2 JAHRE GARANTIE

von Kira






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Kapitel 1 - 6



Eine Parodie auf die unfortschrittliche Welt der Magieund eine Vision darüber, wie die wundersamen Einfälle des Albus Dumbledo

Eine Parodie auf die unfortschrittliche Welt der Magie und eine Vision darüber, wie die wundersamen Einfälle des Albus Dumbledore die Technik in Hogwarts Einzug halten lässt.

 

Kein Pairing (oder doch?), kein Plot, kein Sinn und erst recht kein Verstand - dafür aber eine recht zotige Handlung - ja, tut mir leid - obwohl...ne, eigentlich gar nicht! ;)

 

Also, ihr seid gewarnt!!! :D

 

Eure Kira

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An den von mir verwendeten Personen und Handlungsorten des Harry Potter Universums besitze ich keinerlei Rechte.

Die Geschichte selbst ist jedoch mein Eigentum und darf ohne meine Zustimmung weder verwendet, kopiert, noch übersetzt werden!

Aus gegebenem Anlass weise ich ausdrücklich darauf hin, dass Zuwiderhandlung eine Straftat darstellt!

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Vorgeschichte

 

Die Welt war schlecht - immer eigentlich - aber ganz besonders heute, an diesem Sonntag, Anfang Januar. Draußen war es längst dunkel, obwohl es doch eigentlich eben erst hell geworden war. Und lausig kalt zog es durch die Gänge von Hogwarts, so dass der Direktor mürrisch eine lange Wollunterhose trug, die entsetzlich juckte und gerade mal die Teile seines Körpers richtig wärmte, die eher selten in Benutzung waren. Sein Kopf hingegen war seit dem frühen Morgen im Einsatz und langsam formte sich ein Plan.

Kein genialer, keiner, der eines Zauberers würdig war, schon gar nicht eines so sagenumwobenen wie er es war, aber ein Plan, der einem alten Mann in Zukunft warme Füße bescheren würde, ohne dass ein aufwändiger Wärmezauber von Nöten sei.

oooooooooooooooooooooooooo

 

1. Die Sache kommt ins Rollen

 

"Merkwürdiger alter Kasten."

"Hab das Schloss auch noch nie gesehen, obwohl ich hier in der Gegend oft walken gehe. Könnte schwören, dass hier höchstens eine Ruine stand."

"Eine Ruine? Und wie soll die so schnell renoviert worden sein? Hey John, mach dich nicht lächerlich. Und überhaupt, wieso gehst du walken? Bist wohl nicht ausgelastet genug."

"Meine Frau drängt mich immer dazu - sie sagt, das täte uns gut. Reich mir mal die Hilti rüber."

"Reich mal rüber? Mal eben so, oder wie? Ey, das Teil ist schwer!"

"Maul nicht rum und mach hinne!"

Zwei Minuten später setzte ohrenbetäubender Lärm ein und jegliche Konversation zwischen John und seinem Kollegen erstarb - was auch nicht weiter tragisch war! Insbesondere, weil die Beiden am Ende dieses arbeitsreichen Tages aller ihrer Erinnerungen beraubt wurden, was uns jetzt auch nicht weiter stört, weil wir sie nicht persönlich kennen und wir uns mal nicht künstlich über die schlechte Behandlung von Muggeln aufregen wollen. Allerdings waren die Zwei nur ein Bruchteil der Anzahl von Muggeln, die an diesem Tag in Hogwarts zum Einsatz kamen, und in sofern kann man sich über das Ausmaß der Ungerechtigkeit vielleicht doch aufregen. Beschwerdemails bitte an:

muggelrechte @irgendwodadraußen.uk.

 

 

oooooooooooooooooooooooooooo

 

Staub wirbelte immer noch durch die Luft. Der Teil, der der Erdanziehungskraft nicht mehr widerstehen konnte, bildet eine dicke Schicht auf dem steinigen Boden.

"Das sieht doch schon ganz gut aus."

"Das sieht einfach erschreckend aus, Albus. Bist du dir sicher, dass das eine so gute Idee war?"

Der Direktor schmunzelte: "Wir werden sehen, Minerva. Was tust du gewöhnlich, wenn du aus der Badewanne steigst?"

"Albus - ich muss doch sehr bitten. Ich spreche nicht über so intime Dinge."

Dumbledore sah sie nun äußerst neugierig an und begann zu grinsen: "Soll ich raten?"

"Nein!" herrschte ihn McGonagall an.

Der Direktor wurde wieder ernst: "Ich wollte nur wissen, ob du dich danach sofort ins Bett legst."

McGonagall wurde unangenehm heiß und ihr Gesicht färbte sich rot.

"Ja, ich...nein...warum?"

"Also, was ich wissen will ist Folgendes - Ist dir immer kalt, nachdem du das Bad verlassen hast?"

Die Antwort darauf schien McGonagall nicht allzu gewagt und so gab sie erleichtert Auskunft.

"Ja, das ist es tatsächlich. Deshalb schlüpfe ich immer schnell unter die Decke."

"Dachte ich mir doch! Siehst du, ab heute kannst du nackt durch deine Räume tanzen."

"Albus!"

"Nur wenn du willst natürlich. Jedenfalls wirst du dich wundern, was während der Zeit, in der du heute unterrichtet hast, so alles in deinen Räumen geschehen ist."

Minerva wurde nun leichenblass.

"In meinen Räumen? Du meinst, heute war jemand in meinen Räumen? Ohne meine Erlaubnis?"

Dumbledore wirkte irritiert, dann sagte er verärgert: "Ich habe eigenhändig ein Schreiben an das Schwarze Brett gehangen, das ankündigte, dass heute sämtliche Räume von Bauarbeitern, Installateuren und Fliesenlegern betreten werden - kurz und gut, von Muggeln. Die neue Devise lautet: Hightech und Magie gehen Hand in Hand auf Hogwarts."

"Du meinst, heute waren Muggel in meinen Räumen? Muggel-MÄNNER?"

"Die meisten sind wohl tatsächlich Männer. Obwohl...ich glaube eine Frau war dabei...aber der Unterschied war leider kaum zu sehen", nachdenklich ließ er den Satz ausklingen, ohne zu bemerken dass Minerva einen fast schon panischen Ausdruck zur Schau trug.

"Ich muss sofort in meine Räume", sagte sie und eilte bereits davon.

Dumbledore lief ihr hinterher und sagte gutgelaunt: "Ich komme mit. Ich möchte doch gerne sehen, was du für Augen machst, wenn du den Unterschied siehst - du wirst begeistert sein."

'Begeistert' war nicht unbedingt das richtige Wort. Minerva war, nach dem Betreten ihrer Räume, erst einmal sprachlos. Dann setzte sie sich kraftlos auf ihr Bett - dann stand sie schnell wieder auf, weil sie sich plötzlich wieder bewusst wurde, dass Dumbledore neben ihr stand...der zwar Direktor war, aber letztendlich auch nur ein Mann, der vielleicht seine Selbstbeherrschung verlor, wenn er sie dort auf ihrem Bett sitzen sah. Züchtig zog sie ihre Bluse zurecht, wobei ihr nicht auffiel, dass ihre Nippel sich verhärtet hatten bei dem Gedanken daran, wie Albus sich wild auf sie stürzte sie rücklings auf das Bett drückte, völlig außer Kontrolle und mit wilder Entschlossenheit.

Minervas Blick streifte die Kommode neben ihrem Bett und heftete sich dann eilig auf die Neuerungen in ihren Räumen.

Ein Fernseher thronte gegenüber des Bettes und ein roter Fleck leuchtete in dem ansonsten schwarzen Kasten.

Dumbledore griff nach etwas, das er als Fernbedienung bezeichnete und reichte es an Minerva weiter.

Sie begriff, dass er wollte, dass sie einen der Knöpfe drückte und so tat sie es schließlich.

Der Kasten erwachte in einer Explosion aus Licht und Lärm zum Leben.

Zwei Menschen steckten in dem Gerät, die im Stehen miteinander vögelten. Die Frau stieß kleine spitze Schreie aus, während der Mann sie in schnellem Takt von hinten nahm und ihre Brüste wohl nicht so recht zu fassen bekam, weil er sie über Gebühr knetete und immer erneut zu packen versuchte.

Minerva drückte entsetzt auf den roten Knopf - völlig ignoriend, ob dieser für eine Selbstzerstörung des Gerätes sorgen würde. Albus räusperte sich und sprach dann immer noch mit belegter Stimme: "Nun, das war das Pay-TV, habe ich direkt mitgeordert - wenn schon, denn schon, nicht wahr?"

Die Gryffindor-Hauslehrerin räusperte sich ebenfalls und sagte: "Jetzt sag mir nicht, dass die Schüler in der Lage sind, dies ebenfalls zu sehen."

Sofort schüttelte der Direktor den Kopf: "Nein, Merlin bewahre, mit Pay-TV sind nur die Räume der Lehrer ausgestattet. Hat vielleicht eine entspannende Wirkung auf den ein oder anderen."

Minerva ließ den Blick erneut kurz über ihre Kommode schweifen, ehe sie Dumbledore empört ansah und sagte: "Ich weiß nicht wovon du sprichst, Albus!"

Dumbledore zog kurz die Augenbrauen zusammen, schenkte Minerva ein ironisches Lächeln und sagte dann, während er zu der Kommode ging: "Nein - natürlich nicht. Du bist schließlich eine hochanständige..." Er zog die Schublade auf und griff mit beiden Händen in ihre Unterwäsche.

"ALBUS! WAG DICH NICHT..." Doch es war schon zu spät, triumphierend holte der Direktor einen künstlichen Penis von enormen Ausmaß aus der Schublade und hielt das Gummiteil dicht vor die interessierten Augen.

"Eindeutig über Durchschnitt!" stellte er dann fest.

Minerva riss ihm den Dildo mit einem mörderischen Blick aus der Hand. Dumbledore wies darauf und sagte liebenswürdig: "Da wir jetzt auf dem neusten Stand sind...was Technik angeht...möchte ich dich darauf hinweisen, dass es die Dinger auch mit Batteriebetrieb gibt. Sehr praktisch...könnte ich mir vorstellen."

"Du sollst dir gar nichts vorstellen - hörst du! Raus hier!"

"Aber wir waren doch noch gar nicht im Badezimmer", wandte Dumbledore ein und ließ sich nicht davon abhalten es auch sofort zu betreten.

Minerva warf den Gummipenis auf ihr Bett - war ja jetzt ohnehin schon egal.

Dann folgte sie Dumbledore ins Bad.

"Meine Güte", entfuhr es ihr.

"Ich habe doch gesagt, du wirst begeistert sein. Das ist die Extra-Ausstattung für die Lehrerräume: Whirlpool. Beheizte Handtuchhalter. Saunakabine. Und...zieh mal deine Schuhe aus!"

Minerva versuchte ihrer Sittsamkeit wieder ein wenig zu Glanz zu verhelfen: "Aber Albus, das geht doch nicht!"

"Ich hab ja nicht gesagt, du sollst mir dein Spielzeug vorführen - ich sagte doch nur, du sollst mal die Schuhe ausziehen."

Minerva tat es schließlich mit einem ergebenen Seufzen.

"Oh", sagte sie dann.

Dumbledore nickte wissend: "Fußbodenheizung", erwiderte er, und das Wort klang fast magisch.

"Das ist wirklich...wundervoll, Albus."

Der Direktor lächelte zufrieden und verließ dann wieder das Bad. "Schön, dass es dir gefällt. Den Rest kannst du nun gerne selbst entdecken." Bevor er sich an der Tür verabschiedete, warf er noch einen Blick auf das Utensil auf dem Bett.

"Wirklich sehr überdurchschnittlich," sagte er schließlich und verschwand mit schnalzender Zunge nach draußen.

 

2. Luxus für alle

 

Ohne in den Genuss einer Führung durch den Direktor zu kommen, betrat Severus Snape an diesem Abend seine Räume und dachte fast, der Schlag müsse ihn treffen.

Das konnte nur ein schrecklicher Albtraum sein. Die Bude war brüllend heiß und grauenhaft hell. Von der Decke leuchteten Strahler, die jeden Winkel des Raumes in eine Flut aus Licht tauchten. Spinnweben glitzerten in den Ecken, als seien sie zur Deko dort aufgehangen worden - die Bewohner derselbigen hatten sich anscheinend in dunkle Ritzen verkrochen, denn dem gleißenden Licht hatten ihre Facettenaugen nichts Gutes abzugewinnen. Snape übrigens auch nicht - so löschte er es, indem er den Schalter neben der Tür betätigte. Kaum bewegte er sich, ging es jedoch sofort wieder an und so gab er es nach dem dritten Versuch entnervt auf. Den Fernseher ignorierte er ebenfalls völlig und sah sich statt dessen einen Turm aus Kunststoff und Metall an, den er, dank der Bedienungsanleitung als Hifi-Anlage erkannte. Dumbledore hatte scheinbar weder Kosten noch Mühen gescheut, denn auch ein Computer befand sich auf seinem Arbeitstisch. Das Teil interessierte ihn schon mehr. Er schaltete ihn ein und sah, wie merkwürdige Kauderwelschwörter auf dem Bildschirm erschienen, bevor schließlich Ruhe in das Bild einkehrte und er demutsvoll mit "Administrator" angesprochen wurde.

Von da an war ihm die Kiste schwer sympathisch und er verbrachte die halbe Nacht damit, ihr Befehle zu erteilen. Als er endlich gelernt hatte online zu gehen, gab er aus purer Neugierde seinen eigenen Namen in das Feld ein, in dem der Cursor so willig blinkte. Das Ergebnis verursachte bei ihm erst unendlichen Schrecken und schließlich ein diabolisches Vergnügen, all die unzüchtigen Gedanken zu lesen, die eine riesige Anzahl Userinnen über ihn hegten. Als er sah, dass ihm nur noch drei Stunden Schlaf blieben, schaltete er die Kiste aus und ließ sich auf sein Bett fallen. Das verdammte Licht war immer noch an. Er nahm einen seiner Schuhe und warf nach dem Schalter. Das Licht erlosch und er schlief auf der Stelle ein.

 

ooooooooooooooooooooooo

 

"Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Kollegen - wie inzwischen sicher auch der Letzte von euch gemerkt hat, haben wir ab sofort Strom in Hogwarts. Ach, was sage ich Strom...wir sind jetzt technisch auf einem Stand, wie es wohl keine Wünsche offen lässt. Sollte jemand noch eine Anregung haben, so möge er sich bitte bei mir melden. Jedoch möchte ich nun erst einmal auf einige Dinge hinweisen. So sind die Getränkeautomaten nur durch Muggelgeld in Betrieb zu setzen. Wer versucht Knuts dort einzuwerfen und die Geräte somit funktionsuntüchtig macht, der wird den Zorn seiner Mitmenschen in Kauf nehmen müssen - denkt also daran! In der Bibliothek wurde eigens eine Wechselstube eingerichtet, die von Madam Pince geleitet wird. Mr. Filch ist nun im Besitz eines fahrbaren Reinigungsgerätes - das Teil fährt bis zu 20 Stundenkilometer, geht also schleunigst aus dem Weg, wenn er sich euch nähert! Die Kartentelefone stehen ebenfalls ab sofort zur Verfügung und auch dafür könnt ihr bei Madam Pince Guthaben in verschiedenen Höhen erwerben - jedoch wird noch jedem Bewohner von Hogwarts ein Handy ausgehändigt, mit einem Startguthaben das reichen sollte, um über die nächsten Tage zu kommen - danach hat jeder selbst für seine Kosten aufzukommen. Die Überwachungskameras sind alle aktiv und es braucht mir niemand mit Recht auf Privatspähre zu kommen - die Kameras sind nur auf den Gängen und in der Großen Halle angebracht und niemand muss Bedenken haben, dass er in den eigenen vier Wänden den neugierigen Blicken von fremden Personen ausgesetzt ist." Sein Augenmerk lag jetzt auf Minerva, die wie aufs Stichwort heftigst errötete.

"Die meisten Privaträume wurden mit Lampen ausgestattet, die per Bewegungsmelder geschaltet sind. Wer also bereits eine schlaflose Nacht wegen der Festbeleuchtung in seinem Schlafzimmer verbracht hat, sollte die Bedienungsanleitung endlich einmal lesen, die gleich neben der Tür hängt. Desweiteren möchte ich noch erwähnen, dass die Fernseher auszuschalten sind, sobald Bettgehzeit ist - das gilt natürlich für die Schüler. Den Lehrern möchte ich sagen, dass sie bitte bedenken mögen, dass die Pflicht nicht vernachlässigt werden darf, nur weil jetzt gewisse Dinge die Aufmerksamkeit erhöht auf sich ziehen könnten."

Dumbledore sah mahnend in die Runde.

"Was für 'gewisse Dinge'?" ließ sich Professor Binns vernehmen, der der einzige war, der kein eigenes Domizil hatte und daher auch nicht in den Genuss der Extra-Ausstattungen kam.

Snape sah den Geist mürrisch an und erwiderte dann: "Ich denke er meint den Computer."

Worauf Madam Pomfrey sich einschaltete: "Vielleicht spricht er auch von der Minibar."

Professor Trelawney fügte hinzu: "Oder von dem begehbaren Kleiderschrank."

Schließlich sagte Lupin mit wölfischer Stimme: "Ich glaube eher, er meint den Pornokanal."

"Den was?" ließ sich Snape jetzt ungläubig vernehmen.

Lupin lächelte über die Tatsache, dass der arrogante Snape noch gar nicht festgestellt hatte, was für neue Möglichkeiten sich ihnen bot.

"Alles schon freigeschaltet", sagte Lupin bedeutsam, "Gestern haben es vier Krankenschwestern mit ihren Patienten getrieben. Die waren so scharf, dass sie sogar über einen Typen hergefallen sind, bei dem alles eingegipst war - nur das Teil, das sie so dringend brauchten, bot noch freien Zugang...heute kommt die Wiederholung - ich glaube um 22.30 Uhr."

"Nein", ließ sich Poppy vernehmen, "die Wiederholung der 'Krankenschwestern in vielen Stellungen' kommt erst um 23.30 Uhr. Vorher kommt noch '1000 und 1 Tier in mir'.

Lupin schlug sich die Hand vor die Stirn: "Ach ja, wie konnte ich das nur vergessen?" Dann sangen er und die Krankenschwester gemeinsam den Slogan der Sendung: "1000 und 1 Tier in mir - komm her zu mir, dann mach ich's dir."

Snape schüttelte den Kopf und knurrte dann: "Spielst du da etwa die Hauptrolle - Werwolf?"

"Würdest du dich dann auch um eine Rolle bemühen, damit du in den Genuss kommst mal richtig genommen zu werden? Animalisch, Severus - ich wette da stehst du drauf."

"Halt deine Schnauze, du wandelnder Bettvorleger - für mehr reicht es bei dir doch ohnehin nicht."

Dumbledore unterbrach unwirsch das Gespräch der beiden Lehrer und zischte: "Wenn ihr euch zankt, dann bestell ich das Pay-TV wieder ab - ist das klar?"
Snape hielt jetzt lieber den Mund, denn er wollte den Pornokanal nicht schon wieder verlieren, bevor er überhaupt ein einziges mal in dessen Genuss gekommen war. Außerdem erntete er allein für diese Androhung die er verursacht hatte, einen wütenden Blick von Poppy.Die Krankenschwester schien sich allzulange die Nacht, mit den neuen Bildungskanälen um die Ohren geschlagen zu haben, und würde wohl sobald sie die Große Halle verlassen konnte die erste sein, die ein Bett in ihrem Krankensaal belegte um etwas Schlaf nachzuholen.

Auch Madam Hooch sah so aus, als könne sie es kaum erwarten, dass das Frühstück endlich beendet war. Sie rutschte unruhig auf ihrem Stuhl hin und her und schien darauf zu brennen, endlich einen ihrer Besen zwischen die Beine zu bekommen.

Die Schüler tuschelten derweil wild durcheinander. Einige schienen völlig in Aufruhr versetzt, wegen der kleinen Geräte, die jetzt wie von Zauberhand vor ihren Tellern erschienen. Sofort war die Luft erfüllt von sonderbaren Klängen. Gameboys und Handys tönten mit kleinen tragbaren Fernsehern um die Wette.

Dumbledore sah dem Treiben eine Weile mit feuchten Augen zu, als sich Professor Flitwick neben ihm zu Wort meldete: "Ich hätte auch gerne einen Gameboy - wenn es sich irgendwie machen lässt."

Der Direktor seufzte als er die Blicke der anderen Lehrer sah: "Na gut, aber nur die Gameboys - ihr habt schon genug Sondervergütungen in euren Räumen - hat eigentlich schon jemand von euch den Internetzugang ausprobiert?"
Snape hob zögerlich wie ein Schüler die Hand.

Doch er war nicht der einzige, auch Trelawney hob ihre ringbeschwerte Hand und funkelte hinter ihrer dickglasigen Brille, dann sagte sie verträumt: "Es ist fantastisch! Kaum war ich ein Teil der Aura des unendlichen Raumes, schon tat sich wundersames...magisch und von unermesslichem Reichtum...ich entdeckte eine Kristallgoogle in diesem Kasten, die mir hilft all das zu finden, wonach ich schon so lange strebe."

"Sie meint die Suchmaschine", ließ sich Hermine Granger vernehmen, die soeben an den Lehrertisch getreten war.

Dann fügte sie erklärend hinzu: "Ich bin Muggelgeboren, schon vergessen?"

Snape zumindest hatte das durchaus nicht vergessen. Der Grund dafür war jedoch nicht etwa, weil er sie so abgrundtief deswegen gehasst hätte, sondern weil er sich die Nacht zuvor nicht von einer sogenannten Fanfiction lösen konnte, in der sie zu ihm sagte: "Aber Sir - ich bin eine Muggelabstämmige, nie, niemals werden Sie sich mit mir vereinigen wollen - ich weiß es und mein Herz ist zutiefst betrübt deswegen. Denn nur Sie sind in der Lage meine Jungfräulichkeit zu nehmen und dies zu einem Erlebnis werden zu lassen, an das ich mich mit wallender Erregung erinnern werde, statt, wie es so oft der Fall ist, von einem unerfahrenen Jüngling defloriert zu werden, der zu früh einen Samenerguss bekommt und nichts weiter als eine klebrige Sauerei in mir hinterlässt."

Snape fühlte sich ein wenig sonderbar, dass das Mädchen, das in Gedanken einiger verrückter Weiber immer wieder in verschiedenen Stellungen von ihm genommen werden wollte, nun Leibhaftig vor ihm stand und nichts von diesen Geschichten wusste. Vielleicht konnte man ihr die ein oder andere zukommen lassen, sozusagen um sich ein wenig auf den richtigen Weg zu schubsen.

Doch im Moment sah sie ihn nicht einmal an. Ihr Interesse galt dem Direktor.

"Sir, verstehen Sie mich bitte nicht falsch, aber ich frage mich, ob es so eine gute Entscheidung war, diese ganzen technischen Dinge hier einzuführen. Ich meine...jahrelang kamen wir ohne elektrisches Licht aus und nun...nun haben wir jeden Schnickschnack den es gibt. Wir können zaubern! Warum steht jetzt auf jedem Haustisch alle paar Meter ein Toaster? Bisher wurden die Speisen auf die Tische gezaubert und alles war gut. Die Hälfte der Schüler sitzt jetzt mit MP3 Playern beim Essen. Man kann gar nicht mehr miteinander reden."

Dumbledore sah Hermine einen Moment sinnend an, dann streckte er ihr ein Handy entgegen: "Sie wollen reden? In Ordnung, rufen Sie mich einfach an und sprechen Sie auf meine Mailbox - jederzeit."

 

3. Das Chaos nimmt seinen Lauf

 

Das Programm war äußerst anregend gewesen. Snape hatte nicht nur die beiden favorisierten Sendungen seiner Kollegen gesehen, sondern auch die weitaus düsterere und härtere Sendung "Der Teufel treibt's am allerbesten."

Nun war er völlig ausgepumpt und bereit für einen erholsamen Schlaf, als plötzlich sein Handy klingelte.

Wütend drückte er den Knopf mit dem grünen Hörer und knurrte unleidlich hinein.

Eine schluchzende Stimme drang aus dem Gerät: "Ich fühle mich gar nicht mehr wohl hier. Ich weiß überhaupt nicht, warum das alle so toll finden. Wir sind doch Zauberer! Ich will Magie lernen, nicht wie man telefoniert, Dad."

Einen Moment stutzte Snape - er kannte die Stimme nur zu gut. Mit kaltem Ton antwortete er: "Vielleicht sollten Sie doch erst einmal lernen wie man telefoniert, Miss Granger!"

Stille am anderen Ende - dann ein vorsichtiges: "Professor Snape?"

"Ja - Miss Heulsuse", gab er ungerührt zurück.

"Ich...verdammt...ich habe die Sprachwahl benutzt und ich sagte 'Mum und Dad', nicht 'Professor Snape'.

"Dann scheinen sie vielleicht einen Termin bei einem Logopäden vereinbaren zu müssen, Miss Granger."

Hermine stutzte: "Sir - Sie wissen was ein Logopäde ist....ich meine, woher...das ist doch ein Muggelberuf."

Snape schnaubte über seine eigene Blödheit. Dann entschied er, der jungen Frau die Wahrheit um die Ohren zu knallen. In den Fanfictions führte das scheinbar immer dazu, dass sie kurz darauf mit ihm ins Bett ging - und auch wenn er gerade einen Masturbationsmarathon hinter sich hatte, so war gegen einen zusätzlichen Nahkampf durchaus nichts einzuwenden.

"Ich bin selbst ein Halbblut, Miss Granger. Und im Alter von sechs Jahren musste ich zu einem Logopäden, weil ich immer nur sehr leise und zischend sprach."

Hermine war über diese Informationen völlig verwundert, doch brachte sie es fertig zu stammeln: "Aber so sprechen Sie doch noch heute, Sir."

"Ja - das mag stimmen", erwiderte er gedankenverloren.

"Ich finde das sehr sexy", sagte sie plötzlich schüchtern.

'Oh, bei Merlin - es wirkt - die verrückten FF-Weiber haben recht. Sie liegt mir zu Füßen. Möchte mich haben, hier und jetzt', schoss es ihm durch den Kopf.

"Wollen Sie meine Stimme in Natura hören? Meine Tür steht Ihnen offen - ziehen Sie etwas Schwarzes an - mit möglichst wenig dran - vielleicht nur Unterwäsche und Ihren Umhang."

Erneut Stille am anderen Ende der Leitung. Snape ging erwartungsvoll zur Tür - vielleicht stand sie schon davor - wozu sonst hatten sie schließlich Handys?

"SIE PERVERSES DRECKIGES SCHWEIN! WISSEN SIE NICHT, DASS ES AUCH IN DER ZAUBERERWELT EIN GESETZ ZUM SCHUTZE MINDERJÄHRIGER GIBT."

Das war jetzt irgendwie falsch gelaufen. Snape drückte die Taste mit dem roten Hörer, legte sich aufs Bett und verfluchte jede FF-Autorin für jede einzelne Zeile und jede einzelne Sexszene, die je über ihn und diese Gryffindorgöre geschrieben worden war.

 

ooooooooooooooooooooooooooo

 

Das Surren kam näher und näher. Ron merkte es zu spät. Der Sound seines MP3 Players hatte ihn unaufmerksam für seine Umgebung gemacht.

Der Schmerz holte ihn allerdings sofort und mit voller Macht zurück.

"SCHEIßE!"

"Ich muss hier saubermachen, beweg deinen Arsch schleunigst weg, Rothaar!", schrie Filch ihn an.

Doch Ron war nicht in der Lage zu laufen. Er spürte seine Beine nicht mehr.

Harry stand direkt daneben, konnte sich jedoch nur schwer auf die Situation seines Freundes konzentrieren. Er war damit beschäftigt, ein kleines buntes Männchen auf seinem Gameboy eine Felswand erklimmen zu lassen - nicht auszudenken, was passiert wäre, wäre es gestürzt. "Harry, hol bitte Madam Pomfrey", wimmerte Ron nun. Harry wies für eine Sekunde - die er seine linke Hand entbehren konnte - in Richtung Notrufknopf gegenüber an der Wand. Sich nur mit den Armen vorwärtsziehend robbte Ron dorthin und schlug mit ausgestrecktem Arm auf den roten Knopf. Wenige Augenblicke später kam Poppy den langen Gang hinuntergehastet, neben ihr schwebte ein Beatmungsgerät, von dem sie unmöglich geglaubt haben konnte, es wirklich zu benötigen, sondern sie vermutlich vielmehr damit angeben wollte, über welchen Standard die medizinische Abteilung inzwischen verfügte.

"Weasley - wo liegt das Problem?"

Ron ächzte: "Ich kann meine Beine nicht mehr bewegen."

Poppy sah auf die nutzlosen Gliedmaßen und schüttelte dann kurz den Kopf, als quäle sie eine besonders schwierige Entscheidung.

"Ich könnte erstmal einen Rollstuhl holen - dann könnten wir gemeinsam in die neue Röntgenabteilung gehen und ein paar nette Bilder machen - nebenbei könnten wir das EKG-Gerät testen und vielleicht den Ultraschall..."

"POPPY - bitte!" winselte Ron.

Die Krankenschwester zuckte mit den Schultern, zog ihren Zauberstab und sagte: "Na gut, dann eben nicht", schwenkte ihren Stab kurz über Rons Beinen und fügte dann an: "Mach jetzt, dass du in deine Klasse kommst - und nimm Potter mit." Dann drehte sie sich um, erbost über so wenig Kooperationsbereitschaft ihrer magieverwöhnten Patienten.

Ron, heilfroh seine Beine wieder normal benutzen zu können, griff nach Harrys Arm und entging nur knapp dessen Kinnhaken. "Verdammt - jetzt hab ich mein letztes Leben verloren!" kreischte der ihn wütend an.

"Dein letztes Leben verloren?" fragte Ron bedauernd nach, Harry nickte empört.

"Da fällt mir was ein", sagte Ron jetzt nachdenklich.

"Was?" murrte Harry unleidlich.

"Voldemort."

"Voldemort", entgegnete Harry abfällig.

"Ja. Der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf" erläuterte Ron.

Harry verzog spöttisch die Mundwinkel: "Kein Wunder, dass der Kerl Probleme mit seinem Namen hat. Der hat nicht einmal eine eigene E-mail-Adresse! Kein Telefon! Kein Fax! Ganz zu schweigen von einer eigenen Homepage. Und ich wette mit dir - der hat nicht einmal den Führerschein! Toller Anführer! Der Kerl ist ein Witz!"

"Okay Harry - aber er hat dunkle Magie - vergiss das nicht!"

Harry zuckte uninteressiert mit den Schultern, dann deutete er auf die schwarzgekleidete Gestalt, die auf dem Weg in die Kerker war. "Der da auch - und der macht mir mehr Sorgen, denn der hat nicht nur dunkle Magie, sondern jetzt auch einen Internet-Anschluss."

"Scheiße!" entfuhr es Ron abermals, "wir haben Zaubertränke und stehen hier immer noch rum. Los jetzt Harry, sonst reißt die alte Fledermaus uns den Kopf ab."

Doch die beiden hatten Glück, denn Dumbledore stürmte plötzlich hinter Snape her und rief: "Severus - warte mal, ich muss dir was erzählen!"

Der Meister der Zaubertränke blieb mit mörderischem Gesicht stehen: "Was?" knurrte er, während er sich zu dem alten Mann umdrehte.

Dann riss er die Augen weit auf und stieß einen erstaunlich spitzen Schrei aus, für einen Mann, der noch im Besitz seiner Hoden war.

"Albus? Bei meiner schwarzen, verlorenen Seele - wie zum Henker siehst du denn aus?"

Der Direktor lächelte sein Gegenüber einnehmend an.

"Gefällt es dir?"

"Nein! Scheiße! Nein."

Das Lächeln des Direktors wurde nur um so breiter.

"Jetzt ist er ab - der Bart! Hat mich schon lange geärgert, aber ich hatte keine Lust, jeden Morgen erst einen Zauber sprechen zu müssen, um die lästigen Gesichtshaare zu entfernen - und Nassrasieren ist leider nichts für mich, weil ich Pickel vom Rasierschaum bekomme. Aber jetzt kann ich mich endlich elektrisch rasieren. Ich habe so ein Teil, das sich selbst reinigt - den Rasierapparat steckt man einfach in das Gerät, dann brummt es so schön, und der Rest passiert von selbst."

Dumbledore griff jetzt nach Snapes Hand und rieb sie an seinem Kinn entlang: "Fühl mal - glatt wie ein Androidenpopo!"

Snape riss angewidert seine Hand zurück und sah den alten Mann immer noch ungläubig an. Dieser grinste erneut und erklärte dann: "t'schuldige - den Spruch habe ich aus einem Star Trek Film. Du weißt doch, was ein Androide ist, oder Severus?"

Der Zaubertrankmeister wischte seine Hand am Umhang ab: "Nein, weiß ich nicht - aber wenn du es gut findest, dann wird es schon nichts Gutes sein!"

Aber auch heute schaffte Snape es nicht, das dämliche Grinsen aus dem - nun bartlosen - Gesicht des Direktors zu fegen.

 

Harry und Ron hatten sich derweil an den beiden vorbei geschlichen und stolperten nun fast die Treppe hinunter, als sie sich umwandten, um den Direktor genauer unter die Lupe zu nehmen.

"Krass!" ließ sich Harry vernehmen.

"Oberkrass!" stimmte Ron ihm zu.

Dumbledore schenkte den beiden ein Lächeln und sagte mit einer angedeuteten Verbeugung: "Danke, die Herren."

Snape schnaubte wütend: "Potter, Wesley - Nachsitzen, Freitag Abend, Kerker - Regenwürmer entgräten!"

"Aber....aber, Sir", ließ sich Harry vernehmen, "Regenwürmer haben doch gar keine Gräten."

"Na, dann wird es wohl verdammt lange dauern bis Sie fertig sind, Potter - besser Sie nehmen sich nichts mehr für Freitagabend vor, denn ich werde Sie erst gehen lassen, wenn Sie einen großen Kessel mit Regenwurmgräten gefüllt haben - und, wenn Ihnen dies nicht gelingen sollte, lasse ich Sie erst gehen, wenn Sie solange auf Knien vor mir gekrochen sind, dass ich Blut sehe."

Harry sah nun hilfesuchend zum Direktor: "Bitte - das ist ungerecht - und sadistisch - und zudem noch völlig unfair!"

Dumbledore machte eine unwirsche Geste mit der Hand, als wolle er eine Fliege verscheuchen: "Potter, reichen Sie eine Beschwerde ein. Hier ist eine Karte mit meiner E-mail-Adresse. Sobald 5000 Beschwerden innerhalb einer Woche eingegangen sind, werde ich Professor Snape der Schule verweisen."

"Aber - so viele Schüler sind wir nicht - woher soll ich so schnell 5000 Beschwerden bekommen?"

Snape zog einen Mundwinkel in die Höhe: "Tja, Ihr Pech!" sagte er schadenfroh.

"Scheißkerl", murmelte Harry leise.

"Gleichfalls", gab Snape ungerührt zurück.

Ron schickte dem Zaubertrankmeister einen wütenden Blick und zog dann Harry mit sich, der jetzt von mal zu mal lauter rief: "Scheißkerl, Scheißkerl! SCHEIßKERL, SCHEIßKERL!"

Snape ließ sich zu einem: "Selber, Selber! SELBER, SELBER!" hinreißen, bevor er sich an den Direktor wandte, nachdem Harry und Ron endlich im Klassenraum verschwunden waren.

"Albus - ich muss zum Unterricht. Was wolltest du mir denn nun erzählen?"

Der alte Mann lächelte ihn freudig an, was Snape mit zusammengekniffenen Augen quittierte, denn für seinen Geschmack sah man jetzt viel zu viel Mimik im Gesicht des Direktors.

"Severus - findest du nicht auch, dass ich jetzt viel jünger aussehe?"

Snape schüttelte den Kopf: "Ja" sagte er .

"Meinst du, ich bin schon zu alt für eine romantische Beziehung?"

Snape nickte heftig: "Nein" sagte er.

"Siehst du, daher habe ich vor, eine Bekanntschaftsanzeige zu schalten. Im Tagespropheten, in der Hexenwoche, im Klitterer, in der Apothekenrundschau, in der Bäckerblume und in der Bild. Hilfst du mir beim Aufsetzen des Textes? Außerdem möchte ich mich bei einigen Singlebörsen im Internet anmelden. Wann hast du denn Zeit für mich - wir müssen das alles ganz genau besprechen." Snape macht eine vage Geste mit der Hand: "Morgen - nächste Woche, oder lieber doch erst nächstes Jahr, Albus - ach nein, da kann ich ja leider gar nicht - vielleicht im nächsten Leben."

Der Direktor grübelte einen Moment und Snape glaubte schon, er habe es kapiert, als dieser plötzlich gut gelaunt sagte: "So lange kann ich wohl nicht warten, Severus. Komm nach dem Abendessen in mein Büro - ich hab auch noch Bier da."

Der Zaubertrankmeister schüttelte angewidert den Kopf. Bier? Alle Welt schien sich einig zu sein, dass er Wein- oder Whiskeytrinker war - und diese Menschen kannten ihn nicht einmal, hielten ihn aber offensichtlich für so gediegen - und jetzt redete Dumbledore von Bier!

"Nein Albus - ich möchte kein Bier - du solltest wissen, dass ich keinen Alkohol mehr trinke seit..."

Den Rest verschluckte er lieber und gab sich gleich darauf sehr eilig - was ja auch den Tatsachen entsprach, weil er bereits im Klassenraum erwartet wurde - naja, nicht direkt erwartet...erfürchtet traf es wohl eher.

Dumbledore stand immer noch da, als die Klassentür hinter Snape ins Schloss fiel.

Im Weggehen äffte er ihn schließlich nach: "Du solltest wissen, dass ich keinen Alkohol mehr trinke seit ich damals im Vollrausch den Lehrervertrag an dieser Schule unterschrieb."

Zufrieden darüber, dass sich alles so gut entwickelt hatte, ging Dumbledore beschwingt den Gang hinunter. Bei seinen Wasserspeiern angekommen, gab er ihnen neue Anweisungen, wie sie mit seinen Besuchern zu verfahren hätten. Statt eines Passwortes wollte er jetzt ein anderes System einführen. Er fiel dafür in eine Art Singsang: "APPLE, WORD und DOS - ist einer hoch zu Ross - ACCESS, JAVA, EXCEL - so sorgt für einen Wechsel - WINDOWS, LINUX und auch ROUTER, seht zu, dass er wird ein Guter, - SERVER, MAIL, DOMAIN, PHP, und ist er dennoch bös, so sagt ihm: Geh! - Doch ist er gut, und ihr kennt ihn auch schon - so gebt ihm einen Gratis-Klingelton."

Die steinernen Figuren waren ausnahmsweise einmal sehr froh darüber aus Stein zu sein, denn so konnte der Direktor nicht sehen, dass sie insgeheim spöttisch die Fratzen verzogen.

Dumbledore aber ließ sich von der Treppe in sein Büro befördern und war guter Dinge.

Er war gerade dabei, mit seiner Digitalkamera per Selbstauslöser ein paar vorteilhafte Fotos von sich zu schießen, als die Wasserspeier einen Besucher meldeten.

Albus hatte sich gerade in Pose geworfen, als Minerva sein Büro betrat und dabei ihr Handy schnell in den Umhang steckte, scheinbar sehr zufrieden mit dem darauf neu gespeicherten Sound.

"Oh - Verzeihung", stammelte sie dann, als sie den Direktor mit eingezogenem Bauch und stolzgeschwellter Brust auf seiner Schreibtischkante sitzen sah.

"Komm nur rein - kein Grund sich zu entschuldigen. Ich mache nur ein paar Fotos."

Minerva kam jetzt zögerlich in das Büro.

"Fotos? Kann ich dir vielleicht irgendwie helfen?"

Dumbledore winkte ab: "Das ist lieb von dir - aber ich habe schon mit Severus gesprochen - er wird mir helfen eine Kontaktanzeige für mich aufzusetzen."

Die Gryffindorhauslehrerin sah ihn entsetzt an: "Eine Kontaktanzeige? Du meinst, um Frauen kennen zu lernen?"

Der Direktor strich sich über den Bart, der gar nicht mehr da war - was Minerva vor lauter Aufregung noch gar nicht aufgefallen war.

"Frauen - ja - so dachte ich es mir...warum fragst du...glaubst du, dass auch der ein oder andere Mann vielleicht..."

"NEIN!" fiel McGonagall ihm jetzt energisch ins Wort. "Auf keinen Fall!" bekräftigte sie dann abermals.

Dumbledore schien enttäuscht: "Warum denn nicht? Was haben andere Männer, was ich nicht habe?"

Minerva kam nicht mehr so ganz mit, was Albus jetzt eigentlich von ihr wollte, als sie durch die Frage aufmerksam gemacht plötzlich bemerkte: "Bart - Albus - Bart - wo?"

"Weg - Minerva - weg - warum?" gab er zurück und zwinkerte dann belustigt mit einem Auge.

So viele Worte lagen ihr auf der Zunge, die sie sich nur in Gedanken getraute zu formulieren: 'Weil er dich einfach göttlich männlich machte' 'Weil ich mir immer vorstellte, wie er über meinen nackten Körper streicht' 'Weil ich dich in meinen wilden Sexfantasien damit an mein Bett fessle.' Nein! All dies sprach sie nicht aus!

"Weil's ungewohnt ist, dich ohne Bart zu sehen."

"Ah so."

Er sah sie eingehend an.

'Scheiße - Legilimetik', dachte Minerva, doch der Direktor schien ganz anderes zu tun zu haben, als in die Gedanken seiner wuschigen Kollegin einzudringen - dabei hätte sie ein wenig eindringen seinerseits alles andere als übel gefunden.

"Minerva - ich muss noch einige Entwürfe machen, die ich Severus heute Abend präsentieren kann - was wolltest du denn bei mir?"

Die stellvertretende Direktorin war nun etwas von der Rolle, weil sie irgendwo in ihren erotischen Fantasien versumpft war. Schließlich sagte sie voller Inbrunst: "Du brauchst keine Kontaktanzeige - und...wieso soll dir eigentlich ausgerechnet Severus dabei helfen?"

Nun wurde Dumbledore sehr ernst.

"Weil ich ihm vertraue!"

"Häh?"

"Ich vertraue Severus Snape!"

Minerva schüttelte den Kopf. Ob sie wohl jemals einen berechtigten Grund finden würde, warum Albus diese Worte benutzt hatte?

"Aber ein Mann wie du...du brauchst doch keine Kontaktanzeige - dir liegen die Frauen doch auch so zu Füßen", sagte Minerva errötend.

Der Direktor blickte zu Boden. "Ich sehe aber keine", gab er dann knapp zurück.

Für einen Moment spielte Minerva mit dem Gedanken sich zwischen die Füße ihres Angebeteten zu werfen, doch Dumbledore fuchtelte plötzlich mit der Hand Richtung Tür.

"Du musst jetzt leider gehen, Minerva - ich muss jetzt wirklich anfangen mich um die Anzeige zu kümmern. Du weißt doch wie Severus ist - wenn ich nicht fertig bin wenn er kommt, dann wird er mich glatt noch dazu verdonnern seinen Kerker von Hand zu putzen!" Damit schob er McGonagall aus seinem Büro.

4. Anzeige - Ausleihe - Autorenwillkür

 

Filch blies auch das letzte Staubkorn von seiner fahrbaren Reinigungsmaschine und deckte das geparkte Gerät dann mit einem großen Tuch zu.

Dann sah er zu Mrs. Norris, die ihn mit großen Katzenaugen erwartungsvoll ansah.

"Fertig mit der Arbeit - komm, jetzt machen wir es uns gemütlich", sagte der Hausmeister erschreckend gut gelaunt.

Die Katze folgte ihm mit erhobenem Schwanz, als Filch plötzlich wie angewurzelt stehenblieb.

"Aber was ist wenn jemand..." er sah auf das zugedeckte Fahrzeug und fuhr sich dann grübelnd am Kinn entlang.

"Das wäre wirklich eine Katastrophe, wenn sich jemand unerlaubterweise die Maschine unter den Nagel reißen würde...und bei den widerwärtigen Kröten an dieser Schule kann man nie wissen - ganz zu schweigen von den hinterhältigen Lehrern..." er sah Mrs. Norris nun so treuherzig an, wie er es seit seinen Babyjahren wohl nicht mehr zu Stande bekommen hatte.

Die Katze seufzte, drehte sich dann um und tippelte mit gesenktem Kopf zu dem Gerät. Mit einem Satz sprang sie hinauf und kringelte sich schließlich darauf zusammen.

"Danke Süße - und kratz jedem die Augen aus, der sich auch nur auf drei Meter nähert."

Völlig beruhigt ging der Hausmeister nun in seine Wohnräume und gönnte sich erst einmal ein Fußbad nach dem anstrengenden Tag.

 

Snape hätte sich auch gerne etwas gegönnt - ein Fußbad, eine Fußmassage, eine Ganzkörpermassage, eine willige Frau, oder auch zwei, oder auch drei...aber er musste ja zu Dumbledore und ohnehin war keine willige Frau in Reichweite. Die waren doch alle nur Buchstaben auf meist weißem Grund.

Dennoch hätte er sich heute gerne noch ein paar dieser äußerst anregenden Geschichten durchgelesen - statt dessen stand er jetzt vor den Wasserspeiern, die ihn partout nicht durchlassen wollten.

"Geh!" bekam er immer wieder zu hören.

Genervt fuhr er die leblosen Kreaturen an: "Würde ich ja gerne tun! Sehr gerne sogar! Aber der Direktor erwartet mich - also lasst mich schon durch, ihr hirnlosen Drecksklumpen."

Die Speier sahen sich kopfschüttelnd an: "Der kriegt nie 'nen Gratis-Klingelton", sagten dann beide im Chor und schüttelten betrübt ihr Haupt.

Grübelnd sah Snape auf die Figuren.

"Lasst ihr mich jetzt durch, oder was?" raunzte er schließlich.

"Nur wenn du lieb wirst!" sagte der eine beleidigt.

"Und zwar sehr lieb!", ergänzte der andere.

Snape spürte eine unendliche Wut in sich aufsteigen: "Albus, du Idiot - wenn du willst, dass ich zu dir komme, dann solltest du es mir auch nicht unmöglich machen.......lieb werden...lieb werden.....dann sieh doch zu, wer dir bei deiner Kontaktanzeige hilft. Wie sollte ich wohl lieb werden können?"

Die Wasserspeier fühlten sich offensichtlich angesprochen und gaben nun hilfreiche Tipps.

"Vielleicht schöne Gedichte schreiben."

"Oder öfter mal Blumen verschenken."

"Oder Schüler loben."

"Oder eine Lokalrunde schmeißen."

"Oder einer Oma über die Straße helfen."

"Oder Harry Potter zum Eis einladen."

"Oder Hermine Granger zum Eis einladen", hatte der rechte Wasserspeier gerade ausgesprochen, als sich ein diabolisches Grinsen auf dem Gesicht des Zaubertrankmeisters abzeichnete.

"Gut - das könnte ich vielleicht über mich bringen."

Die beiden steinernen Wesen nickten zufrieden.

"Und welchen Klingelton bekomme ich jetzt?" fragte Severus seinerseits sehr zufrieden.

Die Wasserspeier sahen sich einen Moment gegenseitig an, dann sagten sie wiederum im Chor: "Biene Maja".

"Scheiße", murmelte Snape nun schon nicht mehr ganz so erfreut - doch vielleicht würde es wenigstens mit dem Date mit Granger klappen. Es konnte doch nicht so schwer sein ein junges Mädchen zum Eis essen zu überreden - mitten im Winter vielleicht etwas schwieriger als sonst - aber er liebte Herausforderungen!

 

Die Herausforderung, die Albus ihm stellte war jedoch nur schwer zu ertragen.

"Warum soll ich 'Herr in gehobenem Alter' schreiben? Und wieso soll ich sagen, ich wäre ein wenig 'unkonventionell'?" fragte der vorwurfsvoll.

Snape versuchte es mit der Wahrheit: "Weil es die Wahrheit ist, Albus."

Albus versuchte es mit der Mitleidstour: "Jetzt hab mal ein wenig Mitleid, Severus. Sei doch mal nicht so gemein zu einem Mann im gehobenen Alter - und bemüh' dich doch mal ein wenig unkonventionell zu sein."

Snape schnaubte: "Dann schreib halt: Gediegener Herr im besten Mannesalter sucht Partnerin für geistvolle Gespräche über Kunst, Kultur und Neue Medien. Internetanbindung wäre vorteilhaft, ist jedoch nicht Voraussetzung. Zuschriften mit beweglichem Bild bitte an...wie auch immer."

"Das klingt gut!" freute sich Dumbledore. "Ich wusste doch, dass ich dir vertrauen kann!"

"Schön! Kann ich dann gehen?"

"Was hältst du von 'führender Position?" fragte Albus Severus Frage ignorierend.

"Hm?"

"Ich könnte doch schreiben: Gediegener Herr im besten Mannesalter und in führender Position."

"Ja - toll - ganz toll - kann ich jetzt gehen?"

Albus schien ihn immer noch nicht gehört zu haben, doch plötzlich wurde das Grübeln des alten Mannes unterbrochen.

 

...und diese Biene, die ich meine nennt sich Majaaaa......

 

Schnell holte Snape sein Handy hervor und drückte auf die nächstbeste Taste, worauf es verstummte.

Zögerlich hielt er es ans Ohr und bellte: "Hier Snape - wer da?"

Nach einem Lauschen brüllte er in den Hörer: "Nein - ich will keinen neuen Handy-Vertrag!" Dann suchte er mit fahrigen Fingern die rote Taste und drückte mit Nachdruck darauf, so als könne er damit auch in Zukunft solche Telefonanrufe unterbinden.

"Wirklich origineller Klingelton", ließ sich der Direktor vernehmen.

"Ja, ganz toll! Was ist jetzt Albus - sind wir fertig?"

"Fertig - ja, ich denke schon. Ich maile dir dann mal meinen Entwurf, wenn ich fertig bin."

"Tu das, Albus", sagte Snape gut gelaunt, weil er nun endlich die Räume des Direktors verlassen durfte.

Die Wasserspeier strafte er mit einem mörderischen Blick, bevor er sich auf den Weg in die Große Halle machte.

Das Abendessen war zwar schon beendet, aber vielleicht fand er noch einen Elfen beim Aufräumen vor und konnte ihm befehlen, ihm umgehend eine extra große Portion Schokolade zu bringen. Er tat dies öfter und hatte jedem Hauselfen bei Todesstrafe verboten, es jemals zu erzählen.

Als er nun die Halle betrat, fand er keinen einzigen Hauselfen vor.

Dafür saß ein brünettes Mädchen an einem der langen Haustische und schlief. Er schlich sich näher. Hermine Grangers Kopf lag auf einem aufgeschlagenen Buch auf der Tischplatte und ihre Haare ergossen sich darüber wie fließende Seide.

Snape hielt den Atem an. Er sah sie lange an. Dann wanderte sein Blick zu ihrem Ausschnitt. Aus dem Mädchen war beinahe schon eine Frau geworden. Leises Murmeln kam über ihre Lippen, während sie scheinbar sehr rege träumte.

"Ja", stieß sie leise hervor, "Ja, mehr!"

Snape spitzte die Ohren.

"Oh - bitte."

Er beugte sich näher zu ihr hinunter.

"Das ist so...gut!" Ihm war wohl unwillentlich ein Stöhnen entwichen, denn sie schreckte plötzlich hoch und knallte gegen seine Nase.

Snape hielt seine Hand davor und sah Sterne.

Ehe er wieder klar sehen konnte bellte er in ihre Richtung: "Eis essen! Morgen Abend! Acht Uhr in meinem Kerker! Seien Sie pünktlich!"

Dann wandte er sich schnell um und ging mit riesigen Schritten aus der Halle.

Als er im Kerker seine lädierte Nase bewunderte, fühlte er sich gleich viel besser. Er hatte es geschafft - er hatte ein Date mit Granger! Zur Feier des Tages, und zur Vorbereitung des nächsten, würde er sogar die Sonnenbank ausprobieren, die am selben Vormittag geliefert worden war.

 

oooooooooooooooooooooooooooooo

 

Im Gegensatz zum gestrigen Abend war die Große Halle nun gut gefüllt.

Die Haustische waren voll besetzt und auch der Lehrertisch wies heute keinen einzigen freien Platz auf. Die Luft war erfüllt von Hausgeistern - Peeves war in den Besitz eines Beamers gelangt und projizierte nun von sich selbst und seinen Geisterkollegen Bilder an jede freie Stelle des Raumes.

Als es Zeit für die Posteulen wurde, trudelte ein einzelner Waldkauz zwischen den Reflexionen der Geister hindurch, um dann unsicher auf dem Tisch vor einem Zweitklässler zu landen, der eilig nach dem Bein des Tieres griff: "Endlich - meine neue Druckerpatrone". Die Eule riss den Schnabel auf, um ihre Belohnung mit Nachdruck zu fordern. Der Zweitklässler zuckte kurz mit den Schultern: "Tut mir leid...ec-Karte nimmst du wohl nicht, oder?" Der Waldkauz erhob sich mit empörtem Gekrächze in die Luft und hinterließ sein letztes, inzwischen verdautes Mahl, auf dem Kopf des Jungen. Ron hatte das Geschehen beobachtet und begann zu lachen.

"Was ist los?" fragte Harry, die Augen auf seinen Gameboy gerichtet.

"Da war gerade eine Eule, die..."

"Scheiße!"

"Wenn du es gesehen hast, warum soll ich es dir dann erzählen?" fragte Ron perplex, bevor er bemerkte, dass Harry wieder einmal von seinem Spiel gesprochen hatte.

"Scheiße! Scheiße! Scheiße!"

Ron seufzte und überließ Harry wieder seiner Spielsucht.

Sein Blick wanderte zum Lehrertisch.

Dumbledore zeigte gerade Minerva einen Katalog und merkwürdigerweise lief die alte Frau äußerst rot an. Poppy war gerade dabei, den Inhalt einer flachen Flasche in ihren Kaffee zu gießen.

Madam Hooch hatte die Lippen zu einer dünnen Linie zusammengepresst und kippelte ungeduldig auf ihrem Stuhl. Sprout hatte ein eigenartiges Röllchen aus einer ihrer neuen Pflanzensorten gewickelt und zündete sie gerade an, um dann den Rauch zu inhalieren. Trelawney sah mit ihren neuen Kontaktlinsen zwinkernd in den Rauch und begann dann hysterisch zu lachen. Nur einer lachte nicht und verhielt sich auch sonst so ziemlich wie früher. Snape.

Naja, wenn man davon absah, dass er Sonnenbrand auf der Nase hatte, was sie nun noch mächtiger hervorstechen ließ.

"Mensch - guck dir bloß den Zinken von dem Mann an", murmelte Ron Hermine zu.

Diese sah kurz in Snapes Richtung und murmelte dann zurück: "Ja - Wahnsinnsteil".

Ron, der froh darüber war, dass endlich wieder mal jemand mit ihm sprach, wollte das Gespräch gerne in Gang halten.

"Glaubst du es ist wahr?"
"Was?" fragte Hermine irritiert nach.

"Na, das mit dem Sprichwort..." Ron tippte sich jetzt kurz auf die eigene Nase und deutete dann unmissverständlich zwischen seine Beine, "das mit der Größe der Nase und...."

"RON! Ich hab schon kapiert, was du meinst!" unterbrach ihn Hermine sofort und wollte offensichtlich, dass er damit auf der Stelle aufhörte.

Doch dann legte sie den Kopf schief und betrachtete Snape.

Dieser rieb abwesend über seine Nasenspitze.

Schnell sah Hermine weg.

Ron grinste als er förmlich sah, wie Hermine einen Vergleich zog, der sich geradezu aufdrängte.

"Kannst du an nichts anderes als Schweinkram denken?" fuhr sie ihn wütend an.

"Hey, ich bin ein Teenager. Meine Hormone spielen verrückt. Und ich habe gestern mitbekommen, wie Dumbledore einen Beate Uhse Katalog geschickt bekommen hat, den er gerade McGonagall zeigt...nein, Hermine - ich kann definitiv an nichts anderes denken."

"Du bist widerlich!" ließ sich Hermine vernehmen und sah in eine andere Richtung.

"t'schuldige..." sagte Ron schließlich kleinlaut, "...ich versuch mich zusammen zu reißen...wie wäre es heute Abend mit einer platonischen Partie Zauberschach?"

"Ich denke du hast seit neuestem einen Schachcomputer", sagte Hermine ausweichend.

"Hab ich auch, aber wir haben schon lange kein Zauberschach mehr gespielt - also, heute Abend?"

Hermine senkte den Kopf: "Nein, geht nicht - da hab ich schon was vor."

Ron schnaubte enttäuscht. Als plötzlich eine Stimme hinter ihnen erklang: "Miss Granger - denken Sie daran - acht Uhr - pünktlich!"

Snapes rote Nase glühte förmlich vor ihren Augen. Er fuhr sich erneut darüber, bevor er mit wehendem Umhang den Raum verließ.

Hermines Gesicht war nun so rot wie Snapes Nase.

"Kannst du mir mal sagen was hier läuft?" fragte Ron empört.

"Nichts! Gar nichts!" fauchte Hermine. Dann fügte sie so schnell, dass er sie kaum verstand, hinzu: "Ich hab 'ne Strafarbeit...oder so was...muss mit Snape Eis essen."

Ron kniff die Augen zusammen.

"Dann pass bloß auf, dass er seine Nase bei sich behält."

 

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"Weiber! Die werden sich wohl auch in den nächsten Jahrhunderten völlig überzogen benehmen", murmelte Professor Binns, als er über die Wiese vor dem Schloss schwebte.

Normalerweise verließ der Geist nicht oft das Gebäude, denn die Welt da draußen war so schrecklich wirklich, während die Welt im Schloss fast einer Phantasiewelt glich. Manchmal hatte er das Gefühl, er lebe in einer Filmkulisse - zumindest zog er diesen Vergleich, seit er einmal bei Flitwick zu einem Fernsehabend eingeladen gewesen war.

Er dachte gerne und oft an diesen Film zurück - naja, eigentlich waren es drei Filme gewesen, die sie alle hintereinander gesehen hatten, und nachdem er schließlich bei Flitwick auf der Couch eingeschlafen war, hatte er wohl zum Besten gegeben, wie laut ein Geist schnarchen kann - seitdem war er nicht mehr eingeladen worden. So ließ er die Geschichte um den jungen Mann - der viel zu große Füße hatte, die zudem noch geradezu unanständig behaart waren - immer wieder Revue passieren.

Und gerade jetzt, wo er die Lehrerin beobachtete, wünschte er sich fast genau so einen Ring herbei, wie ihn der junge Mann im Film besessen hatte, denn so hätte er die Möglichkeit gehabt, vollkommen unsichtbar zu werden, statt nur durchscheinend, wie es nun einmal seine Natur war.

Dieses verrückte Weibsbild kämpfte dort mit ihrem Besen, obwohl ihm schien, dass das Fluggerät doch gar nicht so bockig war. Madam Hooch jedoch wippte wie wild auf dem hölzernen Besenstiel und beschimpfte ihn dazu auch noch.

"Du bist so ein Schlimmer! So ein böser, böser...ah...ganz schrecklich böser....uaaaahhhh!"

Vor lauter Wut hatte sie nun die Augen geschlossen und ihr ganzer Körper schien auf dem dünnen Holzstiel zu beben. Professor Binns machte, dass er dort wegkam, bevor sie ihn bemerkte und vermutlich von ihm verlangte, ihr bei der Erziehung ihres Besens zu helfen.

Er schwebte zurück ins Schloss und ließ sich schließlich in der Bibliothek nieder, um sich die Bücher zu dem Film vorzunehmen, der, wie er inzwischen wusste, auf der Romanvorlage eines gewissen Tolkien basierte. Die Bücher gab es wohl schon bei weitem länger als die Filme, doch in der Hogwartschen Bibliothek waren sie ganz neu, da man vor Einführung der Technisierung auch nur wenig Wert auf Muggelliteratur gelegt hatte.

So jedoch hatte wenigstens der wohnraumloseBinns auch einige wenige Vorteile des neuen Ethos der Schule.

 

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In der Bibliothek war die Hölle los.

Eine riesige Schlange hatte sich vor Madam Pince' Schreibtisch gebildet. Die Bibliothekarin starrte auf ihren Flachbildmonitor und sagte dann reichlich genervt: "So, der nächste!"

Nur kurz darauf hörte man sie laut stöhnen: "Nein Potter! Zum Hundertstenmale - ich kann keine Goldbarren in Zahlung nehmen. Wenn Sie Ihr Guthaben schon wieder aufgebraucht haben, dann zahlen Sie mit Galleonen, Sickel oder von mir aus auch mit einer Tüte Knuts - aber nicht mit einem Goldbarren, der so viel Wert ist wie halb Hogwarts."

"Ist doch egal", ließ sich Harry vernehmen: "Mein Handy-Akku ist leer. Aber ich muss dringend telefonieren, weil ich den Rekord im Super Mario Game gebrochen habe. Ich hab den High-Score geknackt! Das muss die Welt erfahren - vielleicht werde ich ja berühmt! Geben Sie mir einfach eine Telefonkarte und behalten Sie den Rest", damit schob er ihr den Goldbarren nachdrücklich zu. Madam Pince überlegte für den Bruchteil einer Sekunde, griff dann nach dem Barren und reichte gleichzeitig mit der anderen Hand Harry eine Telefonkarte.

Als der junge Schüler davongestürmt war, sah Madam Pince erneut genervt zu ihrem nächsten Kunden auf.

"Professer Lupin - wie ich Ihnen bereits gestern sagte, ist der Bildband "Shaven Kittens" an Professor Flitwick ausgeliehen - er hat ihn auch noch nicht zurückgebracht!"

Lupin drehte sich auf dem Absatz um und maulte: "Och Manno!"

Madam Pince rieb sich kurz die Stirn, als drei Schüler gleichzeitig riefen: "Wir wollen Mangas, wir wollen Mangas, wir wollen Mangas..." Nachdem der Rest der Schlange in den Sprechchor eingestimmt hatten, erhob sich Madam Pince langsam von ihrem Stuhl, stellte sich auf ihren Schreibtisch, kickte den Monitor vom Tisch und nutzte die erschreckte Stille nach dem Aufprall des Bildschirms, um über die Köpfe der Anwesenden in die Bibliothek zu rufen: "Ich kündige!"

Lupin, der gerade durch die automatische Schiebetür treten wollte, drehte sich erneut zu Madam Pince und sagte leise knurrend: "Sie können nicht kündigen - Ihre Stelle hier ist gar nicht wichtig genug, als dass sie sie kündigen könnten."

Madam Pince verzog den Mund zu einer dünnen Linie, sah Lupin an und keifte dann: "War ja klar - den großen Auftritt einer Kündigung haben nur Sie verdient, nicht wahr? Warum sind Sie überhaupt wieder hier, Lupin?"

Lupin zuckte die Schultern, dann sagte er vertraulich - über die Köpfe der manga-fordernden, und jetzt andächtig lauschenden Masse an Schülern hinweg - "Das könnte daran liegen, dass die Autorin dieser Geschichte ein Gmork ist - also gewissermaßen mit mir verwand."

Die Bibliothekarin verzog angewidert den Mund: "Elendes Werwolfs-Pack!"

Worauf nicht nur Lupin verärgert die Bibliothek verließ, sondern auch Kira Madam Pince - die sie bisher eigentlich ganz gern mochte, und ihr deshalb sogar einen Goldbarren zukommen ließ - einfach aus dieser Geschichte strich.

 

 

5. Eis essen und andere gefährliche Dinge

 

Hermines Hände zitterten, als sie sie schließlich zur Faust ballte und damit gegen Snapes Kerkertür klopfte.

Sie hatte kaum einmal das Holz berührt, als die Tür schon mit einem Schwung geöffnet wurde.

Snape stand da und sah sie durchdringend an.

"Miss Granger - wie schön, dass Sie meiner Einladung nachgekommen sind."

Hermine fiel der Unterkiefer runter. "Einladung?" stammelte sie verwirrt. Er nickte lediglich.

"Aber ich dachte, dies sei eine Strafarbeit."

"Strafarbeit?"

"Ja, weil ich doch unwillentlich Bekanntschaft mit Ihrer Nase gemacht habe."

"Mit meiner...Nase?" Eigenartigerweise ging nun der Blick des Tränkemeisters unwillkürlich in Richtung Schritt."Männer - denken immer nur an das eine!" fuhr sie ihn an.

Dann wurde Hermine knallrot, als sie erkannte, dass er gar nicht zu seinem Schritt geschaut hatte, sondern lediglich den Kopf gesenkt hatte, um besser mit beiden Augen seine Nase fixieren zu können - was jetzt ohnehin egal war, weil er genau erkannt hatte, was sie gedacht hatte, woran er gedacht hätte, wovon er gedacht hätte, dass sie niemals an so etwas denken würde und sie nun eindeutig nicht länger darüber nachdenken wollte, dass sie nun eben doch daran gedacht hatte.

"Egal - ich kann ja wieder gehen", sagte sie beherzt nach der ganzen Denkerei.

"Und wer soll dann das ganze Eis essen?"

"Na Sie!" sagte Hermine und wandte sich um.

Sie war schon fast bis zur Treppe gegangen, als er leise raunte: "Ich habe Schokoladeneis."

Sofort wandte Hermine sich um, ging zielstrebig auf ihn zu, schob ihn zur Seite und trat in seine Räume: "Warum haben Sie das denn nicht gleich gesagt!"

Mit dem Grinsen eines Haifisches verschloss er die Tür hinter seinem Rücken und sah sich seine Schülerin genau an.

"Wo ist das Eis?" fragte sie auch sogleich.

"Wollen Sie sich nicht erst meine Räume ansehen? Schließlich waren Sie noch nie hier, und eine Menge Bücher habe ich auch."

"Später vielleicht - jetzt will ich erstmal das von Ihnen bekommen, wofür ich hergekommen bin."

Snape seufzte vol