

DES HERZENS BEGEHREN - Nerhegeb Snezreh Sed
von Faris-Eirin
Über Euer Feedback freut sich: Faris-Eirin
Disclaimer
- alle bekannten Figuren und sonstigen „Dinge" in dieser Story gehören
ausnahmslos J.K. Rowling... ich spiele nur ein wenig mit ihnen (und wenn ich
fertig bin, lege ich sie wieder in die Kiste zurück. Versprochen).
Irgendwann
während Harrys 6. oder 7. Schuljahr... sucht es euch aus...
In einem
beinahe vergessenen, kleinen Raum, tief in den Kellern von Hogwarts, befand er
sich; der berühmt berüchtigte Spiegel, welcher Voldemort in seiner Gier nach
dem Stein der Weisen zum Verhängnis geworden war. Wer hätte gedacht, dass der
Spiegel Nerhegeb sich immer noch in Hogwarts befand, nachdem er seine Aufgabe,
für die er bereit gestellt worden war, erfüllt hatte? Und mehr noch: Wie konnte
man es verantworten ihn danach nicht zerstört zu haben, wo er doch bekannt
dafür war, schon etliche Zauberer und Hexen in den Wahn getrieben zu haben?
Die
Antworten darauf waren durchaus ziemlich simpel: Gemeinsam hatten die
Professoren versucht, den Spiegel aus dem Gebäude zu bannen - mit dem Ergebnis,
dass er weiterhin unbeschadet, in altem Glanz erstrahlend, vor ihnen gestanden
hatte, während nicht wenige der Anwesenden sich auf den Weg zu Mdme Pomfrey
machten, um ihre Verletzungen behandeln zu lassen.
Ausgesandte
Zaubersprüche mit der Absicht, ihn zu zerstören oder unschädlich zu machen,
prallten von ihm ab und nicht selten zum Sprecher zurück. Ja, die
Krankenstation war für Wochen ein viel besuchter Ort gewesen, obwohl gerade
Sommerferien gewesen waren.
So sehr
sie es auch versuchten, der Spiegel schien an Hogwarts gebunden und durch
unbekannte Zauber geschützt zu sein, und so musste eine Lösung gefunden werden,
ihn sicher zu verwahren. Als Aufbewahrungsort (nachdem man Dumbledores Büro als
zweite Möglichkeit ausgeklammert hatte - schliesslich war dieser auch nur ein
Mensch und konnte als solcher ebenfalls der Verlockung unterliegen, sollte sie
sich so nahe befinden) schien der Keller am besten geeignet zu sein: Es war
Slytherin-Gebiet, und da sowohl dieses Haus wie auch Severus Snape bei
Möglichkeit von den übrigen Schülern gemieden wurden, verirrte sich selten
jemand dorthin. Die Slytherins auf der anderen Seite waren sosehr mit ihren
internen Machtspielen beschäftigt, dass sich niemand von ihnen für
Erforschungen ihres Territoriums erwärmen konnte.
Somit
konnten die Bewohner Hogwarts, vor allem jene, die das Wissen um des Spiegels
Standort teilten, mehr oder weniger beruhigt schlafen - wenn sie es denn täten:
Severus Snape zumindest lag nicht in seinem Bett. Es war bereits nach
Mitternacht, als er sich auf den Weg zu besagtem Gegenstand begab.
Das erste
Mal hatte er aufgrund Dumbledores Bitte in den Spiegel geschaut, an dem Tag,
als er nach Hogwarts zurück gekehrt war und seine Angehörigkeit bei den
Todessern gestanden hatte. Einerseits war es ein Schock gewesen, seinen
sehnlichsten Wunsch mit eigenen Augen zu sehen, andererseits hätte er am
liebsten laut gelacht.
Der
Anblick der Szenerie mochte es vielleicht gewesen sein, der Dumbledore bewegt
hatte, ihm zu verzeihen und zu vertrauen - Snape wusste es bis heute nicht mit
Sicherheit, aber der Headmaster hatte danach einige Nuancen blasser ausgesehen.
Wie konnte er es ihm auch verübeln? Wer hätte es auch geglaubt, wäre es nur von
ihm ausgesprochen und nicht durch den Spiegel Nerhegeb bestätigt worden?
Ein
verregneter, nebliger Tag... Nur eine Handvoll Menschen, dunkel gekleidet...
Ein Sarg schwebt vor ihnen her... Mahagoni... silberne Griffe... ein
Schlangenemblem den Deckel zierend... Langsam wird er in die Erde hinab gelassen...
die Menschen drehen sich um und schreiten davon... Nur ein schlichter Grabstein
aus Marmor hält die Erinnerung wach: --Severus S. Snape, Slytherin und
Todesser--...
Ein
kalter Schauer rann Snape über den Rücken, als die Erinnerung an diese Bilder in
ihm hoch kam.
Das
eigene Schicksal konnte sich von einer Sekunde zur anderen verändern - es
reichte bereits, bloß darüber nach zu denken und die Zukunft verschob sich -,
und so war es auch mit dem tiefsten Begehren, das jeder in sich trug. So oder
ähnlich hatten es zumindest die Leute um ihn herum immer behauptet, doch Snape
hatte im Laufe der Jahre immer wieder den Spiegel aufgesucht, und der Anblick
war immer der Gleiche geblieben. Sein Tod war das Einzige gewesen, was er sich
herbei gesehnt und doch nie erreicht hatte.
Er konnte
denn Bann nicht begreifen, welcher dieser Gegenstand auf die Leute zu werfen
schien. Für ihn war es lediglich eine Bestätigung gewesen, aber nichts was er
angestrebt hätte, ständig erblicken zu müssen. Der Gedanke daran ließ ihn
beinahe umkehren. Beinahe. Und doch saß irgendwo ihn ihm ein Funken Neugierde,
der ihm unablässig zuflüsterte, einen weiteren Blick in seine Seele zu wagen.
Vielleicht, ja vielleicht hatte sich sein Rad des Schicksals nun endlich weiter
gedreht.
***
Kein noch
so geringer Zauberspruch schützte den Raum. Ein Schutzbann hätte die Schüler
wie Motten das Licht angezogen („vor allem Gryffindors", schnaubte Snape
leise), denn wo ein solcher verhängt wurde, gab es auch etwas Geheimes und
Unbekanntes zu entdecken. Spinnweben hingen von der Decke, Staub sammelte sich
auf jeder nur erdenklichen Fläche und auch sonst schien schon seit langem
niemand mehr hier gewesen zu sein.
Der
Spiegel stand nur wenige Meter von der Türe entfernt, und doch schien es für
Snape eine Ewigkeit zu dauern, bis er ihn erreicht hatte und vor ihm stand. Was
würde er sehen? Er hielt die Augen geschlossen, teils aus Angst, etwas neues zu
erkennen, teils aus Angst, die altvertrauten Bilder wieder zu erblicken.
Langsam öffnete er seine Augen, und als er nichts erkennen konnte, trat er noch
einen Schritt näher an den Spiegel.
Zuerst
konnte er nur Nebel erkennen, und dann... Snapes Augenbrauen zuckten überrascht
und sein Mund formte sich zu einem „oh!" - mehr gab sein Körper nicht preis.
Wahrlich, etwas hatte sich geändert, aber DAS?
Das
Geräusch von näher kommenden Schritten versetzte ihn in Alarmbereitschaft.
Jemand war auf dem Weg hierher. Sein erster Gedanke war, den Eindringling an
der Türe abzufangen, doch dies hätte geheissen, seine eigene Schwäche
einzugestehen, welche ihn zum Spiegel geführt hatte. Statt dessen eilte er
hinter einen mottenzerfressenen Paravan, um zu beobachten, wer um diese
Uhrzeit, abgesehen von ihm, nicht in seinem Bett lag.
Die Türe
wurde aufgestossen, und Snape spürte deutlich den Luftzug einer eintretenden
Person, doch zu sehen war niemand. ‚Potter', dachte Snape wütend, ‚ich hätte es
mir denken können.' Er schien wieder einmal in seinem Unsichtbar-Umhang durch
Hogwarts zu schleichen, und es war ja nur eine Frage der Zeit gewesen, bis er
den Spiegel Nerhegeb erneut entdeckte. Dies war einer der Menschen, über die
Snape nur den Kopf schütteln konnte: Jemand, der sich von dem Spiegel in den
Bann ziehen gelassen hatte und dadurch beinahe in den Wahnsinn getrieben worden
wäre.
Mit einem
„zwanzig Punkte Abzug von Gryffindor, Mr. Potter", wollte er soeben hinter dem
Paravan hervortreten, als der Umhang zu Boden glitt und der Anblick der nun
sichtbar gewordenen Person Snape an Ort und Stelle verharren ließ. Definitiv
nicht Potter.
***
Hermione
hatte an diesem Nachmittag, da sie nach wie vor nicht an Trelawneys Unterricht
teilnahm, Hagrid geholfen, die Gehege der magischen Kreaturen zu säubern,
welche momentan das Thema seiner Schullektionen waren. Anschliessend hatte er
sie zum Tee eingeladen, wobei er einen großzügigen Schuss Whiskey in seine
Tasse tat.
Die
Stunden zogen sich dahin, und sie plauderten über dieses und jenes, während
sich bei Hagrid allmählich überaus offensichtliche Reaktionen auf den Alkohol
in seinem Tee bemerkbar machten. Irgendwann kamen sie auf Hermiones erstes
Schuljahr zu sprechen, auf die Abenteuer, die sie damals mit Harry und Ron
erlebt hatte und schliesslich und endlich auch auf die Rätsel, um zum Stein der
Weisen zu gelangen. Natürlich kam es, wie es kommen musste, und Hagrid gab
wieder einmal mehr preis, als er hätte tun dürfen. Hermione liess sich nichts
anmerken, als er vom Spiegel Nerhegeb erzählte, und dass sich dieser immer noch
in Hogwarts befand.
Sie wäre
keine Gryffindor, hätte sie nicht die Neugierde bei Hagrids Worten gepackt, und
so zappelte sie den ganzen Abend herum, bis sie eine Möglichkeit gefunden
hatte, Harrys Unsichtbar-Umhang „auszuleihen" und sich auf die Suche zu machen.
Eigentlich hatte die Neugierde sie seit ihrem ersten Schuljahr nie verlassen -
seit Harry und Ron ihre Eindrücke geschildert hatten - doch zugegeben hätte sie
es niemals. Damals nicht, genauso wenig wie heute.
Der
Spiegel war fort geschafft worden, bevor sie je die Möglichkeit gehabt hatte,
auch nur einen einzigen Blick hinein zu werfen, doch nun bot sich ihr eine
zweite Chance. Wer könnte schon widerstehen, wenn man seinen grössten
Herzenswunsch aufgedeckt bekam? Sie nicht.
„Rein
wissenschaftliches Interesse!", flüsterte sie sich leise zu, als sie durch
Hogwarts Korridore schlich. Sie wusste, dass es mehr als das war, doch
eingestehen konnte sie es sich indes nicht.
Systematisch
war sie die möglichen Standorte des Spiegels durchgegangen und zum Schluss
gekommen, dass der letzte Ort, an dem man in wohl suchen würde, der Keller sein
musste. „Slytherin-Gebiet", stöhnte sie, liess sich aber dadurch nicht beirren.
Sie war gut geschützt durch den Umhang, solange sie kein Geräusch verursachte.
Nachdem
Hermione eine halbe Stunde lang erfolglos in alle möglichen Räume gelinst hatte,
gelang sie an eine Türe, welche nur angelehnt war. Ob das so sein sollte?
Unsicher stiess sie die Türe auf und hätte vor Freude beinahe in die Hände
geklatscht, als sie endlich den gesuchten Gegenstand erblickte.
Harry
hatte damals seine Eltern gesehen, Ron sich selbst als Quidditch-Kaptain mit
dem Pokal in der Hand... Was würde sie sehen? Dass sie die N.E.W.T.s mit
Auszeichnung bestand? Dass sie als Professor nach Hogwarts zurück kehren würde?
Dass sie eine herausragende Entdeckung machte? All das und viel mehr wünschte
sie sich - doch entsprach einer dieser Träume wirklich ihres Herzens Begehren?
Hermione
liess den Umhang zu Boden gleiten und trat zögernd vor den Spiegel. Zuerst sah
sie nur Schwärze um sich herum, dann jedoch löste sich eine Gestalt daraus und
trat auf sie zu. Ueberrascht und erschrocken gab sie einen leisen Schrei von
sich und sprang zurück.
***
‚Was sie
wohl gesehen hat, dass sie so erschrecken konnte?', fragte sich Snape und
wünschte sich sehnlichst Dumbledores Trick zu kennen, mit dem ein
Aussenstehender die Bilder im Spiegel ebenfalls erkennen konnte. So blieb ihm
nichts anderes übrig als zu raten und weiter zu beobachten...
***
Nach
einigen Atemzügen hatte Hermione sich wieder gefasst und wagte erneut einen
Blick hinein. Sie konnte es nicht glauben, was sie gesehen hatte. Unfassbar.
Und doch, als die ganze Szenerie sich erneut wiederholte, erkannte sie
allmählich ihr ureigenstes, tiefes Verlangen darin:
Eine
dunkle Gestalt tritt auf sie zu... Schwarze Kleidung, schwarze Haare, schwarze
Augen - im Kontrast zu seinem überraschend bleichen Gesicht... Ein Lächeln
umspielt seine Lippen, und Hermiones Spiegelbild wiederholt in Antwort die
Geste...
Ein
Schaudern durchlief Hermiones Körper. Hatte sie Snape jemals auf diese Art
lächeln gesehen? Wenn ja, konnte sie sich beim besten Willen nicht daran
erinnern. ‚Schade eigentlich', dachte sie, ‚es bekommt ihm gut.'
Ein
weiterer Schritt nach vorne und er hat Hermione erreicht...
Sie
konnte seine Wärme beinahe fühlen, als er zu ihr aufschloss. Er blickte nicht
auf ihr Spiegelbild, sondern seine Augen schauten geradeaus - direkt in
Hermiones.
Zärtlich
streicht er ihr, hinter ihr stehend, über die Haare und lässt seine Hände auf
ihren Schultern ruhen... Kurze Zeit stützt er seinen Kopf auf dem ihren ab,
doch dann hebt er eine Hand, und schiebt Hermiones Haare zur Seite... Genau
wissend, was er gleich tun würde, neigt sie ihren Kopf etwas und entblösst
dabei ihren Nacken... Seine Lippen berühren sie dort, sein warmer Atem streift
ihre sensitive Haut und ruft ein angenehmes Kribbeln hervor, welches sich rasch
ausbreitet...
Unbewusst
hatte Hermione ihren Kopf ebenfalls zur Seite gelegt und schloss die Augen. Die
Erregung ihres Spiegelbildes war auf sie über gesprungen und der Gedanke, was
noch alles folgen könnte, ließ sie leise aufstöhnen.
***
Wie
versteinert hatte Snape zugeschaut, als Hermione ihren Kopf wie in Trance zur
Seite legte und ein leises Geräusch des Vergnügens von sich gab. Er hätte mehr
von ihr erwartet. Sie war eine intelligente, kleine Lady, und er hatte
eigentlich gedacht, ihre zukünftig zweifelsohne folgenden Triumphe wären ihr
grösster Wunsch. Statt dessen stand sie da und schien völlig gefangen von
irgendwelchen, offensichtlich sexuellen, Phantasien.
Ebenso
rasch wie dieser Gedanke gekommen war, verschwand er auch wieder, und Snape
tauchte abermals in die Szene vor ihm ein. Er hatte sie noch nie so gesehen.
Sie wirkte so verletzlich, so... menschlich. Weiblich. Snape verfluchte seine
beginnende Erregung und den Wunsch derjenige zu sein, der scheinbar hinter ihr
stand und ihren Nacken küssen durfte.
‚Und von
wem träumen alle jungen Frauen von hier bis nach Timbuktu?', hörte er seine
inneren Dämonen flüstern, ‚Natürlich Potter!' Der Gedanke an diesen Wichtigtuer
war es schliesslich, der Snape veranlasste, hinter dem Paravan hervor zu treten
und sich zu räuspern.
***
Hermione
hatte ihre Augen wieder geöffnet und beobachtete, wie ihr Spiegelbild langsam
und genüsslich entkleidet wurde. Zuerst hatte sie das deplazierte Geräusch
nicht wahr genommen, doch nun sickerte es allmählich in ihr Bewusstsein und
ließ sie aufschrecken.
Ihr Blick
schweifte nach rechts und ohne etwas dagegen tun zu können, klappte ihr Kiefer
nach unten. Snape. Hier. Wie er leibt und lebt. Sie riss ihre letzten Gedanken
von den Bildern im Spiegel weg und wurde sich seiner Gegenwart nun vollends
bewusst. Eine leichte Röte überzog ihr Gesicht und unfähig, im direkt in die
Augen zu blicken, betrachtete sie seine Füsse.
„Miss
Granger.", stellte er mit eiskalter Stimme fest, „Vielleicht haben Sie die Güte
mir zu erklären, was Sie hier zu suchen haben?"
„Ich...
ich...", begann sie stotternd, blickte ihm dabei versehentlich in die Augen und
spürte ihr Gesicht augenblicklich eine noch intensivere Farbe annehmen. ‚Grosse
Göttin... diese Augen... dieser Mund...'. Sie verfluchte sich innerlich es
nicht zu Stande zu bringen, ihm offen und direkt ins Gesicht blicken zu können.
Sie glaubte auch nicht, es in nächster Zeit wieder zu schaffen.
Rasch
schaute sie wieder weg, und ihr Blick glitt wieder zum Spiegel zurück. Dieses
Mal jedoch musste sie nicht warten, bis die Bilder kamen... sie waren bereits
da.
Nackt,
wie die Götter sie geschaffen haben, stehen sie beide da... Snapes Hände ruhen
auf ihrem Bauch und sie lehnt sich in seiner Umarmung zurück... Zuerst ein Kuss
auf ihre Schulter... dann auf ihre Wange... und dann dreht sie sich zu ihm um,
ihre Arme um seinen Hals schlingend, und sein Kopf beugt sich ihr zu einem
innigen Kuss entgegen...
„Ah...",
gab Hermione daraufhin von sich, unsicher, wohin sie blicken konnte, ohne an
das soeben Gesehene erinnert zu werden.
Snape,
der bisher schweigend ihr Unbehagen ob seiner Anwesenheit beobachtet hatte,
sprach sie erneut an: „Entsetzt darüber, was es für Sie zu sehen gibt, Miss
Granger? Ihrer Reaktion zufolge kann es soo schlimm nicht gewesen sein...".
Amüsiert beobachtete er, wie sie ertappt zusammen zuckte und noch heftiger
errötete, als er es für möglich gehalten hatte. „Da Sie anscheinend um eine
Antwort auf meine Frage VERLEGEN zu sein scheinen, empfehle ich Ihnen
dringendst, auf direktem Weg in Ihr Zimmer zurück zu kehren."
Kaum
waren die Worte ausgesprochen, hatte Hermione sich auch schon umgedreht und
wollte zur Türe eilen, erleichtert, keinen Punkteabzug erhalten zu haben oder -
schlimmer noch - nachsitzen zu müssen. Bei ihm.
„Zwanzig
Punkte Abzug von Gryffindor für das Herumschleichen nach Curfew und nachsitzen
morgen Abend um acht", hörte Hermione dennoch, als sie den Ausgang beinahe
erreicht hatte.
„Und...
Miss Granger?" - sie drehte sich wieder zu ihm um - „Vergessen Sie nicht
Potters Umhang... wir wollen ihn doch nicht verärgern, nicht wahr?"
Zögernd
setzte sie einen Fuss vor den anderen, zurück zu Snape, welcher den Umhang
aufgehoben und ihn sich über den Arm gelegt hatte, mit der Hand seines anderen
Armes dort festhaltend.
Zaghaft
tritt Hermione näher, bis sie direkt vor ihm steht... Ihre Arme strecken sich
zu ihm aus, doch anstatt den Umhang entgegen zu nehmen, legt sie ihre linke
Hand auf die seine, während ihre rechte sich zu seinem Nacken empor streckt...
wenig Kraft aufwendend, zieht sie seinen Kopf nach unten... ohne Widerstand zu
leisten folgt er ihrer unausgesprochenen Bitte, und hungrige Lippen treffen
sich...
Hilflos
schaute er zu, wie ihm diese Bilder nun schon zum zweiten Mal an diesem Abend
entgegen strahlten. Ihre Lippen waren weich und süss, und ihre Küsse... wie
Feuer.
Seinen
Blick vom Spiegel weg reissend, starrte er direkt in Hermiones Augen, welche
gut zwei Meter von ihm entfernt stehen geblieben war. Hätte er seinen Körper
nicht so gut unter Kontrolle, so wäre wohl er an der Reihe gewesen zu erröten.
Wütend,
dass er sich von ihr so durcheinander bringen ließ, packte er statt dessen den
Umhang mit beiden Händen, warf ihn ihr entgegen und bellte ein „Hinaus!".
Hermione fing ihn auf, machte kehrt und rannte davon. Sie brauchte eine Dusche.
Eiskalt. Sofort.
Nur
wenige Augenblicke nach ihrem Abgang eilte auch Snape aus dem Raum. Er konnte
sich selbst nicht trauen, länger hier zu verharren, ohne erneut in den Spiegel
zu blicken. Er brauchte eine Dusche. Eiskalt. Sofort.
*** E
n d e ***
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Da ich
die HP-Bücher nur auf Englisch gelesen habe, bin ich leider um einige deutsche
Ausdrücke verlegen. So ist halt Dumbledore bei mir ein „Headmaster",
„N.E.W.T.s" bleiben „N.E.W.T.s" und aus dem „Invisibility Cloak" habe ich
kurzerhand den „Unsichtbar-Umhang" gemacht. Hab' ich etwas vergessen? Ach ja:
„Curfew" - wie auch immer das auf deutsch heisst... Hoffe, es ist trotzdem
einigermassen verständlich.