DAS BÖSE IN MIR

    von AlohomoraP

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Das Böse in mir

Tiefe Nacht. Totenstille. Das Mondlicht hinter Wolken verborgen. Zwei Männer am Ufer des Sees mitten im verbotenen Wald. Der eine alt, mit langem Bart und Buckel. Er sah gebrechlich aus und kaum einer würde es glauben, wenn ein anderer diese Gestalt als Albus Dumbledore bezeichnen würde. Doch er war es wirklich und er sah aus wie um Jahre gealtert. Sein Gegenüber war teils vermummt, nur die schwarzen Haare lugten heraus. Der alte Mann begann mit heiserer Stimme zu sprechen: „Du wolltest mich sprechen, Severus? Was bedrückt dich so sehr, dass du einen alten Mann mitten in der Nacht hierher bestellst? Du benimmst dich in letzter Zeit sehr seltsam mein Guter!"- „Damit wären wir bereits beim Thema angelangt." Der andere streifte sich die Kapuze seines Mantels zurück. „Du weißt schon zuviel. Bereite dich darauf vor, dass diese Nacht deine letzte wird."- „Mach dich nicht lächerlich, Severus!" Der mit Severus angesprochene lachte trocken. „Ich? Ich mache mich nicht so lächerlich wie du! Der allwissende, scheißkluge Schulleiter von Hogwarts. Du machst dich lächerlich! Schon seit Jahren lacht die ganze Schule über dich und deine verrückten Ideen! Ich allen voran! Du hast es nie gemerkt! Du hast mich nie erkannt! Dafür warst du wohl zu klug!", schrie er nun schon fast. „Severus, was soll das? Ich war doch immer wie ein Vater zu dir!"- „Ja. Und genau das ist dein Problem. Du warst zu mir wie ein Vater. Und das schon seit Ewigkeiten! Aber Liebe macht blind, vor allem, wenn man scheinbar zwei wie eigene Söhne liebt- und dann nicht erkennt, dass es ein und derselbe ist!"- „Was redest du da? Geht es dir nicht gut?"- „Oh doch du alter Tattergreis! Es geht mir besser denn je! Und heute wirst du auch erfahren, warum. Auch wenn es schmerzhaft für dich sein wird, aber heute Nacht erfährst du die Wahrheit. Ich kann es nicht mehr in mir halten- diese Geheimnis- ich muss es irgend jemanden erzählen. Und du fielst unter meine Wahl. Gratuliere- du hast gewonnen! Ich wählte nämlich genau die Person aus, die ich am meisten hasse!"

 

Der alte Mann wischte sich zitternd mit einem Taschentuch die Stirn ab, von der der Schweiß perlte. Keuchend setzte er sich auf einen Baumstumpf. Das ist ein Traum, alles nur ein böser Traum. Sein Puls raste und er hatte das Gefühl, ohnmächtig zu werden. Er wartete nur auf den Augenblick in dem er schweißgebadet in seinem Bett in Hogwarts aufwachen würde. Doch dieser Augenblick kam nicht. Severus war stehengeblieben, er machte keine Anstalten, dem Alten zu helfen. Statt dessen starrte er ihn von oben herab an wie einen verabscheuungswürdigen Parasiten und er konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Heute würde dieses törichte Häufchen Elend alles erfahren und das Beste war: Er würde niemanden mehr davon erzählen können. „Albus!", säuselte er, „Ich will etwas loswerden und ich möchte nicht länger darauf warten! Wo fangen wir an... am Besten bei meiner Schulzeit im schönen Hogwarts! Du erinnerst dich sicher noch an mich, den armen, kleinen Severus, der immer von den anderen gehänselt wurde und große Freude am Zaubertrankunterricht fand? Erinnerst du dich? Aber ich war schon vorher einmal in Hogwarts, acht Jahre lang und ich hatte einen Abschluß mit Auszeichnung. Ich war Vertrauensschüler."- „Du warst nie Vertrauensschüler Severus!"- „Nein, Severus war nie Vertrauensschüler. Aber Tom Riddle schon!!! Ich war es, der es so weit brachte, dass Hagrid aus der Schule geworfen wurde! Ich war es, der damals den Basilisken freiließ! Ich habe ihn beherrscht und mir hat er gehorcht! Ich hätte es damals schon erkennen müssen, dass nur sein Gift mich unbesiegbar machen würde! Aber ich habe es nicht! Etliche Male versuchte ich, die Kammer des Schreckens wieder zu öffnen, doch ich kam nicht dazu! Also braute ich mir einen Zaubertrank, ein starkes Elixier. Es ließ mich wieder jung werden. In Hogwarts aufgenommen zu werden war keine besonders schwierige Sache, vielmehr Anstrengung und Geduld jedoch bedurfte es, wieder acht Jahre lang durchzuhalten um die Kammer des Schreckens nochmals öffnen zu können. Es gelang mir und nachdem ich die acht Jahre hinter mir hatte, konnte ich das Gift des Basilisken endlich trinken. Ich spürte wie mich Macht durchflößte. Es war ein herrliches Gefühl! Und ich wurde der größte Zauberer, der je gelebt hatte! Ich wurde der Voldemort! Mein Weg zur Beherrschung der Welt war geebnet, keiner konnte mich aufhalten bis auf diese verdammte Kind! Meine Macht bekam einen schweren Schlag, doch ich konnte mich wieder aufrappeln. Als Severus Snape, den Meister der Zaubertränke, nahmst du mich als Lehrer in Hogwarts auf. Und ich wartete, doch es hatte sich gelohnt!"- „Aber du bist doch vernichtet worden! Potter hat dich doch mehrere Male getötet!"- „Wäre ich denn der Meister der Zaubertränke wenn ich nicht ein einfaches Illusionsbild hätte erschaffen können?! Aber das hat keiner kapiert, nicht einmal du. Und das war ein Fehler! Ein tödlicher Fehler! Das einzige, was mich bisher noch gehindert hatte, Potter den Hals umzudrehen warst du! Du, du, du!!! Aber das ist Vergangenheit. Morgen stehen mir alle Wege offen! Auf Nimmerwiedersehen!" Mit diesen Worten richtete Severus seinen Zauberstab auf den vor Schreck erbleichten Albus Dumbledore. Seine Lippen formten einen Zauberspruch. Ein grüner Blitz tötete den alten Mann. Zurück blieb das boshafte Lachen Lord Voldemorts...