DAS FEUER UND DIE ROSE
(THE FIRE AND THE ROSE)


von Metro Vampire und Rhosymedre


Übersetzung: Chrissstine, Faris-Eirin, Emi, Alex, Serpentina ...

Die Originalstory ist auf www.potions-master.com zu finden. Vielen Dank, dass wir die Story übersetzen dürfen.

Feedback: Anne und Abby




Teil 7 - 15



Teil 7: Der erste Tag vom Rest deines Lebens

Teil 7: Der erste Tag vom Rest deines Lebens

Freitag morgen kam und Hermine Granger war kein bisschen ausgeruht.

Letzte Nacht hatte sie Snape auf dem Gang stehen lassen und sich auf den Weg zu seinen Gemächern gemacht, wie ein Flüchtling, der Schutz sucht, bevor die Konsequenzen der Ereignisse des Tages eintreten können. Wäre sie weniger müde und gestresst gewesen, hätte sie vielleicht mehr Zeit mit dem Erforschen ihrer Umgebung verbracht. So überkam sie aber nur der Eindruck eines großen, ausgedehnten Raumes, der sowohl gemütlicher als auch vollgestopfter war als sie erwartet hatte und welcher von einer fast greifbaren Note des Mannes selbst durchzogen schien.

Das Konzept des Forschens außer Acht gelassen, hatte Hermine dennoch genügend Ermittlungen angestellt, um das Schlafzimmer zu finden. Mit voller Nichtbeachtung der offensichtlichen Tatsachen sagte sie zu sich selbst, dass die Dinge morgen besser aussehen würden und betete, dass Slytherin die Nacht ohne den Beistand seines Hauslehrers überstehen würde.

Ihre - sehr gründliche - Musterung von Snapes Schlafzimmer hatte weder einen Schlafanzug noch ein Nachthemd zu Tage gefördert ... oder irgendein anderes Schlafgewand. Was bedeutete, dass er ... nun ja ... nackt schlief. Nach ihrer Erfahrung in der Herrentoilette, dachte Hermine, dass sie auf alles gefasst gewesen wäre.

Anscheinend hatte sie sich geirrt.

Sie schluckte und entschied, dass es ins Bild passte und das tat es auch. Im Grunde, dachte sie, war es nicht so, dass jemand anders Experte darin wäre, was dieser Mann im Bett anhatte. Heute nacht würde der Zaubertrankmeister Unterwäsche tragen. Und es mögen.

Behutsam zog sie sich aus und schlüpfte unter die Decke, wo ihr der Schlaf entschlüpfte. Sie war nicht bloß in einem fremden Bett, sondern ihr Körper weigerte sich einfach, sich zu entspannen. Sie hatte Schäfchen gezählt. Sie hatte mehrere Entspannungstechniken ausprobiert, die ihr Vater Leuten empfahl, die Angst vor Bohrern hatten. Doch sie drehte sich immer noch dösig hin und her und schreckte durch das unvertraute Knarren und Knacksen im Zimmer auf.

Kein Wunder, dass er nachts so viel Zeit mit Herumschleichen verbringt.

Morgens um halb fünf, nach ein paar Stunden unsteten Schlafes, hatte ihre halb-bewusste Suche nach einer Lösung für ihre missliche Lage sie schließlich zum Aufwachen gebracht. Sie prüfte den Schluss, zu dem sie gekommen war und und ließ unglücklich alle Hoffnung auf weiteren Schlaf fallen. Sie entschied, dass sie genauso gut das Beste daraus machen konnte, sprach Lumos und warf einen gründlichen Blick auf den Tisch neben dem Bett. Da waren drei oder vier Bücher mit Lesezeichen an verschiedenen Stellen. Sie entschied sich für ´Die Geschichte der Zaubertrankbrauerei in Nord-Böhmen` und begann zu lesen.

Um sechs Uhr dreißig waren ihre Augen schwer, sie hatte einen faulen Geschmack im Mund und ihr Gesicht zuckte. Sie entschied, dass sie sich genauso gut anziehen und frühstücken gehen konnte, obwohl sie wusste, dass er dort selten erschien. Von allem anderen abgesehen, sollte sie überprüfen, dass er über Nacht nichts Schlimmes im Gryffindorturm angestellt hatte. Sie legte das Buch zurück, kratzte sich im Gesicht und erstarrte, als ihre Hand auf rauhe Stoppeln stieß.

Rasieren.

Seufzend verließ sie das Bett und machte sich auf den Weg ins Badezimmer. Ein Blick in den Spiegel bestätigte das Bedürfnis, sich dem Problem zu stellen. Manche unrasierten Männer konnten ausgesprochen sexy aussehen. Snape gehörte nicht dazu. Frühmorgendliche Schatten auf seinem Gesicht waren eindeutig kein schöner Anblick.

Ein abgenutzter, samtener Kasten stand neben dem Waschbecken. Sie öffnete ihn und das Herz rutschte ihr in die Hose.

Ein Rasiermesser.

Natürlich. Was würde er sonst benutzen?

In diesem Moment war sie unleugbar mehr als versucht, Snapes Kehle durchzuschneiden, aber sie gab zögerlich zu, dass dies während sie seinen Körper okkupierte wahrscheinlich keine gute Idee war. Und zu all den Zaubersprüchen, von denen sie je gedacht hätte, dass sie sie brauchen würde, gehörte der, welcher unerwünschtes Gesichtshaar entfernte, nicht. Zumindest nicht, bevor sie fünfzig war. Zähneknirschend holte sie seinen Zauberstab aus dem Schlafzimmer.

Wieder im Badezimmer, betrachtete sie den Rasierer mit Bestürzung. Die einzigen Zauber, die sie bis jetzt mit seinem Zauberstab gesprochen hatte, waren einfache gewesen. Es fühlte sich etwas seltsam an, aber sie schienen ordentlich zu funktionieren. Verwandlungen waren ein wenig kniffliger. Nervös richtete sie den Zauberstab auf das scharfe Stück Metall. Energie floss durch den Zauberstab, ein wenig träge, dann schimmerte es, verschwamm und verwandelte sich in einen normalen, feuchten Nassrasierer.

Hermine fühlte sich ein bisschen besser. Zumindest hatte sie schon ihre eigenen Beine rasiert, ohne eine Arterie zu durchtrennen. Und sie hatte ihren Vater einen Rasierer benutzen sehen. Sie fand etwas, das wie Rasierschaum aussah und schäumte ihr Gesicht ein. Wie schwer konnte das denn sein?

Schwerer als erwartet, lautetete die Antwort. Die harten Knochen seiner Wangen gaben seinem Gesicht eine unerwartet unebene Oberfläche. Mit zögernden, unbeholfenen Bewegungen fuhr sie mit dem Rasierer über seine Haut. Sie erreichte seinen Hals und arbeitetete sich behutsam um seinen Adamsapfel herum, da der Winkel ihres Kopfes es ihr erschwerte, zu sehen, was sie tat. Dann mühte sie sich mit diesen tolpatschigen, kleinen Bewegungen mit seiner Oberlippe und seinem Kinn ab. Sie spülte den Rasierschaum ab und zischte vor Verärgerung über die offensichtlich übrig gebliebenen Stellen.

Sie nahm den Rasierpinsel und begann erneut. Diesmal war der Widerstand bedeutend geringer und zu ihrer Überraschung setzte sie die Klinge im falschen Winkel an. Ein verräterischer Stich sagte ihr, dass sie sich geschnitten hatte. Sie fluchte leise und machte vorsichtiger weiter. Nach einem zweiten Spülen sah sie, dass das Stoppel-Problem erledigt war.

Jetzt waren da nur noch die dünnen Rinnsale von Blut, die ihr Gesicht hinunterliefen.

Den Zauberstab erneut zur Hand nehmend, sprach sie den einfachsten aller möglichen Heilzauber. Das Schicksal schien es gut mit ihr zu meinen - oder sie zumindest zeitweilig zu ignorieren. Die Schnitte heilten spurlos. Erleichtert atmete sie auf. Sie hätte Snape nicht gegenübertreten und sagen können, dass er sich beim Rasieren geschnitten hatte.

Das braucht Übung, dachte sie düster. Genauso der Umgang mit seinem Zauberstab. Trotz der Bemerkungen über albernes Zauberstabgefuchtel[,] würde sie nicht um dieses herum kommen. Sie gewann etwas mehr Übung, indem sie eine Schreibfeder in eine Zahnbürste verwandelte. Gewohnheit und innerer Antrieb machten es ihr fast unmöglich, sich die Zähne nicht zu putzen. Sie zog eine Dusche in Betracht. Dafür sprach, dass es sie aufwecken würde. Dagegen, dass es bedeutete ... nun ja ... nicht angezogen zu sein. Nach einem Augenblick entschied sie, dass das Thema ´ausgezogener Snape` bis zum Abend warten konnte. Oder zumindest, bis sie mit ihm über einen Ausweg aus dieser Situation gesprochen hatte. Nur für den Fall, dass er eine Eingebung gehabt hatte.

Müde, gereizt, gedankenverloren und mit üblen Kopfschmerzen im Anfangsstadium, machte sich Hermine auf den Weg zum Frühstück in der Großen Halle. Sich auf ihren Platz setzend, warf sie nachdenkliche Blicke zu den Gryffindors hinüber. Er saß wo er sollte, sich Essen auf den Teller häufend. Sie bemerkte einen verstohlenen Blick in ihre Richtung, als seine Hand kurz über dem Speck verweilte.

Wag es bloß nicht, dachte sie, seinen Blick bösartig erwidernd. Seine Hand bewegte sich auf die Eier zu. Und was zur Hölle hatte er mit ihren Haaren gemacht - oder, besser gesagt, nicht gemacht? Ihre Kopfschmerzen intensivierten sich.

"Ah, Severus", vernahm sie eine fröhliche Stimme vom anderen Ende des Tisches.

Zum ersten Mal in ihrem Leben war Hermine wenig begeistert, Albus Dumbledores Stimme zu hören. Sie war einfach nicht in der Stimmung für seine Art von Heiterkeit.

"Welche Freude, Sie zur Abwechslung mal beim Frühstück zu sehen. Ich vermute, Sie möchten das Übliche?"

Sie nickte einfach und ein großer Becher schwarzen Kaffee erschien vor ihr. Sonst nichts, daher nahm sie an, dass dies, was Snape anbelangte, das Frühstück war. Was völlig in Ordnung ging. Ihr war zu übel, um zu essen.

Zerstreut nippte sie an dem Kaffee und fühlte, wie das Koffein irgendwo im hinteren Teil ihres Schädels einschlug. Als sie ihn fertig getrunken hatte, schmerzte ihr Kopf immer noch und ihre Laune war nicht viel besser, aber sie fühlte sich zumindest wach. Die Gryffindors machten sich ans Aufbrechen und sie stand auf, mit dem Ziel, Snape abzufangen, bevor er ging. Sie erreichte ihn noch, da er einen ausgedehnten Schluck Wasser nahm. Aus der Nähe sah ihr Haar schlimmer aus. Und ihr fiel auf, dass er sich nicht um Make-Up gekümmert hatte. Kein Wunder, dass sie schrecklich aussah. Sie vermutete, dass es im Moment keine Hoffnung für das Make-Up gab, aber mit dem Haar musste etwas gemacht werden.

"Miss Granger, ich möchte mit Ihnen sprechen bitte", sagte sie und ging aus der Halle.

Pervers erfreut über die Art, mit der sie ihn so kurz abgefertigt hatte und hoffend, dass sie wegen des Treffens am Mittag nicht zu nervös geklungen hatte, schritt Hermine zum Zaubertrank-Klassenzimmer und zu ihrer ersten Unterrichtsstunde als Snape.

Theoretisch würde es kein Problem sein. Erstklässler. Hufflepuff und Ravenclaw zusammen. Die jüngsten Schüler der beiden umgänglichsten Häuser. Niemand von ihnen sollte ausreichend Erfahrung mit Professor Snape haben, um Widersprüche in ihrem Verhalten feststellen zu können. Und sie würde einen einfachen Trank durchnehmen.

Als sie jedoch die Hand auf die Türklinke legte, drohten ihre Nerven sie zu überwältigen. Die Mühe, die es sie kostete die Klinke herunterzudrücken, ließ einen finsteren Blick auf ihrem Gesicht erscheinen, als sie hinein ging und vor die Klasse trat. Sie wurde mit einem Meer von Gesichtern belohnt, deren Blicke von ´nervös-vorsichtig` bis zu ´einfach nur entsetzt` reichten.

Sie starrte sie an und fragte sich, was zur Hölle sie bloß sagen sollte.

"Heute werden wir den Standard-Zaubertrank zur Heilung von Warzen herstellen." Die Schüler sahen sie nur an.

Hermine begann in Panik auszubrechen. Worauf warten sie? Sie fragte sich, was Snape tun würde und erinnerte sich dann an die Lehrerkonferrenz.

"Worauf warten Sie?" fragte sie kalt. "Auf die schriftliche Erlaubnis Ihrer Eltern? Schauen Sie sich die Liste der Zutaten auf Seite 47 Ihres Lehrbuchs an und fangen Sie an.

Es gab eine unruhige Bewegung im Raum, als Bücher, Federn und Pergamentrollen hervorgeholt wurden.

Die Stunde verlief friedlich. Niemand wurde vergiftet, keine Kessel wurden geschmolzen und die meisten Tränke funktionierten laut den Anweisungen. Hermine durchstreifte den Raum nervös und zerschlagen wegen des Schlafmangels und der unerwarteten Koffein-Spritze zu Beginn des Tages. Sie schaffte es sogar, Gründe zu finden, um Schülern Hauspunkte abzuziehen. Niemand sah sie seltsam an. Tatsache war, dass niemand sie überhaupt ansah. Als sie die Klasse schließlich entließ, ihr Abgang nur haarscharf von einer überstürzten Flucht entfernt.

Hermines Kopf schmerzte immer noch und ihre Schultern waren, von den Nerven und der Mühe, ihren Körper aufrecht zu halten, verspannt. Ihre Rückenmuskeln hatten seit ihren drei fruchtlosen Jahren Ballettunterricht in Kindertagen nicht mehr so viel Übung gehabt. Die Schmerzen änderten nichts an ihrer Laune, als sie zum Mittagessen ging. Sie registrierte kaum die Schüler, die ihr auswichen, wenn sie vorbei lief.

Am Lehrertisch aß sie mechanisch und war unfähig, ihren Blick von Harry, Ron und ihr selbst abzuwenden. Das Essen lag ihr schwer im Magen. Sie erinnerte sich daran, dass sie mit Snape ein Treffen vereinbart hatte; dieser jedoch machte sich entschlossen auf den Weg zum Gryffindor-Turm. In plötzlicher, panischer Wut kam ihr in den Sinn, dass er ihr auswich, damit sie alleine dastehen würde.

Oh nein, du Bastard, dachte sie den Tisch verlassend und ihm folgend. Sie holte ihn ein, kurz bevor er den Turm erreichte.

"Miss Granger, wir hatten eine Verabredung." Die Arme verschränkend lehnte sie sich gegen einen Türrahmen und versuchte sich auf die Tatsache zu konzentrieren, dass sie eher wütend als entsetzt war.

Er sah verblüfft aus, dann zornig und offensichtlich verkniff er sich, was er sagen wollte.

"Es tut mir leid ... Professor ... , " begann er . "Ich bin zurückgegangen, um ein paar Bücher zu holen. Ich nahm an, dass Sie mich im Klassenzimmer treffen wollten."

Hermine nickte nur. Ein Teil von ihr war sich dessen bewusst, dass ihr der echte Snape dafür wahrscheinlich Punkte abgezogen hätte, aber ihre Erleichterung brachte mit sich, dass sie sich nicht dazu durchringen konnte.

"Nun gut." Sie versuchte, es kurz zu halten. "Holen Sie Ihre Bücher und wir werden auf dem Weg zum Kerker reden. Da wir beide jetzt hier sind. Beeilen Sie sich," fügte sie mit einer Spur Bösartigkeit hinzu.

Snape nickte und ging. Hermine widerstand der Versuchung, ihre Schläfen zu massieren. Ihre Kopfschmerzen schienen schlimmer zu werden. Einige Augenblicke später erschien er mit Büchern beladen wieder. Zusammen machten sie sich auf den Weg zum Unterricht.

Als sie das Klassenzimmer erreichten, hatte Hermine eine klare Vorstellung dessen, was sie heute nachmittag durchnehmen würde. Außerdem fühlte sie sich wie ein Babysitter für ängstliche Eltern. Nur die eingefleischte Gewohnheit, Lehrern mit Respekt gegenüberzutreten, bewahrte sie davor ihn anzufauchen, dass sie sehr gut wusste, wo die Krankenstation war. Dies und die Tatsache, dass sie wusste, dass er absichtlich versuchte sie zu reizen, damit sie sich wie er verhalten würde.

Unbewusst vergrößerte sie ihre Schrittlänge und atmete tief durch. Think Snape, sagte sie zu sich selbst und war sich der Ironie vollkommen bewusst. Schnell erreichte sie die Tür, stieß sie auf und betrat den Raum. Sie erlaubte ihrem Schwung, sie vor die Klasse zu tragen und erblickte Malfoy, Crabbe, Goyle, Harry ... nein, Potter, Weasley, Longbottom ... Sie drehte sich auf dem Absatz herum und sah, dass Snape ein Stückchen zurück geblieben war. Sie zog eine Augenbraue hoch.

"Nur keine Eile, Miss Granger. Wir können alle warten." Sie sah seine Augen plötzlich auffunkeln. Verärgerung, schlechte Laune, Koffein und Kopfschmerzen kamen allesamt in einem befriedigten, rachsüchtigen Lächeln zusammen. Jetzt weiß er, wie es sich anfühlt.

Rasch setzte sich Snape auf den Stuhl neben Har ... Potter. Sie bemerkte dessen bemitleidendes Lächeln in Snapes Richtung, erwog, eine Bemerkung zu machen und entschied, es sein zu lassen.

"Heute nachmittag", verkündete sie, "werden Sie versuchen, den Vielsaft-Trank erneut zu brauen. Ich erwarte von der heutigen Stunde, dass sie eindeutig weniger dramatisch als gestern verläuft. Ich denke, ich muss die Grundlagen nicht wiederholen. Bitte beginnen Sie."

Malfoy grinste spöttisch in Neville Longbottoms Richtung. Es juckte sie etwas zu sagen und ihr fiel ein, dass sie nicht durfte. Ihr finsterer Gesichtsausdruck war vollkommen authentisch.

Dass die Unterrichtsstunde ein Alptraum war, war keine Untertreibung. Sogar für die Norm von Zaubertränke.

Die ganze Zeit über war sie sich Snapes Anwesenheit bewusst, wissend, dass er sie beobachtete und ihre Darstellung beurteilte. Wann immer sie sich bewegte, folgten ihr seine Augen. Und noch schlimmer, er meldete sich. Vorschlag für Vorschlag, vorsichtig getarnt als unschuldige Fragen über Methode und Ausführung, unterbrach die Stunde.

Schließlich knurrte sie: "Miss Granger, ich schlage vor, dass Sie die Bücher lesen, die Sie so beharrlich mit sich tragen und es mir überlassen, die Klasse zu unterrichten. Dann würden Sie Ihr Aufzeigen sein lassen und ich fände ein wenig Frieden." Sie hoffte, ihn dadurch zu entmutigen. Harry und Ron konzentrierten sich aufmerksam auf ihre Kessel, ihren Blick vermeidend. Ron flüsterte Snape etwas zu. Sie hoffte inständig, dass es "Halt die Klappe" war.

Snapes ständige Unterbrechungen machten sie gereizt und nervös, was sie im Umgang mit dem Rest der Schüler unerträglich machte. Man sollte denken, dass wenigstens einer von ihnen einfachen Anweisungen folgen könnte ohne es zu vermasseln, dachte sie verzweifelt, als sie Dean Thomas mit zusammen gebissenen Zähnen fünf Punkte abzog. Dass sie ihre Frustation nicht an den feixenden Slytherins auslassen konnte, machte es nur noch schlimmer.

Sie war dabei, eine weitere Runde durch den Raum zu machen, als sie mit Schrecken sah, dass Neville ein weiteres Mal dabei war, die Baumschlangenhaut zur falschen Zeit hinzuzufügen.

Um Himmels Willen, Neville, warum musst du mir das heute antun?

Sie wartete darauf, dass Snape ihn aufhielt, wie sie es getan hätte, wenn sie ... nun ja ... sie selbst gewesen wäre. Er rührte sich nicht, aber sein Gesichtsausdruck wies eindeutig darauf hin, dass er wusste was vorging. Sie konnte ihre gereizte Laune nicht im Zaum halten.

"Longbottom", donnerte Hermine.

Neville erstarrte. Sie kam herum und schlug mit der Hand auf den Tisch, so dass er ein wenig zurück zuckte.

"Hat denn nichts der gestrigen Ereignisse Sie etwas gelehrt, Mr Longbottom? Und Sie, Miss Granger," sagte sie und krönte damit ihre Snape-Rolle, "ich dachte, dass Sie, unter diesen Umständen, vorsichtiger anstatt unvorsichtiger mit Longbottom umgehen würden. Wenn Sie ihre Aufmerksamkeit mehr auf ihren Klassenkameraden als auf andere Dinge im Raum lenken würden, könnten wir es vielleicht schaffen, eine Stunde ohne einen größeren Unfall durchzustehen. Mr Longbottom, dafür ziehe ich Gryffindor 20 Punkte ab. Miss Granger, dafür ziehe ich Gryffindor 20 Punkte ab und Sie werden heute Abend nachsitzen."

Betroffene Stille folgte diesem Ausbruch. Sie beobachtete den Raum mit unverhohlen schlechter Laune. Sie konnte Ansätze von triumphierendem Grinsen in den Gesichtern der Malfoy-Bande sehen. Gut. "Arbeiten Sie weiter", endete sie knapp.

Zu ihrem vollkommenen Erstaunen gehorchte jeder demütig. Sogar Snape achtete eher auf Neville als auf sie und Hermine sah ihn einige Male eingreifen, um weiteren Fehlern vorzubeugen. Sie fuhr fort, den Raum zu durchstreifen, versuchend, nicht über die Tatsache nachzudenken, dass sie sich eben selbst eine Starfarbeit gegeben hatte. Neben den Hauspunkten, die sie ihrem Haus abgezogen hatte.

Die Stunde verlief jedoch ohne Zwischenfälle. Alle Tränke gelangen. Niemand verlor Hauspunkte. Als der Letzte das Klassenzimmer verlassen hatte, lehnte sie sich gegen den Schreibtisch und schloss die Augen, vollkommen erschöpft vom Tag.

Um acht Uhr abends schritt sie, auf Snape wartend, im leeren Unterrichtsraum hin und her und versuchte, eine an Ermengard Sprout gerichtete beiläufige Bemerkung von Minerva McGonagall zu vergessen, die sie beim Abendessen zufällig mitangehört hatte. Sie lenkte sich ab, indem sie murmelte, dass sie ihr Temperament zügeln würde. Würde. Die Tür öffnete sich und ein mürrisch aussehendes Mädchen im Teenageralter trat ein, ohne sich mit Anklopfen aufzuhalten.

Er hat nicht geklopft. Ich klopfe immer.

Dieses kleine Detail reichte aus, um ihre schwache Selbstkontrolle zunichte zu machen.

"Miss Granger," sagte sie, Säure tropfte aus jedem Wort, "ich habe den Eindruck, dass ich die Angewohnheit hatte, zu klopfen, bevor ich einen Raum betrete. Bitte sagen Sie mir, zu welchem Zeitpunkt ich heute davon geheilt wurde."

Snape sah sie böse an.

"Ungefähr da, als ich begann meine Schüler zu verhätscheln, Professor Snape," antwortete er, seinen Tonfall dem ihren angleichend.

"Es erstaunt mich, dass ich es geschafft habe Ihren Schülern etwas beizubringen, während Sie mich alle fünf Minuten unterbrochen haben," antwortete sie aufbrausend. "Und da wir gerade über Unterricht reden, was ist mit meinem? Ich habe mitgehört, als Professor McGonagall Professor Sprout gesagt hat, dass ich heute nicht in Topform gewesen wäre. Was genau hat sie damit gemeint?"

Snape schnaubte als Antwort, aber Hermines Zorn, den sie den ganzen Tag unterdrückt hatte, überkam sie.

"Und was ist mit meinen Haaren? Und ist Ihnen jemals aufgefallen, dass ich Make-Up aus einem bestimmten Grund besitze, nicht einfach, um das Badezimmer zu dekorieren? Und haben Sie gemerkt, wieviel Sie gegessen haben? Glauben Sie, ich will die Größe eines Hippogreifs haben, wenn ich meinen Körper zurück bekomme?"

Sie hörte auf hin- und her zu gehen und ließ sich auf einen Stuhl fallen, sich nicht darum kümmernd, ob sie die adäquate Snape-Position eingenommen hatte. Snape selbst sah sie teilnahmslos an.

"Sind Sie fertig?" Die Stimme war kalt aber ruhig.

Sie machte eine abweisende Handbewegung.

"Es gibt wichtigere Überlegungen als die, Ihre Eitelkeit betreffend. Haben Sie mich zum Beispiel Draco Malfoy je rügen sehen? Haben Sie mich je verständnisvoll im Umgang mit leichtsinnigen Fehlern gesehen? Haben Sie mich je eine Klasse etwas bitten sehen? Haben Sie eine Vorstellung der Gefahr, in der wir uns befinden? Haben Sie wirklich die Konsequenzen für uns begriffen, falls wir entdeckt werden?"

Ihr fiel auf, dass Snapes Stimme mehr nervös als wütend klang. Sie sah ihn an und richtete sich auf ihrem Stuhl ein wenig auf.

"Dies ist kein Spiel, Miss Granger," sagte er müde klingend. "Sie müssen nicht einfach nur so tun, als ob Sie ich wären. Sie müssen ich sein.

"Und Sie müssen ich sein," brachte sie ruhiger vor. "Für Sie mag es wie Eitelkeit erscheinen, aber ich bin ein achtzehnjähriges Mädchen. Ordentlich, gepflegt und gut im Unterricht zu sein, ist mir wichtig. Es wird auffallen, wenn Sie das vernachlässigen.

Beide waren still.

"Haben Sie eine Idee, wie wir uns von dieser Situation befreien können?"

Er seufzte.

"Ja, aber sie hat einen erheblichen Nachteil."

Das hörte sich schlecht an, genau wie der Schluss, zu dem sie mitten in der Nacht gekommen war.

"Alraun-Wurzel also," konstatierte sie flach.

Sie freute sich, als sich seine Augen vor Überraschung weiteten.

"Es ist die Lösung, die am wahrscheinlichsten verlässlich funktionieren wird," stellte er fest.

Alraun-Wurzel war der Hauptbestandteil in Tränken, um die ursprüngliche Form von Menschen wiederherzustellen. Hermine erinnerte sich daran, dass sie ihr schon einmal zuvor verabreicht wurde, als sie vom Basilisken versteinert worden war. Unglücklicherweise war es jetzt Ende September und die Alraunen waren nur Sämlinge. Sie konnten in keinem Zaubertrank verwendet werden, bis sie reif waren. Was nächstes Jahr um Ostern herum der Fall wäre. Das bedeutete, dass sie für mindestens sechs Monate in der momentanen Lage festsitzen würden. Wenn sie nicht eine andere Lösung finden konnten.

Sechs Monate. Sechs volle Monate Snape sein.

Sie wusste nicht, ob sie lachen, schreien oder weinen sollte.

"Oh Gott," sagte sie entkräftet.

"In der Tat," stimmte er zu.

Sie biss sich auf die Lippe und hörte abrupt auf, als ihr einfiel, dass Snape so etwas nicht tat. Sie ging davon aus, dass er auch nicht seinen Kopf in seinen Händen vergraben und wimmern würde. Sie begnügte sich damit, ihre Augen zu schließen und für ein Wunder zu beten. Oder wenigstens dafür, dass ihr Kopf nicht explodierte.

Sie richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf sich selbst, als sie eine Stimme vernahm, die "Trinken Sie das" sagte. Sie öffnete ihre Augen um Snape zu sehen, der ihr ein Glas mit einer dunkelroten Flüssigkeit anbot.

"Was ist das?" fragte sie, beinahe hoffend, dass es Gift wäre. Oder zumindest ein Schlaftrank für sechs Monate.

"Weidenrinde und Baldrianpräparat. Wir müssen einige Dinge besprechen und ich dachte es wäre leichter, wenn Sie keine Kopfschmerzen hätten."

Sein Tonfall war gleichgültig aber sie war dankbar für die freundliche Geste. Sie trank die bittere Flüssigkeit und spürte, wie sich das enge Band um ihre Stirn löste.

"Woher wussten Sie das?" fragte sie und wunderte sich, ob ihre Verbindung ihm eine Art speziellen Einblick gab.

"Glückstreffer," sagte er mit einer Spur Ironie. "Ich habe noch nie einen Freitag ohne Kopfschmerzen zu Ende gebracht."

Als die Schmerzen wichen, setzte ihre Rationalität ein.

"Wir werden uns jetzt öfter treffen müssen," sagte sie nachdenklich, "und ich kann Ihnen nicht weiter Nachsitzen geben. Sogar Sie tun das nicht auf einer täglichen Basis. Die Leute werden darüber reden."

"Ja," bemerkte er kühl, "obwohl ich gestehen muss, dass ich die Tatsache ironisch finde, dass ich Ihnen heute Nachmittag wahrscheinlich keine Strafarbeit gegeben hätte, wenn wir in unseren üblichen Rollen gewesen wären. Jedoch hätte ich Ihnen und Mr Longbottom sicher Hauspunkte abgezogen."

Sie sah ihn böse an, bevor sie sich den schwarzen Humor eingestand. Sie fühlte ihren Mund anerkennend zucken. Für einen Augenblick spürte sie ein Aufblitzen von perfektem Verständnis zwischen ihnen beiden. Es war höchst beunruhigend.

"Ein Forschungsprojekt also," fuhr er fort. "Etwas, das häufige Treffen rechtfertigt und uns die Chance gibt, mit der Arbeit an einer Sache zu beginnen, die schneller geht, als Alraun-Wurzeln."

Sie sah ihn scharf an.

"Ja," sagte er mit offenkundiger Boshaftigkeit, "ich erwarte tatsächlich, dass Sie etwas zu dieser Leistung beitragen."

Sie nickte nur. Alles, bloß nicht sechs Monate in diesem ... Zustand.

"Wir sollten uns am Wochenende treffen, um die Details auszuarbeiten," schlug sie vor. "Wie wäre es mit morgen nachmittag? Wir hatten vor, nach Hogsmeade zu gehen, aber es sollte Ihnen möglich sein sich herauszureden, indem Sie Harry und Ron sagen, ich hätte Ihnen einen Aufsatz aufgegeben und dass Sie in die Bibliothek müssten. Sie werden das glauben. Uns beiden," fügte sie recht spitz hinzu.

"Einverstanden," sagte er knapp. Dann fasste er in seine Schultasche und legte ein Blatt Pergament auf den Tisch. "Hier. Das ist für Sie."

Sie sah ihn ungläubig an.

"Was ist das?" fragte sie.

"Ihre Aufzeichnungen für Verwandlung. Und Ihre Hausaufgaben."

Sie schaute auf das Gekritzel vor ihr.

Wie sollte sie da bloß Ordnung hineinbringen?

Sie kämpfte gegen den Impuls an, laut zu seufzen.

Details, in der Tat.





Teil 8: Der Verzückung erlegen

Snape ließ seine Zimmertür hinter sich zufallen und lehnte sich dagegen; die Augen fest geschlossen ließ er seine Tasche auf den Boden gleiten. Er zuckte durch den Klang der herausfallenden Bücher zusammen und schüttelte ermüdet den Kopf.

Wenn er gedacht hatte, dass der Tag sich hingezogen hatte, war ihm der Abend endlos vorgekommen. Zuerst hatte sein Treffen mit Miss Granger die unvermeidliche Diskussion herauf beschwört, wie lange er wohl - sie beide, korrigierte er sich - diese Farce aufrecht erhalten müsste.

Sechs Monate. Er stöhnte und war überrascht - wie er es noch öfters war - über die Töne, die er nun hervor brachte. Sechs Monate voller Abende im Gryffindor-Gemeinschaftsraum. Der Gedanke an ein Forschungsprojekt mit Miss Granger wurde plötzlich sehr reizvoll; Ruhe und Frieden in seinem Zaubertranklabor. In seinen eigenen Räumen, dachte er plötzlich und ließ seinen Blick durch das Zimmer schweifen. Räume, in denen er wusste wo alles war, wo orangefarbene Nadelkissen sich nicht des Bettes bemächtigten - er sah Krummbein finster an, der die ihm entgegen gebrachte Boshaftigkeit nicht beachtete.

Die Boshaftigkeit verflog und Snape lachte über die totale Gleichgültigkeit der Katze; Gleichgültigkeit ist Glückseligkeit, dachte er, erschöpft von der Mühe, ein 18jähriges Mädchen zu spielen. Nicht einmal ein normales 18jähriges Mädchen; er hatte einigen der Gryffindor-Mädchen zugehört und versucht, sich anzuschließen. Was auch immer er gesagt hatte, offensichtlich hatte es nicht richtig geklungen - glücklicherweise dachten die anderen, dass es ein erneuter Versuch der Schulsprecherin wäre, in die Konversation einzusteigen und es schien, als ob Miss Granger das nicht besser konnte als er.

Immer noch an der Tür lehnend, rieb sich Snape den Kopf. Er hätte etwas Baldrian- und Weidenrindenaufguss für sich selbst herstellen sollen; es erschien ihm, dass er, egal welchen Körper er okkupierte oder welches Leben er zu führen versuchte, dazu bestimmt war, Freitage mit Kopfschmerzen zu beenden.

Vielleicht hatte Miss Granger etwas, das er einnehmen könnte.

Die Bücher auf einem ungeordneten Stapel zurücklassend - morgen war Samstag, er würde sich dann darum kümmern - ging er ins Badezimmer. Wieder. Es schien sein Schicksal zu sein, seine Zeit als Miss Granger in deren Badezimmer zu verbringen, dachte er müßig.

Verschiedene Flaschen und Packungen auf dem Regal durchstöbernd - Tampons? Es sah so ähnlich aus wie Baumwolle - fand er eine blaue Packung, die Schmerzstillung für sich beanspruchte. Er öffnete sie und erwartete etwas wie ein Pulver, das er einnehmen könnte. Ein metallischer Streifen fiel heraus; neugierig drehte er ihn um, um auf der anderen Seite eine Reihe von Tabletten zu finden.

Snape runzelte verwirrt die Stirn und sein Blick fiel auf seinen Gesichtsausdruck im Spiegel. 36 Stunden zuvor hatte er ein Stirnrunzeln besessen, das Kinder Schutz suchen und verstummen ließ. Nun ... na gut, das beste, was man sagen konnte war, dass er einfach ... verwirrt aussah. Er schüttelte den Kopf und widmete seine Aufmerksamkeit wieder den Schmerztabletten. Nach seinen Erfahrungen waren Tabletten - wenn man sie benutzen musste - in Flaschen verwahrt. Es konnte dennoch nicht so schwer sein, mit Muggel-Erfindungen umzugehen. In der Tat hatte er ziemlich schnell den Dreh raus und hielt bald zwei Tabletten in seiner Hand. Er nahm sie in den Mund um sie zu schlucken und sein Gesicht verzerrte sich. Der Geschmack war widerlich; und sein Kopfweh wurde schlimmer, als er das Gesicht vor Ekel verzog. Er merkte sich, morgen nach dem Treffen mit Miss Granger etwas Baldrian und Weidenrinde aus dem Zaubertranklabor zu holen.

Harry und Ron hatten sich heute abend vorgenommen, ´Hermine` morgen nach Hogsmeade zu schleppen, was ihn verstehen ließ, warum das Mädchen soviel Zeit in der Bibliothek verbrachte. Schließlich hatte er es geschafft, ihre lästige Hartnäckigkeit zu unterbinden, indem er sie angeschnauzt hatte; glücklicherweise war diese Reaktion eindeutig nicht unerwartet. Wenn überhaupt schien Harry zu denken, dass er länger ruhig geblieben war als sonst.

Der Großteil seiner Kopfschmerzen kam von diesem geistigen Drahtseilakt, versuchen, vorherzusehen, welchen Verhaltens sich Hermine bedienen würde - und wann. Er begann zu denken, dass sie vielleicht doch nicht so anders als er selbst war, wie er es erwartet hätte ... was beunruhigend war. Er war wirklich nicht davon überzeugt, dass er herausfinden wollte, dass er Gemeinsamkeiten mit einem jungen Mädchen hatte.

Sogar ihre Bücherregale erinnerten ihn an seine eigenen - sie waren kleiner und es mangelte ihnen an Vermögenslage und einigen Jahrzehnten, bis sie an seine Sammlung heranreichten, aber das Potential war da. Er verließ das Badezimmer, um sie sich genauer anzusehen - gestern Nacht hatte er ihnen nur einen oberflächlichen Blick gegönnt, da er zu beschäftigt mit der Situation gewesen war, um auf solche Details zu achten.

All diese Gedanken waren gut und angemessen; doch taten sie nichts anderes, als das Unvermeidliche hinauszuzögern.

Erneut beäugte er das Bett mit Widerwillen; Schlaflosigkeit brachte Probleme mit sich, aber jetzt hätte er sie begrüßt. Sogar seine Kopfschmerzen nahmen ab - was auch immer in den Tabletten war funktionierte eindeutig. Kein Wunder, dass Miss Granger solche Dinge auf Vorrat hatte, wenn sie so schnell wirkten.

Die Katze hatte eindeutig beschlossen, dass Diskretion im Zusammenleben mit dieser seltsamen Inkarnation, die wie sein Frauchen aussah und roch, sich aber völlig anders verhielt, die bessere Entscheidung wäre - während Snape im Bad gewesen war, war das Pelzknäuel vom Bett zum Stuhl gewandert. Als Snape dies schließlich auffiel, lächelte er fast. Ein kleiner Sieg, aber die Dinge waren plötzlich so viel einfacher.

Er folgte der selben Routine wie in der vorigen Nacht; schlug die Überdecke zur Seite - die Hauselfen hier in Gryffindor waren genauso versessen auf präzisioniertes Bettmachen wie die, die die sich um die Kerker kümmerten - und zog sein Nachthemd unter dem Kopfkissen hervor, ohne es groß anzusehen. Ein leises Murmeln ließ das Licht erlöschen; die schweren Vorhänge sperrten jede Helligkeit aus, so dass er sich schnell und vorsichtig, sich auf seinen Tastsinn verlassend - wohlgemerkt ohne viel zu berühren - daran machte, sich seiner Kleider zu entledigen und unter die Bettdecke zu schlüpfen.

Er starrte in die unendliche Dunkelheit und fühlte wie der Schlaf ihn mit sich ziehen wollte.Gedanken wühlten sich durch seinen Kopf - insbesondere der Zaubertrankunterricht heute nachmittag lief in ihm wieder und wieder ab. Er hatte sich kindischer Rache hingegeben, seine Hand gehoben und unaufhörlich Fragen gestellt. Er wollte sicher gehen, dass Miss Granger genau verstehen würde, womit ihre Lehrer all die Jahre umzugehen hatten - sie hatte erstaunlich wenig Mitgefühl gezeigt; entweder glich sie sich schneller seiner Rolle an als er zu diesem Zeitpunkt erwartet hatte oder seine Handlungen ließen sie unbeeindruckt. Sie war kompetent gewesen - fast alarmierend kompetent - für jemanden, der noch nie unterrichtet hatte; seine Ängste, dass sie seine Klassen verhätscheln würde, schienen deplaziert zu sein. Beim Mittagessen hatte er einen kleinen Hufflepuff in Tränen ausbrechen sehen, wegen dem "Verhalten vom bösen, alten Snape" im Unterricht heute morgen.

Er war - widerwillig - beeindruckt. Sie konnte fast so unfreundlich wie er sein.

Schlaf umgab ihn beharrlicher, aber er konnte ihm nicht nachgeben - etwas ließ ihn wach bleiben, rüttelte im hinteren Teil seines Verstandes und entzog sich allen Versuchen, es ans Licht zu bringen. Snape wälzte sich im Bett hin und her, Klarheit und Schlaf suchend, und die Laken wickelten sich um ihn bis er knurrte - jetzt ein seltsamer Ton - und sich aufsetzte, sie von sich schiebend.

Deshalb trug er nie Nachthemden; jeder Versuch Schlaf zu finden war unvermeidbar unruhig und die Kleidung und die Decken rieben und verwickelten sich ineinander. Ohne Kleidung glitt die Decke einfach über seine Haut und versuchte nicht, ihn zu erdrosseln.

Könnte er?

Sollte er?

Es war dunkel, kein Licht durchbrach die Privatsphäre und niemand würde es erfahren; er brauchte Schlaf, stellte er rationell fest. Eine kleine Stimme, die Gewissen genannt werden könnte, wenn er geglaubt hätte, dass er eines besaß, meldete sich zu Wort und erinnerte ihn daran, dass das bloß Ausreden waren.

Ein weiteres Knurren, diesmal an sich selbst gerichtet, entsandte alle Gedanken in die Dunkelheit, als er das Nachthemd über den Kopf zog.

Er hatte es getan.

Und die Welt war nicht untergegangen.

Genauer ausgedrückt war McGonagall nicht ins Zimmer geplatzt und hatte nicht zu wissen verlangt, wieso er ihre Lieblingsschülerin entkleidete.

Snape atmete aus, sich nicht bewusst, dass er die Luft angehalten hatte und ließ sich zurück ins Bett fallen. Er war erleichtert, die kühlen Laken auf seiner Haut zu spüren und versicherte sich sorgfältig, dass seine Hände neben ihm auf dem Bett lagen.

Er zog die Decke hoch und erstarrte. Bestimmte Teile seiner neuen Anatomie reagierten eindeutig auf die Kälte der Nacht - oh Gott, wie konnte Hermine mit dieser Art von Empfindlichkeit schlafen!? Die Decke fühlte sich an, als ob sie über seine Brüste rieb, sich gegen seine Brustwarzen presste ... Snape fragte sich, ob das Bett in der Mitte zusammenklappen, oder der Erdboden sich öffnen und ihn verschlucken würde, beim Gedanken an Hermines ... er bemerkte noch nicht einmal, dass er sie in seinem Kopf jetzt beim Vornamen nannte.

Er biss die Zähne zusammen und zog behutsam die Decke hoch, sie ein gutes Stück vom Körper entfernt haltend, bis sie sein Kinn erreichte und ließ sie dann darauf sinken. Er war sich des Stoffes immer noch sehr wohl bewusst, aber wenn er sich nicht bewegte, war das Gefühl erträglicher.

Sehr viel erträglicher.

In Wahrheit eher angenehm.

Snape schrie fast vor Frustation und ... Erregung. Zumindest dachte er, dass es das war. Ein seltsames Gefühl, das schwer in seiner Magengrube lastete und anscheinend direkt mit seinen Brustwarzen verbunden war. Wenn das nur der Effekt der Bettdecke war, begann er zu verstehen, wieso Frauen protestierten, wenn Männer es zu eilig hatten, um aufmerksam und rücksichtsvoll genug zu sein, bevor sie sich auf den Weg nach unten machten. Wenn er er in seinen Körper zurückkehrte, würde er sicher gehen ...

Snape lachte laut auf. Wann würde er diese Möglichkeit bekommen? Wen aus seinem Harem würde er sich zuerst vornehmen? [Anmerkung der Übersetzerin: Ich hätte da ein paar Ideen ...] Er lachte erneut. Die einzige Begünstigte dieser Information würde seine Fantasie sein, so, wie es immer gewesen war.

Er drehte sich abrupt um, versuchend, sich von Selbstmitleid und ungewollter, aber willkommener, Erregung zu distanzieren. Das erste gelang ihm, das zweite jedoch nicht, als er fühlte, dass die Erregung sich verdreifachte, als er sich beim Umdrehen gegen das Bett rieb. Sein Mund wurde trocken und er wand sich sofort wieder um. Er presste die Augen zusammen und zählte Zaubertrankzutaten und -rezepte auf. Als ihm klar wurde, dass seine Hände das, was nun seine Brüste waren, gefunden hatten und sie versuchsweise berührten und rieben, gab er auf. Schließlich brauchte er Schlaf und dies war eine genauso gute Möglichkeit wie alle anderen, Schlaf herbeizuführen. So ähnlich hatte er sich das schon vorher oft eingeredet.

Das Gewissen - vielleicht war es Hermines, das sie in ihrem Verstand zurückgelassen hatte? - schrie mit Empörung über die Idee, eine Schülerin zu schänden.

Aber sie würde es nie erfahren. Und er brauchte wirklich Schlaf.

Die Stimme in seinem Kopf klang ab, erstickt durch Empfindungen, die ihn durchfuhren, als er seine andere Hand auf seinen Bauch und dann tiefer schob ... am Morgen würde er dafür bezahlen müssen. Alles, was sich so gut anfühlte, hatte seinen Preis; und er büßte schon Karma-Punkte mit einer gewaltig beschleunigten Geschwindigkeit ein.

Seine Finger bewegten sich sachte durch die weichen Locken, die durch die Wärme im Raum feucht waren ... oh bitte. Bittebittebitte ... Snape gab alle Versuche das was er tat rational zu erklären oder zu rechtfertigen auf und gab sich dem einfach hin. Seine Finger, immer noch ein wenig ungeschickt und ungeübt, schlüpften zwischen die Falten, die er erforschte und tauchte zwischen ihnen ein. Sein Körper wusste ganz genau, was er tat, obwohl es recht neu für ihn war; er spreizte seine Beine und zog sein linkes Knie hoch, um seiner Hand mehr Zugang zu gewähren.

Snape war sich, zumindest am Rande, bewusst, was vor sich ging - aber irgendwo zwischendrin, hatte er die Kontrolle seinem Unterbewusstsein übergeben, oder Hermines Unterbewusstsein. Wem es auch gehörte, es machte seine Arbeit jetzt gut.

Er spürte, wie er einen Finger in die tiefere Öffnung schob, die er zwischen den geschwollenen Falten gefunden hatte und fühlte ihn durch die nasse Hitze gleiten, um von Muskeln empfangen zu werden, die sich in ihm anspannten. Die Schwere in seinem Magen, die sich intensivierte, bewegte sich nach unten. Das war ... vollkommen neu. Überhaupt nicht, was Masturbation sonst für ihn war; das schnelle, harte Reiben und die genauso schnelle Erleichterung in der Dusche war ganz und gar nicht wie diese fast luxuriöse Steigerung der Sinne, bei der Bewusstsein und Feuchte sich vereinigten.

Lange hatte er seine Neigung zum Hedonismus unterdrückt; er fragte sich, ob er nach heute abend jemals wieder fähig wäre, es zu unterdrücken. Oder sogar ob er Hermine ihren Körper zurückgeben würde.

Zwei Finger nun, sie drückten gegen seine Hitze, während Snape das Gesicht verzog. Er verzweifelte fast, war beinahe gewillt, ein Kind der Hölle seines Lebens auszusetzen, nur damit er den Zugang zu dieser Verzückung aufrecht erhalten könnte. Dennoch war er nicht edel genug, um die Verzückung zu verweigern.

Dann verloren sich alle Gedanken in einem roten Nebel und die Konzentration des Bewusstseins in der sich verengenden Spirale um seine Finger; die Schwere verdichtete sich und explodierte dann.

Snape sah Sterne - im wahrsten Sinne des Wortes. Kleine Lichtblitze schossen durch die gedämpften Farben seiner geschlossenen Augen, sich umeinander schraubend und vergehend wie Quecksilber auf einem Schieferboden.

Ein langer, erschaudernder Seufzer durchbrach die Stille; Snape glaubte nicht, dass er aufgeschrien hatte - auf jeden Fall schien die Katze sich nicht bewegt zu haben. Andererseits hätte das ganze Gryffindor-Haus in den letzten paar Minuten hier herumlaufen können und er hätte es nicht bemerkt. Es gab niemanden, der es gehört haben konnte, selbst wenn er irgendein Geräusch gemacht hätte. Die Vorteile des Schulsprecherin-Zimmers. Er begann, sie jetzt sogar noch mehr zu schätzen.

Snape brachte vorsichtig die Finger auf seinem Körper zum Stillstand, löste die Hand, die immer noch seine Brust umklammerte und wurde sich seines Geruches bewusst - scharf und moschusartig gab er zweifelsohne zu verstehen, was er getan hatte. Am Morgen würde er duschen müssen ...





Teil 9 - Überlasse es der Physiologie, Deinen Tag zu zerstören

Teil 9 - Überlasse es der Physiologie, Deinen Tag zu zerstören.

 

Freitag war nun endlich vorbei, so unmöglich es Hermine am Anfang des Tages auch erschienen sein mag. Sie zog die Tür hinter sich zu, die Hausaufgaben noch fest in der Hand, schloss die Augen und lehnte sich zurück, den Kopf gegen das dunkle Holz ruhend. Was genau hatte sie getan, um diese Situation zu verdienen, fragte sie sich ernsthaft. Denn wenn sie es je herausfinden sollte, versicherte sie jeglichen Gottheiten, die möglicherweise zuhörten, würde sie es ihr Leben lang bereuen. Das versprach sie wirklich. Alles, wenn sie nur ihren Körper und ihr Leben zurückbekommen würde.

Eine Kombination aus Angst, Adrenalin und dem einfachen Bedürfnis, klar zu kommen hatte sie die letzten beiden Tage überstehen lassen. Jetzt musste sie den Ereignissen entkommen und sie verarbeiten. Sie öffnete ihre Augen, murmelte Lumos und hatte kaum den Raum betreten, als sie bemerkte, dass sie wieder einmal allein in Professor Snape's Privatgemächern war.

Nein, verbesserte sie sich selbst, ihre Privatgemächer. Ihr Lebensraum für die nächsten 6 Monate. Am vorherigen Abend und an diesem Morgen hatte sie sie so schnell wie möglich durchquert und versucht so wenig wie möglich mitzubekommen ohne jedoch über irgendetwas zu fallen. Sie hatte lediglich winzige erste Eindrücke registriert und gehofft, dass sie sich nicht noch mehr daran gewöhnen musste.

Soviel dazu.

Sie fühlte dieselbe Art von Snape's Anwesenheit wie bereits am vorherigen Abend, obwohl der Mann selbst, oder zumindest sein Geist, abwesend war. Sie konnte beinahe seine bissige Stimme hören, die ihr befahl nichts anzufassen oder zu zerbrechen. Unbewusst, jedoch mit Bestimmung zog sie ihre Schultern zurück.

Wenn ich hier leben soll, muss ich auch wissen, was sich hier befindet.

Sie begann sich aufmerksamer umzusehen. Ihr erster Eindruck bezüglich der Größe stimmte tatsächlich. An einem Ende rund um den Kamin befanden sich zwei große Ledersessel und ein dazu passendes Sofa, lang genug um sich darauf auszustrecken - sogar für Snape. Statt einem offenen Feuer befand sich in dem Kamin ein geschlossener Ofen - eine geniale Methode um ungewollte Gäste zu entmutigen, dachte sie geistesabwesend. Eine lange Wand war durch zwei deckenhohe Fenster unterbrochen. Sie verdrängte erst mal die Unangemessenheit von Fenstern in einem Kerker. Zwischen den Fenstern stand eine lange, flache Kommode. In einer Ecke war ein riesiger Tisch mit einigen wahllos platzierten Stühlen. Die restlichen Wände waren mit Glasschränken voller Bücher und Schriftrollen zugestellt. Selbst nach einem flüchtigen Blick fühlte Hermine sich schon wie ein Kind, das auf einen Süßigkeitenladen losgelassen wurde.
Texte über Alchemie, Zaubertränke, Heilung und etliche über Philosophie, Psychologie, Physiologie, Physik, Chemie, Kräuterkunde … Die Liste schien endlos zu sein. Dazwischen erkannte sie Muggle Klassiker - Dickens, Shakespeare - zusammen mit Biographien, Geschichtsbüchern und Anthropologiebüchern…
Es schien so als wäre sie nicht die einzige, die alles lesen würde, was irgendwo geschrieben stand.
Zögernd riss sie sich von den Regalen los und fuhr mit ihrer Erkundung fort.
Die Wände, die man noch sehn konnte, waren in einem hellen Ton gestrichen, mit einer überraschenden Spur apricot. Der ganze Raum war unerwartet warm, bemerkte sie; die Kombination aus polierten Kastanienmöbeln, kupfer- und bronzefarbenen Läufern und dunkelbraunem Leder gaben ihm eine unbestreitbar männliche aber auch seltsam anziehende Atmosphäre.
Aber enthüllend war nicht die Gemütlichkeit sondern die Desorganisation. Alles über Snape's professionelle Haltung, von der Ordnung seiner Lager bis zu der Exaktheit seiner Methoden deuteten einen beinahe krankhaften Ordnungsfimmel an. Lediglich seine äußerliche Erscheinung könnte von diesem Eindruck ablenken und Hermine begann bereits die Anstrengung, mit der er jegliche Spekulationen diesbezüglich vermied, zu schätzen. Nein, sein Lebensraum war nicht wirklich unordentlich aber definitiv bewohnt, positiv gewertet.

 

Auf den meisten, wenn nicht sogar allen Oberflächen lagen Bücher, Papiere oder Ähnliches. Das schließt alles ein, bis auf einen Stuhl. Ein Stapel Bücher lag beim Kamin - ein weiterer guter Grund für einen Ofen an Stelle eines offenen Feuers, dachte sie - wahrscheinlich Bücher, die er durchgeblättert hat. Einige der Schränke waren nicht richtig geschlossen, was andeutete, dass die darin stehenden Bücher genutzt wurden und nicht nur zur Dekoration dienten. An den seltenen Stellen, die nicht an eine Bibliothek erinnerten, standen seltsame … Ornamente wäre wohl das passende Wort, schätzte sie, auch wenn das an furchtbare Bilder von China Porzellan und dekorativen Tellern erinnerte.
Genau wie bei den Büchern, waren diese Dinge eine beeindruckende Mischung; Glassphiolen verschiedener Größen, seltsame bronzene Instrumente, Messing Vorrichtungen, die sehr stark an wissenschaftliche Muggle Apparate erinnerten…
Mit Erstaunen stellte sie fest, dass seine Räume auf eine seltsame Art an Dumbledore's Büro erinnerten.

Wie außergewöhnlich.

Um sich selbst von diesem Gedanken abzulenken, ging sie zu einem der Fenster. Sie waren mit dicken Vorhängen eingerahmt, die noch geöffnet waren; ohne Zweifel so, wie er sie vor zwei Tagen verlassen hatte. Träge blickte sie nach draußen. Die Sonne war vor einiger Zeit untergegangen und die fernen Hügel waren nur eine blasse Silhouette im silbernen Licht des Mondes. Sie sah hinunter auf die Neigung des Bodens und bemerkte, dass es diese Steigung des Landes war, die es den Kerkern auf dieser Seite des Schlosses ermöglichte, noch über der Erde zu sein. Die Kombination der Helligkeit innen und der Dunkelheit außen verwandelte das Fenster in einen Spiegel. Die große, bittere Figur von Professor Snape stand vor ihr. Mit einer plötzlichen Bewegung löste sie die Vorhänge und das Glas war bedeckt. Die Reflektion war kurzzeitig verbannt.

Hermine suchte irgendetwas, das sie davon abhalten würde in Selbstbetrachtung zu verfallen und fand eine seltene leere Stelle, wo sie ihre nicht entzifferbaren Schriftstücke, die anscheinend ihre Transfigurations Notizen darstellten, ablegen konnte. Sie dachte, dass sie vielleicht irgendwo Platz schaffen sollte um ihre Dinge nicht mit Snape's Arbeiten durcheinander zu bringen, aber nach kurzer Überlegung entschied sie, ihn beim nächsten Treffen deshalb zu fragen. Sie wollte nicht wissen, wie er reagieren würde, wenn sie irgendetwas Wichtiges verlegen würde.
Also noch etwas worum ich mich kümmern muss. Das Leben von jemand anderem zu übernehmen war um einiges komplizierter als es auf den ersten Blick schien.

Letztendlich konnte sie der Verlockung nicht mehr widerstehen, ging zum nächsten Bücherregal und begann den Inhalt zu inspizieren.
Wenn man jemanden nach dem Inhalt seiner Bücherregale beurteilen könnte, würde ein Muggle Psychologe wahrscheinlich daran verzweifeln, Snape zu analysieren, dachte sie. Es schien nichts zu geben, was der Mann nicht liest. Tatsächlich, korrigierte sie sich selbst, schien es nicht so, als würde er romantische Romane lesen, was wahrscheinlich positiv war. Ihre Nerven waren nicht wirklich bereit für einen Snape, der es sich mit Vom Winde verweht oder einem netten Barbara Cartland Roman gemütlich macht.
Sie sah, dass er einige professionell aussehende Bücher über Quidditch Regeln besaß, bemerkte aber zufrieden, dass er die fanbezogenen Lobeshymnen auf die Chudley Cannons oder von irgendeinem anderen Team nicht zu sammeln schien.
Von den Romantik und Sport Lücken abgesehen, war seine Bibliothek beeindruckend umfassend. Sie öffnete die Glastür und zog ihre Finger sanft über die Buchrücken von einigen Texten. Für Hermine waren Bücher beinahe sinnlich. Sie schätzte sie als Objekte, nicht nur für die Informationen, die sie enthielten. Muggle Archäologie stand neben Zaubergeschichte; chinesische Alchemie neben Immunbiologie und Virologie; Stendhal neben Camus; Sartre lag auf Schroedinger und Kierkegaard.

Der Ofen war warm, die Sessel gemütlich - zusammenfassend dachte sie, dass es Schlimmeres gäbe, als die nächsten sechs Monate hier zu verbringen.

Etwas später bemerkte sie, dass die Auswirkungen der Anstrengung und Erschöpfung bedeuteten, dass sie ihre Augen nicht länger offen halten konnte. Zögernd löste sie sich von seinem Schatz an Büchern und ging ins Bett. Das Schlafzimmer wirkte genauso freundlich, wie der andere Raum. Warme Läufer auf dem Boden, ein weiterer Ofen im Kamin, ein großes, gemütliches Bett und einfache Holzmöbel. Auf Nützlichkeit beschränk, aber dennoch nicht übertrieben - eher unkompliziert.

Eine unerwartete Eigenschaft bei diesem unnahbaren, sarkastischen Mann. Nur das Badezimmer schien die Strenge, die man ihm zuordnet, wiederzuspiegeln.

Sie war zu müde, um diese Tatsache zu analysieren, zog sich bis auf die Unterwäsche aus ohne darüber nachzudenken und fiel ins Bett. Diesmal schlief sie tief und gnädigerweise traumlos.

Am nächsten Morgen erwachte sie langsam in einem seltsamen Schleier der die Gewissheit begleitet, dass es Samstagmorgen ist und nichts Wichtiges zu erledigen ist. Träge drehte sie sich im Bett um und berührt etwas ungemütlich Hartes unter ihren Oberschenkel.

Mist, dachte sie schläfrig, ich muss schon wieder über einem Buch eingeschlafen sein. Geistesabwesend bewegte sie ihre Hand um den nervigen Text hervorzuziehen. Ihre Hand schloss sich um etwas Warmes und ein scharfes und sehr angenehmes Gefühl breitete sich in ihrer Magengegend aus.
Sofort war Hermine wacher, als sie es je in ihrem Leben gewesen ist; sie saß aufrecht und starrte angeekelt ihre Hand an, wie etwas, das nicht zu ihrem Körper gehörte.

Gott. Oh Gott. Oh mein Gott.

Die Hand war nicht ihre. Dieses... das... es... war mit Sicherheit nicht von ihr....

Sie versuchte verzweifelt ruhiger zu atmen, als die Welt sich wieder zusammenfügte und ihr Verstand wieder zu denken begann. Sie begann sich wieder zu erinnern und sie schloss ihre Augen und stöhnte laut. Das war nicht am vorherigen Morgen passiert. Aber sie hatte die Nacht zuvor auch nicht wirklich geschlafen.

Das war wirklich nicht fair.

Der Druck in ihrem Unterleib machte sich wieder bemerkbar, was bedeutete, dass sie irgendeinen Weg finden musste um dieses Problem zu lösen. Sie zwang sich selbst dieser Situation entgegenzutreten und dachte nach. Es gab nur zwei Möglichkeiten. Eine kalte Dusche oder … direktes Handeln. Ihre Gedanken wurden von Lösung Nr. 2 abgestoßen wie ein Magnet, der auf seinen identischen Zwilling trifft.

Eine kalte Dusche also. Na prima.

Sie stieg schwungvoll aus dem Bett und ging Richtung Badezimmer. Die Steifheit am oberen Ende ihrer Beine machte das Laufen etwas ungemütlich. Nicht zu vergessen das ... nicht ganz eindeutige ... Gefühl von Kleidung auf sehr empfindlicher Haut. Die Zähne zusammen beißend stellte sie die Dusche an bis das Wasser so kalt war, wie sie es gerade noch vertragen konnte. Also gut, sagte sie zu sich selbst. Zeit zum Duschen. Du musst Dich waschen. Sogar Snape stinkt nicht wirklich. Was bedeutete...

Ihre Finger bewegten sich sehr vorsichtig in Richtung des Hosengummis und zogen die Shorts langsam nach unten. Sie konzentrierte sich auf die Duschwand wie jemand, der auf einem Bein steht und das Gleichgewicht nicht verlieren will. Sie ließ los, die Kleidung fiel auf den Boden und nachdem sie tief eingeatmet hatte stieg sie unter die Dusche. Sie keuchte als der Strahl ihren Körper berührte. Dann drehte sie sich um, so dass das Wasser über ihre Vorderseite lief und konzentrierte sich darauf an alles mögliche zu denken, was absolut nicht sexy war - Wahrsagen, Trevor die Kröte, Argus Filch… Nach einiger Zeit ließ das ungewöhnliche Gefühl in ihrem Unterleib nach und sie konnte wieder normal atmen. Nachdem das erste Problem gelöst war drehten sich ihre Gedanken um die Sauberkeit. Eine kurze Erkundung der Duschkabine brachte überhaupt nichts zum Vorschein. Es war ja nicht so als wenn sie Gilderoy Lockhart's signiertes, sanftes Duschbad für Zauberer mit Extrakten von römischer Kamille erwartet hätte, aber er musste sich doch sicher mit irgendetwas waschen.

Sie wusste, von dem Rasier Vorfall, dass es nichts weiter im Badezimmer gab. Sie blickte sich erneut etwas verzweifelt um. Es war streng und einfach und ansonsten gar nichts.

In der Ecke der Dusche entdeckte sie endlich etwas. Es war ein Stück, ca. 10 cm lang, 5 cm breit und 1 cm dick. Und es war grün. Sie nahm es in die Hand und roch skeptisch daran. Es sah irgendwie so aus wie die Haushaltsseife, die ihre Mutter benutzte um allen möglichen Schmutz von allen möglichen Materialien zu entfernen.

Er wäscht sich damit? Auch seine Haare? Kein Wunder, dass er so aussieht ... Es wäre besser für ihn, wenn er das Shampoo in meinem Badezimmer entdecken würde.

Der Teil in ihr, der immer ein 18 Jahre altes Mädchen bleiben würde, war extrem angeekelt. Dennoch sah es nicht so aus, als würde es in dem Moment eine andere Lösung geben. Zögernd begann sie ihre Brust einzuseifen, immer noch verärgert über diese Art von Selbstmisshandlung. Sie hatte ihre Hände mehrmals über sich selbst gleiten lassen bevor ihr klar wurde, dass sie Snape wusch. Unannehmlichkeit mischte sich mit Neugierde. Sie hatte vorher nicht unbedingt über Snape's Körper spekuliert, aber nun schien es ja so, als müsste sie eine Zeit lang damit leben. Und da dies ihre erste Chance war einen männlichen Körper näher und intimer zu erkunden …Und natürlich war sie ja ein Gryffindor und würde keiner Herausforderung ausweichen. Sie drehte die Dusche wärmer und begann mehr darauf zu achten, was sie tat.

Der Körper unter ihren Händen fühlte sich nicht wirklich unangenehm an, entschied sie. Die Brust war muskulös mit ein paar wenigen Haaren. Der Bauch war flach und betont, trotz der Menge an Nahrung, die sie zu brauchen schien. Anscheinend erlaubte es sein Stoffwechsel viel zu essen ohne zuzunehmen. Sie konnte wetten, dass er nicht wusste wie glücklich er sich schätzen konnte. Weiter unten traf ihre Hand auf mehr gelocktes Haar und sie stoppte abrupt, noch nicht bereit weiter zu gehen. Sie übersprang diese Stelle fürs erste und begann ihre Beine zu waschen. Sie waren lang und die Oberschenkelmuskeln gut ausgeprägt. Seine Waden waren genauso gut geformt und auf seinen Schienbeinen waren einige schwarze Haare bis hinunter zu seinen Knöcheln. Seine Füße waren schmal und überraschend elegant.

Sie ließ das Wasser an ihrem Körper herab laufen und wusch ihre Haare, mit ernsthaften Zweifeln über die Wirkung der Seife als Shampoo.

Danach stellte sie das Wasser aus und verließ die Dusche. Sie fühlte sich etwas besser, trocknete sich mit dem großen Handtuch ab und schaute sich nach einem Bademantel um.

Sie seufzte auf Grund der unvermeidlichen Abwesenheit. Sie schätzte, dass sie sich an das Fehlen bestimmter Dinge, die sie als wichtig betrachtete, gewöhnen würde. Offensichtlich störte Snape seine eigene Nacktheit überhaupt nicht. Nicht, dass es irgendwen gäbe, den das kümmern würde, dachte sie böswillig. Irgendwie musste sie damit auskommen, wickelte ein Handtuch um ihren Oberkörper und ging zur Toilette. Der Druck in ihrem Unterkörper hatte sich nun zu etwas entwickelt, das sie kannte und wobei sie wusste was zu tun ist. Sie starrte auf das Becken und überlegte, ob sie es im Stehen versuchen sollte.

Hmmm. Ein Schritt nach dem anderen, denke ich.

Sie setzte sich und hielt diskret das Handtuch aus dem Weg. Danach ging sie zum Waschbecken. Als sie ihr Gesicht wusch, bemerkte sie, dass es wieder Zeit zum Rasieren war.

Diesmal brauchte sie nicht so lang dafür und die Verletzungen waren geringer. Ohne Zweifel würde sie es nach einer Weile hinkriegen. Sie war gerade dabei ins Schlafzimmer zu gehen um sich mit Snape's Zauberstab zu heilen, als sie einen kurzen Blick auf sich selbst im Wandspiegel zu sehen bekam. Sie zögerte. Sie musste sich wirklich an diesen Körper gewöhnen. Und in der Dusche hatte sie nicht sonderlich viel gesehen.

Sie hielt an und trat sich selbst gegenüber.

Das Gesicht und die Haare waren bekannt, wenn auch ein wenig feucht und bezüglich des Gesichtes an ein paar Stellen blutend. Er war blass. Sehr blass. Aber der Körper war genauso mager und gut gebaut, wie sie es mit ihren Händen gefühlt hatte. Langsam führte sie eine Hand nach oben und fuhr mit ihren Fingern über den Rand der Brustmuskulatur, sie bemerkte die Breite ihrer Schultern noch mehr als in der Dusche. Sie streckte ihre Arme, zog sie wieder zusammen und beobachtete die Kontraktion des Bizeps'. Die Arme waren kräftig und mit wenigen Haaren bedeckt. Langsam drehte sie sie um, was die empfindliche Haut des inneren Unterarms zum Vorschein brachte. Deutlich und hässlich befand sich auf ihrem linken Arm der Umriss des Dunklen Zeichens, die Schlange und der Totenschädel klar erkennbar, sogar ohne Bewegung.

Gelähmt von dem Anblick, bewegte sich ihre rechte Hand automatisch dorthin. Vorsichtig berührte sie es. Zu ihrer Überraschung fühlte sich die Haut genauso sanft und warm an, wie der Rest seinen Körpers. Sie hatte erwartet, dass es sich ... vielleicht kalt ... oder hart anfühlt, oder wie eine Narbe. Aber es war nahtlos ein Teil von ihm. Sie umrandete die Zeichnung. Es hatte nicht viele mehr Effekt auf sie, als ein geschmackloses Tatoo. Fühlte es sich für ihn genauso an? Oder war es tiefer in seinen Geist geprägt als in seinen Körper?

Irgendwie konnte sie nicht sehen, dass sie ihm diese Frage einmal stellen würde.

Sie zog ihre Hand wieder zu ihrer Brust und ließ sie darüber hinweg und über ihren Bauch gleiten, bis zum Rand des Handtuches. Sie drehte sich halb, so dass sie ihren Rücken sehen konnte. Er war eine sanfte, helle Hautfläche, die sich leicht hebte und senkte als sie die Muskeln der Schulterblätter bewegte, die wiederum nicht herausragend aber ohne Zweifel vorhanden waren. Das Handtuch bewahrte sie davor, seinen Hintern zu sehen.

Nicht schlecht, musste sie erstaunt zugeben. Überhaupt nicht schlecht.

"Professor, sie sind eine ziemliche Überraschung", murmelte sie geistesabwesend. Einen Augenblick später registrierte sie, dass keine Antwort gekommen war. Mit plötzlicher Erleichterung bemerkte sie, dass er einen Muggle Spiegel haben musste; sie war in dem Moment ohnehin nicht dazu in der Lage mit einem Spiegel zu reden. Ihre Hand schwebte über dem Rand des Handtuchs. Sie konnte nicht weiterhin jedes Mal ihre Augen schließen, wenn sie zur Toilette oder duschen musste. Außerdem hatte sie eine vage Erinnerung an die alten Bücher ihrer Eltern über menschliche Physiologie und an bestimmte Hygienemaßnahmen bezüglich der Vorhaut. Sie hatte nicht unbedingt vor irgendwann Madam Pomfrey und Snape zu erklären, dass sie es zugelassen hatte, dass sich eine bestimmte empfindliche Stelle entzündet hatte. Außer natürlich er wäre beschnitten, was sie nicht herausfinden würde solange sie nicht guckte.

Das war es. Gesundheitliche Bedenken rechtfertigten ihr Nachschauen. Es hatte nichts mit ihrer leicht erregten Neugier zu tun. Definitiv, defintiv nicht.

Sie hakte ihre Finger unter den Rand des Handtuchs und zog es von ihrem Körper weg.

Seine Hintern war genauso blass wie der Rest seines Körpers, fest und rund über seinen Beckenknochen.
Sie wechselte nervös ihre Position und beobachte wie sich die Haut über dem knochigen Körper bewegte. Ihr Mund wurde etwas trocken und sie wurde sich der erneuten unangenehmen Spannung in ihrem Unterleib bewusst.

Erregte es sie Professor Snape anzusehen oder sich selbst? Beides war jedenfalls nicht ganz normal.

Langsam drehte sie sich, so dass sie sich nun von vorn sah. Die Behaarung am oberen Ende der Beine war nicht sehr ausgeprägt, gerade genug um einen Kontrast zu dem blassen Körperteil zu bilden. Hermine war nicht gerade ein Experte, was männliche Ausstattung anging, aber es sah nicht unangenehm aus, wie es vor dem dunkleren Sack hing. Sie bewegte eine Hand in Richtung ihres Penis' und berührte ihn zögernd, als wenn er sie verbrennen könnte. Die Haut unter ihren Fingern war samtig weich und die federleichte Berührung sandte einen Funken der Befriedigung in ihren Unterleib. Sie berührte sich selbst erneut mit mehr Selbstbewusstsein und ein weiterer Schub der Erregung erreichte den unteren Bereich ihres Körpers. Das Fleisch unter ihrer Hand begann, sich zu rühren. Sie fühlte, dass sich der Druck verstärkte, unbequem, unbekannt aber nicht unerwünscht.

Sie wusste, dass sie damit aufhören sollte. Aber es fühlte sich gut an und sie hatte sich immer gefragt, wie es sich für einen Mann anfühlt. Und… und…

Ihre Hand strich vorsichtig über das sanfte Fleisch, erkundend, sich dessen bewusst, dass es dadurch härter wurde. Sie schaute hinab und sie konnte sehen, dass sich diese durch den verstärkten Blutfluss verdunkelt hatte. Sie legte ihre Hand um sich selbst und begann nach oben und nach unten zu reiben, zuerst unbeholfen und dann mit verstärktem Selbstbewusstsein, als die inneren Gefühle ihr sagten, was gut war und was besser. Die Haut ihrer Hand rieb an der Haut ihres Penis' und auf Grund des Fehlens jeglicher Feuchtigkeit, spuckte sie in ihre Hand, ihren eigenen Speichel nutzend um die Reibung zu verringern.

Sie schloss ihre Augen und ließ die Erregung leiten. Dies führte zu einem heißen, starken Bedürfnis nach vorn zu stoßen. Instinktiv ließ sie ihren Daumen über die Spitze gleiten, durch die heiße Erregung, die daraufhin durch sie pulsierte war sie nicht in der Lage ein Stöhnen zu unterdrücken. Währenddessen wurden ihre Beine schwächer und sie landete auf ihren Knien, weiterhin stoßend bewegte sich ihre andere Hand in Richtung ihrer Eier. Während sie sich selbst massierte, lief eine Flüssigkeit aus ihrer Spitze heraus. Sie verschmierte es, woraufhin ihre Hand noch leichter über das harte Glied glitt. Sie erhöhte die Geschwindigkeit und bewegte sich nun bestimmt und hart.

Das fühlt sich gut an. Das fühlt sich sehr gut an. Wirklich, wirklich unglaublich gut. Oh ja. Ja. Jajajajaja.

GOTT!

Einen Moment später realisierte Hermine, dass sie auf dem Boden von Snape's Badezimmer kniete, nackt, errötet, keuchend und sich von der schnellen, intensiven Erlösung erholend. Vor ihr befanden sich Spritzer einer cremigen Substanz. Sie berührte es mit einem zitternden Finger. Es war warm und etwas klebrig.

Das war anders, dachte sie. Und wenigstens wusste sie jetzt, dass Snape nicht beschnitten war.

Sie fragte sich, ob das als Verführung eines Lehrers galt.

 





Part 10 - Twist In My Sobriety

Teil 10 - Ein Aussetzer meiner Nücherternheit

 

Snape streckte sich und erwachte langsam in einem Raum voll von dunklem, rotem Licht; er blinzelte und wunderte sich wo er war - seine Räume waren niemals dunkel und gleichzeitig so hell.

Das Reiben von Baumwolle auf Haut erinnerte ihn daran, wo und wer er war.

Und was er letzte Nacht getan hatte.

Er schloss seine Augen fest, eine kindische Ablehnung gegenüber der Wahrheit, mit der er in den nächsten Monaten Leben würde müssen. Zwei Tage - nur zwei Tage - seit dem Zaubertrank Unfall. Er fühlte sich so, als wenn er in diesen 48 Stunden tausend Jahre gelebt hätte.

Im Bett zu liegen würde allerdings nichts lösen. Er warf die Bettdecke zurück, nicht mehr in der Lage, die Erregung auf seiner Haut länger zu ertragen - es war nun kein Rätsel mehr, warum Hermine ein Nachthemd bevorzugte. Er würde dasselbe tun - ganz egal wie oft er sich in ihnen verfangen und aufwachen würde - es wäre immer noch besser als mit der erregenden Oberfläche von frisch gewaschener Baumwolle auskommen zu müssen. Entweder das oder er müsste die Hauselfen überzeugen, die Wäsche nicht so oft zu waschen. Irgendwie dachte er aber, würde das wohl kaum unbemerkt bleiben.

Die kalte Morgenluft ließ ihn zittern als er aus dem Bett stieg; er ging rüber zum Fenster und öffnete die schweren Vorhänge. So hoch über den Ländern von Hogwarts war es unwahrscheinlich, dass ihn irgendjemand sehen würde. In dem Morgenlicht, das nach dem Öffnen der Vorhänge den Raum flutete konnte er sich selbst jedoch sehr gut sehen.

Er hatte es standhaft vermieden seinen neu erworbenen Körper zu betrachten. Aber nach dem ... Vergnügen ... von letzter Nacht hatte er sowieso jede letzte Möglichkeit, Hermines Privatleben zu bewahren, zunichte gemacht. Daher sah er sich nun sein Spiegelbild an.

Dünn - wahrscheinlich zu dünn, dachte er kritisch, zu viele verpasste Mahlzeiten während sie in der Bibliothek gelernt hatte - aber mit deutlichen Ansätzen für die Frau, die sie einmal werden würde. Die er werden würde, wenn sie keine Lösung finden würden. Snape drehte sich von dem Fenster und dem gnadenlosen Licht weg; gleichzeitig vor der aufkommenden Verzweiflung und der Erforschung seines Körpers fliehend. Letzteres war unangenehm, da Erregung nicht die gewöhnliche Reaktion beim Betrachten seines Körpers war. Außerdem war es auch nicht seine gewöhnliche Reaktion beim Betrachten von Hermines Körper oder von irgendjemand anderem. Er hatte sich das vor langer Zeit abtrainiert.

Die Dusche - er brauchte eine Dusche, um jegliches Überbleibsel von dem, was er letzte Nacht getan hatte, wegzuwaschen. Und um Hermines Wut zu vermeiden, sollte er noch einen Tag ihre Haare ungewaschen lassen.

Er hatte sich bereits an das Badezimmer gewöhnt, obwohl er immer noch wenig Ahnung hatte, wozu all die Flaschen da waren. Er suchte aufmerksam, mit der Versuchung einfach das Stück Seife am Rand des Duschbeckens zu benutzen; er wusste jedoch; dass es einen Grund für die Anwesenheit all dieser Flaschen geben musste. Hermine wüsste es wahrscheinlich und er war in dem Moment nicht sonderlich heiß auf eine Diskussion über etwas derartig Triviales.

Und wenn er ehrlich war, war dieser Körper viel unterhaltsamer als sein eigener. Ihn zu pflegen wäre wahrscheinlich auch lohnender.

Diesen Gedankengang verdrängte er sofort - die Dunkelheit der Nacht war eine Sache, einfacher zu rechtfertigen. Das Tageslicht war etwas anderes, es verlangte Kenntnisnahme der Verzückung und der Hingabe.

Snape stand in der Mitte des Badezimmers und schaute sich um, er konzentrierte sich auf die Aufgabe wegen der er hier war und vermied die Reflektion im Spiegel. Die Flaschen auf dem Wannenrand schienen offensichtlich der Ort zu sein, wo er finden würde, was Hermine benutzte.

Fünf Minuten später saß Snape entsetzt und fasziniert auf dem Rand der Badewanne. Die Vielfalt war beeindruckend; drei verschiedene Flaschen Shampoo, etwas das sich Conditioner nennt - nachdem er die Inhaltsangabe gelesen hatte, schätzte er, dass es zum Zähmen seiner Locken nötig war - und Duschgel, die am praktischsten benannte Flasche, die er gefunden hatte. Und auch davon gab es etliche verschiedene Sorten. Er suchte Shampoo, Conditioner und Duschgel nach dem Geruch aus - er musste schließlich den ganzen Tag damit verbringen, daher schien es der beste Weg der Selektion.

Dann las er die Flaschen und besonders die Inhaltsangabe etwas genauer, aus Neugierde, was die Muggle benutzten. Die Neugierde wich der entsetzten Faszination - in den Flaschen war nicht ein natürliches Element, selbst als er die lächerlichen Namen in die gängigen Äquivalente übersetzt hatte. Er konnte verstehen, wozu die Zutaten da waren, aber es gab unendlich einfachere und weniger gefährliche Wege um dieselben Effekte zu erreichen, wovon keines irgendeinen Zauber mit sich brachte. Dies mit Zauberer zu verbinden, würde es noch effektiver machen, war aber nicht unbedingt nötig.

Er musste darüber unbedingt mit Hermine reden - es mochte sie nicht stören, diese Dinge zu benutzen, aber er war nicht sonderlich erpicht darauf. Dieses einmal, musste er es aber wohl. Er war den Herstellern extrem dankbar für die Geruchstoffe, die sie hinzugefügt hatten. Wenn sie nicht solche abstoßenden Zutaten benutzt hätten, würden natürlich gar keine Geruchstoffe notwendig sein…

Snape ließ sich im brühend heißen Strahl der unerschöpflichen Wasservorräte von Howarts gehen - sogar in dieser Höhe des Turmes war der Druck herrlich und ließ ihn Müdigkeit und Gedanken abwerfen.

Das Waschen war seltsam - schnelle, unsanfte Bewegungen, um die Erregung der letzten Nacht zu vermeiden. Er brauchte überraschend lang um sein Haar einzuschäumen. Der Conditioner war interessant; er glättete das Haar zu einer verarbeitbaren Masse.

Letztendlich, seine Haut gerötet von der Hitze, stieg er aus der Dusche und suchte nach einem Handtuch - auf einem Stuhl in der Nähe lagen mehrere und er zog das größte von ganz unten hervor. Dabei warf er die anderen auf den Boden, wo sie sich mit Wasser voll saugten, das sich auf dem Boden überall dort angesammelt hat wo es aus der Dusche gespritzt war.

Er wickelte das Handtuch um sich selbst und ein weiteres um seine Haare - es würde einige Zeit in Anspruch nehmen, die Masse, die seinen Rücken bedeckte, zu trocknen.

Was musste er noch erledigen?

Als er eine Zahnbürste entdeckte, wagte er einen Blick in den Spiegel während er sich die Zähne putzte. Die Reflektion, die er sah, ließ ihn zusammenzucken. Es war schwer genug, zu verstehen, dass sein Körper ein anderer war. Ein anderes Gesicht im Spiegel zu sehen war umso schwieriger - allerdings dachte er, dass es mehr als seltsam wäre, wenn er sein eigenes Gesicht auf Hermines Körper vorfinden würde.

Die Minz-Zahnpasta schmeckte sehr seltsam, daher schaute er sich auch diese Inhaltsangabe an, obwohl er eigentlich gar nicht wissen wollte, was sich darin befand.

Er musste wirklich mit Hermine reden. Hatte sie denn gar nichts im Zaubertränke Unterricht gelernt? Er war überrascht, dass sie nicht einfach ihre eigenen Reinigungstränke und Pasten zubereitet - sie wusste mit Sicherheit, wie man das macht. Alles was nötig war, wären ein paar Überlegungen, die sie mit ihrem Wissen in Zaubertränke und Kräuterkunde kombinieren müsste.

Nachdem zumindest seine Haut endlich trocken war, beschäftigte Snape sich mit der nächsten Herausforderung des Tages.

Vernünftige Kleidung. Die Sicherheit der Schuluniform würde heute nicht ausreichen. Er stand vor dem Kleiderschrank, noch immer barfüßig und in das Handtuch gewickelt und starrte böse auf die Auswahl der Kleidung

Kurze Röcke. Nein. Definitiv nicht. Er hatte gesehen, dass Hermine sie am Wochenende trug und wenn er sich zwang daran zu denken, musste er zugeben, dass sie ihr gut standen. Das war jedoch völlig egal. Er würde sich nicht mit Röcken dieser Länge rumplagen - er war nicht gerade entzückt, dass er sie als Teil der Schuluniform tragen musste, aber wenigstens waren diese weniger bloßstellend, erst recht wenn sie von einer Schulrobe verdeckt wurden.

Dann eben Jeans; eine Muggle Erfindung, die auch Zauberer, besonders die jüngeren Zauberer, übernommen haben.

Jeans und ein Sweatshirt; saubere Unterwäsche aus einem der Schubfächer. Die Unterwäsche war eine Herausforderung - BHs müssen von einem Masochisten erfunden worden sein; entweder das oder alle Frauen hatten besondere Gelenke, damit sie in der Lage waren sie auf dem Rücken zu schließen ohne zu sehen, was sie taten.

Als er angezogen war musste er sich nur noch um die Haare kümmern bevor er zum Frühstück gehen konnte und das war eine Aufgabe zuviel für diesen morgen. Er würde sich nicht damit abgeben die Haare zu trocknen sondern sie zusammenbinden und von allein trocknen lassen. Er hatte eine Sammlung an Gummibändern auf dem Schrank gesehen, sicherlich wäre das alles, was er bräuchte.

Und tatsächlich brauchte er wirklich nur eins von den Gummis. Ein Gummi und eine Ladung sich schnell verflüchtigender Geduld. Eine Bürste durch die Haare zu ziehen war eine interessante und schmerzhafte Erfahrung gewesen. Knoten über Knoten; der Conditioner wirkte wirklich nicht besonders gut. Er war nicht sicher, ob er Hermine bewundern sollte, dass sie jeden Tag mit dieser Plage verbrachte oder ob er an ihrer Intelligenz zweifelte sollte, weil sie nicht mit Zaubereii einen effektiveren Weg gefunden hatte damit umzugehen. Bis er etwas mehr Erfahrung mit ihrem Zauberstab hatte, musste er allerdings ebenfalls den schmerzhaften Weg wählen.

Endlich - endlich! - war er fertig und konnte zum Frühstück gehen. Er betrachtete sich selbst und versuchte Hermines Reaktion zu erraten. Geduscht, angezogen und die Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden. Etwas lässig vielleicht, aber es war Samstag und er hatte keinen Unterricht. Lässig war bei Schülern erlaubt, auch wenn er es bei sich selbst nicht erlaubte.

Er murmelte 'bye' zu Crookshanks und wunderte sich, ob er die Katze füttern sollte - er hatte sie in den letzten zwei Tagen ignoriert und das schien sie nicht weiter zu stören. Wahrscheinlich fing sie sich ihr eigenes Futter oder bettelte in der Küche.

Nach dem Frühstück kam eine weitere Runde Bettelei von Harry und Ron:

"Komm schon, Hermine, du kannst nicht ewig hier drin bleiben! Du wirst noch zu Binns werden - du wirst hier rumspuken, wenn du tot bist und nie weg können!"

Harry schien eine unerwartete Neigung für dramatische Sätze zu haben; und mehr Sinn für Humor, als Snape ihm zugestanden hätte. Ron war vorhersehbarer.

"Komm, Hermine", maulte er. "Du musst kommen, du bist langweilig. Die Bibliothek wird auch ohne dich weiter existieren."

"Ich muss arbeiten und ich will nicht mitkommen", sagte Snape stur. "Nur weil ihr meint, nicht lernen zu müssen, heißt das nicht, dass ich mache was ihr wollt. Geht zusammen, ihr werdet schon nicht allein sein."

Da Hermine nicht nachgab zuckten die Jungs mit den Schultern und verschwanden nachdem Harry gefragt hatte, ob sie ihr irgendetwas mitbringen sollen. Snape schüttelte seinen Kopf und drehte sich in Richtung von Lavender und Parvati.

Da Snape von den beiden dieselbe Bettelei erwartet hatte, war er überrascht als sie nur nickten und den Jungs folgten. Er sah ein bisschen perplex zu wie sie verschwanden. Der Gemeinschaftsraum war leer, abgesehen von den Schülern, die zu jung waren um anderswo zu sein und er machte sich endlich auf den Weg in die Bibliothek. Dankbar für Hermines Erlaubnisschein verbrachte er den Rest des Morgens in der Verbotenen Abteilung und studierte die bekannten Variationen des Vielsafttrankes.

Das Mittagessen war eine ruhige Angelegenheit, da die meisten in Hogsmeade waren. Da Harry und Ron auch nicht anwesend waren, bemerkte Snape, dass niemand sonst versuchte mit ihm zu reden. Er fragte sich, ob er irgendetwas sagen sollte, beließ es aber beim Essen.

Zu der Zeit als er in die Kerker hinunter ging, hatte er wieder Kopfschmerzen - sehr stark zwischen den Augen und doppelt so schmerzhaft wie letzte Nacht.

Seine eigene Stimme, die ihn herein bat war alles was er brauchte um durch die Tür zu stürmen und sich auf einen Stuhl fallen zu lassen.

"Was mache ich falsch?" fragte er ohne Vorankündigung. "Etwas stimmt nicht - Harry und Ron sind die einzigen, die mit mir reden; niemand sonst traut sich mich anzusprechen. Wenn wir das ohne Enthüllung schaffen sollen, musst du mir sagen, was ich machen soll oder irgendjemand bekommt etwas mit. Was machst du um mit den anderen im Gemeinschaftsraum oder beim Mittagessen zu reden?

Hermine sah ihn ruhig an.

"Nichts. Willkommen in meinem Leben, Professor Snape."





Teil 8: Die Vertragsbedingungen
Teil 11: Die Vertragsbedingungen

 

 

"Willkommen in meinem Leben, Professor Snape."

 

Die Worte kamen ungewollt, herausgekitzelt durch seine unausgesprochene Annahme, dass mehr dahintersteckte als das. Sie unterdrückte das unangenehme Wissen, dass sie sich darauf vorbereitete, eine Situation zu verteidigen von der sie sich oft gewünscht hätte, dass sie anders wäre, um es einer ständig wachsenden Liste der Dinge hinzuzufügen, über die sie jetzt nicht nachdenken wollte.

Dinge, wie zum Beispiel ihr neu gefundenes Wissen Professor Snapes Körper betreffend und sein unerwartetes Unterhaltungspotential. Dinge wie heute morgen, als sie abwechselnd versuchte, seine rätselhaften Verwandlungs-Notizen zu entziffern - sie verwarf dies, als ihr klar wurde, dass es, selbst wenn sie ganz bei der Sache wäre, ohne Entschlüsslungzauber unmöglich wäre - und durch eines seiner Bücher zu blättern, sich selbst sagend, dass sie las und nicht das kommende Treffen fürchtete.

Dinge wie versuchen, den Gedanken zu vermeiden, dass er womöglich eine ähnliche "Untersuchung" ihres Körpers durchgeführt hatte. Sich sagen, dass die Idee abscheulich war. Und entsetzt sein, sich darüber klar zu werden, dass sie sich nicht bloß fragte, ob er es getan, sondern ob er es gemocht hatte.

 

Sie fragte sich, ob es ihm möglich sein würde, das, was geschehen war, in einer Art und Weise zu erzählen, die sie nicht kannte.

Als er also in den Raum hereingerauscht kam, um sich in einen Stuhl vor dem Feuer fallen zu lassen und sie sofort über ihr soziales Leben zu befragen, ergriff sie dankbar die Chance des resultierenden Funkens der Irritation und ließ genug Panik darin einfließen, um sie in ausgewachsene schlechte Laune zu wandeln.

Willkommen in meinem Leben, in der Tat.

 

"Ohne Zweifel hatten Sie erwartet, Ihre Zeit damit zu verbringen, bei den Mädchen herumzusitzen und über Kleidung, Make-up und Jungs zu reden. Es tut mir leid, Sie zu enttäuschen, aber ich denke, Sie wissen mehr über die Jungs in Gryffindor als ich."

 

Sie fand, dass es beunruhigend einfach war, seinen Tonfall zu treffen. Vielleicht hatte sie die ganze Zeit über auf die Chance gewartet, in Verbindung mit ihrem persönlichen inneren Snape zu treten.

 

Vielleicht ist das so, sagte sie sich streng. Der äußere Snape war das momentane Problem. Etwas Konzentration wäre angemessen.

 

Snape selbst schien über ihre Antwort leicht verblüfft zu sein, doch erholte sich schnell.

 

"Miss Granger," sagte er bedächtig, mit einem schwachen Unterton von schnell schwindender Geduld, "ich wünschte, Sie würden Ihren Hang zur Überreaktion kontrollieren. Ich kann Ihnen versichern, dass mein Verlangen nach ´bei den Mädchen herumsitzen`, wie Sie es so eloquent ausgedrückt haben, extrem gering ist. Ich will einfach nicht, dass unsere Situation aufgrund eines Fehlers, der leicht hätte vermieden werden können, aufgedeckt wird."

 

Sie atmete tief ein. Bezüglich ihrer Reaktion hatte er recht; sie war unangebracht gewesen und, noch wichtiger, uncharakteristisch. Es war nicht unmöglich, die Wörter ´Snape` und ´Überreaktion` im selben Satz zu verwenden, dachte sie, aber man bekam nicht oft die Möglichkeit dazu. Dies war keine dieser Gelegenheiten. Sie schöpfte noch einmal Luft.

 

"Sie haben recht, Professor. Ich entschuldige mich."

 

Er reagierte nicht sofort und sie war sich dessen bewusst, dass er sie prüfend musterte. Sofort war sie wieder befangen. Sie war, was die Kleidung anging, sehr sorgfältig gewesen, sich daran erinnernd, dass sie ihn niemals in weniger als voller Montur gesehen hatte, noch nicht einmal am Wochenende. Noch nicht einmal im Sommer.

 

"Was ist los?" fragte sie, versuchend, nicht wieder abwehrend zu klingen. "Stimmt etwas nicht mit dem, was ich anhabe?"

 

Sie hätte schwören können, dass er daraufhin zusammenfuhr, aber wenn das so war, hatte er es zu schnell unter Kontrolle, um vollkommen sicher zu sein.

 

"Nein, Ihre Kleidung ist zufriedenstellend," konstatierte er. "Obwohl ich mich nicht daran erinnere, dass ich die oberen Knöpfe meines Mantels normalerweise offen trage."

 

Sie war zu sehr damit beschäftigt, sie zuzuknöpfen um zu registrieren, dass seine Antwort auf dieses Missgeschick unerwartet mild ausgefallen war.

 

"Es tut mir leid," entschuldigte sie sich. "Ich mag keine engen Sachen um meinen Hals. Und außerdem ist es nicht so, dass jemand tatsächl