ABSCHIED

    von Severina


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Kapitel 21 - 23



Kapitel 21

Kapitel 21

 

 

Dianea rannen heiß die Tränen aus ihren schreckgeweiteten Augen. Ihr Atem ging keuchend und sie begann zu zittern, als ihr die ganze Tragweite bewusst wurde.

Ungläubig starrte sie auf den Mann, der mit nacktem Oberkörper, den Kopf in eine Hand gestützt, neben ihr im Bett in den Kissen lag.

„Remus.", flüsterte sie schockiert und gelähmt.

„Was machst du hier? Soll das alles etwa bedeuten, dass wir Beide diese Nacht...........?", ihre Stimme wurde immer schriller, überschlug sich fast.

Lupin verfolgte verständnislos das Geschehen.

„Ja, wir haben miteinander geschlafen, Dianea.", antwortete er und Verwunderung lag in seinem Blick, worüber Dianea so entsetzt war.

Sein Blick fiel auf Snape, der wie eine Säule an der Tür stand und von einem zum anderen sah.

Auch Dianea suchte den Augenkontakt zu Severus Snape und erschrak ein zweites Mal.

Eisige Kälte und lodernder Hass schlugen ihr entgegen, ein Blick, der sie mehr traf als tausend harte Worte. Ein Blick, der in Dianea flüsterte „es ist aus, alles aus".

Ein Blick, der ihr das Herz rauszureißen drohte.

Ein Blick, der sie verbrannte, wie ein alles verzehrendes Feuer.

Und nicht genug, so trafen sie seine Worte niederschmetternd wie Keulenschläge und spitz wie die Giftpfeile im Amazonas.

Ich will Sie nie wieder sehen, Miss Baxter!!"

Damit wandte er sich endgültig um und verließ mit wehendem Umhang die Räume.

 

Wie versteinert blickte Dianea auf Remus Lupin.

„Warum, Remus? Warum??", flüsterte sie immer wieder.

„Ich versteh nicht...........", begann der Mann langsam und sah Dianea verständnislos an.

Doch hart unterbrach sie seine Worte und schrie ihn an:

„Warum bist du hier? Ich glaubte die ganze Zeit, Severus.......", unter Tränen zusammenbrechend war sie keines weiteren Wortes fähig.

Behutsam nahm Remus Lupin das zitternde Bündel Mensch in seine Arme und wiegte Dianea wie ein kleines Kind.

„Bitte nicht weinen.", murmelte er in ihr Haar.

„Ich verstehe das alles nicht. Was hat Severus damit zu tun? Hattest du etwa geglaubt, ich wäre er? Aber warum?"

Lupin schüttelte den Kopf, ein Zeichen, dass er nicht ganz verstand.

 

Mit tränennassen Augen blickte Dianea zu ihm auf.

„Ich habe wirklich gedacht du wärst Severus, sonst hätte ich doch nie mit dir................", erschreckt brach Dianea ab, als sie den Schmerz in Lupins Augen sah.

„Bitte entschuldige. Ich wollte dir jetzt nicht weh tun. Remus, bitte."

Vorsichtig berührte sie mit einer Hand seine Wange.

Lupin sprach leise.

„Es ist nun mal passiert und wir können es nicht rückgängig machen. Ich hatte es mir schon so lange gewünscht, seit dem Tag, als ich dich das erste Mal sah. Du bist eine Frau, die Frau, die Gefühle in mir weckt, die ich selbst noch nicht kannte. Ich liebe dich, Dianea."

Und erneut nahm er sie in seine Arme, suchte ihre Lippen und versuchte sie, sanft aber bestimmt in die Kissen zu drücken.

Er wollte nicht nur trösten, er wollte eindeutig mehr.

 

Wie von Sinnen stieß Dianea ihn unsanft von sich und sprang aus dem Bett.

Ihr Atem ging keuchend, als sie schrie:

„Seid ihr alle verrückt geworden? Lass mich in Ruhe und verschwinde."

Und ohne Lupin noch eines Blickes zu würdigen, stürmte sie ins Badezimmer und ließ laut die Verriegelung hören.

Leise hörte man ihr Schluchzen und Remus verstand, dass es Zeit wäre zu gehen.

Resigniert suchte er seine Kleidung zusammen und zog sich an.

Noch einmal trat er zur Badezimmertür, durch welche noch immer Dianeas herzzerreißendes Schluchzen drang. Er wollte klopfen, etwas sagen, sie trösten, doch er ließ es.

Nach einer glücklichen Nacht, fast am Ziel seiner Träume, fühlte er sich nun ausgelaugt und leer. Enttäuschung fraß sich durch sein Inneres und er fragte sich immer wieder:

„Wie kam sie auf Severus? Hätte sie sich etwa mit Severus eingelassen, mit ihm die Nacht verbracht, mit ihm...........?"

Ein Gefühl der Eifersucht regte sich in seiner Brust. Dianea und Severus - ein unerträglicher Gedanke.

Und Remus wurde klar, dass er um Dianea kämpfen würde bis zum bitteren Ende. Sie sollte ihm gehören und er würde nichts unversucht lassen, bis es soweit ist.

„Dianea.", flüsterte er heiser und strich fast zärtlich über das Holz, hinter dem das Schluchzen nun verstummt war.

 

Mit gesenktem Kopf verließ der Mann schleppenden Schrittes das Zimmer.

Das Sonnenlicht, das in goldenen Wellen durch die eisblumengeschmückten Fenster fiel, erschien dem Mann nur grau und unerträglich. Er hatte keinen Blick für Schönheiten und sein Herz lag ihm schwer wie ein Stein in der Brust.

Immer wieder stellte er sich die gleiche Frage:

„Warum glaubte Dianea sie hätte die Nacht mit Severus verbracht?"

Er erinnerte sich an die Zärtlichkeiten und die Hingabe von Dianea, fühlte ihren warmen weichen Körper. Das alles sollte nicht für ihn bestimmt gewesen sein?

Und warum hatte Severus Snape so heftig reagiert?

Beinahe schien es, als wäre der Tränkelehrer persönlich getroffen, wäre das, was er sah, ein Schock gewesen. Aber warum?

Die Fragen schwirrten Prof. Lupin im Kopf herum und er suchte vergeblich nach Antworten.

Ihm fielen Dianeas Worte wieder ein, dass ihr Herz nicht frei sei und sie ihm nur die Freundschaft anbieten könnte.

Am liebsten wäre Remus Lupin umgekehrt und hätte Dianea stehenden Fusses zur Rede gestellt.

Eine Erklärung verlangt für das, was sich seit gestern Abend zugetragen hatte.

Was bedeutete dieser Brief von ihr, den er nach dem Abendessen in seinen Räumen vorfand? Diese Zeilen, die ihm Hoffnung gaben auf die Erfüllung seiner Träume, die sein Herz dazu brachten, die letzten Stunden in unruhigem Takt zu schlagen und seine Gedanken durcheinander wirbelten.

 

In seine Überlegungen hinein nahm der Mann eine Bewegung vor sich wahr und sah gerade noch einen wehenden schwarzen Umhang um die nächste Biegung verschwinden.

„Severus.", schoss es ihm durch den Kopf. „Wohin will er so eilig? Wird er umgehend zum Schulleiter laufen, um Beschwerde vorzubringen und Dianea von Hogwarts verweisen zu lassen?"

Panik machte sich bei Remus Lupin breit und mit weit ausholenden Schritten eilte er Prof. Snape hinterher.

„Severus.", rief er dem Vorauseilenden zu.

Endlich hatte Lupin ihn erreicht und rief atemlos:

„Severus, lass dir bitte erklären. Es ist nicht so........"

„Mich interessieren Ihre Ausflüchte nicht. Dieses Benehmen kann und werde ich nicht dulden.", unterbrach ihn Snape hart und eilte weiter.

Prof. Lupin hielt ihn auf.

„Was heißt hier Benehmen. Ich liebe Dianea und werde alles daran setzen, dass sie meine Frau wird. Also lass sie in Zukunft in Ruhe und behandele sie anständig."

Bei Remus Lupins Worten war Prof. Snape stehengeblieben und schaute ihn mit schmalen Augen ungläubig an.

„Sie wollen heiraten, Lupin? Wissen Sie überhaupt, was das bedeutet? Haben Sie vergessen, was Sie sind?"

Dafür, dass es Prof. Snape egal war, ihn nicht interessierte, machte er sich ziemlich viel Gedanken.

Dianea und Lupin? Eine Vorstellung, die Snapes Gedanken lahmlegten.

 

„Ich muss zum Schulleiter.", fauchte Severus Snape und hoffte, so Lupin loszuwerden. Doch weit gefehlt.

„Na wunderbar, Severus. Ich schließe mich gleich an."

`Dich lass ich nicht aus den Augen, Freundchen.`, schloss Lupin in Gedanken.

Und so eilten beide Männer schweigend und missmutig durch die Gänge zum Büro von Prof. Dumbledore.

 

 

22. Kapitel

 

 

Dianea sondierte vorsichtig die Lage und verließ das Badezimmer, als klar war, dass sie sich allein in den Räumen befand.

Ihre Augen waren rot verquollen, der Kopf schmerzte jämmerlich und sie fühlte sich beschmutzt und betrogen.

Noch immer konnte sie nicht fassen, was diese Nacht geschehen war. Sie hatte sich doch nicht verlesen, es stand klar und deutlich Severus unter dem Brief.

Der Brief !!!!!!!!! Hastig eilte Dianea an den kleinen Tisch und stockte. Da war nichts - kein Brief, keine Weinkaraffe, der Tisch leer. Sie durchwühlte den Papierkorb an ihrem Schreibtisch - nichts.

Leise rief sie nach Dobby, dem Hauselfen, der auch Augenblicke später sofort erschien.

„Miss Baxter, was kann Dobby für Sie tun?", quäkte er in seiner hohen Stimme und schaute erwartungsvoll zu Dianea hoch.

„Dobby, ich habe nur eine Frage. Wurde hier in meinen Räumen heute schon aufgeräumt?"

Dianea fieberte der Antwort entgegen.

„Nein, Miss Baxter, wir kommen erst wenn die Räume leer sind, damit wir keinen stören."

Seine Ohren schlackerten aufgeregt durch die Luft. „Ist etwas nicht in Ordnung, Miss Baxter?"

„Nein Dobby. Ist schon alles okay. Ich suchte nur nach etwas bestimmten und dachte....., na ist ja auch egal. Danke, Dobby."

Kurz darauf war der kleine Hauself verschwunden.

 

Noch einige Male durchsuchte Dianea ihre Räume, selbst an unmöglichen Stellen, bis feststand, dass Karaffe, sowie Brief wie vom Erdboden verschwunden waren, als hätte es sie nie gegeben.

`Irgend etwas stimmt hier nicht.`, durchfuhr es Dianea. `Wo sind die Sachen hingekommen, wenn es niemand weggeräumt hatte?`

Resigniert ließ sich die junge Frau auf das Sofa fallen und vergrub das Gesicht in ihren Händen.

Ein leises Mauzen bat um Aufmerksamkeit.

„Mikado, mein kleiner Freund. Warum kannst du mir nicht erklären, was hier vor sich geht?"

Sanft strich sie dem kleinen Wesen übers Fell und versuchte, es in die Arme zu nehmen.

Vehement wehrte sich der Kater und sprang aus der Umarmung.

Entsetzt musste Dianea zusehen, wie ihr geliebtes Tierchen im Kamin verschwand.

„Oh nein, Mikado. Bitte nicht dorthin.", flüsterte sie, kleidete sich in fliegender Hast an und eilte davon.

 

*

 

„Prof. Dumbledore, ich bitte Sie. Man kann doch so etwas nicht dulden.", mit eisiger Stimme widersprach Prof. Snape dem Schulleiter, Unglaube in seinem Blick.

Der Schulleiter, Albus Dumbledore, schaute seinen Tränkelehrer kurz mitleidig an, ehe er antwortete:

„Mein lieber Severus. Wir sind alle erwachsenen Menschen, auch Dianea. Und jeder hat das Recht auf ein Privatleben und ein bisschen Glück. Und es wäre vielleicht besser, du würdest dich, sagen wir mal so,", und er blickte über den Rand seiner halbmondförmigen Brille eindringlich auf Severus Snape, „ dich ein wenig zurück halten ."

Der Tränkemeister verstand die sorgsam verpackten Worte genau. `Misch dich nicht überall ein.`, sollte es heißen.

„Wenn nicht einer für Ordnung sorgt, dann haben wir hier bald Sodom und Gomorra. Das hier ist eine Schule und kein Freudenhaus.", grummelte Snape leise vor sich hin.

„Wir haben uns verstanden, oder?", meinte Dumbledore mit einer Stimme, welche keinen Widerspruch duldete und so verließ Severus Snape mit einem knappen Nicken das Büro des Schulleiters.

Er warf noch einen kurzen Blick auf Lupin und glaubte in seinen Augen das kleine Funkeln von Schadenfreude zu sehen.

Zornig rauschte Snape endgültig aus dem Raum.

 

Es war Wochenende und so eilte er schnurstracks seinem Büro entgegen.

Gedanken tobten durch seinen Kopf, welche man nicht wiedergeben konnte, Gedanken, die einem die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätten. Gedanken, die so manchen vor Entsetzen hätten erstarren lassen.

Endlich hatte Snape den Gang erreicht, der zu seinem Büro führte und atmete durch.

Hier unten herrschten Ruhe, Dunkelheit und Kälte.

Bedingungen, unter denen sich der Mann wohl fühlte. Hier brauchte er sich nicht verstellen, hier herrschte er.

Sein Büro, seine Slytherins, seine Macht.

Niemand stellte hier sein Wort in Frage, zweifelte an seiner Meinung.

Mit hartem Griff öffnete er seine Bürotür und erstarrte mitten in der Bewegung.

Dann schob er sich in den Raum, verschloss die schwere Holztür so leise es ging und versiegelte sie magisch.

Ein satanisches Grinsen lag auf seinem Gesicht.

`Diese Hartnäckigkeit, diese Unverfrorenheit, diese Naivität sind unglaublich.` musste er sich eingestehen, ehe er den Mund öffnete.

„Was tun Sie noch hier?", brüllte er durch den Raum, sodass die Gläser in den Regalen, fast wie erschreckt, aneinander schlugen und klirrten.

Die Gestalt, die vor dem kalten Kamin hockte, fiel vor Entsetzen auf den Boden und vergaß zu atmen.

Genüsslich weidete sich der große Mann an der Todesangst in den Augen, die ihn weitaufgerissen ansahen.

„Bi - b i -bitte. I - Ich ......" stotterte es vom Boden her.

Habe - ich - Ihnen - nicht - unmissverständlich - klar - gemacht - ich - - will - Sie - nie - wieder - sehen !!"

Prof. Snape betonte jedes einzelne Wort und jede einzelne Silbe traf Dianea wie ein Peitschenhieb. Immer lauter schallte seine Stimme durch den Kerkerraum, schwoll an wie ein riesiger Sturm.

Die junge Frau am Boden kroch immer mehr in sich zusammen und kämpfte mit panischer Angst und den Tränen, die in ihr aufstiegen.

„Miau."

In diesem Moment tapste Mikado aus dem Kamin, als wäre es das Natürlichste auf der Welt und schaute erwartungsvoll von einem zum anderen.

 

In seiner unermesslichen Wut trat Snape auf das kleine Tier zu und brüllte es genauso an wie seine Besitzerin.

„Was willst du schon wieder hier, du lästiges kleines Biest."

Es hatte den Anschein, als wollte er sogar nach dem Pelzknäuel treten.

Völlig außer sich sprang Dianea auf und schnappte voll Hast den Kater, der entsetzt auf den Mann gestarrt hatte.

Böse funkelte Dianea Prof. Snape an.

„Sie Rohling. Jetzt vergreifen Sie sich schon an wehrlosen Tieren."

Wie eine Löwin stand sie da und verteidigte ihr Tier.

„Ach ja,", höhnte es ihr entgegen, „ich vergaß völlig, es ist ein Geschenk des lieben Prof. Lupin. Das muss man natürlich hüten wie einen Schatz."

„Haben Sie irgendein Problem damit, Prof. Snape? Ich erinnere mich an Bilder, wo Sie

äußerst angetan waren von Mikados Besuchen. Was kann das arme Tier jetzt dafür, wenn Sie Streß mit mir haben?"

Dianeas Stimme stand an Lautstärke der Prof. Snapes in nichts nach. Ihre ganze Angst, Wut und Verzweiflung machten sich jetzt Luft.

Ängstlich schmiegte sich ihr Kater an Dianeas Pullover.

Beruhigend sprach Dianea auf Mikado ein und strechelte ihn sanft.

„Geh zurück, Mikado, bitte.", flüsterte sie und als verstand das kluge Tier ihre Worte, sprang es auf den Boden und sauste wie ein Blitz durch den Kamin davon.

 

Plötzlich fühlte sich Dianea harrt gepackt und schaute geradewegs in zwei, vor Wut und Verachtung zusammengekniffene, schwarze Augen.

Nun , da Mikado in Sicherheit war, fiel die ganze Kraft und ihr Selbstbewusstsein von Dianea ab und machte Panik Platz. Was würde hier unten geschehen? Schüler kamen heute keine und ob am Morgen schon jemand den Weg hierher fände?

Remus war noch bei Prof. Dumbledore in dessen Büro, also fielen diese Beiden auch aus.

„Also was hat Sie veranlasst, meine Worte zu ignorieren und trotz allem mein Büro zu betreten?"

Seine Stimme war nur ein Flüstern, aber eiskalt.

Dianea nahm all ihren Mut zusammen, um zu antworten.

„Ich wollte nur Mikado zurück holen. Er ist in meinen Kamin entwischt und ich vermutete, dass er hierher kam."

Ihr Blick ging an ihm vorbei ins Leere.

„Sehen Sie mich gefälligst an, wenn ich mit Ihnen rede.", fauchte Snape und schüttelte sie leicht.

„Wie kommen Sie überhaupt in mein Büro? Es ist immer magisch versiegelt."

Lauernd durchbohrte sie Blick fast den ihren.

„Ich......ich habe.....das magische Siegel durchbrochen.", murmelte Dianea leise.

„Sie haben was?", blaffte Snape los.

„Das magische Siegel durchbrochen, damit ich in ihr Büro komme."

Ihre Stimme klang leicht gereizt.

„Niemand wagte es sich bis jetzt, in mein Büro einzubrechen. Welche Frechheiten kann man denn von Ihnen noch erwarten? Sie missachten Autoritäten, ignorieren Grenzen und Verbote, zerstören das Eigentum anderer."

„Ich habe nichts zerstört.", unterbrach Dianea zornig seinen Redeschwall.

„Sie haben mein magisches Siegel zerstört und mein Recht auf Privatsphäre verletzt. Sie sind aufsässig, unbelehrbar und bewegen sich ständig an der Grenze des Rauswurfes aus Hogwarts. Reicht das fürs Erste?"

Seine Stimme troff vor Hohn, endlich konnte er ihr seine Verachtung entgegen schleudern.

„Danke, so viel auf einmal kann ich gar nicht verdauen.", meinte die junge Frau schnippisch.

„Und außerdem lag es nicht in meiner Absicht, mich von Ihnen erwischen zu lassen. Wie ich schon sagte, wollte ich lediglich meinen Kater davon abhalten Ihnen lästig zu werden."

Dianeas Augen sprühten zornig.

„Sie gehen eindeutig zu weit, Miss Baxter."

Drohend hob Severus Snape eine Hand und Dianea spürte förmlich schon den Schlag in ihrem Gesicht. Doch brutal packte der Mann nur ihr Kinn und zwang seinen Blick in den ihren.

„Sie sollen mich ansehen!!", zischte er.

All ihre hochgepeitschte Wut und der Mut der letzten Sekunden fielen wie ein Kartenhaus unter seinem Blick zusammen. Zurück blieb zitternde Angst und der Wunsch, sie würde in ihren Räumen sein.

 

Der Hals wurde ihr trocken, dafür aber ihre Hände feucht, ihre Augen brannten unter seinem stechenden Blick und die Stellen, an denen er sie in seinen Griff zwang, schmerzten höllisch.

Minutenlanges Schweigen lastete in der Luft und man spürte förmlich das Knistern im Raum, als Zorn und Angst aufeinander trafen.

Sein Blick zwang Dianea in die Knie und sie fühlte, wie ihre Beine drohten nachzugeben.

Das leise Kribbeln und Beben in der Magengrube, sonst eine Begleiterscheinung seiner Nähe, blieben aus und machten einem Gefühl Platz, als läge ein riesiger glühender Stein dort, wo sonst Schmetterlinge tanzten. Sie glaubte zu verbrennen.

In Sekunden flossen Bilder an Dianea vorbei, Bilder von vergangenen Zeiten. Sie fühlte seine Lippen auf ihrem Mund, spürte seine zärtlichen Hände auf ihrer Haut und hörte seine leise geflüsterten Worte.

Warum hatte sich nur alles so verfahren? Was war passiert letzte Nacht?

Letzte Nacht!!!!! - Wie ein Keulenschlag traf sie die Erinnerung. Er muss mir helfen, alles zu klären. Muss sich doch an seinen Brief erinnern.

Mit neuer Hoffnung schaute sie ihn bittend an.

„Severus! Lass dir bitte erklären....", versuchte sie schüchtern an ihn zu appellieren. Doch weit gefehlt.

„Sie wagen es noch immer, mich so formlos anzureden?", raunzte er sie an.

„Wie oft muss ich noch erwähnen, dass Sie mich „Sir" oder „Professor" anzureden haben. Und im Übrigen lege ich keinen Wert auf Erklärungen oder zurechtgelegte Entschuldigungen. Ich weiß, was ich sah und das reicht mir."

Dianea erkannte die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens.

„Könnten Sie mich aber bitte loslassen?", murmelte sie leise.

Prof. Snape stieß sie leicht von sich, so als wollte er ein lästiges Übel loswerden und Dianea stolperte rückwärts an die Kante seines Schreibtisches.

Halt und Trost suchend klammerte sie sich daran fest und schaute verzweifelt auf den tobenden Mann vor sich.

`Warum hilft mir denn niemand? `,betete sie stumm.

 

 

23. Kapitel

 

 

„Mein lieber Prof. Lupin. Ich werde natürlich der Letzte sein, der sich Ihrem Glück in den Weg stellt.", meinte Prof. Dumbledore lächelnd. „Aber glauben Sie nicht, es wäre ratsam, die Vorgänge der letzten Nacht erst einmal zu klären. Es scheint mir verschiedene Ungereimtheiten zu geben und ich glaube fast, jemand hat bei dieser Sache seine Hände im Spiel. Vielleicht wäre es besser, wir setzen uns alle in meinem Büro zusammen, Sie, Prof. Snape und Dianea, und versuchen, das Puzzle zusammenzusetzen."

Remus Lupin senkte den Kopf.

„Denken Sie an einen üblen Scherz, Professor?", meinte er leise.

Dumbledore schüttelte sein silberweißes Haupt.

„Nein, ich denke es ist etwas anderes."

„Aber was sollte............", fuhr Lupin auf, doch Dumbledore schnitt ihm mit einer Handbewegung das Wort ab.

„Später, Remus. Später."

Obwohl Prof. Lupin nicht einer Meinung mit dem Schulleiter war und das Problem am liebsten auf der Stelle ausdiskutiert hätte, schwieg er.

„Was raten Sie mir, Albus?", murmelte er nach einer Weile.

Der weise alte Mann legte dem Jüngeren eine Hand auf die Schulter und meinte nur:

„Abwarten. Lassen Sie Dianea erst einmal zu sich kommen und dann sehen wir weiter."

„Was wird mit Dianea überhaupt? Wird sie ihr Praktikum weiter bei Prof. Snape machen müssen? Er hat ihr doch deutlich zu verstehen gegeben, dass sie ihm aus den Augen gehen soll. Kann sie dann nicht bei mir weitermachen?"

Erwartungsvoll blickte Remus auf den Schulleiter, sah er doch so den nächsten Schritt zu seiner von ihm geliebten Frau.

„Miss Baxter ist Praktikantin für Zaubertränke und wird es auch weiterhin bleiben. Ich glaube doch, Prof. Snape versteht es, privates und schulisches zu trennen. Nein, ein Wechsel Miss Baxters wäre das Unvernünftigste, was wir jetzt tun könnten. Benehmen wir uns einfach wie vernünftige erwachsene Menschen und setzen auf die Zeit. Sie wird für uns arbeiten. Und jetzt entschuldigen Sie mich, Remus, ich habe noch viel zu tun."

Und mit einem Kopfnicken war das Gespräch für Prof. Dumbledore beendet und Lupin entlassen.

 

Hastig verließ Remus das Büro. Ihn zog es plötzlich zu Dianea und mit großen Schritten eilte er ihren Räumen zu.

Sein Klopfen hallte dumpf nach und er lauschte auf irgendein Geräusch hinter der Tür.

Mit jedem weiteren Klopfen stieg seine Sorge um die Frau, die er mit jeder Faser seines Herzens begehrte. Warum öffnete sie nicht?

Wo sollte sie sein?

Da entstiegen seiner angstgeschwängerten Phantasie Bilder voller Grauen. Was, wenn sich Dianea vor Gram etwas angetan hatte? Wenn sie hilflos hinter dieser Tür lag, einsam und sterbend? Ohne Hilfe, ohne die Nähe eines Menschen.

Erstaunt musste er feststellen, dass Dianeas Tür unverschlossen und unversiegelt war.

Dann erinnerte er sich schlagartig daran, dass er als letzter ihre Räume verlassen hatte und nur die Tür ins Schloss warf.

`Sie muss noch hier sein.`, hämmerte sein Hirn panisch.

In fliegender Hast eilte er duch die Räume, doch von Dianea keine Spur.

Kurz aufatmend ließ er sich auf ihr Sofa fallen und rieb seine Schläfen.

Eine sanfte Berührung ließ ihn aufschrecken.

„Ach du bist es.", und er strich dem Kater gedankenverloren über das Fell.

„Wo ist nur Dianea, weißt du es nicht?", sprach er mit dem Tier.

Doch nur ein leises „Miau" war die Antwort.

 

*

 

Im Kerker lehnte Dianea noch immer angsterfüllt am Schreibtisch und suchte nach einem Weg zur Flucht.

„Kann ich gehen, Professor?", wisperte sie mit zitternder Stimme und las doch schon aus seinem Blick die Antwort.

„Sie gehen, wenn ich es für richtig halte.", blaffte Snape sie an. „Ich bin noch lange nicht fertig mit Ihnen."

Mit panisch aufgerissenen Augen vernahm Dianea seine Worte. Was würde er noch von ihr wollen?

Lähmendes Entsetzen stieg in ihr hoch und erlaubte keinen klaren Gedanken.

`Ich muss hier raus.`, raunte ihr Innerstes.

Und mit letzter aufkeimender Hoffnung rannte Dianea an dem verdutzt blickenden Professor vorbei in Richtung Tür.

Sie rüttelte an der Klinke und erst langsam realisierte Ihr Verstand, dass sie die Tür nicht öffnen ließ. Immer und immer wieder rüttelte und hämmerte die junge Frau an dem harten Holz.

Ein lautes schauriges Lachen hallte durch den Kerkerraum, ein Lachen, wie sie es noch nie von Prof. Snape gehört hatte.

„Schallschutzzauber. Sie strapazieren umsonst Ihre schönen Händchen, meine Liebe.", höhnte er.

Dianea griff ins Leere. Gewohnt, ihren Zauberumhang zu tragen, suchte sie nach ihrem Zauberstab und gewahrte zu spät, dass er auf Snapes Schreibtisch lag.

Möglichst unauffällig blickte sie dorthin und murmelte:

„Accio, Zauberstab."

Wie an unsichtbaren Schnüren gezogen, flog der gewünschte Stab in ihre geöffnete Hand.

Doch ehe sich ihre Hand fest um ihren Zauberstab gelegt hatte, donnerte schon ein „Expeliarmus" durch den Raum und wieder stand sie schutz- und wehrlos da.

Wut kochte langsam in ihr hoch und verdrängte die Angst. Sie wollte hier raus, egal wie.

„Lassen Sie mich sofort raus, das ist Freiheitsberaubung.", fauchte sie ihren Mentor an.

„Ach ja,", meinte er schmalzig, „und wie verhält es sich mit Ihrem Einbruch? Ich glaube wir sind quitt, oder?"

Ein fieses Grinsen zog auf seine Lippen und er schaute sie höhnisch an.

„Unser Fräulein „Ich weiß alles und kann alles" hat doch wohl nicht Angst?"

Seine Stimme klang kalt und grausam.

„Ich verlange, dass Sie auf der Stelle diese Tür öffnen.", schrie Dianea schrill.

Mit wenigen Schritten stand Severus Snape vor ihr und presste sie gewaltsam an das harte Holz.

Ihre hämmernden Fäuste an seiner Brust ignorierend, flüsterte er boshaft:

„Sie haben gar nichts zu verlangen. Sie sind nicht mehr als der Staub unter meinen Schuhen, der Rest in einem schmutzigen Kessel, der Schmutz unter meinen Nägeln. Sie sind ein Nichts und wollen von mir verlangen."

Mit hartem Griff nahm er ihre Hände und schlug sie über ihrem Kopf an die Tür, dass die Knöchel gänsehauterzeugend knackten.

Dianea suchte seinen Blick und erschrak.

Blanker Hass glomm in seinen Augen und bei jedem Wimpernschlag traf sie grausame Kälte.

Mit all ihren Kraftreserven versuchte sie freizukommen und wand sich unter seinem Griff.

„Lassen Sie mich los, Sie verrückt gewordener Bastard.", tobte Dianea kreischend.

Da warf sich Prof. Snape mit aller Kraft an ihren Körper, sodass Dianea kaum Platz zum Atmen blieb. Von der Brust bis zu den Beinen war sie gefangen in dem Druck seines Körpers, sein Gesicht keine Millimeter von ihrem entfernt.

Noch einmal versuchte die junge Frau, sich zu wehren, als sie erstarrte.

Sie spürte etwas, das sie kaum glauben konnte, das sie erschreckte, das ihren Körper die Angst aufsaugen ließ wie ein Schwamm das Wasser.

Ganz deutlich war es zu spüren - Snape war erregt.

Dianea wagte kaum zu atmen, aus Angst, diesen Zustand noch zu verstärken.

Sei bemerkte seinen Blick und schaute ihn zornbebend an.

Doch Snape lächelte hintergründig und meinte süffisant:

„Was ist los, Miss Baxter? Keinen Spaß mehr an diesem Spiel?"

„Ich verachte Sie, Snape.", schleuderte sie ihm entgegen. „Was wollen Sie von mir? Sich an meiner Angst weiden? Oder haben Sie andere Absichten? Sie sind ja pervers."

Sie schrie den Mann an, ohne auf ihre Worte zu achten.

„Mögen Sie das etwa nicht? Das tut mir aber leid.", und als wollte er die Frau noch mehr quälen und demütigen, rieb er seinen Unterleib hart an dem ihren, bis Dianea aufstöhnte.

„Hören Sie auf, bitte.", flehte sie.

Doch erbarmungslos quälte Snape weiter, packte sie an einer Hand und zog die widerspenstige Frau durch sein Büro auf seinen Schreibtisch zu.

 

Scheinbar völlig übergeschnappt schleuderte er Dianea auf den Tisch, wo sie schmerzhaft aufprallte.

Doch ehe sie sich aufrichten konnte, zwang Severus Snape sie mit seinem Körper zurück, legte sich auf den riesigen Eichentisch und hielt ihre Handgelenke mit eisernem Griff auf die Tischplatte gepresst.

„Das geht zu weit, Severus.", schrie Dianea und versuchte, ihre schmerzenden Glieder zu bewegen. Doch stöhnend musste sie aufgeben.

„Ich gehe zu weit?", zischte der Tränkemeister. „Du bist doch diejenige, die zu weit gegangen ist. Hast dich benommen wie eine billige Hure. Aber wenn dich jeder haben kann, dann werde ich der Nächste sein. So bist du wenigstens noch nicht so viel benutzt. Ich hasse abgetragene und benutzte Sachen."

Und wie zur Bestätigung seiner Worte ließ er Dianea erneut seine Erregung spüren.

„Bitte. Das kannst du doch nicht im Ernst vorhaben.", wimmerte Dianea unter ihm.

„Und ob. Am besten nehme ich dich gleich hier. Wer weiß, in wieviele Betten du sonst noch fällst. Vielleicht bei Lucius oder bei Draco. Kandidaten hast du ja genug.", höhnte es in ihrem Ohr.

Dianea blieb keine Zeit sich zu wundern, woher Snape von den Malfoys wusste.

Der Mann über ihr begann ihre Lippen zu suchen und presste herrisch seinen Mund auf den Ihren.

Sei wollte schreien, aber es wurde nur ein unterdrücktes Stöhnen.

Als sie endlich wieder Luft bekam, bettelte sie:

„Bitte hör auf, Severus. Hör mir doch nur einmal zu. Es ist nicht so wie du glaubst. Dein Brief..............."

„Ich schreibe keine Briefe.", zischte er und mit einem erneuten harten Kuss versiegelte er ihre Lippen.

Mit einem anzüglichen Grinsen blickte er wenig später auf sie und flüsterte:

„Ein kleiner Zauberspruch und es gibt keine hinderliche Kleidung mehr. Du bist mir gnadenlos ausgeliefert."

Und zum zweiten Mal erklang sein schauriges seelenloses Lachen durch den Raum.