Anmerkungen der
Autorin: Alle Figuren gehören JKR und ich habe (leider *g*) keinerlei Rechte an
ihnen und verdiene kein Geld mit dieser Geschichte *schnüff*.
Achtung: Slash! Dies
ist meine erste (und wahrscheinlich auch einzige, steht aber noch nicht fest)
Slash-Geschichte, die ich geschrieben habe und meine Phantasie ist ziemlich mit
mir durchgegangen, doch was kann bei einer Runde Flaschendrehen nicht alles
passieren!? ;-)
Die Idee zu dieser
Geschichte entstand irgendwann nach Mitternacht auf einem Geburtstag vor zwei
Wochen, auf dem einige von uns, sagen wir, in einer ähnlichen Situation waren *lol*.
Das Pairing SS/RS
habe ich bisher noch nie verwendet, doch ich wollte halt mal etwas anderes
schreiben, mich auf ein neues Gebiet wagen. Ob es mir gelungen ist könnt nur
ihr beantworten. Bleibt mir also nur noch, euch viel Spaß beim Lesen zu
wünschen und gaaaaanz lieb um Feedbacks zu bitten, gerade bei dieser Geschichte
*ganz lieb schaut*.
Disclaimer: Severus
Snape und Remus Lupin erfüllen eine Pflichtaufgabe beim „Flaschendrehen"…
**************************************************************
„Ok, wer macht mit?"
Albus Dumbledore, Schulleiter von Hogwarts und einer der mächtigsten Zauberer
des Jahrhunderts, hielt grinsend eine leere Rotweinflasche in die Luft. Ein
leises Raunen ging durch die Reihe der Professoren von Hogwarts, die vor dem
Direktor an dem langen Tisch im Lehrerzimmer
saßen und sich unsichere, aber auch neugierige Blicke zuwarfen. Sie kannten die
verrückten Ideen des Direktors schließlich zur Genüge.
„Ach kommt schon",
ermutigte dieser sie und seine blauen Augen funkelten erwartungsvoll, „heute
ist mein Geburtstag und eine Runde Flaschendrehen wäre doch lustig!"
Erneut ging ein
Raunen durch die Reihe und viele schüttelten die Köpfe. Natürlich wollte keiner
von ihnen dem Direktor diesen Wunsch abschlagen, zumal heute sein Geburtstag
war, aber mitmachen, das wollten sie dann auch wieder nicht.
Aus dem Schatten, den der große Kamin im Zimmer warf, meldete sich die
kalte, schneidende Stimme von Severus Snape, dem Meister der Zaubertränke, der
aussprach, was alle dachten: „Albus, ich bitte dich. Das kann doch wohl nicht
wirklich dein Ernst sein, oder!? Flaschendrehen! Das ist ein Muggelkinderspiel
und außerdem total…", er schien nach den richtigen Worten zu suchen,
„…unberechenbar und langweilig!" Er warf dem Direktor einen finsteren Blick zu,
den dieser jedoch gekonnt ignorierte und lächelte.
„Na gut, ich möchte
euch zu nichts zwingen. Jeder, der absolut keine Lust hat, kann jetzt in seine
Räume gehen, denn es ist doch schon ziemlich spät. Ich bin von keinem
enttäuscht oder gar böse, wenn er jetzt gehen sollte!" Der Direktor erhob sich,
die leere Weinflasche in der einen, den Zauberstab in der anderen Hand und mit
einem kurzen Wink seines Zauberstabes ließ er den großen, langen Lehrertisch
verschwinden, und auch die Stühle, auf denen die Professoren gesessen hatten,
waren großen, weichen Kissen gewichen, die auf dem Boden lagen und einen Kreis
bildeten.
Die, nun auf dem
Boden sitzenden, Lehrer warfen sich irritierte und unsichere Blicke zu, doch
keiner von ihnen stand auf. Minerva McGonagall, die stellvertretende Schulleiterin
und Verwandlungslehrerin seufzte. „Albus, du weißt genau, dass keiner von uns
gehen wird!" Albus Dumbledore lächelte, legte die leere Flasche in die Mitte
des Kreises und drehte sie. „Ich weiß, Minerva."
Noch einmal wurden
unsichere Blicke in die Runde geworfen, doch dann konzentrierte sich jeder von
ihnen auf die sich drehende Flasche in der Mitte des Kreises. Im Kamin
knisterte ein loderndes Feuer…
Erzählt von Severus Snape:
Flaschendrehen! Ich
konnte es einfach nicht glauben. Wir saßen tatsächlich hier auf dem Boden und
starrten eine Flasche an, die sich vor uns drehte. Wie unheimlich spannend….
und nebenbei noch peinlich. Wieso hatte ich nicht einfach den Raum verlassen,
als Albus es uns angeboten hatte? Ich seufzte. Es war sein Geburtstag und keiner
von uns war gegangen, obwohl vielen von uns: Minerva, Remus, Sinistra, ich….
der Wunsch nach einer schnellstmöglichen Flucht deutlich in den Augen gestanden
hatte. Argh.
Nun saßen wir eben
hier im Lehrerzimmer auf den riesigen Kissen auf dem Boden, starrten die
Flasche an, die langsamer wurde und hofften, nicht der unglückliche Mensch zu
sein, der zuerst getroffen wurde. Oh man. Langsam sollten wir uns wirklich
Gedanken um unsere Gesundheit machen, denn normal war das, was wir hier taten,
auf keinen Fall!
Einigen, wie Sprout
und Trelawney (wie konnte es auch anders sein!) schien das Ganze sogar Spaß zu
machen und auch Albus' Augen funkelten immer noch freudig. Und ich mitten drin.
Einfach wunderbar.
Ich spürte, wie
meine Augenbraue wieder ein gutes Stück nach oben glitt, als die Flasche
schließlich stoppte und auf Minerva zeigte. Innerlich triumphierte ich. Ha! Die
hochgeschätzte Leiterin von Gryffindor musste sich als Erstes blamieren,
wenigstens etwas Gutes hatte diese Nacht.
„Oh, da
hat es wohl zuerst dich erwischt, Minerva!" Albus grinste und auch die anderen
konnten sich ein Lächeln bei Minervas' Anblick nicht verkneifen. Ihre Lippen
bildeten, wie immer, wenn sie wütend war, einen schmalen Strich. Langsam legte
sich die Wut über diese ganze Aktion jedoch und sie lächelte tapfer, wenn auch
etwas gequält. Respekt! Sie hatte die Beherrschung nicht verloren und machte
gute Miene zum bösen Spiel. Eine gute Taktik.
„Was
soll ich machen?" fragte sie mit einem ungeduldigen Unterton in der Stimme, von
dem ich mir sicher war, dass nur Lupin und ich ihn gehört hatten, denn wir
blickten uns amüsiert an.
„Nun
ja", meinte Albus fröhlich zwinkernd, „was wäre dir lieber: Wahl? Wahrheit?
Oder Pflicht?" Minerva überlegte kurz und meinte schließlich. „Wahrheit." Ich
grinste. Jetzt kam es nur noch auf eine gelungene Frage an und Minerva würde
zum Gespött der ganzen Schule werden. Eine jämmerliche Frage hatte das zu
entscheiden. Herrlich! Also dieses Spiel konnte, wenn es richtig gespielt
wurde, sehr interessant werden.
„Warst
du schon mal in einen von uns verliebt?" plapperte Sprout munter drauf los und zerschlug damit meine Hoffnung innerhalb
von Sekunden.
„Warst du schon mal in einen von uns
verliebt???" Was Besseres
fiel ihr nicht ein? Oh bitte, das konnte doch nicht wahr sein…!?
Wie nicht anders zu
erwarten antwortete Minerva mit einem knappen „Nein" und grinste. Tja, da war
sie wohl noch mal glimpflich davon gekommen. Argh! Ich warf einen sehnsüchtigen
Blick zur Tür. Ungefähr fünfzehn Schritte trennten mich von der Freiheit. Nur
fünfzehn verdammte Schritte!
Ein lautes Lachen
ließ mich wieder in die Realität zurück finden und ich drehte meinen Kopf
wieder den anderen zu. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass Minerva die Flasche
schon wieder gedreht hatte, diese zeigte nun auf
Albus. Na, wenigstens kam er als Zweites dran. Das wäre es noch gewesen: Dieses
blöde Spiel anfangen und dann noch nicht mal dran kommen.
Apropos dran kommen.
Was war, wenn diese Flasche sich erdreisten sollte und auf MICH zeigte? Mir
wurde schlecht. Daran wollte ich erst gar nicht denken…
Drei Stunden später…
Erzählt von Remus Lupin:
Vor Lachen fiel ich
fast zur Seite und wäre damit auf Severus gelandet, der links neben mir saß.
Albus war gerade dabei, Minerva zu küssen und das sah so was von komisch aus,
dass wir anderen nicht mehr konnten als Lachen. Ein kurzer Blick zwischen
zusammengekniffenen Augen auf die Uhr verriet mir, dass es bereits drei Uhr am
Morgen war. Wir spielten also schon seit mehr als drei Stunden Flaschendrehen.
Ich musste zugeben,
hatte ich am Anfang so meine Bedenken gehabt, gefiel mir das Spiel in der
Zwischenzeit ganz gut. Man schien unheimlich viel über seine Kollegen zu
erfahren und manchmal war es so was von lustig, da konnte man sich nur noch den
Bauch vor Lachen halten.
So musste in den
vergangenen Stunden zum Beispiel Vektor ein Weihnachtslied singen und dabei,
als Engel mit goldgelocktem Haar, durch das Lehrerzimmer fliegen. Professor
Trelawney war einmal in Hagrid verliebt gewesen und ich musste auch schon die eine
oder andere Aufgabe erfüllen, die mehr als nur unangenehm gewesen war, doch
insgesamt war ich noch gut davon gekommen. Im Gegensatz zu uns anderen schien
Severus bisher kaum betroffen gewesen zu sein. Er war erst wenige Male dran
gekommen und bei ihm traute sich keiner, zu weit zu gehen und daher hatte der
Meister der Zaubertränke bisher nur Fragen und Aufgaben bekommen, die seinem
Image kaum schaden konnten. Schade eigentlich, denn es hätte mich schon
interessiert, in wen Severus so alles schon verliebt gewesen war, doch wenn ich
mir die dunkle Gestalt zu meiner Linken so ansah, bezweifelte ich, dass er
schon jemals verliebt gewesen war.
Severus saß mit
versteinertem Gesicht auf dem weichen Kissen, die Knie hatte er zusammen gelegt
und stützte sich auf seiner linken Hand ab, wobei seine Beine nach rechts
hinten geknickt waren und sein wallender, schwarzer Umhang wie eine große Welle
aus Schwarz um ihn herum lag. Seine Augen blickten in die Ferne und er schien
mit den Gedanken ganz woanders zu sein, nur nicht hier. Typisch!
Ich stupste ihn
leicht in die Seite und lächelte. Der Meister der Zaubertränke blickte mich
grimmig an. „Pass auf, Severus. Gleich kommst du wieder dran und dann denken
wir uns etwas ganz Fieses aus!" Wieder wanderte seine Augenbraue nach oben und
er lächelte spöttisch. „Wohl kaum, Lupin. Bisher waren meine Aufgaben eher
harmlos und ich glaube nicht, dass sie sich ändern werden!"
Ich schüttelte
amüsiert den Kopf. „Ach, Severus. So schlimm ist es doch gar nicht! Anfangs
hatte ich auch keine Lust auf diese Spiel und nun macht es doch richtig Spaß!"
Die Augenbraue wanderte noch höher. Severus wandte seinen Blick von mir ab und
schaute hinüber zu Albus und Minerva, die ihren was-weiß-ich-wie-vielten-Kuss
schon vor unserer kurzen Unterhaltung beendet hatten. Langsam schien den Beiden
das auch noch Spaß zu machen. Albus lachte bei den Gesichtern von uns anderen
und auch Minerva konnte ein Lächeln nicht unterdrücken.
Wieder wurde die
Flasche gedreht und kaum hatte sie an Geschwindigkeit gewonnen, blieb sie auch
schon wieder stehen und zeigte genau auf… mich. Sprout grinste breit. „Schon
wieder du, Remus!"
Ich grinste zurück.
„Sieht wohl so aus, ich nehme Pflicht!" Bisher hatte ich nur Wahl genommen,
denn dabei konnte man sich immerhin aussuchen, ob man eine Pflicht oder eine
Wahrheit nahm, denn man bekam ja drei mögliche Aufgaben gestellt. Minerva
grinste unheilverkündend.
„Tja, Remus. Da du
eben bei Albus und mir, zusammen mit den anderen natürlich, so breit mitgelacht
hast würde ich sagen, du bekommst die gleiche Pflichtaufgabe, wie ich eben.
Egal, auf wen die Flasche zeigt, du muss ihn küssen." Ich nickte, denn mit so
etwas hatte ich schon gerechnet. „In Ordnung." Das würde wohl kaum ein Problem
sein und wenn ich Trelawney auf die Wange küssen musste, dann würde ich das
eben machen. Ein schneller, kurzer Wangenkuss und schon würde die Sache
gelaufen sein.
Ich nahm die Flasche
schon in die Hand, als Albus lächelnd an mich gewandt meinte: „Und um die ganze
Aufgabe etwas interessanter zu machen: Es ist dieses Mal KEIN Wangenkuss,
sondern ein richtiger auf den Mund, mit inniger Umarmung und das mindestens 10
Sekunden lang!" Schallendes Gelächter war die Folge und mit einem lauten
„Klonk" war Severus hinter sich gegen die Wand geknallt, da Sinistra rechts
neben ihm vor Lachen zur Seite gekippt und gegen ihn gestoßen war. Der Meister
der Zaubertränke schnaubte wütend, während er seine Robe wieder zurecht rückte
und sich auf sein Kissen zurücksetzte.
Ich machte ein
beleidigtes Gesicht. „Aber, Albus…", wollte ich einwenden, doch der Direktor
schüttelte nur den Kopf, nahm mir die Flasche aus der Hand und drehte sie.
Wie gebannt starrte
ich auf die leere Weinflasche, wie sie sich klirrend auf dem Holzboden drehte
und auch meine Kollegen hatte sich wieder gefasst und starrten die Flasche an,
die immer langsamer wurde. Ich schickte noch schnell ein Stoßgebet zum Himmel
und hoffte, dass es die Richtige treffen würde, doch wer von meinen Kolleginnen
war schon die Richtige? Eigentlich hatte ich keine Lust, eine von ihnen zu
küssen, doch da musste ich wohl durch.
Die Flasche blieb
stehen und alle starrten die Person an, auf die der Flaschenhals zeigte.
(Man, mussten wir mal wieder intelligent
ausgesehen haben!)
Es war der Meister
der Zaubertränke…
Ich schaute unsicher
zu Severus herüber, dessen Miene versteinert war, als er zuerst die Flasche,
dann mich und schließlich Albus finster anblickte. Was sollte ich nun tun?
Albus und Minerva tauschten irritierte Blicke, genau wie die anderen. Scheinbar
hatte niemand von ihnen damit gerechnet, dass es auch einen Mann hätte treffen
können. Ehrlich gesagt hatte ich es auch nicht. Und dann auch noch Severus.
Man, hatte ich vielleicht ein Glück!
Wieder warf ich
einen unsicheren Blick nach links und schluckte. Schwarze, kalte Augen schienen
mich förmlich aufzuspießen und wieder wand ich meinen Blick flehend zu Albus,
der, sehr zu meinem Bedauern, breit grinste.
„Na dann… DAS könnte
interessant werden!" hörte ich Vektor Sinistra zuflüstern, die zustimmend
nickte. Das konnte es wirklich und da ich kein Spielverderber sein wollte
drehte ich mich langsam zu Severus, der ein wenig nach hinten gerutscht war.
Ein letztes Mal schaute ich Albus an und wollte widersprechen, doch dieser
nickte nur zustimmend. Ich seufzte. „10 Sekunden mit Umarmung?" Wieder nickte
er und fügte hinzu. „Mindestens 10
Sekunden!" Mitten in der Bewegung stockte ich. Was sollte das denn bedeuten?
Severus war in der
Zeit noch etwas nach hinten gerutscht und als ich mich nur noch wenige
Zentimeter von ihm entfernt niederließ zischte er mir zu: „Wag es dich…"
Doch da hatte ich
meinen Arm auch schon um ihn gelegt und küsste ihn…
Wie lange konnten 10 Sekunden dauern?
In diesem Moment
wünschte ich mir wirklich, sie gingen niemals zu Ende. Sobald meine Lippen die
von Severus berührt hatten, war es um mich geschehen. Ich ließ mich näher an
ihn sinken und so abweisend er am Anfang auch gewesen war, so legte er nun
selbst zögernd seinen Arm um mich und wir versanken völlig in unserer Umarmung.
Verdammt, konnte
dieser Bastard gut küssen! Ich wollte nicht wissen, wie wir von außen aussahen.
Unsere Lippen berührten sich immer fester und auch unsere Umarmung wurde immer
inniger. Was war bloß los mit uns?
Und Severus? Alles
hatte ich von ihm erwartet, nur das nicht. Wie von weiter Ferne hörte ich die
Stimmen der anderen, die rückwärts zählten und mittlerweile bei 6 angekommen
waren…
Severus roch nach
Rauch und Kräutern, eine Mischung, die einfach wunderbar zu ihm passte. Zum Meister der Zaubertränke. Meine Hand fuhr automatisch
ein wenig durch sein langes, schwarzes Haar und ich war erstaunt, wie weich es
war. Seine Haut war eiskalt und auch seine Hände, deren Finger flüchtig und
schnell über meine Wange glitten, wohl darauf bedacht, dass keiner der anderen
etwas davon bemerkte, waren eisig. Hinter mir hörte ich, gedämpft, wie
durch Wasser 3 - 2 - 1 …
Erzählt von Severus Snape:
Das konnte doch
nicht wahr sein! Ich hing hier im Lehrerzimmer in Lupins Armen und küsste ihn.
Mein Image war ein für alle Mal dahin!
Ich spürte deutlich
die staunenden Blicke der anderen um uns herum, doch statt aufzuhören wurde
unsere Umarmung nur noch inniger. Am liebsten wäre ich aus dem Raum gelaufen,
nachdem die Flasche auf mich gezeigt hatte. Typisch, dass ich bei so einer
Aktion wieder dran kommen musste. Die ganze Nacht war ich gut davon gekommen
und dann das…
Albus schien zuerst
nicht zu wissen, was er davon halten sollte, doch sein Lächeln verriet alles.
Ich rutschte ein gutes Stück nach hinten Richtung Wand und bemerkte, wie Lupin
Albus einen flehenden Blick zuwarf. Glaubte der etwa, dass mir das Ganze
gefiel? - Wohl kaum.
Meine werten
Kollegen warfen mir neugierige Blicke zu, die ich mit einem gekonnten Blick
meinerseits jedoch schnell wieder loswurde.
Dann kam Lupin auch
noch näher. Der wollte doch nicht etwa…? Das Ganze gefiel mir überhaupt nicht!
Ich rutschte noch ein Stückchen weiter nach hinten, wobei ich hoffte, dass es
nicht zu sehr auffiel, doch im Grunde war es mir egal. Kurz vor mir blieb er
stehen, setzte sich mir gegenüber auf den Boden und streckte seinen Arm aus.
Verdammt, das konnte der mir doch nicht antun! Ich konnte gerade noch ein „Wag
es dich…" zischen, da hatte er mich auch schon umarmt und küsste mich.
Igitt. Das war ja
widerlich! Ich küsste einen Mann und dazu auch noch Remus Lupin. Ich küsste ja
schon keine Frauen und dann erst recht keine Männer! Ich wollte mich losreißen,
Lupin wegstoßen, doch irgendwie konnte ich es nicht. Stattdessen ließ ich mich
auf seine Umarmung ein und erwiderte diese sogar noch. Was war bloß los mit
mir? Hatte ich nun völlig den Verstand verloren? So etwas konnte ich doch nicht
machen!
Oh doch, ich konnte,
wie man deutlich sah. Wie man sehr deutlich
sah. Lupin und ich saßen hier auf dem Boden, eng umschlungen und küssten uns.
Wenn ich so darüber nachdachte… So schlimm war es gar nicht und ich spürte, wie
in mir längst vergessene Gefühle wieder erwachten. Oh nein, das hatte mir
gerade noch gefehlt…
Ich hörte, wie die
anderen hinter uns erstaunt die Luft zwischen den Zähnen einzogen und spürte
ihre stechenden Blicke in meinem Rücken. Scheinbar hatte keiner von ihnen damit
gerechnet, dass wir uns wirklich küssen würden und dazu auch noch so küssen würden.
Ich ließ mich noch
weiter auf seine Umarmung und seinen Kuss ein, erwiderte Beides und spürte, wie
seine Finger zärtlich durch mein Haar fuhren. Wie weit würden wir noch gehen?
Langsam realisierte ich, wie meine Finger seinen Rücken hinab fuhren. Nein.
Nein. Nein. Genug. Es war eindeutig genug!
Noch ein letztes Mal
fuhr ich mit meinen Fingern durch sein braunes, kurzes Haar.
Leise hörte ich, wie
die anderen bei 0 angekommen waren. Unser Kuss dauerte sogar noch einige
Sekunden länger, so abrupt wollte ich ihn dann doch nicht abbrechen.
Langsam löste ich
mich von Remus, schaute ihm tief in die Augen und mied die Blicke meiner
Kollegen, besonders den von Albus. Was würde er nun über mich denken?
Auch Remus blickte
mich stumm an. Erstaunt, neugierig… sehnsüchtig. Ich ertappte mich dabei, seine
Hand kurz mit meinen Fingern zu streifen, wobei er zuerst leicht zurückzuckte,
doch dann lächelte.
Ich setzte mich
zurück auf das Kissen, da wir bei unserer Kussaktion ein wenig nach rechts
geglitten waren (wovon ich nichts mitbekommen hatte) und starrte auf
irgendeinen Punkt auf dem Boden. Dieser hatte seltsamerweise noch nie so
interessant ausgesehen…
Auch Remus ging
zurück zu seinem Platz, doch er schaute mich immer noch an. Ich spürte seinen
Blick deutlich auf mir ruhen. Niemand sagte etwas, alle starrten uns nur an,
wobei ich hätte schwören können, dass die meisten Blicke auf mir lagen. Was
sollte ich machen?
Das Knistern des
Kaminfeuers war der einzige Laut im Zimmer. Ich blickte immer noch nicht auf.
Ich konnte es einfach nicht. Das war mir auf der einen Seite so was von
peinlich, aber auch neu, unbekannt. Ich hatte auf einmal das Verlangen, Remus
erneut zu küssen und innerlich schlug ich mich selbst. Was, bei Merlin, sollte
dieses Verhalten?
Das orangerote
Kaminfeuerlicht verteilte sich warm im Raum. Es würde noch einige Stunden
dauern, bis die Sonne aufging. Wie lange würden wir wohl noch hier sitzen? Ich
mochte gar nicht daran denken, doch innerlich wusste ich, dass, sobald Remus
und ich den Raum verlassen würde, wir den Kuss fortführen würden. Ob in seinen
oder meinen Räumen, dass sei dahin gestellt.
An seinem
liebevollen Blick merkte ich, dass Remus das Selbe dachte wie ich und
unwillkürlich wurde mir bewusst, dass in dieser Nacht etwas geschehen war, was
ich mir schon immer gewünscht hatte…