von Durloth
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Warm und prickelnd
stieg das vertraute Gefühl der Taubheit in ihm hoch. Doch in Wirklichkeit war
es eisige Kälte und grausamer Schmerz, die er fühlte. Langsam breitete sich das
Gift immer weiter in seinem Körper aus. Mit jedem Schlag seines Herzen wurde
der Schmerz größer.
Er
schloss die Augen. Wieder die Bilder, die ihn jedes Mal nach dem Trank
heimsuchten. Flammen stiegen an ihm hoch. Seine Haut schlug Blasen, doch sie
war kalt. Schmerzen, qualvoll, doch das, was ihn nach den Schmerzen erwartete,
war die Pein wert. Angenehm erschien ihm die Finsternis, der er sich
unaufhaltsam näherte. Sein Leben war nicht schlecht gewesen, doch das Erlebte
hatte ihn dazu gebracht, wieder die Droge zu nehmen. Die Grenze war unmittelbar
vor ihm.
Einen
einzigen Schritt musste er noch tun, dann war er erlöst. Erlöst von den
Schmerzen, der Einsamkeit, dem Hass und der Angst. Er wollte diesen letzten
Schritt tun, seine Seele verlangte jeden Augenblick, der verging, stärker nach
der kühlen Dunkelheit. Jede Sekunde wurde ihm zur Qual, doch seine Beine
weigerten sich, diesen Schritt zu machen. Sie schienen angefroren zu sein. Der
Weg, den er jetzt einschlug, bedeutete zwar, auf ewig in den Schatten zu
wandeln, doch der Pfad des Lichts, dem er bisher gefolgt war, hatte ihm nichts
als Isolation und Abscheu beschert. Ekel und Feindseligkeit hatten ihm die
Leute entgegen gebracht. Nur wenige empfanden Mitleid für ihn.
Doch was konnte
er dafür? Oft hatte er versucht, sich zu bessern und war sich dabei wie ein
elender Speichellecker vorgekommen. Zuletzt hatte er es aufgegeben, auf
Freundschaft zu hoffen. Die dunkle Einsamkeit der Kerker hatte ihn zu dem
gemacht, was er nun war. Er war in seinem Selbstmitleid und seiner Abscheu
versunken. Verbittert. Böse. Grausam. Ja, das war er. Und das war es auch,
warum ihn niemand leiden konnte. Er hatte Angst. Angst vor seinen Gefühlen.
Angst, er könnte verletzt werden. Angst, sich zu offenbaren.
Er
war in einem eisigen Meer der Furcht versunken. Bisweilen hatte er sich auf
eine Insel brennenden Hasses retten können. Doch jedes Mal, wenn er geglaubt
hatte, nun endlich einen Weg aus der Einsamkeit gefunden zu haben, brach die
Insel entzwei. Ihre Trümmer sanken in die Tiefe und rissen ihn mit. Ab und zu
meinte er, einen schwachen Funken Hoffnung in der nicht enden wollenden
Düsternis des Ozeans zu sehen. Aber seine verzweifelte Suche nach Verständnis
blieb ergebnislos.
Einige
Male hatte er versucht, die Oberfläche seines Gefängnisses aus eigener Kraft zu
durchstoßen, doch sie war hart wie Glas. Nur wenn ihm jemand von Außerhalb eine
Möglichkeit zur Flucht gab, konnte er hinaus und er nutzte jede Chance, die
sich ihm bot. Doch selten hatte es Sinn gehabt, zu fliehen. Bald war er wieder
in seinem Käfig gelandet, den er selbst erschaffen hatte.
Der
Schmerz nahm zu. Seine Schläfen pochten zum Zerspringen. Er wollte nicht
aufgeben. Nicht jetzt, nicht so kurz vor dem Ziel. Verzweifelt ballte er die
Fäuste, sog scharf die Luft ein. Nein! Er würde weitermachen! Auf jeden Fall!
Blinzelnd öffnete er die Augen. Seine Umgebung schien ihm verändert. Die Farben
waren so deutlich und klar. Die Flammen der Kerzen auf dem schmalen Kaminsims
brannten in seinen Augen, so hell waren sie. Schaudernd wandte er sich der
schweren Eichenholztür zu, die den Beginn seiner Reise in eine neue Welt
bedeutete. Mit zitternden Finger öffnete er sie. Die uralten Scharniere
quietschten markerschütternd, doch er nahm es nicht wirklich wahr.
Er
trat auf den düsteren Gang hinaus. Nur spärlich von rußenden Fackeln
erleuchtet, führte er stetig nach oben, zu seinem Ziel. Die kühlen Fliesen
unter seinen nackten Sohlen waren feucht und manchmal auch rutschig. Ein
Geländer, an dem er sich festklammern hätte können, gab es nicht. Er schwankte.
Das Gift begann bereits zu wirken. Es glühte in seinem Inneren, gab ihm neue
Kraft. Seine Hände fühlten sich taub an, doch sie hatten immer noch ihre alte
Kraft. Er krallte sich an der Wand fest. Mit kurzen Schritten taumelte er den
Gang hinauf, bis er eine Halle erreichte. Ja, die Eingangshalle des Schlosses.
Links von ihm führten die steinernen Stufen der großen Treppe hinunter zum
Ausgang. Doch dorthin wollte er nicht.
Sein
Schicksal führte ihn hinauf auf die Spitze des höchsten Turmes. Stolz straffte
er noch einmal die Schultern, ehe er zu jenem Portal hinüberging, das sich am
Anfang jedes Schuljahres erneut öffnete um Unmengen von Schülern einzulassen.
Hinter dem Portal lag ein schmaler Gang, der direkt in der großen Halle endete.
In jener Halle in der wahrscheinlich gerade die gesamte Schüler- und
Lehrerschaft versammelt war und zu Abend aß. Durch diese Halle führte ihn sein
Weg.
Ein
unangenehmer Schauer jagte ihm über den Rücken, als er daran dachte, sich
gleich allen zeigen zu müssen. Doch es gab keinen anderen Weg auf diesen Turm.
Seine
Schritte waren kaum zu hören, doch störten sie die friedliche Stille dieses
Saales auf eine Weise, die ihm fast wie ein Sakrileg vorkam. Kalt waren Boden
und Luft. Von draußen fiel das silberne Licht des dünnen Sichelmondes herein.
Gespenstisch. Er kam sich auch schon vor wie ein Dämon, wie er auf bloßen Füßen
in dieser weiten schwarzen Robe und dem wallenden Umhang stolz durch die stille
Vorhalle lief. Seine helle Haut leuchtete im Licht des Mondes fast weiß. Ja,
ein Dämon der Nacht, der nun seine letzte und größte Reise antrat.
Vor
der hohen Tür zur großen Halle blieb er stehen, legte seine Hände für einen
kurzen Moment auf das alte Holz und verabschiedete sich von den Erinnerungen an
glücklichere Tage, die er hier zugebracht hatte. Dann packte er die beiden
Türgriffe und riss die Türflügel mit einem harten Ruck auf.
Warmes,
goldenes Licht, die Stimmen der Schüler und Lehrer und der Geruch von
verschiedenen Speisen empfingen ihn. Jetzt war der Moment seines Abschieds
gekommen. Mit weit ausgreifenden Schritten ging er los. Sein Gewand umspielte
sanft seine Beine. Erstaunt stellte er fest, dass der Boden hier nicht ganz so
kalt war wie in der Eingangshalle. Schlagartig verstummten die Gespräche. Alle
Blicke waren auf ihn gerichtet. Einige Haarsträhnen flogen ihm ins Gesicht. Er
ignorierte sie, setzte seinen Weg durch die große Halle fort.
Vorn
am Lehrertisch erhob sich Dumbledore von seinem Platz. Unbeirrbar er ging
weiter. Er würde es zu Ende bringen! Das Gift brannte in ihm, sein Körper
fühlte sich an, als wollte er jeden Augenblick zerspringen. Er spürte ein
scharfes Ziehen in seinem rechten Auge, blinzelte ein paar Mal. Das Ziehen ließ
tatsächlich nach, doch die Welt um ihn herum wurde für einen Moment dunkel.
Warm rann etwas seine Wange hinab. Seine Hand bewegte sich wie ein
selbständiges Wesen hinauf zu seinem Gesicht und wischte es ab. Er erschrak,
als er sah, was er sich gerade eben abgewischt hatte. Blut! Er weinte Blut. Nun
quoll auch aus seinem anderen Auge eine Träne und suchte sich einen Weg über seine
Haut.
Er
fühlte, wie sie langsam, eine feuchtwarme Spur auf seiner Wange hinterlassend
immer weiter nach unten kroch, bis sie seinen Mundwinkel erreichte. Sie
schmeckte süß, gleichzeitig ein wenig bitter, doch unheimlich verlockend. Es
war die Wirkung der Droge, das wusste er. Und er wusste auch, dass er den Turm
erreichen musste, bevor sie ihre volle Macht entfalten konnte.
Inzwischen
hatte er den Tisch der Lehrer erreicht. Er erklomm die Stufen, die auf das
Podest hinaufführten und umrundete die lange Tafel. Dumbledores Blick schien
sich in seinen geschunden Körper zu brennen, doch er widerstand dem Drang, dem
langjährigen Freund in die Augen zu sehen. Wenige Schritte trennten ihn noch
von der kleinen Tür, die in den Schlosshof hinausführte, als ich jemand am Arm
packte und herumriss. Er blickte in ein Paar unergründliche smaragdgrüne Augen.
„Severus!
Was soll das? Was zum Teufel ist mit Ihnen los?"
„Nichts, Minerva, gar
nichts!" Er grinste sarkastisch. „So wenig wie sonst auch immer. Ich weiß, dass
Sie mich als Kollegen akzeptieren, doch tief in Ihrem Innersten verabscheuen
Sie mich. Ist es nicht so?"
„Nein! Das ist nicht
wahr!" Sie log, das spürte er. Und es zeriss ihm beinahe das Herz.
„Sie lügen! Sie lügen,
Minerva. Ich weiß es und Sie wissen es. Und jetzt lassen Sie mich los!"
„Warum? Damit Sie sich
umbringen? Verdammt, Severus! Warum tun Sie sich das an?" Ihre Stimme war laut
geworden, hallte von den Wänden wieder.
Seine
Antwort bestand aus einem Flüstern, das dennoch laut genug war, damit es alle
im Saal hören konnten: „Weil ich es satt habe, ständig nur Hass und Abscheu zu
sehen, wenn ich in fremde Augen blicke. Ich bin es leid, morgens in den Spiegel
zu schauen und das selbe Biest zu erblicken, das sich am vorigen Abend in mein
Bett gelegt hat. Denn das bin ich doch für euch alle! Ein Ekel! Ein Monster!
Der verhasste Lehrer, der unbeliebte Kollege, der sich ständig in seinem
feuchten, kalten Verließ verkriecht! Der nie mit anderen redet! Einem ständig
Beleidigungen und Schlimmeres an den Kopf wirft. Der scheinbar verlernt hat zu
lachen. Ich habe es nicht verlernt. Ich habe es auch nicht verlernt, zu lieben,
falls es das ist was euch abschreckt. Denn nichts anderes als Liebe und
Hoffnung waren es, die mich solange am Leben erhalten haben. Die Hoffnung,
geliebt zu werden. Der letzte Strohhalm, an den ich mich klammerte. Doch er ist
abgeknickt und zerbrochen. Ich will nicht mehr! Versteht ihr das denn nicht?
Ihr hattet eure Chance, doch ihr habt sie vertan!" Er starrte ihr noch einen Moment in die Augen, dann riss er sich
los und verschwand durch die kleine Pforte in der Nacht.
Es
war still in der großen Halle. So still, dass man eine Stecknadel fallen gehört
hätte. Keiner wagte es, sich zu bewegen.
~*~
Minerva
McGonagall begann zu zittern. Erst unmerklich, kaum zu erkennen, dann immer
stärker, bis sie wie von Krämpfen geschüttelt in die Knie brach. Sie
schluchzte. „Severus. Warum nur?" Das Scharren von Albus' Stuhl vernahm sie wie
durch einen dichten Nebel, ihr Gehirn hatte vollkommen abgeschalten. Sie
wusste, was er vorhatte. Und sie konnte es nicht verhindern. In gewissem Sinne
war er bereits tot. Es war egal. Selbst wenn sie ihm auf den Turm folgte und
ihn davon abhalten konnte, zu springen, würde er wenige Stunden später an den
Auswirkungen des Nervengiftes zugrunde gehen. Erreichte sie den Turm nicht mehr
rechtzeitig, würde er springen.
Sie
wollte es nicht wahrhaben, doch er hatte recht gehabt. Gemocht hatte sie ihn
nicht besonders, doch sie hatte ihn respektiert, als Kollegen und vor allem als
Mensch. Sie hatte gesehen, wie er litt. Doch sie hatte ihm nicht geholfen,
nicht ein einziges Mal. Das war Albus' Angelegenheit, nicht ihre, hatte sie
gedacht. Sie hatte seine Augen gesehen, früher leer und kalt, heute angefüllt
mit Hass, Wut, Schmerz, Verzweiflung, Einsamkeit, Trauer und Angst. Sie hatte
sein Blut gesehen, vermischt mit seinen Tränen. Es hatte in ihr eine Kaskade
der Erinnerungen geweckt. Schlechte Erinnerungen meist, wenige gute, doch von
einer Kraft, die sie zu bezwingen schien. Sie dachte an sein Gesicht. Selten
hatte es so mild ausgesehen, so schön. Denn selten hatte er seine Maske
abgenommen, sich von seiner schönen Seite gezeigt. Stark sah er aus, kalt und
unnahbar. Und doch war er zerbrechlicher als Glas, er war schwach in seinem Herzen,
zu verbittert, um das Licht einzulassen.
Albus
Hand lag ruhig auf ihrer Schulter. Seine Stimme war sanft wie immer, doch es
schwang eine tiefe Traurigkeit in ihr mit, als er sie ansprach: „Steh auf,
Minerva. Noch ist er nicht verloren." Sie ergriff seine Hand, zog sich mühsam
hoch. Auf wackeligen Beinen ging sie zur Tür und trat auf den dunklen Schulhof
hinaus, ihren Blick auf die Zinnen des Astronomieturmes gerichtet, der finster
vor der silbernen Sichel des abnehmenden Mondes in den Himmel ragte. Leichter
Wind zupfte an ihrem Umhang.
~*~
Sein
Kopf schmerzte zum Zerspringen, sein Atem ging heftig, er sah nichts mehr, denn
das Blut hatte sich in seinen Augen gesammelt und inzwischen hatten auch seine
Lippen zu bluten begonnen. Kalt und taub waren Hände und Füße, sein Herz
klopfte zum Zerspringen. Sich qualvoll jeden Atemzug abringend tastete er sich
vorwärts. Immer nach oben, nur in Höhe, auf die Zinnen des Turms führte sein
Weg. Das Wortgefecht mit McGonagall hatte ihn viel Kraft gekostet. In seinem
Leib pochte ein rasender Schmerz, der ihm das letzte Bisschen an Verstand zu
rauben schien, das ihm geblieben war. Er stöhnte. Er durfte nicht aufgeben,
redete er sich immer wieder ein. Nicht jetzt, nicht so kurz vor dem Ziel.
Plötzlich
fiel alles von ihm ab, der Schmerz, die Blindheit, die Verzweiflung. Er öffnete
seine Augen und entdeckte, dass er auf der Plattform des Astronomieturmes
stand. Vor ihm die hohen Zinnen, hinter ihm der Rückweg. Er hatte Angst, doch
er zwang sie nieder. Zu lange hatte er gewartet. Zu oft hatte er sich fesseln
lassen. Zu viel Zeit war schon vergangen. Es musste heute passieren. In dieser
Nacht. Er stieg auf die Zinnen flankiert von den erhabenen Statuen Godric
Gryffindors und Salazar Slytherins. Das bleiche Licht des Mondes fiel auf den
menschenleeren Hof unter ihm. Nein, nicht ganz menschenleer. Minerva McGonagall
stand da, unmittelbar hinter ihr Albus Dumbledore. Er spürte ihre Hilflosigkeit
und ihre Angst, doch es war zu spät für sie. Sie konnten ihn nicht mehr retten.
Er hob seinen Zauberstab und schrieb
damit etwas in die Luft. Goldene Lettern schimmerten für einige Augenblicke in
der Dunkelheit, dann wurden sie vom Wind fortgerissen: „Lebt wohl!"
Wie
ein Fürst stand er dort oben, ein Fürst der Finsternis. Sein schwarzer Umhang
flatterte und unterstrich seine majestätische Ausstrahlung. Zwei düstere
Schwingen. Ein Dämon. Ein gefallener Engel, die Arme den Sternen
entgegengereckt, als verlange er Antwort von ihnen. Der Mond umrahmte das Bild
mit bleichem Glanz. Es war eine Offenbarung seiner selbst, seiner geheimen
Träume. Einmal wollte er gefürchtet werden, ein einziges Mal sollten ihn die
anderen als Meister sehen. Als Meister der Nacht. Und das war er in diesem
Augenblick. Ein König. Nur kurz durfte er gebieten, nur kurz der Welt seine
ganze Macht zeigen, doch es genügte ihm. Für diesen Traum hatte er gelebt und
gelitten und endlich hatte er sich erfüllt.
Dann
entfesselte das Gift seine volle Kraft. Jeder Muskel in seinem Körper
verkrampfte sich. Jeder Knochen schmerzte unerträglich, in seinem Leib schein
ein vernichtendes Feuer zu wütend. Schlangengleich kroch das Gift durch seine
Adern, verbrannte ihn von innen heraus. Und plötzlich hörte er, wie seine
Schulterblätter knirschten, als sie sich zu verformen begannen. Zusätzliche
Knochen wuchsen ihm, gewaltige Flügel, schwarz, von ledriger Haut überspannt.
Er hielt den wahnsinnigen, pulsierenden Schmerz nicht mehr aus, zerriss sich in
blinder Wut sein Oberteil, konnte jedoch den Schrei nicht mehr unterdrücken.
Das war nicht seine Stimme, die da aus seiner Kehle drang. Es war die eines
Dämons. Der Schrei zerschlug die friedliche Stille, die auf Hogwarts lag wie
ein Peitschenhieb. Die Erkenntnis zuckte ihm wie ein eisiger Blitz durch den
Kopf. Er mutierte zu einem Dämon. Er hatte die Droge erfunden und eigentlich
sollte er ihr Meister sein, doch
stattdessen war er ihr Knecht. Sie zerstörte ihn, brachte ihn auf
grausamste Weise um und ließ dann seinen Leichnam zu einer alptraumhaften
Gefahr für die Welt werden. Er durfte nicht zulassen dass das Gift ihn völlig
beherrschte.
Seine
Finger schlossen sich wie Stahlklammern um den Zauberstab, drehten ihn herum
und stachen zu. Er bohrte ihn sich mitten in die Brust. Schmerzen. Unglaublich
stark. Er hielt es nicht mehr aus. Noch einmal sammelte er seinen ganzen
Willen.
Blutige
Tränen standen ihm in den Augen als er schrie: „AVADA KEDAVRA!"
Kein Schmerz mehr, nur
noch leere, kalte Finsternis, schlimmer als alles, was er bisher erlebt hatte.
Er wankte, fiel. Sein Haar, seine Kleidung wurde vom Wind gepackt, verwirbelt.
Seine dämonischen Schwingen, bewegungslos, dachten nicht daran, sich zu
bewegen. Und es war gut so.
Hart schlug der Köper des Mannes auf
dem gepflasterten Hof auf. Mit einem dumpfen Knacken brachen seine Flügel,
seine Wirbelsäule, sein Genick, zertrümmert in tausend Splitter. Auf dem Rücken
blieb er liegen, regte sich nicht mehr. Er war tot. Er hatte seine Reise
beendet.
-
End -