Mein Name ist Giselda Monroe, Reporterin des Nachtpropheten

Nehmen wir an, es wäre Nachmittag und wir hätten furchtbare Langeweile. Natürlich machen wir den Fernseher an und es läuft


Richterin

Barbara Salesch


Heute:


Der Fall „Heulende Hütte“!


Oder,


Was geschah wirklich zwischen

Severus Snape

und den ehrenwerten Herren

Moony, Tatze,

Krone & Wurmschwanz?


Eine Fanfiction basierend auf „Harry Potter & Der Gefangene von Askaban“ und „Harry Potter & Der Feuerkelch“.


Von C.M.S.

Feedback: C.M.S.






Mein Name ist Giselda Monroe, Reporterin des Nachtpropheten.

Heute berichte ich von einer Muggelgerichtssendung, die man hier nach der Richterin, das ist so was wie der Vorsitzende des Zauberergamots, Barbara Salesch benannte.

Sensationell ist, dass es sich tatsächlich um Jungzauberer handelt, die hier eines schlimmen Verbrechens angeklagt wurden und zwar von einem Muggel. Allerdings ist dessen Sohn ein Zauberer.


Ich berichte also life aus der Verhandlung:

Das hat sich zugetragen….


Staatsanwalt Herr Kirkidaze erhob sich, sobald Ruhe im Gerichtssaal eingetreten war.

Dann wurden die Angeklagten, der Nebenkläger, die Anwälte durch Frau Richterin Salesch aufgefordert sich zu erheben.

Das zahlreich erschienene Publikum tat es den Hauptakteuren gleich.

Es gab allgemeines Gekicher von ein paar sehr jungen Mädchen in der ersten Reihe, als einer der drei Angeklagten, ein großer, schlanker Bursche, sein gut frisiertes, schwarzes, langes Haar nach hinten warf und seinen Kumpels zuzwinkerte.

Der rechts von ihm befindliche Junge, ein eher schlaksiger Bursch mit braunem, kurzem Haar, senkte schuldbewusst seinen Kopf. Das veranlasste die Mädchen einheitlich zu seufzen. Woraufhin der Junge links laut lachte und sein schwarzes Haar mit seiner Rechten so zerwühlte, dass er mehr denn je einem Punk ähnelte.

Der Nebenkläger stieß ein entrüstetes Schnauben aus und funkelte die drei so finster an, das man meinte seine Blicke könnten töten.

Das schien ein kleiner, unscheinbarer Junge im Publikum mit mausgrauen Stoppelhaaren sogar zu glauben, denn ihm entfuhr ein ängstliches Keuchen.

Nun langte es der Richterin. Sie nahm ihren Hammer und schlug drei Mal auf den Tisch, um die volle Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Dann fuhr ihr Blick zu den Mädchen in der ersten Reihe. „Wenn sie ihre Begeisterung für die Dauer der Gerichtsverhandlung nicht unterlassen, werde ich ihnen drei Tage Ordnungshaft aufbrummen!“ fauchte sie. Dann blickte die rothaarige Frau streng zu den Angeklagten. „Und sie meine Herren konzentrieren sich lieber darauf sich zu benehmen, sonst werden auch sie eine Gefängniszelle von innen sehen, bevor ich hier ein Urteil fälle. Haben wir uns verstanden?!“

Alle drei nickten ernst.

Dann starrte die Salesch den Nebenkläger an. Sie fand, dass dieser Mann noch merkwürdiger erschien, als die drei Angeklagten.

Er trug zwar einen edlen, grauen zweireihigen Anzug, sah aber aus wie ein Anhänger obskurer Riten. Sein Haar war lang, schwarz und glänzend als hätten sie in Öl gebadet. Die Augen dieses Mannes waren so dunkel wie Kohlen in dessen Zentrum ein starkes Feuer glomm.

Der Salesch kroch es kalt den Rücken hinunter je länger sie ihn ansah. „Beginnen sie, Herr Staatsanwalt.“ Nur mit Mühe riss sie ihren Blick von dem unheimlichen Mann und konzentrierte sich auf Herrn Kirkidaze.

Der Staatsanwalt räusperte sich. „Die Angeklagten Sirius Black, James Potter und John Lupin…“

„Mein Mandant heißt Remus John Lupin, Herr Staatsanwalt.“ unterbrach ihn Herr Lenßen.

Kirkidazes Blick war finster, nickte jedoch und räusperte sich erneut. „Remus John Lupin, zufrieden, Herr Anwalt?

„Sehr! Vielen Dank!“ schnurrte der und zwirbelte dabei seinen imposanten Schnurbart.

„Bitte meine Herren!“ knurrte Barbara Salesch ungeduldig.

„Ja…Die eben erwähnten Angeklagten, werden beschuldigt am 20.März letzten Jahres den Schüler Severus Tobias Snape…“

„Tobias?!“ lachte einer der Angeklagten und schüttelte seinen Kopf. „Ich fass es nicht!“

„Halt dich im Zaum, du impertinenter Sohn einer schwarzen Hexe!“ zischte der Nebenkläger bedrohlich, sodass der Junge mit dem schwarzen, langen Haar sofort verstummte. Seine Augen aber hatten einen rebellischen Glanz.

„Ich habe sie gewarnt, Herr Black!“ rief die Richterin erbost. „Ich verordne hiermit drei Tage Haft für diese Unterbrechung.“ Dann sah sie zum Nebenkläger. „Gerichtsschreiber! Es ergeht ein Ordnungsgeld in Höhe von 150 € oder ersatzweise zwei Tage Ordnungshaft gegen den Nebenkläger Herrn Tobias Snape!“

Snape sagte ebenso wenig etwas, wie Black. Beide funkelten sich finster an.

„Fahren sie bitte fort, Herr Kirkidaze!“ wies die Richterin an.

„Wo war ich…ah ja, werden beschuldigt am 20.März letzten Jahres den Schüler Severus Tobias Snape…“ er machte eine kleine Pause, bevor er weitersprach. Offenbar erleichtert, dass nun keiner mehr dazwischenrief. „durch eine List dazu gebracht zu haben in die „Heulende Hütte“, ein beliebtes Ausflugsziel, zu gehen, da sie ihm versprachen dort ein großes Geheimnis mit ihm zu teilen. Überrascht von dieser Vertrauensbezeugung ließ sich der sonst verschmähte Schüler darauf ein und suchte besagten Ort auf.

Dort lauerte ihm der Angeklagte Remus John Lupin auf und versetzte Severus Snape einen Schock, indem er sich in einen Werwolf verkleidete und versuchte ihn mit Hilfe von James Potter, der hinter Severus Snape in die Hütte kam, zu erschlagen. Doch ihr Vorhaben ging fehl, da in dem Moment der junge Schüler Peter Pettigrew dazu stieß und die Täter ablenkte. Woraufhin das Opfer fliehen konnte.

Das Opfer erlitt mehrere Hämatome an Armen, Gesicht und Rücken, Schnitt-, Biss- und Rissverletzungen am ganzen Körper und musste ärztlich behandelt werden.

Die Angeklagten werden deshalb des versuchten Mordes, in Verbindung mit einer gemeinschaftlich begangenen gefährlichen Körperverletzung angeklagt.“ Kirkidaze atmete erleichtert auf und setzte sich.

Alle anderen setzten sich nun ebenfalls.

Barbara Salesch wandte sich an die Verteidigung. „Herr Lenßen, möchte sich ihr Mandant dazu äußern?“

„Ja, er möchte sich äußern.“

„Dann bitte ich sie, Herr Lupin, setzen sie sich in unsere Mitte.“ Sie deutete auf einen kleinen Tisch mit einem bequemen Polsterstuhl, der zwischen Anklage und Verteidigung stand.

Der junge, introvertierte Mann erhob sich und ließ sich dann an dem ihm zugewiesenen Platz nieder.


Eine Anmerkung von mir. Ganz im Vertrauen, machte der junge Remus einen kränklichen Eindruck auf mich. Die ganze Zeit über habe ich mich gefragt, was für ein Leiden den Jungen quälte. Wohl sein schlechtes Gewissen?


„Herr Lupin. Zunächst möchte ich sie darüber belehren, dass sie nichts sagen müssen, das sie selbst belastet. Doch die Fragen zu ihren Personalien müssen sie wahrheitsgemäß beantworten. Haben sie die Belehrung verstanden?“

„Ja.“ Lupin nickte.

„Sind sie mit ihren Mitangeklagten verwandt oder verschwägert?“

Lupin schüttelte seinen Kopf. „Wir sind nur Freunde.“

„Gut. Ihr Name ist Remus John Lupin. Sie sind 18 Jahre alt und wohnen in London, sind aber derzeit in der JVA untergebracht, richtig?“

„Ja. Aber ich wohne nicht mehr in London. Ich habe keinen Wohnsitz mehr.“

„Oh.“ Die Salesch machte ein überraschtes Gesicht. „Das tut mir leid.“

„Schon in Ordnung.“ Er winkte ab und warf dem jungen Potter einen seltsamen Blick zu. Der grinste.

„Bitte schildern sie, wie es zu diesem Vorfall in der „Heulenden Hütte“ kam?“

„Mhm, nun ja.“ Wieder sah Lupin zu Potter und seinem Freund Black. Beide zuckten ihre Schultern.

„Ich kann nicht viel dazu sagen, Frau Salesch. Es ist nämlich so. Ich leide an Schlafwandeln und an…“

„Schlafwandeln?!“ Snape lachte laut und schnarrend auf. „Das ist ja die Untertreibung des Jahrhunderts!“ Er sah zur Richterin. „Dieser Typ ist ein Monster, dass meinen Sohn eiskalt zerfleischen wollte!“ schrie er aufgebracht.

„Beruhigen sie sich. Fahren sie fort, Herr Lupin.“

„Ja, ich schlafwandle.“ knurrte Lupin. Seine zurückhaltende Art war plötzlich wie weggewischt.

„Ich habe hier ein Attest von dem Arzt meines Mandanten!“ rief Lenßen und wedelte mit einem Blatt Papier.

„Warum kommen sie erst jetzt damit!?“ fragte Kirkidaze erbost.

„Die ärztlichen Tests sind erst kurz vor dieser Verhandlung beendet worden und das Attest wurde erst heute Morgen von einem Kurier überbracht.“ erwiderte der Anwalt lächelnd.

„Geben sie her!“ forderte die Salesch und winkte Kirkidaze an ihren Tisch. Richterin und Staatsanwalt verfielen einige Minuten in Schweigen.

Das nutzen die Angeklagten, um sich bedeutsame Blicke und flüsternd ein paar Andeutungen auszutauschen. Die Anwälte ignorierten das.

Der Nebenkläger war indes ebenfalls zum Richtertisch geeilt und stierte nun mit gerunzelter Stirn auf das ärztliche Schreiben.

„Nun ja, das scheint völlig in Ordnung zu sein.“ beendete Barbara das Schweigen und die Anklage nebst Nebenkläger nahmen wieder platz.

Snape sah zum Fürchten finster drein.

„Sind also geschlafwandelt?“ fragte Barbara Salesch.

Lupin nickte. „Am Abend bin ich früh zu Bett gegangen. James, Sirius und Peter blieben noch auf.“

„Peter Pettigrew, der Zeuge?“ warf Kirkidaze ein.

„Wir sind alle Freunde.“ bestätigte Remus Lupin.

„Pettigrew ist ein Schwachkopf.“ rief Snape und grinste finster. „Es war doch nur Zufall, dass er euer kleines Komplott gegen Severus gestört hat.“

Kirkidaze nickte. Salesch machte ein säuerliches Gesicht, da Snape schon wieder jemanden in ihrem Gerichtssaal beleidigte. Doch sie sagte nichts, da sie diesem Schauspiel freien Lauf lassen wollte. Dabei hatten sich schon so manche Fälle von allein geklärt.

„Ist es nicht wahr, Herr Lupin, dass sie und ihre Freunde schon öfters mit Severus Snape zusammengeraten sind? Genauer gesagt, ist es nicht wahr, dass speziell Herr Potter und Herr Black den jungen Mann mehr als einmal quälten, wann immer sie ihm begegneten?“ Kirkidaze blätterte in seiner Akte. „Laut einer Zeugin hat Herr Potter mehr als einmal zugegeben, dass er Severus Snape hasst.“

Lupin schüttelte seinen Kopf. „Er hasst Severus Snape nicht. Snape hasst ihn!“ protestierte er energisch. Dabei beachtete er nicht das vehemente Kopfschütteln von James Potter. „Es gab solche Zusammentreffen. Das blieb nicht aus. Schließlich gingen wir in die gleiche Schule!“

„Ha!“ schrie Snape. „Hören sie es! Diese Typen hatten es auf meinen Jungen abgesehen!“

„Sie sollten ihr Maul nicht so weit aufreißen, Muggel!“ knarrte Sirius Black und sein Gesicht war auf einmal gar nicht mehr hübsch anzusehen. „Sie sind der Einzige, der es auf Schniefelus abgesehen hat!“

„Lass es gut sein, Sirius.“ raunte Potter.

„Das möchte ich aber auch meinen.“ sagte Kirkidaze. „Es zeugt von ihrer Einstellung diesem jungen Mann gegenüber, Herr Black.“

„Bitte, Herr Lupin, schildern sie weiter, was an dem Abend geschehen ist.“ unterbrach die Richterin.

„Ich kann nicht viel sagen. Wie schon erwähnt leide ich am Schlafwandeln. Ich kann nur vermuten, dass ich an diesem Abend ungewollt das Bett verließ und mich Sirius und James begleiten wollten. Man sollte mich nämlich nicht wecken, wenn ich herumstreife. Das hätte schlimme Folgen. Das sagt mein Arzt. Ich bin dann irgendwann in dieser Spukhütte aufgewacht und da war offenbar schon alles vorbei. Da waren meine Freunde und Snape, der schreiend davonlief, als sei der Teufel persönlich hinter ihm her.

Ich war vollkommen außer Atem und voller Schmutz, da ich mich überraschend am Boden wähnte. Das kann ich mir alles nicht erklären.“ vollendete Lupin seine Aussage.

„Nun hören sie aber auf!“ rief Kirkidaze entrüstet. „Wer soll ihnen das denn abnehmen?“

„Nun, Herr Staatsanwalt, das Attest besagt ganz eindeutig, dass mein Mandant keinerlei Einfluss auf seine Taten hat, während er sich im Zustand des Schlafwandels befindet.“ meinte Lenßen.

„Haben sie noch Fragen an den Angeklagten?“ fragte die Richterin.

Als alle den Kopf schüttelten, erhob sich Sirius Black ohne Aufforderung und begab sich auf den Platz.

„Ah, da erübrigt sich die Frage, ob sie etwas dazu sagen wollen.“ meinte die Richterin. „Dann muss ich sie nur noch belehren…“

„Schon gut. Ich habe vorhin zugehört und konnte ihren Worten folgen. Ich heiße Sirius Black, bin 18 Jahre alt und lebe in London. Na ja, sobald ich aus dieser kleinen Gefängniszelle wieder rauskomme, jedenfalls.“ Black lächelte. Damit erntete er aber nur finstere Blicke.

Die Mädchen im Publikum kicherten wieder. Allerdings ganz leise, so dass die Richterin nicht doch noch in den Genuss kam ihre Drohung wahr zu machen.

„Finden sie das lächerlich?!“

Black lächelte weiter. „Aber natürlich. Das hier ist ein Witz. In der Z…“ Black schluckte. „Aus der Welt, aus der ich komme, sind wir wegen solcher Kleinigkeiten nicht einmal angeklagt worden. Snape selbst hätte niemals vor dem Zaub…ähm, vor …na ja, egal. Askaban ist etwas das ich Ernst nehme. Das hier ist lächerlich. Ich würde mir meine Finger niemals an diesem Möchtegern Schwarzmagier schmutzig machen.“

„Wer oder was ist Askaban?“ fragte die Richterin stirnrunzelnd.

Wieder kicherten die Mädchen und tuschelten leise miteinander.

„Jetzt reicht’s mir!“ schrie die Salesch. Sie winkte hektisch mit ihrem Arm und deutete den Mädchen an den Richtertisch zu treten.

Die Drei trippelten giggelnd an Black vorbei. Eine ließ sogar ein kleines Briefchen in seinen Schoß fallen. Er lächelte noch breiter, als er es bemerkte.

„Nennen sie mir ihre Namen und geben sie mir ihre Personalausweise.“ forderte die Richterin die Mädchen auf.

„Was ist ein Personalausweis?“ fragte eine von ihnen verwirrt.

Die Salesch verdrehte ihre Augen. „Ich warne sie! Nennen sie mir ihre Namen. Und lügen sie nicht! Wir bekommen es raus!“

Die Mädchen hörten schlagartig auf zu lächeln und nannten brav ihre Namen. Die ebenso außergewöhnlich waren wie Sirius, Severus oder Remus.

Doch das störte Barbara nicht.

Die Mädchen wurden aus dem Gerichtsaal geführt und würden wohl ein paar Tage in Ordnungshaft verbringen.

Als wieder Stille eingekehrt war, räusperte sich Black und sein Lächeln verschwand.

„Nun, Herr Black, schildern sie, was an diesem Abend geschah.“

„Dieser neugierige Kerl aus Slytherin, ähm, das ist ein Haus in dem Internat in das wir gemeinsam gingen. Ich und meine Freunde sind im Haus Gryffindor. Na ja, dieser Severus Snape quatschte mich am Nachmittag an und wollte wissen, warum Remus immer so krank aussieht und weshalb er manchmal nachts einen Spaziergang draußen auf dem Schulgelände macht, obwohl das doch verboten sei. Er hätte ihn beobachtet und würde das gern unserem Hauslehrer berichten. Es sei denn, ich würde ihm verraten was mit Remus los ist. Natürlich war ich stinksauer, dass mich dieses Frett…ich meine dieser Kerl tatsächlich zu erpressen versuchte. Aber so kennen wir Snape. Ein verschlagener Mistkerl!“

„Ich muss sie nicht darauf hinweisen, Herr Black, dass ich Beleidigungen hier nicht dulde!“ schimpfte die Salesch.

„Aber es ist keine Beleidigung. Das ist die Wahrheit.“ protestierte Black.

„100 € oder einen weiteren Tag Ordnungshaft, Herr Black. Wie lange wollen wir dieses Spielchen noch treiben?“ sagte die Richterin und lugte verschmitzt über den Rändern ihrer halbrunden Brillengläser hervor.

Black verneigte sich ergeben. „Sie haben gewonnen.“ meinte er.

„Severus Snape hat sie also erpresst. Was ist dann passiert?“ wollte die Richterin wissen.

Snape Senior schnappte nach Luft. „Das ist eine infame Lüge. Mein Sohn ist zu feige, um jemanden zu erpressen.“

Jetzt war es an James Potter laut aufzulachen. „Siehst du Tatze! Selbst sein Vater findet das!“

„Herr Potter, sie kommen auch noch zu Wort. Jetzt aber halten sie den Mund.“ warnte ihn die Richterin. „Und wenn sie eine Frage an den Angeklagten haben, Herr Snape, dann stellen sie diese. Alles andere behalten sie für sich.“

„In Ordnung.“ knurrte der Mann.

„Erzählen sie weiter.“ forderte die Richterin Black auf.

„Hören sie, ich denke wir sollten das ganze abkürzen. James und Remus haben mit der ganzen Sache nichts zu tun. Ich allein bin für dieses Fiasko verantwortlich. Ich habe Snape in die Heulende Hütte bestellt, um ihn zu zeigen, was Remus für ein Geheimnis hat. Natürlich war nicht geplant, dass Remus in dieser Nacht wieder schlafwandelt. Da wir alle im selben Zimmer schlafen, müssen James und Peter bemerkt haben, dass Remus wieder spazieren geht. Und sind ihm gefolgt.

Ich hatte mich heimlich vorher schon raus geschlichen und bin zur Hütte. Ich wollte dieses…“ Black fuchtelte ohnmächtig um passendes Wort zu finden, mit seinen Armen herum. „…ihn einfach einen Schrecken einjagen. Das lief aber vollkommen aus dem Ruder. Snape hat sich nicht so erschrocken wie ich es gern gehabt hätte, sondern ist völlig ausgetickt. Remus war schon vor meinem Eintreffen da und hat mit Snape gerangelt. Ich bin dazwischen. Dann ist auch noch James aufgetaucht und der hat versucht Snape rauszuholen. Hat mir dabei einen ganz schönen Schwinger verpasst. Na, ist auch egal. Snape hat dann James niedergeschlagen und ist abgehauen. Dieser Feigling! Dann ist, wie er selbst schon sagte, Remus aufgewacht.“

„Wollten oder hatten sie jemals vor Severus Snape in dieser Nacht zu ermorden?!“ fragte Herr Kirkidaze.

„Nein.“ sagte Black. „Aber es war…“ den Rest des Satzes verschluckte er.

„Aber was, Herr Black?“ fragte Kirkidaze neugierig.

„Nichts. Ich habe alles getan, wie ich es gesagt habe und nicht mehr. James und Remus können nichts dafür.“

„Es gibt da aber eine Kleinigkeit, die sie in ihren Ausführungen vergessen haben zu erwähnen. Was hat Peter Pettigrew dort gemacht, wenn alles nur so harmlos war? Seine Aussage war eindeutig.“

Black wirkte überrascht. „Aussage? Welche Aussage sollte Peter gemacht haben?“

„Moment!“ rief plötzlich die gutaussehende, dunkelhaarige Anwältin des jugendlichen Charmeurs.

Die Richterin zuckte zusammen und der Staatsanwalt bedachte die Anwältin mit einem mahnenden Blick. „Was soll dieses Verhalten?“ fragte Barbara Salesch streng.

„Na ja, Frau Vorsitzende, vielleicht ist den Anwesenden entgangen, dass sich Herr Pettigrew in dem Publikum befindet.“ sie deutete auf den mausgrauen Jungen, der zuvor neben den Mädchen gesessen hatte und jetzt versuchte sich unsichtbar zu machen, in dem er langsam von der Bank rutschte.

Black stieß ein bellendes Lachen aus. „Hat er sich wieder einmal reingeschlichen, unser Wurmschwanz.“

„Passt ja auch durch jede Ritze.“ meinte Potter amüsiert. Jetzt stieß auch der sonst so ernste Remus Lupin ein Lachen aus.

„Gerichtsdiener!“ rief die Richterin.

Als sich nun ein Schrank von einem Mann aus dem Schatten einer Ecke schälte und mit klimperten Schlüssel auf Pettigrew zubewegte, sprang dieser wie von der Tarantel gestochen auf. „Oh, Frau Richterin, das wird nicht nötig sein!“ winselte Pettigrew demütigst. Machte mehrere Verbeugungen und trippelte auf den Ausgang zu.

„Schön.“ sagte Barbara Salesch, als sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte. „Bitte achten sie auf den Zeugen. Ich will nicht, dass er sich vielleicht heimlich auf Wanderschaft begibt.“ sagte sie zu dem Gerichtsdiener. Der nickte und eilte Pettigrew nach.

„Hat noch irgendjemand eine Frage an Herrn Black?“ fragte die Richterin.

„Natürlich, Frau Salesch.“ sagte der Staatsanwalt. „Ich war gerade bei der Aussage von Pettigrew. Vielen Dank, Frau Hauser.“ er nickte der Anwältin zu.

„Ach, die Aussage.“ Black war auf einmal nervös. „Was soll er denn gesagt haben?“

„Darauf komme ich gleich, junger Mann. Zunächst möchte ich ihnen aber die Möglichkeit geben noch die Wahrheit zu sagen.“ räumte Herr Kirkidaze ihm ein.

„Also wirklich Herr Staatsanwalt. Mein Mandant hat doch schon alles dazu gesagt. Was sollte Herr Pettigrew schon gesagt haben, was seine Aussage ändern sollte?“ Die Anwältin blätterte nun in ihren Unterlagen. „Nichts von Bedeutung.“ sie nickte.

„Ich kann nichts weiter dazu sagen.“ sagte Black nun. Doch seine Augen suchten James Potters Blick. Der schüttelte unmerklich seinen Kopf und zuckte seine Schultern.

Der Staatsanwalt sah zur Richterin. „Ich denke wir sollten die Befragung des Angeklagten unterbrechen und mit Herrn Potter weitermachen.“

Die Richterin nickte. „Setzen sie sich wieder zu ihrer Anwältin, Herr Black.“ bestimmte sie und sah dem Anwalt von James Potter an. „Will ihr Mandant aussagen, Herr…“ Der Blick der Richterin fiel auf das Blatt Papier, auf dem die Namen der Anwälte notiert waren. Den Namen von Potters Anwalt konnte sie sich einfach nicht merken. „…Weasley?“

Der rothaarige, junge Anwalt, gekleidet in einen braunkarierten Anzug mit einem purpurroten Hemd und einer grünen Krawatte, lächelte freundlich. „Mein Dabant…ähm Mandant, will nichts sagen.“

Das Publikum lachte leise.

Selbst die Richterin musste sich ein Kichern verkneifen. Die Kleidung dieses jungen Mannes war einfach zu abwegig.

„Das ist freilich sein gutes Recht. Dennoch, Herr Potter, bitte nehmen sie den Platz vor dem Richtertisch ein.“

Potter erhob sich und begegnete auf halben Weg Sirius Black. Die Beiden sahen sich einen Moment in die Augen, bevor sie sich grinsend wieder trennten.

„Jetzt kommt ja der Richtige!“ tönte Snape Senior. „Der hatte meinen Sohn doch schon immer auf den Kieker. Der ist der Anführer dieser Gang. Die Anderen tun doch nur was der sagt!“

„Also wirklich!“ schnappte Black. „Ich kann immer noch für mich selbst entscheiden, Mister Snape.“

„Herr Potter…“ Die Salesch ignorierte Snape. „ ihr voller Name ist James Potter. Sie sind noch 17 Jahre alt, wohnen in …“ Die Richterin blickte wieder auf ihren Notizzettel. „…hier steht sie sind ohne festen Wohnsitz?“

„Ja, Frau Vorsitzende. Ich bin vorübergehend bei einem Freund meiner Eltern untergekommen. Meine Eltern sind…“ Potter schüttelte den Kopf. „Ich bin so wie Remus und Sirius zurzeit im Muggelgefängsnis, sie nennen das Justizvollzugsanstalt, untergekommen. Wenigstens was.“ Er lächelte.

„Da sie noch minderjährig sind, Herr Potter, gelten für sie andere Voraussetzungen, als für die beiden Mitangeklagten. Sie werden nach dem Jugendstrafrecht beurteilt. Deshalb hält sich heute auch eine Mitarbeiterin der Jugendgerichtshilfe im Gerichtssaal auf und wird am Ende dieser Verhandlung ein Urteil über sie abgeben.“

„Ja, ich weiß.“ sagte James. „Ich habe bereits erfahren, dass man in der Muggelwelt erst mit 18 volljährig ist. Muss ich wohl akzeptieren.“

„Was meinen sie mit Muggel? Was soll das denn jetzt wieder sein?“ wollte Kirkidaze wissen.

„Nicht magische Menschen.“ antwortete Potter ernst.

Das Publikum lachte wieder.

„James!“ warnte sein Anwalt. „Nicht hier!“

„Warum nicht!?“ widersprach James Potter.

Der Staatsanwalt machte ein seltsames Gesicht. „Sind sie in einer Sekte, Herr Potter?“ wollte er wissen und ließ seinen Blick über das zerwühlte Haar des jungen Mannes gleiten. Sein Aussehen fügte sich wohl mit seiner Aussage zu einem ominösen Bild zusammen.

„Sekte?“ Potter runzelte seine Stirn. „Was soll das sein?“

„Ich denke nicht, dass das etwas mit der Sache zu tun hat, Herr Kirkidaze.“ sagte Arthur Weasley und rückte seine Krawatte zurecht. „Ob James Potter in einer Pekte ist oder nicht.“

Jetzt grölte das Publikum so laut, dass es einige böse Rufe und Hammerschläge der Richterin benötigte bis wieder Ruhe einkehrte.

„Dass Herr Potter und seine Freunde vielleicht in solch einer Sekte sind, die sich für Zauberer oder Teufelsanbeter halten, würde die Sache vielleicht erklären.“ meinte Kirkidaze.

„Der einzige Teufelsanbeter ist der da!“ sagte Potter und deutete auf Snape. „Zumindest sein Sohn.“

„Herr Potter. Ich frage sie noch einmal, wollen sie etwas aussagen?“

„Nein.“

„Dann belehre ich sie, dass sie nichts zu sagen brauchen, was sie selbst belastet. Haben sie die Fragen zu ihren Personalien wahrheitsgemäß beantwortet?“ unterbrach Barbara Saleschs Stimme den Disput.

„Ja, das habe ich.“

„Dann setzen sie sich wieder zu ihrem…Anwalt. Es sei denn, sie haben die Belehrung nicht verstanden.“

„Ich habe alles verstanden.“ erwiderte Potter und begab sich wieder zu seinem Anwalt, der mit ihm sehr leise, aber heftig zu diskutieren anfing.

Doch das störte den Verlauf der Verhandlung nicht.

„Bitte rufen sie den Geschädigten in den Gerichtssaal.“ bat Frau Salesch den Gerichtsschreiber.

„Severus Snape bitte in den Gerichtssaal! Ich wiederhole, Severus Snape bitte in den Gerichtssaal!“

Eine Sekunde später öffnete sich die Tür und ein magerer, blasser Junge mit glatten, schwarzen Haar trat in den Gerichtssaal.

Er schloss leise die Tür hinter sich und rauschte regelrecht durch den Gang auf den Stuhl zu, wo er sich schließlich niederließ, natürlich nicht, ohne einen bösen Blick auf die drei Angeklagten zu werfen.

Das Gesicht dieses jungen Mannes ähnelte auf verblüffende Weise seinem Vater. Nur dessen Nase war länger und größer.

Er legte seine schlanken Hände vorsichtig auf die Tischplatte und befeuchtete seine schmalen Lippen mit der Zunge, bevor er den Kopf hob und die Richterin anblickte.

Frau Salesch betrachtete Severus Snape eine Weile still, bevor sie sich räusperte und das Blatt Papier vor sich glatt strich.

„Ich möchte sie zunächst belehren, dass sie als Zeuge immer die Wahrheit sagen müssen. Fragen, die sie selbst belasten würden, brauchen sie nicht zu beantworten. Sie dürfen aber nicht lügen. Wenn sie nichts dazu sagen wollen, müssen sie das auch so sagen. Ich möchte sie auch darüber belehren, dass auch sie die Fragen zu ihren Personalien richtig und vollständig zu beantworten haben.“ Sie machte eine Pause. „Haben sie das verstanden?“

„Ja, Frau Vorsitzende. Ich bin nicht taub.“ antwortete er kühl.

„Reiß dich zusammen, Severus!“ zischte Snape Senior finster.

Snape Junior zuckte zusammen und zog seinen Kopf ein. Eine Geste, die die drei Angeklagten offenbar überraschte. Jeden auf seine Weise.

Black grinste spöttisch. Lupin schüttelte angewidert seinen Kopf und Potter stieß ein leises Lachen aus. Das allerdings brachte ihm ein ärgerliches Knuffen seines Anwalts ein. Was Potter wohl beschämte.

„Herr Staatsanwalt, würden sie dem Nebenkläger bitte nochmals erklären, dass er während meiner Befragung still ist.“ knurrte die Richterin.

Herr Kirkidaze nickte und mahnte Snape Senior mit nur einem Blick.

„Schön. Herr Snape. Ihr voller Name ist Severus Tobias Snape. Sie sind 18 Jahre alt und leben derzeit in London. Ist das richtig?“

„Ja. Ich habe meine Ausbildung im Hospital für …nun, ich habe dort meine Ausbildung zum Apotheker begonnen.“ fügte er leise hinzu und seine Lippen gräuselten sich vergnügt.

„Apotheker.“ James Potter lachte finster. „So nennst du das also jetzt?“

„Schweig, Potter! Zu dir komme ich später.“ zischte Severus Snape finster und wischte damit sämtlichen Mitleidsbonus aus dem Raum. Es gab gar keinen Zweifel mehr für die Anwesenden, dass Severus Snape durchaus in der Lage war sich sehr gut selbst zur Wehr zu setzen.

Umso interessanter wurde der Fall.

Abgesehen von dem Hass, der aus Snapes und Potters Stimmen herauszuhören gewesen war, der den Sachverhalt in ein vollkommen anderes Licht rückte.

Schon allein deshalb, da James Potter sich geweigert hatte eine Aussage zum fraglichen Abend zu treffen.

Nun war aber Severus Snape an der Reihe Licht ins Dunkel zu bringen.

„Würden sie bitte schildern, was sich an dem 20. März letzten Jahres zugetragen hat?!“ forderte Herr Kirkidaze den Zeugen auf.

„Das war alles halb so wild.“ schnarrte Snape lächelnd. „Mein werter Herr Vater hat nur daraus solch ein Schauspiel gemacht, weil er meint dadurch einen Teil meines Lebens verstehen zu können. Doch auf diese Weise macht er sich nur umso lächerlicher.“

Snape Senior hielt die Luft an und erhob sich ganz langsam von seinem Platz. Er war größer als sein Sohn und kräftiger gebaut. Sein Anblick war durchaus furchteinflößend. Doch Severus Snape beeindruckte das nicht im Geringsten.

„Setz dich! Ich bin schon längst aus dem Alter raus, wo du mich damit beeinflussen konntest!“ bellte Snapes Stimme durch den Gerichtssaal.

Es war ein Befehl und den traf seinen Vater wie eine Faust. Sofort fiel dieser auf seinen Platz zurück.

Erst nach ein paar Minuten schien die Eiseskälte aus dem Raum verschwunden zu sein. Anwälte, Angeklagte, Publikum, Richterin und Staatsanwalt erwachten wie aus einer Trance. Die Angeklagten hatte ihre Münder aufgerissen und blankes Entsetzen stand in ihren Gesichtern.

Das war unheimlich.


Anmerkung von Giselda Monroe: Ich habe einen dunklen Hauch von diesem Jungen ausgehen gespürt. Oh je! Was ging da bloß vor sich. Es war fast so, als sei plötzlich der, Sie-wissen-schon-wer, im Raum erschienen. Ich denke das sollte näher untersucht werden. Ich berichte später, was das Ministerium dazu sagte.


„Sie wollen also sagen, dass es sich nicht so zugetragen hat, wie es durch ihren Vater und sie selbst zur Anzeige gebracht wurde?“ fragte Herr Kirkidaze verwirrt.

„Oh doch! Es hat sich sehr wohl so zugetragen. Allerdings sehe ich die Dinge jetzt ein wenig klarer und es erscheint mir nicht mehr so wichtig wegen solcherlei Kleinigkeiten meine Contenance zu verlieren.“

„Nichtsdestotrotz, Herr Snape, schildern sie dennoch wie es sich zugetragen hat!“ forderte die Richterin, deren Geduldsfaden allmählich zu reißen begann. Schließlich gab es heute noch andere Fälle, die sie verhandeln musste.

„Wie ich bereits bei der Muggelpolizei aussagte, hat mich Sirius Black dazu gebracht an dem fraglichen Abend zu einem obskuren Ort namens „Heulende Hütte“ zu gehen. Wohl in der Annahme, dass mich schon der Name in Angst und Schrecken versetzen würde. Als sei ich einer seiner minderbemittelten Freunde aus Gryffindor. Schlamm- und Halbblüter! Ich bitte sie!“

„Vorsicht Snape!“ brüllte Black aufgebracht und sprang auf. Er war nicht allein. James Potter war mit hochrotem Kopf von seinem Stuhl gesprungen und wühlte in seinen Sachen, als suche er nach einer Waffe. Doch Arthur Weasley hielt mit gestrengem Blick seine Hand fest, sodass er nichts zu Tage brachte.

Severus Snape lachte leise. „Wollen wir endlich unser wahres Gesicht zeigen, ja?“ reizte er die Beiden. „Dabei ist das wahre Monster noch nicht einmal zum Zuge gekommen. Bedauerlich, nicht wahr?“

„Oh ja!“ fauchte Black. „Ich wünschte James hätte dich nicht vor ihm gerettet, dann wäre uns allen eine Menge erspart geblieben!“

Snape lachte nun noch lauter.

Selbst sein Vater, wohl aus seiner verblüfften Erstarrung wieder erwacht, stimmte mit ein.

„Da sehen sie es, Frau Vorsitzende, diese Herren entbehren wahrlich jeder guten Kinderstube. So sind und waren sie schon immer. Mit solchen Leuten habe ich versucht, meine Mutter möge mir verzeihen, mich anzufreunden. Jedenfalls ein wenig. Wissen sie, ein guter Freund von mir pflegt zu sagen, dass man alle so behandeln sollte, wie man selbst behandelt werden möchte. Ich hätte diesbezüglich nicht auf ihn hören sollen. Völliger Schwachsinn, wenn sie mich fragen!“ Snape lächelte milde. „Aber was soll man machen, wenn man in solchen Kreisen aufgewachsen ist und es nicht anders weiß, als mit Gewalt seine Probleme in den Griff zu bekommen.“

Er sah entschuldigend von Black, Potter und Lupin zu Richterin Salesch. „Wenn sie wissen, was ich damit sagen will.“

„Das sagt der Richtige.“ meinte Potter finster. Doch Snape ignorierte ihn.

„Fahren sie bitte mit ihrer Aussage fort und unterlassen sie dabei solche Ausdrücke. Was immer sie bedeuten mögen.“

„Selbstverständlich, Frau Salesch. Ich entschuldige mich in aller Form für mein ungebührliches Verhalten. Es wird nicht wieder vorkommen.“ Der junge Mann nickte. „Ja, wo war ich stehen geblieben. Ach ja, die „Heulende Hütte“. Ich weiß selbst nicht, weshalb ich auf das Gerede Blacks hereingefallen bin. Ich dachte womöglich, dass wir doch noch unser Kriegsbeil begraben und wenigsten für das letzte Jahr friedlich miteinander auskommen könnten. Also bin ich in dieser Nacht aus dem Haus, obwohl es für Schüler nach zehn Uhr verboten ist auf dem Schulgelände herumzuspazieren. Nicht auszudenken, was Professor Slughorn, das war mein Hauslehrer, getan hätte, wenn er mich dort erwischt hätte!“

„Das hat er aber nicht, Herr Snape.“ warf plötzlich Herr Lenßen ein. „Ist es nicht vielmehr so, dass sie Herrn Black erpresst haben seinen Freund, meinen Mandanten, Herrn Lupin, zu verraten, dass er nachts außerhalb des Schulgeländes von ihnen gesehen wurde? Mir wurde erklärt, dass solch ein Spaziergang nicht nur Folgen für den Schüler, sondern auch für das Haus des Schüler hätte. Ist es nicht so?!“

Snape sah ihn mit zusammengekniffenen Augen an, als überlege er angestrengt, was er darauf erwidern sollte. „Das ist eine Lüge.“ sagte Snape Junior schließlich und schüttelte amüsiert seinen Kopf. „Ich habe in meinem ganzen Leben noch niemals jemanden erpresst. Das sind Methoden von unterbelichteten Personen, die sich auf keine andere Weise gehör verschaffen können. Oder vielleicht sogar Eindruck zu schinden, wie es die Verhaltensweise der Angeklagten ist. Obwohl ich der Meinung bin, dass ihr Mandant selbst auch nicht zu so etwas in der Lage ist. Dazu hängt er zu sehr an den Rockzipfeln seiner ach so ehrenwerten Freunde Potter und Black!“ Snape entblößte seine Zähne beim darauf folgenden Lachen.

Black ballte seine Hände zu Fäusten und war drauf und dran von seinem Stuhl auf zu springen, um sich auf Snape zu stürzen. Potter ging es ähnlich, doch hatte er sich weit besser im Griff als Sirius Black.

„Was ist eine Lüge, Herr Snape? Dass es Folgen hätte draußen herumzuspazieren oder das sie meinen Mandanten erpressten?“ hakte jetzt Blacks Anwältin nach.

Potters Anwalt nickte nur, sah aber nicht auf. Irgendwie schien er in den Gebrauch seines Kugelschreibers vertieft. Immer wieder murmelte er „faszinierend“ und beachtete nicht die betrübte Miene von Potter.

Snapes Blick war kalt und herablassend, als er sie betrachtete. „Ich habe Black nicht erpresst. Black wollte mich töten. Das ist der einzige Fakt, den es hier zu erörtern gibt.“

Snape Senior lachte schallend. „Wieso bist du nie so zu Hause? Deine Mutter wäre stolz auf dich gewesen.“ meinte er.

Das kam für seinen Sohn einer Ohrfeige gleich. Er wirbelte herum und blickte seinen Vater fassungslos an. Er wurde dabei so weiß im Gesicht, dass sogar seine Lippen verschwanden und das dunkle Haar ihn zu verschlingen schien. Sagte aber nicht einen Ton.

In Snape Seniors Augen funkelte Triumph.

Wieder bellte Blacks Lachen durch den Raum.

„Mein Mandant hatte nicht vor sie zu töten. Er wollte sie lediglich erschrecken. Das hat er leider bereits eingeräumt.“ sagte die Anwältin, um Snape wieder auf sich aufmerksam zu machen.

Es gelang ihr sofort.

Jetzt ballten sich auch Snapes Hände zu Fäusten. So fest, dass sich seine Nägel ins Fleisch bohrten. „Erschrecken.“ keuchte er und seine Augen hefteten sich auf Black. „Das ist dir tatsächlich gelungen, Black. Denn nicht einmal ich hätte geglaubt, dass du in der Lage wärst jemanden zu ermorden, nein besser noch, ermorden zu lassen, dessen….“ Der Junge machte eine Pause. „…Nase dir nicht gefällt!“

Black wollte lachen, doch dann wich ihm sämtliche Farbe aus dem Gesicht und er sah zu Lupin, der nun noch kränker als zuvor aussah.

„Du wagst es!“ brüllte Potter und sprang auf.

„Gerichtsdiener!“ rief die Salesch und gleich zwei uniformierte Männer stürmten auf Potter zu. Nur mit Mühe konnten sie ihn dazu bringen sich wieder zu setzen. Handschellen klimperten und er wurde an den Armlehnen fixiert.

„Ich warne sie Herr Potter. Noch so ein Ausbruch und ich werde sie wegen Missachtung des Gerichts einsperren lassen.“ warnte die Richterin.

James Potter sagte nichts. Sein Blick war nur finster auf Snape gerichtet, der diesen Blick erwiderte.

„Kommen sie zum Ende Herr Snape. Sie sind also zur Hütte gelaufen. Wie spät war es da?“ wollte Herr Kirkidaze wissen.

„Es war Mitternacht. Vollmondnacht.“ Snape lächelte. „Ich habe also den Weg deutlich sehen können. Bin durch einen Tunnel gelaufen, der direkt zu dieser Hütte führt. Black hatte mir den Weg genau beschrieben. Als ich schließlich in der Hütte ankam, hörte ich ein furchtbares Stöhnen und Heulen, als hätte jemand Schmerzen.“

Ein lautes Poltern unterbrach Snape. Ein paar Leute schrieen entsetzt auf. Herr Lenßen war auf die Knie gesunken und fühlte den Puls seines Mandanten, der vom Stuhl gerutscht war.

„Was für eine Show.“ lachte Tobias Snape. Aber sein Sohn schien ernsthaft schockiert zu sein.

„Holen sie einen Arzt.“ sagte Lenßen.

Die Richterin hatte das aber schon längst erledigt.

„Entschuldigen sie, Frau Vorsitzende, mein Mandant war heute Nacht wieder unterwegs.“

„Ja, ja, das konnte man deutlich sehen.“ Barbara Salesch spielte auf sein kränkliches Aussehen an.


Zwischenbericht der Reporterin:

Der junge Remus Lupin wurde leblos aus dem Gerichtssaal getragen. Ich sage ihnen, das war kein wirklicher Spaß.

Meinen Quellen zu folge leidet der junge Lupin an einer schrecklichen Krankheit. Der Junge ist ein Werwolf.

Das erklärt seine Blässe und das beginnende Ergrauen seines Haars. Armer Kerl. Doch ist er auch gefährlich. Nichts auszudenken, was er hier in der Muggelwelt anrichten könnte.

Der Vorfall wurde bereits an das Ministerium gemeldet und der junge Lupin wird sich vor dem Zauberergamot wegen des Angriffs auf Severus Snape erklären müssen. Insbesondere dem derzeitigen Schuldirektor Professor Albus Dumbledore. Hat der hochrangige Zauberer von Lupins Krankheit gewusst?

Der Artikel erscheint im nächsten Tagespropheten.

Giselda Monroe, Reporterin des Nachtpropheten (noch)


Die Richterin schlug mit dem Hammer und die Anwesenden setzten sich wieder.

Sie blickte zum Tisch der Angeklagten. An dem nur noch zwei der ursprünglich dreien saßen. Die beiden Angeklagten sahen besorgt aus.

„Herr Lenßen, wie geht es ihrem Mandanten?“ fragte die Richterin.

„Es geht ihm noch immer nicht besser. Ich fürchte er kann den Rest der Verhandlung nicht mehr verfolgen.“

„Das ist bedauerlich. Nun, ich denke sie werden ihn so gut es geht vertreten. Wir setzen also mit der Vernehmung des Geschädigten fort.“ Sie sah zu Severus Snape. „Sie waren an dem Moment stehen geblieben …“ Sie sah zu der Gerichtsschreiberin. „Verlesen sie noch einmal Herrn Snapes letzten Satz!“

Die blonde junge Frau strich sich eine Strähne aus dem Gesicht und scrollte an ihrem Bildschirm. „Ich habe also den Weg deutlich sehen können. Bin durch einen Tunnel gelaufen, der direkt zu dieser Hütte führt. Black hatte mir den Weg genau beschrieben. Als ich schließlich in der Hütte ankam, hörte ich ein furchtbares Stöhnen und Heulen, als hätte jemand Schmerzen.“ verlas sie.

„Gut. Bitte Herr Snape, fahren sie fort.“

Snape nickte.

„Die Geräusche kamen aus der ersten Etage. Ich bin also hinauf, um zu sehen, ob ich jemanden helfen kann!“

„Quatsch!“ unterbrach ihn Black. „Du hast doch gewusst, dass Remus dort war!“

„Habe ich?“ fragte Snape. „Kann mich nicht erinnern.“

„Du!“ fauchte Black und brachte es nur mit Mühe fertig sitzen zu bleiben.

„Herr Snape! Herr Black, unterbrechen sie den Zeugen nicht dauernd! Fahren sie fort und fühlen sie sich nicht dazu veranlasst ihm zu antworten!“

„Natürlich nicht.“ presste Snape zwischen seinen Zähnen hervor, richtete sich schließlich auf und zwang sich zu einem Lächeln.

Das misslang ihm auf schauderliche Weise.

Barbara Salesch zuckte zurück.

In Snapes Gesicht fielen dunkle Schatten, als krochen sie aus seiner Haut heraus und in seinen Augen funkelten fremdartig, bedrohliche Lichter, als stände er kurz vor einer Explosion.

„Was auch immer Black glaubt mir mitgeteilt zu haben oder was auch immer ich wissen sollte, es ist tatsächlich wahr, dass ich Remus Lupin in einem schäbigen, alten Zimmer im ersten Stock fand. Er lag am Boden und hatte offenbar Krämpfe.“ Die Lichter in Snapes Augen erloschen und Furcht lag nun darin. „Ich weiß nicht wie…war plötzlich ein Werwolf.“

„Eine Droge, die man ihnen verabreichte, erzeugte Wahnvorstellungen. Das hat eine Untersuchung festgestellt. Richtig?“ hakte Kirkidaze nach. „Die Untersuchungsergebnisse liegen dem Gericht bereits vor.“

Barbara Salesch nickte und nahm das Schreiben zur Hand. „Mit ihrer Zustimmung verlese ich die Untersuchungsergebnisse eines Londoner Hospitals.“

„Ja, lesen sie nur.“ sagte Snape sehr leise.

„Nach einer Untersuchung im besagten Hospital vom 21. März letzten Jahres ergab, dass in ihrem Blut halluzinogene Stoffe gefunden wurden, die zu starken Wahnvorstellungen führen können. Weiter wurden unzählige Biss- und Rissverletzungen festgestellt, an denen die DNA des Angeklagten Remus John Lupin nachgewiesen werden konnten. Die Schnittverletzungen konnte man sich nicht erklären. Sie waren, diesem Bericht zu folge, eingebrannt worden. Wie das, Herr Snape? Was hat Herr Lupin getan, um ihnen solche Verletzung zuzufügen?“

„Ich habe versucht Remus Lupin zu helfen. Dabei ist er plötzlich auf mich losgegangen und hat mich gebissen und geschlagen. Natürlich habe ich mich dagegen gewehrt. Plötzlich war Black bei uns. Ich verspürte starke Schmerzen und wurde nun auch von Black attackiert. Er rief, dass ich jetzt meine gerechte Strafe dafür bekäme, dass ich meine lange Nase immer in Sachen stecke, die mich nichts angehen!“ Blankes Entsetzen stand in Snapes Gesicht. Sein Arm fuhr nach rechts und er zeigte auf Black. „Er wusste von Lupins Zustand und hatte mich nicht gewarnt! Er wusste, dass Lupin zuweilen hässlich werden kann, wenn er in diesem Zustand ist und er nahm es vollkommen in Kauf, dass mich Lupin dabei auch töten könnte! Nein, töten würde! Black wollte meinen Tod!“

„Richtig.“ sagte Black.

Ein Schaudern fuhr durch das Publikum.

Blacks Anwältin sah ihren Mandanten warnend ins Gesicht. Doch konnte sie jetzt unmöglich noch etwas für ihn herausreißen.

„Na endlich! Wollen sie also endlich zugeben, Herr Black, dass sie Drahtzieher dieses Mordkomplotts waren? Was hat ihr Freund Potter dabei für eine Rolle gespielt?“ rief der Staatsanwalt erfreut.

Tobias Snape applaudierte.

Sirius Black nickte stumm. Das endgültige Geständnis blieb aus.

„Was ist geschehen, nachdem sich Herr Black ebenfalls auf sie stürzte?“ fragte Barbara Salesch schließlich in sehr geschäftsmäßigem Ton.

Severus Snape leckte sich wieder die Lippen. Langsam wich die Furcht aus seinem Gesicht. „James POTTER…“ Den Hinternamen sprach er mit bedacht scharf aus. „…mischte sich plötzlich in das Geschehen ein. Für den ersten Moment glaubte ich, dass er Black und Lupin beistehen wollte. Schließlich sind sie doch so gute Freunde. Aber weit gefehlt. Er hat Black zugerufen er solle verschwinden. Der wollte mich aber nicht loslassen. Sie müssen wissen, in der ganzen Zeit war LUPIN auch noch auf mich aus und hat versucht mich zu zerfleischen. Als…“ Ihm schauderte es. „Werwolf!“

Einige im Publikum lachten böse.

Snape fuhr herum und funkelte die Leute an. „Das ist nicht WITZIG!“ brüllte er.

„Ähm, ja, Herr Snape! Schildern sie weiter.“ forderte die Richterin ihn erneut auf.

„Black hielt mich weiterhin fest, damit Lupin seinem Wahn fortsetzen konnte.“ fuhr Snape fort. „Aber Potter zerrte nun an meinem Arm und riss mich aus Lupins Umklammerung. Weiß nicht, wie er das geschafft hat.“

„Moment, dann ist mein Dab…ähm Mandant eigentlich ihr Retter gewesen?“ fragte plötzlich Arthur Weasley.

„Richtig.“ Snape nickte. „Ihn hat wohl das schlechte Gewissen heimgesucht. Typisch POTTER!“ fügte er hinzu.

James Potter seufzte. „Wie oft soll ich dir noch sagen, dass ich nicht wusste, was Sirius…“ er biss sich auf die Zunge und sah entschuldigend zu Black. Der zuckte mit den Schultern. „Schon okay, Krone. Soll er es doch wissen, dass ich das allein geplant habe und du nichts damit zu tun hattest.“

„Na, na, na…“ warf Kirkidaze ein und hustete. „Ganz richtig ist das wohl auch nicht, Herr Black.“

„Bitte? Ich verstehe nicht.“ räumte Sirius Black höflich ein.

Mittlerweile saß sein Haar nicht mehr so locker und sein hübsches Gesicht war durch eine beunruhigende Grimasse zerstört.

Kirkidaze sah die Schuld in seinen Augen glimmen und freute sich diebisch.

„Ich komme gleich darauf zu sprechen.“ sagte der Staatsanwalt.

„Das haben sie, mit Verlaub, schon vorhin gesagt.“ entgegnete Black.

„Ja, das habe ich. Doch sie werden schon noch verstehen. Ich denke, wir sollten erst den Ausführungen des Zeugen folgen.“ Kirkidaze wandte sich an Severus Snape. „Wie war das noch? Herr Potter hat Herrn Black schließlich schlagen müssen, um sie von ihm zu befreien?“

„Ja.“ antwortete Snape. „Sie haben sich erst angebrüllt, den genauen Wortlaut kann ich beim besten Willen nicht mehr wiedergeben, da ich an besagten Abend schwer mit anderen Dingen beschäftig war.“

„Ja, mit Stupor und Crucio, richtig?!“ fluchte Black. Sein Gesicht verzog sich abscheulich, als er das sagte.

Zum Glück war sein Fanclub nicht mehr anwesend, um das zu sehen.

„Ich würde mich niemals auf solche Methoden einlassen. Das ist dann doch eher dein und Potters Vorgehen, nicht? Da gibt es eine Menge Leute, die das bezeugen könnten.“

„Lucius Malfoy, nehme ich an?“ spöttelte Black.

„In der Tat. Eine Familie, die dir sicherlich bekannt sein sollte. Aber du hast dich ja entschlossen mit Blutsverrätern und Schlammblütern herumzuhängen!“ Das war fies. Die Salesch konnte das deutlich spüren, auch wenn sie nicht wusste, was diese Andeutungen zu bedeuten hatten.

Potter sprang auf. Doch traf ihn irgendetwas, denn er ging in die Knie und japste nach Luft. „Verzeihen sie, Frau Salesch, aber das war mein Fehler! Ich werde Mister Potter, ich meine meinen Mandanten, disziplinieren.“ rief Arthur Weasley und zog James Potter auf seinen Platz zurück.

„Ähm, ja.“ sagte Barbara Salesch irritiert.

Snape grinste. „Nach dem Streit zwischen Potter und Black, schlug Potter seinem Freund ins Gesicht. Das verblüffte diesen so sehr, mich im Übrigen ebenso, dass er mich losließ und Potter mich zum Ausgang schob, mit den Worten ich soll fliehen, bevor er die marode Tür hinter mir zuschlug und Black und Potter wer weiß was mit Lupin anstellten. Die Schreie waren nicht nach meinem Geschmack.

Auf dem Weg nach Draußen begegnete mir dann Wurm…, ich meine Mister Pettigrew. Er sah mich und ist dann in die entgegengesetzte Richtung davon gelaufen. Mir war das, ganz im Vertrauen, völlig egal. Ich wollte nur noch zurück ins Internat.

Tja, und am nächsten Tag…“ Severus sah seinen Vater ärgerlich an. „…meldete mein Vater diesen Vorfall bei der Polizei. Ich selbst hätte das nicht getan, denn mir fehlte ja nichts. Aber mein lieber Vater meinte es sei besser, wenn Potter, Black und Lupin eine Abreibung bekämen. Darin versteht sich mein ehrenwerter Vater sehr gut.“ Ein gehässiges Grinsen umspielte daraufhin Tobias Snapes Lippen. Offensichtlich schmeichelte ihm die Aussage seines Sohnes.

Nach dieser Aussage erhob sich Snape, aufgefordert durch die Richterin, und nahm auf einen Stuhl hinter dem Tischchen platz. Von dort aus beobachtete er die Anwesenden.

Herr Kirkidaze lächelte.

„Ich denke wir sollten den Zeugen Peter Pettigrew zu der Sache hören.“

„Was zum Teufel soll Peter schon zu sagen haben!“ rief Black. „Er war an dem Abend gar nicht mit in der Hütte!“

„Warten sie es ab, Herr Black.“ erwiderte der Staatsanwalt, während sich die Tür öffnete und der scheue, sich ständig duckende junge Peter Pettigrew den Gerichtssaal betrat.

Er schlurfte zum Tisch und ließ sich hektisch auf den Stuhl fallen.

Seine Beine waren so kurz, dass sie in der Luft baumelten, als er schließlich saß.

„Herr Pettigrew, ich habe sie und die anderen Zeuge bereits belehrt. Ich muss sie dennoch fürs Protokoll zu ihren Personalien befragen.“ erklärte die Richterin. „Ihr Name ist Peter Pettigrew, sie sind 18 Jahre alt und leben in Bristol. Ist das richtig?“

„Ja, das ist vollkommen richtig, Frau Vorsitzende.“ stammelte der Zeuge und zappelte unruhig auf seinem Platz hin und her, als würde er lieber woandershin, als hier zu sitzen.

„Sie haben vor mehr als einem Jahr bei der Polizei ausgesagt, dass sie Zeuge der Unterhaltung mit Herrn Black und Herrn Snape gewesen waren. Entspricht das den Tatsachen?“

Peter nickte. „Ja, ich war mit Sirius in der großen Halle und haben dort unser Mittagessen zu uns genommen. Wir warteten noch auf Remus, doch der war nicht so gut drauf an dem Tag, da er in der Nacht kaum richtig schlafen konnte. Sie müssen wissen, er hat da so ein Problem.“

Severus Snapes Lachen ließ Peter Pettigrew zusammenfahren. Doch er ließ sich dadurch nicht von seiner Aussage abbringen.

„Wir wissen von dem Schlafwandeln des Herrn Lupin.“ sagte die Richterin.“

„Gut. Gut.“ stottere er und strich sich nervös durch die kurzen Haare. In ein paar Jahren, das konnte bereits jetzt erkennen, würde er eine gewaltige Halbglatze sein eigen nennen.

„Lupin war noch nicht da, da setzte sich plötzlich Severus Snape an unseren Tisch. Direkt neben Sirius. Sein Freund Malfoy hat ihn daraufhin ausgelacht und gemeint, er solle uns Nieten in Ruhe lassen, sonst wäre er, also Snape, wohl nicht im richtigen Haus. Das war irgendwie merkwürdig.“

„Wieso war das merkwürdig, Herr Pettigrew?“ fragte Herr Kirkidaze.

„Weil Malfoy und Snape sonst immer zusammenhingen wie Kletten. Beinahe…“ Pettigrew lachte quiekend. „…wie Sirius und James.“ Daraufhin blickte Peter beklommen zu den beiden Angeklagten.

„Was hat Severus Snape zu Herrn Black gesagt, als er sich zu ihnen gesetzt hatte?“ wollte Herr Lenßen wissen. Der Blick des Anwalts war streng auf Pettigrew gerichtet.

Pettigrew sah weg und auf seine Hände, die er ununterbrochen knetete.

„Er sagte, das weiß ich noch ganz genau, dass er letzte Nacht Remus im Schulgelände herumlaufen sah und wollte uns warnen, dass wir doch besser auf ihn Acht geben sollten, bevor ihm noch etwas passiert. Genauer gesagt, Snape meinte er hätte im Unterricht gut aufgepasst und die Zeichen erkannt. Ich denke, das hat er so gesagt.“

„Was meinen sie damit? Welcher Unterricht?“

Sirius Black räusperte sich. Peter Pettigrew sah ihn daraufhin an und meinte ein Kopfschütteln und einen warnenden Blick zu sehen.

Peter Pettigrew wurde deutlich blasser und nervöser. „Biologie, natürlich.“ antwortete Pettigrew schrill.

„Was hat Herr Snape noch gesagt?“ mischte sich Herr Kirkidaze wieder ein.

„Nichts weiter. Er hat uns nur gewarnt. Eigentlich, hat er mehr mit Sirius gesprochen. Mich übersehen die Meisten.“

„Nicht alle, will ich meinen.“ knurrte Severus Snape hinter ihm.

Pettigrew wandte sich zu ihm um. „Natürlich nicht!“ entgegnete er nun heftig und zitterte mit einem Mal am ganzen Leib. „Snape warnte Sirius und Sirius fuhr völlig aus der Haut. Er hat Snape gedroht ihm schlimmere Dinge anzutun, als Remus passieren könnten, wenn er nicht sofort Land gewinnt. Doch Severus Snape hat das nicht beeindruckt. Er ist schon immer so ein komischer, düsterer Einzelgänger gewesen. Snape ist aufgestanden und hat Sirius gesagt, dass es den Hauslehrer von Gryffindor bestimmt interessiert, welche Schüler sich denn nachts herumtreiben. Er meinte, das wären ihm für Slytherin einige Punkte Abzug wert zu sehen, wie wir uns da wieder rauszuwinden versuchen. Daraufhin hat Sirius ihn zurückgerufen und Snape hat sich wieder gesetzt.

Er erzählte ihm, dass Remus in der Nacht immer in die „Heulende Hütte“ ginge. Das wäre ihr geheimes Versteck. Wenn Snape genaueres darüber erfahren möchte, dann sollte er in der Nacht zur Hütte kommen. Er, also Black, würde ihm zeigen was sie da taten. Snape fand das wohl irgendwie verlockend und hat sofort zugesagt.

Ich hab Sirius angefleht das wieder rückgängig zu machen. Nicht auszumalen, was Remus mit ihm anstellt, wenn er plötzlich in der Hütte auftaucht. Aber Sirius hat nur gelacht. Ich soll mir nicht ins Hemd machen und den Mund halten. Sonst würde es mir schlecht ergehen!“

„Peter!“ rief Black entsetzt. „Wir sind Freunde! Du weißt, dass ich dir nichts tun würde.“

„Ich bin mir da nicht so sicher.“ flüsterte Severus Snape.

Peter nickte.

„Sag mal, …“ sagte James Potter. „…steckst du neuerdings mit Schniefelus unter einer Decke?“

„Nenn mich nicht Schniefelus!“ peitschte Snapes Stimme durch den Gerichtssaal.

„200 € Ordnungsgeld, ersatzweise drei Tage Ordnungshaft, Herr Potter. Wir können das immer so weitermachen, junger Mann!“ polterte die Stimme der Salesch.

Dann lächelte sie und sah zu Pettigrew. „Wie hat Herr Lupin reagiert, als er von Herrn Blacks Plan erfuhr?“

„Remus und James haben davon nichts gewusst. Ich habe nichts gesagt und Sirius hat auch kein Wort darüber verloren. Ich konnte deshalb nicht schlafen und habe in der Nacht James geweckt und ihm von Sirius Plan erzählt. Er ist ohne zu zögern los, um Snape aufzuhalten. Doch leider kam er wohl zu spät.

Ich sollte am Tunneleingang bleiben und sofort Alarm schlagen, wenn sich jemand nähert. Doch als nach einer Stunde immer noch niemand gekommen war, habe ich nachgesehen. Da ist mir Snape entgegen gekommen. Er sah zum Fürchten aus. Voller Blut und er hinkte. Ich hatte Angst und bin weggelaufen.

James, Remus und Sirius sind erst am Morgen zurück in den Schlafsaal gekommen. Ich weiß nicht warum. Aber sie sahen alle genauso blutig und verquollen wie Snape aus. Selbst Remus.“ Pettigrew schauderte es.

„Wollte Sirius Black den Tod des Geschädigten?“ fragte der Staatsanwalt.

Pettigrew schwieg.

„Herr Pettigrew!“

„Ich weiß es nicht.“ antwortete der Zeuge unsicher.

„Herr Staatsanwalt, ich glaube nicht, dass sie von dem Zeugen eine klare Antwort bekommen werden.“ sagte die Anwältin Blacks. „Herr Pettigrew hat, denke ich, alles gesagt.“

„Ja, das finde ich auch.“ sagte die Richterin. „Machen wir also mit der Zeugin Evans weiter.“

James Potter sah überrascht auf. „Lily?“ flüsterte er Arthur Weasley zu. Der blätterte in den Unterlagen, die er vor sich liegen hatte und nickte schließlich.

Die Tür ging auf, während sich Peter Pettigrew ans andere Ende der Stuhlreihe setzte, um nicht neben Severus Snape platz zu nehmen.

Eine junge Frau kam in den Gerichtssaal. Sie trug ein schlichtes, dunkelgrünes Kleid. Ihr langes, dunkelrotes Haar fiel ihr schwer über die Schultern.

Viele Männerblicke folgten ihr, als sie sich auf den Stuhl zubewegte.

Doch sie ignorierte sie alle, außer den Blick James Potters. Sie lächelte ihm zu, als sie sich setzte.

Sirius Black beachtete sie nicht.

„Frau Evans.“ Die Richterin lächelte die junge Frau freundlich an. „Auch sie habe ich bereits zu Beginn der Verhandlung belehrt und befrage sie nun zu ihren Personalien.“ Das Mädchen nickte.

„Fein. Ihr Name ist Lily Evans. Sie sind 16 Jahre alt und Schülerin. Sie leben bei ihren Eltern in Blackpool.“

Lily Evans nickte.

„Sie sind die Freundin des Angeklagten James Potter, richtig?“ fragte die Richterin.

Lilys Blick huschte zu James, dann erst nickte sie. “Ja, allerdings noch nicht all zu lange.“ Sie runzelte ihre Stirn. „Bin mir nicht einmal mehr sicher, ob ich das noch will.“

James Potter senkte den Blick und seufzte wieder.

Severus Snape lachte erneut.

Das konnte Lily Evans nicht wirklich ignorieren, aber sie widerstand dem Impuls sich zu ihm umzudrehen.

Der Staatsanwalt, Herr Kirkidaze, wandte sich nun an die Zeugin. „Frau Evans, sie haben zu Protokoll gegeben, dass sie Zeugin einiger Auseinandersetzungen zwischen den Angeklagten und dem Geschädigten waren. Ist das korrekt?“

„Vollkommen.“ antwortete sie brav. Sagte aber sonst nichts.

Sirius Black grinste daraufhin breit.

„Dann schildern sie doch bitte diese Auseinandersetzungen und weshalb sie ihnen auffielen, um sich freiwillig bei der Polizei zu melden.“ forderte Herr Kirkidaze Lily Evans auf.

Lily atmete tief durch, warf sich ihr Haar nach hinten und blickte die Richterin an. „Ich habe im Laufe der beinahe sechs Schuljahre hindurch immer wieder beobachten können, wie Severus Snape und die Tunichtgute, so nennen sich die vier Freunde, also James Potter, Sirius Black, Remus Lupin und Peter Pettigrew, zusammentrafen. Als sie noch jünger waren, zeigte sich das in Hänseleien auf beiden Seiten. Sie triezten sich wo es nur ging. Manchmal schlugen sie sich auch offen auf dem Schulhof.“

„Stand es dabei immer vier zu eins!?“ fragte die Richterin verwundert.

Lily schüttelte den Kopf. „Nein. Peter und Remus hielten sich meist heraus, taten aber auch nichts, damit es aufhört. Es waren immer James und Sirius, die sich Severus annahmen.“ sie senkte ihren Kopf. „Ich habe mich oft versucht einzumischen, weil irgendjemand etwas tun sollte. Man konnte ja sehen, dass es nicht mehr all zu lange gut geht. Schließlich ist Severus Snape nicht gerade ein Unschuldslamm. Er hat die Schüler in Slytherin alle im Griff. Die meisten Schüler, nicht nur die aus seinem Haus, gingen ihm aus dem Weg. Genauso wie sie den Tunichtguten aus dem Weg gingen. Der kleine entscheidende Unterschied war nur, dass insbesondere James und Sirius in ganz Hogwarts bewundert wurden. James war Kapitän des …“ Lily überlegte kurz. „ Fußballteams und Sirius war der beste Schüler. Abschluss mit Auszeichnung, wissen sie. Severus Snape aber…“ Jetzt drehte sie sich zu dem finsteren jungen Mann um, der unter dem Vorhang seiner schwarzen Haare böse hervorblickte.

Lily sah schnell wieder zur Richterin, als fürchte sie Severus könnte sich auf sie stürzen. „Ja, er war stets unbeliebt und immer ein Einzelgänger.“

„Aber gefährlich?“ fragte plötzlich Herr Lenßen. „Wollten sie das sagen?“

„Gefährlich? Ja, ich denke, dass er das ist. Immer noch.“

„Wissen sie, weshalb die Angeklagten und der Geschädigte sich, gelinde gesagt, nicht ausstehen konnten?“ fragte Herr Kirkidaze.

„Sie untertreiben. Sie hassen sich!“ erwiderte Lily. „Sirius und James hassen Severus Snape und umgedreht.“ Sie schloss ihre Augen. „Ich weiß nicht warum sie sich so hassen. Deshalb habe ich James einmal danach gefragt und er meinte, dass es einfach nur die Tatsache ist, dass Snape existiert.“

„Ich kann nicht glauben, dass du diesen Mistkerl auch noch verteidigst!“ brüllte Sirius Black. „Er hat dich immer beleidigt, sobald du in seiner Nähe warst.“

Lily sah zu Sirius. „Das tut er doch nur, damit er wenigstens bei den Slytherins anerkannt wird.“

„Ich denke du irrst, meine Liebe.“ schnarrt Severus Snape aus dem Hintergrund.

Lily Evans zuckte ihre Schultern. „Es ist kein Geheimnis, dass ich ihn nicht mag und er mich ebenso wenig. Aber ich weiß, dass sich Snape niemals den Beiden gegenüber so unfair aufgeführt hat.“

James Potter schnaubte angewidert, sagte aber nicht einen Ton. Sirius Black hingegen wurde wieder einmal zornig. „Lily, Snape ist schlimmer als James und ich es jemals waren. Du weißt doch gar nicht, wovon du sprichst!“ Black zeigte auf Severus Snape. „Der Typ steckt in so dunklen Geschichten, da würde dir Hören und Sehen vergehen!“

Snape stand von seinem Platz auf. Ganz langsam und kam auf den Tisch der Verteidigung zu. Die Richterin richtete sich abrupt auf und die Gerichtsdiener setzten sich sofort in Bewegung. Aber Snape lächelte nur milde, hob seine Linke zu Abwehr und legte mit seiner freien Hand vor Black ein Stück Pergament. Erst dann ging er zurück zu seinem Platz, ohne dass auch nur ein Wort gesprochen wurde oder irgendjemand einschritt.

Sirius Black faltete das Papier auseinander, blickte darauf, erbleichte und stieß ein Keuchen aus.

Seine Anwältin runzelte ihre Stirn als sie ebenfalls einen Blick darauf warf.

„Geben sie mir das!“ forderte die Richterin die Anwältin auf.

Die stand auf und brachte es zum Richtertisch. „Das ist ohne Bedeutung.“ versuchte sie zu erklären.

Die Richterin blickte darauf, sah wieder auf und Severus Snape an. „Was hat das für eine Bewandtnis?“ wollte sie wissen und hielt das Papier, auf dem weder auf der Vorder- noch auf der Rückseite etwas geschrieben stand.

Snape zuckte mit seinen Schultern, lächelte böse und blickte kurz zu Peter Pettigrew. „Keine Bewandtnis. Keine Bedeutung.“ erklärte er geheimnisvoll.

„Herr Black, können sie mir das erklären?“

Black nickte. „Ja, ich möchte gestehen.“ sagte Black monoton.

Lily Evans, James Potter, die Anklage, die Richterin und das Publikum starrten ihn überrascht an.

„Ich gestehe, dass ich am 20. März letzten Jahres Severus Snape in die besagte Hütte lockte, um ihn zu töten. Ich kann ihn keinen Grund nennen, außer dass er gefährlich ist und es besser gewesen wäre, er wäre nicht mehr da.“ sagte Sirius Black, strich sich seine langen Haare aus dem Gesicht und ließ sich seufzend zurückfallen. „James Potter wusste nichts von der Sache und ich habe Remus Lupin nie gesagt, wofür ich ihn missbrauchen wollte.“

„So ein ausgemachter Unsinn!“ rief ein junger, blonder gut aussehender Mann, der in der ersten Reihe des Publikums saß. „Was hast du ihm denn gesagt, Severus?“

Die Richterin sah auf. „Stehen sie doch bitte auf, junger Mann und nennen sie mir ihren Namen!“

„Ich bin Lucius Malfoy, Frau Vorsitzende. Severus Snape ist ein Freund von mir.“

Dieser drehte sich zu Malfoy um. „Reg dich nicht auf, Lucius und vor allem, misch dich nicht in die wichtigen Angelegenheiten unseres Lehrers.“ knurrte er so leise, dass es nur er und die Anwesenden im Publikum hörten. So auch die Reporterin des Nachtpropheten.

„Warum stören sie die Verhandlung?“ wollte die Richterin wissen.

Malfoys Mund war unterdessen aufgeklappt und er blickte entsetzt zu Severus Snape, bevor er nickte. „Ich weiß nicht, entschuldigen sie.“ stammelte er verwirrt.

Ein großer, breitschultriger, älterer Mann neben ihm, bleckte seine gelblichen Zähne und zog Malfoy auf seinen Platz zurück, bevor die Richterin ihn dazu auffordern konnte. Doch sie zuckte die Schultern. „Versuchen sie sich für den Rest der Verhandlung zusammenzureißen!“ ermahnte sie ihn. „Sofern sie nichts dazu beitragen können.“

Lucius Malfoy nickte. Noch immer stand absolutes Entsetzen in dessen Augen.

Severus Snape lächelte wieder, als er sich zu der Richterin umwandte und nun zu Black sah. Der Richterin entging nicht, dass der junge Mann daraufhin nickte, als wollte er etwas bestätigen.

Severus Snape räusperte sich. „Hören sie, Frau Vorsitzende, ich möchte meine Strafanträge zurückziehen! Vor allem gegen die Angeklagten Potter und Lupin!“

Die Richterin sah zu der Zeugin Evans. „Bitte Frau Evans, tauschen sie doch mit Herrn Snape die Plätze.

Lily Evans nickte und nahm hinten platz, während Snape sich wieder vorne niederließ.

„Mord ist kein Antragsdelikt, Herr Snape. Ich fürchte sie können nichts dagegen tun.“

„Das ist doch so nicht ganz korrekt, Frau Richterin Salesch. Die beiden Mitangeklagten sind doch nur noch lediglich der Körperverletzung angeklagt.“ erwiderte Snape.

Jetzt mischte sich der Staatsanwalt ein. „Auch das können sie nicht mehr selbst beantragen. Und ich sehe keinen Grund die Anklage fallen zu lassen. Sie haben doch selbst gehört, dass Herr Black die Tat eingeräumt hat.“

„Aber Täter ist Sirius Black, nicht James Potter und Remus Lupin. Die Beiden haben doch nichts getan. Potter hat versucht mich zu retten und Lupin stand unter dem Einfluss seiner Krankheit, für die er nichts kann.“ beharrte Severus Snape.

„Was bedeutet der Zettel?“ fragte die Anwältin Blacks.

„Er bedeutet, dass es nichts mehr gibt, was ich den Angeklagten noch vorwerfen könnte. Ich denke, wir sind quitt. Deshalb der leere Zettel.“ erklärte der Geschädigte leise.

„Du bist so was von einem Feigling!“ zischte Tobias Snape von seinem Platz aus. „Warte nur, bis du nach Hause kommst!“

„Herr Nebenkläger!“ donnerte die Richterin. „In meinem Gerichtssaal wird niemand bedroht.“

„Schon gut, Frau Salesch…“ mischte sich Severus Snape ein. „Mein Vater kann mir nichts mehr. Ich habe jetzt einen Ort gefunden, wo ich unterkommen kann und wo man mich akzeptiert. Vielleicht sogar einen Ort, wo ich und mein Wissen nützlich sind.“

„Was?“ Tobias Snape war verwirrt.

„Nun, sagte die Richterin. Hiermit beende ich die Verhandlung und ziehe mich mit den Schöffen zur Beratung zurück.“




Abschlussbericht über die Verhandlung im Muggelgericht. (Eine Reportage von Giselda Monroe)


Die Verhandlung ging wie folgt zu Ende:

Sirius Black wurde wegen versuchten Mordes zu 15 Jahren Haft in einem Muggelgefängnis verurteilt. Die er selbstverständlich nicht antrat, da das Gericht und die Justiz der Muggel durch wichtige Mitglieder des Zaubereiministeriums dazu >>überredet<< wurden auch diese Anklage (in Anbetracht, dass Severus Snape an keiner rechtlichen Verfolgung interessiert ist) fallen zu lassen. Der Vorgang ging bei den Muggeln daraufhin irgendwie verloren. Zumal das auch nicht wichtig schien, da sich kein in der Gerichtsverhandlung anwesender Muggel später noch an diesen Fall erinnern konnte.

Die Mitangeklagten James Potter und Remus Lupin wurden frei gesprochen.

Das konnte man allerdings nicht bei der Verhandlung vor dem Rat des magischen Gesetzes einige Tage später behaupten.

Die jungen Männer kamen nicht nach Askaban, aber die Strafen waren durchaus empfindlich (auch wenn sich Severus Snape für sie vor Gericht aussprach).

James Potter wurde zu einem Jahr freiwilliger Hilfe im St. Mungos verurteilt und erhielt ein dreimonatiges Verbot zu zaubern.

Sirius Black wurde auf Bewährung gesetzt. Bei nochmaliger Auffälligkeit würde er für drei Jahre nach Askaban gehen.

Remus Lupin wurde nach dem Gesetz gegen Werwölfe aus der Gemeinschaft verbannt und erhielt ein Aufenthaltsverbot für sämtliche, menschliche Ansiedlungen für ganze zwei Jahre. Zudem wurde ihm eine Therapie im St. Mungos angeraten, die er auch antrat. Über seinen Werdegang kann die Reporterin nicht viel sagen. Es ist nur erstaunlich, dass sich gleich zwei Ministeriumsangestellte für die drei jungen Männer aussprachen und ein hohes Mitglied der Zauberergemeinschaft. Herr Arthur Weasley, Assistent des Amtsleiters für Muggelfragen, und der Jungauror Frank Longbottem waren es, die für sie aussagten. Nicht zu vergessen der große Albus Dumbledore, derzeitiger Direktor von Hogwarts, der Schule für Zauberei und Hexerei. Man munkelt sogar, dass Professor Dumbledore nächster Minister werden soll. Zumindest wurde es ihm nun schon zum zweiten Mal angeboten.

Während und auch nach Verhandlung wurden neue Gräueltaten von du-weiß-schon-wem offenbar. Ein gewisser Regulus Black wurde tot in einem Waldstückchen gefunden. Offenbar war Regulus, der jüngere Bruder von Sirius Black, ein Anhänger Von-du-weißt-schon-wem. Ob und wie sein Bruder darin verstrickt ist, wird durch die Reporterin noch aufgeklärt werden.

Ferner wurde bekannt, dass Tobias Snape, ein Muggel, wegen Mordes an seine Frau Eileen, eine Hexe, angeklagt und zu lebenslanger Haft durch ein Muggelgefängnis verurteilt wurde.

Ihr Sohn Severus Snape, bisher Auszubildender des St. Mungos in Fragen für Vergiftungen und fehlgegangene Flüche, wird vermisst. Man vermutet, dass vielleicht Du-weißt-schon-wer dahinterstecken könnte.

Tobias Snape wurde einige Tage nach seiner Verurteilung tot in seiner Zelle aufgefunden. Über dem Gefängnis wurde durch mehrere Zeugen das Dunkle Mal gesehen. Noch immer bestreitet das Ministerium diese Tatsache.


Lesen sie dazu mehr in der nächsten Ausgabe.


Giselda Monroe, Reporterin des Tagespropheten und Mitglied der Abteilung für Öffentlichkeitsfragen im Zaubererministerium