In your eyes
Moonlight sonata
Der Tag, als es vorüber war

3 Shortstories von Ellys



In your eyes

In your eyes

 

Ellys

 

 

Dort stand er, die Beherrschung in Perfektion, der Meister des Täuschens und Verheimlichens. Niemand würde es je vermuten, keiner würde auf die Idee kommen, dass er sie liebte. Sein Gesicht, so steinern wie eh und je, keine Gefühlsregung um den starren Mund, keine Zärtlichkeit in seinen Bewegungen.

Er schien wie immer. Der harte, eiskalte und vor Sarkasmus triefende Professor für Zaubertränke, ohne Gnade, ohne Mitgefühl. Doch unter dieser Schale ..

Eine leichte Röte legte sich über Miones Gesicht, die letzte Nacht hatte ihr wieder einmal bewiesen, wie sehr man sich in einem Menschen irren konnte. Wenn man sein Äußeres als Maßstab nahm. Severus war so .. anders als sie es sich zu Träumen vorgestellt hatte. Voller Gefühl und Zärtlichkeit, zum bersten angefüllt mit Leidenschaft und Liebe die er für sie empfand. Noch immer spürte sie seine sanften, starken Händen zwischen ihren Schenkeln, den heißen Atem im Nacken, seine Stimme die ihren Namen flüsterte..

„Miss Granger" Hermione schreckte aus ihrem Tagtraum auf und sah in die unerbittlich schwarzen Augen ihres Lehrers. „Ich habe ihnen eine Frage gestellt"

Reiss dich zusammen

„Es tut mir leid, Professor. Ich .. weiß es nicht"

„Sie wissen es also nicht. Sehr bedauerlich, wirklich. Die Entschuldigung sollten sie sich für ihre Kameraden aufheben, 20 Punkte Abzug für Gryffindor"

Ohne den Hauch einer Regung wandte er sich ab und schritt zu seinem Pult. 20 Punkte .. Mione wusste, dass es ihm nicht leicht fiel. Aber der Schein musste gewahrt werden.. Sie seufzte leise auf.

„Miss Granger" Wie Eis schnitt die Stimme durch den Rauch im Raum „Da es sie augenscheinlich langweilt meinem Unterricht zu folgen, werden sie die nächste Stunde führen. Kommen sie nach dem Unterricht in mein Büro" Mione nickte..

 

„Severus?" Langsam schob Mione die Türe zu Snapes Büro auf. Der altbekannte Geruch von Holz, Kräutern und anderen Zutaten ließ ihre Sinne vibrieren. Sein Geruch ..

„Hermione, bitte komm nach hinten" Leicht wie eine Feder flog Mione über den Steinboden der alten Kellergewölbe. Alles hier war so sehr Severus .. in jeder Ecke spiegelte sich ein Teil seines Wesens, alles war durchdrungen von seiner Seele. Selbst bei den wenigen Gelegenheiten als sie hier auf ihn warten musste, spürte sie seine Anwesenheit. Ein Teil von ihm war immer hier unten.

Ehe sie sich versah fühlte sie die starken Arme ihres Geliebten um ihren Körper geschlungen, seine sinnlichen Lippen auf ihren. Überwältigt von den Gefühlen die in ihr wüteten.

„Mione, endlich" Oh, diese Stimme! Wie hatte sie nur all die Zeit ohne ihn leben können? In seinen Augen funkelten tausend Sonnen wenn er sie betrachtete, über das sonst so harsche Gesicht schien eine Spur Licht zu fließen, ein Lächeln aus purem Glück darin eingebettet.

 

 

Niemand wusste von dieser Liebe, doch das minderte sie nicht. Sie hatten gefunden, was so lange schmerzlich vermisst war, waren das Wagnis eingegangen und belohnt worden.

Nur im ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne, doch auch dieses Licht kann überschienen werden. Von der Liebe, die in den reinen Herzen der Liebenden lebt.





Hermione Granger saß auf der Couch ihres Geliebten

Moonlight sonata

 

Ellys

 

 

 

Hermione Granger saß auf der Couch ihres Geliebten. Mit einem Lächeln auf den weichen Lippen sah sie auf als er den Raum betrat und neben ihr Platz nahm. Sie liebte jedes noch so winzige Detail an ihm, die dunklen ,wallenden Roben, diese zerbrechlichen und doch so geschickten Hände, seine Aura, die sie jedes Mal wieder gefangen nahm. Schwarze Diamanten funkelten sie an, strahlten hervor aus mondblasser Haut, eingerahmt von Haaren so dunkel wie der Schatten der Nacht. Sanft ließ sie ihre Hand über seine Wange streifen, über seine warme, seidige Haut. Hinab zu den vollen sinnlichen Lippen die so wundervoll ihren Namen flüstern konnten „Mione" Ein leiser Schauer durchfuhr sie, der Geruch von herben Kräutern und süßen Früchten nahm ihr den Atem als sie ihren Kopf an seine Brust legte. Die Hände tief in die warme Robe geborgen, seinen Atem unter sich spürend, die samtene Stimme in ihrem Herzen vibrierend. Niemals hatte sie seine Liebe angezweifelt, nie hatte er einen Grund dazu gegeben. Der Tag als sich ihre Lippen das erste Mal trafen, so durchdringend und heiß wie ein alles versengendes Feuer und doch so filigran und zart wie ein Sonnenstrahl auf den Wolken umhertanzt.

 

Nein, nichts konnte sie an seinen Worten zweifeln lassen, nichts die Vertrautheit in diesen Augen nehmen, die ihr so tief wie Ozeane schienen. Ein Seufzen entfloh ihrem Mund, breitete sich warm über die Gestalt ihres Geliebten aus und zerfloss in tausende kleine Tränen.

Viele wollten sie an dieser Liebe hindern, legten Probleme und Beschwernisse auf, doch es war ihr egal. Wer auf Erden hatte das Recht ihnen diese Gefühle zu nehmen? Bedeutete Liebe nicht auch immer ein Wagnis einzugehen? Sie wussten es beide, und es war beiden gleich.

 

Langsam hob Hermione ihren Kopf und blickte in das Gesicht ihres Geliebten. Ein Lächeln umspielte seine Lippen, ein Lächeln das er nur ihr schenkte. Sie schob sich ein kleines Stück von ihm fort und streichelte ein letztes Mal mit ihren Augen über die Gesichtszüge die ihr so vertraut waren.

 

Tränen stiegen in ihre Augen und die Konturen des Mannes verschwommen mit ihnen.

Sie durfte keine Schwäche zeigen, nicht vor den anderen. Vor ihm hätte sie es gekonnt und getan, ihm konnte sie alles anvertrauen, doch die anderen...

 

Hermione Granger erhob sich, strich ihr schwarzes Kleid zurecht und verließ festen Schrittes die privaten Gemächer von Severus Snape, Head of Slytherin House und Kriegsheld im Kampf gegen Voldemort.

Sie durfte nicht zu spät kommen, wenn die anderen ihm die letzte Ehre erwiesen.





Helles Licht scheint in die Halle , spiegelt sich auf dem blitzenden Boden

Der Tag, an dem es vorüber war

 

Ellys

 

 

Helles Licht scheint in die Halle , spiegelt sich auf dem blitzenden Boden. Vertraute Gerüche steigen in meine Nase, Holz, das Festessen vom vergangenen Tag, das Wachs der Kerzen die schwerelos und leise an den Wänden schweben.

Mein Blick wandert hinauf zur weitläufigen Decke, das perfekte Ebenbild des wirklichen Himmels strahlt mich an. Azurblaue Unendlichkeit, schneeweiße weiche Wolken, tanzendes Gold trifft mich. Ich schließe die Augen und verharre einen scheinbar friedlichen Moment in der Wärme.

Der Tag an dem es vorüber ist .. dies ist er also. Das Ende meines bisherigen Lebens, das Ende des Schreckens und des Grauens. Alle um mich herum sind erleichtert, froh. Ich höre noch ihre Tränen, ihr glückliches, beinahe ungläubiges Lachen, die Trauer die mitschwingt und der tiefe Dank in den geflüsterten Worten. Schwere Verluste .. so nennt der Prophet die Opfer. Verluste, doch wer fühlt sich wirklich berührt?

Wer kann ahnen was in denen vorgeht die .. übrig bleiben?

 

Sie war eins der Opfer, ein schwerer Verlust. Schreiben sie und sagen sie hinter vorgehaltener Hand. Niemand blickt mir in die Augen, keiner macht sich die Mühe mir Trost zu spenden. Sie könnten es nicht, aber vielleicht würde die Geste meine Qual mildern. Niemand weiß, dass wir .. ich will es nicht sagen. Nicht einmal vor mir zugeben. Es würde bedeuten, dass es beendet ist. Endgültig.

Eine kalte Träne rinnt mein Gesicht hinab. Auch das habe ich dir zu verdanken..

 

Ich wende mich vom Licht ab und gehe zurück in meinen Kerker. Der Tag an dem es vorüber war ..

Der Krieg gegen ihn.

Und mein Leben.