DER GEFALLENE ENGEL
von Severina
Über Euer Feedback freut sich: Severina
Kapitel 1 - 4
Alle Figuren der Handlung habe ich mir nur kurz von
J.K. Rowling geborgt. Die Handlung selbst habe ich frei erfunden, sie dreht
sich selbstverständlich um unseren Tränkemeister, nur eine kleine Figur wurde
von mir dazugemogelt.
Über ein kleines Feedback würde ich mich sehr freuen
und habt Mitleid, es ist mein erster Versuch in eurer Runde.
Und nun viel Spaß beim Lesen - eure Severina
1.
Der Blick aus dunklen Augen schweifte durch den Raum
und gepreßte Atemzüge verrieten, dass der Betrachter etwas vor sich sah, auf
das er nicht gefaßt war.
Dobby, der Hauself, sollte diesen Raum nur ein
„kleines bisschen" weihnachtlich herrichten und jetzt schien es, als stände das
Zimmer in Flammen.
Rot und golden schimmerte es aus jeder Ecke und
Tannenduft kitzelte in der Nase.
Langsam, Stück für Stück, tasteten die Augen alles
sorgfältig ab.
Auf dem kleinen Tisch vor dem Sofa, bedeckt mit
einem roten Tischläufer, stand ein wundervolles Gesteck aus Tannen und
Schleifen, kleinen Zapfen und vier roten Kerzen, um die ein zartgliedriger Engel
schwebte.
Auf dem Sofa selbst standen hübsch drapiert rote und
goldene Kissen.
Der Kaminsims wurde umringt von einer dicken grünen
Tannengirlande, die von glänzend roten Schleifen gehalten wurde. Auf dem Sims
standen weitere kleine Engelsfiguren, die eine silberglänzende Schale
umringten, in denen rotbäckige Äpfel leuchtend zum Reinbeißen einluden.
Die Kerzenleuchter an den Wänden, auf Tischen und
Borden schienen eingeschneit und glitzernde kleine Eiszapfen hingen von ihnen
herab.
Schwarze Vorhänge an dem Fenster waren übersät mit
Goldstaub und kleinsten Sternchen und im gesamten Zimmer tanzten an der Decke
Sterne und Glühwürmchen einen Reigen.
Jedoch das Prunkstück des ganzen Raumes stand in der rechten Ecke am Fenster. Auf einer
kleinen Erhöhung stand er - der schönste kleine Weihnachtsbaum, den diese Augen
je erblickt hatten.
Rote und goldene Kugeln hingen von den Zweigen,
welche mit Schleifen der gleichen Farbe dekoriert waren. Strohsterne blitzten
lustig hervor, als wollten sie mit den schneeweißen Kerzen konkurieren.
Zartes goldfarbenes Engelshaar lag wie ein feines
Gespinst auf den Zweigen, gerade als wolle es jeden einzelnen beschützen und
goldenes Lametta bewegte sich leicht im Windhauch.
Von der Spitze leuchtete ein wundervoller Stern wie
von Zauberhand und strahlte sein Licht durch den Raum.
Ein leises Brummen, dass doch so ziemlich nach
Zufriedenheit klang, kam aus der Ecke.
Langsam schälte sich eine dunkle Gestalt aus dem
Schatten und trat in das weihnachtliche Leuchten. Das sonst so stille blasse
Gesicht wurde gleichsam überzogen mit einer zarten Röte, unbeschreiblich der
Ausdruck von innerer Ruhe und ein klein wenig Freude.
Heute war der heilige Abend, der Vorabend von Christmas,
auch für ihn, für Professor Severus Snape.
Eigentlich wollte er nicht mehr, als ein kleines
Tannengesteck auf seinem Tisch, doch sein anfänglicher Zorn auf den Hauselfen
war fast verflogen und ein behagliches Gefühl von innerem Frieden zog durch
sein Herz, denn ja, auch Prof. Severus Snape besaß ein Herz. Es wurde jedoch
sorgfältig unter Verschluß gehalten und er war zufrieden mit seinem jetzigen
Status als „Ekel der Schule".
Noch einmal lenkte er seine Aufmerksamkeit in das
Dunkel, zur Tür, und erschrak einen Moment. Genau über der Tür hing ein
Mistelzweig. Seinen ersten Impuls, den Zweig sofort herunterzureißen,
unterdrückte er und schalt sich selbst einen Narren. Wer würde ihn schon
küssen, ohne Angst um das eigene Leben zu haben.
Von der Lehrerschaft niemand und Schüler fanden
bisher noch nie den Weg in die geheimen Gänge zu den Räumlichkeiten des
Lehrpersonals. Diese wurden sorgfältig von Bannen und Unsichtbarkeitszaubern
geschützt.
`Also keine Gefahr.`, resümierte Severus Snape für
sich.
Ein leichtes Lächeln lag auf seinen Lippen, als er
ein zweites Mal seinen Blick über den weihnachtlichen Glanz schweifen ließ.
Er dachte an die ungläubigen Gesichter der Schüler,
wenn sie Prof. Snapes Räume sehen könnten und das Gerede in der gesamten
Schule, aber dann fiel ihm noch rechtzeitig ein, daß noch kein Schüler den Weg
bis hierher gefunden hatte.
Plötzlich, mitten hinein in seine Gedanken, klopfte
er an der Tür. Vorsichtig öffnete Severus Snape einen kleinen Spalt und schaute
nach draußen.
„Ich bin es, Dobby. Sir. Ich bringe den Punsch für
den Professor."
Schnell wurde die Tür weit geöffnet und nach Dobbys
Eintritt sofort wieder verschlossen.
Längst hatte Prof. Snape sein übliches mürrisches
Gesicht aufgesetzt und blickte strafend auf den kleinen Hauselfen. Diesem fingen
die Hände an zu zittern und beinahe wäre der Punsch verschüttet worden, wäre da
nicht das rettende Tischchen gewesen. Flink stellte Dobby das Tablett mit dem
dampfenden Getränk ab und demütig klang seine Frage nach weiteren Wünschen.
„Nein, du kannst gehen.", klang es knurrig.
Dobby beeilte sich, die Tür zu erreichen, um schnell
die Nähe des gefürchteten Professors verlassen zu können, denn insgeheim ahnte
er, daß er im Überschwang einer Gefühle zu viel des Guten mit der Dekoration
getan hatte.
Kurz vorher überlegte sich Dobby schon eine
Bestrafung, fand aber noch keine Zeit zur Durchführung.
„Dobby!", hart klang der Ruf durch den Raum und der
Hauself blieb mitten im Schritt mit hängenden Ohren stehen.
„Ja, Professor Snape, Sir.", quieckte eine seine leise
Stimme. Er bot ein Bild des Jammers und wünschte sich Meilen weg.
„Dobby, ich bin zufrieden damit."
Und Dobby verstand sofort, was der Professor meinte.
Ein Strahlen lief über des Gesichtchen, die Augen
fielen ihm fast aus dem Kopf und seine Ohren standen wie Schiffssegel ab.
Ein Lob aus dem Mund des gestrengen Professors war
das schönste Geschenk für den kleinen Elfen.
„Danke, Sir.", flüsterte er und verschwand.
2.
Im Raum war es kalt und schon überlegte Prof. Snape,
ob er wohl den Kamin anmachen sollte, doch dann fiel sein Blick auf den
dampfenden Punsch.
`Nein,`dachte er bei sich, `in einem warmen Raum
schmeckte ein solch guter Weihnachtspunsch nicht besonders.`
Und kaum gedacht , öffnete er sein Fenster und ließ
die klare kalte Nachtluft herein. Der Atem vor seinem Mund verwandelte sich
sofort in einen Nebelhauch und in seinem Becher schien das Getränk zu kochen.
Als der erste Schluck durch seine Kehle rann, schloß
er verträumt seine Augen und stellte sich insgeheim vor, wie ein Weihnachtsfest
für ihn verlaufen könnte, nicht allein....
„Stop, du Narr", bremste er sich „du brauchst
niemanden. Bist mit dir selbst glücklich."
Doch die Wärme des Punsches und die Wirkung der
Inkredenzien lähmten schnell seine widersprüchlichen Gedanken und er schaute
nur versonnen in die Nacht hinaus.
Vereinzelt war in Hogwarts noch ein Fenster
erleuchtet und in einiger Entfernung schimmerte ein Licht aus Hagrids Hütte.
Langsam löste er seinen Blick aus der Ferne und trat
ins Zimmer zurück. Es war Zeit zum Schlafen und er lenkte seine Schritte in
Richtung Schlafraum.
Als er am Kaminsims vorbeiging, stellte er dort
seinen Becher ab und öffnete die Schlafzimmertür. Wie angewurzelt blieb er
stehen und vergewisserte sich mit einem Blick zurück, daß er sich auch wirklich
in seinen Räumen befand.
Dobby hatte auch vor dem Schlafbereich des
Professors keinen Halt gemacht und eine Eislandschaft daraus gezaubert.
Wie schon im Wohnzimmer glitten auch hier kleinste
Sternchen an der Decke entlang.
Die Wände schienen wie mit Rauhreif überzogen und
glitzerten blau-silbern in einem geheimnisvollen Licht.
Über dem Bett gebreitet lag eine dunkelblaue
Satindecke, in dessen Mitte ein silberner Mond blass leuchtete. Am Kaminsims
hingen große und kleine Eiszapfen und sahen aus, als wären sie vorher in Schnee
getaucht worden.
Der Boden fluoreszierte und erweckte den Eindruck,
man stände auf einer Eisfläche.
Severus widerstand nur knapp der Versuchung, zu
prüfen, ob der Boden auch glatt wäre, wandte sich jedoch nur kopfschüttelnd um
und begab sich zurück ins Wohnzimmer. Tief in seinem Innersten reifte der
Wunsch, dem Hauselfen doch noch den Hals umzudrehen.
Zwar wäre es für Severus Snape ein leichtes gewesen,
mit einem kurzen Wisch seines Zauberstabes die ganze Pracht verschwinden zu
lassen, doch nur gut, daß ihn niemand fragte. Er hätte keine Antwort gewußt,
warum er es doch nicht tat.
Am Wohnzimmerkamin vorbeigehend, schlug er kurz mit
dem Zauberstab an den dort abgestellten Becher, der sich wie von Geisterhand
sofort mit neuem dampfenden Punsch füllte.
Zügig die Schritte Richtung Fenster lenkend, um das
noch offen stehende Fenster zu schließen und noch einen letzten prüfenden Blick
auf das nächtliche Gelände zu werfen, beförderte Prof. Snape mit einem kurzen
Schlenker aus dem Handgelenk seinen Lieblingssessel vor den Kamin.
Irgendwie war ihm plötzlich nicht mehr nach schlafen
und so entschloss er sich zu einem weiteren Becher Punsch und einem guten Buch
vor seinem Kamin.
Bedächtig griff er nach dem dampfenden Becher, da
entdeckte er in der Ecke der Tannengirlande versteckt einen einzelnen kleinen
Socken hängen. Einen Strumpf für die Geschenke von Santa Claus.
Seine Gedanken glitten für einen kurzen Augenblick
zurück in seine Kindheit. Er sah sich als 15 Jährigen vor dem heimischen Kamin
stehen und mit zitternden Händen ein großes buntes Päckchen auspacken. Ein
Buch, zum Vorschein kam ein in schwarzes Leder gebundenes Buch, mit goldenen
Lettern und geheimnisvollen Zeichen bedruckt.
„Die Anfänge des Zaubertrankbrauens". Noch heute
sein Lieblingsbuch und die einzige Erinnerung an seine Eltern und die einzige
Erinnerung an ein glückliches Weihnachten.
Seit Jahren gab es keinen Kontakt mehr, seit dem
Zeitpunkt, als Severus Snape sich von Lord Voldemort und seinen Todessern
abwandte, um der guten Sache zu dienen. Diesen Schritt konnte ihm sein Vater
nie verzeihen und seine Mutter wagte keinen Widerspruch gegen ihren Mann.
Severus wußte nicht einmal, was aus seinen Geschwistern wurde und wo auf diesem Erdball sie sich aufhielten.
Hastig verscheuchte er diese trüben Gedanken, er
lebte sein eigenes Leben und war zufrieden damit.
Im Kamin hatte sich der Wind verfangen und heulte
seine schaurige Melodie. Fröstelnd zog Prof. Snape die Schultern hoch und griff
nun endlich fest nach dem dampfenden Punschbecher.
Das Heulen im Kaminschlot wurde immer unheimlicher,
selbst die kleinen Engelsfiguren auf dem Sims fingen an zu zittern.
Das Heulen ging in ein Pfeifen über und schließlich
in ein unheimliches Poltern. Erste kleine Steinbröckchen fielen auf die
Feuerstelle und trieben eine kleine Staubwolke ins Zimmer.
Severus trat langsam einen Schritt zurück und mit
der freien Hand griff er blitzschnell nach seinem Zauberstab im Inneren des
schwarzen Umhanges.
Eine seiner Fähigkeiten war es, drohendes Unheil
meist im Voraus zu ahnen und das dieses Poltern nicht vom Wind verursacht wurde, war ihm längst klar geworden.
Der Boden seines Raumes fing leise an zu vibrieren
und Severus sah es als ratsam an, seinen Becher lieber abzustellen, um beide
Hände frei zu bekommen.
Doch noch ehe er den Arm ausgestreckt hatte, um das
Gefäß in Sicherheit zu bringen, brach das Poltern und Pfeifen abrupt ab und es
war still. Eine schon fast unheimliche Stille. Argwöhnisch begutachtete er die
Feuerstelle und wagte einen Blick in die Schwärze des Abzuges. Nichts, absolut
nichts.
Noch immer hielt er den Becher in der einen und
seinen Zauberstab in der anderen Hand. Leise vor sich hinmurmelnd richtete er
sich wieder auf und nahm auf den Schrecken erst einmal einen großen Schluck
Punsch.
Wenn er etwas nicht mochte, dann waren es
unerklärliche, rätselhafte Dinge, so wie dieses Poltern und Pfeifen von eben.
Plötzlich ging alles ganz schnell.
Ein lauter Knall durchschnitt die Stille wie ein
Peitschenhieb, der Zaubertrankmeister sprang instinktiv zur Seite, der Becher
zerschellte am Boden und ergoß seine Inhalt auf Schuhe und Umhang des
Professors.
Ein ohrenbetäubendes Poltern folgte und eine riesige
schwarze Rußwolke stob aus dem Kamin, der anschließend ein undefinierbares
Bündel ausspie.
Wie von einer schweren Last befreit, beruhigte sich
der Kamin und der Lärm ebbte ab.
Der Ruß senkte sich langsam zu Boden und gab den
Blick frei auf ein Chaos, welches sich kaum beschreiben ließ. Die
weihnachtliche Pracht war dahin. Es schien eher, als hätte der Ausbruch eines
Vulkans stattgefunden. Alles war schwarz überzogen und ähnelte mehr der Laune
der Gestalt, die rußverschmiert vor dem Kamin stand, den Zauberstab noch immer
erhoben, und leise fluchte. „Verdammt, was zum Kuckuck sollte das jetzt."
Die letzten Rußfetzen waberten noch um seine Beine,
da stieß sein Fuß beim ersten Schritt
nach vorn gegen etwas weiches, das bei der Berührung leise stöhnte.
Ein Schwung seines Zauberstabes zerteilte die
restlichen Schwaden und zum Vorschein kam ein schmutzig-schwarzes Etwas, im
ersten Moment undefinierbar, um was es sich handelte.
Etwas Gefährliches vielleicht, oder ein großes Tier?
Ein neuerliches Stöhnen ließ den Professor
vorsichtig in die Hocke gehen, denn so langsam kristallisierte sich einiges
heraus. Zum Vorschein kamen Beine , Arme und auch ein Kopf, wenn auch über und
über verrußt.
Vor Professor Severus Snape lag ein Mensch.
3.
Hektisch sprang der Tränkemeister auf und richtete
den Zauberstab gegen die Gestalt zu seinen Füßen. Alle Muskeln und Nerven waren
angespannt und Prof. Snape war bereit, sofort zu reagieren und einen Fluch
anzuwenden, sobald dieses menschliche Wesen sich auch nur rühren sollte.
Ganz vorsichtig nahm er aus einem kleinen Gefäß vom
Kaminsims etwas Pulver und warf es in die Flammen, die er kurz zuvor mit seinem
Zauberstab entfacht hatte.
Laut sprach er :" Prof. Dumbledore. Kommen Sie doch
bitte unverzüglich in meine Räumlichkeiten. Bitte nutzen Sie jedoch den Gang."
Üblicherweise wäre Prof. Dumbledore den Weg durch
den Kamin gekommen, aber in Anbetracht der Ereignisse erschien es Severus
sicherer, den Schulleiter durch die Tür zu bitten.
Schon Sekunden später klopfte es an der Tür und
Albus Dumbledore trat in den Raum, gefolgt von Minerva Mc Gonagall. Eigentlich
undenkbar, daß mal einer ohne den Anderen kam.
Sie fanden Prof. Snape kniend bei der reglosen
Person, gerade damit beschäftigt, mit Hilfe seines Zauberstabes alles
notdürftig zu reinigen, falls eine eventuelle Hilfe schnell durchgeführt werden
müßte.
Prof. Dumbledore und Prof. Mc Gonagall waren wortlos
nähergetreten und betrachteten stumm die zusammengekrümmte Gestalt zu ihren
Füßen. Sie verständigten sich wortlos durch Blicke und fast schien es Minerva,
als lese sie in den Mundwinkeln des Schuldirektors ein kleines Lächeln.
Ein leises Stöhnen ließ sie ihre Aufmerksamkeit
wieder dem Geschehen zuwenden, denn Severus war gerade versucht, die
menschliche Gestalt umzuwenden, was er seinem Naturell zufolge ziemlich unsanft
tat.
Mit weit aufgerissenen Augen rief er empört:" Das ist eine Frau!", was einem Verbrechen
gleichzukommen schien.
Da schaltete siech endlich der Schulleiter ein und
fast flüsternd meinte er zu seinem Zaubertrankmeister: „Severus, wollen wir
dieses arme Geschöpf nicht erst einmal vom Boden heben. Hier ist alles doch
ziemlich schmutzig. Sie erlauben doch?"
Und schon öffnete Prof. Dumbledore die Tür zum
Schlafbereich von Severus Snape. Wenn er irgend etwas belustigend oder ungewöhnlich fand, dann konnte er es
sehr gut verbergen.
Er zückte seinen Zauberstab und sorgte damit für
einen Überwurf, um die Satindecke zu schonen. Gemeinsam brachte man die noch
immer bewußtlose Frau mit einem Schwebezauber in das Bett von Prof Snape, der
dieses mit einem wütenden Schnauben
Dokumentierte.
Vorsichtig suchte Prof. Dumbledore nach etwaigen
Verletzungen der Frau, als Prof. Mc Gonagall rief: „Albus, vor dem Kamin ist
ein größerer Blutfleck."
Zielsicher suchte und fand der Schulleiter
schließlich eine heftige Platzwunde am Hinterkopf.
„Sie muß schnellstens in den Krankenflügel. Minerva,
verständigen Sie bitte umgehend Madam Pomfrey. Severus, Sie bringen die Frau
bitte sicher nach oben. Ich muß noch einiges klären und komme dann nach."
Severus Snape bedachte seinen Schulleiter mit einem
missbilligenden Blick, den dieser jedoch geflissentlich übersah und sich statt
dessen umwandte, um die Räume zu verlassen.
Kurz nach ihm verließ auch Minerva Mc Gonagall den
Schlafraum und Severus blieb mit der Verletzten allein. Stöhnend bewegte die
Frau den Kopf, ohne jedoch das Bewußtsein zu erlangen.
Widerstrebend erinnerte sich Prof. Snape an seine
Aufgabe und zitierte eine Trage herbei, auf die er den in seinen Augen
„lästigen Ballast" fixierte und schwebend zum Krankenflügel dirigierte.
Madam Pomfrey, Medihexe und Leiterin des
Krankenflügels, wartete bereits auf die Patientin und war durch Prof. Mc
Gonagall in Kenntnis gesetzt worden, welch ernste Verletzung vorlag.
Vorsichtig und behutsam bettete man die junge Frau,
dessen Alter man zwischen 25 und 35 Jahren schätzte, auf ein Krankenbett und
Madam Pomfrey begann unverzüglich mit Untersuchungen und Behandlungen mittels
Zauberstab und Heilungssprüchen.
Leise öffnete sich die Tür und Prof. Dumbledore trat
ein, einen besorgten Ausdruck auf dem Gesicht.
„Albus..."
„Jetzt nicht, Minerva, jetzt nicht.!"
Der Schulleiter wandte sich an Severus, der
scheinbar unbeteiligt einige Meter vom Bett entfernt im Halbdunkel stand und
mürrisch auf das Geschehen blickte, als sähe er hindurch.
„Severus, wir sollten die Frauen jetzt allein
lassen. Kommen Sie bitte mit mir in mein Büro. Dort können wir uns in Ruhe
unterhalten und Sie berichten mir genau, was vorgefallen ist."
Und als dulde er keinen Widerspruch, lenkte er seine
Schritte zur Tür, so daß Prof. Snape keine andere Wahl hatte, als ihm zu
folgen.
„Wie sieht es aus, meine Liebe?", fragte Mc Gonagall besorgt, kaum das die Tür ins
Schloß gefallen war.
„Sie hatte noch einmal Glück gehabt, außer ein paar
heftigen Kopfschmerzen wird sie nichts weiter mehr spüren, wenn sie erwacht.
Die Wunde ist bereits verschlossen uns sonst müssen wir abwarten, wo die blauen
Flecken erscheinen, dann kann ich mein „Hexenkraut-Gel" anwenden.", erläuterte
Madam Pomfrey den Gesundheitszustand der jungen Frau.
Jetzt, da keine Gefahr mehr bestand und alles Nötige
getan war, wagte Madam Pomfrey einige Fragen.
„Was ich nicht verstehe, Minerva. Wie kommt diese
Frau ausgerechnet in den Kamin von Prof. Snape?"
Ein ratloses Schulterzucken der stellvertretenden
Schulleiterin war die Antwort.
„Ich wüßte es selbst gerne. Aber das Gesicht unseres
guten Severus, als er feststellte, daß eine Frau vor ihm lag, Poppy - es war
göttlich."
Und beide Frauen mußten allein bei der Vorstellung
schon herzhaft lachen.
„Trotzdem ist es unerklärlich, wie die junge Frau
bis nach Hogwarts gekommen ist. Irgendein Fehler im Kamintransportsystem,
eventuell auch eine Fehlsteuerung. Aber wenn man bedenkt, die ganzen
Sicherheitsflüche und Banne, eigentlich unmöglich hier einzudringen. Ich denke,
Prof. Dumbledore wird es herausfinden und auch beim Ministerium werden die
Alarmglocken läuten."
Madam Pomfrey nickte zustimmend zu den Ausführungen
von Minerva Mc Gonagall.
„Aber ich verstehe trotzdem nicht, warum bei Prof.
Snape.", bemerkte die Medihexe.
„Vielleicht eine Fügung des Schicksals.", murmelte
Minerva und lächelte ihr Gegenüber an.
Eine Bewegung in den weißen Laken ließen die beiden
Frauen verstummen und Madam Pomfrey eilte an das Kopfende des Bettes, um nach
ihrer Patientin zu sehen. Diese hatte soeben das Bewußtsein erlangt und öffnete
vorsichtig ihre Augen. Fragend blieb ihr Blick an Madam Pomfrey hängen und
leise flüsterte sie: „Wo bin ich hier?"
Mühsam versuchte die junge Frau, sich etwas
aufzurichten, wurde jedoch sanft, aber trotzdem energisch von der Medihexe in
die Kissen gedrückt.
Schmerzhaft verzog sie das Gesicht, da sich in
diesem Moment rasende Kopfschmerzen bemerkbar machten, die ihr Tränen in die
Augen trieben.
„Schsch... ganz ruhig. Und liegen bleiben. Sie haben
eine ziemlich heftige Gehirnerschütterung. Ich werde Ihnen gleich eine Medizin
verabreichen, dann wird es besser."
Madam Pomfrey wandte sich ab und betrat einen
kleinen Nebenraum, in dem alle Medikamente, Säfte, Tränke, Gels und
Verbandsmaterial untergebracht waren, um dort einen wirksamen Trank
zusammenzurühren.
Diesen Moment nutzte Prof. Mc Gonagall und trat nun
zu der jungen Frau, um sie eingehend zu mustern und einen ersten Eindruck zu
erhalten.
Die junge Frau lag blass vor ihr und schaute sie
neugierig an. Die Neugierde, aber auch die Verwunderung über die seltsame
Kleidung von Minerva Mc Gonagall, standen in ihren Augen und so räusperte sich
die Gryffindor-Leiterin und richtete das Wort an die Frau im Bett vor ihr.
„Ich bin Prof. Minerva Mc Gonagall, stellvertr.
Leiterin von Hogwarts, in dessen Krankenflügel sie sich derzeit befinden. Es
sind seltsame Umstände, unter denen Sie hierher kamen, aber im Moment ist ihre
Genesung der Hauptpunkt unserer Bemühungen. Bei Madam Pomfrey, der Leiterin
dieser Krankenstation, sind Sie in den allerbesten Händen. Vertrauen Sie uns."
Ungläubig richtete die junge Frau den Blick auf Minerva: „Hogwarts?"
Aus dieser Frage war kaum zu entnehmen, ob die
Patientin nur erstaunt war, hier in Hogwarts zu sein, oder ob ihr der Name
dieser Schule völlig fremd war.
Das leise Klicken einer Tür verriet die Rückkehr der
Medihexe, deren linke Hand ein winziges Gefäß, gefüllt mit einer
undefinierbaren Flüssigkeit, umschloß. Mit flinken Schritten eilte sie an das
Bett der Kranken und hielt ihr ein kleines Gläschen hin.
„Trinken Sie
das, aber vorsichtig, es brennt ein wenig."
Gehorsam wurde ihr die Medizin abgenommen und
geschluckt, dabei zeigte ein nachfolgender Husten die vorhergesagte Wirkung.
„Wie heißen Sie überhaupt?", richtete Prof Mc
Gonagall noch einmal das Wort an die junge Frau.
„Ich bin...! Ich heiße....! Mein Name ist..!
Panisch riß die Frau ihre Augen weit auf.
„Og Gott, ich weiß es nicht. Ich habe meinen Namen
vergessen, kann mich an nichts erinnern."
Ein trockenes Schluchzen entrang sich ihrer Kehle
und Tränen liefen heiß über ihr Gesicht.
„Kindchen,", behutsam tätschelte Minerva ihre Wange,
„keine Angst, Sie werden sich schon wieder erinnern. Werden Sie erst einmal
gesund und bis dahin nennen wir Sie einfach „Angelina", das enthält das Wort
Angel. Denn wie ein gefallener Engel sind Sie zu uns gekommen."
„Und jetzt schläft der Engel sich gesund.",
unterbrach Madam Pomfrey Minervas Worte, ordnete Kissen und Decke ihrer
Patientin ein letztes Mal und zog Prof. Mc Gonagall mit sich, um mit ihr den
Krankenflügel zu verlassen und der jungen Frau ihre benötigte Ruhe zu geben.
„Ich glaube, Prof. Dumbledore erwartet einen ersten
Bericht, Minerva. Sie wird nun bestimmt bis morgen früh schlafen, das Mittel
wurde von mir etwas stärker gewählt."
Mit einem letzten Blick zurück schloß Madam Pomfrey
leise die Tür.
4.
„So, mein lieber Severus. Nun nehmen Sie erst einmal
Platz und erzählen mir genau, was in Ihren Räumen vorgefallen ist."
Damit deutete Prof. Dumbledore auf einen Sessel
seinem Schreibtisch gegenüber, tippte kurz mit seinem Zauberstab auf die
Tischplatte und es erschien eine Karaffe funkelnden Rotweines und zwei Gläser.
„Der wird uns guttun nach der Aufregung, zum Wohl,
Severus. Und nun beginnen Sie."
Über den Rand seines Glases hinweg blickte der
Schulleiter ernst auf seinen Lehrer, der zuerst stockend, dann immer fließender
seinen Bericht abgab.
Albus gab keinen Kommentar, keine
Zwischenbemerkungen und stellte auch keine Fragen während Prof. Snapes
Ausführungen. Nun ab und an nickte er bedächtig oder hob leicht die
Augenbrauen. Langsam legte er seine Fingerspitzen aneinander und berührte damit
seine Lippen, als wolle er seinen Mund verschließen, damit keine unbedachte
Äußerung entschlüpfen konnte. In seinen Augen lag der Ausdruck von Wissen,
eines Wissens, daß er so nicht an seinen Tränkemeister weiterzugeben bereit
war.
Zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls nicht.
Nach Prof. Snapes letzten Worten entstand eine kurze
Pause, in denen jeder der beiden Männer seinen Gedanken nachhing. Severus wurde
es erst, nachdem er seinen Bericht abgab, so richtig bewußt, welche
Ungeheuerlichkeit sich in Hogwarts, in seinen eigenen Räumen abgespielt hatte.
Wieviele Fragen warf das Erscheinen der jungen Frau
auf und wie wenig Antworten konnte man geben.
„Wer war diese Frau und woher kam sie?"
„Was wollte sie ausgerechnet in Hogwarts und
speziell bei Prof. Snape?"
„Wie kam sie durch all die
Sicherheitsabschirmungen überhaupt bis
nach Hogwarts?"
„Stellte sie eine Gefahr dar, wollte sie spionieren,
in wessen Namen, wer hatte sie eingeschleust?"
Schon brummte Prof. Snape der Kopf über die vielen
Fragen und er wurde grimmig, weil er sich nicht in Lage fühlte, auch nur eine
Frage zu beantworten.
Serverus hob den Kopf und blickte genau in das
Gesicht seines Gegenübers. Prof. Dumbledore hatte ihn allem Anschein nach seit
geraumer Zeit beobachtet und schien die Fragen von seiner Stirn abgelesen zu
haben.
Mit einem Ruck setzte sich Prof. Snape steif in
seinem Sessel auf und formte zornig seine Worte: „Sie glauben doch nicht, ich
hätte damit irgend etwas zu tun?"
Zornbebend sprang er auf und stützte sich mit beiden
Armen auf den Schreibtisch. Er war völlig aus der Fassung und sein Atem ging
schwer und stoßweise.
Seine schwarzen Augen funkelten und beinahe schien
es, als wollte er seinem Schulleiter an die Kehle springen.
„NEIN", donnerte Albus Dumbledore, „und jetzt setzen
Sie sich wieder hin und beruhigen sich. Ich gebe gleich meine Informationen
weiter, wir sollten nur noch einen Augenblick warten. Die beiden Damen sind auf
dem Weg hierher und auch ihnen möchte ich mein derzeitiges Wissen mitteilen."
„Entschuldigen Sie meine Entgleisung, Professor.",
murmelte Severus und nahm wieder Platz.
Prof. Dumbledore winkte lässig ab und damit war der
Zwischenfall für ihn erledigt. Er kannte Severus schon seit vielen Jahren und
konnte so auch seine Reaktion verstehen. Severus hasste menschliche Kontakte
aller Art und der heutige Zwischenfall mußte ihn aus der Bahn geworfen haben.
Seine Räumlichkeiten, seine Zuflucht, sein Heiligtum - beschmutzt von einem
fremden Menschen, von einer Frau.
Prof. Snapes schlechte Meinung über das weibliche
Geschlecht lag in seiner Vergangenheit begründet, angefangen bei seiner Mutter
und vertieft nach einer sehr schmerzlichen Beziehung zu einer jungen Frau,
infolgedessen er um sein Herz und seine Gefühle einen Mantel aus Stahl legte
und im Laufe der Zeit so wurde, wie ihn alle jetzt kannten. Mürrisch,
gefühllos, kalt, zynisch, gemein und gefährlich. Und sehr einsam.
Aber vielleicht war noch nicht alles verloren, gab
es auch für sein verkümmertes, hartes Herz noch eine Hoffnung.
In Prof. Dumbledores Gedanken hinein klopfte es an
der schweren Eichentür und Prof. Mc Gonagall und Madam Pomfrey traten leise
ein.
„Ach, schön meine Damen. Kommen Sie näher und nehmen
Sie Platz."
Prof. Dumbledore nahm seinen Zauberstab zur Hand und
mit einem leichten Schlenker
erschienen zwei weitere Sessel und zwei Gläser.
Prof. Mc Gonagall und Madam Pomfrey setzten sich
jede an eine Seite von Prof. Snape, nahmen bedächtig einen Schluck Rotwein,
dann forderte der Schulleiter seine Medihexe auf, ihm Bericht zu erstatten über
Verletzung und Zustand der Patientin.
Detailliert erläuterte Madam Pomfrey alles
Wissenswerte über die junge Frau und bei der Erwähnung der Namenstaufe durch
Minerva Mc Gonagall konnte sich Albus ein Lächeln nicht verkneifen.
„Angelina.", schnaubte es verächtlich zwischen
Minerva und Poppy, was die beiden Damen mit beleidigten Blicken straften.
Ein Räuspern ging durch den Raum, wonach alle drei
Anwesenden ihre Aufmerksamkeit dem Schulleiter zuwandten. Selbst das Flüstern
und Getuschel in den unzähligen Bildern verstummte und aller Augenpaare
richteten sich auf Albus Dumbledore, der soeben seine Gestalt straffte, in die
Runde blickte und mit leiser Stimme zu erzählen begann.
„Ich habe vor einer Stunde eine eilige Eule vom
Zaubereiminister persönlich erhalten und darin teilte er mir mit, daß durch
eine Fehlsteuerung im Flohnetzwerk irrtümlich eine Person nach Hogwarts
transportiert wurde, die, sagen wir mal so, eigentlich nicht hier sein dürfte.
Im Kamintransportsystem herrscht das blanke Chaos, Beschwerden häufen sich
darüber, daß Hexen und Zauberer in falschen Kaminen ankommen und in Sussex
mußten zwei Hexen befreit werden, die sich in dem selben Kamin verkeilt hatten.
Muggelkamine fingen aus unerklärlichen Gründen an zu rauchen und Ruß stob in
die Wohnzimmer und in Schottland, in der Nähe von Edinburgh, ist sogar ein
alter Zauberer in das Eßzimmer von Muggeln gefallen. Das Ministerium hat alle
Hände voll zu tun, um die Panik einzudämmen, Vergessenszauber bei den Muggel
anzuwenden und das Flohnetzwerk zu reparieren.
Und so bat mich Mr. Fudge, in Anbetracht der
Sachlage, wir möchten uns bis auf Weiteres erst einmal der jungen Frau
annehmen.
Nach meiner Schilderung ihrer Verletzungen und dem
Hinweis auf eine Transportunfähigkeit", bei diesen Worten nickte Madam Pomfrey
zustimmend, „übergab mir Mr. Fudge sichtlich erleichtert die Verantwortung für
diesen Problemfall.
Er selbst war auch nicht in der Lage, mir irgendeine
Auskunft über die Frau selbst oder ihren Herkunftsort zu geben. Ich jedenfalls
habe die Verantwortung übernommen und hoffe und bitte um Ihre Unterstützung."
Als Prof. Dumbledore geendet hatte, herrschte kurzes
Schweigen, bis Prof. Snape als erstes die für ihn wohl wichtigste Frage
stellte: „Warum kam sie aus meinem Kamin?"
Seufzend über diese eigentlich doch nebensächliche
Frage, antwortete er nur: „Zufall, Severus, reiner Zufall."
„Ich hasse Zufälle.", grummelte der Tränkelehrer
bissig.
Nun richtete Prog. Mc Gonagall das Wort an den
Schulleiter.
„Wie wollen wir vorgehen, Albus ? Und wie äußerte
sich der Zaubereiminister über, naja, ihre Gefährlichkeit?" Die letzten Worte
wollten Minerva Mc Gonagall kaum über die Lippen und sie wurde sogar ein wenig
rot, als sie an die hilflose junge Frau im Krankenflügel dachte.
„Keine Sorge, Minerva. Sie ist völlig harmlos und
ungefährlich, versicherte mir Mr. Fudge. Und auch ich kann behaupten, daß von
der jungen Frau keinerlei Gefahr ausgeht."
„Sie entschuldigen, Prof. Dumbledore, aber ich habe
den Eindruck, Sie verschweigen uns etwas. Sie wissen mehr, als Sie uns...", beschwerte
sich Severus Snape.
Da fiel ihm Albus Dumbledore hart ins Wort. „Das ist
alles, was ich im Moment bereit bin, Ihnen zu sagen. Ich habe meine Gründe."
„Albus.", beschwichtigte Prog. Mc Gonagall den
Leiter erschrocken.
„Wie wird unser weiteres Vorgehen nun aussehen?"
„Es tut mir leid ,Severus, aber mehr kann und darf
ich noch nicht sagen. So, nun zu unserem Handeln. Die nächsten Tage verbleibt
die junge Frau noch in Madam Pomfreys Obhut im Krankenflügel. Wie Sie wissen,
gedachte ich in diesem Jahr, die Weihnachtstage bei meiner Schwester zu
verbringen und Prof. Mc Gonagall hat ein paar Tage Urlaub beantragt. Die Zahl
der Schüler, welche dieses Weihnachten in Hogwarts verbringen, ist sehr gering.
Und nun meine Bitte an Sie, Severus."
Der Angesprochene fuhr erschreckt zusammen und
schaute den Schuldirektor ungläubig an.
„Hiermit übergebe ich Ihnen, Prof. Snape, offiziell
für die nächsten Tage die Leitung von Hogwarts. Mein Aufenthaltsort ist
bekannt, bei einem dringenden Notfall senden Sie mir eine Eule. Gleichzeitig
tragen Sie auch die Verantwortung für Angelina und zwar ganz allein. Je weniger
Personen damit betraut sind, umso weniger Verwicklungen gibt es.
Severus, Sie haben mein vollstes Vertrauen."
Mit diesen Worten blickte Prof. Dumbledore dem Zaubertränkemeister
fest in die Augen.
In Diesem kämpften die widersprüchlichsten Gefühle,
einerseits Stolz über die Leitung der Schule, andererseits Groll über die Bürde
der Verantwortung für einen Fremden, noch dazu ausgerechnet eine Frau.
`Möge sie hoffentlich lange im Krankenflügel bleiben
müssen.` waren noch seine freundlichsten Gedanken.
Hätte Severus doch nur im Entferntesten geahnt,
welche Turbulenzen in den nächsten Tagen die Grundpfeiler seines bisherigen
Lebens erschüttern würden.
Doch so verabschiedete er am nächsten Morgen den
Schuldirektor und Prof. Mc Gonagall in die Ferien und stieg hinab in seinen
Kerker.
Während dessen im
Krankenflügel........................