In
your eyes
Ellys
Dort stand er, die
Beherrschung in Perfektion, der Meister des Täuschens und Verheimlichens.
Niemand würde es je vermuten, keiner würde auf die Idee kommen, dass er sie
liebte. Sein Gesicht, so steinern wie eh und je, keine Gefühlsregung um den
starren Mund, keine Zärtlichkeit in seinen Bewegungen.
Er schien wie immer.
Der harte, eiskalte und vor Sarkasmus triefende Professor für Zaubertränke,
ohne Gnade, ohne Mitgefühl. Doch unter dieser Schale ..
Eine leichte Röte
legte sich über Miones Gesicht, die letzte Nacht hatte ihr wieder einmal
bewiesen, wie sehr man sich in einem Menschen irren konnte. Wenn man sein
Äußeres als Maßstab nahm. Severus war so .. anders als sie es sich zu Träumen
vorgestellt hatte. Voller Gefühl und Zärtlichkeit, zum bersten angefüllt mit
Leidenschaft und Liebe die er für sie empfand. Noch immer spürte sie seine
sanften, starken Händen zwischen ihren Schenkeln, den heißen Atem im Nacken,
seine Stimme die ihren Namen flüsterte..
„Miss Granger" Hermione schreckte aus ihrem Tagtraum auf
und sah in die unerbittlich schwarzen Augen ihres Lehrers. „Ich habe ihnen eine
Frage gestellt"
Reiss dich zusammen
„Es tut mir leid,
Professor. Ich .. weiß es nicht"
„Sie wissen es also
nicht. Sehr bedauerlich, wirklich. Die Entschuldigung sollten sie sich für ihre
Kameraden aufheben, 20 Punkte Abzug für Gryffindor"
Ohne den Hauch einer
Regung wandte er sich ab und schritt zu seinem Pult. 20 Punkte .. Mione wusste,
dass es ihm nicht leicht fiel. Aber der Schein musste gewahrt werden.. Sie
seufzte leise auf.
„Miss Granger" Wie Eis schnitt die Stimme durch den Rauch
im Raum „Da es sie augenscheinlich langweilt meinem Unterricht zu folgen,
werden sie die nächste Stunde führen. Kommen sie nach dem Unterricht in mein
Büro" Mione nickte..
„Severus?" Langsam
schob Mione die Türe zu Snapes Büro auf. Der altbekannte Geruch von Holz,
Kräutern und anderen Zutaten ließ ihre Sinne vibrieren. Sein Geruch ..
„Hermione, bitte
komm nach hinten" Leicht wie eine Feder flog Mione über den Steinboden der
alten Kellergewölbe. Alles hier war so sehr Severus .. in jeder Ecke spiegelte
sich ein Teil seines Wesens, alles war durchdrungen von seiner Seele. Selbst
bei den wenigen Gelegenheiten als sie hier auf ihn warten musste, spürte sie
seine Anwesenheit. Ein Teil von ihm war immer hier unten.
Ehe sie sich versah
fühlte sie die starken Arme ihres Geliebten um ihren Körper geschlungen, seine
sinnlichen Lippen auf ihren. Überwältigt von den Gefühlen die in ihr wüteten.
„Mione, endlich" Oh,
diese Stimme! Wie hatte sie nur all die Zeit ohne ihn leben können? In seinen
Augen funkelten tausend Sonnen wenn er sie betrachtete, über das sonst so
harsche Gesicht schien eine Spur Licht zu fließen, ein Lächeln aus purem Glück
darin eingebettet.
Niemand wusste von dieser
Liebe, doch das minderte sie nicht. Sie hatten gefunden, was so lange
schmerzlich vermisst war, waren das Wagnis eingegangen und belohnt worden.
Nur im ruhigen Teich
spiegelt sich das Licht der Sterne, doch auch dieses Licht kann überschienen
werden. Von der Liebe, die in den reinen Herzen der Liebenden lebt.
Moonlight sonata
Ellys
Hermione Granger saß
auf der Couch ihres Geliebten. Mit einem Lächeln auf den weichen Lippen sah sie
auf als er den Raum betrat und neben ihr Platz nahm. Sie liebte jedes noch so
winzige Detail an ihm, die dunklen ,wallenden Roben, diese zerbrechlichen und
doch so geschickten Hände, seine Aura, die sie jedes Mal wieder gefangen nahm.
Schwarze Diamanten funkelten sie an, strahlten hervor aus mondblasser Haut,
eingerahmt von Haaren so dunkel wie der Schatten der Nacht. Sanft ließ sie ihre
Hand über seine Wange streifen, über seine warme, seidige Haut. Hinab zu den
vollen sinnlichen Lippen die so wundervoll ihren Namen flüstern konnten „Mione"
Ein leiser Schauer durchfuhr sie, der Geruch von herben Kräutern und süßen
Früchten nahm ihr den Atem als sie ihren Kopf an seine Brust legte. Die Hände tief
in die warme Robe geborgen, seinen Atem unter sich spürend, die samtene Stimme
in ihrem Herzen vibrierend. Niemals hatte sie seine Liebe angezweifelt, nie
hatte er einen Grund dazu gegeben. Der Tag als sich ihre Lippen das erste Mal
trafen, so durchdringend und heiß wie ein alles versengendes Feuer und doch so
filigran und zart wie ein Sonnenstrahl auf den Wolken umhertanzt.
Nein, nichts konnte
sie an seinen Worten zweifeln lassen, nichts die Vertrautheit in diesen Augen
nehmen, die ihr so tief wie Ozeane schienen. Ein Seufzen entfloh ihrem Mund,
breitete sich warm über die Gestalt ihres Geliebten aus und zerfloss in
tausende kleine Tränen.
Viele wollten sie an
dieser Liebe hindern, legten Probleme und Beschwernisse auf, doch es war ihr
egal. Wer auf Erden hatte das Recht ihnen diese Gefühle zu nehmen? Bedeutete
Liebe nicht auch immer ein Wagnis einzugehen? Sie wussten es beide, und es war
beiden gleich.
Langsam hob Hermione
ihren Kopf und blickte in das Gesicht ihres Geliebten. Ein Lächeln umspielte
seine Lippen, ein Lächeln das er nur ihr schenkte. Sie schob sich ein kleines
Stück von ihm fort und streichelte ein letztes Mal mit ihren Augen über die
Gesichtszüge die ihr so vertraut waren.
Tränen stiegen in
ihre Augen und die Konturen des Mannes verschwommen mit ihnen.
Sie durfte keine
Schwäche zeigen, nicht vor den anderen. Vor ihm hätte sie es gekonnt und getan,
ihm konnte sie alles anvertrauen, doch die anderen...
Hermione Granger
erhob sich, strich ihr schwarzes Kleid zurecht und verließ festen Schrittes die
privaten Gemächer von Severus Snape, Head of Slytherin House und Kriegsheld im
Kampf gegen Voldemort.
Sie durfte nicht zu
spät kommen, wenn die anderen ihm die letzte Ehre erwiesen.
Der
Tag, an dem es vorüber war
Ellys
Helles Licht scheint
in die Halle , spiegelt sich auf dem blitzenden Boden. Vertraute Gerüche
steigen in meine Nase, Holz, das Festessen vom vergangenen Tag, das Wachs der
Kerzen die schwerelos und leise an den Wänden schweben.
Mein Blick wandert
hinauf zur weitläufigen Decke, das perfekte Ebenbild des wirklichen Himmels
strahlt mich an. Azurblaue Unendlichkeit, schneeweiße weiche Wolken, tanzendes
Gold trifft mich. Ich schließe die Augen und verharre einen scheinbar
friedlichen Moment in der Wärme.
Der Tag an dem es
vorüber ist .. dies ist er also. Das Ende meines bisherigen Lebens, das Ende
des Schreckens und des Grauens. Alle um mich herum sind erleichtert, froh. Ich
höre noch ihre Tränen, ihr glückliches, beinahe ungläubiges Lachen, die Trauer
die mitschwingt und der tiefe Dank in den geflüsterten Worten. Schwere Verluste
.. so nennt der Prophet die Opfer. Verluste, doch wer fühlt sich wirklich
berührt?
Wer kann ahnen was
in denen vorgeht die .. übrig bleiben?
Sie war eins der
Opfer, ein schwerer Verlust. Schreiben sie und sagen sie hinter vorgehaltener
Hand. Niemand blickt mir in die Augen, keiner macht sich die Mühe mir Trost zu
spenden. Sie könnten es nicht, aber vielleicht würde die Geste meine Qual
mildern. Niemand weiß, dass wir .. ich
will es nicht sagen. Nicht einmal vor mir zugeben. Es würde bedeuten, dass es
beendet ist. Endgültig.
Eine kalte Träne
rinnt mein Gesicht hinab. Auch das habe ich dir zu verdanken..
Ich wende mich vom
Licht ab und gehe zurück in meinen Kerker. Der Tag an dem es vorüber war ..
Der Krieg gegen ihn.
Und mein Leben.