Steindrachen by Ermione

Das Foto zeigt jene Brunnenfigur, einen Steindrachen, der mich zu dieser Fanfic ein wenig inspieriert hat.
Aufgenommen wurde das Foto im Frühjahr 2006 von mir auf Schloss Greillenstein in Niederösterreich.



Snape und der Drache


Hört die Geschichte, hurt the Story

von Ermione


A/N:

Zur Entstehung der Fanfic:

Die Fanfic ist im Rahmen der Sommerloch-Challenge der Yahoo-Group "Pixies-Taverne: Severus Snape - Harm & Comfort - Forum" entstanden, wo sie unter dem Titel "Hört die Geschichte, hurt the Story" von mir ins Netz gestellt wurde.


Zu großem Dank bin ich Hermine Snape verpflichtet, die sich die Zeit genommen hat, diese Fanfic auf Tipp- und Flüchtigkeitsfehler Korrektur zu lesen.


Ad. Warnungen:

Keine Warnungen, für diese Geschichte ist es allerdings günstig, mit der üblichen Umsetzung der Genres Angst bzw. Hurt & Comfort in der Snapefiction etwas vertraut zu sein und den Fandom nicht all zu ernst zu nehmen.



Disclaimer:

Diese Geschichte basiert auf Charakteren und Situationen, die von J. K. Rowling kreiert wurden und sind ihr Eigentum, sowie das Eigentum verschiedener Herausgeber/innen, u.a. Bloomsbury Books, Scholastic Books und Raincoast Books und Warner Bros., Inc. Geld wird hiermit nicht verdient, und Verletzungen des Copyrights sind nicht beabsichtigt.


Mir gehören nur die „Handlung“ und der „kleine“ Florian.




Ad. Reviews:

Da mich die Meinung anderer zu einem Thema stets interessiert, wäre es sehr schön, wenn ihr euch nach dem Lesen noch die Zeit nehmt, um ein Review zu schreiben. Willkommen ist jedes Review (am liebsten textbezogen) von der Lobeshymne bis zum Verriss oder zum Bekenntnis, dass euch meine Fanfic nicht zugesagt hat, solange ihr mich eure Gründe dafür wissen lässt.



Und nun aber zur Geschichte


SNAPE UND DER DRACHE

Untertitel: Hört die Geschichte, hurt the Story

(von Ermione)



Teil 1: Drachenfutter


Nachdem er die Schmerzen in seinen Handgelenken nicht mehr ertragen kann, gibt unser armer Meister der Zaubertränke schließlich erschöpft auf und blickt zum Himmel empor. Es geht ihm nicht darum, göttlichen Beistand zu erflehen, obwohl er den vermutlich in seiner großen Not sehr gut hätte brauchen können, sondern er will nur abzuschätzen, wie viel Zeit inzwischen vergangen ist.

Als er im Auftrag des Dunklen Lords an den Baumstamm der alten Eiche gekettet wurde, war die Sonne in ihrem Zenit gestanden. Nun geht sie gerade über dem idyllischen dunklen See unter, der sich am Aufstieg zu dem Hügel befindet, wo die alte Eiche steht, und färbt das Firnament in leuchtendes Rot. Aufgrund der Hitze, die den ganzen Tag über geherrscht hat, vermutet Snape, dass es heute noch ein Gewitter oder wenigstens Regen geben wird. Kann das die Lösung seines Problems sein? Bedeutet es eine Galgenfrist für ihn?


Snape befindet sich seit etwa Mittag in dieser schrecklichen Lage. Zwar wurde ihm auf Befehl des Dunklen Lords seine silberne Taschenuhr mit den grünen römischen Zifferblatt abgenommen, aber Snape kennt die Gewohnheiten beim Dunklen Lord gut genug, um zu wissen, dass Crabbe und Goyle Senior ihren Auftrag gemeinsam mit ihm erst nach dem Mittagessen ausgeführt haben. Der Dunkle Lord hat es sicher nicht riskiert, Crabbe und Goyle diese Aufgabe mit nüchternen Mägen anzuvertrauen, und beim Dunklen Lord wird gewöhnlich um 12.00 Uhr zu Mittag gespeist. Snape vermutet, dass es jetzt etwa 20.00 Uhr sein muss.


(Die Taschenuhr hat der Dunkle Lord Snape übrigens abnehmen lassen, weil es ihn schon seit Monaten ärgert, dass Snape, wenn er Audienz bei seinem Lord hat, ständig auf die Uhr blicken muss. Blicke auf Uhren, welcher Art auch immer, mag der Dunkle Lord nämlich nicht. Einzige Ausnahme – Sonnenuhren, denn die sind in seinen Audienzsälen ohnehin nicht zu brauchen)

Wenigstens hat er ihn nicht auch noch kahl scheren lassen, wie in der letzten Fanfic, versucht Snape sich zu trösten.


Snape vermutet, dass er ungefähr zwei Stunden versucht hat, seine Hände aus den Handschellen herauszubekommen. Vermutlich hat er damit um 18.00 Uhr begonnen. Zuvor, um 16.00 Uhr hat er vergebens versucht, die Ketten zu zerbrechen, die ihn mit dem Baumstamm der großen Eiche verbinden. Um etwa 11.00 Uhr war Snape mit dem Cruciatusfluch gefoltert worden und hatte diese Tortur, wie in Fanfics üblich, in guter Verfassung überstanden. Um 12.00 Uhr waren alle zum gemeinsamen Mittagsmahl gegangen, und somit hatte er wieder Ruhe. Da der Dunkle Lord in Fanfics jedes Zuspätkommen mit dem Cruciatusfluch zu bestrafen pflegt, wollte keiner seiner Todesser beim Mittagessen unpünktlich sein. Die Anwendung eines Cruciatusfluches wirkt sich nämlich ungünstig auf den Appetit aus. (Und in dieser Fanfic hat Lord Voldemort seine Todesser und Todesserinnen noch nicht auf Diät gesetzt.)


Snape hatte darauf gehofft, dass das Mittagessen trotzdem länger dauern würde. Immerhin hat der Dunkle Lord vor einigen Wochen ein neues Zeremoniell eingeführt, das er in einem uralten Muggelbuch in Mittelhochdeutsch gelesen hat. (Als besonders brillanter böser Zauberer beherrscht der Dunkle Lord natürlich die deutsche Sprache vieler Generationen. Nur mit der neuen deutschen Rechtschreibung tut er sich etwas schwer, schließlich gibt es die noch nicht so lange, und er ist inzwischen nicht mehr der Jüngste.) In diesem Buch beginnt das gemeinsame Mahl einer Gruppe, die sich die Tafelrunde nennt, erst, nachdem ein Mitglied eine seiner noch unbekannten Heldentaten erzählt hat. Da kann es zu Verzögerungen beim Essen kommen.


Seit der Dunkle Lord dieses Zeremoniell eingeführt hat, ist es schon öfter passiert, dass das Mittagessen erst am Abend oder sogar noch später begonnen hat. Snape hat darüber Dumbledore berichtet. Dieser hat das Ministerium informiert und ihm vorgeschlagen, den Dunklen Lord um die Mittagszeit anzugreifen. Nur leider, das Ministerium weigerte sich, diese Information zu glauben oder wenigstens Dumbledores Vorschlag zu befolgen. Erstens ist es in Fanfics (und auch in den Harry-Potter-Büchern) nicht üblich, dass das Ministerium jemals auf Dumbledore hört, und zweitens hatte jemand im Ministerium einen Muggel-Comics entdeckt, wo ein gewisser Julius Großbritannien mit einer ähnlichen Idee erobert. Wo käme denn das Ministerium hin, wenn es Muggel-Ideen imitieren würde?


Doch an diesem Tag hatte Snape leider Pech. (Auch das ist in Fanfics üblich.) Um 10 Minuten vor Zwölf war Bellatrix Lestrange von einem erfolgreichen Entführungsauftrag zurückgekehrt. Da Bellatrix nicht nur gerne, sondern auch ziemlich schnell redet, konnte das Mittagsmahl diesmal pünktlich beginnen, was Snape von Crabbe und Goyle erfahren hat. Um etwa 13.00 Uhr hat es den Nachmittagskaffee gegeben. Der dauert gewöhnlich eine halbe Stunde, so waren sie wohl um 13.30 mit ihm zu jenem idyllischen Schreckensort in den Bergen aufgebrochen, wo Snape sich jetzt befindet.


Um etwa 14.00 Uhr war er von Crabbe und Goyle an die Eiche gekettet worden. Dann hatte der Dunkle Lord noch seine Spezialzauber angewendet. Das hatte vermutlich eine halbe bis dreiviertel Stunde gedauert, da dem Dunklen Lord Genauigkeit sehr wichtig ist. So haben sie ihn wohl um etwa 15.00 verlassen, überlegt Snape. Daraufhin hat er zunächst alle möglichen Zauber ausprobiert, um die Handschellen magisch zu öffnen, ehe er es mit anderen Methoden versuchte. Aber magisch hätte er die Handschellen auch nicht aufgebracht, wenn er noch einen Zauberstab gehabt hätte, denn der Dunkle Lord war in dieser Fanfic auf Nummer sicher gegangen und hatte die Handschellen mit den Ketten durch mehrere Zusatzzauber magisch gesichert, sodass sie nur mehr durch Drachenfeuer gelöst werden können. Und vorsichtshalber hatte der Dunkle Lord auch gleich die alte Eiche, die ohnehin ein zäher Baum war, mit zusätzlichen Haltezaubern fixiert. (Doppelt hält eben besser.)


Sicher, normalerweise verhält sich der Dunkle Lord in Fanfics etwas anders, denkt Snape voll Ärger. Da wird Lucius Malfoy mit solchen Dingen beauftragt. Aber inzwischen hat der Dunkle Lord selbst zu viele Fanfics gelesen und weiß daher, dass es nicht klug ist, Malfoy damit zu beauftragen. Wenn Snape in diesen Fanfics einmal keine außergewöhnlichen magischen Fähigkeiten zeigt, mit denen er zuletzt irgendwie doch entkommen kann, hat Lucius stets seine Arbeit nicht ordentlich gemacht.


Mit Blick auf das, was er aus Fanfics gelernt hat, hat der Dunkle Lord diesmal die Arbeit von Crabbe und Goyle Senior selbst beaufsichtigt und sich aktiv daran beteiligt. Vorsorglich hat er zunächst noch Lucius Malfoy nach Askaban verfrachtet, um Komplikationen zu vermeiden. (Immerhin ist auch dem Dunklen Lord bekannt, dass Lucius Malfoy sich in den Fanfics um solche Aufgaben reißt und auf diese niemals freiwillig verzichten will.) Crabbe und Goyle Senior bleiben davon verschont, da die Fanfic-Autorin auf beide als Duo nicht verzichten kann. (Schließlich hat sie neulich ein Buch über gutes Romanschreiben gelesen, und in dem wurde empfohlen, zur Auflockerung der Handlung komische Elemente einzubauen).


Warum musste es nur ein heißer Tag sein?’, denkt Snape ärgerlich. Sonst hätte er es wahrscheinlich geschafft, seine Hände trotz aller Sicherheitsmaßnahmen aus den Handschellen zu bekommen, da diese für seine Handgelenke etwas zu weit sind. (Das ist dem Dunklen Lord nicht aufgefallen.) Aber bei dieser Hitze sind Snapes Gelenke schon vor dem Mittagessen stark angeschwollen. Wenn die Nacht endlich da ist, werden sie nach Mitternacht vielleicht wieder ihre normale Größe haben. Dann wird er sie problemlos aus den Handschellen herausbekommen. Nur wird es bis dahin bereits zu spät sein.


Tja, Snape ist ziemlich verärgert. Warum fällt den Fanfic-Autorinnen eigentlich nie ein anderes Szenarium ein, als dass er als Spion entlarvt wird und dann eine entsprechende Strafe bekommt, die erst der Anfang vom Ende ist. Snape ist übrigens fix davon überzeugt, dass Hurt & Comfort ein Genre ist, mit dem sich nur Frauen abgeben. Im Grunde ist er daher seiner Erschafferin dankbar, dass sie kein Fan von ihm ist und ihn mit solch grässlichen Szenarien verschont. Bei ihr darf er böse und intelligent sein, selbständig denken und das tun, was ihm richtig scheint und Spaß macht. Kein Vergleich zu den Fanfics, besonders zu denen, die seine angeblichen Fans schreiben. Da wird er gewöhnlich als bescheuert, bescheiden und treu dargestellt, opferbereit bis zur Selbstvernichtung und einem gewissen Dumbledore bis in den Tod ergeben, obwohl dieser eine solche Hingabe meistens gar nicht verdient hat, wie Snape selbst oft genug findet. Er seufzt tief. Und so etwas nennt sich seine Fans.


Warum muss er bei ihnen immer so blöd sein und als Doppelspion fungieren, der misshandelt wird, statt dem Dunklen Lord treu zu dienen und sich dessen Fürsorge zu erfreuen? Das würde doch jede vernünftige Romanfigur machen. Aber nein, fast immer muss er in den Fanfics dämlich genug sein, um aufzufliegen, und dann beginnt jenes Szenarium, das die Fanfic-Autorinnen Hurt & Comfort nennen.

Wobei der Comfort für Snape oft nicht so recht zu erkennen ist. Gerade in den letzten Monaten hat er dank solcher Fans einige besonders widerliche Bestrafungen erdulden müssen. In irgendeiner unvollendeten Fanfic fristet er zurzeit sein Dasein als Wer-Rabe, in einer weiteren Fanfic hat ihn der Dunkle Lord in einen Frosch verwandelt und nur ein Kuss von dem, der seine wahre Liebe ist, konnte ihn erlösen. Snape empfindet noch jetzt Ekel bei dem Gedanken, wer ihn dort geküsst und erlöst hat. Warum nur kommen Fanfic-Autorinnen auf die Idee, dass er sich mit Vorliebe in Werwölfe verliebt? Das ist fast noch schlimmer als Fanfics, in denen er sich in Schülerinnen wie diese Besserwisserin Granger verlieben muss. Auch wenn er seine Haare gerne etwas länger trägt, ist er doch noch lange nicht schwul! Außerdem hasst er Flöhe und Zauberer mit Doppelleben.


Diesmal aber ist seine Lage wirklich aussichtslos. Der Dunkle Lord hat ihn am Nachmittag bei der Drachenhöhle anketten lassen. Nach Einbruch der Dunkelheit wird der Drache erwachen, und Snape wird diesmal als Drachenfutter enden.

Missmutig lässt Snape den Kopf hängen. So ein unwürdiges Ende für ihn! Das hat er wirklich nicht verdient. Und besonders peinlich daran ist: Wenn ihn erst einmal der Drache verzehrt hat, werden alle sein großes Geheimnis kennen. Schließlich ist allgemein bekannt, dass Drachen sich gewöhnlich nur von jungfräulichen Geschöpfen ernähren. Snape hat nie Zeit gehabt, dem Umstand, dass er noch sozusagen Jungfrau ist, zu beenden. Von selbst hat sich da nie etwas ergeben, und interessiert hat es ihn eigentlich auch nicht. Er hat doch seine Zaubertränke, seine Forschungen im Bereich Schwarze Magie, seine Zutaten und seine Bücher. Das hat ihm stets gereicht. Aber wie hatte der Dunkle Lord das wissen können? Hatte seine Erschafferin etwa geklatscht?


Nur hilflose Jungfrauen werden vor Drachen gerettet. Snape aber weiß leider, dass er weder Frau noch Mädchen ist, sondern eben nur jungfräulich. Da ist an einen Retter nicht zu denken. Vielleicht hätte Snape aufgrund eines Missverständnisses doch gerettet werden können, wenn er bereits vor dem Erscheinen von „Harry Potter und dem Halbblutprinz“ sein schwarzes, fettiges Haar lang statt halblang getragen hätte. Bei langen Haaren besteht doch die Chance, für eine Frau gehalten zu werden. Aber dafür ist es jetzt zu spät. Schließlich wird die Autorin Band 6 für ihre Fanfic nicht nutzen.


Snape merkt plötzlich, dass nicht nur seine Handgelenke schmerzen, sondern auch seine Schultern. An einen Baum gekettet zu sein, ist wirklich kein Vergnügen. Zum Glück steht diese Fanfic-Autorin in einer Generation von Schreiberinnen und Schreibern, die es nicht für nötig halten, jedes Detail den Lesern und Leserinnen zu beschreiben, sondern sich lieber auf deren Phantasie verlassen. So bleiben ihm diesmal wenigstens peinliche Dinge erspart, wie eine Beschreibung, wie er in einer solchen Lage seine Notdurft verrichten konnte, dass er unter Durst leidet und Ähnliches. Aber dummerweise ist es diesmal auch keine Actionschreiberin, sondern eine die auf Länge setzt, und so wird es sicher noch Stunden dauern, bis der Drache endlich kommt, um ihn zu verzehren und damit wenigstens diesen Alptraum von Fanfic zu beenden, denkt Snape und fühlt sich sehr verzweifelt.


Snape irrt sich nicht. Zunächst darf er noch dem Gesang der sechs Raben lauschen, die sich auf der Eiche niederlassen. Dann beobachtet er zwei Geier, die über den See auf das Gebirge zufliegen, und plötzlich nimmt er den wunderbaren Duft von Maiglöckchen wahr, die zu seinen Füßen gewachsen sind. Die Notwendigkeit dieses Details versteht Snape nicht, und ebenfalls versteht er nicht, warum er sich dank des Maiglöckchenduftes an schönere Zeiten erinnert, während die Sonne allmählich untergeht und dabei von schwarzen Wolken bedeckt wird. Doch weil es die Fanfic-Autorin will, muss er sich wehmütig an die schönste Zeit seines Lebens erinnern. Das war aber nicht, als es eine junge, hübsche Hexe mit dicken, roten Haaren gab, die sich für ihn interessiert hatte, wie die Fanfic-Autorin glaubt. Das war damals, als er noch als Lehrer für Zaubertränke in Hogwarts unterrichtete und dort Schüler und Schülerinnen ärgern und Zaubertränke brauen und entwerfen durfte. Das war zu einer Zeit, ehe ihn die Fanfic-Autorinnen als ihre Lieblingsfigur entdeckt haben und er von ihnen noch in Ruhe gelassen wurde. An diese Zeit denkt Snape oft mit Wehmut zurück.


Inzwischen ist es ganz finster geworden, und es beginnt zu tröpfeln. Als die ersten Regentropfen fallen, kommt der Drache endlich aus seiner Höhle gekrochen. Die ist angenehm kühl, da sie aus Fels besteht und da er etwas gegen Hitze hat, verlässt er sie bei diesen sommerlichen Temperaturen auch nachts nur selten. Aber jetzt hat er Hunger (er ist eben kein Fanfic-Held á la Snape) und er sehnt sich nach frischer Luft und Regen. Zudem ist er Wochen zuvor krank gewesen und hat an einer schweren Verdauungsstörung gelitten. Heute ist es das erste Mal seit langer Zeit, dass er nicht nur Hungergefühle, sondern auch Appetit auf jungfräuliches Fleisch verspürt.


Mit seinen Feueratem lässt er Snapes Ketten schmelzen, da seine Verdauung nicht viel Metall verkraftet und er auch nicht wie die drei Hühner und der Hahn der Witwe Bolte enden will. Zum Glück wird der Regen erst stärker, als die Ketten bereits geschmolzen sind, denn sonst hätte er seinen Feueratem nur bedingt einsetzen können. Nachdem er den erschöpften und armen Tränkemeister von der Eiche losgeschmolzen hat, packt er ihn mit seinen Zähnen, lässt ihn ein wenig hilflos in der Luft zappeln und befördert ihn dann in seinen Rachen, um ihn mit Handschellenresten, Haar und Umhang zu verschlingen.


Leider macht der Drache dabei einen schweren Fehler. Noch vor zwei Monaten hätte er Snape gleich als Ganzes heruntergeschluckt, doch inzwischen war er wegen ständiger Magen- und Darmbeschwerden bei seinem Arzt. Dieser hatte ihm geraten, seine Beute zuerst ordentlich zu kauen und dann zu verschlucken, um Magen und Darm etwas zu entlasten. So beschließt der Drache, Snape erst einmal langsam mit seinen Zähnen zu verkleinern, und das hat unangenehme Folgen für ihn. Snape, verzweifelt und erschöpft, aber noch immer ein großartiger Held, wie in Fanfics üblich, schafft es rechtzeitig, in eine der riesigen Zahnlücken, die der Drache im Unterkiefer hat, zu geraten, und hackt sich mit dem Mut der Verzweiflung dort mit seinen Händen und Füßen fest. Und da ausgerechnet die beiden Zähne im Oberkiefer, die unmittelbar über dieser Zahnlücke sind, ziemliche Bruchstellen haben, ist es dem Drachen nicht möglich, Snape trotzdem zu zerkauen oder ihn wenigstens aus seiner Zahnlücke herauszubekommen.

Die beiden Zähne waren letzte Woche schwer beschädigt worden, als der kranke Drache zufällig einem bösen Drachentöter mit Künstlernamen Siegfried Georg Hell, getroffen hatte. (Anmerkung: Da man als Drachentöter, die Chance hat, berühmt zu werden, legen viele Drachentöter und Drachentöterinnen Wert darauf, dass sie einen vorzeigbaren Namen haben. Siegfried ist bei professionellen Drachentötern als Künstlername neben Georg und Michael zurzeit sehr beliebt, außerdem geben sich Drachentöter gerne als Deutsche aus.) Sein richtiger Name war übrigens Jimmy Potts. Dieser Jimmy Potts alias Siegfried Georg Hell hatte zwar die Begegnung nicht lebend überstanden, aber sein Versuch, den Drachen mit Steinen zu bewerfen, war nicht ohne Folgen geblieben, da er wenigstens auf der Drachentöterschulung an der Siegfried-Drachentöter-Volkshochschule in Worms am Rhein gelernt hatte, dass Drachenhaut gegen Steine immun ist. So hatte er diese mit Absicht gegen die empfindsamen Zähne unseres Drachen geschleudert. Mehrere Zähne waren dabei beschädigt worden. Leider war der Zahnarzt unseres Drachen gerade auf Urlaub, und so hatte der Drache, der anderen Zahnärzten misstraute, seine Zähne noch nicht richten lassen.


Snape ist also in der Zahnlücke des Drachen zwischen dessen Zähnen gefangen, aber auch geschützt. Zu seinem Glück passiert es noch, dass der Drache versehentlich den Umhang zu verschlucken beginnt, der voll von Staubkörnern und Mauerresten ist. (Snape hatte nach seiner Entlarvung als Spion natürlich erst einmal einige Tage Gastfreundschaft in einer Kerkerzelle beim Dunklen Lord verbringen müssen, ehe er zur Drachenhöhle gebracht worden war). Ein Teil dieses Umhangs, der ursprünglich schwarz war, ehe Snape als Spion entlarvt wurde, bleibt im Kehlkopf des Drachen stecken und er bekommt daraufhin Erstickungsanfälle, zum einen, weil der Seidenstoff in eine empfindliche Stelle geraten ist, zum anderen, weil das Mauerzeug und die Staubkörner Husten- und Brechreiz verursachen. (In Fanfics ist Snape stets in Samt und Seide gekleidet, wenn ihn böse Auroren nicht gerade nach Askaban gesteckt haben oder er in einem grauen Nachthemd herum irrt.)



Immer wieder hustet der Drache verzweifelt, wobei er Reste seines Feueratems von sich gibt, die Snape die Füße und die Robe verbrennen. Ein paar Bisse kann der Drache unserem armen Tränkemeister auch noch zufügen. Aber als tapferer und zäher Fanfic-Held harrt Snape trotz dieser Schmerzen in der Zahnlücke aus. Mit seinen Fingern, die zum Glück lang sind, kann er sich erfolgreich an den anderen Zahnhälsen festklammern und mit seinen Füßen tritt er auch ein paar Mal wacker gegen Drachenzunge und Drachengaumen, obwohl ihm die Wunden und Brandblasen starke Schmerzen bereiten. Das wird unserem Drachen allmählich zu viel und sein ohnehin empfindlicher Magen beginnt zu revoltieren. Schließlich muss der Drache erbrechen, und der arme, aber tapfere Tränkemeister wird samt Mageninhalt aus dem Drachenmaul zu der Eiche zurückbefördert. Leider befinden sich unter dem Erbrochenen, das unsere Fanfic-Autorin nicht näher beschreiben will, auch einige spitze Tierknochen, die Snape noch ein paar weitere Verletzungen zufügen. (Das ist zwar für die Handlung nicht notwendig, aber schließlich will unsere Fanfic-Autorin nicht, dass Pomfrey, eine ihrer Lieblingsfiguren im nächsten Teil der Fanfic, unter Arbeitsmangel leiden muss.)


Schließlich pustet der arme Drache noch etwas Dampf aus. (Feuer kann er aufgrund des Regens, der stärker geworden ist, und seiner Kehlkopfschmerzen nicht mehr ordentlich speien.) Der Dampf versengt Snape jedoch endgültig seine Kleidung.

Dann erbricht sich der Drache ein zweites Mal, ehe er erschöpft zu Boden geht und ohnmächtig wird. Auch Snape hat inzwischen das Bewusstsein verloren, und so sind beide, Snape und der Drache, zuletzt in Ohnmacht friedlich vereint.


In dieser Fanfic hat Snape insofern Glück, als es eine Hurt & Comfort-Fanfic werden soll. So wird er kurz darauf vom Saurüden Fang entdeckt, und dieser gerät in Panik und holt seinen Besitzer herbei. Der leistet Erste Hilfe, sendet einen Patronuszauber nach Hogwarts und kümmert sich um Snapes Rücktransport dorthin.



x Kleiner Einschub x


Und was ist mit dem Drachen?“, wollen einige Reviewer und Reviewerinnen wissen. „Leistet dem niemand Erste Hilfe? Wer pflegt ihn gesund?“

Der liegt leider noch im Regen, aber wenn er zu sich kommt, schleicht er in seine Höhle und dort wird er wohl einige Zeit verweilen müssen“, antwortet die Fanfic-Autorin. Sie hat doch keine Zeit, sich um den Drachen zu kümmern, denn schließlich muss Snape wieder gesund werden! Noch dazu, wo Originalfiguren nicht beliebt sind.

Aber der Drache ist unschuldig“, sagt ein Reviewer daraufhin. „Das hat er nicht verdient!"

Schließlich ist der böse Voldie an allem schuld“, wirft eine Reviewerin ein. „Der gehört bestraft, nicht der süße, kleine Drache.“

Tierquälerei“, schimpft eine weitere Reviewerin. „Wie kann man nur ein schwer verletztes, hilfloses Tier im Regen liegen lassen!“

Die Fanfic-Autorin gibt seufzend nach und verspricht ihren Lesern und Leserinnen: „Auch der Drache kriegt ein Happyend."

Die Reviewer und Reviewerinnen sind damit völlig einverstanden.


x Einschub Ende x



Teil 2: Drachentröstung


Die Fanfic geht weiter. Drei Wochen später regnet es noch immer, und es ist bitter kalt geworden. So kalt, dass in Hagrids Hütte Feuer im Kamin lodert. Hagrid studiert gerade seine Post, die ihm mehrere Eulen gebracht haben, während auf dem Ofen ein ziemlich flüssiger Brei brodelt, der leicht verdaulich ist.


Unter der Post befindet sich eine Ausgabe des „Tagespropheten“, in der berichtet wird, dass der Drache von Loch Ness spurlos verschwunden ist, nachdem er einen angesehenen Oberlehrer aus Hogwarts bedroht hat. Das Forscherteam Draco 12 ist darüber sehr sauer, da ihnen genau am Tag vor dem Verschwinden des Ungeheuers das Ministerium für Zauberei endlich die Galleonen für Forschungsarbeiten mit diesem Drachen bewilligt hat, auf die sie seit vier Jahren warten. Vor fünf Jahren hatten sie das erste Ansuchen dafür an die zuständige Abteilung im Ministerium gestellt, aber auch bei Magiers braucht alles seine Zeit. Über einen Brief, der nach Lavendel riecht, freut sich Hagrid besonders, stammt er doch von einer hübschen, dunkelhaarigen Frau mit olivfarbenen Teint, für die Hagrid noch immer tiefe Gefühle hegt.


Ferner befindet sich unter der Post ein kurzer Brief von Professor Dumbledore, der Hagrid für heute Abend seinen Besuch ankündigt, da er mit diesem privat ein Problem besprechen will. Der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf hat Dumbledore nämlich einen Brief geschickt und in diesem ersucht, ihm Snape wieder als Doppelspion zur Verfügung zu stellen. Er glaubt inzwischen – das behauptet Du-weißt-schon-wer jedenfalls – dass das Ganze mit Snapes Entlarvung nur ein Missverständnis war. Nun ist Dumbledore unschlüssig, ob er Snape wieder zu Lord Voldemort schicken soll, sobald es ihm besser geht.


Wie kommt Der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf auf solche Ideen, denkt Hagrid wütend. Seine Wut hat allerdings nicht nur damit zu tun, dass Snape beinahe wegen Du-weißt-schon-wem als Drachenfutter geendet hätte.



x Einschub x


Eine kleine Insider-Information, die verrät, was der wahre Grund für Lord Voldemorts Meinungsumschwung in dieser Fanfic ist.


Die Fanfic-Autorin hat inzwischen beschlossen, eine Fortsetzung zu schreiben, nachdem sie Unmengen von Reviews erhalten hat, in denen sie darum gebeten wurde. Leider bringt sie aber kein anderes Szenarium als „Snape wird als Spion entlarvt und muss leiden“, zusammen. Also muss Snape wieder als Spion zu Lord Voldemort zurückkehren, damit er erneut entlarvt werden kann.


x Einschub Ende x



Und kurz darauf taucht Dobby-der-Hauself auf, um sicherzustellen, dass Dumbledores Brief Hagrid auch erreicht hat. Dobby hat Harry besucht, der sich auch auf der Krankenstation befindet, weil er wieder einmal während eines Quidditchspiels gegen Hufflepuff vom Besen gestürzt ist. (Bei dem Sturz handelt es sich um einen fiesen Mordanschlag des neuen Lehrers für Verteidigung gegen die Dunklen Künste, der ein Quirrel-Fan ist und diesen imitieren wollte. Da Snape als Spion entlarvt wurde, war er diesmal nicht zur Stelle, um das zu verhindern.) Daher hat Dobby selbst gesehen, was zurzeit auf der Krankenstation stattfindet, und er berichtet Hagrid darüber. Snape ist noch immer auf der Krankenstation und wird sehr aufmerksam gesund gepflegt.


Man sollte gar nicht glauben, wie beliebt dieser schleimige Bastard ist“, sagt Dobby. (Da Snape nicht Malfoy ist, verzichtet die Fanfic-Autorin darauf, dass er sich für den schleimigen Bastard selbst bestrafen will.) „Seine Beine sind voller Binden, aber Madam Pomfrey meint, dass seine Brandverletzungen gut heilen. Sicherheitshalber will sie jedoch nicht zu viel Heilmagie anwenden, da er noch andere schwere Verletzungen, vor allem Bisswunden, hat, die zuerst behandelt werden müssen. Außerdem leidet er unter Essstörungen und zeigt Folgewirkungen des Cruciatusfluches. Dobby glaubt, dass Madam Pomfrey Professor Snape vor einigen Tagen mit Unmengen von Skelewachs gefüttert hat, um einige seiner gebrochenen Knochen wiederherzustellen. Und sie kümmert sich darum, dass er sehr viel zu trinken bekommt. Master Harry hat geklagt, dass sich außer Master Ron niemand um ihn kümmert. Dobby glaubt, dass Harry Potter Recht hat. Dobby hat den Eindruck, dass Madam Pomfrey deswegen ihre anderen Patienten und Patientinnen vernachlässigt.“

Wie geht’s Professor Snape?“, fragt Hagrid besorgt.

Um den Kopf trägt er eine Binde“, erzählt Dobby. „Aber seine schwarzen, halblangen Haare sind noch vollständig. Übrigens sind sie nicht einmal mehr fettig, da sie Madam Pomfrey täglich mit einem Reinigungszauber säubert. Professor Snape scheint darüber gar nicht so glücklich. Ich habe den Eindruck, dass ihm die Fürsorge von Madam Pomfrey nicht gut bekommt. Außerdem harren noch zwei weitere Hexen am Krankenbett aus. Ein kranker Zauberer lässt Hexenherzen wohl höher schlagen.“


Da Hagrid großes Interesse zeigt, setzt Dobby seinen Bericht fort: „Die anderen Hauselfen sind froh, dass die Freundin von Harry, unsere Miss Hermione, ständig auf der Krankenstation weilt und sie deshalb wieder im Gryffindor-Turm ihrer Arbeit nachgehen können, ohne sich vor einem Geschenk fürchten zu müssen. Nur leider, Miss Hermione hat keine Zeit für Master Harry. Im Augenblick kniet sie dauernd an der einen Bettkante und hält die linke Hand von Professor Snape. Sie weint oft und stammelt ständig Sätze, wie, dass er nicht sterben darf. Master Harrys Freund, Master Ron sagt, dass sie ihren Verstand verloren haben muss. Auf der anderen Bettseite steht ein Stuhl, und auf dem sitzt Professor McGonagall. Ihre Unterrichtsstunden lässt sie zurzeit supplieren, da sie sich rund um die Uhr um Professor Snape kümmert. Gewöhnlich hält sie seine rechte Hand und tätschelt ihm ständig die Wange. Da Miss Hermione und Madam Pomfrey auch bei Professor Snape sind, braucht sie sich nachts allerdings nicht in eine Katze zu verwandeln, damit Professor Snapes guter Ruf gewahrt bleibt.“

Hagrid sieht überrascht drein und überlegt, ob es etwas für ihn bringen würde, wenn er bei Olympes nächsten Besuch krank ist. Vielleicht gesteht sie ihm dann endlich ihre Liebe? Und ein wenig von ihr gepflegt werden, das wäre doch wunderbar.

Aber es kommt noch besser“, erzählt Dobby. „Vor einigen Tagen ist Mistress Malfoy dort aufgetaucht. Sie hatte einen großen Korb mit Lilien bei sich, den unsere Madam Pomfrey beschlagnahmt hat.“ Er überlegt kurz, ob er sich diesmal selbst bestrafen muss, kommt aber schließlich zu dem Ergebnis, dass er doch nichts Schlechtes über Mistress Malfoy gesagt hat. „Haben Sie eigentlich gewusst, Hagrid, dass man weiße Blumen nicht bei einem Krankenbesuch mitnehmen darf?“

Hagrid schüttelt den Kopf.

Madam Pomfrey hat ihr erklärt, dass weiße Blumen, noch dazu Lilien, bedeuten, dass dem Kranken der Tod gewünscht wird. Mistress Malfoy war nicht sehr begeistert. Sie wollte ebenfalls eine von Professor Snapes Händen halten, aber er hat nur zwei Hände und die sind beide bereits vergeben. Madam Pomfrey hat ihr verboten, eines von Professor Snapes Beinen zu halten, da diese noch nicht genug verheilt sind. Da ist sie beleidigt abgezogen.“

Hagrid ist sehr überrascht, als Dobby noch erzählt, dass Direktor Dumbledore Professor Snape eine Packung Sherbert Lemon vorbeigebracht hat. „Er hat sofort mit dem Lutschen begonnen“, sagt Dobby. „Schließlich musste ihm Pomfrey die Schachtel wegnehmen, da er im Moment noch nicht so viel Süßes verträgt.“

Die Geschichte mit dem Drachen scheint bei Snape aber eine Menge angerichtet zu haben, denkt Hagrid voller Mitleid.

Dann verabschiedet sich Dobby, da er noch etwas für Master Harry erledigen muss. Schließlich war er nicht wegen Professor Snape auf der Krankenstation.


Hagrid lächelt, nachdem Dobby gegangen ist. Schön, dass Snape gut betreut wird. Das wird den Fanfic-Lesern und besonders den Fanfic-Leserinnen sicher gefallen. Hoffentlich ist der Schulleiter stur und erlaubt nicht, dass Professor Snape wieder als Spion zu ihm muss, dessen Name nicht genannt werden darf; auch wenn das den Fanfic-Lesern und besonders den Fanfic-Leserinnen nicht gefällt und der Fanfic-Autorin wohl auch nicht. Aber Hagrid hat eben ein gutes Herz.


Traurig ist Hagrid aber schon, denn es gibt da noch jemanden, dem er die gleiche Fürsorge wie Snape wünschen würde. Nur leider, er scheint der einzige zu sein, der sich um den kleinen Florian Sorgen macht.


Hagrid steht auf und nimmt den Topf vom Ofen. Er füllt etwas von dessen Inhalt auf einen Teller und greift nach einem seiner Schöpflöffel. Damit geht er in den hinteren Teil der Hütte. Hoffentlich hat Florian heute etwas mehr Appetit.


Inzwischen hat der kleine chinesische Feuerball begonnen, sich von seinen neuen Zahn-, Rachen- und Verdauungsproblemen zu erholen, die er dem Versuch, Professor Snape fressen zu wollen, verdankt. Hagrid tätschelt Florian, so nennt er den Drachen, über die schuppige Wange. (Hagrid hat dabei übrigens mehr Glück, als er wahrhaben will. Normalerweise würde sein kleiner Florian zubeißen, aber im Moment ist er noch nicht gesund genug, um sich gegen Hagrids liebevolle Geste zur Wehr zu setzen.)


Während Hagrid ihn vorsichtig mit dem Schöpflöffel zu füttern beginnt, denkt er daran, dass Du-weißt-schon-Wer gut daran tut, ihm vorläufig nicht unter seine Augen zu kommen. Sonst würde er wohl bald ebenfalls ein Fall für Hurt & Comfort sein. Hagrid ist nämlich sehr wütend darüber, was der-dessen-Name-nicht genannt-werden-darf dem armen Florian mit dem Drachenfutter Snape angetan hat. Draußen ist der Regen inzwischen schwächer geworden. Die Hitzewelle scheint zurückzukehren.


FINITE



Ein paar Hintergrundinformationen, für die, die es interessiert:


Der Hahn und die drei Hühner der Witwe Bolte sind aus dem Buch „Max und Moritz“ von Wilhelm Busch.


Zum Motiv des als Drachenopfer angeketteten Snape haben mich zwei Geschichten aus den „Sword and Sorceress“-Sammelbänden, die Marion Zimmer-Bradley in den 1980-er und 1990-er Jahren herausgegeben hat, angeregt.


Das neue Zeremoniell hat Lord Voldemort aus einem (ziemlich unbekannten) Artus-Roman, der im 14. Jahrhundert entstanden ist: „Daniel von dem blühenden Tal“. Dieser Roman wird einem anonymen Dichter aus dem Donauraum zugeschrieben, der unter dem Namen Der Stricker bekannt ist. In der Sekundärliteratur wird darüber diskutiert, ob der „Daniel“ eine Parodie auf die damals sehr beliebten Artus-Romane ist oder ein Versuch, dem Genre Artus-Roman neue Impulse zu geben.


Die Siegfried-Drachentöter-Volkshochschule in Worms am Rhein ist eine Anspielung auf das Nibelungenlied.

Siegfried, der Hl. Georg und der Erzengel Michael gelten als Drachentöter.


Beim Muggel-Comics handelt sich um „Asterix bei den Briten“.


Der Wer-Rabe Snape ist aus der Fanfic „Die Tage des Raben“ von Slytherene, der Frosch Snape aus der Fanfic „Der Zauberfrosch“ von Serena Snape. Beide Fanfics sind auf ff.de zu finden.


Die am Krankenlager befindliche McGonagall, die sich nachts in eine Katze verwandelt, ist eine Anspielung auf die englischsprachige Fanfic „What I’ve ever done“ von Logospilgrim. In einer anderen Fanfic „Shake the Disease“ von Logospilgrim kommt übrigens das „Pairing“ Snape – Pomfrey vor. Beide Fanfics finden sich auf ff.net


Zu den Zahnproblemen des Drachen hat mich eine Brunneninschrift angeregt.


Der Name Florian ist eine Anspielung auf eine Geschichte, die sich vor einigen Jahren in Wien zugetragen hat. Damals wurde im Donaukanal ein kleiner Alligator ausgesetzt und von der Feuerwehr gerettet. Der Alligator erhielt den Namen Florian, nach dem Hl. Florian, dem Schutzpatron der Feuerwehrleute, und kam vorläufig im Wiener Tiergarten Schönbrunn unter.