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von Kira






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Kapitel 7 - 12



7

7. Unheimliche SMS's

 

Poppy suchte wie besessen nach einer neuen Videocassette. Sie musste dringend mit Albus sprechen. Es gab einfach zu viele Arztserien, die sie aufnehmen musste, weil sie während der Sendezeit Dienst hatte. Entweder musste sie bald kürzertreten, oder der Direktor erlaubte ihr die Anschaffung eines DVD-Recorders, am besten natürlich mit Festplatte und ordentlich Gigabyte.

Aufatmend programmierte sie den Videorecorder, was dank Showview nicht ganz so kompliziert war.

Dann verließ sie ihre Räume und eilte zum Krankenflügel. Sie kam eine Viertelstunde zu spät, was nicht weiter tragisch war, da die Stempeluhr erst nächsten Monat in Betrieb genommen wurde, außerdem warteten bislang nur drei Schüler auf sie, aber eben kein Lehrer, so dass sie wohl auch niemand verpetzen würde.

"Was haben wir denn hier?" fragte sie einen Jungen der humpelte.

"Ich bin in eine Trickstufe geraten. Habe mir das Bein verrenkt als ich einbrach."

"Das ist wundervoll. Dann ab zum Röntgen", entschied Poppy gut gelaunt. Dann sah sie zu einem Mädchen, das sich den Unterleib hielt.

"Ich habe Schmerzen."

"Hast du deine Periode?"

"Nein - hätte ich eigentlich gestern oder so bekommen müssen."

"Oh - na wer weiß...dann machen wir gleich mal einen Ultraschall und einen Schwangerschaftstest.""Aber ich hab doch gar nicht..." sagte das Mädchen noch, wurde von Poppy aber schon in Kabine Zwei geschoben.

"Und was ist mit dir, Harry?"

"Ich kann meine Finger kaum noch bewegen. Es tut höllisch weh."

Potter demonstrierte seine Beschwerden, indem er die Finger krümmte und dabei das Gesicht verzog.

Madam Pomfrey sah kurz darauf, dann sagte sie: "Gameboyverbot für mindestens drei Tage. Mach dass du rauskommst!"

"Aber..." versuchte es Harry.

Die Krankenschwester machte: "Schschsch", als wolle sie eine lästige Katze verscheuchen.

"Wollen Sie mich nicht wenigsten röntgen?"

Pomfrey wies zur Tür: "Jetzt habe ich schon einen den ich röntgen kann. Das nächste mal musst du schon früher kommen. Geh jetzt...ich hab zu tun."

Harry verließ den Krankenflügel und bog um die Ecke, als er Hermine mit einem Stapel Bücher zur Bibliothek gehen sah. Er folgte ihr kurzerhand.

Als sie den Raum betraten, stand eine endlose Schlange von Schülern vor Madam Pince Schreibtisch. Der Stuhl war leer und von der Bibliothekarin keine Spur zu sehen.

Hermine sprach den ersten in der Schlange an: "Wo ist denn Madam Pince?"

"Keine Ahnung", erwiderte der Junge gähnend. Er schwankte leicht hin und her, als könne er sich kaum noch auf den Beinen halten, dann erklärte er: "Ich stehe hier schon seit zwei Tagen. Sie scheint einfach verschwunden zu sein - eben war sie noch da und wollte dafür sorgen, dass die Bibliothek auch Mangas führt, und dann verschwand sie einfach so. Aber ich gehe nicht eher, bevor ich nicht einen dieser eingeschweißten Love-Story-Mangas habe."

"Hoffentlich bestellt sie auch genug Shonen-Ai's", rief eine Erstklässlerin hinter ihm.

Hermine sah sie an und schüttelte den Kopf: "Was bitte ist so interessant daran, wenn es Männer miteinander treiben?"

Die Erstklässlerin sah sie an, als könne Hermine nicht bis drei zählen.

"Es ist geil", sagte sie dann.

"Ach so", erwiderte Hermine jetzt aufgeklärt, dann sah sie erneut zu Madam Pince's Pult.

"Sieht nicht so aus, als käme sie wieder."

Harry ergriff die Gelegenheit seiner Freundin ein Kompliment zu machen: "Sieh mal, das wäre doch ein guter Job für dich. Du könntest direkt mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Erstens bist du die größte Leseratte der Welt und hier ohnehin schon zu hause. Zweitens hat Madam Pince bevor sie ging - wohin auch immer sie ging - den Computer ruiniert, und du stehst doch eh viel mehr auf Karteikarten, und außerdem machst du doch gerade den Kurs: 'Wie werde ich möglichst schnell alt, um mit Snape vögeln zu können', und der Job hier macht dich auf einen Schlag um Jahre älter."

Hermine riss die Augen weit auf: "Woher weißt du das mit Snape?"

"Oh - so wirklich wissen weiß ich es erst jetzt, wo du es mir bestätigt hast. Vorher war es nur eine Vermutung, weil Ron so etwas davon erwähnte, dass Snape dir seine Nase zeigen wollte und du seit diesem Abend nur noch Bücher zum Thema: 'In 20 Tagen um 10 Jahre altern' liest."

"Er wollte mir nicht seine Nase zeigen - er hat Eis mit mir gegessen", stellte Hermine klar, "und außerdem - seit wann hörst du eigentlich Ron wieder zu?"

Harry holte jetzt stolz ein Diktiergerät aus der Tasche: "Ich habe jedes einzelne Wort von ihm aufgenommen. Er ist doch mein Freund - da höre ich ihm natürlich zu - allerdings bestimme ich gerne den Zeitpunkt."

Hermine sah kopfschüttelnd auf das Diktiergerät, während die wartende Schülerschlange im Hintergrund zeitgleich vom linken auf den rechten Fuß wechselte und in Ermangelung an sonstiger Unterhaltung gespannt dem Gespräch der beiden Neuankömmlinge lauschte.

"Was ist denn jetzt - willst du mit ihm vögeln?" erkundigte sich Harry erneut.

"Ja - äh Nein, Nein!"

"Ne, is klar", erwiderte Harry spöttisch.

"Nun ja - es ist sehr interessant wie er sein Eis isst", erwiderte Hermine mit geröteten Wangen.

Harry sah sie kritisch an.

"Das scheint er ja wirklich gut zu machen."

"Oh, er macht das einfach...himmlisch...so...sinnlich, fest und zärtlich zugleich. Er ergreift Besitz und verwöhnt es auf raue Art...er nimmt es ganz und gar und beherrscht es dominant und sehr zielstrebig."

"Klingt, als würde er Eis wirklich lecker finden", erwiderte Harry mit belegter Stimme.

Das Mädchen mit dem Wunsch nach Shonen-Ai-Mangas fragte aufgeregt: "Oh Harry, kannst du nicht auch mal Eis mit Snape essen?"

Harry schüttelte sich nun angeekelt.

"Nein - das fällt mir doch gar nicht ein - ich will nicht, dass mein Gegenüber mich damit durcheinanderbringt, dass er sein Eis dominant und zielstrebig auf raue Art verwöhnt. Ich brauche so etwas nicht - ich will doch nur, dass meine Hände wieder funktionieren, damit ich sie wieder benutzen kann."

Hermine sah ihn alarmiert an: "Harry - mach dich bitte nicht zum Gespött, indem du zugibst, dass du es dir am liebsten selbst machst."

Harry senkte einen Moment den Kopf und murmelte leise: "Denken hier eigentlich alle nur noch an Sex?", dann hob er den Kopf wieder und sagte laut in die Menge: "Ich möchte meine Hände wieder benutzen können, weil ich dann endlich wieder Gameboy spielen kann."

"Ja, klaro!" erwiderte das erste Mädchen in der Schlange spöttisch und machte eine unflätige Geste vor ihrem Körper. Einige weitere Schüler in der Warteschlange stimmten johlend ein. Harry schüttelte wutschnaubend den Kopf und bedachte sie mit einem noch wütenderen Blick. Warum zum Teufel machten seine Mitschüler ständig auf seine Kosten widerwärtige Scherze? Er kam zu dem Schluss, dass ihm dies alles egal sein konnte. Wenn er erst einmal berühmt war, dann würde man Bücher schreiben in denen er der Held war - auf denen sein Name prangen würde und niemand würde sich mehr lustig über ihn machen. Bis es soweit war musste er sich allerdings auf seine Nebenrolle in dieser Geschichte konzentrieren und so rückte er auch endlich mit dem nächsten Dialog heraus.

"Hermine du willst dir doch nicht etwa ein Buch ausleihen? Du kommst hier nie wieder raus wenn du das tust", ermahnte er sie.

Hermine sah kurz auf die endlose Schlange und sagte dann: "Nein, keine Sorge - ich werde das Buch einfach klauen."

"Das ist gut", murmelte Harry.

Hermine ging zur Verbotenen Abteilung und dann zielstrebig zum Regal: Illegale sexuelle Beziehungen.

"Gibt es dieses Regal eigentlich schon lange?" fragte Harry verwundert.

"Weiß nicht genau - aber diese Literatur ist sehr nützlich", sagte Hermine und zog eines der Bücher hervor.

Harry spähte auf den Titel: "Schüler und Lehrer - eine lehrreiche Beziehung."

"Hermine - das kann Ärger geben", mahnte Harry.

"Ich muss ja nur kurz was nachlesen - reg dich ab. Ich lass das Buch ja hier." Hermine überflog ein paar Seiten, dann bildete sich ein Lächeln um ihre Mundwinkel, das sofort wieder verschwand als sie Harrys ernstes Gesicht sah.

Sie stellte das Buch schnell zurück, ging dann einige Gänge weiter und überprüfte die Schrift über dem Regal: Wer will schon jung sein?

Hier griff sie nach einem Exemplar das in runzeliges Leder gebunden war. 'Dauerhaft schnelles Altern - so werden ihre Wünsche wahr.'

Hermine steckte das Buch unter ihren Umhang und sagte: "Gut - das ist das Buch das ich klauen wollte - jetzt können wir gehen."

Gemeinsam schoben sie sich an den anderen Schülern vorbei und verließen die Bibliothek.

 

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"Alle für mich?"

Fassungslos stand Minerva vor einem Berg aus Briefen.

Dumbledore lachte sie an.

"Ja - alle für dich! Meine Güte Minerva - wenn du die Männer alle ausprobierst, dann brauchst du deinen künstlichen Spielgefährten ein ganzes Jahr lang nicht zu konsultieren. Obwohl die sicher nicht alle ganz so überdurchschnittlich bestückt sind."

"Wie ist das denn eigentlich bei dir?" wagte Minerva in ihrer Euphorie den Vorstoß.

"Bei mir? Oh prächtig. Fast genau so riesig - jedenfalls wenn ich alle meine Briefe auf einen Haufen schmeiße. Aber ist natürlich kein Vergleich zu deinen Antwortschreiben, denn Frauen bekommen immer mehr Zuschriften."

Minerva entfuhr ein enttäuschtes Stöhnen.

"Oh, sieh mal der hier. Der arbeitet in einer Recyclingfabrik. Der ist ja fast so etwas wie ein Meister der Verwandlungen - aber sag mal, hast du auch Muggelantworten zugelassen?"

Minerva riss ihm den Brief aus der Hand: "Ja, habe ich. In dieser Geschichte sind Muggel schon viel zu viel diskriminiert worden."

Der Direktor schmollte jetzt: "Ich habe nichts gegen nicht-magische-Menschen."

"Ja, außer dass sie nicht zaubern können", sagte Minerva ironisch.

"Das ist schon ein ziemlicher Makel", gab Dumbledore zu.

Minerva war inzwischen in das Bild des Fabrikarbeiters vertieft.

"Kein magisch-bewegliches Bild", stellte Dumbledore trocken fest.

"Nein, aber ich brauche auch keine Fotos, auf denen mir die Männer ihren Po hinstrecken."

Dumbledore zog jetzt eine Augenbraue hoch. "Wie kommt es eigentlich, dass so viele Videocassetten beiliegen? Du hast die Anzeige nach unserem ersten Entwurf ja ganz schön verändert - verrätst du mir was das zu bedeuten hat?"

Minerva druckste nun herum, doch sie sah ein, dass sie Dumbledore nicht belügen konnte.

"Hm...nun ja, ich habe Muggel zugelassen, dort jedoch ausdrücklich um ein Videotape gebeten."

"Ah ja - soviel zum Thema den Po hinstrecken. Minerva, dir reichen nicht mal Fotos - du willst es ganz genau wissen, oder? Nach was wählst du denn jetzt die möglichen Kandidaten aus? Nach der Größe ihres..."

"ALBUS! Ich muss doch sehr bitten!"

"Ich weiß nicht - hast du sie um diese Angabe gebeten?" fragte er mit hochgezogener Augenbraue.

"Nein! Das hab ich nicht! So etwas fragt frau schließlich nicht!"

"Warum nicht?" meinte Dumbledore aufgeschlossen, "wenn es doch ein wichtiges Auswahlkriterium für dich ist - also meiner ist im Gegensatz zu deinem Dildo eher klein - aber etwas dicker würde ich sagen - über so etwas kann man doch sprechen, Minerva. Wir sind ja schließlich moderne und aufgeschlossene Leute."

McGonagall starrte ihn an, dann sagte sie mit krächzender Stimme: "Und das erzählst du mir so einfach - das vertraust du mir an, Albus?" Minervas Augen wurden feucht vor Rührung.

"Natürlich - warum denn nicht? Ich würde das jeder Frau erzählen, deren Interessen so gelagert sind. Wenn du Fußfetischistin wärst, dann würde ich dir ja auch erzählen, dass ich überaus große Füße habe, obwohl die Zehen etwas schief sind und ich auch zwei Hühneraugen habe, die ich einfach nicht weggezaubert bekomme - da fällt mir ein, ich wollte Severus ja noch nach einer Tinktur fragen. Also, Minerva - viel Spaß mit deinen Briefen. Bis bald."

Damit verabschiedete er sich fröhlich und bemerkte nicht, dass Minerva ihm nachschaute und leise seufzte.

 

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"Sicherheitshinweis: Bitte lassen Sie Ihre Zauberstäbe nicht unbeaufsichtigt. Bei Verlust begeben Sie sich bitte zu einem der Nottelefone und erstatten Sie Anzeige."

 

Ginny Weasley zuckte zusammen und tastete automatisch nach ihrer Umhangtasche. Der Zauberstab war noch da. Alles in Ordnung. Doch diese ständigen Durchsagen machten Sie jedesmal nervös.

Es war fast so, als würde erst diese Warnung potentielle Zauberstabdiebe auf den Gedanken bringen fremde Zauberutensilien zu entwenden.

Ginny strich ihr rotes Haar zurück und versuchte sich zu entspannen.

Das war nicht so leicht, denn seit dem frühen Morgen schon fühlte sie sich verfolgt.

Und tatsächlich meldete ihr Handy auch sofort eine neue SMS. "Ich bin verrückt nach dir. Komm bitte in den dritten Stock - ich warte unter dem Kunstdruck von Escher auf dich."

Ginny sah sich sofort um. Sie wurde das Gefühl nicht los, dass sie beobachtet wurde. Entschieden drehte sie sich auf dem Absatz um und wich so weit von den Treppen fort, wie es nur möglich war. Sie würde alles tun, nur nicht in den dritten Stock gehen.

Sofort traf wieder eine SMS ein.

"Warum gehst du weg? Du brauchst keine Angst zu haben. Bitte!"

Ginny blieb wie angewurzelt stehen.

Panisch sah sie sich um.

Niemand war zu sehen.

Zögerlich ging sie zur Treppe.

Wieder verkündete der Piepton, dass eine Botschaft eingegangen sei.

"Ja - so ist es gut - weiter!"

"Verdammt, was ist das? Kannst du mich sehen, oder was? Wo bist du?" kreischte sie beinahe.

"Gibt es ein Problem, Miss Weasley?" ertönte die dunkle Stimme von Snape.

"Ich...waren Sie das etwa?"

Snape sah an sich herunter.

"Ja - ich bin es."

"Nein - ob Sie es waren?"

"Nein - ich war es nicht - ich bin es noch immer!"

"Verzeihung?"

Snape rieb sich die Stirn.

"Was wollen Sie jetzt eigentlich wissen, Miss Weasley?"

Ginny griff sich ebenfalls an die Stirn, ihre Hand verharrte einen Moment dort, dann fragte sie: "Haben Sie mir SMS's geschickt?"

"Ich? Nein! Warum sollte ich das tun?"

"Weil Sie Leuten gerne Angst einjagen?"

Snape wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als Ginnys Handy erneut piepste. Mit zitternden Händen nahm sie es aus der Tasche und las die Nachricht: "Hör endlich auf mit Snape zu labern und komm her!"

Ginny starrte darauf und gab ein erschrecktes Quietschen von sich, worauf Snape ihr das Handy aus der Hand riss und die Botschaft las.

"Was zum...?" Er sah Ginny in die Augen. "Da ist schwarze Magie am Werke. Irgendetwas Dunkles geht hier vor. Etwas nicht erlaubtes. Ich muss Sie durchsuchen."

Ginny wich zurück als er seine Hände nach ihr ausstreckte.

"Nein!" sagte sie empört.

"Ich muss das tun!" sagte er bestimmt.

Gerade als seine Hände über sie glitten kam Hermine um die Ecke.

Sie blieb wie angewurzelt stehen.

"Aber...das geht doch nicht - Ginny ist doch noch jünger als ich. Haben Sie denn gar keinen Anstand?"

Snape hielt irritiert inne und bemerkte dann erst, dass Ginny sich ziemlich heftig gegen ihn wehrte. Abgelenkt wie er war, bemerkte er ihr ausholendes Knie nicht, das sich nur eine Sekunde später in seine Hoden rammte.

"Aargh!" er brach wimmernd zusammen.

"Ginny - du hast gerade einem Lehrer in die Eier getreten - spinnst du?" erkundigte sich Hermine nur der Form halber.

"Der hat mich angetatscht!" gab Ginny achselzuckend zurück.

"Wollte er mit dir Eis essen?" fragte Hermine mit schwankender Stimme.

Snape röchelte etwas, das man jedoch nicht verstehen konnte, weil er die Zähne gleichzeitig zusammenbiss.

Erneut das Signal des Handys: "Gut gemacht, hat der Drecksack verdient - jetzt quatsch nicht auch noch mit Hermine, sondern komm endlich!"

"Oh Mann, wer ist das nur? Und woher weiß der was ich gerade mache?"

Während Snape langsam wieder atmen konnte, erzählte Ginny Hermine von den seltsamen Botschaften.

"Hm...das hört sich aber wirklich merkwürdig an. Vielleicht hat Sev...äh Snape ja recht."

Der Zaubertrankmeister konnte nun endlich wieder aufrecht stehen und wich einen Schritt vor Ginny zurück, was die mit einem lapidaren: "Buh!" quittierte.

"Miss Weasley - für Ihr Verhalten werden Ihrem Hause sämtliche Punkte abgezogen, plus die, die im Laufe der nächsten Woche erworben werden. Und wenn sich ein dauerhafter Schaden bei mir einstellen sollte, dann können Sie damit rechnen, dass ich Sie verklagen werde - Sie mieses kleines Biest!"

Ginny war irritiert, weil auch Hermine sie nun reichlich hasserfüllt ansah.

Dann stutzte sie plötzlich und sagte: "Hermine, du hast ja ganz viele Krähenfüße um die Augen. Und wenn mich nicht alles täuscht, dann hast du auch eine graue Haarsträhne. Wie kommt das?"

Hermine nuschelte eine schnelle Erwiderung.

"Wie bitte?" hakte Ginny nach.

"Ich habe einen Alterungszauber über mich gesprochen", erklärte Hermine noch einmal langsamer.

"Aber warum?" fragte Ginny entsetzt.

"Ja, warum?" echote jetzt auch Snape.

Hermine sah ihren Lehrer kurz an, und sagte dann: "Weil ich denke, dass es sich lohnen könnte - jedenfalls hoffe ich, dass dem noch so ist", damit sah sie auf Snapes lädierten Unterleib.

Dieser rückte - in für Männer typischer Manier - seine Geschlechtsteile zurecht und grinste dann auf für ihn sehr untypische Weise.

Ginny sah zwischen den beiden hin und her und wollte gerade entsetzt etwas erwidern, als abermals eine SMS eintraf.

"Snape und Hermine? Frag die mal, ob sie noch alle Tassen im Schrank haben."

Ginny warf das Handy zu Boden: "So, jetzt reicht's!" schrie sie wütend.

 

"Sicherheitshinweis: Bitte lassen Sie Ihre Zauberstäbe nicht unbeaufsichtigt. Bei Verlust begeben Sie sich bitte zu einem der Nottelefone und erstatten Sie Anzeige."

 

Snape legte jetzt die Stirn in Falten.

"Miss Weasley, war Ihr Zauberstab zu irgendeiner Zeit unbeaufsichtigt, oder gar verschwunden?"

Ginny zuckte kurz mit den Schultern.

"Naja, gestern Abend hab ich ihn verloren..."

"Warum haben Sie das nicht gemeldet?"

Ginny druckste jetzt herum: "Ich hab ihn ja nicht so verloren."

"Reden Sie endlich Klartext - ich kann mich ohnehin gerade schlecht konzentrieren", gab Snape unwirsch zurück und versuchte jetzt seine Erektion angenehmer zu verstauen, die seit Hermines Geständnis für ihn altern zu wollen, standhaft nach Aufmerksamkeit verlangte.

"Tja, ich hab ihn beim Pokern verloren", erklärte Ginny.

"Sie meinen beim Kartenspiel?" fragte Snape düster.

Ginny wurde nun zickig: "Natürlich - oder glauben Sie ich spreche von Würfelpoker?"

"Jetzt sagen Sie nur noch, Sie haben um Geld gespielt", sagte Snape drohend.

"Nein - haben wir nicht. Wir haben Strippoker gespielt - und da ich bereits alles ausgezogen hatte, aber wir irgendwie vergessen haben, dass ich eigentlich keinen Einsatz mehr hatte, habe ich meinen Zauberstab gesetzt."

"Mit WEM haben Sie gespielt Miss Weasley?"

"Sag ich nicht - Sie wollen ja eh nur Stress machen!"

"MIT WEM?"

"Ginny, sag es ihm", bat nun auch Hermine.

"Nein - und dir sag ich auch nichts mehr. Du willst Sex mit 'nem Lehrer - und Ihr regt euch auf, wenn ich ein bisschen Strippoker spiele - Ihr seid ja so was von scheinheilig!"

Snape atmete tief durch - all das Gerede über Sex und Strippen sorgte nicht gerade dafür, dass das Pochen in seinem Schritt verschwand.

"Miss Weasley", knirschte er hervor: "Geben Sie mir sofort Ihren Zauberstab!"

Ginny sah ihn kurz an und holte schließlich ihren Stab hervor. Während sie ihm den Stab reichte, sagte sie an Hermine gewandt: "Meine Güte - der Mann sieht aus wie ein tollwütiger, räudiger, angeschossener Wolf. Und mit dem willst du wirklich Sex haben, Hermine?"

Snape riss ihr unwirsch den Stab aus der Hand, während Hermine stammelte: "Warum muss da eigentlich ständig drauf rumgeritten werden? Wenn es erst mal so weit ist, dann ist es doch keine Überraschung mehr...und romantisch auch nicht."

"Klappe Granger!" herrschte Snape sie an, worauf Ginny vieldeutig zu verstehen gab was sie von dem Traum der schlaflosen Nächte ihrer Freundin hielt, indem sie sich einen Finger theatralisch in den Rachen steckte.

Hermine verdrehte die Augen und keifte dann ihrerseits an Snape gewandt zurück: "Ist ja schon gut - SCHATZ!"

Snape ignorierte dies völlig und nahm den Zauberstab genau in Augenschein. Wenige Augenblicke später hob er sein Knie und brach ihn kurzerhand darüber entzwei.

Ginny entfuhr ein spitzer Schrei.

Snape reicht ihr die beiden Teile zurück.

"Tja Miss Weasley, Ihr Zauberstab war verwanzt. Und jetzt werden wir herausfinden wer das getan hat und denjenigen zur Rechenschaft ziehen."

Ginny sah erschüttert auf die beiden wertlosen Teile ihres einst so mächtigen Zaubererutensils.

"Hätten wir die Wanze nicht einfach entfernen können?" fragte sie erschüttert.

Zur Antwort lächelte Snape nur bösartig.

"Hermine, ich kann wirklich nicht verstehen, wie du mit so einem..."

"Sei jetzt still, Ginny!" fauchte Hermine.

"WER?" fragte Snape erneut.

"Wer was?"

Snape stöhnte laut auf: "Wer hat Ihren Zauberstab gewonnen? Und warum haben Sie ihn wieder?"

Ginny schien jetzt ohnehin alles egal zu sein, wo ihr heißgeliebter Zauberstab das Zeitliche gesegnet hatte.

"Es war Colin Creevy. Er hat meinen Zauberstab gewonnen und ihn mir heute vor dem Frühstück zurück gegeben. Er sagte, dass er es unfair fände wenn er ihn behalten würde. Bei Merlin - was der alles heute gesehen hat, wie schrecklich!" Ginny schlug die Hand vor den Mund.

"Nackt hat er Sie doch wohl ohnehin schon gesehen - bei dem Pokerspiel", gab Snape zu bedenken, "was könnte da wohl noch schlimmer sein?"

Ginny färbte sich tiefrot und Snape sog scharf die Luft ein, dann schüttelte er schnell den Kopf und sagte: "Ist schon gut - ich will es gar nicht wissen!"

Hermine murmelte unterdessen: "Dieser verfluchte kleine Spanner - schon früher hat er Stalking bei Harry betrieben - wir hätten ahnen müssen wohin dies führen kann wenn er erstmal in die Pubertät kommt."

"Ich gehe jetzt rauf in den dritten Stock", sagte Ginny beherzt.

"Und dann? Was willst du tun wenn du ihn findest?" fragte Hermine neugierig.

Ginny lächelte kalt: "Na was wohl - ich tret ihm in die Eier!"

"Und das kann sie wirklich gut", sagte Snape und nickte ihr aufmunternd zu, "wir werden Sie begleiten, Miss Weasley", stellte er dann noch klar und sofort machten sich die drei auf den Weg.

 

8. Erfüllte Wünsche - verwünschte Erfüllung

 

Der dritte Stock war in dämmriges Licht gehüllt. So lautlos wie möglich schlichen Snape, Hermine und Ginny den Flur entlang.

Sie hielten sich dicht an der Wand und gaben sich nur gegenseitig Handzeichen.

Gemeinsam begaben sie sich zu einer Nische, die durch einen langen dunklen Vorhang verdeckt war. Snape und Hermine zogen ihre Zauberstäbe, während Ginny ihr Knie bereits in Position brachte. Dann riss Snape den Vorhang herunter und dort kauerte Colin. In der rechten Hand hielt er das Handy, während vor ihm ein kleiner Monitor flackerte, da seine Spionkamera nun offensichtlich keinen Empfang mehr hatte.

Mit weit aufgerissenen Augen sah er die Drei an. "Ginny", murmelte er dann verlegen.

"Ja, du aufdringlicher Widerling. Du wagst es noch meinen Namen auszusprechen?" Sie rang nun die Hände und versuchte ihn zu packen zu bekommen.

Colin schien sich überhaupt nicht zu wehren und sie schüttelte ihn wie eine Puppe hin und her.

Schließlich ließ sie von ihm ab und er sank zu Boden.

"Ich liebe dich, Ginny", brachte er leise hervor.

"Gott - das ist so...erbärmlich!" stieß Hermine aus.

Ginny hingegen sah auf den jungen Mann, der dort zu ihren Füßen kniete und sie flehentlich ansah.

"Komm Ginny, so einen Schlappschwanz sollte man gar nicht beachten", sagte Hermine nun wieder.

"Ach, ich weiß nicht...eigentlich war es ja ganz lieb von ihm, mich so zu umwerben", meinte Ginny jetzt leicht lächelnd.

"Umwerben? Der hat dich mit SMS terrorisiert, hast du das schon vergessen?"

Colin lächelte Ginny entschuldigend an: "Ich wusste nicht wie ich sonst deine Aufmerksamkeit erringen sollte", erwiderte er schwach auf die Vorwürfe.

Ginny sah jetzt zu Hermine und sagte bestimmt: "Es ist ja auch schwer heutzutage. In Zeiten, wo man immer weniger miteinander redet, fällt auch das Kennenlernen immer schwerer. Da muss man schon mal auf solche Mittel zurückgreifen. Wie ich hörte, hat selbst Professor Dumbledore eine Kontaktanzeige geschaltet."

Daraufhin streckte Ginny den Arm nach Colin aus und half ihm auf die Beine. Der junge Mann zitterte regelrecht, verschlang das Mädchen jedoch geradezu mit seinen Augen.

Hermine ließ ein genervtes Seufzen hören und packte dann nach Snapes Arm.

"Kommen Sie - wir gehen. Ich habe den Eindruck, wir stören hier ohnehin nur."

Snape ließ sich ohne einen weiteren Kommentar mit ihr ziehen.

Als sie den Flur verlassen hatten, bemerkte Hermine, dass sie ihren Lehrer immer noch zog, ohne dass er Anstalten machte dies zu unterbinden. Sie blieb stehen, worauf er sie unsanft anrempelte.

"Alles in Ordnung, Sir?" fragte sie und rieb sich den Arm, gegen den er geknallt war.

"Dieses Gefühl..." sagte er und stockte dann.

"Schmerz?" versuchte es Hermine auf gut Glück.

Er schüttelte den Kopf: "Nein, das andere."

"Hass?"

"Nein."

"Verachtung?"

"Nein."

"Mordlust?"

Er schüttelte vehement den Kopf, dann sah er ihr tief und die Augen und sagte: "Liebe."

"Ach das", erwiderte Hermine wegwerfend.

"Dieses Gefühl kommt sehr plötzlich, nicht wahr?" fragte er grübelnd.

"Bei Ginny scheinbar schon", erwiderte Hermine angeekelt.

"Und bei Ihnen, Miss Granger?"

"Bei mir? Nun, ja - es kann auch mich ganz urplötzlich treffen. Und das Schlimmste ist, manchmal kommt es ohne meinen Willen. Dann kann ich nichts dagegen tun. Fürchterlich!"

"Aber die Liebe ist doch etwas Schönes", sagte er jetzt fragend.

"Schön? Ja - ich denke schon. Warum fragen Sie eigentlich?"

Er schüttelte sein schwarzes Haar und sah sie dann leicht lächelnd an, was sie unweigerlich zurückschrecken ließ.

"Wer sind Sie?" stieß sie plötzlich aus.

Er kniff die Augen zusammen: "Severus Snape", sagte er dann ruhig.

"Nie im Leben! Sie haben gelächelt, Sie haben Ihr Haar zurückgeworfen und Sie haben von...Liebe gesprochen!"

Er schien zu grübeln.

"Darf ich das nicht?" fragte er dann verunsichert.

"Nein! Verdammt noch mal! Das dürfen Sie nicht! Sie haben sich hier zu benehmen wie ein egozentrischer, widerlicher, selbstherrlicher, gemeiner, hasserfüllter, grausamer, angsteinflößender (weiter Adjektive können per Review bei mir angefordert werden! :D) Ekel, der nur auf eines aus ist - auf Demütigung seiner Mitmenschen, und in meinem Falle auch auf Sex!"

"Aber das sind dann ja schon zwei Sachen auf einmal", gab er zu bedenken.

"Überfordert Sie das?"

Erneut grübelte er.

"Ich fühle mich nicht gut", sagte er schließlich.

"Ist Ihnen schlecht?"

"Würde das mit meiner Rolle kollidieren?" fragte er besorgt.

"Ja, schon - aber wenn einem schlecht ist, dann kann man es halt nicht ändern - auch wenn Sie schwer out of character werden, wenn Sie jetzt kotzen, ohne dass sie vorher stundenlang von Voldemort gefoltert wurden."

Erleichtert suchte er eine dunkle Ecke auf und übergab sich, während Hermine selbst etwas flau war, weil sie damit konfrontiert wurde, dass Snape scheinbar auch nur ein Mensch war.

"Geht es Ihnen jetzt besser?" fragte sie nach seiner Rückkehr.

Er nickte kraftlos. "Ein bisschen wackelig noch."

"Soll ich Sie in Ihre Kerker bringen?"

Er nickte abermals.

Wortlos legte sie ihm einen Arm um den Rücken und geleitete den überaus blassen Snape die Stufen zu seinem Kerker hinunter.

Als sie ihn ins Bett verfrachtet hatte, deckte sie ihn sanft zu und sagte dann: "Ich stelle Ihnen noch einen Eimer neben das Bett."

"Miss Granger", sagte er müde.

"Hm?" fragte sie.

"Das ist jetzt wirklich ein jämmerlicher Auftritt von mir. Glauben Sie, man wird mir das übel nehmen - ich meine...ich bin ja kaum noch ich selbst."

"Snape", sagte Hermine bestimmt, "Sie schlafen sich jetzt erst mal richtig aus. Morgen verpassen Sie mir dann einen Vergessenszauber und die Sache ist geritzt."

Er brummte erleichtert.

Ehe Hermine das Licht löschte sagte sie noch: "Ach, und Snape...ich werde einstweilen die Spuren Ihres Malheurs beseitigen. Schlafen Sie gut."

 

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Hermine hielt natürlich Wort. Sofort machte sie sich auf in den Flur, in dem das Missgeschick geschehen war.

Mit einem Schlenker ihres Zauberstabes war die Schweinerei beseitigt und Hermine atmete erleichtert aus. Doch dann zuckte sie heftig zusammen, weil jemand ihren Namen brüllte: "Granger! Was in Teufels Namen tun Sie da? Haben Sie etwa sauber gemacht? Haben die verdammten Schüler jetzt schon nichts Besseres mehr zu tun, als durch das Schloss zu schleichen und dreckige Ecken zu reinigen? Das ist mein Job - MEINER!"

Hermine sah Filch in die zornesfunkelnden Augen.

"Aber ich wollte nur..."

Er trat noch einen Schritt näher und streckte seinen Finger soweit aus, dass er fast ihre Nase berührte. "Sie wollten mir meine Stelle klauen. Sie sind scharf auf meinen Job - geben Sie es zu! Seit ich meinen fahrbaren Untersatz habe, wollen ALLE meinen Job! Aber das könnte Euch so passen! Ab sofort verlange ich, dass keiner mehr einen Finger rühren darf um etwas sauber zu machen. Ich werde um meine Stelle kämpfen - das sage ich Ihnen!" Damit drehte er sich um und schlurfte den Gang hinunter, wobei er heftig hustete.

Hermine verzog angeekelt das Gesicht. Dann sah sie hoch zu der Überwachungskamera. Vielleicht war der Vorfall ja aufgezeichnet worden. Filch hatte sie immerhin fast schon bedroht.

Mit einem Blick erkannte sie, dass sie wohl schlechte Karten hatte, denn die Linse der Überwachungskamera war mit Graffiti beschmiert.

Hermine zuckte resigniert die Schultern und machte sich auf den Weg in den Schlafsaal.

Als sie zwischen ihren kühlen Kissen lag, wanderten ihre Gedanken immer wieder zu Snape. Was würde er wohl mit ihr tun, wenn sie erst einmal volljährig war? Ihre Fantasie lief Amok und ihr war klar, dass sie sich selbst nicht sonderlich unter Kontrolle hatte, als ihre Hand nun dorthin griff, wo sie eigentlich nichts verloren hatte - in ihre Wäscheschublade. Auch Hermine war inzwischen im Besitz eines Gegenstandes, der nicht für fremde Augen bestimmt war - es sei denn, es ließ sich absolut nicht vermeiden!

 

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"Ist die Klimaanlage schon einsatzbereit?" Dumbledore hatte recht laut gesprochen, da diese Muggelarbeiter ihn meist nur mit offenem Mund anstierten wenn er sie ansprach, was vielleicht an der neben ihm schwebenden Schale mit Zitronenbonbons lag - doch vielleicht waren diese Muggel auch geistig nicht ganz auf der Höhe, und so wollte der Direktor lieber auf Nummer sicher gehen und sprach mit ihnen nur das Nötigste.

"Ähä", machte denn auch einer von ihnen mit gutturalem Geräusch und seine Augen wurden groß, als sich ein Zitronenbonbon selbstständig aus dem Bonbonpapier wickelte, um sich dann zur kamikazemäßigen Selbstvernichtung in Dumbledores Mund zu stürzen.

"Dasch isch gut", kaute der Direktor und winkte dem Muggel dann kurz, damit der ihm folgen sollte.

Wenige Augenblicke später hielt sich der Mann für einen Harry Potter Leser, dem wohl etwas die Fantasie durchgegangen war und der sich eingebildet hatte, leibhaftig auf Hogwarts gewesen zu sein. Dumbledore lächelte zufrieden - diese Prozedur musste er jetzt nur noch bei den anderen fünfzehn Muggeln durchführen und die Klimaanlage war sogar ein paar Tage vor dem eigentlichen Zeitplan fertig geworden.

Alles lief wirklich ganz prächtig - nur die Bibliothek würde er mal in Augenschein nehmen müssen, denn die Schlange der wartenden Schüler reichte inzwischen bis weit auf den Flur hinaus, und Binns hatte sich beschwert, dass es selbst einem Geist kaum noch möglich war, einen Platz in dem großen Büchereisaal zu finden. Dagegen blieben im Unterricht, und während des Essens in der Großen Halle, immer mehr Plätze leer.

Als der Direktor die Schlange entlang ging, traf er auch auf Remus Lupin, der sich brav hinten eingereiht hatte.

"Remus - Sie wollen auch in die Bücherei?"

"Ja, ich wollte mich nach einem Buch erkundigen - nur mal hören ob es inzwischen wieder abgegeben wurde. Madam Pince schien mir bei meinem letzten Bibliotheksbesuch etwas aufgebracht zu sein - vielleicht ist sie in einen Streik getreten, denn hier scheint gar nichts mehr voran zu gehen", sagte Remus ungeduldig.

Dumbledore musterte jetzt die Schlange erneut, dann sagte er freundlich: "Was für ein Buch brauchen Sie denn, Remus? Vielleicht habe ich es ja in meiner privaten Bibliothek."

Lupin betrachtete jetzt äußerst interessiert seine Schuhspitzen. "Ist ein Bildband - ein anatomischer - gewissermaßen."

"Anatomiebildband? Nein, ich fürchte mit so etwas kann ich nicht dienen - aber vielleicht fragen Sie mal Poppy", sagte Dumbledore freundlich.

"Direktor Dumbledore - Lupin", grüßte Flitwick gut gelaunt.

Beide nickten ihm kurz zu. Remus Augen weiteten sich bei dem Blick auf das Buch, das der kleine Mann nun unter seinem Arm hervor zog.

"Gut, dass ich Sie hier treffe, Remus. Die Schlange ist ja wirklich lang - aber Miss Pince sagte mir, dass Sie schon dringend auf die "Shaven Kittens" warten - dann geb ich Ihnen das Buch gleich hier und wir können uns das Anstehen sparen, nicht wahr?"

Damit drückte er seinem Kollegen besagtes Buch in die Hände und verschwand pfeifend wieder. Aus Remus Ohren schien es auch jeden Moment zu pfeifen, so rot waren sie geworden.

Dumbledore sah interessiert auf das Cover. "Oha!" sagte er und eine Augenbraue zog sich dabei in die Höhe, "mit Anatomie sollte ich mich auch mal wieder dringend beschäftigen. Geben Sie es doch einfach mir, nachdem Sie es...ausgelesen haben. Dann haben Sie einen weiteren Gang in die Bibliothek gespart." Damit wandte der Direktor sich ab, wobei er völlig vergessen hatte weswegen er eigentlich hergekommen war. Und auch Remus Lupin konnte sich nun endlich mit seinem neu erworbenen Kulturgut auf den Weg in seine Räumlichkeiten begeben.

 

 

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Das gleiche Schicksal, das Dumbledore den Muggelarbeitern zuteil werden ließ, sollte heute morgen auch Hermine Granger widerfahren.

Mit zögerlichen Schritten hatte sie sich auf den Weg in die Kerker gemacht. Sie wollte es noch vor dem Frühstück hinter sich bringen, denn es machte sie traurig zu wissen, dass sie bald nichts mehr wissen würde - auch wenn sie dann nicht wusste, dass sie nichts mehr wusste, wusste sie ja jetzt, dass sie dann nicht mehr wusste, was sie jetzt wusste.

Und was sie wusste war, dass es einen Snape gab, der über Liebe nachdenken konnte, der unsicher war, und der manchmal sogar kotzen musste. Naja, der letzte Punkt war nicht gerade romantisch - obwohl - irgendwie machte ihn dies so verletzlich und deshalb war es auch schon wieder auf verquere Weise romantisch.

Hermine seufzte leise als sie gegen seine Tür hämmerte - was nun gar nicht mehr leise war.

"Herein!" bellte er laut.

Sie trat ein und bemerkte, dass die Schokoladeneisflecken auf dem Tisch immer noch da waren. Natürlich - Snape ließ keine Hauselfen in seine Räume und...er war ein Mann...also würden die Flecken auch noch in einem Jahr da sein. Irgendwann glaubte sie das Gerücht gehört zu haben, er würde seine Socken selber waschen - doch das schien ihr sehr unglaubwürdig. Dann erinnerte sie sich, dass sie es in einer dieser durchgeknallten Fanfictions gelesen hatte und der Wahrheitsgehalt damit gegen Null tendierte. Hermine stand wie angewurzelt und in Gedanken vertieft vor ihm.

"Was wollen Sie?" fragte er barsch.

"Wegen gestern", hauchte Hermine.

"Ach ja - der Vergessenszauber! Gut, dass Sie freiwillig hergekommen sind - dann wollen wir mal."

Er zog seinen Zauberstab hervor und zielte genau zwischen ihre Augen.

"Oh - bitte", flehte sie plötzlich.

"Hm?" fragte er ungeduldig.

"Können Sie mir die Erinnerungen nicht lassen? Ich meine...wenn Sie meine Erinnerungen manipulieren können, dann...finden Sie nicht auch, dass das eigentlich ganz schön bedenklich ist? Gerade wenn man mal berücksichtigt wie sehr Sie mir in letzter Zeit an die Wäsche wollten...ich meine, wer kann mir eigentlich garantieren, dass Sie Ihre Macht nicht missbrauchen?"

Snape sah sie einen Moment schockiert an.

"Bei Merlin - Sie haben Recht! Warum ist mir das nicht selber eingefallen?" sagte er plötzlich.

Hermine machte einen Schritt zurück als er einen nach vorn machte, dann zog sie das Teil aus der Tasche, das sie letzte Nacht aus ihrer Schublade geholt hatte und streckte es ihm entgegen.

Snape, der eigentlich nur ihre Verblüffung hatte nutzen wollen um den Vergessensspruch wegen seiner peinlichen Vorführung vom Vortag zu sprechen, griff genau hinein und begann heftig zu zucken.

Hermine konnte sich vor lauter Schreck nicht rühren. Funken stoben zwischen ihr und ihrem Lehrer. Schließlich ließ sie endlich das Gerät fallen und sah ihn voller Angst an.

"Oh mein Gott - geht es Ihnen gut?" fragte sie atemlos.

Snapes Haare standen zu Berge. Sein Gesicht war schmerzverzerrt und von der Stelle, wo sie ihn mit dem Gerät berührt hatte, stieg eine kleine Rauchwolke auf.

"Oh bitte, verzeihen Sie mir - ich wollte nicht..." Hermine hielt inne und Tränen traten in ihre Augen, als er so gar nicht reagierte.

Snape versuchte sie mit seinen Augen zu fixieren, peilte dabei jedoch gut einen halben Meter an ihr vorbei, so dass sie verunsichert hinter sich sah.

Er gab einen merkwürdig kraftlos klingenden Laut von sich, der ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihn lenkte.

Zögerlich hob sie die Hand, auf die er vage deutete.

"Wahaas ihist dahas?" fragte er äußerst darum bemüht, die Worte verständlich zwischen den zusammengebissenen Zähnen hindurch zu quetschen.

"Ein Elektroschocker", gab sie dann kleinlaut Antwort.

Er wartete noch einen Moment, bis seine Lippen zu zittern aufhörten und fragte dann immer noch langsam, doch sehr viel verständlicher: "Warum haben Sie so ein Teil? Warum haben Sie mich damit angegriffen? Warum tut das so furchtbar weh?"

Gerade als Hermine auf seine erste Frage antworten wollte, sprach er weiter: "So etwas erfinden Muggel, nicht wahr? Ich glaubte immer der Cruciatus sei schmerzhaft, doch gegen dieses Ding ist er geradezu harmlos."

Hermine fehlte der direkte Vergleich, doch es erstaunte sie etwas, dass der gefürchtete Cruciatus harmloser als dieses kleine Gerät sein sollte. Schnell ließ sie es in der Tasche ihres Umhanges verschwinden.

"Sie haben mich erschreckt. Dieses Teil dient der Selbstverteidigung, und Sie...haben mich erschreckt", wiederholte sie dann noch einmal hilflos.

Er brauchte einige Zeit um zu begreifen wie groß ihre Angst vor ihm wohl gewesen sein musste, dass sie zu solchen Mitteln griff.

"Aber Sie schienen mir gar nicht so abgeneigt bei dem Gedanken, dass ich Sie berühren könnte - immerhin wollen Sie doch schneller altern, damit wir beide..."

Hermine schüttelte nachdrücklich den Kopf.

"Ich glaube Sie sehen das als viel zu selbstverständlich an, Sir. Sie lesen diese Geschichten und denken, dass Sie mir nur einmal eines Ihrer seltenen Lächeln schenken müssen, damit ich Ihnen das Kostbarste offeriere, das ich zu bieten habe."

"Ihre Jungfräulichkeit", sagte er sinnend.

"Wer sagt Ihnen eigentlich, dass ich noch Jungfrau bin?" fragte sie nun interessiert.

"Sind Sie nicht?" seine Augenbraue hob sich bedenklich, "aber Sie machen doch immer so ein Tamtam - warum sollten Sie das tun, wenn Sie schon längst mit jemandem in der Kiste waren?"

Hermine verdrehte jetzt die Augen: "Weil Sie ein Lehrer sind, Snape! Ich darf Sex haben - nur nicht mit Ihnen!"

"Das ist aber doof", entfuhr es ihm matt.

"Ja - find ich auch", stimmte Hermine zu.

"Also was jetzt? Hatten Sie schon, oder hatten Sie nicht?"

Nun verdrehte Hermine die Augen: "Das sag ich nicht - geht Sie ja auch gar nichts an!" Snape griff sich an die Stirn und rieb sie so heftig, dass er rote Striemen hinterließ, dabei sagte er schroff:

"Wissen Sie was - die Sache wird mir zu anstrengend. Bevor ich Ihnen endlich an die Wäsche gehen kann, könnte ich sehr viel leichter fünf Kolleginnen flachlegen...das ist ja alles höchst lächerlich...warum gebe ich mich überhaupt noch mit Ihnen ab...ich brauche nur zum Hörer zu greifen...oder einen Chatroom besuchen...oder ich kann in die Stadt gehen und..."

"SNAPE!" fuhr Hermine ihn wütend an. Er hielt inne und sah mürrisch zu ihr.

"Quatschen Sie nicht lange rum - küssen Sie mich lieber!"

Sein Kopf senkte sich und sie begriff, dass er nach dem Elektroschocker sehen wollte.

"Den werde ich nicht mehr benötigen", sagte sie heiser.

Snape machte einen Schritt auf sie zu und hielt dann inne.

Hermine hatte den Kopf ein wenig in den Nacken gelegt und ihr Atem ging ungleichmäßig.

"Sind Sie sicher?" fragte er mit dunkler Stimme.

Zur Antwort nickte sie.

Plötzlich schlang er einen Arm um ihren Rücken und zog sie vorsichtig, aber bestimmt an sich heran. Hermine schloss die Augen und öffnete leicht ihre Lippen.

Er beugte sich über sie und hob seine Hand.

....und dann wusste sie plötzlich gar nichts mehr.

Sie fand sich am Fuß der Kerkertreppe wieder und hatte keine Ahnung wie sie dort hingelangt war. Unsicher sah sie sich um. Sie war doch nicht etwa wirklich auf dem Weg zu Snape gewesen? Ein Glück, dass sie wohl im letzten Moment noch zur Besinnung gekommen war - denn auch wenn sie gerne mit ihm vögeln wollte, so musste sie noch einige Monate warten - der nächste Geburtstag kam bestimmt und vielleicht würde es der Beste ihres Lebens. Doch bis dahin würde sie warten müssen - denn ihre äußerliche Alterung konnte nichts daran ändern, dass sie dem Gesetz nach immer noch minderjährig war.

Dies wusste auch Snape, der schwer atmend hinter seiner Tür stand und darauf lauschte, dass sie endlich die Stufen hinauf stieg. Seinen Zauberstab hielt er fest umklammert und in seinem Schritt war so wenig Platz, dass er glaubte seine Hose würde jeden Moment platzen. Er hatte Hermine vergessen lassen welche Peinlichkeit ihm am Tag zuvor passiert war. Er hatte sie vergessen lassen was soeben in seinem Kerker passiert war - doch eigentlich war definitiv zu wenig passiert - das würde zweifelsohne auch jede FF-Autorin so empfinden, die ihm eine heiße Affäre mit Hermine Granger andichtete - und auch das Ungeheuer zwischen seinen Beinen lehnte sich gegen eine solche Ignoranz seiner Präsenz aufs Heftigste auf. Gedankenverloren rieb er seinen Zauberstab. Dies machte ihn nicht wesentlich ruhiger. Er horchte einen Moment in sich und spürte ein unbändiges Verlangen das nach Erfüllung schrie. Es gab Dinge, bei denen Mann sich zusammenreißen konnte - doch das, was er nun empfand, konnte er unmöglich noch länger aufschieben. Es war ein Naturgesetz - ein Ruf, dem er Folge leisten musste.

Da half nur eins. Kurzentschlossen griff er zum Handy.

Er wählte die Nummer, die er bereits seit langem auswendig kannte.

Eine rauchige Stimme drang an sein Ohr und forderte ihn auf, seine Wünsche zu äußern.

Snape atmete tief ein und aus, ehe er sich soweit beruhigt hatte, dass er der Frau mitteilen konnte, was sie für ihn tun sollte: "Snape hier - ich habe heute spezielle Wünsche", sagte er heiser.

Die Frau lachte wissend: "Ich weiß ja inzwischen, dass Sie besondere Vorlieben haben. Sagen Sie mir welche Sie heute wollen und ich sorge dafür, dass sie so schnell wie möglich zu Ihnen kommt. Sie hören sich heute besonders gierig an, mein Lieber, da kann ich Sie unmöglich zu lange warten lassen, das würde ja schon an Körperverletzung grenzen. Also, welche wünschen Sie?"

Snape überlegte einen Moment und antwortete dann: "Sie soll richtig heiß sein. Exotisch wär nicht schlecht. Mir ist nach einer Üppigen - ich kann heute ganz schön was vertragen. Sie müsste auf jeden Fall härter als die letzte sein - der Boden jedenfalls. Der war mir beim letzten Mal viel zu labbrig. Ich nehme die Nummer zwölf. Mit extra viel Peperoni und Ananas. Aber lassen Sie die Sardellen weg."

Die Frau am anderen Ende der Leitung bestätigte seine Bestellung, dann sagte sie entschuldigend: "Jetzt geben Sie mir bitte nochmal eine Wegbeschreibung. Unsere Pizzaboten vergessen jedesmal wieder wie sie zu Ihnen finden, obwohl wir Sie nun schon so oft beliefert haben - und ich habe Ihre Adresse ehrlichgesagt auch schon wieder verlegt - das ist echt wie verhext."

Snape nannte - wie jedesmal - seine Adresse, beschrieb den Weg und klappte dann das Handy zu, um bis zum Eintreffen der Pizza noch etwas Drängendes...äh...Dringendes zu erledigen, das jetzt hier weiter nichts zur Sache tut.

 

9. Wenn Dinge schief laufen, sollte man nicht auch noch hinterherlaufen

 

Mrs. Norris beäugte den elektrischen Dosenöffner kritisch. Der schien nicht sonderlich kooperativ zu sein. Sie setzte sich davor und legte den Schwanz um ihre Vorderpfoten. Filch schnarchte laut und seine Bettdecke hob und senkte sich im Takt.

Die Katze legte zaghaft eine Pfote auf die Katzenfutterdose. Dann rieb sie ihre Nase an dem Etikett, auf dem einer ihrer Artgenossen abgebildet war. Es würde nichts helfen, sie musste warten, bis ihr Mensch erwachte und sie fütterte - was für ein Leben! Diese grau-gestreifte Katze, die manchmal ebenfalls durch das Schloss schlich, hatte es da wesentlich besser - sie konnte sich bei Bedarf in eine alte Frau verwandeln und sich selbst füttern. Mrs. Norris dagegen würde sich noch gedulden müssen bis sie ihr Futter bekam - und bis sie eine menschliche Gestalt als Lohn für ihre Dienste erhielt. Filch stieß ein lautes nasales Pfeifen aus. Mrs. Norris schüttelte es bei diesem Geräusch. Auch wenn sie es anstrebte ebenfalls ein Geschöpf dieser Gattung zu werden, so war sie bislang immer noch eine Katze und empfand, was alle Katzen empfanden - Menschen waren derart widerlich! Sie stanken. Sie waren laut und unglaublich plump. Wenn sie einem die Hand auf das Fell legten, dann verklebten sie mit ihren schwitzígen Händen die gerade frisch gesäuberten Haare. Aber Filch liebte sie abgöttisch, und es war schließlich ihre Mission auf ihn aufzupassen. Er war ihr nun einmal zugeteilt worden. Dieser Squib, der es einfach nicht akzeptieren wollte, dass er zum Zaubern nicht im Stande war, hielt sie mehr in Atem als ihr lieb sein konnte. Doch sie half ihm so gut es ging und versuchte seinen Ansprüchen gerecht zu werden. Manchmal fragte sie sich, ob der große weise Merlin vielleicht einen Fehler gemacht hatte, weil er eine Katze zu Filch geschickt hatte, denn dieser verlangte Wachhunddienste von ihr - Kontrollgänge auf dem Gang, Täterverfolgung und seit Neuestem musste sie dieses Reinigungsgerät bewachen. Aber sie wollte sich nicht beklagen - wenn ihr Dienst einst abgeleistet wäre und Filch als Geist durch Hogwarts schwebte, dann würde sie selbst endlich die hübsche Frau werden und in dieser Gestalt auf Erden wandeln dürfen, die dieser alte Narr Filch jetzt schon in ihr sah - vielleicht war er ja doch magischer als alle bisher gedacht hatten.

 

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"Du musst deine Monster fusionieren, sonst hast du keine Chance."

"Spiel den blauäugigen weißen Drachen aus."

"Hol Dragon Zombie vom Friedhof, dann kannst du den menschlichen Drachenwurm alle machen."

"Töte ihn, töte ihn jetzt!"

"Gegen meinen schwarzen Magier kommt keiner an!"

Minerva und Sprout hatten Aufsicht in der Großen Halle, in der ein lautstarkes Durcheinander herrschte.

Minerva lächelte ihre Kollegin an: "Schön, dass die Kinder trotz aller Technik noch so gerne Karten spielen." Sprout lächelte zurück und nickte bestätigend. "Ja, toll dieses Yu-Gi, - Oh, was machen denn deine Kontaktanzeigen? Hast du dich schon mit jemandem getroffen?" fragte Sprout neugierig.

Minerva sah sie einen Moment fast beschämt an, doch dann nickte sie verhalten.

Sprouts Augen weiteten sich: "Nein! Wirklich? Erzähl!"

"Ach, war nichts Großes...also, keine riesen Sache...ich meine er war nicht sehr überdurchschnittlich...also, der Mann an und für sich, nicht etwas bestimmtes", während ihres Gestammels war sie tiefrot angelaufen.

Sprout betrachtete sie irritiert: "Wovon sprichst du jetzt eigentlich Minerva? Also war das Treffen nicht so besonders?"

"Nein - wir haben uns nett unterhalten, das war alles."

"Aber was hast du denn noch erwartet? Ist es nicht durchaus üblich, sich beim ersten Date nur nett zu unterhalten?"

Minerva kniff die Lippen zusammen.

"Ja - natürlich", stieß sie dann hervor, "aber da muss doch auch noch etwas anderes sein - etwas das einen gefangen nimmt und nicht wieder los lässt."

Sprout zuckte mit den Schultern: "Wahrscheinlich hast du Recht. Ich hatte schon so lange kein Date mehr", sie seufzte schwer.

Die Gryffindorhauslehrerin wollte nicht auch noch beneidet werden um diesen Klotz, den sie mit ihren eigentlich ungewollten Verehrerbriefen am Bein hatte: "Ach, weißt du - eigentlich will ich jemand ganz anderen - aber er bemerkt mich nicht einmal, obwohl ich ständig in seiner Nähe bin."

Sprout riss erneut die Augen auf bei diesem Geständnis ihrer Kollegin.

"Bei Merlin, du willst etwas von Flitwick?"

Minvera stutzte und schüttelte dann vehement den Kopf: "Flitwick, wieso Flitwick? Nein, ich will nichts von Flitwick!"

"Dann willst du Binns? Der Mann ist schon alt - du solltest ihn nicht überfordern...obwohl...sterben kann er nicht mehr, er ist ja schließlich schon ein Geist - vielleicht hat er sogar eine ungewöhnliche Ausdauer, immerhin wird er Anstrengungen gar nicht mehr so spüren wie ein lebender Mann - aber was spürt er überhaupt noch? Vielleicht will er gar nicht mehr..."

"Ich will nichts von Binns", riss Minerva Sprout aus ihren Gedanken.

"Oho - dann Lupin - Minerva, der ist aber wiederum ziemlich jung für dich!"

"Mag sein - ist aber egal, weil der ist es auch nicht!" langsam wurde McGonagall ungehalten.

Jetzt klappte Sprout der Unterkiefer runter: "Minerva! Du und...ach, das kann ich mir aber auch wirklich gut vorstellen! Ihr seid die perfekte Ergänzung füreinander - warum hast du das denn nicht gleich gesagt?"

McGonagall hatte jetzt ein seliges Lächeln auf dem Gesicht: "Findest du wirklich? Ich glaube auch, dass wir gut zueinander passen. Wir kennen uns jetzt schon so lange und ich sende wirklich viele Signale, aber er merkt es einfach nicht - was soll ich denn nur tun?"

"Ach, du weißt doch wie er ist - da musst du schon mal konkreter werden - Männer können doch schrecklich dumm sein in diesen Dingen. Ihr Zwei wärt wirklich eine Bereicherung füreinander...obwohl du ihm sicher mehr beibringen kannst als er dir."

Minerva sah Sprout leicht lächelnd an: "Das ist ja lieb von dir, dass du das sagst, aber er ist immerhin einer der mächtigsten Zauberer überhaupt - ich denke schon, dass ich noch eine Menge von ihm lernen kann - aber es geht ja auch mehr ums Gefühl, als ums Lernen, nicht wahr?"

"Ja, das müsste er auch von dir lernen - mit Gefühlen hat er es ja nicht gerade - und Benehmen kannst du ihm beibringen."

Minervas Lächeln verschwand schlagartig: "Von wem sprichst du, verdammt!"

Sprout fuhr sich mit den Fingern durch ihr Haar: "Na, von Severus natürlich!"

"Aaaaaahhh...bist du verrückt geworden? Ich meine doch nicht Mr. Ich-bin-so-dunkel-wie-unnahbar. Ich rede doch von Albus!"

"Von Albus? Von Dumbledore? Vom Direktor?"

"Ja, von allen dreien", gab Minerva genervt zurück.

"Aber Minerva - da hast du doch keine Chance. Hast du mal gesehen was er für Zuschriften bekommen hat? Der kann an jedem Finger fünf junge Mädels haben. Nichts gegen dich, aber vielleicht solltest du dich doch lieber mit einem deiner Verehrer anfreunden."

McGonagall ließ den Kopf hängen: "Glaubst du wirklich meine Chancen stehen so schlecht?"

"Ich denke, du solltest ihn ganz direkt darauf ansprechen. Gesteh ihm was du für ihn empfindest, dann weißt du woran du bist. Soll ich ihn vielleicht für dich..."

"Nein! Auf keinen Fall! Das mache ich schon lieber selbst", sagte McGonagall nachdrücklich. Sprout lächelte ihr aufmunternd zu: "Vielleicht solltest du aber bei Severus schon mal üben, dann bist du auf alles vorbereitet - eine Abfuhr von Albus kann schließlich unmöglich schlimmer sein."

 

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Hermine seufzte laut.

Ron drehte sich zu ihr um und schüttelte genervt den Kopf.

Nach wenigen Sekunden seufzte die junge Frau noch lauter.

Ron sah sie ermahnend an.

Der nächste Seufzer war geradezu unanständig in die Länge gezogen.

"Hermine", knirschte er durch die Zähne: "Mach weiter mit dem Trank, sonst verpasst Snape dir noch einen Strafarbeit."

Doch zu spät - die übergroße Fledermaus hatte sich bereits auf den Weg zu seiner auffälligen Schülerin gemacht. Nun beugte er sich bedrohlich über sie und fragte: "Gibt es ein Problem, Miss Granger?"

"Nö."

"Gut!"

Kaum hatte er sich abgewendet seufzte sie erneut.

Er wirbelte zu ihr herum: "Was?"

"Nix."

"Gut!"

Erneut wandte er sich zum Gehen.

"Oooohh!"