von Littleblackwitch
Eine kleine Geschichte über unser aller Lieblingspaaring. Angeregt von
einem Rosenstolzsong, hat aber nicht wirklich was mit dessen Inhalt zu tun.
Tief
unten, in einem der unzähligen Verließe, in gerade jenem, das besonders kahl
und ungemütlich wirkte, befand sich eine einzige Gefangene. Angekettet an die uralte,
kalte, moosbewachsene Wand, gefangengehalten von zwei rostigen Eisenriemen, die
ihren Zweck noch immer gut erfüllten und fest um ihre Handgelenke gelegt waren.
Stumme Tränen rannen über ihre zerschundenen Wangen. Jegliche Hoffnung an
Rettung hatte sie bereits begraben, zu lange musste sie nun schon an diesem Ort
ausharren. Alleine, schutzlos, ausgeliefert. Die unzähligen Folterungen und
Qualen hatte sie ertragen nur durch den festen Glauben daran, dass einer ihrer
Freunde kommen und sie retten würde, doch sie hatte sich geirrt. Niemand war
gekommen, kein Einziger, nicht mal Harry oder Ron, wo sie sich doch sonst immer
etwas hatten einfallen ließen, warum jetzt nicht? Wieso nicht, wenn sie mal
Hilfe brauchte?
~~~***~~~
Langsam
und mit leichtem Quietschen öffnete sich die schwere Bleitür und etwas
Kerzenlicht drang in das sonst vollkommen dunkle Gemäuer. Die junge Frau
presste ihre schmerzenden Augen etwas zusammen, um besser erkennen zu können,
wer oder besser gesagt was, sie nun schon wieder behelligen wollte. Schnell
huschte eine vollkommen in schwarz gehüllte Gestalt in den Raum und schloss die
Türe so leise wie möglich wieder hinter sich zu. Erschrocken beobachtete sie
jede Bewegung des Eindringlings, der sich zuerst suchend umblickte und dann zu
ihr umwand. Sein Gesicht war für sie unerkennbar, da er, wie alle Todesser eine
weiße Maske und eine schwarze Kapuze trug. Immer stärker drückte sie sich an
die Wand, je näher er ihr kam, was würde nun passieren?
Warum
war er hier?
Wollte
er etwa über sie herfallen?
Oder
sollte er sie abholen für eine weitere Folterung?
Die
Angekettete konnte nicht mehr und es war ihr mittlerweile auch egal. Herzzerreißend
begann sie zu schluchzen um ihrer angestauten Angst und auch der Wut in ihrer
Brust Luft zu machen.
~~~***~~~
„Miss
Granger, hören Sie gefälligst auf zu flennen! Sie sind immerhin keine vierzehn
mehr!" Der Klang dieser kalten, dunklen Stimme hatte ihr Herz noch niemals
zuvor so freudig hüpfen lassen, wie gerade jetzt in diesem Moment. Sie wollte
loslachen, wollte ihm sagen, wie froh sie war, ihn hier zu wissen, doch ihre
Stimmbänder waren vom vielen Schreien vollkommen überreizt und so brachte sie
nur ein leise gehauchtes: „Professor Snape!", über die Lippen. „Wer denn
sonst?", mit eiligen Schritten war er bei ihr und machte sich an ihren
Handfesseln, mit einem kleinen silbernen Dolch, zu schaffen. „Fragen Sie mich
jetzt bloß nicht, wieso ich meinen Zauberstab nicht benutze! So intelligent
sollten Sie eigentlich sein, um zu verstehen, dass es äußerst töricht wäre
genau in seiner Festung Magie anzuwenden!"
~~~***~~~
Hermione
konnte ihm nichts entgegen, denn es war ihr egal in welchem Tonfall er mit ihr
sprach, oder wieso er sie gerade in dieser Situation so wütend zu belehren versuchte.
Endlich vernahmen ihre Ohren das Klicken der Schellen und sie fühlte wie sie
nach vorne flog. Zu geschwächt von Hunger, Entbehrung und Folter konnte sie
nichts dagegen tun, sondern schloss einfach die Augen um auf den Aufprall zu warten,
der unmittelbar darauf erfolgte. Weitaus sanfter als sie angenommen hatte.... Blinzelnd
versuchte Hermione zu erkennen wo sie sich befand. „Sie werden doch wohl nicht
schwächeln." Wie schwarze Seide glitt seine nun sanft klingende Stimme über
ihre Sinne und die Wärme, welche von seinen Armen und seinem Körper ausging war
einfach zu verlockend. Fest presste sie sich an ihn und begann erneut zu
weinen.
~~~***~~~
Severus
Snape stand einen Moment wie erstarrt still, erst langsam konnte er realisieren
was da gerade geschehen war. Hermione Granger, ehemalige Topschülerin Hogwarts
drückte sich fest an ihn, auf der Suche nach dem Gefühl von Geborgenheit,
Sicherheit und Schutz, welches sie jetzt zweifelsohne benötigte. Vorsichtig bewegten
sich seine Arme zu Hermione´s Rücken und zogen sie fest an sich. Selbst nicht
genau wissen, was er da eigentlich tat, alleine durch das Gefühl angetrieben,
dass dies zu tun das einzig Richtige war, hielt er sie fest, einfach fest. Das
unglaubliche Gefühl der Zuneigung welches Hermione durchströmte, war seltsam
für sie, besonders da es von ihrem ehemaligen Lehrer ausgelöst wurde. Sie
versuchte sich einzureden, dass das ihre Nerven waren, die durch diese komplexe
Situation angespannt waren. „Wir müssen uns beeilen Hermione, wir haben nicht
lange Zeit bis sie mein Fehlen bemerken werden." Der Professor schob sie leicht
von sich und strich ihr eine Träne, die ihr gerade über das Gesicht rann, fort.
Ungläubig starrte sie ihn an, es klang gut wenn er ihren Namen in diesem
Tonfall aussprach, das sollte sie eigentlich alamiert weglaufen lassen, doch
sie versuchte sich statt dessen an einem Lächeln für ihn, das, seinem Gesicht
nach zu urteilen, scheiterte.
~~~***~~~
Mühsam
konzentrierte sie sich darauf ihre Füße immer einen nach dem anderen voran zu
bewegen, sich nicht umzublicken und mit dem Tempo das er vorgab mitzuhalten. Schnell,
aber doch geräuschlos hasteten sie durch die dunklen Gemäuer von Voldemort´s
Festung. Hermione hatte keine Ahnung wohin er rannte, doch der Professor schien
seinen Weg ganz genau zu kennen, kein einziges Mal stockte er auch nur
ansatzweise sondern schlängelte sich geschickt an allen Wachen vorbei. Eine
seltsame Kraftreserve trieb Hermione an, sie hatte niemals geglaubt so eine
gute Kondition zu besitzen anscheinend hatte sie sich in diesem Punkt geirrt. Na
gut, wenn sie ehrlich war hatte sie sich noch bei viel mehr geirrt, Hauptsache
bei Dingen die sie glaubte über ihren Zaubertrankmeister zu wissen. Nicht
einmal in ihren kühnsten Träumen hätte sie sich ausmalen können, dass gerade er
ihr Retter werden sollte, Harry, Ron, Professor Dumbledore, Remus Lupin und
vielleicht sogar Mad-Eye Moody, sie alle wären mögliche Kandidaten für ihre
Rettung gewesen, aber er? Wieso hatte er sich überhaupt dazu bereit erklärt,
dieses Risiko auf sich zu laden? Immerhin gefährdete er hier seine Tarnung,
sein Doppelleben das doch so wichtig war für den Orden.
~~~***~~~
All
diese Gedanken durchzogen ihren Kopf während sie hinter ihm her hetzte, plötzlich
bremste er scharf ab, drehte sich zu ihr um und presste sie mit sich in eine
dunkle Nische wo er sie vollkommen mit seinem Umhang verbarg. Hermione versuchte
ruhig zu atmen, doch es gelang ihr nicht, was war los, wieso war er so plötzlich
stehen geblieben? „Hören Sie gefälligst auf so laut zu atmen Miss Granger!"
zischte er sie bedrohlich an und drückte seine Hand leicht auf ihren Mund. Anders
als sie es erwartete hätte war seine Hand keinesfalls kalt, nein sie war warm,
die Innenfläche rau vom Arbeiten, aber nicht unangenehm.
~~~***~~~
Dunkle,
schnelle Schritte die auf dem Steinboden widerhallten drangen nun auch zu
Hermione´s Ohren vor und sie riss erschrocken die Augen auf. Da war jemand, jemand
der sie beide entdecken könnte. Hermione drohte zu hyperventilieren und augenblicklich
in Ohnmacht zu fallen, dies schien auch Snape zu bemerken, denn er umfasste
ihre beiden Arme und drückte sie noch stärker an die Wand. Zwei schwarze Onyxe
durchbohrten ihre Seele, hielten sie davon ab aufzugeben und ließen sie diese
Moment des Schreckens und der Angst vollkommen aus ihrem Bewusstsein zu
verdrängen. Sie starrte in seine Augen und hatte auf einmal das Gefühl das ihr
nichts geschehen konnte, weil er bei ihr war. Tatsächlich verhallten die
Schritte nach einiger Zeit wieder und entfernten sich zwar langsam aber sicher
immer weiter von ihnen, sie waren gerettet. Dieses Mal gelang ihr ein Lächeln,
er hatte seine Hand von ihrem Mund genommen und sie auf ihre Wange gelegt,
schien nicht einmal daran zu denken von ihr fort zu rücken, hielt sie mit
seinem Blick gefangen und beugte sich langsam näher zu ihr herab. Glücklich
schloss Hermione ihre Augen und wartete darauf seine Lippen zu spüren.
~~~***~~~
Nichts
geschah. Zögernd blinzelte sie als sie spürte, wie der Körperkontakt zwischen
ihnen an Intensität verlor und schließlich vollkommen verschwand. „Wir müssen
uns beeilen, komm." Ohne sie nochmals anzublicken, nahm er ihre Hand in seine
und zog sie hinter sich her, immer weiter. Verwirrung herrschte in ihrem Kopf,
hatte sie sich nur eingebildet, dass er sie... dass er sie... sie konnte es
nicht mal denken, so absurd war die Vorstellung. Sie, Erzfeindin eines jeden
Slytherin, Muggelstämmige, Schlammblut - und Severus Snape küssend in
irgendeneiner Nische. Eilig bogen sie um eine Ecke und plötzlich standen sie in
einer Einbahnstraße. „Oh nein!", entfuhr es Hermione und sie blickte ihn
verzweifelt an. Sollte ihre Flucht wirklich so aussichtslos sein? „Kein Angst,
wir sind hier schon richtig, vertrau mir." Der beruhigende Klang seiner Stimme
ließ ihren Herzschlag ruhiger werden und ein kribbelndes Gefühl in ihrer Magengegend
entstehen. Da ihre Stimme noch immer nicht erholt war nickte sie nur stumm und
folgte ihm weiter.
~~~***~~~
Tatsächlich,
da war eine Tür, fest verschlossen mit 3 Schlössern und einem breiten Riegel,
stand sie eingefasst in die Wand. Severus´s Hand verließ ihre und er rannte zu
der Tür. Da der Gang nur sehr spärlich beleuchtet war konnte Hermione nicht genau
sehen was er tat, doch schon bald vernahm sie frische Luft. Glücklich atmete
sie tief ein. „Hermione, schnell!" Sogleich kam sie seiner Aufforderung nach
und eilte zu ihm. Severus hatte die Tür einen Spalt breit geöffnet, sodass sie
genau hindurch passte. „Hör mir gut zu, etwa 1 km in dieser Richtung.", er
deutete in die Dunkelheit „befindet sich ein Portschlüssel in Form eines alten
Schuhs, du nimmst ihn und er bringt dich direkt ins Hauptquartier wo Professor
Dumbledore und deine Freunde auf dich warten, verstanden?" Sie blickte ihn
verwirrt an, wieso erklärte er ihr das, hatte er Angst, dass sie sich da
draußen in der Dunkelheit verlieren würden? „Hermione, hast du verstanden?"
fragte er leicht barsch und sie nickte. „Gut, dann lauf." Mit festem Griff
wollte er sie aus der Tür schieben, doch sie wehrte sich mit Leibeskräften.
„Was ist?!" fuhr er sie entgeistert an und stellte seine Bemühungen ein. Verzweifelt
suchte Hermione nach Worten. „Was ist mit dir?" brachte sie schließlich heraus.
„Ich werde nicht mitkommen."
~~~***~~~
„Nein!
Ich gehe nicht ohne dich!" fest klammerte sie sich an ihn, schlang ihre Arme um
seinen Körper und vergrub ihren Kopf an seiner Schulter. „Aber ich muss, Hermione
wenn ich einfach von dem Treffen verschwinden würde, wäre das doch äußerst
auffällig oder nicht?" Obwohl sie mehr damit beschäftigt war ihre Tränen zurück
zuhalten, als ihm aufmerksam zuzuhören, verstand sie, dass er vollkommen recht
hatte. „Versprich mir, dass ich dich wiedersehe!" sagte sie mit fester Stimme
und blickte ihn aus ihren braunen Augen flehend an. Kurz schien er mit sich zu
ringen, dann siegte sein Herz über seinen Verstand und er zog sie fest in seine
Arme. Leidenschaftlich presste er seine Lippen auf ihre und genoss ihren
erleichterten Seufzer unheimlich. Hermione schien zu schweben, nur für diesen
Kuss zu leben, niemals zuvor war sie so geküsst worden, mit einer solch
verzweifelten Intensität. Ihre Hände glitten in sein schwarzes Haar und verlor
sich darin, zog leicht daran, nur um es dann wieder unkontrolliert
durcheinander zu bringen. Auch Severus´s Hände wanderten auf ihrem Rücken umher
und gelangten schließlich zu ihrem Po an dem er sie noch fester an sich
drückte. Die Welt stand still für diesen Kuss.
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Severus
löste sich von ihr und ihr Herz begann wieder zu schlagen, ihre Augen suchten
forschend in seinen nach einer Antwort auf ihre Frage. „Ja, ich verspreche es
dir und jetzt geh, bitte!" Hell begannen ihre Augen zu strahlen, sie küsste ihn
nochmals kurz auf die Lippen und entglitt ihm dann, hinaus in die Finsternis
der Nacht. Seufzend drehte er sich wieder um, machte sich auf den Weg zurück in
den Thronsaal wo man sicher schon auf ihn warten würde, er würde sein Fehlen
nicht erklären können und dies bitter bereuen, doch das war ihm egal, er hatte
sie gerettet und das war die Hauptsache. Als er die große Steintreppe hinauf
eilte versuchte er sein Herz wieder zu beruhigen und setzte seine übliche Maske
wieder auf, es hatte wieder begonnen, sein altes, trübes Leben.
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Zitternd
sass Hermione Granger eingehüllt in eine schwarze Wolldecke, in einem grünen
Sessel, der nah vor den Kamin gerückt war und hörte mit an wie sich ihre beiden
Freunde Harry Potter und Ron Weasley freuten, dass sie wohlauf war. „Wir hatten
solche Angst um dich!" beteuerte Harry. „Ja und als Dumbledore dann vorschlug
Snape zu schicken waren wir entsetzt, wir dachten er würde dich ja noch mehr
ausliefern!" fuhr Ron aufgebracht fort, der Blick den er für diese Wort vom
Schulleiter Hogwarts kassierte ließ seine Wangen beinahe die selbe Farbe annehmen
wie seine Haare es waren. Die Tür öffnete sich und Severus Snape trat herein,
sein Umhang war zerrissen und aus vielen kleinen Wunden verteilt auf Gesicht
und Oberkörper strömte Blut hervor. „Ich bin wieder da!" Beinnahe
augenblicklich glitt sein Blick zu Hermione die leicht erröte und aufstand. „Ich
gehe zu Bett.", sagte sie knapp und verließ fluchtartig das Zimmer. Harry und
Ron blickten ihrer langjährigen Klassenkameradin und Freundin verdutzt
hinterher. Der weißbartige Zauberer, welcher in einem Stuhl sass räusperte sich
kurz und deutetet Harry und Ron damit ebenfalls den Raum zu verlassen, beide
verstanden und setzten sich in Bewegung. Harry hielt neben Snape noch einmal
inne, blickte seinem ehemaligen Hasslehrer in die Augen und sagte dann
vollkommen emotionslos: „Danke, Professor" Ein kurzes Nicken seitens Severus
war dessen einzige Reaktion und die beiden jungen Männer machten sich in ihre
Gemächer auf.
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Erschöpft
liess sich Severus in den Sessel fallen, in welchem vor wenigen Minuten noch
Hermione Granger gesessen hatte. Stumm reichte Dumbledore ihm eine Tasse Tee
und einen Teller mit Plätzchen. Beides nahm er entgegen doch rührte es nicht an
sondern starrte beharrlich in das Kaminfeuer. Dumbledore schmunzelte in seinen
Bart, so aufgewühlt hatte er seinen Schützling schon seit Jahren nicht mehr gesehen,
doch er beschloss ihn erst einmal zur Ruhe kommen zu lassen und dann auszufragen,
so vertiefte Albus sich wieder in sein offenes Buch welches auf seinem Schoß
lag.
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Nach
einer ganzen Weile, eine halbe Stunde war vielleicht vergangen, führte der
dunkle Zaubertranklehrer den mittlerweile kalten Tee das erste Mal an seine
Lippen um davon zu trinken. Jetzt erst wagte Dumbledore es, ihn anzusprechen.
„Ist irgend etwas zwischen Ihnen und Miss Granger vorgefallen, mein Junge?"
fragte er mit ruhiger Stimme. Severus rechte Augenbraue zuckte verdächtlich,
doch seine Stimme klang wie immer. „Nein Professor, nichts, ich werde nun auch
zu Bett gehen." Die beiden Teller auf den kleinen Tisch neben sich abstellend
stand er auf und verließ mit einem kurzen Kopfnicken als Gute Nachtgruß den
Raum. Der Kuss sollte ein einmaliger Vorfall bleiben und ein Geheimnis, ein
Geheimnis zwischen ihm und seiner heimlichen Lieblingsschülerin Hermione
Granger. Lächelnd ließ er sich auf sein Bett fallen und driftete schon bald
darauf ab ins Land der Träume, mit Hermione in der Hauptrolle.