Kapitel 31 - Niemals
ein Ersatz
Noah schlief in der Nacht
nach dem Unfall in Hermiones Bett. Sie wollte ihn nicht aus den Augen lassen.
Sie hatte nur für einen Moment in ihrer Konzentration nachgelassen und auch ihn
fast verloren. Ihn schien ihr ständiges Bemuttern zu verärgern, aber sie
agierte aus purem Instinkt heraus; sie konnte es nicht ändern. Marka schien es
zu bemerken und fragte, ob sie auch in dem großen Bett schlafen durfte.
Hermione stimmte dem schnell zu. Nachdem die beiden älteren Kinder eingeschlafen
waren, nahm sie Theresa hoch und legte sie ebenfalls in ihr Bett; sie war
dankbar dafür, dass all ihre Babys sicher und in ihre Obhut waren.
Ihre letzten Gedanken
galten Severus und wie ungewöhnlich es war, dass er zur Stelle gewesen war. Sie
war verärgert über sich selbst, weil sie in Panik geraten war, weil sie keinen
klaren Kopf bewahrt hatte, um den Ortungszauber zu sprechen und Noah mit dem
Accio zu sich zu holen. Sie fragte sich, ob Severus ihr die Schuld dafür gab,
sie für unaufmerksam oder nachlässig hielt. Wie auch immer, sie hätte
schließlich wissen müssen, dass sie Noah nicht für einen Moment aus den Augen
lassen durfte - schon gar nicht in der Nähe des Sees. Sie legte eine Hand auf
seine kleine Brust und spürte sein leichtes, rhythmisches Atmen, während er
schlief.
Am nächsten Morgen gab
sie die Kinder nur zögerlich bei Natalie ab und erzählte ihr von Noahs Unfall
am Vortag. Natalie versprach hoch und heilig ihn nicht aus den Augen zu lassen.
Es war Marka, die Hermione letztendlich überredete zu gehen. Zu dem Zeitpunkt,
als sie die Bibliothek erreichte, fühlte sie sich fast wieder normal. Sie
wusste, dass die Kinder bei Natalie gut aufgehoben waren, und die Aktivitäten,
die sie für heute geplant hatten, sie beschäftigen und glücklich machen würden.
Sie kam nicht umhin sich einzugestehen, dass Noah wohl gewillt wäre
auszuziehen, bevor er überhaupt drei Jahre alt war, wenn sie nicht aufhörte ihn
andauernd zu bemuttern.
Hermine kam an diesem Tag
mit ihrer Arbeit in der Bibliothek sehr gut voran. Madame Pince bot ihr bald
an, dass sie früher Feierabend machen könnte, wenn sie die Mittagspause
durcharbeitete. Sie freute sich sehr auf die Aussicht, einige Stunden alleine
Zuhause verbringen zu können; Natalie hatte die Kinder mit zu Hagrid genommen.
Sie hatte vermutet, dass Natalie eine typische Slytherinhaltung Hagrid
gegenüber an den Tag legen würde, aber das Mädchen war viel zu höflich, um so
etwas zu zeigen. Hermione wusste, dass Hagrid besser auf Noah aufpassen würde,
als irgendjemand sonst, was ihre Angst vor einem zweiten Unfall abschwächte. So
sehr Hagrid es auch liebte, ihren Kindern seine Menagerie an seltsamen und
manchmal auch gefährlichen Kreaturen zu zeigen, er würde ihnen niemals
erlauben, sich diesen auch nur auf zehn Metern zu nähern.
Je mehr sie darüber
nachdachte, desto mehr kam Hermione zu dem Schluss, dass es eine gute
Gelegenheit wäre, mit Severus zu reden. Er hatte heute keinen Unterricht und
der Sonntag war einer der wenigen Tage, an denen sie damit rechnen konnte, ihn
zu Hause und nicht im Büro anzutreffen. Nachdem sie eilig einen großen Stapel
Bücher geprüft hatte, verabschiedete sie sich von der Bibliothekarin und eilte
zu ihren Räumen.
Einmal Zuhause
angekommen, löste sie ihre Haare und bürstete sie. Sie hatte festgestellt, dass
ihre Haare, wenn sie sie morgens in feuchtem Zustand zu einem Knoten
hochsteckte, nicht so buschig waren, wenn sie diesen später löste. Sie
entschied sich Bluse und Rock, welche sie zur Arbeit getragen hatte, nicht zu
wechseln und öffnete die Tür. Hermione trat auf den Flur und rannte direkt in
Severus hinein, der gerade vorbeilief. Sie erstarrte auf der Stelle. Er drehte
sich um, um sie anzusehen und kam dann einen Schritt auf sie zu.
Hermione spürte, wie ihr
Atem sich beschleunigte, als sie in seine Augen blickte. Jedes Gefühl aus der
Nacht, als sie sich geliebt hatten, überrollte sie wieder und sie hatte
Schwierigkeiten Worte zu finden.
„Ähm…Madame Pince hat
mich heute früher gehen lassen", sagte sie nervös, nicht sicher, ob er mit ihr
reden wollte, begriff aber, dass er gehen würde, wenn sie nichts sagte. „Ich
wollte gerade zu dir. Hast du einen Moment Zeit?" Sie sah ihm aufmerksam in die
schwarzen Augen und versuchte zu erahnen, was er dachte. Sie musste nicht lange
warten. „Ich war ebenfalls auf dem Weg zu dir."
„Oh", sagte sie mit einem
kleinen Lächeln im Gesicht. „Möchtest du reinkommen?" Er nickte und folgte ihr
ins Zimmer.
„Danke, dass du Noah gestern das Leben gerettet hast", sagte sie. Sein
Gesichtsausdruck erhellte sich und er nickte wieder. „Hermione, ich muss
mit dir über das sprechen, was ich an den Tag gesagt habe … nachdem …" Sie
lächelte über sein Zögern über ihre Bettaktivitäten zu sprechen. „Nachdem wir
Sex hatten?", fragte sie offen und grinste wegen der Röte, die sich in seinem
Gesicht ausbreitete. „Ja. Ich habe dich schlecht behandelt. Es war mein Fehler.
Ich hätte diese Dinge niemals sagen dürfen. Ich möchte es erklären, aber ich
biete keine Entschuldigung an."
Okay, das war gut. Er kam
ihr entgegen. Sie versuchte ihren Atem zu beruhigen und beschloss, ihm ihre
Gefühle in der Hoffnung offen zu legen, dass ihre Instinkte in Bezug auf ihn
richtig waren. „Ich denke, ich verstehe, warum du es gesagt hast. Ich möchte,
dass du eines weißt. Du wirst niemals ein Ersatz sein. Was ich für dich
empfinde wird niemals dasselbe sein, was ich für Mark fühle. Aber das ändert
nichts an der Tatsache, dass ich mit dir zusammen sein will."
Sie konnte ihr Herz
schlagen hören. Sie war viel zu weit gegangen, um jetzt noch eine Zurückweisung
zu akzeptieren. Wusste er überhaupt, welches Risiko sie auf sich, indem sie
sich ihm öffnete? Sie mochte nach außen hin tapfer wirken, aber tief in ihr
drin spürte sie, dass es sehr wahrscheinlich war, dass sie zerbrechen würde,
falls er sie zurückwies.
„Hermione", flüsterte er
und legte eine Hand an ihre Wange. „Es würde mir nicht gut tun, wenn ich dich
wieder zurückweise, oder?" Stur schüttelte sie den Kopf. „Du könntest bessere
haben als mich; das weißt du", meinte er. Sie brauchte einen Moment um zu
begreifen, dass es ihm ernst war. „Ich kann mir für mein Leben niemand
anderenvorstellen", antwortete sie.
Er lehnte sich vor und
zog sie in einen Kuss; ihren Kopf in seine Hände gebettet. Seine Lippen waren
weich, warm und einladend. Sie konnte seine Erleichterung spüren, als er durch
die Nase ausatmete. Sie hatte richtig gelegen; das war es, was er die ganze
Zeit gewollt hatte. Verflucht sei er, dass er so umständlich gespielt hatte, um
es zu bekommen; dieses Mal würde er keine Chance bekommen, seine Meinung zu
ändern. Seine Arme schlangen sich um sie.
„Du kannst schrecklich
schwierig sein", sagte sie sanft, als er sich von ihr löste. Er zog seine
Augenbrauen hoch. „Ich war der Ansicht, die schrecklich schwierige Person hier
im Raum, war die, die in meinen Armen lag."
Sie seufzte zufrieden. "Aber du wolltest es die ganze Zeit. Warum hast du mich
zurückgewiesen?" „Weil ich versucht habe eine Entscheidung für dich zu treffen;
eine Entscheidung, die du, wie es aussieht, sehr gut alleine treffen kannst."
„Das ist eine sehr weise Ansicht." „Das ist nicht mein Verdienst." „Remus?"
Er schnaubte. „Nein, ich habe ein paar Ratschläge von…einem alten Freund
bekommen. Ich bezweifle, dass der Werwolf in Sachen Romantik so bewandert ist,
um so gründlich darüber nachzudenken." „Dann ist Professor Snape also
romantisch?", fragte sie, schlang die Arme um seine Hüfte und legte ihren Kopf
an seine Brust. „Von mir wirst du wohl niemals etwas zu sehen bekommen, was der
Romantik näher kommt als das hier." „Ich denke, damit kann ich leben."
Er küsste sie auf den
Kopf. „Du weißt", fuhr sie fort, „dass Madame Pince mich früher hat gehen
lassen…und Natalie passt die nächsten eineinhalb Stunden auf die Kinder auf."
Ohne ein weiteres Wort, hob er sie hoch und trug sie in ihr Schlafzimmer.
Kapitel 32 - Die Unterbrechung
Sie fielen in einem Gewirr aus Lippen, Körperteilen und Händen,
die an Kleidern zerrten, auf das Bett. Severus hatte es geschafft, ihr den Rock
auszuziehen und sie hatte schon sein Hemd aufgeknöpft, als sie auf seinen Schoß
kletterte und hektisch küssend seinen nackten Oberkörper erkundete. Er fuhr mit
seinen Fingern durch ihr Haar. Es fühlte sich so richtig an, mit ihr zusammen
zu sein; so, als wäre es etwas, was sie schon tausend Mal zuvor getan hatten -
und nicht erst ein einziges Mal.
„Mami!"Das laute Poltern an der Tür ließ beide aufschrecken.
Severus spürte ein plötzliches Frösteln, als die kalte Luft den warmen Fleck
auf seiner Brust erreichte, wo gerade noch Hermiones Mund gewesen war. Ohne
Vorwarnung schubste sie ihn mit ihrem Fuß vom Bett und warf hastig eine Decke
über ihn, während sie ihre Bluse zuknöpfte. Er landete hart zwischen Bett und
Wand, war nun aber komplett außer Sicht der Tür. Als er versuchte sich
aufzurichten, traf ihn Hermiones eben erst ausgezogener Rock ins Gesicht,
während sie versuchte, eine Decke einigermaßen ansehnlich um ihre Taille zu
drapieren.
„Komm rein, Süße!", rief sie und räusperte sich. Er machte es sich
bequem und rieb sich seine Hüfte, welche sicherlich einen blauen Fleck vom
Kontakt mit dem Boden davontragen würde.
Sie setzte wie zur Beruhigung ihren Fuß neben das Bett und Severus fuhr mit
seinen Fingern über ihren Fußrücken. Er hörte ein Stöhnen, als sie ihm einen
Tritt versetzte. Mit fiesem Grinsen, fuhr er mit seinen Liebkosungen fort,
senkte seinen Mund auf ihren kleinen Zeh und knabberte daran. Hermiones Stimme
versagte beim Weitersprechen; wie es schien, war Natalie nun ebenfalls an der
Tür.
„Ist alles in Ordnung, Hermione?"
„Natürlich, Natalie, ich habe heute sch-schreckliche…oooh...Kopfschmerzen.
Würde es dir etwas ausmachen, eine zusätzliche Stunde auf die Kinder
aufzupassen? Ich bin sicher, sie würden lie-liebend gerne Hagrid besuchen."
Severus lachte in sich hinein während er seine Finger langsam ihre Wade
hinaufwandern ließ.
„Eigentlich sind wir sowieso zu früh. Es überrascht mich, dass Ihnen das nicht
aufgefallen ist. Ich bin nur vorbeigekommen, um Ihnen zu sagen, dass wir Tonks
und Remus getroffen haben. Sie wollen Marka und Noah auf einen Abstecher in den
Honigtopf mit nach Hogsmeade nehmen. Ich dachte, ich kläre das zuerst mit Ihnen
ab."
„Das wäre…hmmmmm…wunderbar. Danke ihnen vor mir, okay?"
„Natürlich. Ich denke, Theresa spielt liebend gerne noch eine Stunde draußen.
Sie liebt es zu Krabbeln. " „Ich weiß. Nochmals vielen Dank, Natalie."
Severus hörte, wie die Tür ins Schloss fiel, aber bevor er sich
bewegen konnte, rutschte Hermione vom Bett und setze sich auf ihn. Sie gab ihm
einen gespielten Klaps auf die Schulter. „Du bist ein gemeiner, böser Mann."
„Ich habe nur Probleme damit, meine Hände von dir zu lassen." „Mmmm", sagte sie
und lehnte sich hinunter, um seinen Hals zu küssen. „Du weißt, dass es immer so
sein wird, wenn du mit mir zusammen bist? Mein Leben ist eine Unterbrechung
nach der nächsten." „Du hast mein Leben schon erheblich unterbrochen", knurrte
er und rollte herum, sodass sie auf der Decke lag. Er hielt inne, um die weiche
Haut ihrer Wange zu kosten. „So, wo waren wir?"
„Ich denke, ich war hier", schnurrte sie, hob ihren Kopf zu seinem
Schlüsselbein und fuhr mit der Zunge daran entlang. „Ich muss dich hiervon
befreien", flüsterte er und zog an ihren Kleidern. Sie tat ihm den Gefallen und
begann damit, ihre Bluse aufzuknöpfen, während er sie von ihrem Schlüpfer
befreite. Nachdem er sie von ihren Füßen gezogen hatte, bot er Hermione eine
Hand an und half ihr auf. Dann zog er sie neben sich aufs Bett und begann
damit, ihren Hals mit Küssen zu bedecken. „Du bist so wunderschön, Hermione",
sagte er und zog sie fester an sich heran, während sie unter seinen Worten
erschauderte.
Er konnte nicht anders, als sich in ihr zu verlieren. Langsam
kniete er sich neben das Bett und begann damit, jeden Teil ihres Körpers zu
erkunden. Er fuhr mit den Fingern über die Oberseite ihrer Füße, schlang seine
Hände um ihre Knöchel und massierte ihre Waden. Sie seufzte und lehnte sich
zurück auf ihre Ellbogen. Sanft positionierte er seine Finger hinter ihre Knie
und registrierte amüsiert, dass sie zuckte, als er sie dort kitzelte. Als seine
Hände sich an ihren Oberschenkeln hocharbeiteten, wurde sie leicht nervös. Sie
waren von der Schwangerschaft noch immer prall und, Hermione schien sie vor ihm
verstecken zu wollen.
Er stoppte ihre Bewegung, indem er seine Hände gegen ihre Hüfte
legte. Er presste seinen Mund knapp über ihr rechtes Knie und bedeckte die ganze
Länge bis zu ihrem Hüftknochen mit sanften Küssen. Dasselbe wiederholte er auf
der linken Seite und fühlte, wie ihre Muskeln sich unter seinen Berührungen
entspannten als sie sich ganz aufs Bett sinken ließ. Unter geschicktem Einsatz
seiner Fingerspitzen, ließ er seine Hand zwischen ihre Schenkel gleiten und
schob diese auseinander. Sie öffnete sich für ihn ohne Widerstand und er senkte
seinen Kopf, um den warmen, moschusartigen Duft, der ihren Körper umgab,
aufzunehmen.
Ihre Finger fanden sein Haar. Der Laut, den sie ausstieß, als sie
ihre Hände darin vergrub, zeigte ihm, dass sie es genauso genoss, ihn zu
berühren, wie er es genoss, von ihr berührt zu werden. Seine Lippen stießen
behutsam gegen ihre weichen Falten und hinterließen leichte, saugende Küsse mit
jeder Bewegung seines Kopfes. Sie wandte sich unter ihm, als er anfing, mit
seinem Mund aufwärts zu wandern und die Küsse von seiner Hand abgelöst wurden,
die zwischen ihren rosigen Lippen verschwand. Er küsste ihren Bauch entlang und
hielt hier an, um die unteren Kurven ihrer Brüste zu lecken. Sein Name entwich
sanft ihren Lippen, immer wieder - er hatte niemals einen süßeren Laut
vernommen.
Zu dem Zeitpunkt als er ihren Mund erreichte, war er bereit, in
sie einzudringen, aber Hermione hatte andere Pläne. Sie drückte fest gegen
seine Brust und rollte ihn von sich herunter. Dann glitt sie hinab, bis sich
ihr Kopf genau zwischen seinen Schenkeln befand. Schnell öffnete sie seine Hose
und nahm die ganze Länge seines steifen Glieds ohne Warnung in ihren Mund auf.
Severus hörte sich selbst aufschreien und taumelte unter der unerwarteten
Verwöhnung ihres heißen, feuchten Mundes. Sie saugte und leckte voller
Begeisterung und brachte ihn so heftig an den Rand des Höhepunktes, dass er für
den Augenblick vergaß, dass sie selber noch nicht gekommen war. Er griff nach
ihrem Haar und zog sie nach oben. Dann richtete er sich selbst auf und half
ihr, auf seinen Schoss zu klettern. Er schob seine Hose bis zu den Knöcheln
hinunter, während sie ihm das offene Hemd über die Schultern zog.
Sie glitt über ihn, ließ sich dann schnell auf ihm sinken und nahm
ihn ganz in sich auf. Er schien sie komplett auszufüllen; Severus war
verblüfft, dass dies derselbe Körper war, der vor gerade mal sechs Monaten vor
seinen Augen ein Kind zur Welt gebracht hatte. Er umklammerte ihre Rippen in
wilder Leidenschaft, während sie sich auf und ab bewegte. Dabei warf sie ihren
Kopf nach hinten und atmete in kräftigen, leisen Stößen aus. Er fühlte sich von
ihrer offenkundigen Leidenschaft fasziniert. Er griff hinter sich, zog sich das
Hemd von den Handgelenken und schlang seine nackten Arme komplett um sie herum.
Ihre inneren Muskeln umschlossen ihn eng, als sie zitternd und schaudernd,
still zum Höhepunkt kam. Er hob sie von sich runter, setzte sie auf Händen und
Knien ab und kniete sich hinter sie. Bilder des Zaubertrankdesasters in ihrem
siebten Schuljahr kamen ihm in den Sinn und er erkannte, dass er dankbarer für
ihren gereiftere Form war, als er je gedacht hätte. Dies hier war keine Fantasie,
das war sein Leben. Diese Erkenntnis brachte ihn fast zu schnell zum Orgasmus.
Er griff nach ihren Hüften und stieß hart in sie hinein. Sie
blickte über die ihre Schulter zurück, den Mund dabei wie zum Schrei geöffnet;
aber der einzige Laut, den sie ausstieß war ein heiserer Atemzug. Er brauchte
in dieser Position nicht lange, um zu fühlen, dass der Höhepunkt ganz nah war.
Er lehnte sich nach vorne und legte die Hände auf ihre Schultern, als sie ihr
Gesicht im Kissen vergrub und sich endlich einen Stoß gedämpfter Schreie
erlaubte. Er erhöhte das Tempo zu einer hektischen, ungleichmäßigen
Geschwindigkeit und zog ihren Körper leicht zu sich heran, als er sich in ihr
ergoss. Nach einigen weiteren harten Stößen, glitt er aus ihr heraus und ließ
sich neben ihr auf das Bett fallen.
Sie kuschelte sich an ihn und lag nun Nase an Nase neben ihm. Ihre
Augen glitzerten, als sie lächelte. Er neigte seinen Kopf und küsste sie sanft.
„Bist du immer so…leise?", fragte er und versuchte nicht allzu enttäuscht
darüber zu klingen, dass er es nicht geschafft hatte, ihr eine lautstarke
Reaktion zu entlocken.
Ihr Lächeln wurde breiter und sie streichelte mit einer Hand seine Wange. „Oh
nein, du denkst doch nicht…vertrau mir, Severus, in früheren Jahren hätte ich
geschrieen, bis meine Kehle rau gewesen wäre. Ich bin es nur gewohnt, dass
Kinder nebenan schlafen… ich denke, es ist nur die Macht der Gewohnheit."
Beruhigt lächelte er zurück. „Wir haben viel zu bereden, Hermione", sagte er
und ließ seine Hand auf ihrer Brust ruhen.
„Ja, das haben wir", antwortete sie. „So, was versprichst du dir davon?"
Kapitel 33 - Was
willst du?
„Nun", erwiderte er nach
einer Weile, die Hermione wie eine halbe Ewigkeit vorkam, zögernd, „ich denke,
ich möchte das", die Hand auf ihrer Brust drückte leicht zu und wanderte dann
nach unten zu ihren Hüften, „und dies", er hob seine Hand zu ihrem Gesicht,
strich ihr Haar beiseite und tippte sanft gegen ihre Schläfe, „und das." Er
nahm sie in seine Arme und drückte sie fest an sich, während seine Lippen die ihren
mit einem langen, verlangenden Kuss verschlossen. Hermione spürte, wie jeder
Nerv in ihrem Körper vibrierte, als sie sich an ihn presste.
„Aber die wirkliche Frage
ist, was du möchtest, Liebling!"
„Ich möchte dich", sagte sie einfach und wusste, dass dies die einzige Antwort
war, die sie ihm in diesem Moment geben konnte. Als sie geplant hatte, sich mit
ihm auszusprechen, hatte sie nicht die Folgen einer lang andauernden Beziehung
in Betracht gezogen. Sie bemerkte schnell, dass sie diese Idee als selbstverständlich
erachtete. Ihr langes Zusammenleben mit einem einzigen Partner, hatte ihre
Einstellung diesbezüglich verändert.
„Wir sollten uns
anziehen", sagte er. „Ich glaube, wir haben unsere Stunde komplett
aufgebraucht."
Hermione drehte sich mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht zur Seite. Dieser
Mann hatte definitiv Ausdauer.
Als sie aufstand, um sich
anzuziehen, trat Severus hinter sie. Seine Hände wanderten ihren Brustkorb
entlang, bis er ihre Brüste festhielt.
„Du hast wunderschöne Brüste." Seine Stimme war warm und hatte einen seidigen
Klang, als er ihren Nacken mit Küssen bedeckte.
„Gewöhn dich nicht zu sehr daran", antwortete sie und stieg in ein Paar
Pyjamahosen. „Wenn ich Theresa abgestillt habe, werden sie sich wieder
zurückbilden und schlaffer sein." Sie sprühte sein Lachen an ihrem Nacken. „Du,
meine Liebe, bist alles andere als schlaff."
„Und wer hätte gedacht, dass du dich einmal als Schmeichler herausstellen
würdest, Severus?"
Er löste die Umarmung, um
sich anzuziehen. Sie wollten gerade das Schlafzimmer verlassen und er presste
sie kurz gegen den Türrahmen, küsste sie sanft und fuhr mit seiner Hand an der
Seite ihres Trägerhemds entlang. Sie half ihm, die Knöpfe seines Hemds zu
schließen und so hörten sie beide nicht, dass die Tür geöffnet wurde, bis Remus
ein plötzliches „Oh!" entfuhr.
Hermione richtete sich
auf und lächelte, während Severus den obersten Knopf selber schloss.
„Braucht ihr noch mehr…wir können wieder rausgehen…" Der Werwolf stolperte über
seine Worte.
„Nein, nein, Remus", sagte Hermione in beruhigendem Tonfall und versuchte dabei
ihre Verlegenheit zu überspielen. „Wir waren gerade…fertig…hier."
Sie schlug sich wegen der erbärmlichen Wortwahl selber gegen die Stirn.
Marka, Noah und Tonks
kamen hinter Remus in den Raum gestürmt. „Severus!" Marka kreischte und lief
auf ihn zu, um ihm feste zu umarmen. Er legte eine Hand auf ihren Hinterkopf.
Noah lief in sein Zimmer und rief: „Laster, Laster!" Natalie erschien mit
Theresa und plötzlich schien Hermiones Quartier sehr eng zu sein. Natalie gab
Hermione das Baby und entschuldigte sich dann schnell. Hermione fiel auf, das
es dem Mädchen mehr als unangenehm sein musste, mit zwei ihrer Professoren in
einem Zimmer zu sein.
„Ich befürchte, dass ich
ebenfalls noch Verpflichtungen habe", sagte Severus und ging vor Marka in die
Knie. „Gehe ich recht davon aus, dich morgen früh zu sehen, Miss Simonetti?"
„Oh ja", antwortete Marka lächelnd.
„Gut. Tonks, Remus." Er nickte ihnen zu, während er sie ansprach. Dann drehte
er sich zu Hermiones Überraschung um und gab ihr einen kurzen Kuss auf den
Mund, bevor er ging.
Sie spürte die Blicke
aller Anwesenden auf sich ruhen. Sogar Theresa schien sie fragend anzuschauen.
Ihre Knie fühlten sich an wie Gummi und sie sank sie auf die Couch und sah
Marka an.
„Erzähl mir, was ihr in Hogsmeade erlebt habt!" Noah kam zurück und krabbelte
neben Theresa auf den Schoss seiner Mutter.
„Oh, wir hatten soviel Spaß! Tonks hat mir Schokofrösche gekauft und Noah
durfte auf Remus' Schultern reiten und ich habe ein Wettrennen mit Tonks
gemacht und gewonnen!"
„Okay, okay, hol mal Luft, Süße."
„Remus?", fragte Marka. Er drehte den Kopf und sah sie an. „Kannst du mir eine
Geschichte vorlesen?"
„Selbstverständlich", sagte er, nahm ihre Hand und begleitete sich in ihr
Schlafzimmer. Noah hüpfte von Hermiones Schoß und folgte den beiden.
„Tee?", bot Hermione
Tonks an und setzte Theresa auf eine Decke.
„Ja, bitte."
Als Hermione mit zwei Tassen Tee aus der Küche zurückkehrte, betrachtete Tonks
sie von oben bis unten. „Natalie hat uns erzählt, du hättest Kopfschmerzen",
argwöhnte sie und nahm Hermione eine Tasse ab. „Oh, ich habe mich nur ein
bisschen hingelegt. Ich fühle mich schon viel besser."
„Darauf wette ich", bemerkte Tonks und biss sich auf die Oberlippe. „So, wie
war es?"
„Nymphadora!"
„Ach, komm schon, Hermione. Noch offensichtlicher kann es nicht sein! Hast du
dir mal dein Haar angeschaut?"
Hermione fuhr sich mit der Hand durch die Haare und bemerkte das Durcheinander.
„Ich finde es total süß, dass er dich zum Abschied geküsst hat", fuhr Tonks
fort. „Wie dem auch sei. Was läuft da zwischen euch beiden?"
„Tonks, wie ist deine Beziehung zu Remus?", fragte Hermione.
„Seltsam. Wir sind zusammen, ab und an, aber es ist nichts … Festes … glaube
ich."
„Möchtest du das nicht? Möchtest du nicht ein bisschen Beständigkeit?"
„Ah, denkst du jetzt wie eine verheiratete Frau, nicht wie eine in der
Dating-Phase."
„Was meinst du?"
„Du suchst nach Stabilität."
„Nun, ich kann es nicht zulassen, dass ein Mann ein Teil des Lebens meiner
Kinder wird, nur um dann zu verschwinden und ihnen das Herz zu brechen."
Tonks lachte. „Ich glaube, dann ist es gut, dass du Severus gewählt hast. Einen
dauerhafteren Bestandteil in Markas Leben kann es nicht geben. Er war es, über
den sie die ganze Zeit in Hogsmeade geredet hat. Ich denke, sie ist ein
bisschen in ihn verknallt."
Hermione begann zu
lächeln, aber ein Besorgnis erregender Gedanke ließ sie innehalten. „Tonks, was
ist, wenn ich alles vermassle und die Sache zwischen den beiden zerstöre? Marka
würde mir niemals verzeihen. Sie brauchen sich gegenseitig."
„Ich glaube nicht, dass du dir darüber Gedanken machen musst. Nimm es so, wie
es kommt. Dieses kleine Mädchen hat genug von deiner Sturheit gerbt, um mit
allem zurecht zu kommen."
„Das denke ich auch. Du bist also seit wie langer Zeit mit Remus zusammen?"
„Sechs Jahre, mal zusammen, mal auseinander." „Ist das nicht eine ziemlich
lange Zeit für dieses Hin und Her?"
„Für manche Leute bestimmt. Aber ich bin im Moment nicht unbedingt auf der
Suche nach einem Ehemann, und er, nun, er hat keine feste Beziehung mehr
gehabt, seit -" Sie brach ab und hob die Tasse an ihren Mund.
„Er war mit Severus zusammen, oder?", fragte Hermione leise und nippte an ihrem
Tee. Tonks hätte ihren fast auf den Tisch geprustet.
„Er hat dir davon erzählt?"
„Nein, ich habe es herausgefunden, bevor der Krieg vorbei war…irgendwie. Ich
wusste, dass irgendetwas passiert war. Was war es?"
„Remus will mir keine Details erzählen. Was auch immer es war, er trägt die
Schuld dafür immer noch mit sich herum. Er versucht immer wieder etwas
gutzumachen. Ich denke nicht, dass er das Ende der Beziehung bereut, aber ich
denke auch nicht, dass es Severus leichter fiel. Vor etwa fünf Jahren, kurz
nachdem Remus und ich begonnen hatten, uns zu verabreden, hat Severus den
Kontakt zu ihm komplett abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich es
herausgefunden. Remus war erschüttert. Bevor du hierher gekommen bist, hat
Severus mit niemandem gesprochen."
Hermione wurde plötzlich
mit der Erkenntnis konfrontiert, dass er genauso einsam und gebrochen gewesen
sein musste, wie sie. Sie fühlte sich unangenehm egoistisch, dass sie ihrer
eigenen Trauer soviel Raum in ihrem Leben eingeräumt hatte. Natürlich, sie
hatte Mark verloren, aber er war vollständig aus ihrem Leben verschwunden. Sie
war nicht täglich mit seinem Anblick konfrontiert gewesen, wie er Trost in den
Armen einer anderen fand. Das hätte sie zerstört. Sie bezweifelte nicht, dass
Severus jetzt über Remus hinweg war, aber sie wusste, dass der Schmerz die
Gefühle überdauerte.
„Du hast meine Frage nicht beantwortet", sagte Tonks.
„Welche?"
„Wie war es?" Hermione biss sich auf die Oberlippe und lächelte. Sie lehnte
sich vor und senkte die Stimme zu einem Flüstern. „Alles, was ich dazu zu sagen
habe, ist folgendes: Wenn ich als Schülerin eine Ahnung von dem gehabt
hätte,wozu dieser Mann fähig ist, dann hätte ich es viel, viel schwieriger
gehabt, mich auf Zaubertränke zu konzentrieren."
Tonks grinste breit.
„Seid ihr fertig?",
fragte Remus, der aus Markas Schlafzimmer kam.
Tonks stand auf und blickte Hermione an.
„Ich sehe dich dann später?"
Hermione nickte.
„Noah schläft am Fußende des Bettes", sagte Remus und lehnte sich hinunter, um
Hermione zu umarmen. „Tut mir Leid, wenn ich irgendetwas unterbrochen habe",
flüsterte er ihr ins Ohr.
„Keinesfalls", flüsterte Hermione zurück. „Ich danke euch beiden, dass ihr
heute auf die Kinder aufgepasst habt. Sie hatten eine schöne Zeit."
Hermione drehte sich zu
Marka um, die hinter ihr stand und strahlte. „Mami?"
„Ja, Süße?"
„Danke, dass du mit Severus geredet hast."
„Gern geschehen, Marka."
Kapitel 34 - Erste
Verabredung
„Es ist lange her, seit
ich deine Räume von innen gesehen habe, Severus", meinte Remus, als er die
kleine Kammer im Slytherin Territorium betrat.
„Mmm", antwortete Severus gleichgültig, ließ ihn eintreten und widmete sich
dann sofort wieder den Knöpfen seines Hemdes.
„Hast du darüber nachgedacht dein Erscheinungsbild heute Abend eventuell ein
wenig aufzulockern?", fragte Remus.
„Was meinst du damit?"
„Es ist nur…du führst Hermione aus, Sev! Ist ein hochgeschlossenes Hemd
wirklich nötig?"
Severus öffnete den oberen Knopf und wandte sich dann mit einem finsteren Blick
dem Werwolf zu.
Remus lachte. „Oh ja, so ist es schon viel lässiger."
„Bist du fertig?", fragte Severus knapp. Remus richtete sich auf und folgte ihm
hinaus auf den Flur.
Als er vor Hermiones Tür
Halt machte um zu klopfen, drehte Severus sich zu Remus um.
„Lupin", sagte er angespannt und rückte seinen Kragen zurecht, „vielleicht
hattest du Recht…"
Der Werwolf wirkte amüsiert.
„Ich weiß nicht, warum du so nervös bist, Severus. Wenn ich mich nicht irre,
hast du das Mädchen schon längst erobert. Du siehst gut aus. So, und jetzt lass
sie nicht länger warten."
Severus klopfte an die
Tür. Tonks öffnete.
„Kommt rein. Hermione sollte jeden Moment aus dem Schlafzimmer kommen."
Marka rannte aufgeregt zu Severus.
„Kann ich mitkommen? Mami sagt, ich muss hier bleiben. Kann ich mitkommen?
Bitte!"
Er ging direkt vor ihr auf die Knie und beobachtete, wie sich die kleine
Unterlippe vorschob. „Du wirst nein sagen, oder?"
„Eigentlich wollte ich dich fragen, ob du mich stattdessen morgen früh zum
Frühstück begleiten würdest"
Ihre Augen begannen zu leuchten.
„Wirklich? In der Großen Halle? Mit all den Kindern?"
„Ja."
„Und Noah muss hier bleiben?"
Er nickte.
„Hurra!"
Sie rannte zum
Schlafzimmer, um Hermione davon zu erzählen, als diese auch schon erschien.
Severus stand langsam auf und erlaubte sich selber einen Moment um sie genau zu
betrachten. Sie trug ein schlichtes, dunkelblaues Kleid mit langen Ärmeln und
einen tiefen Ausschnitt. Ihr Haar war an den Seiten hochgesteckt und fiel ihr
in langen Kaskaden über den Rücken. Nervös strich sie das Kleid glatt.
„Du siehst unglaublich aus", sagte er und grinste über ihr scheues Lächeln.
Sie griff nach ihrem Mantel und wandte sich an Tonks und Remus. „Ich danke euch
so sehr, dass ihr heute auf die Kinder aufpasst. In der Küche sind Flaschen für
Theresa. Und ich bin sicher Marka und Noah werden keine Probleme damit haben,
euch zwei zu beschäftigen."
„Habt viel Spaß!", zwitscherte Tonks. „Bleibt solange, wie ihr möchtet. Wir
haben alles unter Kontrolle."
Kaum hatten sie die Tür
hinter sich geschlossen, hörte Severus einen lauten Knall, gefolgt von Markas
Schrei: „Tonks! Bist du ok?"
Er schnaubte, schüttelte den Kopf und bot Hermione seinen Arm an. Sie schob
ihren Arm in den seinen und lehnte ihren Kopf gegen seine Schulter.
„Wo gehen wir hin?", fragte sie. „Ich habe überlegt, selbst für uns zu kochen,
aber unglücklicherweise hast du in diesem Bereich immer noch die Oberhand.
Deshalb führe ich dich zum Essen aus."
Hermiones Augen leuchteten. „Du kannst dir nicht vorstellen, wie lange es her
ist, dass ich irgendwo ohne die Kinder gewesen bin!"
-o-
Als sie in den Kerkergang
zurückkehrten und Severus seinen Arm fest um Hermiones Schulter gelegt hatte,
hielt diese an ihrer Tür an. „Ich schaue nur mal kurz nach den Kindern und dann
treffen wir uns bei dir." Sie lächelte ihn viel versprechend an.
Nur zögerlich ließ er sie
ziehen, aus Angst, die Kinder würden ihre Anwesenheit benötigen. Aber er wollte
nicht allzu anhänglich wirken, deshalb nickte er und verschwand in Richtung
seines Quartiers. Beim Eintreten zündete er die Kerzen an und stellte zwei
Gläser Wein heraus. Das Essen war seiner Meinung nach sehr gut verlaufen.
Hermione hatte die ruhige Zeit in der Bibliothek dazu genutzt, sich über die
letzten Errungenschaften im Bereich Zaubertränke und Arithmantik zu informieren
und ihre Unterhaltung war kaum ins Stocken geraten.
Als er gerade seinen Kopf
gegen die Couch lehnte, öffnete sich die Tür und Hermione kam schwungvoll
hinein.
„Gute Neuigkeiten! Ich habe Theresa in den Schlaf gewiegt und Marka und Noah
waren schon im Bett. Tonks sagte, sie könnten so lange bleiben, wie wir wollen.
Ich habe die Couch in ein Bett verwandelt, damit die beiden dort schlafen
können. Ich kann natürlich nicht hier übernachten, aber ich dachte, das macht
die Sache einfacher!"
Sie verstummte für einen
Moment um Luft zu holen und nahm das Weinglas, welches Severus ihr anbot.
„Danke! Es tut mir Leid!", sagte sie und setzte sich neben ihn. „Ich bin nur so
unendlich froh, weil wir noch mehr Zeit mit Reden verbringen können. Es war ein
wunderschöner Abend."
„Das finde ich auch", sagte er und legte einen Arm um sie. Hermione kuschelte
sich auf die Couch, legte ihren Kopf unter sein Kinn und lehnte sich an ihn. Er
küsste ihren Kopf und atmete den süßen Duft des Fruchtshampoos ein.
Nachdem sie ein paar
Minuten lang still dagesessen hatten, spürte er, dass Hermione leicht aus
seinem Griff rutschte. Zuerst dachte er, sie sei vielleicht eingeschlafen, aber
nachdem der ersten Bewegung weitere folgten, bemerkte er ihr Weinen.
„Hermione?", fragte er und drehte sie so, dass sie ihn ansehen musste. Sie warf
einen stummen Blick in seine Richtung, bevor sie den Blick senkte. Ihr Haar
fiel ihr dabei wie ein Vorhang vor ihr Gesicht. Vorsichtig strich er es
beiseite.
„Hermione?", wiederholte er. Sie schloss ihre Augen.
„Es tut mir Leid. Es ist nur…es ist schon so lange her, seit ich mich so…sicher
gefühlt habe." Er nahm ihre Hand und fuhr ihre Fingerspitzen entlang. Ihre
Tränen verwandelten sich in ein bitteres Lachen.
„Ist die Situation nicht einfach nur lächerlich?", platzte sie heraus.
Severus hielt für einen Moment inne und starte sie an. Er fragte sich, wovon um
alles in der Welt sie sprach.
Sie fuhr fort: „Letztes Jahr um diese Zeit, lebte ich ein hundertprozentiges
Muggelleben am anderen Ende der Welt und jetzt bin ich hier, ausgerechnet mit
dir, und es ist, als wäre ich nie weg gewesen. Es ist, als hätte ich zwei
Leben, die miteinander in Einklang gebracht werden müssen und es ist so
überwältigend. Und dann sind da die Kinder. Sie sind immer da. Immer. Es gibt
Tage, da kann ich noch nicht einmal denken, weil ich nicht einen Moment zur
Ruhe komme. Sogar wenn ich schlafe, ist es nicht erholsam, weil ich genau weiß,
dass ich geweckt werde, bevor ich ausgeschlafen habe. Dann gehe ich hin und
verbringe Zeit mir dir, unterhalte mich wirklich mit jemandem und…und…es ist
die einzige Sache, aus der ich Trost schöpfen kann. Nun, nicht die einzige
Sache." Sie erröte und senkte den Blick.
Er lehnte sich vor und
setzte leichte Küsse auf ihre ihren Hals und ihr Schlüsselbein, woraufhin sie
seufzte.
„Hermione."
Er wollte etwas sagen, was sie besser fühlen ließ, etwas, durch das all ihre
trüben Gedanken verflogen, aber er wusste, nichts würde an ihrer Situation
etwas ändern. Deshalb sagte er das, was ihm in den Sinn kam: „Du bist nicht
allein."
Offenbar war dies genau das, was sie hören wollte. Sie schlang die Arme um seinen
Hals und glitt auf seinen Schoss. Sie küsste ihn leicht und fuhr mit ihren
Fingern schlangengleich durch sein Haar. Den Kuss unterbrechend, sah sie ihm in
die Augen.
„War ich wirklich eine so unerträgliche Neunmalkluge als Schülerin?"
„Jenseits des Unerträglichen."
„Nun, das zeigt nur, dass du keine Ahnung hast, wie oft ich mich für dich
eingesetzt habe."
„Ja, ich habe es sehr genossen, angezündet und beklaut zu werden. Danke schön."
Sie lachte einen Moment
und wurde dann wieder ernst.
„Kann ich dich etwas Persönliches fragen?"
„Ich denke, das wäre akzeptabel."
„Was ist zwischen dir und Remus gelaufen?"
Offensichtlich hatte er Hermiones Auffassungsgabe unterschätzt. Aber der Frage
ausweichen konnte er jetzt nicht. Er seufzte. Sie hätte es früher oder später
sowieso erfahren.
„Als du noch Schülerin hier warst, da waren Remus und ich…zusammen. Erinnerst
du dich daran, was ich dir Weihnachten erzählt habe? Dass ich nicht entschieden
hatte, wo meine Loyalität lag, bis es zu spät war?"
Sie nickte.
„Remus hat das nicht akzeptieren können. Er hat mich beschuldigt, dem Orden
nicht treu zu sein. Du musst wissen, dass ich in meinem Handeln treu gewesen
war, immer, aber ich war dem Orden nicht treu vom Herzen her. Er…hat sich von
mir abgewendet. Das müsste in deinem siebten Jahr gewesen sein, glaube ich. Es
ist sehr schmerzhaft gewesen. Ich habe alles in Frage gestellt, für das ich
gekämpft hatte, auf beiden Seiten. Ich war an dem Punkt angekommen, an dem ich
entschied, dass ich nur noch für mich selber kämpfen würde. Ich mache Remus
keinen Vorwurf. Ich hätte mehr Charakterstärke zeigen müssen, denke ich."
„Severus." Sie liebkoste sanft seine Wange und er schloss die Augen. „Du warst
Teil eines sehr gefährlichen Spiels, für eine sehr lange Zeit. Ich klage
dich…für keine Entscheidung an, die du getroffen hast. Danke, dass du es mir
das anvertraut hast."
Sie küsste ihn und er zog
sie näher an sich heran und verschloss ihren Mund mit seinem. Sie stöhnte und
bewegte ihren Körper unter den Berührungen seiner wandernden Hand. Er zog ihren
Duft mit einem tiefen Atemzug ein und vergrub seinen Mund in ihrer Halsbeuge.
Er wusste, dass er sich jetzt auf gefährlichem Gebiet befand. Seine Liebe zu
ihr wuchs von Sekunde zu Sekunde mehr, aber ihre Gefühle waren offensichtlich
viel komplizierter. Er schob die Angst, sich verletzbar zu zeigen beiseite und
ließ Hermione auf die Couch gleiten. Seine Sorge schwand unter dem Klang ihres
Stöhnens dahin.
Kapitel 35 - Der
Stiefelvater
Hermione lag unter
Severus auf dem Sofa und blickte in seine schwarzen Augen, während er seine
Hände über ihren Körper gleiten ließ. Oh Gott, es fühlte sich so gut an, mit
ihm zu schlafen. Sie umfasste sein Gesicht mit beiden Händen und zog ihn zu
sich hinunter, hinein in einen weiteren langen Kuss. Dies hier war so anders
als das, was sie mit Mark gehabt hatte, und sie war glücklich. Langsam begriff
sie, dass man eine Muggelpartnerschaft einfach nicht mit einer magischen
vergleichen konnte. Es war nicht so, dass die eine besser war als die andere,
aber es war so, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen. Das tröstete sie.
Eine seiner Hände
massierte sanft ihre Brust. Sie stöhnte zufrieden in seinen Mund, unterbrach
den Kuss aber augenblicklich, als sie dieses vertraute Stechen spürte. Ihre
Augen wurden größer, während Severus sich etwas aufrichtete. Sie legte ihre
flache Hand auf ihre Brustwarzen und drückte so fest sie konnte. Er sah sie an,
als sei ihr gerade eine zweite Nase gewachsen. Sie lächelte.
„Ähm…wie soll ich das
erklären?" Sie kaute auf ihrer Lippe. Ihr war die Sache ein bisschen
unangenehm. „Meine Milch war dabei herauszuschießen. Jetzt geht es wieder. Ich
hatte nur gedacht, dass es dir vielleicht unangenehm sein könnte, in
Muttermilch zu baden."
Severus lachte kurz auf. „Meinst du, es wäre jetzt wieder angemessen, dich zu
berühren?", fragte er und näherte sich ihr wieder.
„Sicher", antwortete sie. „Ich denke, die Gefahr ist gebannt."
Er fuhr damit fort sie zu
küssen und zeichnete mit den Fingerspitzen sanft die äußeren Konturen ihrer
Brust nach. Sie spürte, dass sie schon alleine von dem Gefühl feucht wurde, das
sein Körper verursachte, als er sie schwer gegen die Couch drückte. Sie
winkelte die Beine an und schob ihre Hüften gegen die Beule in seiner Hose, um
das heftige Verlangen zwischen ihren Beinen ein wenig zu befriedigen. Er
stöhnte in ihren Mund und unterbrach den Kuss, während er sie schwer atmend
ansah, als wollte er etwas sagen. Doch er schien es sich anders zu überlegen
und küsste sie wieder.
Neben der steigenden
Hitze in ihrer Körpermitte, spürte Hermione noch etwas anderes; nagende
Gewissenbisse. Sie wusste, was er sagen wollte, bevor er es sich anders
überlegt hatte, und sie wusste, warum er geschwiegen hatte. Er liebte sie. Er
hatte diese Worte zuvor erst einmal ausgesprochen, aber sie wusste, dass es
stimmte. Sie war aber einfach noch nicht so weit, es zu sagen. Sie wollte ihn,
oh Gott, wie sehr sie ihn wollte, als er sich über sie schob und sein Mund zu
ihrem Nacken wanderte. Und sie wollte ihn definitiv in ihrem Leben. Tatsächlich
freundete sie sich sogar mit der Vorstellung an, morgens neben ihm aufzuwachen
zu können.
Ihre Gedanken wurden
abgelenkt, als sein Mund hinunter zum Ausschnitt ihres Kleides wanderte und
seine Zunge dabei über ihr Dekolletee fuhr. Sie hob sich ihm entgegen und
zerrte mit den Fingern an seinem Haar. Seine Hand wanderte bis zu ihrer Taille
und zog ihr das Kleid über die Hüften. Sie begann es sich von den Schultern zu
schütteln, aber er hielt sie davon ab.
„Ich mag es", sagte er
seidig, „wenn du es hoch ziehst." Er strich mit einer Hand dort über ihre
Brüste, wo sie sich unter dem Stoff abzeichneten und Hermione stöhnte. Er fuhr
fort, mit seiner Zunge in die weiche Kuhle zwischen ihren Brüsten einzutauchen,
während seine Hände damit beschäftigt waren sie von ihrem Slip zu befreien.
Als sie so dalag und ihr
Kleid ihre Körpermitte freilegte, fühlte sie sich wie ein Schulmädchen; ein
sehr erregtes Schulmädchen mit einem Zaubertrankprofessor über sich, der
schnell seine Hose öffnete. Sie verlor sich einen Moment in ihrer Phantasie,
stellte sich vor, dass er sie nach der Schulstunde dabehalten hätte und sie nun
auf seinem Schreibtisch nahm. Ja, sein Schreibtisch … das sollten sie
ausprobieren.
Seine Hand erreichte die
weichen Haare zwischen ihren Hüften, strich hindurch, und entzündete letztlich
das lauernde Feuer in ihr als seine Fingerspitzen ihr Ziel erreichten. Sie war
feucht und bereit, noch bevor seine Finger ihre inneren Lippen trafen, aber
sobald sie seine Berührung spürte, bäumte sie sich heftig auf, immer noch in
ihrer verbotenen Phantasie gefangen. Er nahm seine Finger in den Mund, saugte
ihren Saft von ihnen und drückte ihre Knie weit auseinander, um sie noch weiter
unter sich zu öffnen.
Er drang schnell in sie
hinein; mit einem festen Stoß, der ihr den Atem nahm. Sie schrie auf, leise
zuerst, aber bald schon erinnerte sie sich daran, dass sie alleine waren. Er
setzte seine Bewegung fort, dieses Mal härter. Sie hielt sich mit einer Hand an
seiner Schulter fest und spürte wie sich der runde Muskel unter seinem Hemd bei
jedem Stoß anspannte. Sie sah ihm in die Augen und hielt seinem dunklen Blick
stand, während sie beide verstummten, gefangen von der Elektrizität, die sie
umgab.
Ihre Lippen formten sich
zu einem leichten Lächeln, als sie „Professor" flüsterte, während sie ihn immer
noch ansah.
„Ja …, Miss Granger?",
antwortete er zeitgleich mit dem nächsten Stoß. Hermione schloss ihre Augen und
lächelte darüber, wie schnell er ihr kleines Spiel durchschaut hatte. Die
ersten Ausläufer des Orgasmus wuchsen tief in ihr, und sie drängte sich ihm
entgegen, ohne bewusst wahrzunehmen, dass er ihr mit seinen Händen den Rücken
stützte um sie in Position zu halten. Die Wärme rieselte durch jeden Teil ihres
Körpers als sie sich in seinem Griff entspannte und sich ihre Blicke erneut
trafen.
Es fühlte sich an, als
würden sie sich ewig lieben, als sie beobachtete wie er seine Augen schloss und
den Rhythmus beschleunigte. Er bebte unter der Gewalt seines Höhepunkts und
Hermione wurde in einen zweiten Orgasmus gesogen, als er sich langsam in ihr
ergoss. Er rutschte auf die Seite und sie lehnte sich stumm an seine Brust und
schloss die Augen. In seiner Umarmung überfiel sie rasch der Schlaf.
Ein paar Stunden später,
erwachte Hermione mit einem Ruck und bemerkte, dass sie nicht in ihrem eigenen
Bett war. Severus verstärkte seine Umarmung und sie kuschelte ihren Kopf unter
sein Kinn.
„Ich muss jetzt wirklich
gehen", flüsterte sie.
„Nein, musst du nicht", antwortete er.
„Sie lachte. „Doch, das muss ich."
„Richtig, du hast Kinder, um die du dich kümmern musst."
„Es tut mir Leid. Ich weiß, dass meine Situation nicht gerade förderlich ist
für … eine Beziehung."
„Entschuldige dich nicht dafür, Hermione. Du bist, wer du bist. Es macht keinen
Unterschied für mich."
„Früher hat es das."
„Jetzt aber nicht mehr."
Sie lächelte und küsste
ihn. Dann stand sie von der Couch auf, strich ihr Kleid glatt und zog ihren
Slip wieder an. Er schlüpfte unterdessen in seine Hose und brachte sie zur Tür.
Sie küssten sich noch eine Weile an der Türschwelle, bevor sie sich ihm
letztendlich entzog und nach Hause zurückkehrte.
Sich an Remus und Tonks,
die auf dem verwandelten Bett lagen, vorbei zu schleichen, war leicht; einer
von den beiden schnarchte laut genug, um jedes Geräusch, das sie machte, zu
übertönen. Sie hatte den schleichenden Verdacht, dass es von Tonks kam. Als sie
einen Blick auf die schwach beleuchtete Uhr warf, sah sie, dass es halb vier
Uhr morgens war. Es war zu spät, um noch einmal ins Bett zu gehen, da Theresa
in einer Stunde aufwachen würde. Sie schlich in ihr Schlafzimmer, um ihren
Morgenmantel anzuziehen und ging dann in die Küche, um Tee zu kochen.
-o-
Marka erwachte an diesem
Morgen als erste und traf Hermione am Küchentisch an. „Möchtest du ein Glas
Saft, Süße?"
„Nein, Mami, Severus frühstückt heute mit mir in der Großen Halle. Wir haben
ein Date!"
Hermione lachte. „Das klingt toll."
„Ja, weil er letzte Nacht ein Date mit dir hatte, bekomme ich ihn heute."
„So läuft das also."
„Ja. - Mami?"
„Ja, Süße?"
„Wenn du noch mehr Dates mit Severus hast, muss ich ihn dann Papi nennen?"
Hermione ließ fast ihre Tasse Tee fallen. „Wo hast du denn das her?"
Marka senkte schuldbewusst den Blick.
„Marka, ich habe dich gefragt, wo du das her hast."
„Ich bin letzte Nacht aufgeblieben und habe Remus und Tonks reden hören."
„Wirklich? Worüber haben sie gesprochen?"
„Über dich und Severus. Remus sagt, er liebt dich. Tonks sagt, wir brauchen
einen … einen…" Das kleine Mädchen dachte scharf nach. „Stiefelvater?"
Es brauchte einen Moment, bis Hermione verstand, wovon Marka sprach. „Einen
Stiefvater?"
„Ja, das! Ich glaube nicht, dass ich Papi zu ihm sagen möchte."
„Oh Süße." Hermione nahm Markas Hand, um sicherzustellen, dass sie die ganze
Aufmerksamkeit ihrer Tochter hatte. „Niemand wird jemals deinen Papi ersetzen,
Marka. Du hast einen Papi, und mag er auch gestorben sein, er ist immer noch
dein Vater. Was auch immer zwischen Severus und mir passiert…" Sie brach ab.
Sie hatte diese Möglichkeit noch nicht in Betracht gezogen. „Er wird deinen
Papi nicht ersetzen, Marka. Deine Beziehung mit Severus ist anders. Sie ist
etwas ganz Besonderes, aber sie ist ganz anders."
Marka atmete tief durch; sie war offensichtlich erleichtert. „Okay, Mami."
Theresas Schreien ertönte aus dem Schlafzimmer. „Haben wir alles geklärt?"
„Ja, Mami."
„Gut. Jetzt zieh dich schnell an. Du möchtest Severus doch nicht warten
lassen."
Marka hüpfte von ihrem Stuhl und rannte in ihr Zimmer.
Kapitel 36 -
Sommerferien
Die Sommerferien gingen
für Severus' Geschmack viel zu langsam vorbei. Hermione hatte die Kinder mit
nach London genommen, um ihre Eltern zu besuchen und er fand sich einmal mehr
alleine in den Kerkern wieder. Er bemerkte nicht, wie sehr er Marka vermisste,
bis der dritte Morgen in Folge verstrich, ohne dass sie an seine Tür geklopft
hatte. Ihr unaufhörliches Geschnatter, das ihm normalerweise auf die Nerven
ging, vermisste er nun schmerzlich.
Er saß mit einem Buch in seinen Sessel und versuchte vergeblich die Zeit tot zu
schlagen, als er ein leises Klopfen am Fenster hörte. Er blickte auf und sah eine
kleine Eule, Hermiones Eule, draußen sitzen. Er hatte sie ihr an dem Tag
geschenkt, als sie ihm von der bevorstehenden Reise erzählt hatte.
Severus öffnete das Fenster und gab der Eule ein Stück altes Brot, nahm den
Brief und kehrte zu seinem Sessel zurück um diesen zu lesen.
Lieber Severus,
wir sind nun seit zwei
Wochen in London. Es tut mir Leid, dass es solange gedauert hat, bis ich Dir
schreiben konnte. Ich vermisse Dich sehr. Marka und die beiden anderen Kinder
ebenfalls. Wir haben eine halbwegs gute Zeit, obwohl meine Mutter und ich
ziemlich unterschiedliche Vorstellungen von Erziehung haben und wir uns
irgendwie arrangieren müssen. Marks Eltern kommen nächste Woche zu Besuch.
Vielen Dank für die Eule. Ich habe sie Ivory genannt. Ich hätte mehr mitbringen
sollen, was mich an Dich erinnert und mir nachts Trost spendet. Ich habe
Probleme zu schlafen, wenn ich weiß, dass du nicht nebenan bist. Ich vermisse
Dich. Habe ich das schon erwähnt? Habe ich. Nur noch vier und wir werden wieder
zu Hause sein. Ich kann es kaum erwarten, Dich zu sehen. Du holst uns doch am
Bahnhof ab, oder? Marka wird am Boden zerstört sein, wenn Du es nicht tust (und
ich auch).
Nächste Woche ist Noahs Geburtstag. Habe ich Dir eigentlich erzählt, dass er am
gleichen Tag Geburtstag hat wie Harry? Keine von den Schwestern im Krankenhaus,
in dem er auf die Welt gekommen ist, konnte verstehen, warum ich während der
ganzen Geburt geweint habe. Ich kann kaum glauben, dass er schon drei wird!
Theresa verlangt nach mir, deshalb muss ich hier aufhören. Ich trage Dich in
meinen Gedanken und im Herzen.
Ich vermisse Dich
Hermione
Er lächelte, faltete den
Brief zusammen und steckte ihn in seine Tasche. Er wollte schon eine Antwort
schreiben, als er beschloss, dass es eine gute Idee wäre, Noahs
Geburtstagsgeschenk gleich mitzuschicken. Er steckte die Sammlung verzauberter
Dinosaurier, die auf Kommando brüllen könnten, in eine Tasche und ließ sie
zusammen mit einer Notiz schrumpfen. Dann setzte er sich an seinen Schreibtisch
und versuchte mit dem Brief anzufangen.
Einige zerknüllte Pergamente später, setzte er seine Feder frustriert ab. Er
wollte ihr sagen, dass er sie vermisste ohne anmaßend zu klingen, aber er
wollte ihr auch das Gefühl geben, dass seine Gefühle für sie nicht nachgelassen
hatten. Zuviel sagen oder zuwenig sagen; Severus bemerkte, dass er noch nie
einen Brief an jemanden geschrieben hatte, den er liebte.
Liebe Hermione,
Ich habe ein
Geburtstagsgeschenk für Noah beigelegt. Ich hoffe, es gefällt ihm.
Die Kerker sind sehr leer ohne eure Gegenwart. Ich denke nicht gerne an die
kommenden Wochen ohne euch. Das Frühstück ist sehr … ruhig ohne Marka. Du
kannst ihr sagen, dass die Hauselfen jeden Tag Äpfel in meine Räume bringen und
sich nicht darum scheren, dass ich ihnen wiederholt gesagt habe, dass sie nicht
da ist.
Ich denke an Dich, Hermione. Ich möchte, dass Du Dich an alles erinnerst, was
wir in den letzten Wochen gesagt haben. So selbstsüchtig es auch klingen mag,
ich bin froh, dass Du an mich denkst. Ich kann mich nicht daran erinnern schon
jemals „vermisst" worden zu sein. Ich treffe Euch am Bahnhof in Hogsmeade.
In Liebe
Severus
Er stockte, als er den
Brief unterschrieb und fühlte sich wegen der Grußformel „In Liebe" unsicher, da
sie selbst diese Worte nicht benutzt hatte. Aber er fand auch keine angemessene
Alternative. Letztendlich entschied er, dass er sich zu sehr quälte, steckte
den Brief und die kleine Tasche an Ivorys Bein und beobachtete aus dem kleinen
Kerkerfenster, wie die Eule in den Wolken verschwand.
-o-
Severus saß in Albus'
Büro, trank Tee und lehnte Zitronendrops ab. Er war aufgewühlt.
Hermione würde in einer Woche zurück sein und er hatte keine Ahnung, ob sich
ihre Gefühle in den eineinhalb Monaten, die sie außerhalb Hogwarts verbracht
hatte, geändert hatten. Sie war nun wieder zurück in der Muggelwelt und er
fragte sich, ob die Magierwelt immer noch diesen Reiz für sie hatte, wenn sie
zurückkehrte. Vielleicht hatte sie entdeckt, dass ein Leben in der Nähe ihrer
Eltern und der Einsatz ihrer Muggelausbildung vielleicht besser für ihre Kinder
wären. Sie hatte ihm nicht oft geeult. Das beruhigte ihn nicht unbedingt. Albus
versuchte vergeblich herauszufinden, was in seinem Kopf vorging.
„Ich weiß, dass du an Hermione denkst, Severus." Diese Aussage war es, die
schließlich die Aufmerksamkeit des Zaubertrankmeisters erlangte. Er blickte zu
Albus, der fortfuhr: „Gibt es einen bestimmten Grund, warum du sie nicht
besucht hast?"
„Ihre Eltern wissen nichts von unserer … Beziehung. Wie haben beschlossen, dass
dies wohl nicht der richtige Zeitpunkt wäre, um es mit ihnen zu besprechen."
„Sie kommt nächste Woche wieder?"
„Ja."
„Du weißt, dass sie dann eine Vollzeitkraft in der Bibliothek ist."
„Ja, das weiß ich."
„Hat sie eine Entscheidung wegen der Kinderbetreuung getroffen?" Er versuchte
offensichtlich unbefangen auf das Thema „Beziehung" zu sprechen zukommen.
„Ja, hat sie. Natalie kehrt als Vollzeitkindermädchen zurück. Sie wird während
der Zeit bei Minerva Verwandlung für Fortgeschrittene studieren. Sie scheint
das Zeug dazu zu haben, ein Animagus zu werden. Aber ich bin sicher, dass du
dies alles längst weißt, Albus."
„Es sieht also aus, als wüsste ich es." Der alte Zauberer lächelte. „Man
nennt das logische Schlussfolgerung, Severus. Aber da du dafür kein Verständnis
zu haben scheinst, versuche ich es auf dem direkten Weg. Hast du irgendwelche
Absichten eure Beziehung … dauerhafter zu gestalten, wenn Hermione
zurückkommt?"
„Inwiefern?"
„Mein Gott, Junge, planst du das Mädchen zu heiraten?"
Severus starrte Albus
geschockt an; zum einen, weil er es noch nie zuvor geschafft hatte, den
Schulleiter derart in Aufregung zu versetzen, und zum anderen weil ihm der
Gedanke Hermione zu heiraten in den letzten Wochen schon durch den Kopf
gegangen war, nur um dann von der kleinen Stimme in seinem Kopf zurückgedrängt
zu werden, die ihm sagte, dass sie ihn nicht liebte.
„Ich … nun … ich glaube nicht, dass Hermione meine Zuneigung in gleicher Weise
erwidert."
„Du hast Angst, dass sie dich nicht liebt."
„Um es einfach auszudrücken."
„Vielleicht ist es nur das Wort, was ihr Angst macht und nicht das Gefühl."
„Ich kann dir nicht ganz folgen."
„Severus, ich habe eine liebende Hermione schon erlebt und ich kann dir
versichern, dass sie sich damals sehr ähnlich verhalten hat wie jetzt, dir
gegenüber. Ich denke, das Einzige, was ihr im Weg steht, ist ihr eigenes
Schuldgefühl. Sie muss es sich selber erlauben, die Gefühle, die sie für dich
hat, zuzulassen."
„Du denkst, dass sie mich ... sollte das möglich sein?"
„Sehr sogar. Das Leben ist sehr kurz, Severus. Unsere Hermione hat das auf die
harte Tour lernen müssen."
„Glaubst du nicht, dass es zu früh ist? Wir waren kaum einen Monat zusammen,
bevor sie gefahren ist."
„Ich glaube, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, wenn du weißt, was du
willst. Ich wünschte, du hättest mehr Vertrauen in dich, Severus."
Darüber konnte er nur spöttisch lächeln. Wann hatte schon jemals jemand an ihn
geglaubt? Warum sollte er selber dann an sich glauben? Sämtliche Fragen, die er
in sich verschlossen hatte, kamen ihm hoch. Er sah die Chance, auf die er so
lange gewartet hatte und beschloss sie zu nutzen.
„Warum hast du nie an mich geglaubt, Albus? Ist es, weil ich kein ehrbarer
Gryffindor war? War da irgendetwas von Natur aus Bösartiges in mir, dem du
ausweichen wolltest? Was macht mich so unwürdig für dein Vertrauen?"
Der alte Zauberer wich
seinem Blick aus. „Severus, ich bin in meinem Leben vielen Menschen nicht
gerecht geworden. Harry Potter und du, ihr wart die wohl unglücklichsten Opfer
meiner Fehlentscheidungen. Ich hatte geglaubt, ich tue dir einen Gefallen
damit, dass ich dich das machen ließ, was du wolltest. In Wirklichkeit aber
habe ich dich im Stich gelassen, als du mich brauchtest. Ich will mich hier
nicht rechtfertigen für das, was ich getan habe, Severus, ich kann dir nur eine
aufrichtige Entschuldigung bieten. Du hättest soviel mehr erreichen können,
wenn ich dir nur die Chance gegeben hätte."
„Ich habe niemals eine Chance erwartet. Aber ich … so, wie du immer auf Potter
und Black geschaut hast, sie immer bevorzugt hast, ihnen alles hast durchgehen
lassen; das habe ich nie verstanden."
„Es gibt viele Entscheidungen, die ich im Nachhinein gerne anders gemacht
hätte. Ich möchte dich nicht dazu drängen, mir zu verzeihen, ich hoffe nur,
dass du eines Tages verstehen wirst, dass ich dir nie wehtun wollte."
Severus wurde das Herz
schwer. Das war nicht die Antwort, die er erhofft hatte. Er hatte hinter Albus'
Handlungen ein höheres Ziel, einen sinnvolleren Grund vermutet. Er erkannte,
dass er die Akzeptanz, die er sich von Albus erhofft hatte, nicht erlangen
würde. Er war immer auf sich alleine gestellt gewesen. Der Mann, von dem er
einmal geglaubt hatte, sein treuer Befürworter zu sein, war in Wirklichkeit
genauso verloren und verwirrt, wie er es gewesen war. Es gab einfach keinen
Grund, warum Potter und Black immer die Lieblinge und Severus der Verstoßene
gewesen war, die Dinge waren einfach so. Er stand auf und nickte den
Schulleiter zu.
„Danke für den Tee und das Gespräch." Er drehte sich um, um zu gehen.
„Severus, du hast eine Chance, glücklich zu sein, aber du musst sie auch
nutzen. Ich wünsche dir viel Glück!"
Er sah nicht zurück, als
er das Büro verließ und so entging ihm Albus' trauriger Blick.
-o-
Severus stand am
Bahnsteig in Hogsmeade. Seine Hand griff umständlich in seine Tasche und
ertastete die kleine Box, die er am Vortag gekauft hatte. Er fragte sich immer
noch, was ihn dazu geritten hatte. Es gab die Möglichkeit, dass Hermione aus
dem Zug aussteigen würde und in ihm nicht mehr als einem Nachbar sah. Er zog den
letzten Brief aus der Tasche, den sie ihm geschrieben hatte und las ihn zum
wiederholten Mal.
Lieber Severus,
jetzt sind es nur noch
drei Tage bis wir nach Hogwarts zurückkehren. Das wird eine große Erleichterung
sein. Ich habe Dir soviel zu erzählen. Ich muss mich kurz fassen, weil meine
Eltern vorhaben, mit den Kindern wieder in den Zoo zu gehen (das wird der
dritte Besuch in diesem Sommer). Wie immer vermisse ich Dich und denke ich an
Dich. Marka lässt grüßen.
In Liebe
Hermione
Er versuchte, in das "In
Liebe Hermione" nicht soviel hinein zu interpretieren und redete sich ein, dass
sie den Brief nur so beendete, weil er es zuvor auch getan hatte. Als der Zug
in den Bahnhof einfuhr, atmete er tief durch und trat einen Schritt aus der
wartenden Menge zurück, während er den Brief sicher verstaute.
Marka hüpfte als erste aus dem Zug und entdeckte ihn sofort in der Menge der
wartenden Hogsmeade Bewohner. Sie rannte zu ihm, warf sich gegen seine Beine
und umarmte ihn fest.
„Severus, ich habe dich vermisst! Ich kann es kaum erwarten, dir zu erzählen,
was wir bei Oma gemacht haben!" Sie tanzte aufgeregt um ihn herum.
Er war so damit
beschäftigt, Marka zu beobachten, dass er nicht bemerkte, wie Hermione mit Noah
an der Seite und Theresa in einer Tragetasche auf dem Rücken auftauchte. Sie
schlang ihre Arme um seinen Nacken, bevor er überhaupt begriff, dass sie da war
und zog ihn in einen tiefen Kuss. Ihr Mund bewegte sich hungrig, als sie seine
Lippen mit ihrer Zunge teilte und wischte damit jeden seiner Zweifel, dass sich
ihre Gefühle über den Sommer vermindert hatten, weg. Als sie sich lächelnd und
atemlos voneinander lösten, bemerkte er, dass er sich nicht von ihren großen,
zimtfarbigen Augen lösen konnte.
„Ich habe dich so sehr
vermisst", flüsterte sie, nur Zentimeter von seinem Gesicht entfernt.
„Und ich dich", antwortete er und stieß den Atem aus, den er den ganzen Sommer
über angehalten hatte.
„Lasst uns nach Hause gehen!" zwitscherte Marka und zog an Hermiones Arm.
„Sollen wir?", fragte sie mit einem Lächeln.
Severus bot ihr seinen
Arm an und führte sie zu der Kutsche, die er vom Schloss mitgebracht hatte. Er
schob die kleine Box tiefer in seine Tasche und entschied, dass sie dort für
eine lange Zeit bleiben würde. Er fühlte sich sicher bei dem Gedanken, dass Hermione
ihn vermisst hatte und dass sie ihre Beziehung fortführen wollte; er würde
nichts unternehmen, um das in Frage zu stellen.
Kapitel 37 - Ein
annehmbarer Antrag
Hermione freute sich
riesig, nach Hogwarts zurückzukehren. Der Sommer mit ihren Eltern war mehr als
stressig gewesen. Ihre Mutter hatte ziemlich andere Vorstellungen, was das
Erziehen von Kindern betraf und Marka war recht verwirrt gewesen, in einem
Haushalt zu wohnen, in dem zwei Arten von Regeln herrschten. So sehr sie Marks
Eltern auch schätzte, so sehr musste sie doch feststellen, dass die Woche, die
sie in England waren, um ihre Enkel zu besuchen, ein Albtraum gewesen war. Sie
fühlte sich, als habe sie auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig getanzt.
Severus zu sehen, als sie
aus dem Zug gestiegen war, war eine willkommene Erleichterung gewesen. Jetzt,
da sie in ihrer Wohnung saßen, Tee tranken und Marka und Noah dabei
beobachteten, wie diese hektisch von Raum zu Raum liefen, um sicherzustellen,
dass alles noch so war, wie sie es verlassen hatten, fühlte sie sich zufrieden
und sicher. Sie rutschte näher an Severus heran und ermutigte ihn dazu, einen
Arm um ihre Schultern zu legen.
„Wie war dein Sommer?",
fragte er in ihr Haar, als er sanfte Küsse auf ihrem Kopf verteilte.
„Mmmm…einsam", antwortete
sie. „Es fiel mir schwer, Marks Eltern zu begegnen. Es war so eine greifbare
Erinnerung. Es ist schön wieder hier zu sein. Dies ist nun meine Realität …
Hogwarts, du." Sie fühlte seine Arme, die sie fest umschlossen. „Was hast du in
den letzten sechs Wochen gemacht?"
„Meine Forschungsarbeit
in Zaubertränke wieder aufgearbeitet, durch das Schloss getigert, an dich
gedacht."
Sie lächelte gegen seine
Schulter. Die Dinge liefen besser, als sie gehofft hatte. Zuerst hatte sie
Angst gehabt, es würde Verlegenheit zwischen ihnen aufkommen, wenn sie
zurückkäme. Sie hatte Angst gehabt, er würde in sein altes Leben, in die
Abgeschiedenheit zurückkehren und bereuen, dass er etwas mit einer Frau mit
drei Kindern angefangen hatte. Sie war während des Sommers zu einer Erkenntnis
über ihre Gefühle ihn bezüglich gelangt und würde diese nun früher mit ihm
teilen können, als sie geplant hatte.
Marka kam herbei
gesprungen und kletterte auf Severus' Schoss.
„Kann ich dir von dem Zoo
erzählen?", fragte sie.
Severus nickte. Marka
begann eine lange und offensichtlich gut einstudierte Zusammenfassung ihrer
Streiche im Zoo zum Besten zu geben. Hermione konnte sich nicht daran erinnern,
auch nur halb so viele Dinge gesehen zu haben wie die Kinder; sie hatte die
meiste Zeit damit verbracht, dankbar dafür zu sein, dass Theresa noch nicht
laufen konnte. Sie konnte sich nicht verstellen, in drei verschiedene
Richtungen gleichzeitig zu laufen. Plötzlich spürte sie, wie Severus praktisch
von der Couch sprang, als Marka etwas aus seiner Tasche zog.
„Marka!", fauchte er mit
einer derart giftigen Stimme, die Hermione sehr an ihre Schulzeit erinnerte.
Was auch immer Marka angestellt hatte, es war gravierend. Das kleine Mädchen
versteckte etwas hinter ihrem Rücken und ging ein paar unsichere Schritte in
Richtung Kinderzimmer, offensichtlich ängstlich.
„Marka, gib das zurück!"
Hermione versuchte einzugreifen, aber Marka wollte auch nicht auf sie hören.
Stattdessen lief sie quer durch den Raum und umklammerte dabei das, was auch
immer in ihrer kleinen Faust steckte. Für ihr Alter war sie schnell, aber
Hermione war schneller. Sie sprang über die Sofalehne um sie abzufangen, bevor
Severus sie erreichte.
Sie purzelten auf den
Boden und die kleine Box, die Marka festgehalten hatte, sprang in Hermiones Hand
auf.
Sowohl Hermione als auch
Severus erstarrten beim Anblick des funkelnden Diamantringes. Sie hatte das
Gefühl, ihre Augen würden vor lauter Staunen aus ihren Höhlen springen, während
sich die Box in ihrer Hand langsam hob und senkte, im Rhythmus ihres tiefen
anhaltenden Atems.
Marka wand sich unter ihr
hervor und warf ihr einen finsteren, empörten Blick zu. „Du Spielverderber!"
Sie verschränkte die Arme vor ihrer Brust und marschierte in ihr Zimmer.
Hermione blickte ihr nicht nach; ihre Augen waren immer noch fixiert auf den …
Verlobungsring? Sie nahm sich zusammen und schaffte es so, ihre Stimme wieder
zu finden.
„Severus", sie blickte zu
ihm hinüber und sah sein Gesicht zu einer Maske aus purer Panik verzogen, „ist
das…?"
Er nickte leicht, immer
noch auf den Ring starrend. „Ich entschuldige mich", sagte er leise. „Das war
nicht beabsichtigt … du solltest nicht … ich kann das erklären …"
Als sie zurück auf den
Ring sah, wurde sie von einer Welle Emotionen überrollt. Er wollte sie
heiraten? Richtig, als Mann und Frau? Hatte er überhaupt verstanden, was das
bedeutete? Sie würden zusammen leben und das bedeutete … zusammen aufzuwachen
(sie seufzte) und kleinliche Diskussionen über lächerliche Dinge (sie kaute auf
ihrer Unterlippe) und er würde mit den Kindern zusammenleben müssen. Wusste er
das? Hatte er eine Ahnung gehabt, worauf er sich einlassen würde, als er dieses
Ding gekauft hatte?
Warte eine Minute, dachte sie schnell, das würde
voraussetzen, dass ich ja sage. Würde sie ja sagen? Wollte sie geheiratet
werden - erneut? Ein zweiter Ehemann? Professor Snape, um das nicht zu
vergessen! Warum kaufte er ihr einen Ring? Wollte er sie wirklich heiraten?
Wahrhaftig? War sie bereit täglich mit ihm zusammen zu sein? Als sie in London
war, hatte sie ständig an ihn gedacht.
„Hermione?", fragte er
leise und kniete sich neben sie. „Es tut mir Leid."
Sie drehte sich herum, um ihn anzusehen und entschied, dass es, da er nun seine
Karten offen auf dem Tisch liegen hatte, an der Zeit für sie wäre mitzuspielen.
„Ich liebe dich", sagte
sie schlicht.
Er hob eine Augenbraue. „Wie bitte?"
„Ich liebe dich."
„Ich…ich liebe dich auch."
Sie lächelte, als sie bemerkte, dass sie hier die Oberhand hatte. „Ich weiß."
Sie lehnte sich zu ihm
und berührte mit ihren Lippen sanft die seinen. Sie bemerkte, dass er seine
Augen nicht schloss, sondern sie stattdessen sprachlos anstarrte.
„Wir sollten vielleicht
besprechen, was wir damit machen." Sie hob ihre Hand, in der sie die
Schmuckschatulle hielt. Er nickte, stand auf und half ihr auf die Beine, bevor
sie wortlos den Raum durchquerten und sich auf die Couch setzen.
Er sagte immer noch
nichts. Sie rollte mit den Augen und beschloss, den Anfang zu machen.
„Möchtest du mich
wirklich heiraten?"
Er schluckte schwer und
suchte in ihrem Blick nach. „Nun, ich habe es ernsthaft in Betracht gezogen,
das heißt, ich habe daran gedacht … dir einen Antrag zu machen."
„Ja."
„Was?"
„Ja, Severus. Ich werde dich heiraten."
„Du … wirst es tun?"
„Ist hier ein Echo im Raum?"
Seine Schultern
entspannten sich und er lächelte. „Darf ich?", fragte er und nahm ihr die Box
aus der Hand. Sie nickte; also nahm er den Ring heraus, streifte ihn ihr
vorsichtig über den Finger und nahm dann ihre Hand, um sie zu küssen.
„Wow", sagte sie leise.
Er lachte und gewann seine alte Verfassung wieder.
Er nahm ihre Hand in
seine und blickte ihr tief in die Augen. „Hermione Simonetti, ich wäre sehr
dankbar, wenn du mir die Ehre erweisen würdest, meine Frau zu werden."
Sie spürte, wie die Röte
über ihre Wangen zog. „Ja, Severus, ich würde dich sehr gerne heiraten."
-o-
Hermione und Severus
saßen mit Marka und Noah am See. Theresa war für den Nachmittag bei Hagrid.
„Marka", begann Hermione,
unsicher, wie sie die Neuigkeiten überbringen sollte. „Du weißt, dass Severus
und ich uns…näher gekommen sind."
„Tonks sagt, ihr geht
miteinander."
„Ja, ja, das tun wir. Nun, du weißt von dem Ring, den ich seit gestern trage?"
„Ja."
„Dieser Ring ist etwas ganz besonderes…"
„Er ist wie der, den du getragen hast, bevor Papi gestorben ist."
Okay, das war ungeschickt, dachte Hermione.
„Ja, er ist wie der Ring. Es ist ein Ring mit einer sehr speziellen Bedeutung.
Er bedeutet, dass Severus und ich heiraten werden."
Marka blickte misstrauisch von Hermione zu Severus. Noah rupfte Gras aus und
ignorierte ihre Unterhaltung vollkommen.
„Noah, Liebling, hast du gehört, was ich gesagt habe?"
Er blickte zu Hermione. „teiraten", sagte er und widmete seine Aufmerksamkeit
schnell wieder dem Boden.
Sie blickte zu Severus,
der verstohlen Marka beobachtete.
„Marka, weißt du, was das bedeutet?"
Sie schüttelte ihren Kopf.
„Es bedeutet, dass, nach der Hochzeit, die nicht so bald sein wird … wir haben
noch nicht mal ein Datum gesetzt", sie lächelte Severus in der Erkenntnis, dass
sie das wahrscheinlich diskutieren sollten, ängstlich an, „aber nach der
Hochzeit, wird er für immer mit uns zusammen leben."
Markas Augen leuchteten
auf. „Ich muss dann nicht mehr zum Frühstück zu seiner Wohnung gehen?"
„Nein, wenn du aufwachst,
wird er da sein."
Sie lächelte. „Könnt ihr morgen heiraten?"
Hermione lachte. „Nein, nein, Süße. Ich denke, wir brauchen ein bisschen Zeit,
um uns daran zu gewöhnen, verlobt zu sein. Wir werden später darüber sprechen
müssen."
„Okay. Kann ich jetzt spielen gehen?"
„Natürlich, Süße."
Marka stand auf und
blickte Severus an. Sie seufzte traurig. „Ich vermute, das bedeutet, dass du
mich dann nicht heiraten kannst", sagte sie ernst.
Hermione unterdrückte ein
Lachen. Severus fiel die Kinnlade herunter, doch dann grinste er. "Meine Liebe,
ich glaube, dass ich unglücklicherweise ein bisschen zu alt für dich bin."
„Ja, das glaube ich auch.
Komm, Noah!" Mit diesem Worten rannte sie, ihren Bruder im Schlepptau, den
Hügel hoch.
„So", sagte Hermione, als
Severus sie zu sich zog. „Das ist ja gut gelaufen."
„Das denke ich auch. Du
brauchst dir keine Sorgen zu machen, einen so frühen Termin zu finden. Ich bin
bereit, dir alle Zeit zu geben, die du brauchst."
Hermione lehnte sich
gegen seine Brust, schloss die Augen und hatte Schwierigkeiten damit, sich
vorzustellen, dass sie gestern noch in London gewesen war.
Kapitel 38 -
Terminfestlegung
Am Morgen nachdem sie
Marka und Noah von der Verlobung erzählt hatten, beschlossen sie, zusammen in
der Großen Halle zu frühstücken, um ihre Verlobung bekannt zu geben. Weder
Severus noch Hermione wollten groß Aufsehen erregen, deshalb hatten sie vor, es
am Ende des Frühstücks in Ruhe zu erwähnen. Aber als sie die Halle Hand in Hand
betraten, wurde schnell klar, dass Marka anderes im Sinn hatte. Sie preschte
durch die Tür und rannte auf direktem Wege zum Lehrertisch.
Bevor sie nahe genug
waren, um zu hören, was sie sagte, stand Albus auch schon auf und begann zu
klatschen. Die anderen Professoren fielen schnell ein, doch Severus ging davon
aus, dass sie dies nur taten, um es Albus gleich zu tun; seine Beliebtheit war
im letzten Jahr nicht gewachsen. Hermione senkte den Blick und errötete.
Severus machte ein finsteres Gesicht. Sie lehnte sich zu ihm und flüsterte:
„Sei nur froh, dass das Schuljahr noch nicht angefangen hat." Das beruhigte ihn
ein wenig. Er malte sich aus, wie unangenehm die ganze Situation erst wäre,
wenn die Tische mit Schülern belegt wären.
Als sie Platz nahmen,
wurde ihm bewusst, dass Hermione jetzt offiziell Bibliothekarin war, was
bedeutete, dass sie und die Kinder die meisten Mahlzeiten mit dem Rest des
Personals in der Großen Halle einnehmen würden. Hermione unterhielt sich leise
mit Minerva und Tonks und zeigte ihnen den Ring. Beide Frauen warfen Severus
beeindruckte Blicke zu, die dieser finster erwiderte.
Marka kam an ihr Ende des
Tisches zurück und setzte sich zwischen Noah und Severus. Sie blickte zu
Severus hinauf und lächelte.
„Ich habe Albus gesagt,
dass du meine Mami heiratest."
„Das hab ich gesehen."
„Er war glücklich."
„Das habe ich ebenfalls gesehen."
„Was bist du, wenn du bei uns einziehst?"
„Ich bin mir nicht sicher, ob ich deine Frage verstanden habe."
„Mami sagt, dass du nicht mein Papi sein wirst, weil ich schon einen habe. Aber
der lebt ja nicht mehr mit uns. Er ist gestorben. Was bist du dann?"
Severus dachte einen
Moment nach. Es wurde ihm plötzlich bewusst, dass er dabei war, der Stiefvater
von drei Kindern zu werden. Und er kannte nur eines von ihnen gut. Wie hatte er
das nur vergessen können? Aber hätte es seine Entscheidung, Hermione zu
heiraten, wirklich beeinflusst? Er wusste es nicht.
Er war sicherlich nicht
sehr verstimmt über den Gedanken, dass Marka jetzt ständig um ihn herum war. In
Wirklichkeit lag ihm viel an der Beziehung zu dem Mädchen. Aber die andere
beiden waren sehr jung und sehr hilfsbedürftig. Was Albus ihm versucht hatte
über Hermiones „Kinderpflegesituation" klar zu machen, ergab plötzlich Sinn,
und er konnte spüren, wie sein Gesicht jegliche Farbe verlor.
Aus der Ferne hörte er
Marka flüstern. „Mami, was ist mit Severus los? Er antwortet mir nicht."
Dann war Hermione an
seiner Seite und rüttelte sanft an seiner Schulter. „Severus? Geht es dir gut?
Komm, ich bringe dich zurück in deine Räume." Sie legte ihm eine Hand unter den
Ellbogen und half ihm auf.
„Tonks? Kannst du ein
Auge auf die Kinder werfen? Ich bin gleich zurück."
Während sie die Gänge
entlang liefen, spürte Severus, dass er langsam wieder zur Besinnung kam. Er
blieb stehen und Hermione drehte sich herum, um ihn mit hochgezogener
Augenbraue anzusehen.
„Ich werde ein Stiefvater
sein", sagte er überwältigt.
Hermione lächelte
verstehend. „Oh je. Das hast du gerade erst erkannt, nicht wahr?"
Er nickte. Sie setzten
ihren Weg in den Kerker schweigend fort. Als sie seine Räume erreichten,
öffnete er die Tür und schob Hermione hinein, wobei er sie stürmisch küsste.
Als er sich wieder aufrichtete, legte sie ihren Kopf schief.
„Wofür war das?"
„Für deine Geduld."
„Weißt du", sagte sie leise, die Lippen sehr nah an seinem Gesicht, „ich glaube
nicht, dass irgendjemand in der Großen Halle bemerken wird, wenn ich ein
bisschen länger brauche."
Ohne ein weiteres Wort
hob er sie hoch, presste sie gegen die Wand und rieb sich an ihr, während sie
mit ihren Beinen seine Hüfte umschlang. Sie fing an sein Gesicht zu küssen,
wobei sie ihm beruhigende Worte zuflüsterte, als sie sich ihren Weg bahnte.
„Ja, du wirst mit den
Kindern zusammen leben … aber sie schlafen nachts … und ich habe dich dann bei
mir im Bett … und Hagrid liebt babysitten … und vielleicht kann ich dich
während der Pausen in deinem Büro besuchen …"
Er brachte sie zum
Schweigen, indem er fordernd ihren Mund mit dem seinen verschloss und dadurch
die Erdbeeren schmeckte, die sie zum Frühstück gegessen hatte. Ihre Zunge glitt
zwischen seine Lippen und erkundete sie. So sehr es ihn danach verlangte, sie
zum Bett zu tragen und ihr jegliche Liebkosung zukommen zu lassen, die sie sich
denken konnte, so sehr wusste er, dass ihre Zeit an diesem Morgen begrenzt war.
In einer rauen Bewegung
fuhren seine Hände über ihren Körper, umschlossen fest ihre Brüste und ihren
Hintern unter den Kleidern. Sie seufzte laut und presste sich gegen ihn.
Er ließ eine Hand unter
ihre Robe und ihren Rock gleiten, steckte einen Finger in ihren Schlüpfer und
lächelte, als er ihre Feuchte spürte. Hermione atmete schwer, als sein Mund
sich zu ihrem Hals bewegte. Kleiner Schauer der Vorfreude prickelten in seinem
Nacken, als ihre Finger dort über seinen Kopf glitten. Mit Schwung drehte er
sich herum, trug sie zum Sofa, um sie dort abzusetzen, sodass ihre Arme auf der
Lehne ruhten und ihre Knie in die Kissen gebettet waren.
Ein kurzes Rucken am
Stoff und er ließ ihre Robe und den Rock über ihre Schulter nach hinten fallen.
Seine Hände glitten um ihre Taille und wanderten unter das Band ihres
Schlüpfers. Mit allen Fingern fuhr er durch die weichen Haare und berührte
dabei leicht ihre empfindliche Zone, während er ihren Schlüpfer zu den Knien
hinunter schob. Sie stöhnte und schob ihre Hüften in Erwartung weiterer
Berührungen vergebens nach vorne.
Er lachte gegen ihre Haut
und spürte, wie die kleinen Härchen auf ihrem Nacken sich aufstellten. Er
befreite sich schnell von seiner Hose, packte Hermione an ihren Hüften und hob
sie ein Stück nach oben, gerade soviel, um ihm den Eingang zu gewähren. Ohne
weitere Vorbereitungen, drang er mit einem festen Stoß vollständig in sie ein.
Er dachte, dass er niemals der Art, wie ihre warmen, weichen Muskeln ihn
umschlossen, müde werden könnte. Sie schrie auf, als ihr Körper gegen die Lehne
des Sofas gedrückt wurde. Sie warf den Kopf zurück und sah ihn mit einem Blick
voller Lust an, die Lippen von seinen Küssen geschwollen.
Severus umfasste ihren
Körper, erreichte die Brüste und umklammerte sie fest. Er wurde dadurch
belohnt, dass sie sich zurücklehnte und so dafür sorgte, dass er noch tiefer in
sie eindrang. Sie bewegte sich zusammen mit ihm und rieb in rhythmischer
Bewegung heftig gegen seine harte Erektion, während er von hinten weiter stieß.
Er fühlte, wie das Sofa unter seinen Knien nach vorne glitt, angetrieben von
ihren anhaltenden Bewegungen, fuhr mit einer Hand über ihre Vorderseite, fand
ihren empfindlichen harten Punktund rieb ihn. Sie schrie auf und ihre Hüften
bewegten sich in beinahe unerträglichem Tempo. Er zwickte ihre Knospe,
woraufhin sie seinen Namen ausrief.
Sein Körper war ganz und
gar unter Feuer und er spürte, dass sein Höhepunkt schnell kommen würde. Er
brachte seine Hände wieder zu ihren Hüften und vergrub seine Nägel in ihrer
Haut, als sie aufkeuchte und sich aufrichtete, um wieder Kontrolle über ihren
Körper zu bringen. Er leckte sich die Lippen und beobachtete, wie sie ihre Arme
über das Sofa legte, schlaff wurde und sich dann über ihn drehte, während ihr
Körper sich mit jedem seiner Stöße ruckartig bewegte. Ihr Stöhnen wurde lauter,
während das klatschende Geräusch ihrer zusammenschlagenden Körper durch den
Raum dröhnte. Sie stieß einen heiseren Schrei aus, als er sie erst wild gegen
seinen Körper drückte und dann an seine Hüften presste, während er sich in ihr
ergoss.
Dann fiel er erschöpft
über sie, atemlos, einen Arm fest um ihren Oberkörper gelegt, den anderen um
ihre Hüften geschlungen. Sie atmete schwer gegen ihn, als er ihr aufhalf; sie
zog den Schlüpfer wieder hoch, strich den Rock darüber glatt und sank in seine
Arme.
„Ich muss wieder nach
oben", flüsterte sie.
„Ich weiß", sagte er, schwang seinen Zauberstab und sprach einen
Reinigungszauber für sie beide.
„Danke, Liebling", sagte sie und stand auf, um ihn sanft zu küssen. „Oh, das
hätte ich fast vergessen. Ich habe über einen Termin nachgedacht."
„Und?" Obwohl er ihr gesagt hatte, er würde geduldig sein, war er doch
neugierig darauf gewesen, wie lange sie ihn wohl warten lassen würde.
„Ich dachte immer, es wäre wahnsinnig romantisch an Weihnachten zu heiraten."
Er lächelte. „Dann ist es also Weihnachten."
Hermione begann zu strahlen.
Er brachte sie zur Tür
und sah ihr nach, als sie mit wehendem schwarzem Umhang buschigen, braunen
Haaren im Gang verschwand. Als er die Tür hinter ihr schloss, erwog er, dass
ihre neuen Wohnverhältnisse vielleicht doch nicht so schlecht sein würden.
Kapitel 39 - Zurück in
der Realität
Als das Schuljahr
begonnen hatte, fand Hermione schnell heraus, dass ihre neue Stelle als
Vollzeit-Bibliothekarin fast ihre ganze Zeit in Anspruch nahm. Die Kinder kamen
mit Natalie gut zurecht und Tonks kam vorbei, wenn Hermione bis spät abends
arbeiten musste, aber sie war am Ende des Tages dennoch immer erschöpft. Die
Morgen entwickelten sich zu einer schrecklichen Sache; sie konnte sich einfach
nicht aus dem Bett quälen. Sie hörte damit auf, selber zu kochen, da sie nun
alle Mahlzeiten in der Großen Halle einnahmen.
Doch das Schlimmste von
allem war, dass es bereits Oktober war und sie ihren Eltern immer noch nichts
von der bevorstehenden Hochzeit erzählt hatte. Sie beschloss, Ivory mit einer
Nachricht loszuschicken, doch was sollte sie schreiben? Sicherlich würden ihre
Eltern sich an jede Diskussion über Professor Snape erinnern. Sie würde
erklären müssen, dass sie schon vor dem Sommer miteinander ausgegangen waren,
in dem Hermione ihre Eltern besucht hatte. Sie atmete tief durch, setzte sich
mit ihrem Federkiel hin und schrieb den Brief. In der Hoffnung, eine
vernünftige Erklärung abgegeben zu haben, band sie den Brief an Ivorys Bein und
schickte sie los.
Zwei Tage später erhielt
sie eine Antwort.
Liebe Hermione,
ich muss gestehen,
dass Dein Vater und ich entsetzt waren, zu erfahren, dass Du Dich mit jemandem
getroffen hast, ohne uns davon zu erzählen. Wir möchten, dass Du weißt, dass
wir Dich niemals wegen Deiner Entscheidungen verurteilen würden. Wir haben niemals
erwartet, dass Du für den Rest Deines Lebens alleine bleiben würdest. Wir
möchten nur, dass Du glücklich bist. Ich bin überrascht, dass Du Dein Glück in
Deinem ehemaligen Professor gefunden hast, aber wenn es das ist, was Du
möchtest, dann werden wir Dich unterstützen.
Nun, wo ich das klar
gestellt habe, möchte ich Dir einige Ratschläge geben. Vergiss nie, dass dieser
Mann auch ein wichtiger Teil im Leben Deiner Kinder sein wird. Du bist eine
sehr intelligente junge Frau, und ich weiß, dass Du dies wohl bedacht haben
wirst. Und ich bin gewillt, Marks Eltern von den Neuigkeiten in Kenntnis zu
setzen, wenn es Dir unangenehm sein sollte, dies selber zu tun.
Wir freuen uns schon
auf Eure Hochzeit an Weihnachten. Es ist eine schöne Zeit, um zu heiraten.
Gib Marka, Noah und
Theresa einen Kuss von uns und sag ihnen, dass wir sie bald sehen werden.
In Liebe
Mutter
Hermione atmete
erleichtert aus. Ihre Mutter nahm die Tatsachen scheinbar nicht nur gut auf,
ihr blieb auch die Konfrontation mit Marks Eltern erspart. Sie hatte Angst
davor gehabt, ihnen die Neuigkeit zu erzählen. Sie waren zwar ungewöhnlich
verständnisvolle Leute, aber sie wollte den Blick in ihren Gesichtern nicht
sehen müssen, wenn sie erfuhren, dass sie ihr Leben weiterlebte.
-o-
Als der Hochzeitstermin
näher rückte, veränderten sich Hermiones Träume. Seit mehr als sechs Monaten
hatte sie es geschafft, die Alpträume fernzuhalten, aber allmählich fingen sie
wieder an, sich in einem Winkel ihres Geistes einzunisten.
Sie stand in ihrem
einsamen Landhaus in New York, der Durchzug ließ sie bis auf die Knochen
frösteln. Draußen peitschte der Wind und eine dicke Schneeschicht lag auf der
Fensterbank. Sie ging zum Kamin, fand aber nur zu Asche verbrannte Holzreste
vor. Schritte hallten auf der hölzernen Treppe wieder; sie drehte sich herum
und sah Mark, der hinunter stieg und seine Hand dabei über das Geländer gleiten
ließ.
Auf der dritten Stufe
blieb er stehen und sprach.
„Warum hast du mich
verlassen, Hermione?"
Sie wollte sprechen, ihm
sagen, dass sie ihn nicht verlassen hatte, dass er derjenige gewesen war, aber
ihre Worte froren in ihrem Hals fest, als ein Ring aus eisiger Kälte ihren
Nacken hinauf kroch. Der Raum war unerträglich kalt. Er kam zu ihr hinüber und
legte eine eiskalte Hand an ihre Wange.
„Wo sind meine Kinder?
Warum hast du sie mir weggenommen? Warum lässt du mich mein Baby nicht sehen?"
Sie zwang sich dazu,
zurückzuweichen, aber er folgte ihr. Sie kniff ihre Augen zusammen und
versuchte das Bild von Mark aus ihrem Kopf zu vertreiben. Als sie spürte, wie
der Raum sich erwärmte, öffnete sie die Augen, nur, um eine viel schrecklichere
Entdeckung zu machen. Sie war in einem Raum mit Voldemort, Ron und Harry. Ron
lag schon am Boden und Harry würde der Nächste sein. Severus erschien vor ihr
und beobachtete gleichgültig, wie Harry niedergestreckt wurde.
Hermione erwachte mit
einem erstickenden Keuchen. Die Laken waren schweißnass und klamm, und sie
zitterte. Sie glitt schnell aus dem Bett und ging in die Küche, um sich Tee zu
kochen.
Sie setze sich mit einer
warmen Tasse Kamillentee auf die Couch und versuchte an etwas anderes als ihren
Traum zu denken. Sie spielte an ihrem glitzernden Verlobungsring und lächelte.
Als sie den Kopf hob und ihr Blick auf das Hochzeitsbild auf dem Couchtisch
fiel, erstarb ihr Lächeln. Entschlossen, sich nicht von einem dummen Traum in
ihren Gefühlen beeinflussen zu lassen, nahm sie das Bild und legte es mit der
Sicht nach unten in ihre Schreibtischschublade.
Wieder zurück auf der
Couch, machte sie es sich gemütlich, umklammerte ihre Teetasse und genoss die
Stille. Die späte Nachtstunde stellte sich als angenehme Unterbrechung des
Chaos' bei Tage heraus. Das Geräusch schneidender Schritte auf dem Kerkerboden,
draußen auf dem Gang, unterbrach ihre Gedanken.
Sie öffnete vorsichtig
die Tür, gerade weit genug, um hinaussehen zu können. Severus schritt in
Gedanken versunken auf und ab, die Hände hinter dem Rücken verschränkt.
Hermione trat hinaus.
„Severus?"
Er schien bei dem Klang
ihrer Stimme aus seinem meditativen Gang hinaus gerissen zu werden.
„Ich wollte dich nicht
erschrecken … Ich konnte nicht schlafen."
„Das konnte ich auch
nicht."
Sie ging ein paar
Schritte auf ihn zu und schlang ihre Arme um seine Hüfte. Er schloss sie
langsam in eine sanfte Umarmung und küsste sie auf den Kopf. Nach einer Minute
Schweigen, sah Hermione zu ihm auf.
„Ich muss wieder
hineingehen, für den Fall, dass die Kinder aufwachen. Möchtest du mich
begleiten?"
Er nickte und folgte ihr
hinein.
„Ich habe Tee gemacht.
Möchtest du eine Tasse?"
Er schüttelte den Kopf.
Sie setzte sich neben ihn auf die Couch und verschlang ihre Finger in seinen.
„Es kommt mir vor, als
hätte ich dich seit Wochen nicht mehr gesehen. Ich vermisse dich."
Er strich ihr sanft
durchs Haar. „Ich vermisse dich auch. Ich bin froh, wenn diese
Hochzeitsangelegenheiten endlich hinter uns liegen."
„Du auch?", fragte sie
grinsend. „Zum Glück wird es eine kleine Feier. Ich könnte es nicht ertragen,
noch eine große Hochzeit planen zu müssen."
Sie konnte seinen
verwirrten Blick spüren. „Meine Hochzeit mit Mark war riesig. Seine Familie hat
ewig gefeiert. Es gibt so viele lächerliche Traditionen bei Muggelhochzeiten.
Das kannst du dir gar nicht vorstellen."
„Dieses Mal wird es nicht
ewig dauern", sagte er.
Sie seufzte und kuschelte
sich unter seinen Arm. Sie saßen auf der Couch, dösten vor sich hin und küssten
sich ab und zu, bis Hermione einschlief. Severus trug sie zum Bett, legte sie
hinein und sah noch kurz nach Marka, bevor er in seine Wohnung zurückkehrte.
Kapitel 40 - Vorbereitungen
Um sich auf das Zusammenleben mit Hermiones Kindern vorzubereiten,
entschied Severus, dass er mehr Zeit mit den beiden Jüngeren verbringen sollte.
Es stellte allerdings ein schwieriges Unterfangen dar, Marka davon zu
überzeugen, dass dies eine gute Idee war. Es bedurfte des Versprechens eines
Ausflugs in den Honigtopf mit Hermione, Remus und Tonks, um sie letztendlich
dazu zu bewegen, zu gehen. Severus setzte sich nervös auf die Couch, während
Noah vor ihm auf dem Boden saß und mit Klötzchen spielte. Hermione beugte sich
zu ihm hinunter, um ihn zum Abschied zu küssen. Dann drehte sie sich zu
Severus.„Theresa sollte bald von ihrem Nickerchen aufwachen. Da sind ein Teller
mit Birnenstücken und ein paar Kekse in der Küche; das sollte sie zufrieden
stellen, bis wir zurück sind. Viel Glück!", zwitscherte sie, als ihre Lippen
seine Wange streiften.
„Ich liebe dich", flüsterte sie ihm ins Ohr.
Bereits eine Sekunde nachdem die Tür hinter ihnen ins Schloss
gefallen war, wusste Severus, dass dies eine schlechte Idee gewesen war. Noahs
Blick richtete sich augenblicklich zur Tür, bevor er ihn, Severus, mit
ängstlichen Augen ansah. Er war es gewohnt, dass Noah sich in seiner Nähe nicht
ganz wohl fühlte, aber er war nie mit ihm alleine gewesen, nicht ohne Marka um
sie herum. Noah stand auf und lief durch den Raum, um direkt vor ihm zum Stehen
zu kommen. Mit unbestimmtem Gesichtsausdruck hob der Kleine die Arme über den
Kopf und schrie: „ROOOOOOAAAR!" Severus zuckte bei dem plötzlichen Ausbruch
leicht zusammen, und der kleine Junge brach in schallendes Gelächter aus.
Er brummte innerlich. In all den Jahren als Todesser hatte er
gelernt, sich von nichts überraschen zu lassen, und doch hatte ein
dreijähriger, unscheinbarer Junge genau das geschafft. Mit diesen Gedanken noch
völlig beschäftigt, hörte er zu spät, dass Noah „Fang!" schrie. Ein großer
Gummiball flog durch den Raum und prallte klatschend gegen seine Stirn.
„'schulligun!", rief Noah schrill. An diesem Punkt bedurfte es
Severus' sämtlicher Körperenergien, um zu verhindern, dass er innerlich
explodierte, wie es bei seinen Schülern oft geschah.
Theresas schriller Schrei erklang aus dem Nachbarzimmer und
brachte Severus schnell auf seine Füße. Das kleine Mädchen stand in seinem
Gitterbettchen und streckte seine Arme aus. Er nahm sie hoch und trug sie ins
Wohnzimmer, wobei sie in einen Mama, Mama, Mama-Gesang verfiel. Severus stöhnte
und blickte auf die Uhr.
Hermione war gerade mal sechs Minuten weg. Aus der Küche ertönte
ein lauter Knall, gefolgt von dem Geräusch brechenden Glases. Bevor er die Zeit
hatte, Theresa zu beruhigen, befand sich Severus auch schon auf dem Weg quer
durch den Raum.
Noah stand auf einem Stuhl vor dem Küchenschrank und hielt eine
Dose mit Keksen in seiner Hand. Unter ihm auf dem Boden lagen die Überreste von
drei Kaffeetassen. Severus zog seinen Zauberstab, beseitigte das Gefahr
bringende Durcheinander und zog Noah vom Stuhl. Theresa begann im anderen
Zimmer zu schluchzen.
Er kehrte zu ihr zurück - an diesem Punkt schon ziemlich außer
Atem - und fand sie stehend neben dem Schreibtisch vor. Sie schrie, weil sie
sich ihre kleinen Finger in einer der Schubladen eingeklemmt hatte. Bei dem
Gedanke daran, dass Hermione bei ihrer Rückkehr ihre Kinder verletzt vorfand,
geriet Severus leicht in Panik. Er packte das Baby, setzte es auf seinen Schoss
und rieb dessen Finger zwischen seinen eigenen.
Noah kam unsicher aus der Küche und stellte sich schuldbewusst mit
den Keksen in der Hand vor ihn. Die Vorderseite seines Hemdes war patschnass
und purpurrot.
„Ich hab' gekleckert", sagte er traurig. Severus stand mit Theresa
auf dem Arm auf und ging zurück in die Küche. Und tatsächlich fand er dort
mitten auf dem Boden eine große Pfütze Traubensaft und eine übergelaufene
Tasse. Er fuhr herum, um Noah zur Rede zu stellen und sah gerade noch, wie der
kleine Junge seine Kekse auf dem Boden verteilte, um sie anschließend mit dem
Fuß zu zerkrümeln und in den Teppich zu drücken.
„Das reicht!", brüllte er und Noah fuhr erschrocken zusammen.
Theresa begann in seinem Arm zu weinen. Severus ließ sich auf die Couch fallen,
setzte Theresa auf den Boden und stützte seinen Kopf auf seine Hände. Plötzlich
wurde ihm klar, warum er Hermione so oft in dieser Position vorgefunden hatte.
Noah rannte hinter ihm vorbei, mit Umhang und Helm bekleidet. Von der Hüfte
abwärts war er nackt.
Noch niemals zuvor in seinem Leben hatte Severus ein so starkes
Bedürfnis gehabt, sich zu einem Ball zusammenzurollen und zu verstecken wie in
diesem Moment. Es brachte ihn beinahe dazu zu lachen. Er fragte sich, ob das
ein Zeichen für beginnenden Wahnsinn war. Noah kletterte auf seinen Rücken und
schrie: „Auftehn!" Severus sank nach vorne. Sein kleiner Reiter verlor den
Halt, rutschte von seinem Sitz, fiel auf die Couch und landete mit einem
dumpfen Geräusch auf den Boden. Doch statt der erwarteten Tränen, blickte Noah
nur auf, kicherte und krabbelte knurrend davon.
Severus musste sich etwas einfallen lasen. Er hob den Kopf und sah
gerade noch, wie Theresa einen Keks in ihren fast zahnlosen Mund schob. Ohne
darüber nachzudenken, schnappte er sich Theresa und pulte die Keksreste mit
seinem Finger aus ihrem Mund. Er hob die Hand und erschauderte bei dem Anblick
von Sabber und weich gelutschten Keksresten, die ihm von den Fingern trieften.
Nach einem weiteren Schwenk mit dem Zauberstab waren die Kekse wieder heil und
sicher in ihrer Dose.
Dann hatte er auf einmal einen Plan.
Mit jeweils einem sich windenden Kind unter jedem Arm, ging er in
Hermiones Zimmer und setzte sie aufs Bett. Er legte einen Zauber um das Bett,
der sie davon abhalten würde, hinunter zu fallen und trat einen Schritt zurück,
um zu beobachten, was sie tun würden. Noah war der erste, der aufstand und zu
hüpfen begann. Theresa kicherte und klatschte in die Hände. Als er zum ersten
Mal gegen die weiche magische Begrenzung prallte, geriet Noah für eine Sekunde
in Panik, freundete sich dann aber schnell mit der Tatsache an, dass er hüpfen
konnte, soviel er wollte, ohne sich weh zutun. Er quiekte vor Freude und fuhr
damit fort, auf dem Bett herumzuhüpfen, seine Schwester zu unterhalten und es
Severus so zu ermöglichen, sich auf einem Stuhl zu setzen und seine Schläfen zu
massieren.
Fünfundvierzig Minuten später lag Noah tief schlafend auf den
Kissen. Severus entfernte den Zauber und hob Theresa hoch. Er erinnerte sich
daran, was Hermione über das Essen für das Baby gesagt hatte. Die Birnenstücke
und Kekse standen ordentlich auf der Anrichte. Er nahm den Teller und zwei von
den Keksen und setzte Theresa neben sich auf die Couch. Sie aß leise und
beobachtete ihn dabei mit einer solchen Intensität, dass ihm unbehaglich wurde.
Ein einjähriges Kind, so entschied er, sollte noch nicht fähig sein, so zu
starren. Er versuchte den Gedanken daran zu unterdrücken, dass dies in drei
Wochen sein Leben sein würde.
Ein ziemlich unangenehmer Duft zog von der linken Seite zu ihm
hinüber, und es dämmerte ihm langsam, dass Theresa eine frische Windel
brauchte. Er blickte auf das kleine Mädchen hinab, dessen dunkelbraunes Haar
nach einem Jahr immer noch dünn und fein war. Mit Augen, die denen ihre Mutter
so sehr glichen, starrte sie zurück. Dann stieß sie ein einziges Wort aus:
„Bäh."
„In der Tat", antwortete er.
Er nahm sie hoch und hielt sie soweit wie möglich von sich weg,
während er sie zu dem kleinen Wickeltisch trug, den Hermione in der Ecke stehen
hatte. Als er erst zu dem kleinen Mädchen und dann auf den Stapel gefalteten
Stoffes am Ende des Tisches blickte, wurde ihm klar, dass er keine Ahnung
hatte, wie er vorgehen musste. Er hatte nie gerne dabei zugesehen, wenn
Hermione das Baby gewickelt hatte. Aber offensichtlich musste er zuerst diese
schmutzige Windel entfernen.
Er hob Theresas Kleidchen hoch und sah, dass es scheinbar doch
einfacher war, als er geglaubt hatte. Er löste die Klammern, entfernte den
Wickel und erschauderte bei dem Anblick des Schmutzes darunter. Indem er
versuchte, nicht hinzusehen, zog er die Windel unter ihr hervor und zückte den
Zauberstab. Einen schnellen Zauber später war ihr Po sauber und er versuchte,
die frische Windel um ihre rundlichen, wild strampelnden Beine herum zu
befestigen. Schließlich beschloss er, es auf die harte Tour zu machen. Er trat
einen Schritt zurück, schwang seinen Zauberstab erneut und die Windel schloss
sich von alleine.
Theresa griff nach dem Bund ihres Kleidchens und kicherte. Severus
fragte sich, ob Hermione sie üblicherweise mit Magie wickelte. Schließlich war
das Kind hier in Hogwarts geboren worden und es gab keinen Grund, warum man sie
mit Muggelmethoden versorgen sollte. Er entschied, dass er die Kinder nach
seinem Einzug mit dieser Art vertraut machen würde. Severus hob Theresa vom
Tisch und setzte sie neben den Stapel Bauklötze auf den Boden.
Nach ein paar angenehm ruhigen Momenten, kam Noah mit einem Buch
in der Hand aus dem Schlafzimmer geeilt. Er rieb sich die Augen und kletterte
auf Severus' Schoss. Dann öffnete er das Buch und Severus begann vorzulesen.
Bevor er das Buch zum dritten Mal durchgelesen hatte, öffnete sich
die Tür und Hermione und Marka traten ein. Sie lachte, als sie die
Erleichterung in seinem Gesicht entdeckte.
„Wie schlimm war es?", fragte sie.
„Ich habe schon Schlimmeres erlebt", antwortete er trocken,
„meistens von Todessern."
Sie grinste. „Willkommen in meiner Welt. Marka? Warum nimmst du
Noah nicht mit in die Küche und zeigst ihm, was du ihm vom Honigtopf
mitgebracht hast?"
„Komm mit, Noah!", sagte Marka verärgert; offensichtlich war ihr
bewusst, dass Hermione sie nur aus dem Zimmer haben wollte.
Hermione kuschelte sich in Severus' Arm. „So, was denkst du
wirklich?"
„Es war … nicht übel", sagte er, überrascht, dass er nicht lügen
musste.
„Du weißt, dass ich nicht von dir verlange, ihr Vater zu sein,
oder? Dein Verhältnis zu den Kindern muss sich nicht ändern."
Er atmete erleichtert aus. Er wusste, dass ihnen beiden bewusst
war, dass sich seine Beziehung zu den Kindern nach der Hochzeit in irgendeiner
Art und Weise ändern würde, aber die Gewissheit, dass Hermione nicht von ihm
verlangte, ein anderer Mensch zu werden, sobald sie ihre Versprechen
ausgetauscht hatten, war eine große Erleichterung. Er schlang die Arme um ihren
Körper und zog sie in einen langen Kuss. Sie schmeckte nach Zucker und
Schokolade, und er seufzte tief.
Hermione lächelte zu ihm hinauf und legte eine Hand an seine
Wange. „Meine Eltern reisen drei Tage vor der Hochzeit an. Sie nehmen die
Kinder für ein paar Tage, sodass wir so eine Art Mini-Flitterwochen haben. Ich
dachte, wir könnten vielleicht hier bleiben. Du könntest dich an dein neues
Zuhause gewöhnen." Sie zwinkerte ihm viel sagend zu.
„Ja", sagte er mit seidiger Stimme. „Ich denke, ich würde mich
gerne an mein neues Zuhause … gewöhnen."
-TBC-