EIN WILLKOMMENES GESETZ
von Lhyra
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Kapitel 5 - 9
5. Geständnisse
Es war ziemlich
früh am Montagmorgen. Die Sonne war gerade im Begriff aufzugehen. Hermine saß
auf dem Sims des Ostturms und ließ die Beine aus dem Fenster baumeln.
Sie dachte an
den gestrigen Nachmittag und lächelte verzückt. Es war wundervoll gewesen
Severus zu küssen, ihn zu berühren. Sie seufzte, als sie an den
leidenschaftlichen Kuss dachte. Es war so erregend gewesen von ihm geküsst zu
werden. Seltsam, wie sehr sie auf ihn reagierte.
Er war kein
schöner Mann. Sein Haar war viel zu fettig und dünn um schön zu sein. Er war zu
schlank, eigentlich nur lang und ohne wirklich männliche Proportionen. Seine
blasse Haut stand im viel zu krassen Gegensatz zu seinem tiefschwarzen Haar und
seinen schwarzen Augen. Oh ja, diese Augen! Sie seufzte abermals. Sie waren
unglaublich sexy. In ihnen lag soviel von seiner Seele, seiner Emotion - wenn
er es zuließ. Seine Stimme jagte ihr Schauer der Lust über den Rücken...
Hermine verstand
die Welt nicht mehr. Es war, als würde alles auf den Kopf gestellt. Alles was
früher galt, war heute anders. Freunde und Feinde die sie hatte, waren nicht
mehr da. Träume die sie hatte und erfüllbar gewesen waren, waren nun
unrealisierbar. Dinge die einst Spaß gemacht hatten, wie beim Quidditch
zuzuschauen, waren heute kaum zu ertragen. Und ein ehemals hässlicher, gemeiner
Zaubertranklehrer wurde zu einem begehrenswerten Mann, den sie auch noch
liebte.
Sie schüttelte
den Kopf.
Was Harry und
Ron wohl dazu sagen würden? Sie bemerkte die Tränen kaum, die ihr die Wangen
hinunterliefen. Dieser Schmerz! Wie oft hatte sie ihn zu betäuben versucht. Mit
Neville hatte sie es eine ganze Zeit probiert. Er war ihr erster gewesen. Er
war so lieb und vorsichtig gewesen. Er hatte sie an Ron und Harry gleichermaßen erinnert. Deswegen hatte sie ihn
auch verlassen. Liam McOsmount ein sechst Jahres Hufflepuff war der nächste
gewesen. Danach hatte Hermine es nicht mehr weiterversucht, sondern sich in
Arbeit begraben. Diese lenkte sie besser ab, als die Zeit verzweifelter
Leidenschaft mit ihren männlichen Mitstudenten.
Bitterkeit stieg
in ihr auf, als sie an Neville dachte. Er sprach kaum noch mit ihr, seit sie
nicht mehr zusammen waren. Sie hatte ihn nicht verletzen wollen, sondern ihn
nur gebeten glücklich zu werden. Sie könne es nicht mehr.
Die Sonne stieg
wie ein Feuerball den Himmel hinauf und Hermine schüttelte ihre dunklen
Gedanken ab. Sie sollte ihr Leben vielleicht wie diesen Morgen sehen.
Irgendwann ging die Sonne aus der Dunkelheit hervor und verscheuchte sie in die
letzten Winkel. Ihr neues Leben begann. Sie würde in sechs Tagen Mrs. Hermine
Snape sein. Es galt sich darauf zu konzentrieren - und auf ihre Liebe zu ihrem
zukünftigen Mann. Sie hoffte nur, sie würde alle seine Seiten an ihm lieben
lernen. Denn bisher war es nur dieses sanfte, gefühlvolle Ich, dass er ihr
jedes Mal im verbotenen Wald offenbart hatte.
Sie erhob sich
und warf noch einen letzten Blick auf die Sonne, dann machte sie sich auf den
Weg hinunter zum Frühstück.
***
Sie trafen sich
in der Halle. Die Studenten zogen an ihr vorüber und Hermine sah Ginny - nein
Ginevra - nach, die an ihr vorbeizog und beide Daumen hochhielt und ihr
zuzwinkerte.
Severus folgte
Hermines Blick und erhaschte nur noch das freundliche Zuzwinkern Ginevras. Was
hatte das zu bedeuten?
Er sah Hermine
an und zog eine Augenbraue hoch. Doch diese lächelte nur sanft und wünschte ihm
einen guten Morgen.
„Guten Morgen,
Miss Granger. Sind sie soweit?"
Seine junge
Verlobte nickte und lächelte immer noch.
Sie verließen
die große Eingangshalle und traten hinaus auf die Wiesen vor dem Schloss.
„Wir werden
apparieren, Hermine." Seine Stimme war abermals so dick und samtig, wie am
gestrigen Tag, nachdem er sie geküsst hatte.
„Ich .... ähm
.... ich habe meinen Apparierschein noch nicht." Unsicher sah sie ihn an.
„Das ist nicht
weiter problematisch. Wir werden zusammen apparieren. Allerdings gibt es da nur
eine Sache...."
Nun war es an
Hermine die Augenbrauen hochzuziehen.
„Es ist notwenig
direkten Körperkontakt zu halten."
Sie lachte und
trat an ihn heran. Sanft schob sie seine Arme zur Seite und schmiegte sich an
ihn. Ihre Arme glitten unter seinen Umhang und umfingen seinen Rücken.
Er sah auf sie
hinunter, seine Miene war undurchdringlich. Doch die junge Brünette lächelte
leicht und flüsterte: „Daran könnte ich mich gewöhnen, Severus."
Er fühlte seinen
Hals eng werden. Seine Arme schlossen sie in eine enge Umarmung. Ihr Gesicht
blieb den seinem zugewandt. Sie glaubte zu entdecken, wie sehr es ihm gefiel
sie zu halten, sie zu spüren. Widerwillig gestand sich auch Hermine ein, wie
sehr sie es genoss ihn so nah zu sein.
Aus einem
plötzlichen Gefühl heraus küsste sie ihn. Ihre Hände bargen sein Gesicht und
zogen ihn sanft zu sich hinunter.
Hilflos spürte
Severus Snape seinen Körper reagieren. Ihre Lippen teilten spielerisch die
seinen und ihre Zunge eroberte seine Mundhöhle. Ein lautes Stöhnen formte sich
in seiner Brust und kam urplötzlich zum Ausbruch. Hermine zog ihn nur noch
näher an sich heran.
Wie gut er
küsste! Sie war völlig verloren in diesem Kuss, so das sie nicht einmal
bemerkte, wie sie im „Tropfenden Kessel" ankamen.
Sanft versuchte
Severus sich von ihr lösen. Nur wiederwillig beendete sie den Kuss und sah ihn
an. Sie standen in einer Nische im hinteren Teil der Gaststätte. Severus war
auch mehr als dankbar dafür, denn so verbarg das dämmerige Licht die
Ausbuchtung in seiner Hose, die durchaus deutlich machte, wie sehr es ihm
gefiel seine Verlobte zu küssen.
Ihr Gesicht war
rötlich übergossen und ihre Augen glänzten. Sie atmete heftig und ihre vom
Küssen geschwollenen Lippen schienen ihn immer noch locken zu wollen. Severus
seufzte.
„Ich muss dir
noch ein paar Dinge sagen, bevor wir in die Winkelgasse gehen." Seine schwarzen
Augen suchten ihre braunen.
„Ich denke, dass
Lucius nicht sonderlich erbaut davon sein wird, dass du seinen Antrag abgelehnt
hast. Sein Ziel ist klar und er wird versuchen es zu erreichen."
Hermines Augen
wurden hart. Innerlich zuckte er zusammen. Wann war es geschehen, dass aus ihr
eine so harte Person werden konnte. Sie verschloss sich, so dass er nicht in
ihr lesen konnte, wie sonst.
„Ich weiß das er
mich töten will."
Severus nahm
ihre Hand in die seine.
„Und ich werde
das niemals zulassen, Hermine. Allerdings ist dass nicht alles, was er von dir
will..."
Sein Blick war
voller Emotion, dass es ihr den Atem verschlug. Sie las darin was er nicht
sagen würde.
„Severus...",
begann sie.
Er schüttelte
den Kopf. „Nicht jetzt. Lass uns gehen. Wir haben noch einiges zu erledigen."
Trotzig reckte
sie das Kinn vor. Seine Stimme war bedeutungsschwer gewesen. Sie wusste, da war
noch mehr.
„Wann wirst du
mir alles sagen?"
Merlin! Diese
Frau hatte einen feinen Sinn für ihn und seine Stimmungen! Severus schüttelte
innerlich den Kopf. Was würde das nur für eine Ehe mit ihr werden? Es war, als
könne sie seine Gedanken lesen. Doch wusste er, dass sie in Leglimentik
keinerlei Erfahrung hatte. Er wandte sich ihr zu.
„Heute Abend,
beim Dinner."
Damit schritt er
so weit aus, das Hermine Schwierigkeiten hatte ihm zu folgen.
Sie saß bei
Madame Malkin auf einem dieser großen Samthocker.
Severus hatte
ihr aufgetragen sich ein Kleid auszusuchen was ihr gefiel und war gegangen. Er
wollte verschiedene Formalitäten erledigen und später zu ihr stoßen. Seufzend
trank sie einen Schluck des starken Tees, den Madame Malkin ihr angeboten hatte
und widmete sich wieder der Modenschau, die von durchsichtigen Models vor ihr
auf der Ladentheke abhalten wurde.
Nach kurzer
Überlegung hatte sie sich für etwas klassisches entschieden und so machten sich
die Damen daran, verschiedene klassische Brautkleider vorzuführen. Der junge
Frau seufzte abermals schwer und winkte ungeduldig mit der Hand.
„Nein Madame,
dass ist alles wirklich wunderschön. Es ist aber nichts für mich."
Die leicht
beleibte Ladenbesitzerin lächelte und nickte.
„Nun da gebe ich
ihnen Recht, Miss."
„Haben sie etwas
einfacheres, mit geraden Linien und ohne so viele Perlen, Glitzer und den
ganzen Putz?"
Madame Malkin
lachte nun hell auf. Sie nahm Hermine freundlich beim Arm und führte sie in den
hinteren Teil des Ladens.
Sie wühlten sich
zwischen verstaubten Festroben und schweren, ledernen Umhängen hindurch, bis
die vor einer Wand mit den merkwürdigsten Hüten standen, die Hermine je gesehen
hatte.
Es waren spitze
Hüte darunter, die wie eine umgedrehte Schultüte aussahen und oben merkwürdige
tentakelähnliche Auswüchse hatten. Andere waren platt wie Napfkuchenformen und
hatten lauter kleine Antennen darauf. Die junge Frau schüttelte den Kopf und
wollte schon umkehren, als sie Madame Malkin eine Passwort murmeln hörte.
Die Hutwand
schwang plötzlich mit lauten Quietschen und Knarren nach innen zurück. Eine
weitere Wand schob sich davor und verdrängte die Hüte nach innen.
Hermine stockte
förmlich der Atem, als sie sah was an den Ständern hing.
Wunderschöne
Kleider und Roben in duftigen Stoffen oder in schwerem Samt, die allesamt
einfach, aber dennoch raffiniert aussahen.
„Ich sehe, ich
habe das richtige für sie, Miss. Lassen sie uns nun eine Auswahl treffen und
dann probieren sie die guten Stücke an."
Begeistert
stürzte Hermine sich auf die Kleider und traf eine großzügige Auswahl. Eines
nach dem anderen zog sie nun über und Madame Malkin schüttelte hier und da den
Kopf, bis nur noch drei Kleider zur Auswahl standen.
Das erste war
bodenlang mit einem einfachen Rüschensaum und langen Ärmeln. Das zweite reichte
ihr bis zum Knöchel, war kurzärmelig und glockenförmig geschnitten. Das dritte
ging ebenfalls bis zum Boden und hatte einen weiten Rock. Das Oberteil war
enger, umschmeichelte ihre Figur und ließ Rücken und Dekollete frei. Madame
Malkin hatte ihre Haare hochgezaubert zu einem losen Dutt. So hatten sie beide
nur staunend vor dem Spiegel gestanden und Hermine hatte geflüstert:
„Das bin nicht
ich."
„Dann ist es das
Richtige," hatte Madame Malkin geantwortet.
So standen sie
vor den Kleidern die feinsäuberlich an einer Vorführwand hingen.
„Wollen sie
meinen Rat, Kindchen?"
Ihr Gegenüber
nickte nur.
„Nehmen sie das
ausgeschnittene Kleid. Es ist das Richtige."
Hermine lächelte
zaghaft. „Ja. Sie haben recht, Madame."
Wie Severus
reagieren würde, wenn sie es trug? Sie zitterte innerlich, bei dieser
Vorstellung.
Sie verließ den
Laden, nach dem sie noch das Kleid mit den Rüschen, für andere Anlässe sowie
drei paar Schuhe erstanden hatte. Alles wurde per Flohnetzwerk geschickt.
Nun stand sie
draußen und Severus war nicht zu sehen. Sie hoffte es würde nicht mehr lange
dauern, denn es begannen Regenwolken aufzuziehen. Misstrauisch spähte sie zum
Himmel hinauf, als urplötzlich sie jemand beim Arm fasste.
„Vorsichtig,
junge Frau." Vernahm sie die aalglatte Stimme Lucius Malfoys.
Sie verschloss
ihre Miene und blickte ihn kalt an. Ein kaltes Lächeln legte sich auf ihre
Lippen.
„Mister Malfoy,
welch eine Überraschung."
Er sah sie
unverwandt an.
„Miss Hermine
Granger, welche Freude. Ich hätte nicht erwartet sie zu sehen."
Sie hob die
Brauen und lächelte noch eine Spur kälter.
„Und weshalb,
Sir?"
„Nun, man
munkelt, sie seien so sehr in ihren Professor vernarrt, dass sie ihn sogar
heiraten werden. Ich wusste gar nicht, dass Severus so nachlässig sein kann und
sie allein hier zurücklässt."
„Severus hat
keineswegs..."
„Ist etwas nicht
in Ordnung Hermine?"
Wie ein dunkler
Schatten schob sich Severus zwischen Hermine und Malfoy.
„Oh Severus,
welch Freude dich zu sehen. Ich gratuliere dir, zu dieser außergewöhnlichen
Braut."
Lucius streckte
ihm die Hand hin und automatisch, so schien es, nahm Severus sie in die seine.
Lucius schüttelte sie und plötzlich verschwanden beide mit einem lauten
Krachen.
Geschockt stand
Hermine da und sah auf die Stelle wo sie gerade noch gestanden hatten. Was
sollte sie nun tun? Sie sah sich Hilfe
suchend um.
„Kommen sie
schnell rein, Miss," zischte Madame Malkin mit einem Mal hinter ihr und zog sie
gerade in den Laden, als Draco mit einem üblen Lächeln auf dem Gesicht um die
Ecke bog.
Wortlos zog die
Ladenbesitzerin sie durch den Laden und schob sie unsanft in einen stickigen
Nebenraum.
„Schnell dahin!"
Hermine fühlte
Flohpulver zwischen ihren Fingern und einen beherzten Schubs um die Ecke. Wie
in Trance streute sie das ganze Pulver in die Flammen vor ihr und flüsterte
rau: „Das Büro von Professor Dumbledore, Hogwarts."
Dann trat sie
hinein.
***
Die Sonne
schickte ihre letzen Strahlen hinauf zum Schloss und Albus Dumbledore
betrachtete dieses Schauspiel mit ernster Miene.
„Wir können
nicht viel tun, Miss Granger. Wir werden noch ein wenig weiter warten."
Hermine rauchte
förmlich vor Wut.
Sie war wütend
auf Dumbledore, der nicht unternahm, um Severus zu suchen. Ja, und sie war
wütend auf Severus. Das stand aber auf einem anderen Blatt.
Tränen schossen
in ihre Augen. Jetzt weinte sie auch noch! Das durfte sie sich nicht gestatten.
„Professor
Dumbledore, Sir? Ich würde gerne nach Gryffindor zurückkehren."
Er nickte. „Tun
sie das Miss Granger. Sie habe sicherlich einiges zu überdenken."
Innerlich stieß
Hermine Verwünschungen aus, als sie das Büro des Schulleiters verließ.
Natürlich gab es da einiges zu überdenken!
Sie verließ
Hogwarts und durchstreifte das Außengelände. Nach Gryffindor zurückzukehren,
hieß Ginevras Fragen zu beantworten. Dazu hatte Hermine allerdings keine
Nerven.
Als sie aus dem
Feuer getreten war, hatte sie Dumbledore sofort Severus' Verschwinden gemeldet.
Aufmerksam hatte der alte Zauberer zugehört. „Es ist wird das Beste sein zu
warten. Severus ist ein kampferprobter Zauberer. Machen sie sich also keine
Gedanken, Miss Granger." Hermine hatte genickt und gewartet, während Dumbledore
das Büro verlassen hatte.
Als Phineas
Nigellus auftauchte, war es schon spät gewesen. Sie hatte über einigen
Verwandlungsaufgaben gebrütet, als er sie ansprach.
„Sie sind also
die junge Frau, die Professor Snape heiraten wird."
Gleichgültig
hatte sie das Portrait angesehen.
„Welch edlen
Mann sie da doch heiraten werden. Bliebe nur die Frage, ob sie ihn verdient
haben."
„Edel? Niemand
würde Severus als edle bezeichnen." Innerlich grinsend blickte sie Phineas in
die Augen.
„Durchaus. Wenn
man wüsste, aus welch edlen Motiven er den Antrag um ihre Hand gestellt hat."
„Aus Liebe?"
Phineas
schnaubte verächtlich.
„Natürlich
nicht. Er will sie vor den Todessern schützen, die um ihre Hand angehalten
haben."
Sie sah ihn nur
an.
Was? Konnte das
wirklich sein? Sie hatte geglaubt zu sehen, dass ..... Es war als hätte sie
etwas in Severus Augen aufblitzen sehen. Etwas das Wärme und .... und
vielleicht ... Sympathie - Liebe ausdrückte... Doch nein. Es war alles ein
Schauspiel gewesen. Nur weswegen? Sie
war enttäuscht, enttäuscht und traurig.
„Sie sind ja
kreidebleich." Nigellus starrte sie an. „Geht es ihnen nicht gut?"
Zorn kochte in
ihr hoch, als sie das verschlagen drein sehende Gesicht von Phineas Nigellus
sah.
In dem Moment
hatte Dumbledore das Büro betreten.
6. Kämpfe
Severus Snape
schleppte sich mehr, als das er ging durch den
nun düsteren, verbotenen Wald. Er hatte mit letzter Kraft auf der
Lichtung, am Rande des Waldes appariert. Innerlich schüttelte er über sich
selbst den Kopf.
Wie war das
alles nur passiert?
Hermine... sie war der Schlüssel zu all dem.
Seine Augen glänzten auf. Hermine Granger. Der Dorn in seinem Auge. Das
Allwissendes Lexikon, das ständig seine Hand in der Luft, auf alles eine
Antwort hatte. Hermine Granger. Die junge Frau, gezeichnet vom Krieg. Reif und
doch unschuldig. Die Frau, die er lieben konnte.
Aufstöhnend
stieß er durch die niedrigen Zweige der Büsche. Gleich...!
Sie hatte sich
in das lose Buschwerk gesetzt. Hier würde sie niemand so schnell finden. Es war
dunkel geworden und die letzen Strahlen der Sonne spendeten noch ein wenig
Licht. Sie hatte nachgedacht und ihre Gefühle beiseite gelassen, so gut es
ging. Ja, Phineas hatte sicher recht gehabt. Severus hatte sie sicherlich
schützen wollen. Nur warum? Er wäre nicht auf die Idee gekommen, hätte ihm
nicht etwas an ihr gelegen. Sie seufzte auf und strich ihr Haar aus dem
Gesicht. Es war so. Es konnte keinen anderen Grund geben, denn bis vor kurzem
hatten sie einander wie die Pest gemieden. Wäre es so weiter gegangen, hätte
Dumbledore nicht darauf gedrungen, dass Severus mit ihr reden sollte, hätte er
wohlmöglich niemals um ihre Hand angehalten. Sie stützte den Kopf in die Hände.
„Severus, wo
bist du nur. Ich habe angst um dich. Bitte komm' zu mir. Ich liebe dich
doch...," wimmerte sie leise.
Dieser verdammte
Malfoy. Hermine erhob sich. Sie würde einen Zauber versuchen...
Ihm ging es
nicht gut. Er hörte schon ihre Stimme, wie sie ihn lockte, ihn rief. Er hörte
sie ihre Liebe zu ihm bekennen. Es musste eine Art von Delirium sein. Er
stolperte und stürzte durch die Äste des alten Schlehenbusches.
Ein lautes
Knacken und Krachen schreckte Hermine auf. Die Blätter gaben nach und Severus
Snape fiel direkt in ihre Arme. Keuchend landeten sie im noch sonnenwarmen
Gras.
Die junge Frau
war wie paralysiert. Er war es. Sie umfing ihn fester. Sein Gesicht lag vor dem
ihren.
„Hast du gesagt,
das du mich liebst?" wisperte er.
„Ja. Große Güte,
Severus ja!" weinte sie und küsste sein Gesicht.
„Du weinst
wieder."
Sie umfasste
sein müdes Gesicht. „Weil ich froh bin, dass du wieder da bist."
Er lächelte und
es war das Schönste was Hermine jemals gesehen hatte. Doch plötzlich schloss er
die Augen und wurde schlaff.
„Oh nein...,"
keuchte sie und suchte seinen Puls.
Kräftig und
regelmäßig schlug er unter ihrer Hand. Sie seufzte erleichtert auf und
schmiegte sich noch für einen Moment an ihn. Sie war glücklich, stellte sie
verwundert fest. Er war da. Sacht tastete sie seinen Körper nach Verletzungen
ab und er gab hier und da ein Stöhnen von sich. Sie kroch über ihn und öffnete
seinen Talar. Die vielen Knöpfe waren wahrlich eine Herausforderung, doch
schließlich konnte sie sein unterliegendes Shirt hochschieben. Der Atem stockte
ihr, als sie die riesigen, frischen Blutergüsse und tiefen Kratzer sah. Wieder
traten ihr die Tränen in die Augen und Schluchzer verstopften ihr die Kehle.
Das alles nur wegen ihr und so einem dämlichen Gesetz! Die junge Brünette
zückte ihren Zauberstab und murmelte diverse Heilungszauber. Sie untersuchte
seine Gliedmaßen nach Brüchen. Glücklicherweise fand sie nur Prellungen und
Schürfwunden, die sie ebenfalls mit einem Heilungszauber behandeln konnte.
Severus war halbnackt, als er vor ihr lag. Sie betrachtete ihn intensiver.
„Oh Himmel!"
rief sie aus.
Langsam und mit
aller Vorsicht schob sie seine blutgetränkten Boxershorts hinunter. Sie sah die
Auswirkungen eines Splitterzaubers vor sich. Die Sicht war verschleiert von
ihren Tränen, dennoch konnte sie die richtigen Zauber sprechen, um ihm erste
Hilfe zu leisten.
Schließlich
schaffte sie ihren Verlobten in den Krankenflügel. Innerlich war sie merkwürdig
ruhig, als Madame Pomfrey seine Wunden zu versorgen begann und sie hinaus
schickte.
„Kommen sie in
einer Stunde wieder," sagte sie nur noch und schob Hermine aus der Tür.
Sie saß wieder
auf dem Sims des Ostturms. Wind war aufgekommen und Wolken schoben sich über
die Sterne. Sie seufzte und las abermals ihren Brief an ihre Eltern durch.
Ihr Lieben,
wie ihr
wisst, stand das Gesetz zur Verheiratung von Muggeln und reinblütigen Zauberern
zur Debatte. Es ist durchgesetzt worden und ich falle ebenfalls unter dieses
Gesetz. Ich habe unter den Anträgen den meines Professors Severus Snape
gefunden und mich für ihn entschieden. Er ist ein ehrlicher und vor allem guter
Zauberer und ich möchte, dass ihr meine Wahl akzeptieren könnt.
Am Sonntag
werden wir um 11:40 im Zaubereiministerium heiraten. Bitte seid dann bei mir.
Ich sende Euch einen Portschlüssel!
Ich hoffe
Euch geht es gut.
Alles Liebe!
Sie nickte und
befestigte ihn an Hedwigs Bein. Liebevoll streichelte sie die große Schneeeule.
„Ach liebe,
liebe Hedwig! Ich wünschte nur Harry wäre noch bei uns."
Hedwig krächzte
und knabberte zart an Hermines Finger, dann flog sie davon.
Die junge Frau
sah hinab zu den hügeligen Wipfeln der Bäume. Sie hatte absichtlich nichts von
Severus' Verletzungen geschrieben. Sie war sich nicht sicher was geschehen war
und wer eventuell die Post lesen würde. Außerdem wollte sie Eltern nicht mehr
als nötig beunruhigen. Die Nachricht über ihre Heirat würde sie schon genug
aufregen.
Langsam erhob
sie sich und ging wieder zur Krankenstation hinunter.
Severus wurde
gerade wach, als sie sich zu ihm setzte. Sanft nahm sie seine Hand in die ihre
und küsste sie. Schwach lächelte sie ihn an und hob ihre Hand zu seinem Gesicht.
„Phineas hatte
recht," flüsterte sie zärtlich, „du bist edel."
Er gab ein
kurzes Lachen von sich, dass in Husten überging. Seine Hand legte sich über die
ihre.
„Ich habe nicht
geträumt, dass du am Waldrand saßest?"
Sie schmunzelte.
„Ich liebe dich wirklich."
Seine Augen
blitzten auf und die ihren weiteten sich, als sie es sah - es realisierte.
Er liebte sie.
Er sagte es zwar nicht, aber sie hatte es gesehen. Zart küsste sie ihn.
„Wie fühlst du
dich, Severus?"
„Frag nicht." Er
nahm ihre Hand in die seine und schloss die Augen.
Madame Pomfrey
trat plötzlich aus dem Dunkel an sein Bett.
Der
Zaubertranklehrer öffnete die Augen.
„Es ist nicht
weiter komplikationsreich," wandte sie sich an ihn. „Du solltest allerdings bis
morgen hier bleiben. Es sah schlimmer aus als es ist. Miss Granger - deine
Verlobte - hat gute Arbeit geleistet." Sie zwinkerte Hermine zu und ging
brummelnd zurück in ihr Büro.
„Du? Du hast ...?" Leichte
Röte überzog sein Gesicht als er an seine verletzten Genitalien dachte.
Sie nickte
schlicht. Er küsste ihre Hände und zog sie schließlich an sich heran. Seine
Lippen strichen über die ihren. Ihr Bauch kribbelte und sie seufzte leise.
Er spürte wie er
auf dieses Seufzen zu reagieren begann, trotz seiner Verletzungen. Er zog sie
auf sein Bett und küsste sie abermals. Seine Zunge strich über ihre vollen
Lippen und sie öffnete diese. Sie eroberten den Mund des anderen. Hermine wand
sich leise stöhnend auf dem schmalen Bett. Severus Hand glitt über ihre
Schultern hinab zu ihren Brüsten. Sanft streichelte, rieb und drückte er sie.
Seine Verlobte keuchte auf und presste sich an seine Hand.
Plötzlich aber
löste sie sich von ihm. Sie starrte ihn an. Dann verließ sie fluchtartig den
Krankenflügel.
***
„Nur damit ich
das jetzt richtig verstehe, du bist wie von tobenden Todessern gehetzt aus dem
Krankenflügel gerannt, weil Snape ein bisschen an dir gefummelt hat?"
Die Brünette sah
unbehaglich drein.
„Ja. Ich ... nun
... ich ... ich ... mit ist dann erst ... erst klar geworden, dass wir ja laut
Gesetz ... ähm ... dazu verpflichtet sind die Ehe zu vollziehen."
Tiefrot war ihr
Gesicht als sie Ginevra ansah.
„Aber dir hat es
doch gefallen ... oder etwa nicht?!"
„Ja, aber ...
ach Ginevra! Ich habe mich immer noch nicht daran gewöhnen können, wie sehr sich
alles verändert hat. Alles geht so schnell!"
Die Rothaarige
lachte schallend.
„Na immerhin
bekommst du es endlich auf die Reihe meinen vollen Vornamen zu gebrauchen."
Hermine grinste.
Es war
Dienstagabend. Hermine hatte den ganzen Tag in der Bibliothek verbracht um für
die UTZ Prüfungen zu lernen. Für sie und Susan Bones waren diese vorgezogen
worden, da sie beide ja bald heiraten würden.
„Ich ... ach ...
Ginny! Ich liebe ihn! Das gerade macht es mir ja so schwer! Ich weiß einfach nicht mehr wie ich reagieren soll.
Es war alles soviel seit ... seit Beginn des Schuljahres."
Die Jüngere
nickte.
„Du hast recht.
Dennoch, wenn du ihn liebst, dann macht alles einen Sinn. Da ist es egal, dass
es ein Gesetz gibt, dass euch erst in diese Situation gebracht hat."
Hermine klangen
Ginevras Worte immer noch in den Ohren, als sie auf den Weg hinab in die Kerker
war. Sicher, ihr hatte es sehr gefallen, von Severus berührt und geküsst zu
werden. Himmel ja, es hatte sie erregt und zwar innerlich und äußerlich.
Niemand - weder Neville noch Liam hatten sie so sehr berühren können. Sie
zitterte innerlich und ihre Brustspitzen richteten sich auf, als sie an
Severus' Hände auf ihren Brüsten dachte.
Sie war gerade
im Begriff an Severus' Tür zu klopfen, als diese geöffnet wurde. Beinah stieß
sie mit ihrem Verlobten zusammen. Sie blickten einander an.
Hermine verlor
sich in den Tiefen seiner Augen. Sie las darin was ihn bedrückte.
„Nein,"
flüsterte sie, „ich verabscheue dich nicht. Ich ... ich ..." sie blickte
beschämt zu Boden, „ ich hätte nie gedacht, dass ich mich in dich verlieben
könnte. Noch weniger ..." Sie trat durch die Tür und er schloss sie, den Blick
gebannt auf die junge, rotüberhauchte Frau gerichtet.
„Noch weniger
habe ich mir je vorstellen können, dass ... dass du mich so erregen könntest,
Severus."
Er stöhnte leise
auf und hob die Hand an den Mund.
Sie sah ihn
unsicher an und begann plötzlich loszusprudeln, ohne das sie großartig
nachzudenken begann: „Deine Küsse sind so wundervoll. Als du mich dann gestern
so berührt hast, wäre ich am liebsten..."
Ihre Stimme
verklang und sie wurde rot. Sie zitterte vor unterdrücktem Begehren.
„Wärst du am
Liebsten was, Hermine?" Seine Stimme war rau vor Erregung und mühsam
beherrschter Lust.
Unsicher sah sie
ihn an. Das nackte Begehren stand in seinem Blick. Hermine stöhnte auf.
„Wäre am
liebsten zu dir ins Bett gekommen um mit dir zu schlafen."
Severus fuhr
sich durch das Haar.
„Oh Gott,
Hermine!" stöhnte er und sah sie gequält an. „Ich ... ich verstehe dich. Ich
verstehe dich sehr gut. Es ist alles schnell gegangen. Viel zu schnell. Ich ...
ich will dich nicht bedrängen. Nur möchte ich, das du weißt, dass ich genauso
empfinde wie du." Die junge Frau erbebte und trat langsam auf ihn zu. Er sah
sie an.
„Bitte, ich
möchte dich nicht drängen....," keuchte er rau, als er ihre Absicht erkannte.
„Das kannst du
gar nicht. Es ist in mir, was mich drängt..." wisperte sie an seinem Mund.
***
Sie bewegte
immer noch sanft ihr Becken und ihre Hände griffen in sein Haar.
Sein Kopf ruhte
auf ihrer Brust und er lauschte ihrem Herzschlag. Seine Hände streichelten ihre
weiche Haut. Er genoss ihre Zärtlichkeiten ebenso.
Er stemmte sich
schließlich etwas hoch und zog sie an sich. Sie sah ihn an und küsste ihn
sanft.
„Ich liebe dich
Severus."
Lange sah er sie
an. Sie hatte ihn berührt, sein Innerstes. Er wusste, er würde niemals wieder
von ihr loskommen. Sie war die Frau seines Lebens!
„Ich liebe dich
auch, Hermine." Er zog sie an sich. „Ich liebe dich mehr, als ich in Worten
ausdrücken kann." Seine Stimme wurde hart wie Stahl. „Jeder der versucht dich
mir wegzunehmen, wird sterben. Es wird keinen anderen Mann mehr für dich
geben!"
Sie sah ihn an.
Ihre Augen glühten wie unirdisches Feuer.
„Nein, es wird
keinen anderen geben. Nur dich Severus... für immer."
Er zog sie an
sich und küsste sie. Der Kuss wandelte sich schnell und so liebten sie sich ein
weiteres Mal, bis zum Morgengrauen.
7. Gespräche
Es war noch
früh. Sie spürte es. Langsam wandte sie sich ihrem Verlobten zu. Sein langes,
schwarzes Haar war zerzaust, die Wangen gerötet und seine Lippen noch immer
geschwollen von den leidenschaftlichen Küssen der letzten Nacht. Sein Gesicht
war entspannt und ließ ihn sehr viel jünger wirken. Sie lächelte glücklich.
Irgendwann hatte er ihr gesagt, dass er eigentlich mit ihr hatte etwas
besprechen wollen, doch das war in Stürmen der Lust untergegangen.
Sie betrachtete
ihn liebevoll. Die letzte Nacht hatte alles verändert. Er hatte ihr in jeder
Hinsicht klargemacht, dass er sie liebte. Sie fühlte es. Sie fühlte auch ein
Band zwischen ihnen, von dem sie langsam den Eindruck hatte, dass es immer da
gewesen war.
„Wie ist es nur
möglich, dass du weißt was ich denke?" hatte er gewispert, als er sie fest an
sich geschmiegt hatte.
„Tue ich das?"
Sie streichelte seinen Unterarm.
„Du weißt das es
so ist. Du kamst in mein Büro und sagtest mir, du würdest mich nicht
verabscheuen. Du wusstest, dass das meine größte Angst war."
„Ja, ich
erinnere mich." Sie küsste seine Hand. „Ich habe es in deinen Augen gesehen.
Genauso wie die Liebe ... Gestern auf der Krankenstation ..."
Er küsste ihre
Wange und zog sie noch ein wenig enger an sich.
„Unglaublich.
Ich dachte erst du beherrschst die Leglimentik. Doch nichts fühlte sich danach
an ... Es ist ..." Er brach ab.
„Es ist als ob
zwischen uns eine Verbindung besteht," beendete sie den Satz.
Er nickte
gedankenverloren.
Hermine
lächelte. Er spürte es auch. Es war ihr, als wäre diese Verbindung nur noch
stärker geworden. Sie betrachtete ihren schlafenden Verlobten. Ihr Herz machte
einen Sprung, als sie daran dachte, dass sie ihn nun bald jeden Tag so sehen
können würde. Sie spürte eine große Vorfreude auf ihre Hochzeit. Bis vor ein
paar Tagen hätte sie nie gedacht, dass es eine Liebeshochzeit werden könnte.
Verzückt betrachtete sie seine langen Wimpern und den schimmernden
Bartschatten, der ihm noch mehr Männlichkeit verlieh.
„Was siehst du
nur, Weib?!" Severus' Hand zog sie an sich. Er küsste sie.
Hermine lachte
ihn an und schlang die Arme um ihn.
Dann wurde sie
ernst und suchte seinen Blick.
„Ich sehe
Sehnsucht, Liebe, Ernsthaftigkeit und eine Dunkelheit die sich nicht fassen
lassen will."
Er küsste sie
sacht.
„Die Dunkelheit
ist ein Teil des Todessers in mir. Sie ist immer da."
Sie las in
seinen Augen und spürte, dass er besorgt war, wie sie damit zurecht kommen
würde.
Sie teilte diese
Sorge. Es würde schwer werden, aber mehr als lohnenswert.
„Wir werden uns
arrangieren ...," flüsterte sie.
Sie lagen eine
Weile beieinander. Sie lauschte seinem Atem und seinem Herzschlag. Die Welt war
gut. Seit langem schien die Welt wieder gut zu sein. Sie dachte an Harry und
Ron. Sie wusste, ihre beiden Freunde wären vermutlich ausgeflippt, wenn sie
erlebt hätten, dass Hermine und Severus heirateten. Tief im Innern aber wären
sie froh gewesen, das er Hermine glücklich machte. Das alleine würde für sie
zählen, egal was sie gesagt oder getan hätten. Tränen traten in ihre Augen. Sie
vermisste die beiden so sehr.
„Denkst du an
Potter und Weasley?"
Sie nickte
knapp.
Er zog sie näher
und küsste ihr Haar.
„Sie haben bis
zuletzt gekämpft. Ron habe ich noch erreichen können, bevor er ... bevor er
starb. Er sagte mir, ich solle auf dich aufpassen, du wärst ein besonderer
Mensch. Er hatte recht."
Sie schluckte
trocken und barg ihr Gesicht an seiner Halsbeuge.
„Danke,"
murmelte sie.
Er streichelte
sie liebevoll zur Antwort und liebkoste ihre Hand mit kleinen Küssen.
Schließlich hob er sanft ihr Kinn an.
„Wir sollten
aufstehen und uns anziehen. Du bist zwar vom Unterricht befreit, aber ich
nicht." Er lächelte schief. „Zudem muss ich mit dir über Malfoy reden."
Hermine hatte
die kurze Dusche genossen. Belebt saß sie nun auf Severus' Sofa und trank ihren
Kaffee.
Er saß ihr
gegenüber und beobachtete, wie sie ihren letzten Bissen Sandwich aß. Sie rollte
mit den Augen.
„Bist du nun
zufrieden? Ich habe artig mein Brot gegessen und meinen Saft getrunken. Sprich
endlich!"
Er lachte.
Giftig sah sie
ihn an. Typische Slytherin - Taktik. Sie wartete ungeduldig, bis er seinen Tee
ausgetrunken hatte. Dann setzte er sich zurecht und begann zu erzählen.
„Er hat mit mir
zusammen appariert, doch bevor wir wirklich ankamen, habe ich ihn mitgenommen -
in den verbotenen Wald. Erst lähmte ich ihn, dann sprachen wir. Er sagte, dass
er dich haben wolle. Er kannte dein Potential sehr gut. Ihm war klar, welche
Möglichkeiten sich ergeben würden, würde er einen Erben mit dir haben. Zudem
wollte er alle Namen der Ordensmitglieder aus dir herauspressen, damit er sie
beseitigen könnte.
Wir haben
gekämpft, bis ... bis die Zentauren kamen. Sie waren wild, vor allem nachdem
Lucius sie beleidigt hatte. Sie nahmen ihn mit. Mich versuchten sie ebenfalls
mit ihrer Magie zu treffen, aber ich war schon fort."
Sie blickte ihn
ernst an. Das sie so einen Wert für die ehemaligen Todesser haben konnte, war
ihr völlig neu.
„Ihnen ist die
Beseitigung des Ordens immer noch sehr wichtig. Viele Ziele wollen sie auch
ohne den dunklen Lord versuchen zu erreichen."
Die junge
Gryffindor seufzte.
„Severus?"
Er blickte sie
an.
Langsam erhob
sie sich und setzte sich auf die Lehne des Sessels. Er zog sie schließlich auf
seinen Schoß, als er die Tränen glitzern sah.
„Ich ... ich
möchte einfach nur leben, Severus. Ich ... ich wünsche mir doch nur ... nur
..."
Sie brach in
haltloses Schluchzen aus. Tränen rannen ihr über die Wangen, tropften auf seine
Hände. Er zog sie nah an sich und küsste sie sanft.
„Als Harry und
Ron starben, war mir innerlich schon lange klar gewesen, dass ich immer damit
hätte rechnen müssen." Brachte sie erstickt hervor. „Doch der Fehler der Jugend
ist es, das Morgen zu vergessen. Als dieser Tag kam und ich es erfuhr, traf es
mich so heftig wie alle anderen auch. Sie waren meine besten Freunde. Sie haben
mich akzeptiert und lieb gehabt. Ich weiß immer noch nicht, wie ich es
verwinden soll, dass sie nicht mehr sind."
Er hörte ihr
aufmerksam zu und streichelte sie liebevoll.
„Nun trachten
mir noch ehemalige Todesser nach dem Leben. Ich ... ich habe doch kaum etwas
anderes getan, als Harrys Freund zu sein. Aber ich stehe auf der falschen
Seite...." Sie ergriff das von ihm dargebotene Taschentuch und putzte sich die
Tränen fort.
„Dann dieses
Gesetz. Es hat mich überfahren, obwohl ich auch diesmal die Durchsetzung hätte
einkalkulieren müssen. Aber ... ich hätte nicht gedacht, dass es mir im
Nachhinein so willkommen sein könnte."
Sie küsste ihn
zart.
Der
Zaubertrankmeister sah ihr in die Augen und sah die Konfusion, die Angst und
auch die Sehnsucht.
„Ich liebe dich,
Hermine," flüsterte er schlicht. „Alles andere wird sich finden."
Seine junge
Verlobte sah zweifelnd aus. Ein bitterer Zug lag um ihren Mund.
„Wir beide
werden sehr vorsichtig leben müssen."
Er schüttelte
den Kopf.
„Ich glaube
kaum. Du bist eine unbekannte Größe. Dein Potential ist unglaublich, so dass es
keiner einschätzen kann. Ich weiß, dass du lernen willst und das kannst du auch
tun, egal ob wir verheiratet sind. Du bist nicht wehrlos, meine Heißgeliebte."
Sein Blick
verriet tiefe Verehrung.
Sie schmiegte
sich nur an ihn und lauschte seinem Herzschlag.
8.
Willkommene Wendungen
Die Prüfungen
waren der blanke Horror. Zitternd saß Hermine in Severus' Büro und las sich den
letzten ihrer Vorbereitungszettel durch.
„Lass das doch!
Du machst dich ja völlig verrückt!"
Sie schüttelte
unwillig den Kopf und hob die Hand um weiterlesen zu können. Ihre Lippen
bewegten sich und sie hob die Augen zur Decke, um sich alles zu verinnerlichen.
„Verdammt
Hermine!"
Wütend funkelte
er sich an, griff sich das Papier und warf es ins Feuer.
„Severus! Bist
du ..."
„Ich glaube eher
du bist verrückt, meine Liebe. Du hast in fünf Minuten deine letzte Prüfung.
Entspanne dich!" Schnarrte er sie an.
Sie ließ den
Kopf hängen.
„Verwandlungen
ist wirklich wichtig. Sie wollen mich auf „Ohne Gleichen" testen!"
Er schnaubte.
„Das wird dir
gelingen. Keine Sorge."
Zitterig und
völlig übernervös verließ sie sein Büro um zu ihrer Prüfung zu gehen.
Er seufzte auf.
Sie hatte
endlich ihren Apparierschein gemacht, nachdem er ihr angedroht hatte, dass sie
seinen alten Sauberwisch zu fliegen hatte, wenn sie nicht endlich die
Apparierprüfung machen würde.
Nachdem er eine
Weile Drittjahresaufsätze korrigiert und benotet hatte, schenkte er sich einen
Single Malt ein und setzte sich hinüber in sein Wohnzimmer.
Wann kam sie
denn endlich!?
Das Feuer
flackerte und Severus schreckte hoch. Was war geschehen? Er war wohl
eingenickt. Verwirrt sah er zur Uhr. Wo Hermine nur blieb? Seufzend erhob er
sich, als er plötzlich ein lautes Klappern an seiner Tür vernahm. Verwundert
öffnete er sie und sah Krummbein gerade noch an sich vorbeispringen, zusammen
mit einem kleinen braunen Etwas, das sehr nach einem Frettchen aussah.
Verärgert
stürzte er den Tieren hinterher.
Schlimm genug
das dieses Fellbündel hier ein und aus ging, jetzt brachte es schon andere
Viecher mit.
„Verdammte
Mistviecher...!"
Er zückte seinen
Zauberstab.
Es klapperte und
kratzte wieder an seiner Tür. Diesmal stieß er sie so hart auf, dass die
getigerte Katze davor laut fauchend zur Seite sprang.
„Minerva?!"
Der
Slytherinhauslehrer war noch erstaunter.
„Was hat das
alles zu bedeuten?"
Er schloß die
Tür und Minerva McGonnagall in ihrer Katzengestalt fand sich in der Mitte des
Raumes ein.
Langsam gesellte
sich auch das braune Etwas dazu. Es war tatsächlich ein Frettchen! Severus
schüttelte den Kopf.
„Was soll das
ganze?" zischte er mit klirrender Stimme.
Krummbein sprang
wieder auf das Frettchen zu und Minerva McGonnagall fauchte ihn böse an.
Plötzlich
dämmerte es ihm. Da geschah es auch schon.
Das Frettchen
verwandelte sich und eine lachende Hermine stand vor ihm. Sie sah aus wie die
Katze, die den Kanarienvogel gefressen hat.
„Ich nehme an,
du hast dein „Ohnegleichen" bekommen?" meinte er trocken und zog eine
Augenbraue hoch.
Sie kicherte und
nickte.
Ihre
Hauslehrerin fixierte sie und nickte mit dem Kopf, dann verließ sie in ihrer
Katzengestalt den Kerker.
Aufatmend
blickte der Zaubertränkemeister zu seiner Verlobten.
„Ich gratuliere
dir. Ich hoffe, du siehst nun auch das, was ich über dein Potential gesagt
habe."
Die junge
Brünette nickte. Dann trat sie auf ihn zu und ließ sich umarmen. Sie küssten
sich langsam und voller Genuss. Ihre Hände fuhren in sein Haar und zogen ihn
näher.
Atemlos löste er
sich von ihr. Seine Stimme bebte vor unterdrückter Erregung, als er zu sprechen
begann:
„Ich weiß was du
möchtest, meine Heißgeliebte. Glaube mir..." er seufzte auf, „ich würde auch
lieber die Zeit bis zu unserer Hochzeit morgen mit dir im Bett verbringen..."
„Aber es geht
nicht...," vollendete sie den Satz. Ihr Gesicht drückte eine solche
Enttäuschung aus, dass ihr künftiger Ehemann grinsen musste.
„Morgen...
Hermine. Morgen!"
Ihr Blick
glühte. „Diese Nacht, mein Lieber, wirst du niemals vergessen! Ich werde dich
besonders intensiv verwöhnen, Professor Severus Snape," schnurrte sie.
Mit diesen
Worten ging sie aus seinem Büro und ließ einen vor Lust bebenden Zauberer
zurück.
Sie saß mit
Ginevra auf dem Sims des Ostturms.
„Es ist dein
letzter Abend als unverheiratete Frau. Warum hast du dich dazu entschieden
nicht wirklich zu feiern?"
Hermine seufzte
leise und sah ihrer Freundin in die Augen.
„Ich bin nicht
glücklich, wenn ich nicht zu Severus gehören
kann. Deshalb kann ich nicht feiern, was mich eigentlich traurig macht."
Ginny nickte und
fuhr sich durch das rote Haar.
Eine Pause
entstand.
„Ich glaube Ron
und Harry wären durchgedreht."
Hermine lachte
und Ginny stimmte mit ein. So bemerkten sie nicht, wie der nächste Gast ihres
kleinen Sit - ins hinzukam.
„Ich glaube
auch, sie hätten an deinem Verstand gezweifelt
`Mine. So wie ich auch immer noch nicht wirklich davon überzeugt bin,
dass es dir geistig ganz und gar gut geht."
„Neville!" rief
die junge Brünette aus.
Er lächelte
scheu.
„Es gibt also
doch jemanden mit dem du glücklich sein kannst."
Merkwürdigerweise
schwang keinerlei Bitterkeit in seinen Worten. Er sah sie offen an und schien
selbstbewusster zu sein, als noch vor zwei Monaten.
Sie senkte den
Blick.
„Ich kann es
nicht erklären. Ich ... ich hätte nicht gedacht, dass es mir möglich sein
würde, wirklich noch mal glücklich zu werden."
Er nickte nur.
„Ich verstehe
dich, dank Ginevras Hilfe."
Hermine blickte
überrascht zu der Rothaarigen hinüber, die Neville liebevoll ansah. Daher wehte
der Wind.
Ginny lachte.
„Jaja, wir sind
uns näher gekommen..."
Neville sah
unbehaglich drein und setzte sich zu den Beiden ans Turmfenster.
Lange saßen sie
da, tranken Wein oder Butterbier und schauten der untergehenden Sonne zu.
Neville
räusperte sich.
„Manchmal weiß
ich nicht, ob die Welt wirklich besser geworden ist, seit Voldemort tot ist."
Hermine blickte
weiter in die Ferne.
„Ich weiß was du
meinst. Es sind so viele gestorben. Einige Todesser laufen immer noch draußen
herum."
Sinnend sahen
hinaus.
„Aber sie sind
längst nicht so gefährlich wie zuvor. Es sterben keine weiteren Menschen," warf
Ginny ein.
„Wiegt es aber
den Verlust der Freunde auf, die wir verloren haben?" wollte Neville wissen.
Sie schwiegen
lange.
Hermine wandte
sich schließlich um und meinte dumpf:
„Ja, es wiegt es
auf, in dem wir wissen, dass unsere Kinder nicht das durchmachen müssen, was
uns wiederfahren ist."
Die anderen
Beiden nickten ernst dazu.
Dann stießen sie
auf Hermine und Severus an. Sie wünschten einander Glück und Frieden.
***
Sie hatte in
ihrem alten Bett geschlafen und es war alles andere als erholsam gewesen.
Ginevra hatte nach dem ganzen Wein so laut geschnarcht, dass selbst der
Zauberspruch, den Hermine über sie gelegt hatte, nur kurz gewirkt hatte.
Außerdem war sie
nervös.
Heute um elf Uhr
vierzig würde sie ihren Severus heiraten.
Ihr Herz machte
einen Sprung.
SEVERUS. Sie
lachte und strampelte vor überschäumenden Glück. Sie liebte ihn. Sie wollte bei
ihm sein.
Die Uhr zeigte
acht Uhr an und Hermine rutschte das Herz in die Hose. Schnell rauschte sie aus
dem Bett und verschwand im Bad. Himmel! Sie würde zu spät kommen!
Das Duschen und
zurecht machen dauerte nicht lange. Doch das Kleid ... Sie mühte sich redlich ab, bis Ginny endlich
aus dem Bett stieg und ihr half.
„Du siehst
umwerfend aus!"
Verlegen sah die
Ältere zu Boden.
„Danke Ginevra."
Die Rothaarige
lächelte sie an, streckte beide Daumen hoch und verschwand im Bad. Hermine
verließ ebenfalls den Schlafsaal und fand dich in dem mäßig besuchten
Gemeinschaftsraum ein, wo Lavender und Neville sie gaffend begrüßten. Kurz
darauf trat Professor McGonnagall zu ihr.
„Oh Miss
Granger, sie sehen fantastisch aus!"
Ihr Gegenüber
wurde rot.
Bevor Hermine
aber nur ein weiteres Wort sagen konnte, ergriff die Hauslehrerin ihre Hand und
führte sie hinunter in die große Halle. Von dort aus traten sie in einen der
kleineren Nebenräume.
Mit Herzklopfen
trat sie ein.
„Guten Morgen
Miss Granger."
„Professor
Dumbledore!" entfuhr es ihr.
Er lächelte
gezwungen.
„Ich weiß sie
hätten ihre Eltern an meiner statt erwartet. Leider können sie nicht kommen."
Ihr Hals wurde
eng. Sie blickte den Schulleiter ängstlich an.
„Keine Sorge.
Sie werden von Remus und Nymphadora überwacht und geschützt." Er seufzte leise
und setzte abermals zum Sprechen an. „Da gewisse Todesser wissen wann sie und
Severus heiraten, werden sie versuchen die Hochzeit zu verhindern. Wir haben
erfahren, dass man ihre Eltern observiert hat. Deswegen haben sich zwei
Ordensmitglieder dort eingefunden."
Hermine kam gar
nicht erst auf die Idee, dass etwas an Dumbledores Erklärung faul sein konnte.
So aß sie ein
wenig von ihrem Frühstück. Anschließend trat sie gemeinsam mit Dumbledore durch
den Kamin ins Flohnetzwerk.
Es war
traditionell so, dass bei der eigentlichen Zeremonie nur die Braut und ihr
Bräutigam anwesend waren. Sie wurden von Freunden und Familie dorthin
begleitet, aber bei dem eigentlichen Gelöbnis, war nur das Paar anwesend.
Albus Dumbledore
brachte Hermine zu dem Raum, zwinkerte ihr zu und flüsterte:
„Bis gleich."
Hermine trat
zögerlich ein.
Der Raum war
wider Erwarten sehr klein und recht dunkel.
Ein kleiner,
gebeugter Zauberer stand an einem rechteckigen Stein und richtete ein paar
Kerzen aus. Langsam trat sie zu ihm.
Er hob den Kopf
und nickte ihr lächelnd zu.
Die junge
Gryffindor entspannte sich leicht. Wo blieb nur Severus?
Schließlich hob
der Zauberer eine kleine Glocke und schlug sie dreimal an. Daraufhin öffnete
sich eine weitere Tür und Severus trat ein.
Hermine hielt
den Atem an.
Er trug wie
immer schwarz, doch sein weißes Hemd leuchtete unter dem Umhang ebenso hervor,
wie die Blumen, die er in der Hand hielt.
Der Strauß
zitterte, als er ihn ihr überreichte. Seine Augen schimmerten verdächtig und er
nahm sanft ihre Hand.
Seine Finger
waren kalt vor Nervosität und Anspannung.
Langsam wandten
sie sich dem Zauberer zu.
Er lächelte und
begann zu sprechen:
„Auch wenn ein
Gesetz euch hierher geführt hat, kann ich sehen, dass Liebe es ist, die
zwischen euch wächst. So verbinde ich euch in Liebe, Achtung, Leidenschaft; in
Schutz, geistiger Herausforderung und Kreativität miteinander. Möge eurer Weg
lang und fruchtbar sein! Gesegnet sei eure Verbindung und alles was aus ihr
hervor gehen mag. Gesegnet seid ihr und die euren, das ihr in Frieden und Liebe
zu leben vermögt."
Er zückte seinen
Zauberstab und begann eine lange, für Hermine und Severus unverständliche
Inkarnation zu sprechen. Dann sang er verschiedene Litaneien. Sie verspürten
wie Bindungen geknüpft und Banne gesponnen wurden. Liebevoll sahen sie einander
an.
Am Ende seiner
Litanei sprach er:
„Wollt ihr das
Geschenk der Ehe tragen und pflegen, euch Liebe geben und euch umeinander
sorgen? So antwortet mit ja und es soll euch möglich werden!"
Kraftvoll
erhoben sich ihre Stimme zu einem laut vernehmlichen „Ja".
Glückwünschend
reichte der kleine Zauberer ihnen einen Portschlüssel.
„Professor
Dumbledore gab ihn mir. Er wird sie zu ihrem Bestimmungsort bringen." Er
zwinkerte ihnen zu. „Alles Gute ihnen, Mister und Misses Snape."
Hermine
strahlte, als er sie mit ihrem neuen Nachnamen ansprach. Dann ergriffen sie den
Portschlüssel.
ENDE
9. Epilog
Sie erschienen
auf einer Wiese unweit Hermines Elternhaus. Ängstlich sah sie auf ihre Mutter
und ihren Vater, die auf sie zustrebten.
Würden sie sie
anschreien? Würden sie Severus und sie als Ehepaar akzeptieren? Hermines Mutter
flog auf Severus zu und umarmte ihn heftig.
„Willkommen!"
rief sie nur aus und strahlte sie beide an.
Hermines Vater
sah nicht im Mindesten begeistert aus. Er küsste seine Tochter auf die Stirn
und beäugte Severus kritisch, als er ihm die Hand reichte.
„Machen sie sie
bloß glücklich," zischte er, „ansonsten ..."
Der
Zaubertränkemeister hob eine Braue und Mister Granger sah ihn finster an.
„Er macht mich
glücklich, Dad und mein Wort sollte dir da reichen."
Die Blicke
beider Männer wurden weich.
Bis auf Hermines
Eltern, waren Ginevra und Neville, sowie die Professoren Dumbledore und
McGonnagall erschienen. Sie feierten eher verhalten, bis der sonst so scheue
Neville das Glas zum Klingen brachte und sich zu einer Rede hinstellte.
„Ich freue mich
sehr, Hermine und meinen Professor glücklich zusehen. Die Botschaft, dass
Lucius Malfoy und fünf weitere Todesser auf frischer Tat ertappt werden konnten
und nun in Haft sind, wird auch euch alle sicher noch glücklicher machen. So
wünsche ich euch Frieden und etwas zu sehen, was mir Hermine erst aufzeigen
musste: Es wiegt die vielen Verluste des Krieges auf, in dem wir wissen, dass
unsere Kinder nicht das durchmachen müssen, was uns widerfahren ist."