Disclaimer: Nix meins, alles JKRs

Proudly Presented: Severus Snape - Easter Playmate

by Pima

 

Disclaimer: Nix meins, alles JKRs! Nur die Idee gehört mir …

Rating: PG 13

Genre: Humor/ Fluff / Parodie

Beta: MomoSnape und Amrúniel

Warnung: Gibt es eine Steigerung für OOC? Vielleicht COOC für „Completely out of Character"?

Summary: Eigentlich dachte Severus Snape immer, Weihnachten sei die schlimmste Zeit des Jahres. Doch Hugh Hefner, Albus - „Zitronenbonbon?" - Dumbledore und rosa Hasenohren belehren ihn eines Besseren …

A/N: Die Idee zu diesem One-Shot kam mir, als ich eine Review zu Vivianes „Geißel von Hogwarts" geschrieben habe. Wahnsinnig lustige Story, fast so wahnsinnig wie ich, aber das nur so am Rande. Für Schaden, der beim Lesen der folgenden Zeilen entstehen könnte, wird nicht gehaftet.

Ich widme diese Geschichte Amrúniel, weil sie der Grund ist, dass ich sie überhaupt schreibe. Flamings bitte an sie +evilgrin+ Nein, wehe jemand ist fies zu meiner Muse! Dem schick ich nie und nimmer mein Bunny vorbei und ich versichere euch, MEIN Bunny will jeder haben +muahahaha+

 

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Er war ein Meister seines Fachs, der mentale Adonis aller Zaubertrankbrauer, die Inkarnation von Perfektionismus, kurzum eine gestaltgewordene Gottheit. Eine Gottheit im schwarzen Umhang, die raschen Schrittes und übellaunig wie eine Diva durch die Gänge dieses altehrwürdigen Schlosses schritt. Jeder Honk, der in den Mauern dieser Schule lebte, zollte ihm Respekt, jeder noch so dämliche Flubberwurm ging vor seiner Autorität in die nicht existenten Knie.

Jedoch, auch dieser solide Fels in der Brandung der untergegangenen Träume von starker, männlicher Persönlichkeit brauchte seinen Schönheitsschlaf. Tatsächlich, Severus - the master himself - Snape brauchte mindestens acht Stunden pro Nacht, plus der allmorgendlichen Stunde Schönheitspflege. Das Nonplusultra an Stolz verdiente man(n) sich letztlich nur mit Eitelkeit, soviel stand fest.

Allerdings waren in dieser Nacht sowohl Schlaf als auch Schönheitspflege gänzlich ausgefallen. Schuld waren wie immer die geistigen Zwerge, die er unterrichtete. Ein paar Drittklässler hatten sein Zaubertränkeklassenzimmer beinah in die Luft fliegen lassen. Hatten ihm Dinge erzählt, von wegen ‚keine Absicht' und ‚unvorhersehbarer Unfall'! Purer Schwachsinn! Gewissenhaft wie er war, hatte er sie nicht geschlagen oder verdroschen, sondern ihnen nur mit Mord und Todschlag gedroht, bevor er ihnen 200 Punkte abzog. Und das auch nur aus reiner Herzensgüte. Wäre er nicht so ein aufrichtig frommer und warmherziger Mensch, hätte er diese kleinen Biester schon längst ins Jenseits befördert.

Jedenfalls hatte er Stunden gebraucht um den Froschlaich aus den Haaren zu kriegen und noch länger, um den Blutegelschleim von den verkohlten Arbeitstischen zu kratzen. Den Dreck im Nachhinein wieder unter den Fingernägeln wegzukriegen hatte äußerste Präzision erfordert, und, siehe da, als er fertig war, sowohl mit besagten Fingernägeln als auch den Nerven, war schon wieder Morgen gewesen.

Der einzige schwache Lichtpunkt am bittermies-dunkelgrauen Horizont seiner Morgenmuffligkeit, die noch muffliger war als sonst, weil sie ja keine Nacht gehabt hatte um sich etwas auszumuffeln, war die Kanne schwarzer Kaffee, die in der Großen Halle sicher auf ihn warten würde. Durch die Adern und Venen des lieben Herrn Professors floss nämlich gar kein Blut, nein, es war schwarzer, heißer, lebenswichtiger Kaffee! Der Grund seiner Existenz!

KAFFEE!

Sein Körper lechzte, seine Sinne schrieen danach, nichts, dass sich zwischen ihn und seinen Kaffee stellen sollte, würde überleben! Rein gar nichts!

Mit einem lauten „Klonk" schmetterte er die Tür zur großen Halle auf, eilte ohne sich lange umzusehen auf die Lehrertafel zu, sich der Wirkung seines wehenden Umhangs nur allzu gut bewusst und das Tuscheln der verängstigten Schüler wie Musik in seinen Ohren.

Ja, er genoss es, wenn sie quietschten und quiekten und ihnen vor lauter Angst und Panik die Knie schlotterten! Ehrfurcht war der Schlüssel zum Erfolg, Unantastbarkeit! Niemand würde es jemals wagen ihn um irgendwas zu bitten, niemand würde es auch nur in Erwägung ziehen ihn unaufgefordert anzusprechen. Kein Lebewesen auf diesem ihm unwürdigen Planeten würde den Mut haben auch nur den kleinen Finger auf seinen seidenschwarzen Umhang zu legen! Eine wahnwitzige Vorstellung! Fremde Grabscher auf seinem 800 Galeonen teueren Salvin Sleins „Potions Collection" Umhang! Eine Maßanfertigung, der neuste Trend auf Hogsmeads Laufstegen!

Grimmig und mit einem luzifergleichen Blick setzte er sich in einer geschmeidigen Bewegung auf seinen Stuhl zwischen Minerva und Hooch. Doofe neue Tafelordnung. Zitronendropheinz Dumbledore hatte mal wieder eine seiner hervorragenden Ideen gehabt. Umsetzen war diesmal die Devise gewesen! Um auch mal mit anderen ins Gespräch zu kommen. Schwachsinn hoch Zehn! Wenn er reden wollte, hatte er den zwei mal zwei Meter großen Spiegel in seinem Wohnzimmer. Seine eigene Gesellschaft war schließlich jeder anderen vorzuziehen. Es gab Menschen die allein bei dem Gedanken an ein Beisammensein mit ihm hingebungsvoll in Ohnmacht fallen würden. Wieso dieses Privileg also nicht selber nutzen?

Seine Augen suchten in Blitzgeschwindigkeit die Tafel nach der Kaffeekanne ab. Kein Lebenszeichen von dem wichtigsten Gefäß seines Lebens.

„Wo ist der Kaffee?" Seine Stimme war ein Knurren das einzig und allein das dringliche Verlangen nach schwarzen Kaffee verlauten ließ. Kein Nerv für Freundlichkeiten! Wozu überhaupt? Nur Weicheier bequemten sich zur Freundlichkeit!

„Dir auch einen guten Morgen, Severus.", meinte Minerva - „Ingwerkeks gefällig?" - McGonagall mit einem schmallippigen Lächeln und drehte sich zu ihm um. Die Hauslehrerin von Gryffindor sah heute etwas merkwürdig aus. Es wirkte fast so, als hätte sie sich ihre Haare dieses mal zu streng nach hinten gebunden. In der Tat, das ganze Gesicht schien irgendwie nach hinten gezogen, die Haut war so gespannt, dass ihre Augen nur kleine Schlitze waren. Geschockt von dieser Gesichtsbaracke, vergaß er für einen winzig kleinen Moment seinen Kaffee.

„Heilige Scheiße, welcher Hippogreif ist dir den übers Gesicht gelaufen?" Sollte McGonagall gerade versucht haben, ihm eine Grimasse zu schneiden, so ging dieses Bemühen deutlich in die Hose. Die Haut schien von ihren Wangen aus nur noch mehr Richtung Niemandsland zu flüchten. Ihm fiel auch auf, dass ihr Lächeln gar kein Lächeln war, sondern nur eine Nebenwirkung von diesem Etwas, dass sich jetzt Minervas Gesicht nannte.

„Professor Sprout und ich haben uns gestern Abend an einem neuen Anti-Falten-Tonikum probiert, dass überwiegend aus jungen Alraunenwurzeln besteht. Sehr interessantes Ergebnis, findest du nicht auch? Gar keine Falten mehr."

„Ja, nun, sonst ist auch nicht mehr viel übrig." In diesem Augenblick kam Sprout zu ihnen herüber, mit zwei Tellern voll Spiegelei in den Händen und offensichtlich auch Spiegelei als Gesicht. Die runde Nase war das einzige, was von der ziemlich angeschlagenen Visage der kleinen Hexe noch übrig war.

Severus bemühte sich, dass Gesicht nicht allzu deutlich zu verziehen und die Übelkeit in seinem Magen zu bekämpfen. Wahrlich, kaffeelos einem solchen Anblick früh Morgens um acht Uhr ausgesetzt zu werden, war keine empfehlenswerte Art den Tag zu starten.

„Morgen Severus, Spiegelei gefällig?" Die Kräuterkundelehrerin stellte einen Teller vor ihn auf den Tisch. Im selben Augenblick fiel etwas aus ihrem Gesicht und in benanntes Spiegelei hinein. Allem Anschein nach schien sich ihr Gesicht irgendwie zu Häuten. Ein „uäh" kämpfte sich durch seine Lippen und er starrte entsetzt und angeekelt auf das Stück Haut, dass nun sein Frühstück zierte.

Sprout, unbekümmert und unberührt, fummelte mit ihren dreckigen Stummelfingern in seinem Essen herum und zog ihre ehemaligen Körperbestandteile aus seinem Frühstück, wischte ihre Finger dann ungelenk an seiner Serviette ab und klopfte ihm dann mit der immer noch von Eidotter triefenden Hand auf die Schulter. 800 Galeonen Selvin Slein Umhang für den Arsch. Soviel zu der Theorie von Unantastbarkeit.

Sprachlos bemühte sich der Zaubertränkemeister ein öffentliches Würgen zu unterdrücken und wandte sich von McGonagall und Sprout ab, nur um mitten in einen überschminkten Faltenklumpen, der sich ebenfalls Gesicht schimpfte, zu blicken.

„Severus, Häschen, wie sieht es denn jetzt mit unserem Date aus? Hast du nun am Sonntag Zeit oder nicht?" Wieso immer er? Hatten es die Schicksalsgötter auf ihn abgesehen? War er gekennzeichnet und gebrandmarkt? Hatte er irgendwann mal ohne es zu merken eine Lifelong-Arschkarte geordert? Konnte man diese Dinger bei Magical-Ebay wieder loswerden? Severus Snapes persönliche Arschkarte, Pech und Unglück vorprogrammiert, lebenslange Garantie, unkaputtbar, Mindestgebot bei einem Knut, wenn Sie wollen, können Sie auch nur einen halben zahlen…

„Erstens, Hooch, bin ich kein Häschen, zweitens gibt es kein Date und drittens keinen Sonntag, den ich mit dir verbringen werde. Verstanden?" Die Furche namens Mund im Gesicht dieser Frau schien zu Lächeln und er zog es bei diesem Anblick tatsächlich in Erwägung die große Halle zu verlassen, ohne den Grund für das scheinbare Ableben des morgendlichen Kaffees zu erfahren.

Der Gedanke hatte sich noch nicht ganz gefestigt, da hörte er die Frau neben Hooch kichern. Bei etwas genauerem Hinsehen identifizierte er sie als Sybil - die Kristallkugel ist mein bester Freund und Helfer - Trelawney. Seine Gesellschaft war an diesem Morgen zweifellos schon schlimm genug gewesen, deshalb verwunderte es auch gar nicht, dass ihn dieses Kichern fast um den Verstand brachte

„Severus, Darling, ein Häschen bist du allerdings. Meine Karten haben es mir heute Morgen verraten. Du wirst dich noch wundern, mein Schatz." Damit wand sie die Insektenaugen von ihm ab und wieder ihrer Teetasse zu.

Einen Moment lang irritiert, schnaubte Severus nach kurzem Überlegen auf und ließ sich grummelnd in seinen Stuhl zurückfallen. Keinen Augenblick zu spät um zu bemerken, wie am Tisch der Gryffindors Colin Creevy aufsprang, seine Kamera in die Hand nahm um von Harry - ich bin absichtlich nicht gestorben um euch das Leben schwer zu machen - Potter ein Foto zu schießen.

Der Goldjunge lächelte schüchtern und legte seinen Arm um Ginny Weasley, die puterrot anlief und aufgeregt näher an Potter heranrutschte. Selbst ein blindes Totenkopfäffchen ohne Krückstock hätte aus meilenweiter Entfernung erkannt, dass die jüngste Weasley auf den Voldie-Killer scharf war, nur der werte Herr selbst schien nichts davon zu merken. Was wiederum die Denkfähigkeit dieses Trottels unter Beweis stellte, die nicht einmal mehr in Nanogramm zu messen war.

Kaum hatte sich Severus dazu entschlossen aufzustehen, um Potter das Leben zu versauen, eben weil er noch lebte, ging die Seitentür zur großen Halle auf und der Schulleiter betrat den Raum. Das Grinsen auf Dumbledores Gesicht war eindeutig unter der Kategorie ‚gemeingefährlich' einzuordnen. ‚Schnell verdrücken' war der einzige Gedanke, der sich daraufhin in Severus' Kopf bildete.

Doch zu spät, Zitronenbonbon Dumbledore kam schon auf ihn zu, das Grinsen wahrlich fatal breit. Hatte er etwa auch ein wenig von dem Gesichtstonikum abbekommen?

„Severus, Junge, was schaust du denn so missmutig." Der Grinsemensch kniff ihm väterlich in die Wange und zerrte schmerzhaft an dem Stück Fleisch zwischen seinen Fingern.

„Es ist Ostern, Bursche, da muss man butzi wutzi Lächeln, du kleiner Rabauke!" Severus vermutete, dass die Zitronensäure in Albus' Zitronendrops ihm auf kurz oder lang irgendwann sämtliche Hirnzellen weggeätzt hatte. Seine Wange war währenddessen dabei abzusterben. Er verkniff sich mühsam einen Schmerzensschrei und versuchte seine rechte Faust mit allerletzter Beherrschung davon abzuhalten, Albus die Dritten aus dem Mund zu schlagen. Dalai Lama hatte ihm neulich bei einer Tasse Kaffee (oh ja, Kaffee …) versucht zu erklären, dass Gewalt keine Lösung war. Und da Dalai an und fürsich ein ganz anständiger Kerl war, hatte Severus seinen Rat ernst genommen. So ab und zu ein Mantra konnte schließlich nicht schaden.

Letztendlich ließ der Schulleiter seine Wange los, fischte seinen Zauberstab aus einer Umhangtasche, wobei zahlreiche Zitronendrops herauskugelten, richtete ihn auf die verzauberte Decke der Halle und flüsterte halblaut eine Beschwörung. Ein widerwilliger Reflex bewegte Severus dazu, den Blick zur Decke zu richten und was er dort sah, ließ ihn freiwillig aus allen Wolken fallen. Besagte Wolken waren nämlich gerade zu rosaroten Häschen mutiert, die fröhlich um eine eiförmige Sonne hoppelten.

„Ein bisschen Spaß muss sein.", kicherte die Neudefinition der Senilität. Zeitgleich ploppte ein Elf herbei, in den Händen ein silbernes Tablett auf dem die heiß ersehnte Kaffeekanne stand. Severus war schon drauf und dran sich auf die Kanne zu stürzen um sich in dem bitterschwarzen Inhalt zu ertränken, da griff Dumbledore nach dem Gefäß, murmelte etwas und hielt Sekundenbruchteile später einen schneeweißen Hoppelhasen in seinen Armen.

Schmerz, unsäglicher Schmerz! Wie konnte er nur? Zorn ließ seine Zähne gefährlich knirschen und die Falte zwischen seinen Augenbrauen wurde so tief, dass sie mit Hoochs Gesichtskratern um die Wette lief. Seine Hände ballten sich zu Fäusten und Dalai schien sich in die Untiefen seiner Gehirnwindungen zu verabschieden. Er schien zu wissen, wann es Zeit war, Severus Snape machen zu lassen, ihm waren seine Zähne noch lieb. Das Thema Kaffee war eines, wobei Severus keinen Funken Spaß verstand.

Zu allem Übel allerdings kam der Zaubertränkemeister gar nicht dazu, seinen heiß geliebten Kaffee zu rächen, denn Albus drückte ihm den Hasen in die Hände und setzte sich an die Tafel.

Severus Snape, mit einem weißen Hoppelhasen in den Armen in der großen Halle? Der böse, schwarze Mann hielt einen Hasen an sich gedrückt? Das konnte nie und nimmer wahr sein! Er versuchte das Viech fallen zu lassen, doch das weiße Fellknäuel hatte sich irgendwie in seiner Robe festgekrallt, wackelte mit dem Stummelschwänzchen und arbeitete sich langsam zu seinem Gesicht empor. Severus, vor lauter Schrecken die Arme weit ausgebreitet, taumelte umher und fuchtelte mit den Händen stumm flehend um Hilfe. Einem Tier so nahe war gar nichts für ihn. Tote Tiere in Tränke mischen, ja, lebende Tiere, die einem das Gesicht abschlabbern, nein.

Ein mädchenhaftes Quieken entwich seiner Kehle, als das Hoppelhöschen seine zwei Ohren halb in seine Nasenlöcher steckte und sein Kinn beschnüffelte. In der Halle stieg ein Kichern empor, das in seinen Ohren wie Folter widerhallte. Er und ausgelacht? Nein! Niemals! Gleichwohl hatte er eine Heidenangst vor Puschel und Wuschelhäschen. Er zappelte und wackelte durch die Halle, immer in der Hoffnung, das Viech würde abfallen wie zuvor Sprouts Gesicht doch nichts der gleichen geschah. Dieses Monstrum hatte sich festgekrallt in der 800 Galeonen Salvin Sleins Robe, die er nun getrost in den Kamin werfen würde. Und es hinterließ Haare, überall Haare! Weiße Haare auf schwarzem Umhang! Nicht mal kaffeeloser Morgen war schlimmer als schwarz-weiß gestreifter Zaubertränkemeister!

Peinlichkeit, unfassliche Peinlichkeit! Dieses Häschen demütigte ihn wie nicht einmal weiße Tennissocken in Sandalen demütigen konnten! Die Ohren des Hasen steckten nun soweit in seiner Nase, dass er drohte zu ersticken! Ein wahrlich ruhmvoller Tod! Das würde Schlagzeilen für über eine Woche geben: Ex-Todesser überlebte Voldemort, doch krepierte an weißem Hoppelhasen!

Allerdings kam es nicht dazu, denn bevor der Erstickungstod einsetzte, zerrte ein Samariter diese Inkarnation des Teufels von ihm hinunter. Merlins Eiern sei Dank, endlich wieder Luft! Und dann, Merlins Eiern zum Fluch, Potter war der Samariter! Ausgerechnet Potter! Welch eine Schmach, welch eine Schande! Lieber wäre er elendig und wehleidig an dem Monstertier der Monster dahingeschieden, als von ‚I'm everybody's hero' - Potter gerettet zu werden!

„20 PUNKTE ABZUG FÜR GRYFFINDOR!", kreischte er, noch immer nach Luft schnappend. So was konnte er doch nicht auf sich sitzen lassen! Verletzte Würde, gekränktes Ehrgefühl, erniedrigter Stolz! Unerträglich!

Die Schlagader an seinem Hals pochte gefährlich und sein Gesicht war zu einer wütenden Grimasse verzerrt. Es fehlte nur noch, dass er die Zähne bleckte und dann mit Kampfgebrüll auf den Goldjungen zustürmte, um ihm für die Frechheit, sein Leben gerettet zu haben, die Seele aus dem Leib zu hexen!

„Dafür dass ich Ihnen geholfen habe, Professor?"

„SCHNABEL HALTEN! DREIßIG PUNKTE ABZUG!"

„Wieso denn?"

„FÜNFZIG PUNKTE!"

„Na, na, Severus, kleiner Bubi-Wubi, wer wird den gleich so grantig sein?", meinte Dumbledore, der nun dazugekommen war, dicht gefolgt von McGonagall.

„NENN MICH NICHT BUBI-WUBI!" Der Schulleiter zwinkerte freundlich und tätschelte Severus den hochroten Kopf.

„Na, na, Severus, das sind aber keine guten Manieren."

„Ja, Severus, du kannst Harry nicht einfach fünfzig Punkte …"

„KLAPPE MINERVA! 20 PUNKE ABZUG!" Die Hexe sah ihn verdattert an.

„Du kannst mir keine Punkte abziehen!"

„SIEH NUR ZU WAS ICH ALLES KANN!"

„Für was denn?"

„DAFÜR … DAFÜR, DASS DU DOOF BIST!" Die gesichtslose Verwandlungslehrerin starrte ihn einen Augenblick lang empört an, bis sie sich mit quengeligen Unterton an ‚Papi - Dumbledore' wandte.

„Albus, er hat doof zu mir gesagt!" Der senile Kanarienvogel zwinkerte wieder, das Grinsen noch immer auf dem Gesicht. Es war scheinbar so unverwüstlich wie Severus' Arschkarten-Abo. Er tätschelte Minerva den Arm.

„Er meint es nicht so, mein Liebes, nicht wahr, Sevie, Bürschchen?"

„UND OB ICH …"

„Siehst du, tut er nicht, Kleines. Entschuldige dich bei Minerva und Harry, Junge." Severus sah den Schulleiter verdattert an, offensichtlich nicht in der Lage, das gegenwärtige Szenario zu verarbeiten.

„Severus, du hast gehört, sag Entschuldigung, schnell, bevor ich meine Geduld mit dir verliere, Kleiner!" Konnte das denn tatsächlich wahr sein, er, Severus Snape, Zaubertränkemeister, Adonis, Gottheit, dazu genötigt sich vor gemeinem Fußvolk zu entschuldigen? Er? NIEMALS!

Trotzig verschränkte er die Arme und streckte das Kinn in die Höhe. Päh! Sie wollten eine Entschuldigung, darauf konnten sie lange warten! Erst nahm man ihm seinen Kaffee, dann seine Unantastbarkeit, aber seinen Stolz würden sie ihm nicht nehmen. Eher noch fanden Sprouts Hautschuppen in seiner Serviette den Weg zurück zu ihrer Besitzerin!

„Junge, ich bin enttäuscht. Wir müssen ein ernsthaftes Gespräch führen, ab in mein Büro, aber fuchsig!" Severus drehte sich auf dem Absatz um, das Kinn immer noch hoch erhoben und schritt aus der Halle hinaus. Der Abgang verlief allerdings nicht so einwandfrei, wie er geplant hatte, denn er sah nicht wirklich wohin er lief und knallte somit an den Türpfosten, verhedderte sich in seinem Umhang und flog in hohem Bogen zu Boden. Verflucht sei er, wenn er noch ein einziges Mal 800 Galeonen für einen Umhang ausgeben würde!

Mühsam rappelte er sich auf, bemüht das Gelache und Gegröle in der großen Halle zu überhören und machte sich auf den Weg in das Büro des Schulleiters, dicht von Zitronenbonbon-himself gefolgt. Er war beleidigt, im höchsten Maße beleidigt! So eine Zumutung! Und das ausgerechnet ihm, Severus Snape!

Mordverschwörungen und mögliche Gewaltszenarien spielten sich in seinem Kopf ab, eine phänomenaler als die andere! Genugtuung! Diese Pläne würden seinen verloren gegangenen Kaffee rächen und ihm seine Würde wiederbringen! Dalai in allen Ehren, aber einen anderen Weg zurück zum Eiskönig-Dasein gab es nicht.

Schließlich kam er vor der großen Eichentür zu Dumbledores Büro an, wartete, dass man ihm die Tür öffnete und betrat dann das Arbeitszimmer.

Wenn er zuvor schon aus allen Wolken gefallen war, dann riss ihm der folgende Anblick den unwürdigen Boden unter den gottgleichen Füßen weg. In dem Sessel vor Albus - mein Hirn ist so groß wie ein Zitronendrop - Dumbledores Schreibtisch saß ein Mann mit schüttern weißem Haar, im Gigolo Outfit und einem Lächeln, dass die Kategorie ‚gemeingefährlich' mit allen Mitteln zu sprengen versuchte.

Mit dem Gigolo an sich hätte Severus ja vielleicht noch leben können, doch es war nicht nur der Gigolo, nein, da waren auch noch fünf junge Frauen, alle mit einem ‚Ich bin dumm - wer will mich vögeln?' Lächeln und ausschließlich in Unterwäsche. Knapper und pinker Unterwäsche, um genau zu sein, so knapp und so pink, dass der Anblick sich schmerzhaft in seine Hornhaut einbrannte, sozusagen blendete und sein Hirn erlahmen ließ. Okay, ob es jetzt die Unterwäsche an sich oder die halbnackten Bunnies waren …

BUNNIES?

Jaaah, Bunnies, große Bunnies, kleine Bunnies, blonde Bunnies, dünne Bunnies, kurzum Weiber, die rosa Hasenohren auf den Kopf hatten. Ganz klar, hier wollte jemand ihn nach allen Mitteln der Kunstfertigkeit verarschen. Professionelle, fachmännische Verarsche! Die Bunnies lächelten und hüpften und mitten in dem Haufen nackter Haut saß dieser Mann und nickte ihm mit einem ‚Blend a Dent' - Zahnweiß Lächeln wissend zu. Fehlte nur noch, dass er in einer schwungvollen Geste mit seinem Zeigefinger auf ihn deutete und dabei vulgär mit seinen Äuglein zwinkerte.

Severus blieb stumm und geschlagen stehen, unfähig auch nur ein Wort über seine Lippen zu zwingen. Sein Geist spielte ihm einen Streich. Ja, genau, sein Verstand wollte ihn für den kaffeelosen Morgen bestrafen, er halluzinierte! Unmöglich, dass Bunnies auf Hogwarts ihr Unwesen trieben! Diese Schule war doch kein Freudenhaus!

Nein, ganz und gar ausgeschlossen, er träumte noch, das war es! Keine Bunnies im Schloss, nein, nein …

Während der werte Zaubertrankprofessor also noch mit sich selber rang, schritt Dumbledore an ihm vorbei und mit wehendem Bart und ausgebreiteten Armen auf den Gigolo im Sessel zu.

„Hugh, kleiner Bruder! Was für eine Freude dich hier zu sehen! Und du hast deine butzi wutzi Hoppelhäschen mitgebracht! So eine Überraschung!" Damit fiel er Hals über Kopf dem viel kleineren Mann in die Arme und knuddelte und wuddelte ihn, dass die Knochen nur so knackten.

Der Zustand, in dem Severus sich nun befand, konnte mit etwas Großzügigkeit als Wachkoma beschrieben werden. Die Augen starr auf das aneinander gekuschelte Paar gerichtet, unfähig zu begreifen, dass ein 150 Jahre alter Mann so hemmungslos öffentlich diesem Gigolo um den Hals viel.

„Albus, mein Lieber! Hach, du siehst noch genauso frisch und knackig aus wie vor dreißig Jahren!" An dieser Stelle kniff er dem Schulleiter in den Po, der daraufhin mit einem spitzen Schrei aufsprang, sich verlegen die Hand auf den Mund presste und feuerrot anlief.

„Hugh, das kannst du doch nicht machen! Wie unanständig!"

„Was nett aussieht, dass muss gekniffen werden, Bruderherz!" Scheu lächelnd und ein wenig mit den Wimpern klimpernd lief Dumbledore um den Schreibtisch herum und setzte sich ebenfalls.

„Was führt dich zu mir?"

„Um ehrlich zu sein, Albus, Mäuschen, ich bin verzweifelt." Er ließ sich zurück in seinen Sessel fallen und legte sich in einer eleganten Bewegung die Hand theatralisch gegen die Stirn.

„Meine Bunnies sind nicht mehr das, was sie mal waren! Silikon ist nicht mehr modisch, nackte Weiber findest du in jedem zweiten Klatschmagazin! Sogar Uschi Glas hat sich schon ausgezogen! Die Welt geht den Bach runter, Albus, und mein Magazin mit ihr! Ich brauche Hilfe, ich brauche Inspiration, eine Idee …" Er sprang auf, die Bunnies um ihn versammelt, die rechte Faust mit glorreicher Pose in die Luft erhoben.

„Ich brauche etwas neues, etwas noch nie zuvor da gewesenes, mächtig und stark! Keine Brüste wie Pamela, keinen Arsch wie JLo, keinen Mund wie Jolie. Alles schon mal gesehen! Es muss was innovatives sein! Albus ..", er knallte mit seiner Faust auf den Schreibtisch, „ich brauche einen Mann!"

Stille. Severus, der sich mittlerweile sehr sicher war, dass seine Hirnwindungen ihm einen Streich spielten, lehnte sich locker lässig gegen den Türrahmen und wartete, bis sein Körper, der zweifellos noch in seinem mit Superman Laken bezogenem Bett lag, endlich aufwachte.

Im Nachhinein wäre es wohl intelligenter gewesen zu rennen, rennen was das Zeug hielt, doch nein, in dieser Sekunde nahm das Schicksal einen für Severus Übelkeit erregenden Lauf …

Es schien, dass der Gigolo mitsamt seinen Bunnies sich in slow-motion zu ihm umdrehte. Die Macher von Matrix wären bei diesem optischen Spezialeffekt neidisch aus ihren 300 Dollar Boots gekippt. Nun gab es kein entrinnen mehr. Nicht mal Neo wäre dem Röntgenblick von Hugh entkommen, der nun Severus taxierte.

Fast konnte der Zaubertränkemeister die Dollarzeichen sehen, die sich in des Gigolos Augen spiegelten, als er ihn betrachtete. Die Glubscher weit aufgerissen, den Mund geöffnet, als hätte Mutter Maria ihm gerade die Absolution erteilt, die Hände fast schon gen Himmel erhoben und den Freudentränen nahe, kam er auf ihn zu.

Der kleine Mann klammerte sich lechzend an seine zerstörte 800 Galeonen Selvin Sleins Robe, ganz als könnte er nicht glauben, dass der liebe Herrgott ihm den Potionsmaster zum Geschenk gemacht hatte.

„Jahahaha, jahahahaha, das ist es … weiche, blasse Haut, ein Traum…JA…hahahaha…" stöhnte Hugh in Ekstase und ließ seine Hände immer wieder über des Tränkemeisters Brust wandern. ‚Es ist nur ein Traum, primitives Hirngespinst', dachte Severus und tat nichts gegen die Finger, die nun an seinen Haaren zupften und seine Nase betatschten. ‚Denk an Dalai … er hätte nicht gewollt, dass du die Geduld verlierst … Dalai Lama, Dalai Lama, Dalai Lama …' Weitere Momente der doch recht ausführlichen Inspektion seines Körpers vergingen bis Bunnymaster sich endlich seiner Person selbst zuwandte.

„Mein Name ist Hefner, Hugh Hefner. Wer sind Sie?" Sollte er die Terminator Antwort geben? Sollte er wirklich? Ganz nach dem Motto: Ich bin ihr schlimmster Albtraum, hehe.

„Severus Snape." Das musste auch reichen.

„Oh, das hört sich wahnsinnig toll an! Ja, Wundervolle Schlagzeile - proudly presented: Severus Snape - Easter Playmate! JAH!" Damit drehte er sich schnurstracks um und seinem Bruder zu.

„Ich MUSS ihn haben!" Der Schulleiter zwinkerte freundlich.

„Herzchen, tu, was du nicht lassen kannst." Ein erfreutes Kreischen war die Antwort.

„Ein Vertrag! Wir brauchen einen Vertrag!" Sekunden später lag ein dreizehn Seiten Dokument auf dem großen Eichenholzschreibtisch. Er hatte das Gefühl, mit sanfter Gewalt von den Bunnies in Richtung der Pergamente gedrückt zu werden. Hefner hielt ihm eine Feder hin, Albus lächelte sein abonniertes Lächeln und rosa Puschelbunnies hüpften um ihn herum. Diese Situation war unmöglich real.

Verdattert sah er hinunter auf die dreizehn Seiten, über denen groß und breit ‚Wanna be a Playmate?' prangerte. Der Rest war so klein gedruckt, dass er das Geschreibsel wahrscheinlich nicht mal mit Trelawneys fünf Zentimeter dicker Brille hätte entziffern können.

Doch Severus Snape war kein Mensch, der einfach so irgendeinen Wisch unterzeichnete. Nicht einmal im Traum! Er wusste ja nicht einmal genau, worum es ging! Was war ein Playmate eigentlich, von welchem Magazin war die Rede gewesen? Meinten diese Hornochsen wirklich, er würde sich auf etwas einlassen, von dem er keine Ahnung hatte?

Die Lippen zu einer schmalen Linie zusammengezogen und die Augen zu Schlitzen verengt, legte er die Feder auf den Tisch, verschränkte die Arme und streckte seine Nase in wohlwollende Höhen. Nicht mit ihm!

„Severus, Hummelchen, sei keine Diva und unterschreib.", meinte Dumbledore zitronendroplutschend und legte die Fingerkuppen gebieterisch aneinander.

Er schüttelte den Kopf.

„Entweder, Junge, du unterschreibst den Vertrag, oder du musst dich bei Minerva und Harry entschuldigen. Eins von beiden, such es dir aus." Erpressung, das war Erpressung! Kurzes Zögern machte sich im Büro des Direktors breit. Was tun? Den Wisch unterzeichnen oder schändliche Worte über seine Lippen pressen, die ihm das letzte Stückchen Würde und Persönlichkeit rauben würden? Was würde ein Ehrenmann tun? Was würde ein Snape tun?

Die Unterschrift würde ihm seinen Stolz nicht nehmen, die Unterschrift würde nichts bedeuten ... es war nur ein Traum, ein Traum …

Langsam griff er nach der Feder und mit jedem Millimeter, da sich seine Hand dem Schreibgerät näherte, wurde Hughs Lächeln breiter und breiter, bis er sich sicher war, dass nicht einmal Luzifer persönlich ein solch geisteskrankes Grinsen drauf hatte.

Ein Traum, ein Traum …

Momente später zierte ein schwungvoller, aristokratischer Namenszug den Vertrag. Die Tinte war noch nicht trocken, da griff Hefner schon nach den Blättern und ein Lachen erfüllte das Arbeitszimmer, wie die Welt es nicht mehr gehört hatte seitdem Moses die Ägypter im geteilten Meer hatte ersaufen lassen.

Den Bruchteil einer Millisekunde später zerrten ihn fünf Bunnies mit Gigolo-King an der Spitze die Flure von Hogwarts entlang. Die Häschen kicherten, giggelten und brachten den armen Zaubertränkemeister mit ihrem Augenzwinkern fast um den Verstand. Überall an seinem Körper Hände, überall Gesichter … hatte er vielleicht gestern Abend irgendein Kraut geraucht, dessen Wirkung sich erst jetzt entfaltete? Nein, das Gras war seit dem letzten Besuch von Prinz - Papi Charles' Visage hat meine Psyche nachhaltig beschädigt - Harry spurlos verschwunden.

Auf ihrem Weg begegneten sie einer Gruppe von Slytherins, zu denen auch Draco Malfoy gehörte. Als sie an ihnen vorbei liefen, pfiff der Platinschopf ein sehr machohaftes Pfeifen und versuchte sich wie ein Rotkehlchen zur Balzzeit aufzuplustern. Ein wahrhaft erbärmlicher Anblick. Insgeheim war Severus in diesem Augenblick sehr froh, dass fast niemand wusste, dass Draco Malfoy sein Patensohn war. Noch mehr Peinlichkeit war nicht zu ertragen.

Am liebsten hätte er dem Slytherin eine Kopfnuss verpasst für diesen armseligen Versuch, auf sich aufmerksam zu machen. Was noch fehlte, war, dass er mit beiden Zeigefingern begann auf sich selbst zu zeigen und ihnen hinterher zu schreien.

Was er dann auch tat …

War die Welt verrückt geworden? Sicher, anders konnte es nicht sein. Bunnies, die ihn die Gänge entlang schoben, Patensöhne, die sich im wahrsten Sinne des Wortes zum Affen machten … seine Theorie, was die Vertrottelung der Menschheit anging, schien aufzugehen. Homo Sapiens würde aussterben, falls es nicht schon längst ausgestorben war.

Sie ließen die Slytherins hinter sich, liefen noch einige Korridore entlang, bis Hugh Hefner plötzlich stehen blieb und die Tür zu einem Raum aufriss, den Severus noch nie zuvor betreten hatte. Den Raum der Wünsche.

Die Bunnies drängelten ihn in den Raum hinein, dann schlugen sie die Tür hinter ihm zu. Einen Moment lang stand er da, wie bestellt und nicht abgeholt, bis er fuchsteufelswild begann an dem Türknauf zu rütteln. Kein durchkommen, auch nicht mit Zauberstab.

Heftig schnaufend und mit seinem eh sehr beschränkten Latein am Ende, wandte er sich dann dem Raum zu. Die Einrichtung war rot, Übelkeit erregend rot. Alles war geplustert und gepolstert. Überall standen Kleiderständer und die Dinge, die an besagten Ständern hingen, wollte der Zaubertränkemeister gar nicht genauer ansehen. Allerdings kam er nicht umhin einen Aufsehen erregenden, rosa Federschal zu bemerken und ein dazu passendes Paar Stoffhasenohren.

Als er eine große, schwarze Photokamera auf einem der hässlich pinken Beistelltischchen bemerkte, dämmerte Severus, auf was er sich da eingelassen hatte. Hätte er seiner ersten Intuition in diesem Augenblick nachgegeben, er hätte sich kreischend, weinend und mit den Fäusten trommelnd gegen die Tür geworfen um diesem Grauen zu entkommen. Doch Severus Snape wäre nicht Severus Snape, wenn er sich so gehen lassen würde. Nur ein Wimmern war zu hören, zwar ein weinerliches Wimmern, aber immerhin.

Dann spürte er, wie etwas seine Schulter ganz vorsichtig antippte und fuhr wie von der Tarantel gestochen um. Vor ihm stand wohl die letzte Person, die er sich als Gesellschaft in einem rosaroten Raum ausgesucht hätte. Vor ihm stand …

… Hermione Granger.

Ihm entwich ein spitzer Schrei und er stolperte rückwärts, genauso wie sie. Ihre Haare hingen ihr verwuschelt und buschig wie eh und je ins Gesicht, die Augen waren mit Entsetzen weit aufgerissen und sie hielt ein Blatt Pergament fest an sich gedrückt.

„Professor, ich …"

„WAS ZUM SCHIMMLIGEN HENKER SUCHEN SIE HIER, GRANGER?"

„Keine Ahnung …"

„DAS IST KEINE ANTWORT!" Die junge Gryffindor zitterte wie Espenlaub. Wenigstens noch einer in diesem Schloss hatte gebührend Schiss vor ihm und unwillkürlich besänftigte ihn dieser Gedanke.

„Ich weiß nicht, vor einer Minute noch war ich auf dem Weg aus der großen Halle und dann … irgendwie, bin ich hierher gekommen, mit diesem Pergament in der Hand." Sie reichte ihm zögerlich das Blatt Papier und er riss es ihr aus der Hand.

‚Visagistenplan …' Aufgelistet waren eine Reihe Sachen, die Severus ungewollt würgen ließen. Was las er da? Beinenthaarung?

„Ich vermute, Miss Granger, der Raum hat sie dazu auserkoren, mir bei gewissen … Erledigungen behilflich zu sein. Weiß der Teufel warum …" Er überflog die lächerlichen Stichpunkte und knüllte den Zettel dann in Rage zusammen! Was erlaubten sich diese Dorfdeppen eigentlich? Ihm überhaupt so einen Wisch unter die Nase zu setzten!

Schnaubend wie ein Nilpferd wandte er sich von Miss Besserweiß ab und lief mehrere Runden im Kreis, angestrengt überlegend, wie er aus diesem Schlamassel einigermaßen heil wieder rauskommen konnte. Alles Dalai Lamas Schuld! Hätte er Albus schon vorhin in der großen Halle verdroschen, gäbe es jetzt anderes zu klären als dieses Kasperletheater.

Granger stand immer noch genauso da wie zuvor, hatte nicht einmal die Hand zurückgezogen, aus der er dieses beleidigende Teufelsdokument gerissen hatte. Als er sie ansah, holte sie ihre Hand langsam zurück.

„Und was machen wir jetzt, Professor?"

„WIR machen gar nichts. Sie, Miss Granger, drehen sich jetzt um und schauen so lange die Wand an, bis ich Ihnen erlaube, sich wieder umzudrehen." Er wartete einen Moment.

„Na los! Wird's bald?"

„Was? Jetzt?"

„Nein, Granger, am dritten Weihnachtsfeiertag! Natürlich jetzt!" Das Mädchen sah etwas beleidigt drein, fackelte aber nicht mehr lange und drehte sich um. Severus schnaubte verächtlich. So was aber auch!

Zugleich wusste er nicht, was er denn nun tun sollte. Flucht war ausgeschlossen, nicht mal die Amazonen hätten es durch diese Tür geschafft. Sollte er etwa tun, was auf dieser Liste stand? Nein, eher würde er sterben! Elendig verrecken! Krepieren! Aus ihm würden sie keine Tunte machen! Nicht aus einem Snape!

Dennoch, er hatte diesen vermaledeiten Vertrag unterschrieben. Im Nachhinein, so überlegte er, wäre er lieber auf des Papstes Beichtstuhl gegangen, als SO ETWAS tun zu müssen. Sicher, vorteilig an der Sache war, dass der Papst mittlerweile ähnlich senil wie der Schulleiter war, demnach würde der Knacker gar nichts von seinen vielen fiesen Sünden mitbekommen. Und er hatte viel gesündigt, oh ja, Baby, und wie viel er gesündigt hatte!

Ein laszives Grinsen schlich sich bei diesem Gedanken über sein Gesicht und er zog es für einen klitzekleinen Augenblick in Erwägung, diese ganze Sache wirklich durchzuziehen. Als seine Augen allerdings nach dem Wort ‚Beinenthaarung', was allein schon für ihn wie Todesfolter klang, die zwei kleinen Wörtchen ‚mit Wachsstreifen' ausmachten, war jeglicher Tatendrang sofort verflogen. Wachsstreifen und Severus Snape in einem Satz! Tzehe! Soviel Ironie konnte nicht einmal das Schicksal übrig haben!

Doch wenn er es tun musste, und er musste es tun, das stand außer Frage, dann würde er Hilfe brauchen, mächtig viel Hilfe. Zögernd sah er sich zu Granger um, die die Arme verschränkt hatte und ungeduldig mit ihren Schuhen auf dem Boden herumklackerte.

Wieso musste es ausgerechnet eine Gryffindor sein, wieso unbedingt diese Gryffindor! Er würde doch genug Leiden, war diese Schmach denn noch wirklich notwendig? Allein wenn er an die Erniedrigungen dachte, die ihn den nächsten Minuten auf ihn warteten, wurde ihm ganz Bange.

„Granger?" Ein gedämpftes ‚hmm' ertönte.

„Umdrehen, aber dalli!" Gesagt, getan. Wortlos reichte er ihr die Liste, wandte sich dann ab und ließ sich auf einen babyblauen Plastikstuhl mit rundum gelben Schnullern fallen. Alternative wäre ein rosa Gegenstück mit roten Herzchen gewesen. Immer daran denken, was hätte ein waschechter Snape in dieser Lage getan ….

„Wie machen wir das?", fragte er forsch und ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen. Schlimm genug, dass er diese Schande durchleben musste!

„Ich dachte, es gibt kein WIR, Professor.", meinte Granger zickig, entfaltete aber trotzdem das Pergament und prustete dann los. Gekränkt steckte sich Severus die Finger in die Ohren. Hätte er doch bloß auch seine Augen zugekniffen, denn Momente später torkelte Granger wie betrunken in sein Blickfeld hinein, sich krümmend und windend vor Lachen.

Oh nein, welch Gram! Niemals hatte irgendjemand Rücksicht auf seine Gefühle genommen! Auch er hatte ein Herz, auch er war verletzlich, ein Mensch aus Fleisch und Blut! Sensibel! Immer hatten die Kinder im Pausenhof ihm sein Pausebrot weggenommen, immer war er es gewesen, den sie angeschwärzt und für dumm verkauft hatten! Diese Erfahrungen hatten Spuren in seiner so zarten Seele hinterlassen!

Und da stand sie, oder besser, lag fast auf dem Boden vor Lachen, die Miss Neunmalklug! Machte sich direkt vor seinen Augen lustig über ihn! Der Gipfel der Frechheit! Ah, welch Schmerz in seinem Herzen! Ein jeder Ton, der ihren Lippen entwich war mit Qual und Folter gleichzusetzen! Wie konnte sie nur?

„Miss Granger, das ist gar nicht nett von Ihnen.", verkündete er mit zitternder Unterlippe. Nein, er würde jetzt nicht in Tränen ausbrechen! Er war ein Mann! Männer waren stark! Männer waren Gorillas! Gorillas weinten nicht!

Granger schien sich wieder einzukriegen, schließlich rappelte sie sich auf und ließ sich in den rosaroten Plastikstuhl ihm gegenüber fallen. Allerdings triefte ihre Stimme noch immer von unterdrücktem Lachen, als sie sich an ihn richtete.

„Äh, Professor, wäre es sinnvoll sie zu fragen wie Sie ... zu dieser Ehre kommen … Easter Playmate …", wieder folgte schallendes Gelächter. Meinte dieses junge Ding vor ihm damit etwa, dass er, Severus Snape, nicht in der Lage wäre, ein Easter Playmate zu sein? Ein Snape konnte alles sein, was er wollte! So eine Anmaßung! Es war ja nicht so, dass er körperlich entstellt war, nein, ganz im Gegenteil, als er letztes Mal bei der Pediküre gewesen war, hatte man ihm hoch und heilig versichert, dass er stolz auf seine Waden sein konnte! Es gab Menschen, die würden Morden für seine Waden! Wieso lachte sie ihn dann aus?

„Miss Granger, wie ich zu dieser Ehre komme geht sie gar nichts an. Fakt ist, Sie sollten mir helfen, also fangen Sie schon an!"

„Hehe, mit was denn?"

„Na mit dem, was auf der Liste steht, Sie Gundel!" Die Gryffindor sah wieder auf das Pergament und kicherte leise. Er meinte aus ihrem Gemurmel das Wort ‚Vergeltung' herauszuhören. Das anschließende Funkeln in ihren Augen ließ es zumindest vermuten. Sollte er Angst haben?

„Na dann, machen Sie sich mal nackig, Professor!"

„WAS?"

„Na, sie haben schon richtig gehört, ausziehen, ich kann ihre Beine nicht durch die Robe durchwachsen!" Entsetzt starrte er sie an? Severus Snape sollte sich vor einer Schülerin ausziehen? EINER SCHÜLERIN! Hätte er Blut in seinen Adern gehabt, es wäre auf der Stelle stehen geblieben. Er konnte sich nicht ausziehen! Nicht vor ihr! Zudem hatte er heute Morgen eine sehr alte und schmuddlige Unterhose angezogen. Mit Schmetterlingsmuster. Zum dreißigsten Geburtstag von Mama Snape bekommen. Diese Antiquität zu offenbaren wäre eine Schmach! Welch eine Schande, doch die Situation war ausweglos.

Zitternd und zaudernd stand er auf, während Granger im Zimmer verschiedene Gerätschaften und Utensilien zusammensuchte. Diverses Zeug, welches sie heranschaffte, sah gemeingefährlich aus. Das Grinsen auf ihrem Gesicht war nun fast diabolisch. Ein paar Haare von seinen Beinen zu entfernen konnte ihr doch nicht Genugtuung für die ganzen Jahre der Erniedrigung beschaffen, die er ihr beschert hatte, oder doch? Waren Wachsstreifen vielleicht schlimmer als jeder Crucio?

Oh, er würde es herausfinden, früher als ihm lieb war …

Mit diesem Gedanken stieg die Panik in ihm hoch. Fast schon verzweifelte er an seinen Robenknöpfen. Oh, er hatte Angst, er hatte Schiss, Muffensausen, wenn es einem lieber war. Er konnte nicht, er wollte nicht. Nie in seinem Leben hatte er sich seine Mama sehnlicher herbeigewünscht als in diesem Moment. Seine Mama und seinen Teddy, Mister Doody.

Er streifte sich die Robe über die Schultern, zog sich dann Hose, Schuhe und Socken aus. Grangers Blick ruhte auf ihm wie der einer ausgehungerten Hyäne. Während er sich wieder auf seinen Stuhl setzte, bemühte er sich, mit seinem Hemd die Unterhose ein wenig zu bedecken. Gleichwohl schien ihm das nicht ganz zu gelingen, denn Grangers Kopf lief hochrot an und in ihren Augen bildeten sich Lachtränen, da sie es nicht wagte, loszuprusten. Ihre Lippen bebten vor unterdrücktem Gekicher. Er konnte sich denken, wie schmerzhaft sich ihr Zwerchfell gerade zusammenzog. Nicht mal ein Mann konnte so viel Demütigung an einem Tag ertragen!

Die Gryffindor setzte sich in ihren Stuhl und versuchte dringlich ihre Fassung wieder zu gewinnen. Sie atmete einige Male tief ein und aus, dann griff sie nach seinem linken Bein und legte es auf ihre Schenkel. Professionell wie die kleine Besserwisserin war, nahm sie sich daraufhin einen Wachsstreifen und rieb ihn zwischen ihren Händen warm.

Severus beobachtete ihr Vorgehen interessiert und fragte sich insgeheim, wieso der Raum der Wünsche ausgerechnet sie herbeordert hatte. Entweder, es gab sonst niemanden im Schloss, der mit so etwas seine Erfahrungen hatte … oder … oder ….

„Mein lieber Herr Jägermeister, sie haben aber haarige Beine!"

Oder das Schicksal hatte eine masochistische Ader.

„Dafür kann ich nichts." Granger zuckte mir den Schultern, dann brachte sie den ersten Streifen an. Dieses Teufelsgrinsen kehrte in ihre Züge zurück und sie fuhr mit sanftem Druck das Wachs auf seiner Haut fest.

„Bereit, Professor?" Er nickte nur und schloss die Augen.

„OOOOUCH!"

„Ich hab den Streifen nicht mal angefasst!"

„Oh …" Die Gryffindor schnalzte missbilligend mit der Zunge. Dann zerrte sie mit brutaler Gewalt den Streifen mitsamt Haut und Muskelgewebe von seinem Bein ab, so kam es ihm zumindest vor. Oh, welch ein Schmerz, welch eine Pein! Tränen stiegen ihm in die Augen und er sprang auf, schreiend, mit den Armen fuchtelnd und hüpfte auf einem Bein durch das Zimmer …

„SCHEIßE, SCHEIßE, SCHEIßE …." Der Cruciatus war ein Witz gegen diese Wachsstreifen! Hätte der dunkle Lord bei seinem Kampf gegen Potter diese Höllengerätschaft eingesetzt, er hätte ohne Zweifel einen glorreichen Sieg davongetragen. Diese Dinger waren Ausgeburten des Teufels. Kein Wunder, dass Frauen immer so übel gelaunt waren, bei einer solch gewalttätigen Körperbehandlung alle paar Wochen konnte man nur chronische Dauertiefstimmung davontragen.

Doch sein ganzes Geschrei brachte nichts. Granger zog ihn zurück auf seinen Stuhl und drohte ihm, ihn mit einem Dauerklebefluch dran zu fesseln. Da er nicht dass geringste Interesse daran hatte, den Rest seines Lebens mit einem blauen, über und über mit Schnullern besprenkelten Stuhl am Allerwertesten rum zu laufen, erwiderte er nichts und ließ sich zurückfallen.

Die folgenden Minuten waren die schlimmsten seines Lebens. Mit jedem Härchen, welches aus seiner Beinhaut hinaus gerissen wurde, ging sein Körper ein wenig mehr in Flammen auf. Er kreischte und schrie, spuckte und spie, doch nichts bereitete seiner Tortur ein Ende. Am schlimmsten war es mit den Haaren direkt vorne über dem Fußgelenk. Er meinte wahnsinnig zu werden, als Granger mit roher Brutalität den Streifen von seinem Bein riss.

Schließlich, endlich, fand seine Folter ein Ende, doch als er einen Blick auf seine Beine warf, traf ihn der Schlag. Seine Schenkel waren puterrot, gereizt und empfindlich. Bei Merlins Arsch, er sah aus wie ein gerupfter Gänsehintern!

Granger währenddessen ließ sich in ihren Stuhl zurücksinken, das Grinsen verboten breit, und verschränkte die Hände hinter ihrem Kopf. Sie gratulierte sich augenscheinlich zu dem prächtigen Werk, das sie vollbracht hatte.

Severus stand auf, die Beine weit gespreizt und fächerte seinen Schenkeln Luft zu. Die Treter schienen zu verglühen, tatsächlich, es sah aus, als hätte er widerlich lange in der Sonne gelegen.

„Nun denn, Herr Professor, gehen sie mal zu diesem Waschbecken dort rüber." Granger deutete auf ein Becken, dass eine Kopfgroße Einmulde an der Breitseite hatte. Severus hatte so ein Ding noch nie zuvor gesehen und wusste auch nicht wirklich, wozu es gut sein sollte.

Da er jetzt jedoch die Devise ‚Augen zu und durch' für sich entdeckt hatte, sagte er nichts und ging zu dem Becken hin. Davor stand eine Art Hocker, gerade hoch genug, sodass sein Kopf auf gleicher Höhe mit der Mulde des Waschbeckens war.

Und es dämmerte ihm wieder …

Granger sah noch einmal den Zettel in ihrer Hand an, kicherte ein teuflisches Kichern und kam dann auf ihn zu.

„Legen Sie ihren Kopf bitte da rein, Professor."

„Sie wollen mir doch nicht etwa die Haare waschen!"

„Natürlich, es steht hier drauf.", sie hielt ihm das Pergament hin, „Da, sehen Sie, ‚Haare waschen', genau über ‚Zöpfe flechten'. Ist nichts zu machen, Professor, also bitte nach hinten lehnen." Für einen Moment blieb die Welt, wie Severus sie kannte und verabscheute, stehen. Jemanden an seine Haare lassen, an sein Heiligtum? Seine schwarzen, seidigen, gottähnlichen Haare von unwürdigen Menschenfingern waschen lassen? Das war nun wahrlich zu viel des Guten! Wahrscheinlich auch noch mit irgendeinem billigen Shampoo bei Magical-Ebay ersteigert. Der Laden hatte schon genügend Schaden für ein ganzes Leben angerichtet! Nein, in seine Haare kamen nichts anderes als SEINE Finger und das allseits bewehrte Herbal Essences „Potions Style". Basta!

„Granger, weg von mir!", schrie er und kreuzte die Zeigefinger seiner beiden Hände, um den Dämon auf Abstand zu halten. An dieser Stelle eigentlich eine Recht unempfehlenswerte Art der Selbstverteidigung. Über das Gesicht seines Widersachers zog zu allem Übel ein siegesgewisses Grinsen, kurz bevor sie ihren Zauberstab zog und mit Sternchen sprühender Spitze auf ihn richtete.

„Petrificus Totalus."

Na, das war ja mal wieder erste Sahne gelaufen. Erstarrt wie einer von Liz Taylors Männern beim Anmachen des Bettlichts nach der Hochzeitsnacht, saß er nun da und wurde von diesem kleinen Biest an den Haaren rückwärts zum Waschbecken gezerrt.

Diese Haarwäsche würde er sein Leben lang nicht vergessen. Granger zog und rubbelte wie von Luzifers Dreizack im Hintern getrieben in seinen Haaren herum. Zudem verbrühte das Wasser ihm fast die Kopfhaut und als das Shampoo noch hinzu kam … oh, er wollte gar nicht darüber reden. Einmal ließ Granger ihm sogar fast ersaufen, als sie seinen Kopf so weit in das Becken drückte, dass sein Kehlkopf Gefahr lief ein überaus elendes Ende zu erfahren. Sie schrubbte so heftig auf seinem Kopf herum, dass er sich sicher war, nach dieser Haarwäsche die Hälfte seiner Haarpracht im Abfluss verschwinden zu sehen. Severus Snape mit Halbglatze, ein wahrhaft traumhafter Anblick.

Für ihn war es wohl die größte Demütigung des gesamten Tages. Nicht mal die sehr schmerzhafte Enthaarung von seinem ‚Fell', wie Granger es ein paar Mal bezeichnet hatte, war so erniedrigend gewesen. Haare an den Beinen zu verlieren, war eine Sache, Haare auf dem Kopf eine ganz andere …

Irgendwann war Granger mit ihrer Wascheinlage fertig und erlöste ihn aus seiner Ganzkörperklammer. Wäre noch etwas von seiner Würde in ihm übrig geblieben, er hätte sie angeschrieen und getobt wie ein wilder Stier. Doch seine Würde, sein Stolz ging gerade den Abfluss hinunter, und was davon in den letzten Winkeln seiner Selbst noch übrig war, verebbte, als die Hexe sich aufmachte, seine Haare zu fönen und ihm zwei Pipi Langstrumpf-Zöpfe flocht.

„Super, so viel wäre geschafft. Ich wollte Sie schon immer als Severina Snape erleben, Professor!" ‚Ja, gib es mir ruhig, kleines Teufelsbalg', dachte Severus grummelnd und malte sich schon farbenfroh Flüche aus, mit denen er Miss Superschlau bei der nächsten Gelegenheit ins Jenseits befördern würde. Niemand, wirklich niemand durfte Zeuge dieses Zustandes werden.

„Ihnen ist doch hoffentlich klar, dass Sie dafür sterben werden, nicht war, Miss Granger?"

„Och, dass ist es allemal wert. Ich würde sogar sagen, man hat erst dann richtig gelebt, wenn man einen Mann wie sie in Frauenklamotten erlebt hat." Bei dieser Äußerung deutete sie auf den Kleiderständer zu ihrer Rechten. Severus, der sich zuvor krampfhaft bemüht hatte, dieses Höllenteil nicht genauer unter die Lupe zu nehmen, erstarrte bei dem Anblick, der sich ihm bot.

Auf dem Ständer befanden sich besagter Federschal, eine reich Auswahl von rosa Hasenohren und, zu seinem aufrichtigen Entsetzen eine paar roter Netzstrapse, dazu eine pinke Unterhose mit einem Puschelhasenschwänzchen dran.

PUSCHELHASENSCHWÄNZCHEN?

Da stand er, ein Mann in der Blüte seiner Jahre, groß, muskulös, stark. Und da, ihm gegenüber das größte Grauen der Weltgeschichte. Puschelschwänzchen. Der große Mann, der Adonis am Horizont der Männlichkeit! Gezwungen einen Puschel zu tragen! Lächerlich!

Wie in Trance näherte er sich dem Ungeheuer, steckte ungläubig zwei Finger aus, um es zu berühren. Es war weich und wuschlig, rosa und puschlig. Was für eine Zumutung! Er, Severus Snape! Nein, das konnte nicht möglich sein! Doch das war es. Es war Realität! Zynischer Zaubertränkemeister versus rosa Puschelschwänzchen. Der Kampf des Jahres! Besorgen sie sich ihre Tickets jetzt noch im Vorverkauf!

Granger lachte wie Grusella Devil aus „101 Dalmatiner". Ganz klar, die Götter hatten sich gegen ihn verschworen, wollten den letzten Rest Stolz dieses Mannes in Trümmern sehen! Er würde untergehen, wahllos, noch erbärmlicher als die Titanic, waren doch nicht einmal Jack und Rose da, die über das Ersaufen des Kolosses hinwegtrösten konnten. Oh, welch eine Schmach! Man konnte es nicht oft genug sagen. Minuten vergingen, in denen er den Kleiderständer nur anstarrte.

„Na, los, Meister, ziehen Sie sich schon an." Er schenkte Granger einen Todesblick der dem Hannibal Lecters würdig gewesen wäre.

„WEGSEHEN, Granger!"

„Ach kommen Sie. Peinlicher kann es nicht mehr werden! Ich hab Ihre Beine enthaart, Ihre Unterhose gesehen, Ihnen die Haare gewaschen und Zöpfe geflochten. Wenn da jetzt ein bisschen weiblicher Flair dazukommt, werde ich das auch überleben." Bange sah er sich noch einmal nach dem Kleiderständer um. So würde er also dahingehen, der letzte Spross der Snape Dynastie, als Tunte mit rosa Puschelschwänzchen.

Er konnte ein Schluchzen nicht unterdrücken, als er sein Outfit letztlich in Händen hielt. Mit bebender Unterlippe und Tränen in den Augen entledigte er sich aller Klamotten, bis auf seiner Unterhose. Dieses Unterfangen löste bei Miss Neunmalklug scheinbar ein plötzliches Asthmaverhalten aus, um das er sich allerdings nicht kümmerte. Er hatte anderes zu tun. Herrgott, zur Möchtegern-Frau zu werden war nun mal keine einfache Angelegenheit.

Ganz und gar nicht, um genau zu sein. Die Strapse brachten ihn fast um, bis Granger ihm zur Hilfe kam. Die Situation war schon bedenklich, so wie die junge Gryffindor da unten um seine Beine rumdruckste. Ihm schossen wieder ein paar unanständige Gedanken durch den Kopf, die ihn sofort an seine vermeidliche Beichte beim Papst denken ließen. Hehe, wenn die Welt nur wüsste …

Als es an die rosaroten High-Heels ging versagten seine Nerven völlig. Die Dinger waren wirklich, wirklich richtig mörderisch. Ein Tritt mit diesen Dingern in diverse männliche Weichteile würden jeden Besuch bei einem, na Sie wissen schon Arzt, gänzlich unnötig machen. Doch die Puschelunterhose übertraf wohl alles an bisheriger Demütigung.

„Professor, könnten Sie mir bitte den Gefallen tun und kurz mit dem Popo wackeln? Nur ein einziges Mal! BIIIIIIITTE? Oder, oh nein, warten Sie! Erst die Hasenohen aufsetzen und dann! Ah, und ein bisschen Rouge für die Bäckchen! " Granger grabschte schnell nach besagten Ohren und setzte sie ihm dann auf den Kopf. Einen Augenblick später puderte etwas in seinem Gesicht herum. Ihre Augen strahlten wie die von Lessi beim Anblick eines ganz besonders saftigen Knochens.

„Und jetzt bitte einmal wackeln, tun Sie es für Mami!" Ein weiter Todesblick. Er wackelte nicht.

„BÜÜÜÜÜÜÜDDE!"

„Nö."

„BÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜDDE!"

„Hören Sie auf damit!"

„Nur wenn Sie wackeln!"

„NEIN!"

„BÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜDDE!"

„Wargh! Hören Sie auf!"

„Wackeln, wackeln, wackeln, wackeln …"

„IST JA SCHON GUT! ICH WACKEL DOCH SCHON!" Und er wackelte wie nicht mal Michael Jackson in seinen guten Zeiten hätte wackeln können. Granger flippte aus, so entzückt schien sie zu sein. Unwillkürlich fühlte sich Severus ein wenig geschmeichelt und wackelte noch mal.

In diesem Moment ging die Tür auf und herein kamen die fünf Bunnies, Hugh und Zitronendrop Dumbledore.

„Na na, Sevie, mein butzi wutzi Hoppelhäschen! Es ist nicht höflich anderen Menschen seinen Popo entgegenzustrecken, nein, nein, ist es gar nicht …", trötete der Schulleiter und kam auf ihn zu.

„Ihr habt etwas vergessen, meine Lieben." Damit legte er Severus den Federschal um den Hals.

„Perfekt!", kreischte Hugh und klatschte begeistert in die Hände, „Los, Severus, stellen Sie sich da hin, genau, zu den roten Kissen, richtig!" Zögerlich trat der Tränkemeister zu den Kissen hin. Aus den Augenwinkeln bekam er gerade noch mit, wie eines der anderen Bunnies mit ihrer Zunge über ihren Zeigefinger fuhr, dann mit ebendiesem Finger ihre Schulter berührte und ein gedämpftes „Tzzzz" ertönte.

„Wundervoll." Hefner nahm die Kamera in die Hand, „Und jetzt, ja genau, stellen Sie sich etwas schräg, super! Und jetzt die Arnold Schwarzenegger Pose! Wahnsinn!" Das große Knipsen begann. Auf der anderen Seite des Raums lagen sich Albus und Granger in den Armen und kreischten vor Lachen. Bot er einen so amüsanten Anblick? Hätte er es damals doch in der Comedy-Branche versuchen sollen?

„Und jetzt bitte das Kätzchen! Ja, bücken Sie sich ein wenig! Toll! Schnurren sie! JAAAH! HAR, HARRRR!" Er kam nicht umhin sich einzugestehen, dass dieses ganze Szenario doch etwas an sich hatte. Womöglich schlug er sich als Sexy-Hexi ganz gut. Ein zweites Standbein konnte nicht schaden …

Mit jedem ‚Klick', das die Kamera machte, veränderte er seine Pose ein wenig. Mal war er die schüchterne Heidi vom Lande, mal mimte er den Gladiator, die Arme an die Hüften gestemmt. Wie das jetzt mit Hasenohren und Puschelschwänzchen aussehen mochte, blieb fraglich. Allerdings ließen die Lachtränen, die Granger und Albus verströmten, ein wenig davon vermuten.

Das Shooting dauerte. Er posierte mit Stoffhäschen, einem überdimensionalen Osterei und einmal sogar in Mitten der fünf anderen Bunnies. Severus bot alles, was er hatte und sogar noch mehr. Nur nichts unversucht lassen! Wenn er schon einmal im Mittelpunkt derAufmerksamkeit stand, dann würde er alles auskosten. Die Welt gehörte ihm! WAHAHAHA!

Als Hefner seine Kamera wegpackte und verkündete, dass die Fotosession vorbei war, fühlte sich Severus ein wenigwie ‚vom Winde verweht'. Anmerken ließ er sich freilich nichts. Granger kam nun auf ihn zu, die Wangen gerötet und mit glitzernden Augen.

„Gute Arbeit, Professor.", meinte sie schlicht und zog an seinem Püschelchen, bevor sie wieder in lautes Lachen ausbrach. Er sagte nichts und grinste in sich hinein. Im Grunde konnte er stolz auf sich sein, nicht wahr? Er hatte eine Glanzleistung vollbracht, sich für die Menschheit aufgeopfert, genauso wie Jesus vor über 2000 Jahren. Er war ein Held! Er hatte dieses Grauen aufopferungsvoll und doch heroisch gemeistert. Dalai würde ihm dafür anerkennend auf die Schulter klopfen.

„Wissen Sie, Professor, ich glaube, was wir heute durch gestanden haben schweißt zusammen."

„Wie meinen Sie das?"

„Na ja, ich würde sagen, wenn ein Troll drei Kinder zu einem Trio zusammenschweißen kann, dann kann ein Puschelhase so etwas auch … allemal."

„Ich verstehe, Miss Granger."

„Hermione, Sir, ich habe Sie als Playmate gesehen, mein Lieber, ich würde sagen, mein Vorname dürfte nach solch … traumatischen … Erlebnissen doch angebracht sein."

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Oben, hoch oben im Westturm, um genau zu sein im Wahrsage-Klassenzimmer, saß eine kleine Hexe und putzte sich kichernd die Brille.

Ja, ja, ein Häschen, in der Tat …

-

Ende


Bilder vom Foto-Shooting weiter unten ...

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B/N(Momo): Ich hoffe mal Pima-Panda lässt meinen Kommi, den ihr gleich noch lesen könnt, eh ihr Review-Bunnies in die weite Welt des Internets schicken dürft, drin. Also, ich kann euch sagen, es hat selten so Spaß gemacht, Pimas Kram beta zu lesen! Ich hab hier echt mit Lachtränen und kugelnd auf dem Boden gelegen! Ehrlich! Und dennoch habe ich meinen Job gemacht (und glaubt mir, es war nötig.) (A/N: WAR ES IN DER TAT!) Ich frage mich ehrlich, wann die Gute das geschrieben hat und wie viel Koffein in ihren Adern floss…Garantiert hat sie Sevie-Bunnies Ration mitgetrunken! Auf jeden Fall danke ich Amrúniel, die sie zu diesem Oneshot (der ja auch nur 18 Wordseiten lang ist) gedrängelt hat! Momo

B/N(Amrúniel): Ich hab selten so gelacht - naja um genau zu sein hab ich noch NIE bei ner FF so gelacht... ich bin echt froh, dass ich Pima unter Morddrohungen und nem süßen kleinen Imperius-Fluch dazu gebracht habe, unsere geisteskranke Idee an die Weltöffentlichkeit zu bringen - und dafür hat sie dankenswerterweise ihr Osterwochenende geopfert knuddel Tatsache ist - jeder verdammte Eistee und Kaffee-Fleck, der meine Tastatur oder meinen Bildschirm ziert ist auf Pima und Pimas Ideen und Pimas Vergleiche und die FF generell zurück zu führen. Meine Tischmanieren sind im Arsch. Aber die FF ist dieses kleine Opfer definitiv wert. -Am-

Also: Vielen, vielen, VIELEN Dank an meine Betamiezen! Ohne euch wäre ich aufgeschmissen +knuddelwuddelknutschwutsch+

Ich hatte euch gewarnt! Aber seid froh, jetzt ist Schluss mit lustig! Und nun lasst mir auch ein Bunny in Form von einer Review zukommen! Hopp!

Bis denne

Hab euch lieb

Pima

P.S: Sollte jemand von euch die Lust verspüren, ein Pic von meinem Sevi-Bunny-Hoppelhäschen zu malen, tut euch keinen Zwang an, ich würde sterben für so eine Fanart +muahahaha+

Vorerst müssen es diese hier, die M mir mal geschickt hat, tun ;-)))