E NOMINE PADRE
von Nancy Riddle Carter
Über Euer Feedback freut sich: Nancy
Disclaimer:
Alle bekannten Personen gehören Joanne K. Rowling.
E Nomine...
copyrights by Nancy Riddle
Vorsichtig sah
sie aus der Tür auf den riesigen leeren Korridor. Ihre dunklen Haare fielen ihr
dabei über die Augen. Sie pustete sie zur Seite und schaute erneut den Korridor
hinab. Kein einziger Schüler war zu sehen. Mit unter den Arm geklemmter
Staffelei huschte sie aus dem Raum und lief den Gang hinunter, bis zu einem
riesigen roten Hogwartsbanner. Vorsichtig streifte sie es zur Seite und legte
eine schmale Treppe frei. Schnell verschwand sie hinter dem Banner und stieg
die Treppen hinunter.
Dort war schon
der Ausgang des Schlosses in Sicht der zum verbotenen Garten führte. Leise
öffnete sie die Tür und trat hinaus in die Morgenröte. Die Sonne war gerade
aufgegangen und tauchte den Garten in ein zartes Rot. In der Mitte des Gartens
stand sie - die verzauberte Weide. Sie sah sich um. Ihre blauen Augen wanderten
die Schloßmauern hoch zu den Fenstern des Schlosses. Hoffentlich hatte noch keiner bemerkt, dass sie nicht mehr da
war. Sie erschrak. Hatte sich dort oben hinter dem Fenster nicht etwas bewegt?
Nein... jetzt war nichts mehr zu sehen. Mit leisen Schritten näherte sie sich
der Weide und stellte ihre Staffelei davor ab. Als sie sich gerade hingesetzt
hatte bemerkte sie, dass sich die Weide seltsamerweise nicht im Wind bewegte.
Wie das? Hatte sie gemerkt, dass das Mädchen hier war? Sie dachte nicht weiter
darüber nach und begann mit dem Pinsel, ohne Zauberkraft die Weide auf die
Leinwand zu bringen. Zwei Stunden saß sie da, malte, und bekam anscheinend
nichts von der Umgebung mit. Auch nicht, dass sich hinter ihr ein Fenster
geöffnet hatte und jemand auf sie hinunter sah. Der Mann am Fenster seines
Büros zog die schmalen Augenbrauen über den dunklen Augen mürrisch zusammen und
strich sich eine schwarze Haarsträhne aus dem Gesicht. Er überlegte, ob er sich
bemerkbar machen sollte. Zog es aber vor den Überraschungseffekt auszunutzen
und in den Garten hinunter zu steigen. Inzwischen hatte das Mädchen ihr Bild
fertig gemalt und setzte ihren Namen darunter. Nancy Riddle war dort zu lesen.
Sie stand auf und sah auf ihr Bild hinab. Ihre Augen fingen an zu leuchten und
ihr hübsches Gesicht bekam einen leicht rosa Schimmer. Sie hörte Schritte in
einiger Entfernung und drehte sich um. In dem Moment begann die Weide sich weit
zurückzulehnen. Nancy schaute zurück zur Weide und sah, wie die riesigen Äste
auf sie zugeflogen kamen. Sie wollte fliehen, doch sie wusste, dass sie keine
Chance hatte.
Sie hörte ein
lautes "ACCIO" und spürte wie sie nach hinten gezogen wurde. Doch die
Weide streifte sie an der Hüfte. Deutlich spürte sie, wie sie durch die Luft
gezogen wurde, etwas ihren Körper umfasste und mit ihr nach hinten fiel. Als
sie die Augen aufschlug sah sie in das Gesicht ihres Hauslehrers, Professor
Snape. Er lag unter ihr und hielt sie immer noch fest umklammert. Mit einem
Ruck löste sie sich aus seinem Griff und wollte aufspringen. Er schnellte
ebenfalls nach oben und packte sie am Arm. Sein Blick ließ keine Zweifel
darüber, dass er äußerst ungehalten war. Nancy blieb stehen und sah ihn
schuldbewusst an. "Es tut mir leid Prof....." Weiter kam sie nicht.
Sie spürte wie etwas Warmes ihren Körper hinab lief. Als sie mit der Hand über
ihren Bauch strich erkannte sie, dass es Blut war. Snapes Gesicht hatte sich
nun auch verändert. Erschrocken sah er an ihr hinab. Nancy hielt ihre Hände hoch und zeigte sie ihm. Er wurde noch
bleicher als er ohnehin schon war und sah auf ihre blutverschmierten Hände,
dann in ihr Gesicht. Sie lächelte ihn verwirrt an als sie spürte, wie sie den
Boden unter den Füßen verlor. Von weit her hörte sie Snapes Stimme "Miss
Riddle..., bitte..., wachen Sie auf." Sie wollte ihm antworten, aber es wurde
immer dunkler um sie herum und ein starker Sog zog sie immer tiefer nach unten.
+++++++++++++++++++++++++++++
Auf einmal fand
sie sich in einem dunklen Raum wieder. Als sie an sich hinunter sah, konnte sie
keine Spuren von Blut entdecken. Hinter sich hörte sie jemanden atmen.
Blitzschnell wandte sie sich um und zog ihren Zauberstab hervor. Auf dem Boden
vor ihr saß ein junger Mann... Sie schätzte ihn auf siebzehn oder achtzehn.
Seine langen Haare waren schwarz und fielen ihm ins Gesicht. Es war schmal und
als er die Augen öffnete, erkannte sie darin das Blitzen, das sie schon so oft
gesehen hatte und welches sie vor sieben Jahren schon sehr fasziniert hatte.
Auf dem Boden vor ihr saß zweifellos Severus Snape. Er schien durch sie
hindurch zu sehen. Irgendetwas kam ihr seltsam vor. Er schien nicht zu merken,
dass sie da war. Er hielt etwas in den Händen und als sie genauer hinsah
erkannte sie, dass es ein, in buntes Papier gewickeltes, Päckchen war. Jetzt
erst bemerkte Nancy, dass noch eine andere Person im Raum zu sein schien. Aus
einer Ecke des Raumes hörte sie eine bekannte und verhasste Stimme. "Sieh
mal einer an... Da hat wohl doch jemand an dich gedacht. wer schenkt dir den
schon etwas?"
Ins Licht trat
niemand geringerer als Lucius Malfoy. Auch er musste um die siebzehn sein. In
den Händen hielt er seinen Zauberstab. Sie sah auf seine Hände und dachte mit
einem Schauern daran, dass diese sich einmal um ihren Hals legten. Seine Haare
waren streng nach hinten gekämmt und zu einem Zopf geflochten, der ihm bis zu
den Knien fiel. Nun konnte man sehr deutlich erkennen, nach wem sein Sohn Draco
kam.
Snape stand auf
"Lass mich in Ruhe Malfoy! Ich verzichte auf deine Gesellschaft!"
Lucius lächelte
knapp. "Wie du willst... aber du solltest wissen, dass ich noch jemanden
mitgebracht habe."
Aus dem
Schatten trat ein circa siebzehnjähriger Mann. Seine Haare waren dunkelblond,
seine großen Augen blau und irgendwie kam er ihr bekannt vor. Sie musste bei
seinem Anblick lächeln. Irgendwie sah er ihr ähnlich...
Snapes Augen
weiteten sich. Mit ungläubigem Blick starrte er auf den Mann. "Tom...? Tom Riddle?? Du... bist... doch schon lange tot...
Nein das kann nicht sein!!"
Nancy schrak
zurück. Riddle?? War dieser Mann etwa... ihr... Vater?? Auf einmal wurde sie
rückwärts gerissen, aus dem Raum hinaus. Sie sah noch, wie Snape von Malfoy zu
Boden gedrückt wurde und ihr Vater seinen Zauberstab zog. Dann fiel die Tür
krachend ins Schloss. Sie streckte ihre Hände aus, doch immer weiter wurde sie
fortgerissen.
+++++++++++++++++++++++++++++
"Vater!!"
Schreiend und schweißgebadet schoss Nancy in die Höhe. Sie merkte, wie sie mit
der Hand etwas streifte und schlug hastig die Augen auf.
Sie befand sich
im Krankenflügel. Neben ihrem Bett saß, wie sie verwundert feststellte,
Professor Snape und hielt sich eine Hand auf die Wange. Er sah sie mit seinem
berühmten ich- werde- dich- töten- Blick an. Das also hatte ihre Hand
gestreift. Sie entschuldigte sich und machte sich vorsichtshalber schon mal
ganz klein, denn sicher hatte Snape nur darauf gewartet, dass sie aufwachen
würde, um ihr eine Standpauke zu halten.
"Miss
Riddle", zischte er, ohne den Blick von ihr zu wenden, während er die Hand
von seinem Gesicht zog, Nancy sah einen dicken Kratzer darauf. "Sie
sollten sich mal die Krallen schneiden lassen." Er stand auf und wollte
gehen.
"Professor!"
Nancy hielt die Hand nach ihm ausgestreckt, als ob sie versuchen würde, nach
ihm zu greifen.
"Was
wollen Sie?"
Erschrocken
über seinen kalten Ton zog sie die Hand zurück. "Ich wollte mich bei Ihnen
bedanken. Sie haben mir das Leben gerettet."
Ohne sich
umzudrehen zischte er: "Freuen Sie sich nicht zu sehr darüber, Miss
Riddle. Sobald Sie wieder aufstehen können, werden Sie sich bei mir melden, um
Ihre Strafe zu verbüßen." Seine Stimme wurde eiskalt als er sich umdrehte
und ihr giftig in die Augen sah. "Und passen Sie auf wo Sie das nächste
Mal hinschlagen." Er richtete seinen Zauberstab auf die blutende Wange.
"Medico epiderma." Der Kratzer verschwand. Er drehte sich um und
rauschte mit wehendem Umhang aus dem Krankenflügel.
Nancy sah ein
Stück Papier auf dem Boden liegen. Er musste es verloren haben. Sie wollte aufstehen
aber plötzlich spürte sie den stechenden Schmerz in ihrem Bauch. Sie griff nach
ihrem Zauberstab. Auf einmal überkam sie die Erinnerung an ihren Vater (sie
glaubte zumindest das es ihr Vater war…) und Malfoy. Sie erinnerte sich, dass
Snape meinte er wäre doch schon lange tot... Nancy legte ihre Stirn in Falten
und betrachtete ihren Zauberstab... Es gab keine Erklärung für diesen seltsamen
Traum. Sie nahm sich vor, mit Professor Dumbledore darüber zu sprechen. Nancy
sah erneut auf das Stück Papier am Boden, richtete ihren Zauberstab darauf:
"Accio Pergament" und das Papier flatterte in ihre Hände. Den
Aufrufezauber beherrschte sie schon ewig. Als sie vor fast sieben Jahren
eingeschult wurde, kannte sie schon mehr Flüche und Zauber als die meisten
Siebtklässler. Nun war sie bald keine Schülerin mehr. Ihr großer Traum war es,
einmal Lehrerin in Hogwarts zu werden. Sie sah sich das Papier an. Es war ein
Stück zusammengefaltet, aus einem Buch oder aus einer Zeitung. Als sie es
aufgefaltet hatte erkannte sie, dass es ein Stück aus dem Tagespropheten war.
Sie las die Überschrift und ihre Augen weiteten sich erschrocken.
TODESSER WIEDER
DA?
Die
Zaubererwelt wurde erneut von einem Anschlag erschüttert. Der angesehene
Alchimist Archibald Blubert wurde letzte Nacht tot aufgefunden. Auf seinem Arm
fand sich das Dunkle Mal, welches die Todesser kennzeichnet. Unseren Recherchen
zufolge hatte sich Blubert aber schon vor Jahren von den Todessern abgewandt.
Nun scheint es, dass jemand Rache übt an allen ehemaligen Todessern. Dies ist
nun schon der achte Fall eines solchen Mordes innerhalb einer Woche. Zu allem
Überfluss leuchtete heute Nacht über London das Dunkle Mal. Heißt das, dass
der- dessen- Name- nicht- genannt- werden- darf wieder zurückgekehrt ist?
Hoffen wir, dass dem nicht so ist. Ihre Rita Kimmkorn
Sie spürte
Angst in sich aufsteigen. Das Zeichen der Todesser? Am Arm??? Sie schob ihren
linken Ärmel hoch und sah sich die Innenseite ihres Armes an. Bis zum heutigen
Tag dachte sie immer, es handle sich um eine Tätowierung, die sie als Kind im
Heim bekam aber nun wusste sie es besser. Sie verglich es mit dem Bild in der
Zeitung. Der Totenkopf mit der Schlange, der zwar nur sehr schwach zu sehen
war, musste das Zeichen der Todesser sein. Aber nie im Leben hatte sie sich mit
den Todessern oder gar mit dem Thema Voldemort auseinandergesetzt. Sicher irrte
sie sich... es war NUR eine Tätowierung. warum sollte sie das Zeichen der
Todesser tragen? Nancy beschloss herauszufinden, wer ihr Vater war und sie
wusste auch schon, wer ihr da helfen könnte. Doch wie nur sollte sie ihn dazu
bekommen mit ihr über die Todesser zu reden? Sie legte sich wieder hin und
versteckte das Blatt unter dem Kopfkissen. Bevor sie wieder einschlief sah
Nancy noch einmal Snape unter sich liegen. Fast spürte sie wieder seine Arme um
ihren Körper. Beschämt von ihren Gedanken schlief sie ein. In ihren Träumen sah
sie immer wieder Snapes besorgtes Gesicht. Dann wieder ihren Vater, wie er
seinen Zauberstab gegen ihn richtete.
+++++++++++++++++++++++++++++
Eine bekannte
Stimme riss sie aus ihrem Traum. "Nancy! wie geht es dir?"
Sie schlug die
Augen auf und sah in ein freundliches Gesicht mit glitzernden Augen hinter
einer Halbmondbrille und einem langen weißen Bart. "Professor.. guten
Morgen."
"Geht es
dir wieder besser?", fragte Dumbledore besorgt.
"Ja...",
Nancy tastete ihren Bauch ab, "…ich glaube ich bin wieder fit."
Dumbledore sah
sie ernst an. "Ich bin sehr enttäuscht von dir Nancy. Nie hätte ich gedacht, dass du so unvernünftig bist. Das
hätte auch anders ausgehen können, wenn Professor Snape nicht rechtzeitig zur
Stelle gewesen wäre."
Nancy sah ihn
ernst an. "Ich denke mal Sie werden mir jetzt ein paar Punkte abziehen
oder?"
"Nein...
es liegt an Professor Snape dich für deine Dummheit zu bestrafen. hast du schon
mit ihm gesprochen?"
Sie nickte.
"Er saß an meinem Bett als ich aufgewacht bin... er sagte, ich müsse bei
ihm meine Strafe verbüßen. Er war ziemlich sauer und dann habe ich auch noch."
Dumbledore
unterbrach sie. "Er saß an deinem Bett und hat gewartet, dass du
aufwachst? Sehr ungewöhnlich für ihn. Vor allem weil er wegen dir..."
Anscheinend wollte er nicht weiterreden.
"Was
denn??", fragte Nancy nun neugierig.
"Nun ja,
ich habe alles von meinem Turmfenster aus beobachtet... Du musst mir
versprechen, es für dich zu behalten ja?"
"Klar"
Sie war neugierig.
"Also,
nachdem du in den Krankenflügel gebracht wurdest hat er versucht, deine Staffelei
wiederzubekommen. Dabei wäre er fast von der Peitschenden Weide erschlagen
worden. Aber er wusste, da du in seinem Haus bist, auch, dass du die Staffelei einst
von deiner Mutter bekommen hast und sie dir viel bedeutet."
"Er hat
das echt für mich getan?" Nancy wurde flau im Magen und sie dachte wieder
an seine starken Arme, die sich fest um sie geschlungen hatten.
"Nun ja...",
flüsterte Dumbledore."Oh, es ist Zeit aufzustehen. Oder willst du doch noch ein
paar Punkte für dein Zu spät kommen, kassieren??" Er lächelte sie an,
stand auf und ging davon.
Nancy erhob
sich aus dem Bett und zog ihre Schuluniform an. Als sie sich den Umhang umlegen
wollte, blieb ihr Blick auf dem Slytherin-Wappen hängen. Sie war stolz darauf
eine Slytherin zu sein und sie wusste, dass auch ihr Vater ein Slytherin
gewesen war. Aber als sie sich den Umhang umlegte und ihn festband, gingen ihr
die Worte aus der Zeitung nicht aus dem Kopf. Was, wenn ihr Tatoo ein Dunkles
Mal war? Sie wusste aber bereits, wem sie sich anvertrauen würde. Auch wenn ihr
diese Idee absurd vorkommen sollte, sie würde mit Professor Snape darüber
reden. Er kannte sich mit schwarzer Magie bestens aus und wie es schien kannte
er ihren Vater.
+++++++++++++++++++++++++++++
Severus Snape
war auf dem Weg zu seinem Büro, um sich die Zutaten für die nächste Stunde zu
holen. Er würde heute mit den Fünftklässlern wieder einmal Gifte durchnehmen.
Vielleicht sollte er endlich mal die Gelegenheit ergreifen und Potter
vergiften. Bei dem Gedanken an einen zappelnd daliegenden Potter huschte Snape
ein Lächeln über die Lippen. Ein paar Schüler, die an ihm vorbeigingen und das
sahen, bekamen gleich einen Schreck und schlichen sich ängstlich an ihm vorbei.
Vor seinem Büro blieb er stehen und holte seinen Zauberstab hervor.
"Alohomora."
Die Tür sprang
auf und er trat in den abgedunkelten Raum ein. Aus seinem Schrank nahm er ein
wenig Belladonna-Essenz und einige Afrodillwurzeln, dann noch ein paar Flaschen
mit Giften. Er ließ sie vor sich herschweben und ging wieder aus dem Büro. Die
Tür versiegelte er mit einem Fluch und ging dann in sein noch leeres
Klassenzimmer. Am Pult blieb er stehen und sein Blick schweifte über die leeren
Bänke. An der Bank ganz hinten blieb sein Blick haften. Er stellte sich vor,
dass er beinahe nie mehr das Lächeln von Miss Riddle gesehen hätte und fragte
sich im selben Moment, warum er an so etwas dachte. Sie war seine einzige
Schülerin, die ihm in die Augen sehen und lächeln konnte. Ein oder zwei Mal
wäre es fast passiert, dass ihm in einem dieser Augenblicke fast auch ein
Lächeln entglitten wäre. Sie strahlte immer so viel Lebensfreude aus, wie er es
von sich nicht kannte. Er wusste, dass sie ihn heimlich beobachtete wenn er
nicht hinsah. Das konnte er spüren. Ihre großen blauen Augen schauten ihn aber
dann eher fragend an. Als ob sie versuchte seine Gedanken zu lesen. Ein eisiger
Blick genügte aber meistens und sie sah verlegen weg.
Manchmal fragte
er sich, ob sie sich in ihn verliebt haben könnte. Aber das war unmöglich. Wie
könnte sich jemand in ihn verlieben? Das wäre genauso unlogisch, wie wenn er
Potter adoptieren würde. Er sah sich selbst zwar nicht aber er wusste, dass
viele Schüler Angst vor ihm hatten und vor allem seinen giftigen Blick
vermieden. Andererseits war sie eine attraktive Frau geworden, in den sieben
Jahren, die sie nun schon hier war. Sie war immerhin schon in der siebten Klasse,
hübsch, schlank und, was er besonders an ihr mochte, sie war eine Slytherin.
Doch beim Gedanken an ihren Vater lief ihm ein eisiger Schauer über den Rücken.
Warum musste gerade er - Severus Snape - dafür sorgen, dass Nancy vor ihrem
Vater in Sicherheit war? Ja, er hatte vor fast sieben Jahren den Auftrag
bekommen sie zu schützen ohne das Nancy etwas davon mitbekam. Es war nie
schwer, denn sie war eine Ruhige Schülerein. Allerdings und er lächelte bei dem
Gedanken, hatte sie einen ziemlichen Dickkopf und vor allem Mut. Doch Mut und
Leichtsinn liegen oft nah beieinander…
Er ging nach
hinten zur Bank und setzte sich darauf. Plötzlich hörte er wie sich die Tür
öffnete und sprang auf. Herein kam
Professor Dumbledore. Er ging auf Snape zu und legte ihm die Hand auf die
Schulter.
"Severus
ist alles in Ordnung?? Du siehst verwirrt aus.."
Snape mied
Dumbledores Blick. "Es geht mir gut.. wieso sollte ich verwirrt
sein?"
Dumbledore
lächelte ihn an. "Sie ist dir sehr dankbar, dass du sie gerettet hast..
weißt du das?"
Snape sah ihn
ruhig an " Ja.. ich weiß.. sie hat es mir gesagt.., aber das ändert nichts
daran, dass sie Slytherin eine Menge Ärger gemacht hat.. wie viele Punkte
werden Sie uns abziehen?"
Dumbledore sah
ihn durchdringend an und antwortete ruhig: "Es liegt an dir, Severus, die
Strafe für Miss Riddle zu wählen. Ich werde euch keine Punkte abziehen."
"Was? Ich
dachte, Sie.." Snape schien jetzt doch verwirrt zu sein. Er sah jedenfalls
so aus.
"Ja, ich
weiß was du dachtest... aber sie ist unter deiner Obhut, auch wenn sie das noch
nicht weiß." Albus musterte
Snape. "Sie wird dir bald eine Menge Fragen
stellen... du hast etwas verloren… ich habe es unter ihrem Kissen
gefunden." Er reichte Severus das Stück aus der Zeitung. "Sie hat das
Mal untersucht und mit dem Bild in der Zeitung verglichen."
Snape setzte
sich wieder auf die Bank und stützte den Kopf in die Hände. "Was soll ich
ihr sagen?"
Dumbledore sah
ihn lächelnd an. "Das musst du selbst entscheiden... es liegt bei dir ob
du ihr alles erzählst oder nicht." Ohne ein weiteres Wort wandte sich
Dumbledore um und ging aus dem Raum.
Snape blieb auf
dem Tisch sitzen, bis er vor der Tür die Stimmen der Schüler hörte. Sie machten
einen schrecklichen Radau und es schien Snape, als würde ihm der Schädel
platzen. Er stürmte zur Tür und riss sie auf. Potter und Malfoy standen sich
mit gezückten Zauberstäben gegenüber. "Relashio", schrie Draco,
"Relashio", tönte es auch aus Harrys Mund.
Draco wurde
gegen Snape geschleudert und Potter stand mit angesenkten Haaren wieder vom
Boden auf. Severus packte Draco am Kragen und schmiss ihn in den Klassenraum.
Dann ging er auf Potter zu. Mit vor der Brust verschränkten Armen blieb er vor
Harry stehen. "Potter", zischte er ihn an, "tanzen Sie schon
wieder aus der Reihe? Zehn Punkte Abzug für Gryffindor", endete er mit
einem Grinsen im Gesicht. "Ihr bleibt noch draußen", zischte er die
restlichen Schüler an und ging zu Draco ins Klassenzimmer. Als er die Tür
hinter sich geschlossen hatte, sah er ihn giftig an. "Was sollte das
werden Mr Malfoy? Wenn Sie nicht wollen, dass ich ein ernstes Wort mit Ihrem
Vater rede, dann sorgen Sie dafür, dass es keiner mitbekommt, wenn Sie
versuchen Potter zu töten. Zehn Punkte Abzug auch für Slytherin. Es macht mich
wütend, mir wegen Ihrer Dummheit immer wieder ins eigene Fleisch zu schneiden
Malfoy. Sehen Sie zu, dass Sie auf Ihren Platz verschwinden."
Er rief die
anderen Schüler in das Klassenzimmer.
+++++++++++++++++++++++++++++
Nancy hatte es
gerade so geschafft nicht zu spät zu Verwandlung zu kommen. Sie ließ die
Stunde, ohne etwas davon mitzubekommen, vergehen und auch Latein flog nur so an
ihr vorbei. Genauso war es auch mit Wahrsagen, Arithmantik und Mathematik. Vor
der Doppelstunde Zaubertränke ging sie hinunter in die Kerker und wollte ihre
Bücher über Zaubertränke holen. Als sie ihr Zimmer betrat, sah sie ihre
Staffelei vor ihrem Bett stehen und darauf das Bild, welches sie gemalt hatte.
Auf ihrem Bett lag ein Zettel. Sie erkannte die Handschrift von Snape und las
ihn durch.
Miss Riddle
22.00 Uhr
treffen wir uns
vor dem Quidditch -Feld
bringen Sie
Ihren dicken Umhang mit.
gez.
S.Snape
Nancy nahm den
Zettel und steckte ihn in ihre Tasche. Dann eilte sie die Treppen hinunter und
wäre fast mit Draco zusammengestoßen.
"Kannst du
nicht aufpassen?", murrte er sie an.
"Sag mal
spinnst du? Kleine Kinder gehören ins Bett, Malfoy. Sieh zu, dass du hoch
kommst oder ich schau mal kurz bei Sever...", Sie schluckte. "bei
Professor Snape vorbei!" Malfoy grinste sie an. Er hatte genau gemerkt,
dass sie Snape beim Vornamen nennen wollte, sagte aber nichts. Immerhin war sie
schon in der siebten Klasse und hätte ihm
sicher einen Fluch auf den Hals gehext. Er ging an ihr vorbei und verschwand in
seinem Zimmer. Sie atmete auf. Nancy konnte Draco ebenso wenig leiden wie
seinen Vater. Vor gut zwei Monaten hatte sie das Pech ihn in der Nocturn Gasse
zu treffen. Mit seiner arroganten Art hatte er doch tatsächlich geglaubt sie
anmachen zu können. Als Nancy ihm daraufhin eiskalt abblitzen ließ hätte er sie
vor Wut fast erwürgt. Sie konnte sich einfach nicht vorstellen was das sollte.
Immerhin war er ja verheiratet und sie erst siebzehn. Nancy wurde das Gefühl
nicht los das er irgendwas im Schilde führte…Ein Blick auf die Uhr genügte, um
sie ins Rennen kommen zu lassen.
Trotzdem kam
sie zu spät zu Zaubertränke. Snape sah sie finster an. "Miss Riddle...
wenn Sie noch mal zu spät kommen...." Er beendete den Satz nicht. Nancy
ging an ihren Platz, setzte sich und packte ihren Kessel aus.
Sie schnitt
gerade ihre Afrodillwurzel in kleine dünne Scheiben, als Snape an den
Nachbartisch ging, um ein paar Gryffindors auf die Finger zu schauen. Nancy sah
von ihrer Wurzel auf und zu Snape herüber. Sie bemerkte gar nicht, dass sie
ihren Finger mit dem Messer bearbeitete. Erst Snape, der erschrocken zu ihr
herüber sah, ließ sie merken, dass sie sich lauter dünne Scheiben von ihrem
Finger schnitt. Mit hochrotem Kopf und schmerzverzerrten Gesicht zog sie ihren
Zauberstab aus der Tasche und richtete ihn auf den blutüberströmten Finger.
"Medico."
Snape sah sie
verwundert an, genau wie die anderen Schüler. "Miss Riddle, passen Sie
besser auf Ihren Körper auf, sonst können wir Sie bald in kleinen Stücken
irgendwo aufsammeln."
Sie grinste
Snape verlegen an. "Is nicht mein Tag heute oder??"
Snape ließ
jetzt doch ein kurzes Lächeln sehen. "Das glaube ich auch." Grinste
er. Als er sich bewusst wurde, dass er eben gelächelt hatte, erschrak er vor
sich selbst und fügte schnell kalt hinzu: "Mal sehen wie viele Dummheiten
Sie noch machen..." Er sah ihr finster in die Augen
Doch es half
nichts; einige Schüler fingen nun leise an zu tuscheln. Snape war nicht der
Typ, der einfach mal lächelte. Ein Blick von ihm auf die tuschelnden Schüler
und jeweils fünfzig Punkte Abzug für Hufflepuff, Gryffindor und Ravenclaw
ließen wieder Ruhe ins Klassenzimmer, und den Gedanken an den so gut wie
gewonnenen Hauspokal in seinen Kopf einkehren.
Die Stunden
waren pünktlich um achtzehn Uhr zu Ende und die Schüler verließen hastig den
Klassenraum. Nur ein paar Nachzügler waren noch beim Sacheneinräumen.
Nancy wollte
gerade gehen, als Snape sie am Arm zurückhielt. "Miss Riddle, warten Sie
bitte mal."
Die Schüler,
die noch im Raum waren, schauten neugierig zu Snape und Nancy.
"SEHT
ZU!", schrie Snape die Schüler an.
Diese nahmen so
schnell sie konnten ihre Taschen und stürmten aus dem Raum. Snape ließ die Tür
hinter den Schülern in Schloss fallen. Nancy zuckte zusammen, als er sich
ruckartig zu ihr umdrehte.
"Das
vorhin war keine Absicht, Professor, ich habe nur nicht aufgepasst..",
sagte sie kleinlaut
"Ich weiß
was Sie gemacht haben", zischte er zurück. "Denken Sie bitte daran,
heute Abend Ihren warmen Umhang mitzubringen. Es ist kalt." Sein Blick
ruhte auf ihren Händen, die nervös mit einer Feder spielten.
"Warum
eigendlich nach draußen Professor?"
Snape sah sie
mit einem seltsamen Blick an. Seine Augen schauten in ihre und er zog die
Augenbrauen zusammen.
Nancy hatte das
Gefühl, er würde ihre Gedanken lesen, und sie versuchte sich auf die Feder in
ihren Händen zu konzentrieren. Er nahm ihr die Feder aus der Hand und legte sie
neben sich auf das Pult. Überrascht wich sie zurück. Einen Moment sah es so
aus, als wollte er auf sie zukommen, entschied sich dann aber wieder anders und
änderte seinen Blick wieder auf Eisblock. "Sie werden sich wohl
überraschen lassen müssen", sagte er kühl wie immer.
Nancy zog es
vor nichts weiter zu sagen und drückte sich an Snape vorbei Richtung Tür.
"Miss
Riddle!!"
Sie drehte sich
um. Snape hielt ihre Feder in der Hand, betrachtete sie einen Moment und hielt
sie ihr hin. Sie griff nach ihrer Feder und streifte seine Hand. Einen Moment
lang blieben sie so stehen und sahen auf ihre Hände. Dann glitten ihre Blicke
jeweils in die Augen des anderen und sie zogen erschrocken ihre Hände zurück...
Die
Schreibfeder fiel zu Boden.
Nancy ging, mit
einem ziemlich verstörten Ausdruck im Gesicht ein paar Schritte rückwärts.
Snape wollte etwas sagen, aber sie drehte sich um und lief aus dem Raum. Er
bückte sich und hob die Feder auf. Dann verließ auch er sein Klassenzimmer.
+++++++++++++++++++++++++++++
Pünktlich um
zweiundzwanzig Uhr stand Nancy vor dem Quidditch Feld, doch von Snape keine
Spur. Was hatte er nur vor? Wollte er sie quälen? Sie hatte Angst im Dunkeln.
Es würde ihm ähnlich sehen, sich an ihr zu rächen, weil sie es geschafft hatte,
ihn zum Lächeln zu bringen und alle Schüler es mitbekommen haben. Sie wusste
nicht genau warum, aber es war ihr eine persönliche Genugtuung zu sehen, dass
sie ihren Willen gegen den Zaubertränke-Meister durchgesetzt hatte. Oder war er
vielleicht sauer wegen der Sache mit der Feder? Sie wusste selbst nicht so
genau was sie davon halten sollte. Sie hatte die Unsicherheit in Severus' Blick
gesehen und daraufhin ihre Hand schnell weggezogen. Snape war es mit Sicherheit
eh egal was sie empfunden hat. Doch noch immer klopfte ihr Herz bei dem
Gedanken an seine Berührung.
Hinter sich
hörte sie Hufgetrappel und als sie sich umdrehte sah sie Firenze, der auf sie
zukam. Er war mindestens zwei Meter groß und besaß den Körper eines weißen
Pferdes, doch statt des Halses dieser Tiere streckte sich sein muskulöser
Oberkörper nach oben. Er lächelte als er Nancy erkannte und kam zu ihr herüber
getrabt.
"Hallo
Miss Riddle, wie geht es Ihnen?"
"Hallo
Firenze mir geht es blendend", log sie
"Was
machen Sie Nachts noch hier draußen? Es ist Schülern doch verboten, alleine
Nachts das Schloss zu verlassen", fragte Firenze neugierig.
"Sie ist
nicht alleine." Snape trat aus dem Dunkel an die beiden heran.
"Entschuldigen
Sie Professor.. ich wollte nicht stören...", grinste Firenze zu Nancy
gewand. "Ich geh dann mal. Auf Wiedersehen Professor."
Er nahm Nancys
Hand und gab ihr einen Handkuss, während er flüsterte: "Mit Snape
alleine?? Passen sie auf sich auf!"
Snape brummelte
nur ein kurzes "Wiedersehen" und kam auf Nancy zu, während Firenze
davon galoppierte.
"Miss
Riddle tut mir leid, ich hoffe, Sie haben nicht zulange auf mich
gewartet?"
Sie hätte sich
beinahe verschluckt. Hat Snape sich eben tatsächlich entschuldigt?
"Nein ich
bin auch gerade erst angekommen." Sie räusperte sich. "Warum treffen
wir uns hier?" Sie hatte zwar keine Angst vor Snape, aber vielleicht hatte
er ja wieder eine Gemeinheit vor. "Es ist doch viel zu kalt."
"Weil wir
hier ungestört üben können", sagte er mit seinem üblichen 'Charme'.
"Üben?"
Sie schaute ihm verwundert in die schwarzen Augen.
"Ja, wie
man disappariert. Hätten Sie das gekonnt, hätten Sie uns beiden eine Menge
Schmerzen ersparen können heute morgen, also", er schaute sie eiskalt an,
"los geht's Miss Riddle... Sie gehen nicht ins Bett, bevor Sie diesen
Zauber beherrschen"
Und so übten
sie bis tief in die Nacht hinein, aber so richtig klappen wollte es auch um vier
Uhr morgens noch nicht. Nancys Augen fielen ihr zu und auch Snape begann
langsam aber sicher einzuschlafen.
"Schluss
für heute. Ich habe keine Lust mehr Professor", gähnte sie.
"In
Ordnung, aber morgen Abend üben wir weiter. Kommen Sie Miss Riddle, nehmen Sie
meine Hand ich appariere uns vors Schlosstor."
Gesagt getan.
Sie griff zögernd nach Snapes Hand; ihr wurde ziemlich heiß, aber sie ließ sich
nichts anmerken. Sie disapparierten.
Snape
begleitete sie noch bis zum Eingang vom Slytherin-Kerker und wollte gerade
wieder gehen als... "Professor!!"
Nancy wartete
bis er sich umgedreht hatte und sah ihn lächelnd und mit halbgeschlossenen
Augen an. "Gute Nacht Professor und danke."
Er sah sie mit
seinen schwarzen Augen auf einmal ohne jegliche Kälte an und ihr schien es, als
würde sie so etwas wie Sehnsucht in seinem Blick sehen - oder war sie einfach
nur übermüdet??
"Gute
Nacht Miss Riddle", sagte er und ging mit wie immer wehendem Umhang die
Treppen zu seinen Räumen hinunter.
+++++++++++++++++++++++++++++
Nancy zauberte
sich ihr Nachtkleid auf den Körper und legte sich ins Bett. Da überkam sie eine
verrückte Idee. Professor Snape würde sich sicher freuen, wenn sie es schaffen
würde, sich in den Kerker zu disapparieren. Sie zog sich nicht wieder ihre
Uniform an, sondern schlüpfte in eine bequeme, schwarze Jeans und ein rotes Top
mit nicht offenherzigem aber doch gewagtem Ausschnitt. Dann zog sie sich ihren
Ärmelumhang über, der fast noch weiter war als der von Snape und stellte sich
in die Mitte ihres Zimmers. Jetzt musste es aber klappen... immerhin hatte sie
ja jetzt genug geübt. Sie konzentrierte sich.. und disapparierte. Vor ihr
verschwand ihr Zimmer. Doch plötzlich gab es einen gewaltigen Knall und sie
krachte mit voller Wucht gegen die versiegelte Kerkertür von Snapes Räumen.
Als sie wieder
zu sich kam wusste sie nicht wo sie war. Sie befand sich in einem dunklen Raum
und lag auf einem großen, bequemen Bett. Auf ihrer Stirn spürte sie einen
kalten Lappen liegen. Sie drehte sich nach rechts und erschrak so sehr, dass
sie aufschrie. Vor ihrer Nase saß die wohl dickste Spinne, die sie je gesehen
hatte. Nancy packte ihren Zauberstab "Avada Kedavra." Sie richtete
den Stab auf die Spinne.
Diese sprang
hoch in die Luft und landete auf dem Rücken liegend wieder auf dem Bett. Sie
war tot. Von dem Schrei herbeigelockt kam Snape, seinen Kater im Schlepptau
hereingestürmt, als sie den Fluch aussprach. Mit entsetzter Miene starrte er
sie an. "Wie hast du das gemacht? Du bist doch noch eine Zauberschülerin…"
Er schien die Welt nicht mehr zu verstehen. "Du kannst doch nicht einfach
mit Verbotenen Flüchen um dich werfen." Erst jetzt fiel ihm auf, dass er
sie geduzt hat.
Nancy sah ihn
überrascht an. Er richtete seinen Zauberstab auf sie „Expelliarmus"
und bevor sie sich wehren konnte hatte er sie entwaffnet. "Spinnst
DU???" Auch Nancy duzte ihn jetzt, was ihr im nächsten Moment auch wieder Leid
tat. "Entschuldigung Professor, ist mir nur so rausgerutscht."
Snape ging
nicht darauf ein.
"Geben Sie
mir meinen Zauberstab zurück", fauchte sie ihn an.
"Nein...
ich hänge noch ein wenig an meinem Leben Miss Riddle. Sind sie denn
Übergeschnappt?"
In Nancy kochte
es, ihr Gesicht wurde rot und sie rief mit dem Zeigefinger auf Snape gerichtet:
"Relashio"
Snape wurde
durch den Kerker an die Wand geschleudert. Das ließ er nicht auf sich sitzen.
"Imperio!" schrie er mit auf sie gerichtetem Zauberstab. Er befahl
ihr sich zu setzen. Dann hob er den Fluch auf. Sie sah ihn erschöpft an. Snape
fiel vor ihr auf die Knie. Seine Haare hingen ihm wirr ins Gesicht und er sah
ziemlich matt aus der Wäsche. "Wie hast du das gemacht? Ohne
Zauberstab?" Er schien nervös zu werden und schrie sie an: "WIE ZUM
TEUFEL HAST DU DAS GEMACHT??"
Als er keine
Antwort bekam stand er keuchend auf und ging auf sie zu. Nancy regte sich
nicht. Er packte sie an den Schultern und schüttelte sie. Wie aus einer Trance
schien sie aufzuwachen und sah ihn verstört an. "Professor? Was habe ich
getan... Ich habe ohne meinen Zauberstab... mein Vater.... wer ist...mein
Vater?..... Er hat Ihnen etwas angetan. Ich habe es gesehen… Lucius… dieser…"
Severus
überlegte ob ihr der Imperiums-Fluch einen kleinen Knacks verpasst haben könnte
und tätschelte ihre Wange. "Miss Riddle, was ist mit Ihnen?"
Sie sah ihn
müde an und sprach sehr langsam. "Ich habe geträumt, von Ihnen, und Lucius
Malfoy. Er hat Sie festgehalten...da war noch jemand.. mein Vater?!... er hat
Ihnen gedroht!" Sie schrie ihn an und krallte sich in seinen Umhang.
"WAS HAT ER GEMACHT? Wer ist mein Vater?" Sie brach in Tränen aus und
ließ ihren Kopf an seine Schuler fallen.
Severus
erschrak und wollte sie erst wieder wegschieben. Aber er spürte, dass sie ihn
brauchte. Dass sie Trost brauchte... und das gerade von ihm.
+++++++++++++++++++++++++++++
Als Snape am
nächsten Morgen die Augen aufschlug dachte er, er hätte das Erlebte nur
geträumt. Doch ein Blick nach links auf die schlafende Nancy ließ ihm keinen
Zweifel. Er sah sie an. Ihre Haare schlangen sich um ihren Kopf und ihr schöner
Mund hatte sich zu einem leichten Lächeln verzogen. Sie lag in ihren Umhang
eingerollt halb auf dem Bett und halb auf ihm. Er erinnerte sich, dass sie
gestern in seinen Armen eingeschlafen war. Sanft schob er sie beiseite und
stand auf. Er nahm sich vor, ihr einen Vergessenstrank zu geben, um ihre und
vor allem seine Nerven zu schonen. Wenn das jemand rauskäme...
Es klopfte an
der Tür. Snape wusste wer das war, aber sie durfte auf keinen Fall Nancy bei
ihm finden. Denn dann würde er wohl seine Stellung verlieren. Er öffnete die
Tür und vor ihm stand Caroline Mayers, Vertrauensschülerin in Slytherin. Sie
wirkte aufgeregt. "Professor, Miss Riddle ist nicht in ihrem Zimmer.
Malfoy meinte… na ja..." Sie schien verlegen.
"Was
meinte Malfoy?", zischte Snape sie an.
"Er
meinte, ich solle Sie fragen, Sie wüssten mit Sicherheit wo sie ist."
Snapes Augen
blitzten sie an. "Richten Sie Mr Malfoy aus, dass er in mein Büro kommen
soll, in einer halben Stunde. Um Miss Riddle werde ich mich kümmern." Er
schlug die Tür vor Carolines Nase zu.
Als er sich
umdrehte stand Nancy im Türrahmen des Schlafzimmers. "Professor, was ist
gestern passiert? Ich kann mich nicht erinnern."
Snape zuckte
mit den Schultern. "Nichts worüber Sie sich Sorgen machen müssten, Miss
Riddle." Er wunderte sich, dass sie sich nicht erinnern konnte, nahm aber
an, dass sie durch das Zaubern ohne Zauberstab eine Menge Energie verbraucht
hat. "Gehen Sie auf die Krankenstation, ich komme später nach Ihnen
sehen."
Nancy stellte
sich vor den Kamin und sah Snape mit gemischten Gefühlen. "Was soll ich
Dumbledore sagen, wenn er fragt wo ich war?"
"Sie
können ihm ruhig sagen wo Sie waren, aber niemand anderem, haben Sie mich
verstanden, Miss Riddle?"
Ohne Antwort
ging sie.
+++++++++++++++++++++++++++++
Snape setzte
sich an den Schreibtisch in seinem Büro und nahm ein paar Klassenarbeiten in
die Hand. Wirkungsweise von Hebiakraut, las er die Überschrift. Er wusste nicht
wann er zuletzt eine so gute Arbeit gelesen hatte. Zehn Punkte waren locker
drin und er gab sie auch. Er sah auf die nächste Arbeit, die nun vor ihm lag.
Es war Nancy´s.
"So´n
Zufall." Er lächelte und betrachtete die Arbeit. Unten in der rechten Ecke
hatte sie mal wieder eine Skizze untergebracht. Er sah sie sich an. 'Dieses
Mädchen', dachte er... sie kritzelte immer irgendetwas im Unterricht und in der
Pause. Selbst in ihrer Freizeit hatte er sie schon des Öfteren im Verbotenen
Wald gesehen, wo sie die Einhörner malte. Er stellte sich gerade vor, dass sie
wohl mit einem Pinsel in der Hand auf die Welt gekommen war und musste
auflachen.
Es klopfte.
Snape setzte wieder sein unnahbares, kaltes Gesicht auf. "Herein?"
Draco kam ins
Büro geschlichen. "Sie wollten mich sprechen Professor?", fragte er
fast ängstlich.
"Mr..
Malfoy", ölte Snape ihn an, "wie kommen Sie darauf, dass ich wissen
würde wo Miss Riddle steckt?" Er sah Draco durchdringend und ohne jede
Regung im Gesicht an.
"Professor,
es war reiner Zufall, ich schwöre."
"Und?
Malfoy?"
"Sie ähh
erwähnte gestern Abend mir gegenüber, dass sie kurz bei Ihnen vorbeischauen
wollte..." Das war Dracos Chance sich an ihr zu rächen, weil sie ihn
gestern Abend so angepflaumt hatte. "Sie nannte Sie sogar beim
Vornamen!" Draco sah unschuldig zu Snape hoch und hätte fast einen Schock
bekommen.
Snapes Gesicht
war rot vor Zorn und seine linke Augenbraue zuckte nervös. Draco nahm sich vor
die Flucht zu ergreifen. "K...kann ich gehen, Professor Snape.. Sir?"
Von Dracos
Geschleime würde Severus noch schlecht werden also ließ er ihn gehen. Als Draco
in der Tür stand hörte er Snape zischen: "Malfoy."
Er wandte sich
um.
"Morgen
nachsitzen... wegen Lügens."
"A..a...a...ber
ich..." Draco ballte die Fäuste.
"RAUS!",
brüllte Snape ihn an und Malfoy rannte hinaus auf den Flur, wo er fast mit Miss
Granger, Mr Weasley und Potter zusammengestoßen wäre. Ohne ein Wort zischte er
an den Dreien vorbei.
"Was ist
denn mit dem los?", fragte Ron verwundert.
Harry zuckte
die Schultern.
"Ich weiß
es…" Hermine zeigte auf die Bürotür von Snape. "...er war bei
Snape."
Sie schlichen
sich leise an der Tür vorbei, die noch immer offen stand. Von drinnen tönte
Snapes Stimme. "Potter!!!!"
Die Drei
zuckten zusammen.
"Machen
Sie mal die Tür zu!"
Sie sahen sich
fragend an. Harry wollte gerade die Tür zumachen, als jemand von hinten an sie
herantrat. "Geht weiter Kinder, ich kümmere mich darum", sagte
Professor Dumbledore, trat in Snapes Büro und schloss die Tür hinter sich.
Snape saß
hinter seinem Schreibtisch und korrigierte die letzten Arbeiten. Als er
Dumbledore sah, schaute er auf. "Albus, was gibt es?" Er sah in die
blitzenden Augen des Direktors.
"Ich war
gerade auf der Krankenstation." Albus sprach sehr leise.
"Und?",
fragte Snape und schluckte.
"Es ist
ernster als ich erst dachte. Es geht ihr so weit ganz gut aber sie scheint
nicht mehr sie selbst zu sein. Was ist denn passiert?"
Snape sah
Dumbledore in die Augen und wischte sich mit der Hand eine Strähne aus dem
Gesicht. "Sie wollte mir wohl ne...", er konnte das Wort
"Freude" nicht aussprechen und räusperte sich, " na jedenfalls
wollte sie in den Kerker disapparieren, ist aber vor der Tür an meinem Fluch
abgeprallt." Er legte den Kopf leicht schief. "Sie hat eine Spinne
mit dem tödlichen Fluch umgebracht.... Ohne mit der Wimper zu zucken, sprach
sie die Worte.... Und dann hat sie ohne Zauberstab gezaubert."
Albus hielt
sich erschrocken eine Hand vor den Mund.
"Ich
musste sie mit dem Imperiums-Fluch belegen um sie zu beruhigen, dann erzählte
sie nur noch wirres Zeug." Er stand auf und ging zu Dumbledore. "Es
tut mir leid, sie ist bei mir im Kerker eingeschlafen"
Dumbledore wich
zurück. "Sie ist heute Nacht bei dir gewesen.. aber.. es ist doch verb..."
Snape sah zu
Boden und ballte die Fäuste. "Es ist nichts passiert... Sie war total
fertig ich konnte sie nicht einfach rausschmeißen." Er überlegte ob er
Dumbledore von der Sache mit Tom Riddle und Lucius Malfoy erzählen sollte, ließ
es aber dann bleiben.
Dumbledore
lächelte ihn wissend an. "Severus mein Freund... geh zu ihr, ich
glaube...", er machte eine kurze Pause, "sie braucht dich."
"Aber ich
kann doch nicht..."
Albus
unterbrach ihn. "Sei nicht so stur Severus... die Muggel pflegen zu sagen:
-Harte Schale weicher Kern - und das trifft auf dich besonders zu." Er
ging.
Snape stand mit
vor der Brust verschränkten Armen vor der Tür seines Büros. "Ich bin nicht
weich." Sein Körper bebte vor Zorn über Dumbledores Worte, doch als er
genauer darüber nachdachte wusste er, dass Albus Recht hatte. Er war zu
nachgiebig mit ihr. Außerdem hatte er Angst sie, aufgrund der Gefühle die sie
offensichtlich für ihn hegte, nicht mehr richtig schützen zu können.
+++++++++++++++++++++++++++++
Nancy erwachte
im Krankenflügel von einem lauten Poltern. Eine Schwester hatte ein Glas fallen
gelassen und zauberte nun das Glas vom Boden auf. Die Splitter zitterten vom
Boden in die Luft und fügten sich wieder zusammen. Sie sah sich im
Krankenflügel um. Die Schwester war fort und sie war allein. Plötzlich vernahm
sie Schritte. Nancy wusste genau, wem dieser Gang gehörte. Es gab nur einen der
so schnell voranschritt. Doch plötzlich wurden die Schritte langsamer und
schließlich verstummten sie. Würde er wieder umkehren? Was sollte sie zu ihm
sagen, wenn er herein kam? Ihr war elendig zumute.
Die Schritte
kamen langsam wieder näher! Er kommt also doch... sie war fast glücklich
darüber und fragte sich wieso. Sie mochte Severus, daran gab es keinen Zweifel.
Manchmal, wenn er sie ansah, konnte sie in seinen Gedanken lesen. Aber sie
stieß immer nur auf endloses Schwarz. Ganz selten sah sie einen hellen Fleck,
doch er verschwand meistens so schnell wie er kam. Sie schloss die Augen.
Severus betrat das Krankenzimmer. Sie konnte seine Anwesenheit spüren. Und ihr
war als würde in ihrem Bauch ein Haufen Bienen ziellos umhersummen.
Er dachte sie
würde schlafen und setzte sich zu ihr an Bett. Severus sah sich im Zimmer um
und als er sicher war, dass niemand da war, zog er aus seinem Umhang eine
kleine Ampulle. Er schüttete den Inhalt in das Glas Wasser, welches neben ihrem
Bett stand und verstaute die leere Ampulle wieder in seinem Umhang. Nancy hatte
ihn aus halbgeschlossenen Augen beobachtet und tat so als würde sie aufwachen.
Sie streckte sich. Mit gespielt verschlafenen Augen sah sie ihn an.
"Professor? Sind sie doch noch gekommen?" Sie schaute ihn fragend an.
Er wollte wohl darauf nicht antworten und fragte stattdessen wie es ihr geht.
"Ich bin
wieder fit... wir können sofort mit dem Üben weitermachen." Sie lächelte
gezwungen. "Miss Riddle... halten sie mich für dumm? Gestern hat das
apparieren doch noch geklappt... aber etwas anderes. Ich glaube ich muss Ihnen
etwas erklären." Er versuchte sie kalt anzusehen, doch es gelang ihm nur
einen Moment. Seufzend beugte er sich nach vorne und legte den Kopf in die
Hände. "Sie werden Slytherin verlassen, Miss Riddle... Ihr neues Haus wird
Gryffindor sein. Unter Professor McGonagall sind Sie besser aufgehoben als
unter meiner Obhut."
Nancy stiegen
Tränen in die Augen. Sie zog seine Hände vor dem Gesicht weg und sah ihn an.
"Warum? Was habe ich denn getan? Sie können mich doch nicht einfach
rausschmeißen." Sie hielt seine Hände fest umklammert.
Einen Moment
drückte er ihre Hände dann schüttelte er sie ab und lief aus dem Raum. Sie
wollte ihm hinterher laufen. Sie sprang aus dem Bett doch ihre Beine versagten
ihr den Dienst und sie brach weinend zusammen.
+++++++++++++++++++++++++++++
Snape eilte
hinunter in den Kerker und warf sich auf die Couch. Sein schwarzer Kater sprang
ihm auf den Schoß. Doch auch sein treuester Freund konnte ihn heute nicht
aufmuntern. Was hatte er nur getan? Er hatte ihr einen seiner stärksten
Vergessenstränke ins Wasser gekippt. Würde sie ihn trinken, wüsste sie nicht
mehr was letzte Nacht geschehen war und warum sie nun eine Gryffindor war.
Er wünschte
sich insgeheim, dass sie das Glas nicht anrühren würde. Er stand auf und sah
das Bild, das er einmal als Beweis für ihre Anwesenheit im Verbotenen Wald
gemacht hatte. Er hatte es Dumbledore nie gegeben. Als er das Bild in die Hand
nahm, beobachtete, wie sie vor einer großen Herde Einhörner saß, ohne Furcht
die Tiere malte und sich ihre langen dunklen Locken im Wind bewegten, wurde ihm
schlagartig bewusst, dass er einen großen Fehler gemacht hatte. Er hatte sich
in sie verliebt obwohl er dachte, dass ihm das nie passieren konnte.
Snape ging
ruhig und ohne jeden Ausdruck im Gesicht zum Schrank und nahm eine weitere
Ampulle heraus. Diese jedoch war von roter Farbe. Er steckte die Ampulle unter
seinen Umhang und schritt aus dem Kerker.
+++++++++++++++++++++++++++++
Dumbledore sah
besorgt auf Nancy herab als sie erwachte. "Was ist passiert... wo ist er...?"
Sie sah sich verwirrt um. Als sie Snape nicht entdecken konnte, ließ sie sich
erschöpft in die Kissen fallen.
Dumbledore
strich mit der Hand über ihre Wange. "Er ist nicht da... mach dir keine
Sorgen, es wird alles wieder gut..."
Sie unterbrach
ihn. "NEIN... nichts wird gut... er hat... er hat mich aus Slytherin
rausgeworfen... Professor ich will Slytherin nicht verlassen. Bitte lassen sie
das nicht zu."
Er lächelte sie
an und sprach: "Ich habe doch gesagt, mach dir keine Sorgen. Ich hatte
gestern ein langes Gespräch mit der Lehrerschaft und wir sind zu dem Schluss
gekommen. dass du deine Chance am Ende des Schuljahres erhalten sollst."
Sie verstand
nicht richtig und schaute Albus fragend in die Augen. "Was für eine Chance
denn?"
"Du
wolltest doch immer Lehrerin werden... und nun hast du die Chance dazu. Du
wirst Zauber der Kunst übernehmen." Nancy wusste nicht was sie dazu sagen
sollte.
"Nancy?
Eins möchte ich aber noch wissen."
Sie sah ihn
ruhig an.
"Warum
hast du dich in Professor Snapes Kerker apparieren wollen?"
Mit einem
Lächeln antwortete sie: "Ganz einfach, ich wollte ihm eine Freude
machen... aber auch um......" Um ihm ganz nah zu sein, noch einmal seine
Berührung zu spüren, wollte sie antworten, aber sie wusste, dass sie es nicht
durfte, "um ihm halt eine Freude zu machen..", endete sie verhalten.
Dumbledore
lächelte sie wissend an. "Na wenn nur das der Grund war.. ist es dir
gelungen. Er sagte zu mir, dass es noch nie ein Schüler versucht hat ihn aufzumuntern.
Sie haben es nicht nur geschafft ihn vor der Klasse zum Lächeln zu bringen,
sondern ihm auch etwas gegeben, was er noch nie erfahren durfte."
Nancy kannte
die Antwort, aber trotzdem stellte sie die Frage: "Was denn?"
"Geborgenheit
und Wärme.." lächelte er und ging
aus dem Raum.
Keine zwei
Minuten später kam Snape ins Krankenzimmer gelaufen. Er hielt ihr die rote
Ampulle entgegen. "Trink das", sagte er, "dann wirst du dich
wieder an alles erinnern."
"Ich kann
mich noch an alles erinnern Professor... ich habe das Wasser nicht getrunken."
Sie sah ihn trotzig an. „ Und ich will nicht aus Slytherin weg."
Sichtlich
erstaunt ließ er die Ampulle wieder in seinem Umhang verschwinden. Mit gekonnt
kühler Miene sah er auf sie hinab. "Nun dann.. Miss Riddle... ich erwarte
Sie morgen pünktlich wieder im Slytherin-Kerker." Einen kurzen Moment sah er
sie mit steinerner Miene an. Dann machte er auf dem Absatz kehrt und verließ
den Krankenflügel.
"Ich liebe
dich auch", flüsterte sie ihm lächelnd nach, ohne dass er es hören konnte.
+++++++++++++++++++++++++++++
Die
Abschlussprüfungen in Hogwarts waren wieder schwer, doch Nancy hatte sie
erfolgreich absolviert. Nun ging sie in Dumbledores Büro um sich den
Lehrkörper-Aufnahme-Bogen abzuholen. Albus empfing sie mit einem freundlichen
"Hallo" und bot ihr einen Sessel an. Als er ihr den Bogen reichte und
sie ihn ansah, erkannte sie, dass es gar kein Prüfbogen war, sondern ein
Vertrag für die nächsten vier Schuljahre. Die Unterschriften aller Lehrer waren
darunter zusehen... alle bis auf eine...
"Warum hat
Professor Snape nicht unterschrieben? Ist er dagegen, dass ich Lehrerin
werde?" Sie spürte schon, wie ihr flau im Magen wurde, als sie daran
dachte.
"Nein",
Albus stand auf, "er wollte nur mit dir sprechen, bevor er unterschreibt."
Sie
entschuldigte sich nahm den Vertrag und ging aus dem Büro.
Nancy stand vor
der Kerkertür und klopfte an. Die Tür wurde von innen aufgeschlossen und Snape
schaute sie kalt an. "Miss Riddle... kommen Sie herein." Er hielt ihr
die Tür auf und ließ sie eintreten.
Nancy ging in
das dunkle Zimmer und blieb in der Mitte stehen. Sie fröstelte. "Es ist ja
eiskalt hier drin." Sie sah zu Severus, der ihr von der Tür aus
entgegenkam.
Er richtete
seinen Zauberstab auf den Kamin: "Incendio." Eine wohlige Wärme
breitete sich rasch im Raum aus. "Möchten Sie etwas trinken? Ein Glas....
Wein?"
Nancy sah ihn
mit gemischten Gefühlen an. Doch sollte er nervös sein, so konnte er es gut
verbergen. Sein Gesichtsausdruck war der gleiche, den sie aus dem Unterricht
kannte. Unnahbar und eiskalt. "Ja danke Professor", erwiderte sie,
ohne den Blick von ihm zu nehmen.
Er reichte ihr
ein Glas Wein.
"Sie
wollen meine Unterschrift haben?" Snape stellte sein Weinglas auf den
Kaminsims und zog eine Feder aus seinem Umhang. Kalt wie immer sah er sie an.
"Wo ist der Vertrag? Ich unterschreibe ihn natürlich sofort."
Als sie ihm den
Vertrag reichte sah er sie nicht einmal an und kritzelte sein Signum darunter.
"Ich hoffe, Sie haben auch das Kleingedruckte gelesen." Er schaute
sie mit seinen schwarzen Augen durchdringend an und reichte ihr den Vertrag.
"Natürlich
habe ich das." Ihre Stimme zitterte vor Zorn. Warum behandelte er sie nur
so kühl?
"Ach
ja..." Er schaute ihr tief in die Augen. "Herzlich....
willkommen..... in der.... Lehrerschaft.. Miss Riddle." Er betonte jedes
einzelne Wort als ob es ihm wehtat es auszusprechen.
Jetzt hatte
Nancy die Nase gestrichen voll. Sie war zornig und traurig, konnte nicht
verstehen, dass er keine Spur von Freude zeigte. Schließlich war er der Erste
der je erfahren hatte, dass sie gern Lehrerin wäre. Bebend vor Zorn lief sie
aus dem Kerker.
Snape wollte
ihr hinterher doch er vernahm den stechenden Schmerz an seinem linken Arm. Als
er aus dem Kerker trat sah er Nancy am anderen Ende des Ganges. Sie hielt
ebenfalls ihren linken Arm umklammert und sank unter Schmerzen zu Boden. Snape
lief auf sie zu und zog sie zu sich hoch.
"Was
passiert hier? Warum trage ich dieses Zeichen? Helfen Sie mir Professor."
Sie vergrub ihr Gesicht weinend in seinem Umhang. "Bitte helfen Sie
mir!"
Er streichelte
sanft mit der Hand über ihren Kopf. "Ich werde dir helfen", flüsterte
er, "zusammen werden wir es schaffen."
Severus brachte
sie in den Kerker und sie setzten sich auf die Couch. Er erzählte ihr alles von
Anfang an. Das Riddle ihn mit Malfoys Hilfe für die Todesser gewann. Dass
Riddle eigentlich Voldemort war und immer wieder aufs Neue die Zaubererwelt in
Atem hielt. "Er war das Grauen in Person, deine Mutter hat er nie geliebt,
sondern sie für seine Zwecke missbraucht. Kurz nach deinem zweiten Geburtstag
wollte Voldemort Potter töten doch es gelang ihm nur, Lili und James zu
ermorden." Er machte eine Pause. "Du kennst ja die Geschichte des
jungen Potters." Snape strich sich die widerspenstigen Haare aus dem Gesicht
und sah sie ernst an. "Nun weißt du, wer dein Vater ist"
Sie blickte
verwirrt ins Feuer. "Dann ist er noch am Leben?"
Severus nahm
ihren linken Arm in die Hand und zog den Ärmel ihres Shirts hoch. Der sonst
schwachblaue Fleck war fast schwarz geworden. Nancy erschrak und zog den Arm
weg.
"Keine
Angst", sagte er, knöpfte seinen Hemdsärmel auf und zog ihn hoch. Das Mal
auf seinem Arm sah genau so aus wie ihres. "Er ruft uns, die Todesser,
wenn er uns sehen will, durch dieses Mal. Es schmerzt dann und der sonst helle
Fleck wird schwarz. Genauso ist es auch bei dir. Aber ich werde seinem Ruf
nicht mehr folgen. Ich bin es Leid für das Ministerium als Spion meinen Kopf
hinzuhalten." Snape sah ihr in die Augen. "Ich werde mit allen
Mitteln dagegen ankämpfen. Ich habe einen Trank gebraut, der die Schmerzen für
immer verschwinden lässt. Wir werden ihn trinken und nie mehr kann er uns
rufen."
"NEIN!",
schrie Nancy und sprang auf. Sie bewegte sich merkwürdig durchs Zimmer, in
ihrem Blick konnte er die Angst erkennen. Bevor er erkannte was passiert war,
disapparierte sie unter dem Einfluss des Imperiums-Fluchs. Snape stürzte sich
auf das schwache Bild und landete schreiend und mit Tränen in den Augen auf dem
harten Steinfussboden. Er stand auf und sah entschlossen aus dem Fenster. Er
wusste wo Nancy war. und er würde sie zurückholen.
+++++++++++++++++++++++++++++
Bevor sie
wusste was geschah, landete Nancy unsanft auf dem harten Waldboden. Sie
versuchte sich abzurollen, aber dennoch verletzte sie sich am Arm, als sie auf
einen Stein landete. Sie stand auf und sah sich um. Dieser Ort war ihr
unheimlich. Rings um sie knackte es im Gebüsch. Aus dem Dunkel traten die
Gestalten. Sie waren in lange Umhänge gehüllt und Kapuzen verhüllten ihre
Gesichter. Flüchtig dachte sie an die Dementoren. Doch sie löschte diesen
Gedanken schnell wieder. Das mussten die Todesser sein. Eine der Gestalten trat
an sie heran. Jetzt konnte sie sein Gesicht sehen. "Lucius?"
Er nahm die
Kapuze ab. "Nancy... du rätst nicht, wie lange ich auf diesen Augenblick
gewartet habe. Lange nicht gesehen. wie lange ist es her, zwei Monate??"
Er grinste sie listig an.
"Zwei
Monate zuwenig.. Was willst du Lucius?" Sie funkelte ihn drohend an. Mit
Abscheu dachte sie an das letzte Zusammentreffen mit Dracos Vater. Damals hätte
er sie beinahe erwürgt, weil sie ihn zurückgewiesen hatte. " Wir haben
großes mit dir vor." Er strich durch ihre Haare. Nancy zischte ihn an.
"Nimm deine dreckigen Finger von mir Malfoy sonst...."
Lucius begann
laut zu Lachen. "Sonst was? Du kannst dich doch eh nicht wehren... also
gib es gleich auf. Los!", befahl er. "Setz dich."
Alles in Nancy
sträubte sich gegen den Befehl und sie versuchte sich zu wehren, doch bevor sie
etwas unternehmen konnte, saß sie schon auf dem Waldboden.
Lucius Malfoy
sah sie seltsam lächelnd an und irgendwas in Nancy sagte ihr, dass, wenn sie
keine Hilfe bekam, bald alles zu spät war.
"Ich werde
dich mal aufklären!", grinste er und setzte sich neben sie. "Du wirst
uns helfen unseren Meister wieder vollkommen lebendig zu machen. Er ist noch
sehr Schwach und hat gerade genug Energie um uns zu rufen und... braucht einen
jungen Körper um neue Energie zu bekommen." Die Pause nutzte Nancy aus und
gurgelte ihn an: "Aber bestimmt nicht meinen."
"Nein",
summte Malfoy, "deinen nicht wirklich."
Sie verstand
die Welt nicht mehr. "Und wozu braucht ihr mich dann?"
Lucius sah sie
kalt an und sein Blick wanderte an ihr entlang. "Das wirst du noch früh
genug mitbekommen", sagte er und
griff ihr an den Hals. Erst dachte sie er würde sie wieder würgen, doch
er lockerte seinen Griff und ließ seine Hand an ihrem Körper hinabgleiten.
Durch den Imperiums-Fluch gelähmt konnte sie sich nicht wehren. Als seine Hand
tiefer glitt spürte sie auf einmal, dass sie es fast geschafft hatte, den Fluch
abzuwehren. Sie griff nach seiner Hand und stieß sie weg. Dann sprang sie auf
die Beine und hatte den Fluch ganz und gar abgewehrt.
Lucius blickte
sie verwirrt an. "Haltet sie fest!", rief er und die Todesser
stürmten auf Nancy zu. Zwei starke Männer hielten ihre Arme fest und drückten
sie an einen Baum, ein dritter fesselte sie an den Stamm. Sie hatte keine
Chance mehr sich zu wehren, als Malfoy auf sie zutrat und seinen Zauberstab aus
der Tasche zog. Er richtete ihn auf ihre Brust.
"Was hast
du vor Lucius", fragte sie mit zitternder Stimme.
"Lass dich
überraschen, Kleines." Er tippte mit der Zauberstabspitze auf den obersten
Knopf ihrer Bluse. Der Knopf löste sich auf und die Bluse öffnete sich. Nancy
dachte beunruhigt wieder an das zusammentreffen in der Nokturngasse- sie wusste
doch das er etwas im Schilde führte... aber was sollte das jetzt? Er tippte
gegen den nächsten Knopf und auch dieser löste sich auf. Malfoy grinste sie
hämisch an. Langsam dämmerte ihr was er vorhatte. "Malfoy...bitte..."
Sie wusste nicht was sie tun sollte. Nun hatte er alle Knöpfe entfernt und
glitt mit seiner Hand unter ihre Bluse. Seine kalten Hände umfassten ihre
Brüste und Nancy lief es eiskalt den Rücken hinunter. "Hey Malfoy, gehst
du mit deiner Frau auch so um?" Es war Snape. Er trat mit auf Lucius
gerichtetem Zauberstab zwischen den Bäumen hervor. "Expelliarmus."
Der völlig
überraschte Malfoy schleuderte zwischen zwei Bäumen hindurch und landete
unsanft auf dem Rücken. Snape fing seinen Zauberstab auf.
"Professor..
bitte helfen Sie mir."
Snape sah mit
eisigem Blick von Lucius zu Nancy und wieder zurück. Er durfte sich nichts
anmerken lassen. "Halten Sie die Klappe Miss Riddle." Er wandte sich
zu Lucius um.
"Severus."
Malfoy sah ihn erstaunt an, stand auf und klopfte sich die Tannennadeln aus dem
Umhang. "Du bist also doch noch gekommen? Schön, dann kannst du ja den
Meister rufen und ihm sagen, dass wir seine Tochter haben."
Severus sah
voll Hass auf Malfoy. Dann warf er ihm seinen Zauberstab zu. "Was soll
das, ich kann mir nicht vorstellen, dass es dem Meister gefällt, dass du dich
an seiner Tochter vergreifst?"
Malfoy ging zu
Nancy und richtete seinen Zauberstab auf sie. "Was regst du dich auf
Severus, willst es wohl lieber selbst machen?" Dann ding er auf Snape zu
und zeigte mit dem Zauberstab auf den Tränkemeister.
In dem Moment
zogen Lichtblitze durch die Reihen der Todesser und welche getroffen wurden,
sanken tot zusammen. Snape warf sich gegen Nancy, um sie vor den Blitzen zu
schützen. Wie durch ein Wunder wurden sie nicht getroffen. Snape sah im
Augenwinkel die Auroren kommen. Beinahe hätten sie Lucius erwischt, aber er
konnte noch rechtzeitig disapparieren. Auch einige andere Todesser
disapparierten sich noch im letzten Moment. Snape nahm seinen Zauberstab und
löste Nancys Fesseln. Hinter ihnen tauchte ein Auror auf. Nancy, die über
Severus´s Schulter sah, schrie auf. Sie disapparierten. Nancy sah noch wie der Auror
seinen Zauberstab auf Snape richtete und ein grünes Licht auf sie zukam aber im
selben Moment waren sie auch schon in Hogwarts. Sie lagen auf dem Boden in der
Eingangshalle. Ein paar Schüler die in der Halle waren erschraken als sie Snape
am Boden liegen sahen, die Haare wirr im schmerzverzerrten Gesicht. Er richtete
sich langsam auf und beugte sich über Nancy, deren Bluse noch immer geöffnet
war und ihre Unterwäsche entblößte. Er zog sich seinen Umhang aus und legte ihn
über sie. Dann strich er mit der Hand zärtlich über ihr Gesicht. Als sie die
Augen aufschlug und lächelnd in sein Gesicht sah war es ihm egal was die
Schüler denken würden. Langsam sah sie sein Gesicht immer näher kommen. Sie
schloss die Augen. Doch bevor seine Lippen die ihren berührten fiel er zurück
und brach neben ihr zusammen.
Nancy richtete
sich auf und beugte sich über Severus der leblos am Boden lag.
"Severus...
bitte tu mir das jetzt nicht an..." Tränen rollten über ihre Wangen als
sie ihn an den Schultern fasste und versuchte ihn aufzurichten. "WIESO
HILFT IHM DENN NIEMAND??", schrie sie die Schüler an, die sich um sie
versammelt hatten. "Wieso hilft ihm denn niemand?" Ihre Stimme klang
nun gebrochen. Sie legte ihren Kopf auf Snapes Brust und schloss die Augen.
Einige Schüler rannten aus der Halle um einen Lehrer zu rufen. Plötzlich spürte
sie wie Severus´s Brust sich anhob. Er atmete. Sie nahm seine Hand und ließ sie nicht eher los bis er sicher im
Krankenflügel war und Madame Pomfrey sie aus dem Raum schob.
+++++++++++++++++++++++++++++
Als Nancy die
Augen öffnete befand sie sich in ihrem Zimmer. Erst dachte sie, dass sie alles
nur geträumt hatte. Doch sie spürte nun was sie geweckt hatte. Es waren die
Schmerzen in ihrem linken Arm. Doch plötzlich waren sie verschwunden.
Verwundert richtete Nancy sich in ihrem Bett auf. Sie machte Licht und sah sich
ihren linken Arm an. Das Mal... es verblasste langsam wieder. Sie dachte in
diesem Moment an Snape. Ohne sich anzuziehen stürmte sie aus ihrem Zimmer.
Erst als sie
die Treppen zu ihrem Zimmer hinter sich gelassen hatte bemerkte sie, dass sie nur ihr dünnes
Nachtkleid trug. Doch es war ihr egal, sie musste unbedingt nach Severus sehen.
Panik stieg in ihr hoch. Was wenn er es nicht geschafft hat? Sie versuchte
nicht daran zu denken und lief so schnell sie konnte durch den leeren
Aufenthaltsraum, auf den Korridor. Es war dunkel im Schloss, nur hier und da
beleuchteten ein paar Fackeln den leeren Gang. Der Weg zu Snapes Kerker
allerdings lag in totaler Dunkelheit. "Lumos", rief sie mit dem
Zauberstab in der Hand und Licht kam aus der Spitze. Sie huschte die kalten
Steintreppen hinab und lief durch den Gang. Endlich hatte sie auch die letzte
Treppe hinter sich gelassen und stand vor der Tür zu Snapes Kerker...Sie hatte
sich gemerkt, dass Severus die Tür mit einem Fluch versiegelte und probierte
einige aus. Dann sprang das Schloss auf und sie konnte eintreten. Im Kamin
loderten noch die Reste eines Feuers und Nancy konnte sich nun sicher sein,
dass Snape hier war, denn er würde nicht einfach sein Feuer brennen lassen,
wenn er nicht da war. Sie schlich sich durch den Raum zu der schwarzen
Schlafzimmertür. Leise öffnete sie die Tür und leuchtete mit ihrem Zauberstab
in den Raum. Im Bett lag Severus mit seinem Kater im Arm. Nancy hätte beim
Anblick der beiden beinahe laut aufgelacht. Snape lag auf dem Rücken. Unter der
Decke schaute nur sein nackter Oberkörper hervor und auch sein Kater lag auf
dem Rücken alle viere nach oben gestreckt.
Sie schlich
sich zum Bett und nahm vorsichtig den Kater hinaus. Er sah sie giftig an. Doch
er schien sich an die Sache mit der Spinne zu erinnern und ergriff dann doch
lieber die Flucht aufs Sofa. Nancy ging um das Bett herum und setzte sich neben
Snape. Als sie ihm mit der Hand über die hagere Wange streichelte, wurde er
langsam wach. Er blinzelte sie an. "Nancy?"
Sie lächelte
ihn zärtlich an. "Na wer würde sich sonst um diese Zeit in dein
Schlafzimmer schleichen?" Noch immer streichelte sie seine Wange. "Du
hast mir schon wieder das Leben gerettet, wie kann ich das je wieder gut
machen?"
"Ich weiß
wie", flüsterte er und nahm ihren Kopf in seine Hände. Als sich ihre
Lippen trafen wusste sie, dass nun wirklich alles wieder in Ordnung werden
würde. Er zog sie zu sich aufs Bett und beugte sich über sie. Immer wieder
küssten sie sich leidenschaftlich. Seine Hände glitten über ihren bebenden
Körper und schoben sich unter ihr Nachtkleid, während er ihre Schultern
liebkoste. Sie ließ sich leicht aufstöhnend in die Kissen sinken und genoss
seine Zärtlichkeiten. Langsam brannten die Kerzen nieder und das Feuer im Kamin
erlosch, aber das leise Stöhnen der beiden war noch bis weit in die Nacht zu
hören.
+++++++++++++++++++++++++++++
Dumbledore
stand vor der Tür des Kerkers. Erst zögerte er, doch dann klopfte er an die
schwere Eichentür.
Es dauerte ein
paar Minuten bis ihm ein ziemlich müder Snape die Tür öffnete. "Guten
Morgen.." brummelte er und bat ihn
herein.
Dumbledore
betrat das dunkle Wohnzimmer und blieb an der Couch stehen.
"Setz
dich Albus." Snape deutete auf das
Sofa.
Als Dumbledore
sich gesetzt hatte nahm Severus auf dem Sessel gegenüber Platz und sah ihn
fragend an. "Was gibt es denn??" Es war immerhin ziemlich selten,
dass Dumbledore ihn in seinem Kerker besuchte.
"Ich will
nicht lange drum herum reden Severus." Er machte eine kleine Pause und sah
Snape ernst an. "Voldemort ist zurück. Er will sich seine Tochter holen.
Irgendetwas hat er mit ihr vor und auch Lucius Malfoy hängt ganz tief mit
drin." Snape unterbrach ihn. "Malfoy? Jetzt wird mir einiges
klar."
Albus sah ihn
durchdringend an. "Was wird dir klar. Gibt es etwas, was du mir sagen
solltest?" "Allerdings", zischte Snape.
Dumbledore
stand auf und ging auf Severus zu. "Was ist denn? Du siehst aus als ob du
gleich in die Luft gehst."
"Ich habe
in der Nacht, in der die Todesser Nancy unter den Imperiums Fluch gesetzt
hatten, gerade noch verhindern können, dass Malfoy sie noch vergewaltigt."
Snape stand auf und ballte die Fäuste. "Ich glaube, ich weiß was Voldemort
vorhat."
Dumbledore
hielt sich die Hand vor den Mund. "Malfoy wollte was?"
Snape sah ihn
zornig an. "Ganz einfach sollte Voldemorts Tochter mit einem seiner
treuesten Anhänger ein Kind bekommen, würde er in diesem Körper auferstehen
können. Das wäre seine letzte Chance wieder zu Kräften zu kommen." Ich
möchte, dass du dich um Nancy kümmerst. Ich bin bald wieder zurück." Er eilte
hinaus.
Dumbledore
stand allein im Wohnzimmer. Er hörte wie die Schlafzimmertür aufging und wandte
sich um. Nancy stand im Türrahmen, ihre Haare hingen ihr wirr ins Gesicht, sie
war nur mit ihrem Nachtkleid bekleidet und trug einen von Snapes Umhängen. Sie
blinzelte ihn verschlafen an. "Oh Professor Dumbledore...." Sie
blickte um sich. "Wo ist Severus?"
Albus lächelte
sie an. Er war fest entschlossen ihr nichts von dem Gespräch mit Snape zu
erzählen. "Er musste dringend weg... äh eine dringende Eule aus dem Labor
in London..."
Nancy zog ihren
Umhang fester um sich und sah ihn misstrauisch an. "Wieso glaube ich Ihnen
das nicht? Wo ist Severus?"
Albus versuchte
sie zu beruhigen. "Ich sagte doch, er musste dringend weg. er ist sicher
bald wieder zurück."
Plötzlich
dämmerte es ihr und sie ging langsam auf Albus zu. "Er ist doch
nicht..."
Dumbledore wich
einen Schritt zurück. "Nicht doch.. Nancy... beruhige dich... er kommt
sicher bald wieder....."
"Er... ist
zu Voldemort oder?" Sie lächelte ihn verstört an. "Ich muss ihm nach.
Wenn die Todesser herausfinden, dass er spioniert, dann werden sie ihn
töten..."
Bevor
Dumbledore sie erreichen konnte war sie schon disappariert.