Die Stadt des Lichts 12 - 21
vonFeedback: Centauria
Hermine konnte nicht schlafen; die Hitze war selbst nachts fast unerträglich in ihrem nach Süden gelegenen Zimmer, in das den ganzen Tag die Sonne prallte. Auch ihrem Sohn Adrian schienen die Temperaturen zu schaffen zu machen, denn er weinte nun schon beinahe die ganze Nacht. Es konnte auch daran liegen, daß er gerade wieder zahnte, überlegte Hermine müde, während sie ihn im Zimmer auf und ab trug und leise mit ihm sprach.
Severus Snape war wie üblich nicht anwesend. Er redete sich nach wie vor damit raus, für den Unterricht ausgeschlafen sein zu müssen und deshalb unter der Woche nicht bei ihr und Adrian schlafen zu können, doch Hermine war vollkommen bewusst, daß dies nur ein Teil der Wahrheit war. Auch sie hatte seit dem Beginn ihrer Ausbildung im Januar des Jahres 1999 wieder einen regulären Tagesablauf und schaffte es trotz Baby tagsüber konzentriert und überwiegend munter zu sein.
Nein! Er ging ihr aus dem Weg!
Hermine seufzte. Adrian war endlich in einen leichten Schlaf gefallen und sie legte ihn vorsichtig neben sich ins Bett.
Die Fenster waren weit geöffnet und doch kam nicht ein frischer Windzug herein. Sie fächelte sich mit der Hand Luft in das erhitzte Gesicht. Obwohl sie nur ein hauchdünnes Nachthemd trug, klebte ihr der Seidenstoff am ganzen Körper. Resigniert setzte sie sich ans Fenster, zündete eine Kerze an und begann, zu lesen. Sie hatte sich aus der Bibliothek der Auroren gerade ein neues Buch über keltische und germanische Runen und die verschiedenen Zauber, die man damit praktizieren konnte, ausgeliehen.
„Sigrun, auch Sowulo genannt,
ist eigentlich ein Zeichen der Sonne, des Lichts, der Kraft, des aktiven
Schutzes. Hier siegt das Licht über die Dunkelheit. Bedauerlicher Weise wurde
dieses Zeichen in der Geschichte der Menschheit mehrfach von Satanisten und
großen, dunklen Mystikern missbraucht. Dies zeigt auch die Macht des Zeichens:
Diese Rune darf niemals umgedreht angewendet werden, ansonsten kann es…"
Plötzlich verschwammen die Buchstaben vor Hermines Augen. Sie kniff kurz die Augen zusammen und öffnete sie dann wieder, doch es schien nicht an ihren übermüdeten Augen zu liegen, die Buchstaben verließen ihren Platz und sortierten sich neu - und das in einer ganz eigentümlichen Handschrift. Hermine starrte auf die Seite, auf der die Zeichen sich wie in einem wilden Tanz zu anderen Worten und anderem Sinn sortierten. Sie schüttelte ungläubig den Kopf, las dann aber die nun entstandenen Worte…
„Das Testament des Teufels", lautete die Überschrift in fetten, schwarzen Lettern. Ihr lief ein kalter Schauer den Rücken hinunter.
Was ging hier vor?
Sie schaute kurz von dem Buch auf zu ihrem Sohn hinüber, doch der lag zusammengerollt auf dem Bett und lutschte leise schmatzend an seinem linken Daumen.
„Um die gesamte
Menschheit schließlich zu beherrschen, sorge man dafür, daß die Menschen sich
in gegensätzlichen Ansichten, Religionen und Weltanschauungen zerstreiten und
letztendlich hassen; man tische ihnen solange widersprüchliche Thesen zu
verschiedenen Themen auf, bis sie sich in dieser Verwirrung nicht mehr
zurechtfinden und überzeugt sind, daß es besser sei, in politischen Dingen
keine persönliche Meinung zu haben.
Dann fördere man die
schlechten Eigenschaften der Menschen, bis sie einander ohne Skrupel bestehlen,
beschimpfen und ermorden.
Man wird die Völker
daran gewöhnen, den Schein als Wahrheit zu nehmen, sich mit Äußerlichkeiten zu
begnügen, nur dem Vergnügen nachzujagen und ewig auf der Suche zu sein.
Durch gezieltes
Einsetzen von Presse und Literatur soll die Masse nach dem Willen der Herrscher
gelenkt werden. Das eigene Denken, die Persönlichkeit muss den Menschen
abgewöhnt und vorhandene Geisteskräfte auf bloßes hohles Geschwätz abgelenkt
werden.
Als Regierung der
Staaten werden solche gewählt, die durch vergangene Verfehlungen manipulierbar
sind, so dass sie folgsam das tun, was ihnen die Herrscher befehlen. Widersetzt
sich ein Staat, so müssen die Nachbarn zum Krieg gegen ihn angestachelt werden.
In allen Erdteilen sollen Streit, Unruhe und Feindschaft gesät werden, um die Staaten das Fürchten zu lehren und jeden Widerstand zu brechen. Durch Neid, Haß, Streit und Krieg, durch Entbehrungen, Hunger und Verbreitung von Seuchen sollen alle Völker derart zermürbt werden, daß sie keinen Ausweg mehr sehen, als sich vollständig der einen, wahren Herrschaft zu unterwerfen."
Hermine fixierte die Worte und konnte sie dennoch nicht fassen. Wie kam dieser Auszug in ihr Buch? Warum hatten sich die Buchstaben umsortiert? Wer war der Verfasser dieser Worte und warum wurden sie ihr zugeführt?
Sie war überzeugt davon, daß dies hier kein Zufall war; genau sie hatte das lesen sollen…aber warum?
Hermine schlug das Buch zu und öffnete es erneut auf der Seite.
Wie sie schon erwartet hatte, waren dort nun wieder die Deutungen der Runen zu lesen. Wieder schüttelte sie irritiert den Kopf. Was hatte das nur zu bedeuten? Wer waren „die Herrscher"? Hatte das etwas mit Voldemort zu tun? Mit den Todessern?
Sie beschloss, am nächsten Tag mit Severus und Dumbledore darüber zu reden und jetzt endlich noch etwas Schlaf zu bekommen. Es war schon nach zwei Uhr morgens und ihre Augen brannten vor Erschöpfung. Sie legte sich neben Adrian auf das Bett und seufzte. Der Nachtwind hatte schließlich doch noch etwas Kühle in das Zimmer gebracht und es war wohltuend, die frische Luft tief einzuatmen. Die vertrauten Geräusche um sie verschwammen zusehends, das leise Rauschen des Windes, das Rascheln der Blätter vor ihrem Fenster, die vereinzelten Rufe der Eulen und das leise Schmatzen ihres Sohnes…Kälte machte sich um sie breit- Finstere Gestalten in einem großen Raum versammelt. Eine Halle. Oder ein Kellergewölbe. In einem Schloss. Sie murmeln unverständliches, melodisches Zeug. Ein Zauber. Ein Ritual. In der Mitte ein junges Mädchen, acht oder neun vielleicht. Sie hat einen blonden Zopf. Die anderen tragen Kutten, die Gesichter sind nicht zu erkennen. Das Mädchen wimmert. Es hat Angst. Einer der Männer geht auf die Kleine zu, die großen Kinderaugen weiten sich mit Schrecken. Er macht seine Hose auf.
Hermine versucht, zu schreien, aber kein Laut entrinnt ihrer Kehle.
Der Mann beugt sich über das Mädchen, zieht den kleinen Körper zu sich heran und stößt sein riesiges Glied in sie hinein.
Hermine wird übel, doch sie ist wie gelähmt.
Das Mädchen schreit jetzt nicht mehr, es weint nur in stummem Entsetzen und höllischem Schmerz. Die Augen hat es panikartig aufgerissen.
Die anderen Männer beginnen, rhythmisch im Kreis zu gehen, weiter ominöse Formeln murmelnd.
Ekstase baut sich in dem Kreis auf. Die Schritte werden schneller, die Worte lauter, doch Hermine kann sie noch immer nicht verstehen. Dann entzieht sich der Mann in der Mitte dem Mädchen und bespritzt es mit seinem Samen, nun ist deutlich das Wort „Luzifer" aus dem Gemurmel zu verstehen.
Hermine fuhr ruckartig im Bett hoch. Der Schweiß rann ihr über die Stirn und ihr war speiübel.
„Mein Gott! Das war kein Traum!", flüsterte sie und schlug sich die Hand vor den Mund. Ihr Atem war unregelmäßig und ihr Herz raste. Panik überschwemmte sie wie eine riesige Flutwelle. Sie begann, zu weinen und das Schluchzen wurde so heftig, daß sie fast Atemnot bekam. Adrian wachte auf und begann, angsterfüllt zu weinen, als er die Stimmung seiner Mutter wahrnahm.
Hermine zwang sich, ruhig zu atmen.
Ein. Aus. Pause.
Ein. Aus. Pause.
Langsam beruhigte sich ihr Herzschlag und sie konnte ihre Gedanken wieder sortieren. Sie nahm Adrian in den Arm.
„Fürchtest Du Dich, mein Liebling?", fragte sie sanft, „Die Mama hat was ganz Furchtbares geträumt. Aber Du brauchst keine Angst zu haben, mein Süßer! Ich pass auf Dich auf, so gut ich kann!"
Ihre Stimme zitterte ein wenig, doch Adrian schien sich dennoch trösten zu lassen durch ihre Beteuerung. Sie hielt ihn solange fest, bis er wieder eingeschlafen war, dann deckte sie ihn neben sich zu und schaute ihn an. Sein Haar war mittlerweile dick und schwarz und von leichten Wellen durchzogen, die es wuschlig aussehen ließen. Seine Augenbrauen waren von der gleichen Farbe, aber von geschwungener, zarter Form, was seinem kleinen Gesicht etwas Zierliches gab. Der kleine Mund hatte die Form des ihren; die Lippen waren schön geformt, weich und voll. Liebevoll streichelte sie ihm eine Locke aus der Stirn und schloss dann selber die Augen. Sie hatte Angst, wieder einzuschlafen, denn keinesfalls wollte sie diese grauenhaften Bilder noch einmal sehen, andererseits konnte sie vor Erschöpfung kaum noch klar denken.
Die Sonnenstrahlen weckten Hermine am nächsten Morgen aus einem tiefen, erholsamen Schlaf. Sie räkelte sich und blickte auf den Wecker auf ihrem Nachtisch: Nach Neun! In einer halben Stunde begann das Aurorenteam mit den Abwehrübungen; sie musste sich beeilen, wenn sie noch daran teilnehmen wollte!
Schnell zog sie sich ein luftiges Sommerkleid an und wickelte Adrian. Dann nahm sie ihn auf den Arm und trug ihn hinunter.
Harry, Remus und Marcus Suddern saßen auf der geräumigen Terrasse und frühstückten. Bunte Blumen in großen Tonkübeln umrahmten kunstvoll die gesamte Sitzfläche. Hermine liebte dieses Fleckchen Erde und beschloss, sich dafür einzusetzen, dass sie hier nicht nach einem halben Jahr wieder weg mussten, wie es sonst für das Aurorenteam üblich war.
Harry und Lupin unterhielten sich über ihren letzten gemeinsamen Einsatz und Marcus las den Tagespropheten.
„Guten Morgen!", grüßte Hermine und blinzelte in die Sonne. Es war schon wieder unvorstellbar heiß für diese frühe Stunde. Das erklärte, warum Lupin und Suddern in dünne Hemden und Shorts gekleidet waren und Harry sogar auf das Hemd verzichtet hatte.
„Morgen Hermine!", ertönte die einstimmige Antwort ihrer drei Mitbewohner und Kollegen.
„Wo sind Tonks und Moody?", erkundigte sie sich und setzte sich gegenüber von Harry neben den lesenden Marcus. Adrian platzierte sie in einen kleinen Kinderstuhl, der am Kopf des Tisches stand.
„Tonks ist Besorgungen machen in der Winkelgasse; sie meinte, sie hätte absolut nichts Passendes anzuziehen für diese Temperaturen hier", berichtete Harry grinsend.
„Moody ist bei Dumbledore zu einer außerordentlichen Konferenz", informierte Remus sie.
„Wisst Ihr, worum es geht?", fragte Hermine weiter, doch Harry und Remus schüttelten den Kopf. Hermine nahm sich von dem Müsli, schnitt sich Obst hinein und griff dann nach dem Brei, den der Hausherr Jeremy Crossnight eigens jeden Morgen aus „extra gesunden Zutaten", wie er versicherte, für Adrian zubereitete.
Ihr Sprössling schien das zu schätzen zu wissen, denn er verschlang jede Mahlzeit mit Heißhunger und konnte schier nicht genug bekommen von dem liebevoll angefertigten Brei.
„Guten Morgen, Hermine! Wie geht es Ihnen?", ertönte da die warme Stimme des Geistes und er schwebte aus dem Fenster des oberen Eckzimmers hinunter zu der Veranda.
„Danke, Jeremy, ganz gut!" Hermine lächelte ihn freundlich an. Sie mochte ihn sehr gern und spürte, daß das auf Gegenseitigkeit beruhte.
Crossnight flog um Adrian herum, der lachend und gurgelnd mit seinen kleinen Händchen nach ihm zu greifen versuchte.
„Vielen Dank für den Brei, Jeremy! Adrian liebt ihn!", versicherte Hermine dem alten Herren, dessen durchsichtig wirkende Augen zu leuchten schienen.
Hermine löffelte hungrig ihr Müsli und fütterte nebenbei ihren Sohn. Lupin und Suddern erhoben sich.
„Kommt Ihr dann nach?" Remus legte Harry eine Hand auf die Schulter. Dieser nickte und beobachtete, wie Adrian den Löffel aus Hermine Hand ergriff und ihn mit samt dem Brei darauf über den Tisch schleuderte. Hermine quiekte auf, als das noch warme Gemisch sie direkt ins Gesicht traf und Harry lachte laut auf.
„Hey, Adrian, Du bist echt treffsicher!" Er stupste dem Kleinen auf die Nase und dieser gurgelte und gluckste begeistert.
„Ja! Ganz fantastisch! Dieses Talent müssen wir unbedingt fördern!", meinte Hermine grimmig, während sie sich den Brei von der Wange wischte. Dann schaute sie Adrian mit blitzenden Augen an und zerwuschelte ihm das weiche Haar.
„Na los, Du kleines Ferkel, gehen wir kämpfen! Du mit Brei und ich mit dem Zauberstab, okay?" Sie hob ihn aus seinem Stühlchen und folgte Harry ins Haus.
„Stört es, wenn ich so bleibe?", fragte Harry mit einem Blick auf seinen nackten Oberkörper, während er vor ihr die Treppen hinaufging, „Ich zerfließe sonst bei der Hitze!"
„Kann ich mich auch ausziehen?", konterte sie spaßig und setzte Adrian auf eine der Matten im Übungsraum.
„Aber gerne doch!", feixte er zurück.
„Was wollt Ihr üben?", unterbrach Remus sie, als er aus dem Nebenzimmer hereinkam und lächelte sie erwartungsvoll an.
„Ich würde gerne noch weitere Schockzauber lernen", meinte Hermine, „Seit ich dieses Erlebnis mit dem Vampir im Februar hatte, zweifle ich irgendwie an der Effektivität des Stupors!"
Lupin nickte und sah sie nachdenklich an.
„Eine gute Idee, Hermine. Der Stupor wirkt tatsächlich nur in bestimmten Situationen, beziehungsweise auf bestimmte Wesen. Bei Untoten, aber auch bei den meisten magischen Tieren versagt er. Es gibt aber Flüche und Zauber, die im Endeffekt die gleiche Wirkung haben, wie der Stupor, aber speziell auf solche Situationen angepasst sind", erklärte Remus und verschwand in Richtung Treppe, um zur Bibliothek der Auroren im Kaminzimmer zu gehen.
„Ich such mal nach einem alternativen Spruch! Übt schon mal ein bisschen Entwaffnen, das kann nie schaden!", rief er vom Flur aus. Dann hörten sie ihn die Treppen hinunterlaufen.
„Du fängst an!", forderte Harry sie heraus und Hermine atmete tief durch. Sie mochte die Kampf- und Entwaffnungszauber nicht, das war ein echter Schwachpunkt bei ihr und sie wusste es. In der Theorie beherrschte sie sie alle perfekt, aber in der Praxis bevorzugte sie Verwandlung und Zaubersprüche doch eindeutig!
„Expelliarmus!", rief sie und konzentrierte sich auf Harrys Zauberstab. Doch der hatte sich, gerade als sie den Mund aufgemacht und zum Sprechen angesetzt hatte, einen Schritt nach links bewegt und war so der Wirkung des Spruchs entgangen.
„Du musst flexibler sein in Deiner Bewegung, Mine!", erklärte er, „Schau, so!"
Er drehte sich mit dem Rücken zu ihr.
„Geh ein Stück im Raum umher!", verlangte er von ihr und sie befolgte die Aufforderung. Dann drehte er sich blitzschnell um, fixierte sie und rief den Zauber. Sie versuchte, ihm auszuweichen, doch er folgte ihr Millimeter genau und der Fluch traf sie mit voller Kraft. Es riss sie von den Beinen und ihr den Zauberstab aus der Hand. Harry war mit einem Sprung neben ihr und sie fiel sanft in seine ausgebreiteten Arme.
„Verstanden?", erkundigte er sich, während er sie wieder auf ihre eigenen Füße stellte. Sie zupfte ihr Kleid zu Recht, dessen dünne Träger ihr bei der Wucht des Zaubers über die Schultern gerutscht waren. Harry beobachtete sie stillschweigend und blickte ihr dann kurz in die Augen.
„Ich hab eine Alternative gefunden. Das kannst Du mal ausprobieren!" Lupin kam mit einem Buch in der Hand wieder hinein und hielt es Hermine hin.
„Das ist ein Spruch, der nicht nur körperlich lähmt, sondern auch die Psyche vollkommen blockiert", erklärte Remus, „Der Betroffene verfällt in emotionale und körperliche Starre, ist nicht mehr handlungsfähig, kataton und wie aus der Welt gerissen."
„Hat das etwas mit der Krankheit der Depression bei Muggeln zu tun?", fragte Hermine, als sie die Zauberformel gelesen hatte.
„Nicht immer, aber in schweren Fällen kann es durchaus sein, daß einer diesen Spruch abbekommen hat", wog Remus ab, „Natürlich kommt das Krankheitsbild aber auch ohne Magieeinfluss vor!"
„Also gut, Harry-Maus, dann wollen wir mal!" Hermine beugte sich leicht vorn über, als wolle sie sich in Kampfhaltung begeben…allerdings ermöglichte sie dadurch ihrem Gegenüber auch gleichzeitig einen äußerst interessanten Einblick in ihr wohlgeformtes Dékolleté. Vielleicht trug das dazu bei, daß Harry so abgelenkt war, daß er sich überhaupt nicht zu wehren versuchte, als Hermines Fluch ihn erstarren ließ.
„Depressor!", rief sie und schwenkte elegant den Stab in seine Richtung. Augenblicklich wurden seine Augen trüb, seine Mimik erschlaffte und sämtliche Reaktionen erloschen. Er ließ sich träge zu Boden sinken und stierte trostlos durch sie hindurch.
„Okay, ich glaube, das reicht! Erlöse ihn!", wies Lupin sie an.
„Enervate!", sagte sie und Harry schüttelte sich unwillkürlich.
„Pfui! Das ist, als würden fünfzig Dementoren auf einmal über Dich herfallen!", stellte er angewidert fest.
„Wie kann man sich davor schützen, Remus?", wollte Hermine wissen.
„Das ist gar nicht so schwer, ähnlich, als würdest Du gegen den Imperius ankämpfen. Die beiden Flüche sind sozusagen Brüder", erklärte er, „Du musst üben, Deinen Geist in dem Moment von der Macht des Fluchs zu befreien und Dich dann mit einem Schutzschild umgeben; Grida und die Ying-Yang-Zauber helfen zum Beispiel sehr gut! Erfreulicher Weise haben aber eigentlich nur Auroren diese Abwehrzauber drauf; Riddle vermeidet es, den Todessern so etwas beizubringen, weil sie dann gegen einen Großteil seiner eigenen Folter- und Manipulationsmethoden immun wären. Ein Vorteil für uns!"
„Post ist da!", rief da Tonks von der Veranda her und kam mit drei Eulen auf ihren Schultern und Armen verteilt die Treppe hoch gerannt.
„Einer für Dich!" Sie umarmte Hermine und reichte ihr einen Umschlag.
„Einer für Dich!" Sie lächelte Harry an und küsste ihn flüchtig auf den Mund.
„Und einer für mich!", schloss Tonks und die Drei öffneten ihre Umschläge, während die Eulen schreiend davonflogen.
Liebe Hermine,
hiermit bist Du ganz
herzlich zu unserer Hochzeit
am 18. Juli 1999
eingeladen.
Die Trauung findet
im „Hexentempel" statt,
die Party wird
anschließend im Hause Thunderney gefeiert!
Beginn: 16:00
Wir freuen uns auf
Dich,
Bridget und Ron
P.S.: Es wäre wohl
unhöflich, wenn wir ausdrücklich erwähnen würden, daß wir uns über Snapes
Anwesenheit nicht übermäßig freuen würden; also Du kannst Deinen Verlobten
natürlich mitbringen…wenn es sein muss.
„Na, das gibt´s doch nicht!", rief Tonks.
„Die lassen ja wirklich nichts anbrennen!", murmelte Harry mit einem Seitenblick auf seine Freundin.
„Wieso? Die sind jetzt auch schon wieder eineinhalb Jahre zusammen! Und wenn sie sich sicher sind über ihre Gefühle? Warum nicht heiraten?", gab Hermine zurück und Tonks nickte stumm, während Harry weiter auf das Pergamentstück starrte.
„Was ist denn der „Hexentempel"?", wollte Hermine wissen.
„Das ist ein heidnisches Bauwerk für Festlichkeiten und Hochzeiten. Es wird dort nicht vor dem so genannten christlichen Gott ein Versprechen über Treue und ewige Liebe ausgesprochen, sondern vor den Naturgeistern, den Elfen und Feen, den Kobolden und Nymphen, den Sylphen und Feuergeistern", erläuterte Lupin und Hermine nickte interessiert.
„Tonks, brauchst Du mich heute Vormittag? Ich hätte etwas mit Dumbledore und Severus zu besprechen und müsste deswegen für mindestens zwei Stunden nach Hogwarts", erklärte sie dann.
„Kein Problem!" Tonks zeigte auf Adrian, der sich robbend durch das Zimmer bewegt hatte und nun gerade dabei war, vergnügt an Harrys Boxershorts zu ziehen, so daß diese ihm um ein Haar von den Hüften gerutscht wäre, wenn er nicht im letzten Augenblick seinen Brief hätte fallen lassen, um sie festzuhalten.
„Hey, Du kleiner Racker! Willst Du mich hier öffentlich lächerlich machen?" Harry sprang entsetzt ein Stück zurück, während Tonks und Hermine sich vor Lachen fast ausschütteten.
„Soll ich auf den Kleinen aufpassen?", bot Tonks an.
„Nö, danke! Sein Vater sollte hin und wieder auch mal einen Blick auf ihn werfen, wäre doch schade, wenn er ihn irgendwann nicht mal mehr erkennt!", erwiderte Hermine mit bissig-sarkastischer Stimme. Tonks zog verstehend eine Augenbraue hoch. Sie hatte oft genug mit Hermine über dieses Thema gesprochen, um zu wissen, wie kompliziert die Beziehung zwischen ihr und Severus Snape sich gestaltete.
Hermine passierte gemächlich das Grundstück des Aurorenquartiers, bis sie die Grenze mit den Schutzzaubern hinter sich gelassen hatte. Sekunden später fand sie sich in Hogsmeade wieder. Es war ruhig und verlassen hier, nun da Sommerferien waren und die Schüler, sowie auch die meisten Lehrer sich zu Hause oder im Urlaub mit ihren Familien befanden. Hermine wusste aus Erfahrung, daß Dumbledore und Snape nicht zu den Weltenbummlern gehörten und so stapfte sie mit Adrian auf dem Arm durch das saftige, grüne Gras zum Haupteingang.
Das Schlossinnere war kühl und sie fröstelte in ihrem dünnen Trägerkleidchen. Adrian bestaunte die munteren Gemälde und zeigte immer wieder auf die Portraits, die ihm zuzwinkerten und winkten.
„Ja, mein Schatz, die sind alle lebendig, nicht? So was kennst Du von zu Hause nicht. Sollen wir Dir auch mal so ein Bild besorgen?" Hermine sprach leise und er hörte aufmerksam zu, während er von Zeit zu Zeit lautes Glucksen ausstieß, wenn ein Gemälde ein besonderes Gebärden zeigte.
Dann erreichten sie die Gänge zu den Kerkern und Adrian verstummte und blickte sich neugierig und wachsam um. Hermine schien es fast, als würde er sich erinnern, wo sie hier waren und wen sie besuchen würden.
„Herein!", bellte Snapes Stimme, als sie geklopft hatte. Sie rollte mit den Augen, weil sie schon an dem einen Wort seine Stimmung erkannte, öffnete dann aber mit einem Seufzer die Tür.
„Hallo, Geliebter!", flötete sie übertrieben gut gelaunt und drückte ihm Adrian in die Arme, um Severus dann herzhaft auf den Mund zu küssen. Er war total perplex, das war nicht zu übersehen. Er hielt seinen Sohn fest, erwiderte ihren Kuss und starrte sie dann an, als könne er sich nicht entscheiden, ob er sie für diesen Überfall zusammenstauchen oder sich vielleicht doch freuen sollte…
„Was machst Du denn hier?", fragte er schließlich in neutralem Ton.
„Ich freu mich auch unglaublich, Dich zu sehen, Liebster!", schäkerte sie und er knurrte etwas
Unverständliches. Adrian quiekte und riss die Ärmchen hoch, um an Snapes Haaren zu ziehen.
Dieser fuhr erschrocken zusammen, als hätte er sich erst eben wieder an die Präsenz des kleinen Wesens auf seinem Arm erinnert. Er schaute ihn aus den Augenwinkeln etwas mürrisch an und Hermine kicherte, als Adrian noch einmal kräftig an der eroberten Haarsträhne zog.
„Mich treibt eigentlich kein besonders schöner Anlass hierher; ich muss mit Dumbledore und Dir über einen Vorfall sprechen, der mich sehr beunruhigt", erklärte sie dann ernsthaft, „Aber mir war so, Professor, als hätten Sie seit mehr als einer Woche Ferien und da entsann ich mich, daß Sie mal erwähnten, nur die schulischen Verpflichtungen hielten Sie davon ab, Ihrer reizenden Verlobten und Ihrem bezaubernden Sohn häufiger als sorgevoller Familienvater beizustehen…kurzum Severus: Warum hockst Du hier bei diesem traumhaften Wetter in Deinen wohlverdienten Sommerferien im Kerker rum und ziehst nicht bis September zu mir nach Cornwall?"
Snape hatte sich unter ihrer ironischen Ansprache gewunden, wie ein Aal im Netz.
„Ich hatte noch einiges zu erledi…", brummelte er vor sich hin, doch sie unterbrach ihn.
„Spar Dir Deine Ausreden, ich kann sie bald auswendig!", kommentierte sie und wandte sich dann zum Gehen, „Ich erwarte, daß Du mich nach dem Gespräch mit Dumbledore begleitest und zwar mit allem, was Du für die nächsten zwei Monate benötigst!"
Er starrte sie an und war scheinbar sprachlos über diese dreiste Entschlossenheit. Was fiel ihr denn ein, ihm solche Anweisungen zu erteilen? Es war nun nicht gerade so, dass er selber um harsches Kontern verlegen gewesen wäre, das fatale an ihren Worten war, dass irgendetwas tief in ihm ihn sehnsüchtigst dazu drängte, ihrem Wunsch zu folgen.
„Kommst Du jetzt oder was?", meinte sie nun und hielt ihm die Tür auf. Irgendetwas lief hier schief, dachte er sich, als er mit Adrian auf dem Arm durch die von ihr aufgehaltene Tür ging und sich den Kopf zerbrach, was um alles in der Welt ihr diese Sicherheit gab, so mit ihm zu reden. Hatte sie einen anderen? War sie deshalb so unbesorgt, daß sie nichts zu verlieren hatte?
Adrian strampelte auf seinem Arm und zeigte immer wieder auf die winkenden, pfeifenden und zwinkernden Bilder an den Wänden. Snape schaute ihn überrascht an und folgte dann seinem Blick und den ausgestreckten Ärmchen mit den Augen.
„Willst Du die anfassen?", brummte er und stellte erst nachdem er den Satz ausgesprochen hatte über sich selbst erstaunt fest, daß er soeben mit einem Baby so gesprochen hatte, als könne es ihn nicht nur verstehen, sondern auch noch antworten. Adrian quiekte begeistert und strampelte noch mehr.
„Na, wenn Du meinst!", knurrte Snape und blieb stehen, um seinen Sohn an eines der Portraits zu halten. Das Gemälde zeigte einen Waldhüter mit großem, grünen Hut, der mit einem riesigen, zottigen Hund durch dichtes Laubwerk ging. Der Hund bellte aufgeregt, als die kleinen Händchen sich ihm näherten und der Waldhüter zog seinen Hut und machte eine kleine Verbeugung vor den stehen gebliebenen Betrachtern. Adrian patschte mit einer Hand auf den Hund und den warf es glatt auf die Seite. Er knurrte und bellte wütend und erschrocken.
„Nicht so grob, mein Süßer", erklärte Hermine sanft und nahm eines seiner Händchen in ihre Hand, „Schau mal; streicheln musst Du den Wauwau, das macht sonst aua!"
Sie strich vorsichtig über das Hundefell und prompt reckte das riesige Tier den Kopf ihrer Berührung entgegen. Adrian quietschte wieder auf und schaute dann erfreut zu seiner Mutter.
„So ist schön, oder? So mag der Wauwau das auch!", meinte sie und ging dann weiter. Snape schritt schweigend und in Gedanken versunken neben ihr her. Sie beobachtete ihn aus den Augenwinkeln und kam nicht umhin, zu bemerken, wie unglaublich rührend sie den Anblick von ihm mit Adrian auf dem Arm fand.
Adrian schien auf bemerkenswerte Weise zu spüren, daß, auch wenn dieser Mensch nicht oft bei ihnen war, er im Leben seiner Mutter doch eine große Rolle spielte. Sie merkte, wie Adrian seinen Vater immer wieder erkannte und sich zu freuen schien, wann immer er ihn sah. Der Kleine guckte nun Severus direkt in die Augen und dieser konnte nicht umhin, den Blick dieser großen, dunklen Kinderaugen zu erwidern. Hermine war es unmöglich, seinen Ausdruck dabei zu deuten, aber sie war sich sicher, daß Adrian es konnte!
Als sie vor Dumbledores Büro angekommen waren, war Severus völlig damit beschäftigt, mit seinem Sohn in stiller Kommunikation zu interagieren. Es schien, als könne er sich schier nicht losreißen von dem intensiven, durchschauenden Blick seines Sohns.
„Das Passwort?", fragte Hermine vorsichtig und Severus schreckte regelrecht neben ihr hoch.
„Kokosnusscreme!", knurrte er dem Wasserspeiher zu und Hermine trat neben ihm auf die Stufen, die sie nach oben trugen.
„Hermine, was für eine Freude!", begrüßte Dumbledore sie herzlich und legte ihr einen Arm um die Schultern, während er sie zu den Sesseln vor dem Kamin führte, „Was macht Deine Ausbildung?"
„Spaß!", antwortete Hermine lächelnd, „Ich habe jetzt doch eher bei Remus und Tonks Unterricht, als bei Moody…es gab da Differenzen."
„Ich verstehe!", kommentierte der Schulleiter und sie war sich sicher, daß er es weit besser verstand, als sie selbst.
„Professor Dumbledore, ich habe leider mal wieder einen eher unerfreulichen Grund, Sie zu besuchen", meinte sie dann entschuldigend.
„Albus!", warf der Direktor ein und sie sah ihn irritiert an, „Du kannst mich gerne Albus nennen!"
Sie nickte leicht verlegen und Snape starrte ihn ungläubig und auch etwas missmutig an, während er sich mit Adrian auf dem Schoß neben Hermine niederließ.
„Der Knirps ist ja riesig geworden!", bemerkte Dumbledore da mit einem Blick auf das ungewöhnliche Vater-Sohngespann. Hermine nickte stolz und strich ihrem Sohn eine Haarwelle aus der Stirn. Da kam Fawkes von seiner Stange zu ihnen hinüber geflogen und ließ sich auf der Armlehne von Snapes Sessel nieder. Adrian streckte sein Köpfchen nach hinten und quietschte begeistert auf, als er den bunten Phönix wieder erkannte. Er ruderte mit seinen Ärmchen und bekam sofort den Schnabel des Vogels zu fassen. Fawkes krächzte auf und es sah aus, als schiele er etwas irritiert auf die kleinen Händchen an seinem Schnabel hinab. Dann schlug er wild mit den Flügeln und verpasste damit Severus einige Wohlplatzierte Ohrfeigen. Dieser zog ein Gesicht, als hätte man ihn soeben gezwungen, auf eine Zitrone zu beißen und entfernte dann etwas ungeschickt, die Kinderfingerchen vom Phönixschnabel. Fawkes schien allerdings nicht von dem kleinen Wesen Abschied nehmen zu wollen, denn er beäugte ihn noch immer sehr aufmerksam und hüpfte dann mit einem großen Satz genau auf Adrians Bauch. Dieser gluckste überrascht auf, hielt aber dann ganz still, während der Phönix mit äußerster Vorsicht begann, mit seinem Schnabel Adrians dunkle Locken zu sortieren.
„Ich glaube, Fawkes wäre ein fantastischer Vater!", kommentierte Dumbledore belustigt, während er seinen Gästen duftenden Kräutertee einschenkte und sich dann zu ihnen setzte. Dann widmete er seine Aufmerksamkeit Hermine.
„Also, was treibt Dich denn nun zu mir, Hermine?"
„Ich hatte letzte Nacht ein sehr ungewöhnliches Erlebnis. Ich las in einem Runenbuch und plötzlich veränderte sich die Schrift zu völlig neuem Inhalt mit der Überschrift: Das Testament des Teufels", berichtete sie knapp. Der Direktor sah sie aufmerksam an und legte dann nachdenklich seine Fingerspitzen aneinander. Er nickte bedächtig und atmete dann tief durch.
„Was beinhaltete das Dokument?", fragte er schließlich.
„Sinngemäß, wie man die Massen beeinflussen und manipulieren muss, um sie völlig hörig, unverantwortlich, gutgläubig und leicht lenkbar zu machen", fasste sie sachlich zusammen. Dumbledore musterte Snape mit einem konzentrierten Blick, dieser wiederum starrte Hermine aus dunklen Augen nebulös an.
„Ein Autor stand nicht dabei?", erkundigte sich Dumbledore schließlich, doch sie schüttelte den Kopf.
„Wissen Sie nicht, von wem das sein könnte?", fahndete sie.
„Ich kenne keine Namen", sagte er ausweichend.
„Warum erscheint mir so eine Schrift?", wollte Hermine wissen.
„Das würde mich auch interessieren!", warf Snape ein und richtete seinen Blick nun auf Dumbledore, der ihn wiederum fixierte.
„Du könntest in Gefahr sein!", stellte der Schulleiter dann ruhig und schlicht mit einem Blick auf Hermine fest, „Da sind Leute auf Dich aufmerksam geworden, mit denen man besser nicht in direktem Kontakt steht!"
„Was für Leute?", fragte sie nun ein wenig panisch.
„Ich weiß nichts Genaueres!", versicherte ihr der Schulleiter und schaute sie intensiv durch seine blauen Augen an.
„Aber wenn Sie nicht mehr darüber wissen, wer denn dann?", erkundigte sie sich verzweifelt.
„Wahrscheinlich niemand", gab er zu, „Wir haben es hier mit den großen Geheimnissen dieses Planeten zu tun. Geheimorden der finstersten Sorte. Diese Leute verstehen sich darauf, Geheimnisse zu bewahren!"
Hermine schluckte die aufsteigende Panik hinunter und versuchte, einen klaren Gedanken zu fassen.
„Muss ich irgendetwas beachten? Kann ich mich irgendwie speziell schützen?", fragte sie dann sachlich. Snape schenkte ihr wieder einen unergründlichen Blick, der am ehesten Anerkennung widerspiegelte.
„Du bist bei dem Aurorenteam schon gut aufgehoben. Diese Leute sind nicht mehr oder weniger gefährlich als Riddle selber; anders gesagt, ich vermute, daß er mit denen eng zusammenarbeitet, vielleicht sogar in einer der führenden Positionen, wobei ich mir da nicht sicher bin", erklärte Dumbledore, „Es könnte auch sein, daß dort Muggel sitzen und diese die Schwarzmagier nur für ihre Zwecke ausbeuten."
„Sind das Todesser?", hinterfragte sie, doch Dumbledore schüttelte den Kopf.
„Nein, das ist schon noch eine Garde darüber", wich er ihr abermals aus und ihre Augen weiteten sich angstvoll.
„Über den Todessern?" Ihre Stimme klang etwas brüchig, doch sie räusperte sich energisch, während der Schulleiter bedächtig nickte.
„Wir finden heraus, was die von Dir wollen, Hermine!", versicherte er ihr, „Versuche, Dir keine unnötigen Sorgen zu machen. Sei achtsam, vorsichtig und begib Dich nicht in unsichere Situationen. Deine Ausbildung gründlich zu machen muss ich einer eifrigen Schülerin wie Dir wohl nicht raten!"
Er lächelte sie warmherzig an und sie nickte tapfer.
Snape erhob sich, da er die Unterhaltung als beendet deutete, doch Hermine schien noch etwas auf dem Herzen zu haben. Sie sah ihn etwas nervös an, wagte dann aber doch, ihre Frage zu stellen.
„Profess…Albus!", begann sie und räusperte sich erneut, „Kann es sein, daß dieses Ereignis etwas mit dem Buch zu tun hat, das Severus… verursacht hat?"
Dumbledore schmunzelte und schüttelte amüsiert den Kopf.
„Deine Kombinationsgabe hat mich schon immer beeindruckt, Hermine! Natürlich, daran habe ich auch schon gedacht. Es kann sein, daß Leuten aus diesen Kreisen das Buch nicht passt, weil es zu viele Wahrheiten enthüllt. Ein Grund mehr, damit weiterzumachen!", sagte er bestimmt und sowohl Snape, als auch Hermine starrten ihn verblüfft an.
„Habe ich das gerade richtig verstanden, Direktor? Sie wollen, daß ich…?", vergewisserte sich Snape.
„Genau, Severus!" Er erhob sich und legte Snape eine Hand auf die Schulter. „Voraussetzung ist allerdings, daß Du private Angelegenheiten so weit verschleierst bei der Übermittlung, daß hier niemand gänzlich entblößt wird! Es geht darum, Muggel über unsere Welt aufzuklären, nicht mehr und nicht weniger!"
„Schön und gut, aber auf die letzten drei Werke habe ich nun keinen Einfluss mehr", merkte Severus an und wich dem Blick seines Vorgesetzten aus.
„Drei?", wunderte sich Dumbledore und blickte Severus über seine Brillengläser hinweg verblüfft an.
„Ja, das erste erschien vor zwei Jahren, das zweite im letzten und das dritte…ich bin mir nicht sicher, es ist schon wieder ewig her, daß ich ihr die Informationen sendete, keine Ahnung, warum Muggel für so etwas so lange brauchen! Vermutlich verändern sie wieder die Hälfte!", knurrte er.
„Drei Bücher!", wiederholte Dumbledore erneut und schüttelte dann resigniert den Kopf, „Warum hast Du denn nicht gleich gesa