Sequel 1 zu „Eine
Runde Flaschendrehen"
Anmerkungen der
Autorin: Alle Figuren und Orte gehören JKR. Ich verdiene nichts (mit Ausnahme
ein paar Reviews *lieb schaut*) an dieser Geschichte und sie dient alleine der
Unterhaltung.
Auf Wunsch von Nici
versuche ich mich hier an einem Sequel zu der Kurzgeschichte „Eine Runde
Flaschendrehen", die ich ihr als Wichtelgeschenk geschrieben habe. Leider kann
ich nicht sagen, ob mir dieses Sequel gelungen ist oder nicht, dass müsstet
dann ihr machen *smile*.
Disclaimer: Severus
Snape und Remus Lupin haben eine Pflichtaufgabe beim „Flaschendrehen"
erfüllt…was passiert nun weiter?
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Erzählt von Remus Lupin:
Unsicher saßen wir
noch immer im Lehrerzimmer. Die große Wanduhr hatte bereits geschlagen und uns
damit gezeigt, dass es mittlerweile schon nach vier Uhr am Morgen war. Die
meisten Lehrer hatten sich aufgepackt und waren in ihre Räume gegangen, um
wenigstens noch etwas Schlaf zu bekommen. Morgen war Samstag und daher musste
keiner von uns unterrichten, doch es war ein anstrengender Abend und eine
anstrengende Nacht gewesen und viele waren müde.
Nach Severus' und
meiner kleinen Kussaktion beim Flaschedrehen wollte das Spiel nicht mehr so
ganz funktionieren und die neugierigen, verwunderten Blicke, die danach auf dem
Meister der Zaubertränke und mir gelegen hatten, waren alles andere als
beruhigend gewesen. Ja, ich hatte Severus Snape geküsst. Und? Wo lag, verdammt
noch mal, das Problem? Es hatte mir, wenn ich ehrlich war, sogar sehr gut
gefallen und ich hätte nichts lieber gemacht, als Severus in meinen Armen zu
halten und immer weiter zu küssen.
Innerlich schüttelte
es mich vor Lachen, wenn ich an den Gesichtsausdruck vieler meiner Kollegen
dachte, den sie wahrscheinlich auf dem Gesicht gehabt hätten, hätte ich ihnen
von diesen Gedanken erzählt. Doch den Teufel würde ich tun!
Die einzigen, die
Severus und mich weiterhin freundlich, wenn auch nicht ohne Neugierde angesehen
hatten waren Minerva und Albus gewesen. Irgendwie hatte ich es mir schon
gedacht. Schon als Albus mich so schön angelächelt hatte, nachdem die Flasche
auf Severus zeigte, verriet mir, dass er sehr wohl wusste, wo diese
Pflichtaufgabe enden würde und Minerva schien so etwas in der Art auch geahnt
zu haben. Typisch.
Mir wurde erst nach
unserem Kuss, oder besser gesagt bei unserem
Kuss bewusst, wie sehr ich mir diesen Augenblick immer herbeigesehnt hatte und,
so hoffte ich jedenfalls, auch an Severus schien er nicht völlig ohne weiteres
vorbei gezogen zu sein.
Der Meister der
Zaubertränke blickte mich schon die ganze Zeit aus seinen unendlich schwarzen
Augen an und ich musste mich wirklich zusammenreißen, nicht gleich aufzustehen,
mich auf seinen Schoß zu setzen und ihn erneut zu küssen.
Es waren nur noch
Minerva, Albus, Severus und ich im Lehrerzimmer, wobei ich hoffte, dass die
ersten Beiden sich möglichst bald aus dem Staub machten. Was, wenn Severus dann
auch einfach gehen würde? Wenn er so tat, als wäre nichts geschehen? Innerlich
zogen sich meine Eingeweide bei diesem Gedanken zusammen und ich bekam leichte
Bauchschmerzen. Ich hoffte wirklich, dass dem nicht so sein würde, denn meiner
Meinung nach war unser Kuss eben viel zu kurz gewesen!
Endlich erhoben sich
Minerva und Albus, gingen wortlos zur Tür und drehten sich dort noch einmal zu
Severus und mir um. Albus' Augen funkelten wissend und ich sank ein Bisschen
tiefer in meinen Stuhl, der nun wieder an seinem Platz stand, da der Direktor
die großen Kissen nach Beenden des Spieles wieder hatte verschwinden und den
langen Lehrertisch mitsamt den Stühlen erscheinen lassen. „Wir sehen uns dann
morgen früh ihr Zwei. Macht nicht mehr zu lange und schlaft gut." Bildete ich
mir das nur ein oder hatte er bei den Worten „schlaft gut" Minerva zugezwinkert,
die wissend genickt hatte?
Oh nein, ich konnte
mir schon vorstellen, was die beiden dachten, doch ich ging nicht weiter auf
diesen Kommentar ein, sondern sah stumm zu, wie sie das Lehrerzimmer verließen
und die Tür hinter ihnen leise ins Schloss klickte.
Nun waren Severus
und ich also alleine. Was nun? Ich entschied mich dazu, erst einmal nichts zu
machen und beobachtete stumm die orange-roten Flammen im Kamin, wie sie
miteinander tanzten, eng umschlungen…
Es vergingen einige
Minuten, in denen nur das Knistern des Holzes zu hören war, dass von den
tanzenden Flammen umfangen und langsam verbrannt wurde. Rötliches Licht
durchflutete das ganze Zimmer und gab dem Ganzen etwas Warmes, aber auch ein
wenig Schauriges. Draußen hörte man den Wind um das Schloss rauschen und ich
konnte die Wipfel der Bäume des Verbotenen Waldes sehen, wie sie sich in dem
starken Herbststurm bogen.
Langsam wurde ich
unruhig. Warum tat Severus nichts? War es für ihn wirklich nur ein Kuss
gewesen, nicht mehr? Ich blickte zu dem Meister der Zaubertränke, der auf einem
der Sessel vor dem Kamin saß und ebenfalls schweigend die Flammen beobachtete.
Wenn ich jetzt nicht etwas unternahm, dann würde diese Nacht einfach so vorüber
gehen, das spürte ich. Der Morgen würde anbrechen und die Erinnerung an unseren
Kuss würde immer mehr verblassen, bis wir sie auf einmal vielleicht ganz
vergessen hatten, auch, wenn ich wusste, dass dies bei mir nie der Fall sein
würde! Verdammt! Jetzt oder nie!
Ich erhob mich
langsam von meinem Platz, schickte ein Stoßgebet zum Himmel und machte mich
leise auf den Weg zu Severus. Es waren nur wenige Schritte, die uns voneinander
getrennt hatten, doch sie kamen mir vor wie eine nicht zu bewältigende Strecke
durch Wüste, Kälte und Wasser.
Ich stand nun genau
vor Severus, der immer noch in die Flammen starrte und scheinbar so in Gedanken
war, dass er mich noch nicht bemerkt hatte. Oder ignorierte er mich einfach?
Ich streckte eine Hand nach ihm aus, deutlich merkend, dass ich zitterte und
führ ihm mit meinen Fingerspitzen sanft über die blasse Wange. Seine Haut war
so weich…
Severus schien
tatsächlich in Gedanken gewesen zu sein, denn er zuckte bei dieser Berührung
von mir leicht zusammen und wand seinen Blick leicht verwundert zu mir. Ich
hatte meine Hand immer noch ausgestreckt und als er es bemerkte lächelte er.
Innerlich machte ich Luftsprünge. Severus lächelte! Er lächelte wirklich! Kein
bissiger oder sarkastischer Kommentar, keine Beleidigung, die er mir an den Kopf
warf und noch besser: Er hatte sein Gesicht nicht so von mir abgewandt, so dass
ich es nicht mehr hätte berühren können.
Egal, welche Zweifel
ich bis dahin noch hatte, ich warf sie sofort über Bord, ging den letzen
kleinen Schritt auf den Meister der Zaubertränke zu, der uns noch voneinander
getrennt hatte und setzte mich, breit lächelnd, auf seinen Schoß.
Severus blickte mich
nur aus seinen onyxfarbenen Augen an, doch ich konnte in ihnen deutlich die Sehnsucht
lesen, die ich auch schon zuvor in ihnen wahrgenommen hatte. Ich seufzte.
„Severus…" flüsterte ich, während meine Fingerspitzen die Konturen seines
Gesichtes nachfuhren. Ganz langsam und zärtlich. Severus schlang seine Arme um
meine Hüfte und zog mich sanft an sich. Ich schloss für ein paar Sekunden die
Augen um wieder diesen Geruch in mich aufzunehmen. Kräuter und Rauch.
Als ich meine Augen
wieder öffnete schaute er mich immer noch an. Lächelnd. Seine Hände umfassten
mich sicher und ich lehnte meine Stirn gegen seine. Das alles fühlte sich so
gut an, so richtig. Ich fuhr mit der Hand durch sein weiches, schwarzes Haar
und konnte einfach nicht aufhören zu lächeln. Ich genoss das Gefühl seiner
Hände auf meinem Körper und sehnte mich nach seinen festen, fordernden Lippen.
Ich zog meine Stirn wieder ein wenig zurück, so dass unsere Gesichter nur ein
paar Millimeter trennten und hielt inne, immer noch nicht begreifend, was wir
hier taten. Bevor ich aber noch lange darüber nachdenken konnte hatte Severus
meinen Mund bereits mit seinen Lippen verschlossen und wieder verlor ich mich
in dieser Nacht in seinem Kuss, seiner Umarmung.
War ich es eben
gewesen, der den ersten Schritt tun musste, so übernahm er nun die Führung bei
dem kämpferischen Spiel unserer Zungen und ich ließ ihn willig gewähren. Ich
seufzte glücklich, nachdem wir den Kuss kurz unterbrochen hatten, um Luft zu
nehmen, um gleich darauf wieder unsere Lippen zusammen zu pressen. Ich lag nun
voll und ganz in seinen starken Armen. Es gab mir ein Gefühl von Sicherheit.
Ja, ich fühlte mich in Severus' Armen geborgen und am liebsten wäre ich für
immer in dieser Position geblieben. In seinen Armen, Severus' weiche Lippen auf
meinen, das warme Kaminfeuer neben uns und draußen das Heulen des Windes.
Langsam lösten wir
unsere Lippen voneinander, doch die innige Umarmung blieb. In den Augen des
Zaubertränkemeisters glomm eine unendliche Sehnsucht, die seine sonst so
schwarzen Augen wild funkeln ließen. Auf der einen Seite fand ich diesen
Ausdruck irgendwie traurig, auf der anderen Seite unheimlich anziehend. Traurig
aus dem Grund, da diese Gefühle nicht erst heue Nacht entstanden sein konnten
und wir erst jetzt zusammen fanden und anziehend, weil ich Severus noch nie
so…natürlich gesehen hatte. Seine Aura war noch immer finster und er strömte
immer noch dieses Mystische aus, doch gerade das war es, was mich schon immer
so an ihm fasziniert hatte. Schon in unserer Schulzeit, wie ich mir eingestehen
musste.
Ich kuschelte mich
wieder mehr an meinen Liebsten und seufzte. Severus' Hand fuhr zärtlich durch
mein Haar, während seine andere Hand mich immer noch an der Hüfte festhielt.
Damit das auch so blieb legte ich eine meiner Hände auf seine, wobei ich seine
Kälte spürte, die schon eben so deutlich spürbar war. Severus war schon immer
so kalt gewesen und ich entschloss, endlich einmal dafür zu sorgen, dass auch
er etwas Wärme bekam.
„Remus…" flüsterte
er mir ins Ohr und ich lächelte. „Ja, Severus?" Ich drehte meinen Kopf so, dass
ich ihm in die schwarzen, funkelnden Augen blicken konnte, kuschelte mich dabei
aber noch etwas mehr in seine schwarze Robe. Ich konnte nicht genug von seinem
Duft bekommen. Was für einen Körper mochte er wohl unter dem schweren,
schwarzen Stoff verbergen? Ich freute mich innerlich wie ein kleines Kind,
dieses Geheimnis hoffentlich bald lüften zu können…
Wieder fuhr er mit
seinen zarten, bleichen Fingern über mein Gesicht, durch meine Haare, den
Rücken hinab, bevor seine Augen mich liebevoll anleuchteten und er flüsterte:
„Ich liebe dich!"
Mein Lächeln wurde
noch breiter, wenn das denn überhaupt möglich war und ich hatte das Gefühl,
noch niemals zuvor in meinem Leben glücklicher gewesen zu sein. Ich hätte es
wahrscheinlich mit jedem Dementor in Askaban aufnehmen können und wenn ich in das wunderschöne, geheimnisvolle
Gesicht von Severus blickte, glaubte ich, es sogar mit allen gleichzeitig
aufnehmen zu können.
Ich drückte seinen
dünnen Körper an mich und flüsterte: „Ich liebe dich auch, Severus. Ich habe
dich schon immer geliebt!" Severus erwiderte meine Umarmung und wir saßen eng
umschlungen immer noch in dem großen, weichen Sessel.
Die Wanduhr schlug
erneut und mir wurde bewusst, dass es bereits fünf Uhr am Morgen war. Doch was
störte mich das schon, ich hatte morgen immerhin keinen Unterricht!?
„Wir sollten doch
langsam in unsere Räume gehen, denke ich." Schockiert glaubte ich, mein Herz
bliebe für einige Sekunden stehen. In unsere Räume gehen? Aber…das bedeutete
doch, uns trennen zu müssen!? NEIN, dass würde ich nicht zulassen, auf keinen
Fall! Ich blickte Severus entschlossen, doch auch ein wenig erschrocken ins
Gesicht und bemerkte, dass dieser wieder lächelte. Was sollte das denn nun?
Machte ihm die Aussicht auf eine Trennung etwa Spaß? War das Ganze für ihn nur
ein Spaß gewesen?
Severus legte mir
seinen langen, dürren Zeigefinger auf die Lippen und in seinen Augen spiegelten
sich die orange-roten Flammen des Kaminfeuers. „Ich meinte doch nicht, dass wir
jeweils in unsere Räume gehen sollten! Ich wollte damit nur sagen, dass es langsam
Zeit wird, den Raum zu wechseln. Ich
für meinen Teil bin nicht scharf darauf, in wenigen Stunden von Sprout oder
Trelawney hier im Lehrerzimmer erwischt zu werden."
Nun lächelte ich
wieder. So hatte er es also gemeint…wenn das so war, sah die ganze Sache
natürlich schon viel besser aus. „So gefällst du mir besser", lächelte Severus,
als ich ihn wieder freudig anstrahlte. „Zu dir oder zu mir?" fragte ich mit
einem leichten Zittern der Erwartung in meiner Stimme, das ich leider nicht
unterdrücken konnte. Der Meister der Zaubertränke zog auf diese Erwiderung hin
nur eine Augenbraue in die Höhe und ich musste an mich halten, ihn nicht gleich
wieder in einen stürmischen Kuss zu ziehen. Diese verdammt dunkle Ausstrahlung!
„Ich denke, deine
Räume sind näher, daher wäre das doch das nahe Liegenste, oder findest du
nicht!?" Seine dunkle Stimme nahm mir wie immer allen Wind aus den Segeln und
ich konnte einfach nur noch nicken. Severus fing an zu lachen. Er fing wirklich
an laut zu lachen! So etwas hatte ich bei ihm noch nie gesehen und ich musste
gestehen, es gefiel mir verdammt gut!
Severus erhob sich
von dem Sessel, wobei er mich immer noch behutsam in seinen Armen hielt und
nicht los ließ. Was kam nun?
Ehe ich wusste, was
mit mir geschah hatte er mich schon hoch gehoben und trug mich auf seinen Armen
Richtung Tür. „Aber Severus", widersprach ich geschockt, doch gleichzeitig
erfreut, „lass mich bitte runter, ich bin doch viel zu schwer für dich!"
„Ach was, " meinte
er und öffnete mit einer kurzen Handbewegung die Tür, „1. bist du gar nicht so
schwer und 2. bin ich nicht gerade schwach. Todessertraining ist alles andere
als leicht!" Ich blickte ihn über die zweite Hälfte des Satzes erstaunt an,
sagte jedoch nichts dazu, denn ich wollte diese schöne Nacht nicht verderben.
Er schloss die Tür hinter uns mit einer weiteren Handbewegung und wir machten
uns auf den Weg zu meinen Räumen. Ich auf den Armen meines Liebsten und nur die
Dunkelheit der Gänge konnte sehen, wie glücklich wir waren…
Fin?