Sequel 2
zu „Eine Runde Flaschendrehen"
Anmerkungen
der Autorin: Alle Figuren und Orte gehören JKR. Es hat sich seit dem letzten
Mal leider nichts geändert, JKR hat mir nicht die Rechte an ihren Figuren
geschenkt und ich verdiene immer noch kein Geld mit meinem Geschreibsel.
Dies
hier ist der zweiten Teil des Sequels zu „Eine Runde Flaschendrehen" aus der
Sicht von Severus. Mal schauen, wie er diese Nacht empfunden hat, die alles
verändern sollte…
*zwinker*
Disclaimer:
Wie erlebt Severus Snape die Nacht nach der Runde Flaschendrehen, bei der
einiges anders verlaufen ist, als erwartet?
*************************************
Erzählt von Severus Snape:
Was
hatte ich nur getan? Ich hatte einen Mann geküsst und dazu auch noch Remus
Lupin. War ich nun völlig verrückt geworden? Scheinbar musste es so sein, denn
die neugierigen, aber auch geschockten Blicke meiner werten Kollegen ließen
keinen anderen Schluss zu. Ich war wirklich verrückt!
Natürlich
war das Spiel danach eine völlige Katastrophe geworden! Keiner konnte sich mehr
wirklich auf die Flasche konzentrieren, alle starrten sie nur noch Remus und
mich an. Super! Es gab ja auch nichts anderes mehr zu tun. Pah.
Ich war
mehr als froh, nachdem sie sich endlich alle, außer Albus und Minerva, verabschiedet
und gegangen waren, das Ganze war mir doch ziemlich unangenehm, obgleich ich es
nicht bereute, Remus' Kuss erwidert zu haben. Es war einfach wunderbar und fühlte
sich so richtig an, dass ich meine Lippen nur unter großer Anstrengung von ihm
lösen konnte, doch genug war genug und ich wollte mir wenigstens einen
Bruchteil meines Images bewahren, auch, wenn ich nicht wusste, ob dieser
Bruchteil überhaupt noch vorhanden war. Schrecklich.
Die
ganze Zeit über konnte ich meinen Blick einfach nicht von Remus lassen, es war
wie ein Zwang, immer wieder in seine bernsteinfarbenen Augen blicken zu müssen.
In dieses wundervolle Gesicht, das mich mit so viel Zärtlichkeit ansah, wie ich
es noch nie in meinem Leben erlebt hatte.
Mitten
in meinen Gedanken schlug ich mich selbst. Was dachte ich mir da eigentlich für
einen Schwachsinn zusammen?
Albus
und Minerva erhoben sich und machten Anstalten, den Raum zu verlassen. Wollten
die mich jetzt etwa auch noch mit meinem werten Kollegen alleine lassen? Das
konnten die doch nicht machen!
Die
Augen des Direktors funkelten verheißungsvoll in meine Richtung und auch
Minerva konnte es nicht lassen, mir freundlich lächelnd zuzuzwinkern. Was
wollten die bloß alle von mir?
„Wir
sehen uns dann morgen früh ihr Zwei. Macht nicht mehr zu lange und schlaft
gut."
Ich gab
es auf. Den Beiden war wirklich nicht zu helfen. Bei den Worten „schlaft gut"
hatte Albus Minerva zugezwinkert, die wissend genickt hatte. Mit einem
schnellen Seitenblick auf Remus war mir klar, dass er ihr eigenartiges
Verhalten ebenfalls bemerkt hatte und ziemlich rot im Gesicht wurde. OK, das
konnte doch eine ganz interessante Nacht werden! Hatte er seinen Kuss wirklich so
gemeint? War das alles Realität oder nur ein böser Traum, aus dem ich gleich
erwachen würde? Obwohl… dieser Traum, wenn es denn einer sein sollte, war alles
andere als böse!
Ein
leichtes Lächeln stahl sich auf meine Lippen, während die Tür hinter Albus und
Minerva ins Schloss gefallen war. Nun gab es nur noch Remus, das Kaminfeuer und
mich. Na dann hieß es wohl abwarten, was er tun würde. Ich hoffte doch schwer,
dass Remus etwas unternehmen würde, sonst säßen wir wirklich in einer
verzwickten Lage…
Ich versank
wieder in meine eigenen Gedanken. Das orange-rötlich knisternde Kaminfeuer war
nicht gerade hilfreich dabei die Initiative zu ergreifen, doch schon bald wurde
mir klar, dass wir locker noch die ganze Nacht hier so verbringen würden, wenn
nicht bald etwas geschah.
Eine
Stimme tief in meinem Inneren rief, ich solle endlich etwas unternehmen und
diesen Augenblick nicht einfach so verstreichen lassen, doch ich konnte nicht.
Was, wenn ich Remus in den Arm nehmen würde und er es als Scherz enttarnte?
Wenn er mich auslachte und plötzlich alle meine Kollegen durch die Tür gestürmt
kamen? Laut lachend, weil ich, der meist gefürchtete Lehrer in ganz Hogwarts,
auf diesen Trick herein gefallen war?
Nein,
ich konnte nicht den ersten Schritt wagen. Zu oft war ich in der Vergangenheit
enttäuscht und verraten worden. Zu oft hatte man mit mir seine Spielchen
gespielt, ich würde nicht noch einmal auf so etwas herein fallen!
Eine
plötzliche Bewegung an meiner Wange riss mich aus den Gedanken. Ich schaute zur
Seite und bemerkte, dass Remus neben mich getreten war und mir mit seinem
Finger langsam und zärtlich die Wange hinunterfuhr. Seine Augen funkelten und
ein leichtes, unsicheres Lächeln zierte seine Lippen. Konnte es wirklich wahr
sein? Konnte Remus Lupin mich, Severus Snape, wirklich… lieben?
Ich
wollte an diese Liebe glauben! Wollte es so sehr. Ich wollte Remus vertrauen,
sicher in seinen Armen liegen und wissen, dass alles wahr war. Das er mich
wirklich liebte.
Immer
noch ein wenig unsicher lächelte ich zurück, wartend, wie er reagieren würde.
Das
Funkeln in Remus' Augen wurde noch intensiver, sein Blick verschleierte sich
ein wenig und ich fürchtete schon, er würde sich umdrehen und gehen, doch
stattdessen setzte er sich auf meinen Schoß. Auf MEINEN Schoß!
Ich spürte,
wie mein Herz zu schlagen begann. Das erste Mal spürte ich mein Herz. Es lebte.
Es war noch nicht erfroren, unfähig, zu schlagen. Ich spürte es sowie eine
angenehme Wärme, die sich in meinem Körper ausbreitete. Remus fuhr mit seinem
Finger sanft die Konturen meines Gesichtes nach. Es fühlte sich so gut an. Nie
wieder wollte ich dieses Gefühl von Wärme verlieren, nie wieder diese Kälte in
meinem Herzen spüren! Ich zog ihn an mich, während Remus' Augen mich verliebt
anblickten. Seine Stirn ruhte leicht auf meiner, endlich waren wir vereint.
Endlich war zusammen, was zusammen gehörte, denn daran hatte ich keine Zweifel.
Diese Gefühle für Remus konnten nicht erste heute Nacht entstanden sein, ich
trug sie schon lange mit mir herum, hatte sie verschlossen unter dem dunklen
Eis in meinem Inneren. Hatte diese Gefühle verdrängt, immer mehr.
Nun war
es an der Zeit, diese Gedanken zu verdrängen, denn sie verdarben nur die sanfte
Schönheit dieser Nacht. Nachdem Remus seinen Kopf wieder eine wenig nach hinten
gelegt hatte und mich fragend, aber auch sehnsüchtig anblickte, konnte ich
nicht anders, als meine Lippen auf seine zu legen. Dieser Kuss war noch viel
besser als unser erster! Er war so zögerlich zuerst, doch dann wurde er
intensiver, blieb aber sanft und leicht wie ein kühler Windhauch im Herbst.
Wir
lagen uns stumm in den Armen, denn Worte waren nicht nötig. Remus und ich waren
zusammen, das war alles, was zählte. Ich hielt ihn immer noch fest, während ich
mit der anderen Hand durch sein braun-blondes Haar fuhr. Es war so weich…
Ich
musste es ihm sagen, jetzt oder nie! Ich wollte nicht, dass diese Nacht einfach
so vorüber ging. Sie war viel zu schön, um sie nun schon wieder zu verlieren
und ich wusste was nötig war, um diese Nacht, dieses Gefühl von unbeschreiblichem
Glück zu halten.
„Remus?"
Meine Stimme war sanft, doch hatte sie nichts von ihrer fesselnden Dunkelheit
verloren. Remus blickte zu mir auf. Seine Augen funkelten und seine Lippen
zierte ein leichtes Lächeln. „Ja, Severus?" Ich verlor mich für einen
Augenblick in diesen bernsteinfarbenen Augen, bevor ich flüsterte: „Ich liebe
dich!"
Das
Grinsen auf Remus' Gesicht wurde noch breiter, das Funkeln seiner Augen noch
intensiver. Er nahm mich in eine zärtliche Umarmung, als seine Stimme leise
flüsterte, als fürchte er, mit zu lauten Worten den Augenblick zu zerstören:
„Ich liebe dich auch, Severus. Ich habe dich schon immer geliebt!"
Ich
hatte seine letzten Worte kaum verstanden. Wie eine Flutwelle waren diese vier
Worte auf mich eingeschlagen, hatten mich mit sich gerissen und fortgespült. „Ich liebe dich auch!" In diesem Moment
wurde mir das erste Mal bewusst, dass das Leben auch schön sein konnte, dass
man glücklich sein konnte. Und ich war glücklich, glücklich wie noch niemals
zuvor!
Das
dunkle Schlagen der Wanduhr sagte mir, dass es nun fünf Uhr am Morgen sein
musste. Die Nacht war also noch nicht vorbei! Perfekt.
„Wir
sollten doch langsam in unsere Räume gehen, denke ich." Ich hatte eigentlich
gedacht, Remus wüsste, wie ich diese Worte gemeint hatte, doch seinem
geschockten und panischen Gesichtsausdruck nach zu schließen hatte er sie
völlig falsch verstanden. Als ich über diese Erkenntnis lächeln musste, stahl
sich auch noch leichte Wut in sein Gesicht und ich beeilte mich, die Situation
zu klären. Diese Nacht durfte nicht wegen eines solchen Missverständnisses
enden!
„Ich
meinte doch nicht, dass wir jeweils in unsere Räume gehen sollten! Ich wollte
damit nur sagen, dass es langsam Zeit wird, den Raum zu wechseln. Ich für meinen Teil bin nicht scharf darauf, in wenigen
Stunden von Sprout oder Trelawney hier im Lehrerzimmer erwischt zu werden."
Sofort kehrte das sanfte Lächeln und das Funkeln in seinen Augen zurück, ja,
Remus wurde sogar ein wenig rot im Gesicht. Wahrscheinlich schämte er sich dafür,
mich so falsch verstanden zu haben. Dieser Mann war doch einfach unglaublich!
Als er
sich auch noch dazu entschied, in seine Räume zu gehen, da diese näher waren,
konnte ich nicht anders und musste lauthals lachen. Wann hatte ich das letzte
Mal so gelacht? Ich konnte mich schon gar nicht mehr daran erinnern und auch
Remus schaute im ersten Augenblick ein wenig geschockt, doch dann lächelte auch
er.
Ich
erhob mich langsam aus dem Sessel, meinen Liebsten immer noch in den Armen.
Ohne groß darüber nachzudenken hob ich ihn hoch und ging mit Remus Richtung
Tür. Zuerst schien er nicht auf meinen Armen bleiben zu wollten, doch ich
überredete ihn schnell, dass es mir nichts ausmachte ihn zu tragen, und
sichtlich zufrieden mit seiner Position ließ er sich noch mehr in meine Arme
sinken. Ich schloss mit einer schnellen Handbewegung die Tür hinter uns und
zusammen machten wir uns auf den Weg durch die dunklen Gänge zu Remus' Räumen.
Das
erste Mal in meinem Leben sah ich die Dunkelheit nicht, sondern nur das Licht
tief in meinem Herzen, denn ich hatte endlich gefunden, wonach ich so lange
gesucht hatte. Die Liebe.
~*~*~
So, nun
ist aber endgültig Schluss ~g~. Eigentlich sollte diese Geschichte ja nur bei
einem Kapitel bleiben, doch Nici hatte mich so lieb um ein Sequel gebeten und
da ich in dem ersten Sequel keinen Wechsel zwischen Remus' und Severus' Sicht
machen wollte, musste noch ein weiteres Kapitel her ~es endlich geschafft hat~.
Das war
dann nun das endgültige Ende von „Eine Runde Flaschendrehen"!
Ich hoffe,
es gefällt euch und freue mich wie immer auf eure Reviews.
~sich
verneigt und die Bühne verlässt~