"Ich bin der ... Austauschvampir."

Geistig schlug er seinen Kopf gegen eine Wand.

Wer sollte ihm das denn glauben? Nun gut, an dieser Stelle war es bereits zu spät. Er musste da durch.

Der Professor versuchte möglichst vampirisch auszusehen und fuhr fort:

"Ich vertrete die Interessen eines Vampirstammes im Süden und bin hier, um einmal das Arbeitssystem in den hiesigen Gegenden zu untersuchen."

 

Igor schien ein wenig zu zweifeln und lies die gehörten Worte langsam in sein Gehirn einsickern.

Bekräftigend fügte Severus noch hinzu: "Bei uns sind die Sitten etwas anders, weil wir eine andere, aus Seitenzweigen entstandene Vampirart sind. Im nächsten Jahr kommt dann eine der vampirischen Gefährtinnen des Grafen über 2 Wochen zu uns zu Besuch... ganz neue Idee..."

 

 

 

 

 

 

Igor deutete hinter Severus. "Und wer sind die dort?"

Severus schaltete blitzschnell und fügte distanziert hinzu: "Gastgeschenke. Übrigens seid ihr außergewöhnlich neugierig für einen einfachen Diener... Können wir jetzt weiter?!"

Er hoffte, dass die von ihm gemachten Angaben der Gestalt ausreichen würden, denn bei weiteren Äußerungen seinerseits bestünde die Gefahr, sich in seinen eigenen Ideen zu verlaufen.

 

Igor warf seinen Blick zwischen Severus und den "Geschenken" hin und her. "Mhhhhhhhh..."

 

 

 

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Merlina, Sam und Jack stapften derweil stoisch durch den Schnee. Sie froren erbärmlich, besonders Jack, der sein ganzes leben in der Karibik verbracht hatte. Seine Stimmung war auf dem Tiefpunkt, nicht nur durch die Kälte, sondern auch, weil Blaue Feder verschwunden war und blieb.

Merlina, im Gegensatz zu Snapes Einschätzung nicht immer rational schimpfte vor sich hin wie ein Rohrspatz.

"Typisch... anstatt, dass wir uns dort wo es mal erlaubt wäre etwas fester halten... und was hat man davon?...Schweinekälte...hätte er sich einmal nicht wie 'Professor Snape verhalten und Berührung gescheut...

ich hoffe er friert mindestens genauso...grrr..."

 

Die wachsame Sam stoppte plötzlich und bedeutete ihnen ebenfalls stehen zu bleiben.

"Da war irgendwas im Gebüsch!"