von PM
So viele ungeschlafene Nachtstunden, so viele verträumte Tagstunden ...
Endlich war es also soweit. Ich saß im Kino und wartete. Ich wartete auf den Moment, der mich mit auf eine Entdeckungsreise in die Zauberwelt nehmen sollte, der mich hineinzog in das Geschehen, der mich emotional mit dieser zweiten HP-Verfilmung verbinden sollte. Der Abspann rollte über die Leinwand, die Lichter gingen an und ich saß immer noch da und war - enttäuscht.
Der Zauber, den der erste Film noch in überwältigender Weise ausstrahlte, war weg - oder hatte mich einfach nicht erreicht. Alles wirkte vertraut und bekannt, nichts wirklich Neues überraschte. Das ist jedoch nicht dem Film anzulasten. Ich hatte mich zu intensiv mit den Büchern, Film 1 und seinen Figuren beschäftigt. Hogwarts und seine Bewohner waren wie alte gute Bekannte. So und nicht anders war es mit der Kammer des Schreckens ... oder?
Sicher ist die "Kammer" rasant inszeniert, witziger und härter als "Der Stein der Weisen". Technisch zum Teil raffiniert umgesetzt, besonders die Spinnen-Szene. Wogegen mir der Basilisk mit seinen roten Strass-Äuglein nur ein Schmunzeln entlocken konnte und erst Dobby - einfach zu jämmerlich und computeranimiert. Das Quidditch-Spiel brutaler und natürlicher, aber völlig ohne Zusammenhang in die Handlung eingebaut. Die Alraunen - süß. Die maulende Myrte - herrlich zickig.
Und derjenige, der mich überhaupt erst so sehnsüchtig diesen Film erwarten ließ?
Snapeys erster Auftritt lässt Furchtbares ahnen - oh Merlin, was haben sie mit dir und aus dir gemacht? Und dann noch diese abtörnende Synchron-Stimme, die eher zu einem 80jährigen Mafia-Paten gepasst hätte. Doch die Befürchtung zerstreut sich sehr rasch, er wird von Szene zu Szene besser, nicht nur vom Äußeren her. Es ist dennoch nicht DER Snape, den wir aus dem ersten Teil kennen und lieben.
Was am meisten auffällt: Rickman-Snape wirkt deutlich gealtert. Das mag am Drehstress liegen. Oder zeigen sich hier die Folgen seiner Seele und Körper strapazierenden Erlebnisse in unseren Fics? *g* Vielleicht sollten wir ihn doch mal eine Nacht durchschlafen lassen, ohne Alpträume, ohne Voldemort-Ruf, ohne Sex ... *g*
Nun, ich habe kein Problem mit diesem "reiferen" Aussehen, er hat dadurch nichts von seiner faszinierenden Ausstrahlungskraft eingebüßt. Im Gegenteil. Auch die schlankere Figur tut Snape gut - das kann nicht nur geschickte Kamera-Führung sein. Überhaupt - in seiner Art und Mimik ist er weit näher an der Buch-Vorlage als in Teil 1. Kein "Schlafzimmer-Blick" mehr, er ist härter, zynischer, übellauniger. Aber - bis auf eine Ausnahme - nicht ernsthaft bedrohlich, da er ständig von Mc Gonagall oder Dumbledore gestoppt wird, ehe er so richtig aus der Haut fahren kann. Schade.
Die meisten der sowieso wieder zu seltenen und zu kurzen Snape-Szenen (besonders im Teil nach der Pause) stellen ähnliche Situationen in ähnlichen Perspektiven dar: Das Einblenden seines Gesichts, das zwar seinen Unmut und Frust unmißverständlich zum Ausdruck bringt, aber doch schnell die Beherrschung zurückgewinnt, ohne sie richtig verloren zu haben.
Viel zu wenig Snape in anderen Positionen (bis auf die eine Ausnahme). Mit Wehmut denke ich an die herrlichen Posen im "Stein der Weisen", als Hermine seinen Umhang während des Quidditchs anzündet oder er sein von Fluffy verletztes Bein vor Harry verbirgt ...
Aber, wie erwähnt, es gibt eine Ausnahme, die für mich den ganzen Film rausgerissen hat und in der Snape mittels der unnachahmlichen Mimik und Gestik Alan Rickmans wenigstens andeuten kann, wozu er fähig ist. Natürlich meine ich - ihr wisst es - den Duellier-Club. Hier darf Snape endlich gefährlich, überlegen, cool und entschlossen agieren und dabei auch noch sarkastisch und wütend sein. Besonders wie er den armen Draco zurück ins Duell-Spiel zerrt, macht deutlich - und ich genieße es mit einem Erschauern -, dass er eine ernstzunehmende Macht darstellt, die im Zorn unberechenbar werden kann und auch vor physischer Gewalt nicht zurückschreckt. Dass er damit auch gegenüber Lehrern keine Probleme hat, zeigte sich bereits im ersten Film in der Bibliotheks-Szene mit Quirrell. Abgesehen von den nur zu ahnenden Taten als Todesser ...
Die Duellier-Szene - nie war Rickman ein besserer Snape ...
Das ist überhaupt das Beeindruckendste an diesem Schauspieler - er ist mehr denn je Severus Snape und gleichzeitig noch typischer denn je Alan Rickman. Diese perfekte Verschmelzung lässt zu gern vergessen, dass weder sein Alter noch sein Äußeres (Merlin sei Dank!) dem Buch entsprechen. Und Snape wäre nicht Rickman - oder umgekehrt? - wenn nicht bei aller Härte und Gemeinheit hier und da aus diesen dunkelbraunen wunderschönen Augen Besorgnis und Gefühl durchblitzen würde ... Ja, diese Augen ...
Ach ja, da spielten ja auch noch andere mit ...
Harry: Selbstbewusster, reifer, glaubwürdiger. Aber ich bin da eher leidenschaftslos.
Ron: Armer Junge, dir ist lediglich die Rolle des jammernden Stichwortgebers zugedacht. Deine Coolness, dein Witz und dein Mut wurden dir weitgehend genommen. Sehr bedauerlich. Wirklich gelungen und sensibel: Die Abschluss-Szene, in der Hermine zu den Freunden in die große Halle zurückkehrt ...
Hermine: Das Mädchen wird immer hübscher und sympathischer. Ich beginne dich echt zu mögen, Hermine. Eine Liaison mit diesem Snape scheint zwar noch weiter in das Reich der Fiktion zu entschwinden, aber nichts ist unmöglich ... die Liebe kann sonderbare Wege gehen ... ich weiß, wovon ich rede *g*.
Draco: Der Bengel sieht verdammt gut aus, oder? Und bringt die Arroganz und Herrenmenschen-Mentalität super rüber ... ist seinen Meistern Lucius Malfoy und Severus Snape jedoch hilflos ausgeliefert.
Lucius Malfoy: Die Inkarnation des bösen Intriganten. Er ist fantastisch und eindrucksvoll, aber das gewisse Etwas, das Geheimnisvolle, was Snape umgibt, das hat er nicht. Seine Rolle ist von Anfang an klar bestimmt. In Natura wirkt der Darsteller nahezu unauffällig gegen Rickman. Dennoch wird Lucius mit seinem schönen Haar und der stilvollen Kleidung zu Recht so einige Herzen brechen ...
Gilderoy Lockhart: Ach was bist du schön, schön eitel und schlau. Perfekt gespielt. Der alberne Gegenpart zu all dem Bösen und Unheimlichen. Aber ich ziehe den finsteren Snapey vor ...
Tom Riddle: Ja, das könnte er sein, der junge Voldemort. Er hat überdurchschnittliche Intelligenz und seine finstere Gesinnung springt ihm förmlich aus den Augen. Die äußerliche Wohlerzogenheit macht ihn um so gefährlicher. Gut gewählt.
Arthur Weasley: Der unerschrockene Beamte, dessen Rolle als unbedingter Sympathieträger förmlich aufgedrängt wird.
Ginny Weasley: Sie kam wirklich zu kurz. Für Nichtkenner des Buches kaum verständlich, warum gerade sie ... Vielleicht entwickelt sie sich ja noch zu ihrem Vorteil, jetzt sieht ihr Gesicht einem Napfkuchen zu ähnlich ... Ob sie das richtige Subjekt zum Abreagieren der ersten Hormonstörungen von Harry ist? An "Jenseits von Hass" mag ich schon gar nicht denken *g*.
So, das war mein spontaner erster Eindruck. Und am Sonntag gehe ich zum zweiten Mal in die "Kammer des Schreckens", um den charismatischsten, erotischsten Mittfünfziger (die Zeiten des "Enddreißigers" sind wohl unwiederbringlich vorbei) des Universums in Ruhe und mit seiner Originalstimme zu genießen *g*.
Snape forever!
PM, 15.11.2002
NACHTRAG
Was für ein Unterschied: Die Originalfassung kommt ganz anders rüber, viel viel besser. Natürlich habe ich dieses Mal auch alles entspannter betrachten können, konnte mehr Details wahrnehmen. Unser Meister sieht tatsächlich dunkler aus, manchmal war wohl keine Zeit mehr zum Rasieren.*g* Seine Mimik ist in Verbindung mit seiner Stimme hinreißend (habt Ihr diese Handbewegungen gesehen, als er auf die Kinder zugefledermaust kommt bei der Szene "Potter war nur zur falschen Zeit am falschen Ort ..." - so ähnlich wie bei "Celebrity" im 1. Teil, damit kündigt sich immer eine besondere Gemeinheit an bei ihm *gg*). Nur das arrogant-ironische Lächeln hat mir gefehlt. Und diese rauhe tiefe Stimme ist zu Nuancen fähig ... da können Synchronsprecher nur von träumen.
Die Duellier-Szene ist mit "The Voice" noch eindrucksvoller. Und der "Expelliarmus" klingt nicht mehr albern oder schwul, sondern nur noch nach Rickman.
Der geheimnissvolle Severus Snape ... Es kommt ganz deutlich raus, dass er zwar seine ausgeprägten Aversionen gegen Schüler und Lehrer hat, aber dennoch im Ernstfall Hogwarts und seine Bewohner vor Schaden bewahren will. Wie wäre es gewesen, wenn Snape anstatt dieser köstlichen Karikatur Lockhart mit in die Kammer gekommen wäre und mit der Schlange gekämpft hätte? Oder Snape bei den Spinnen? *grins*
Zu den anderen Stimmen:
Branaghs Stimme ist auch recht angenehm und die von Malfoy Senior geradezu genial. Leise, zischelnd, drohend - fantastisch. Ron befand sich im Stimmbruch, zum Schreien komisch. Und Harry wirkt noch erwachsener und selbstbewusster durch seine Jung-Männer-Original-Stimmlage, die den Stimmbruch schon hinter sich hat. Nur Draco war die volle Enttäuschung, hört sich an, als ob er lispelt oder eine Zahnspange trägt. Als Dumbledore an einer Stelle in seinem heiseren, bedächtigen, väterlichen Tonfall vom Tod philosophiert, schlich sich doch ein verstohlenes Tränchen in mein Auge, ihr wisst schon, woran ich dabei denken musste ...
Ich bin jetzt halbwegs versöhnt mit dem Film und freue mich wahnsinnig auf "Askaban" (was mein Buch-Lieblingsband ist), in der Hoffnung, dass die Sequenz mit dem Aufeinandertreffen der Erzfeinde in der Heulenden Hütte DIE Snape-Szene wird - die Zeit wird verdammt lang bis zum Sommer 2004 ...
PM, 17.11.2002
Filmkritik zu Harry Potter und die Kammer des
Schreckens
Von Titania
16.11.2002
Die Darsteller
Snape: habe
verzweifelt seinen Blick „als wäre Weihnachten abgesagt worden" gesucht…immer
noch zu wenig Handlungsfreiheit für meinen Meister im Film, sein wahrer
Charakter kommt nicht so gut zur Geltung. Zu wenig Hass gegenüber Potter.
Mr. Malfoy: Schön
böse! Ein wahrer Todesser! Und dem haben sie vor Gericht geglaubt, dass er
damals unschuldig war? Den würde ich auch gerne zähmen wollen. *ggg*
Draco: Der
Junge macht sich! Im ersten Teil war er noch der Angeber, der eigentlich ein
großer Angsthase ist. Heute ist er schon wesentlich erwachsener und böser.
Lockhart: Ich
war positiv überrascht! Bringt Witz in den sonst eher düsteren Film und hat
sehr überzeugend den selbstüberschätzten Egoisten gespielt. Kenneth Branagh hat
einen neuen Fan. *g*
Arthur Weasley: Ich
finde die Besetzung nicht unbedingt für gelungen. Hab ihn mir dünner und größer
vorgestellt.
Molly Weasley: Perfekt!
Ginny: Süß!
War eigentlich ganz ok.
Ron: Boa,
ist der in die Höhe geschossen! Sehr witzig, brav gespielt.
Harry: Dito!
Der arme liegt immer wieder mal im Krankenflügel. Kam sehr selbstbewußt rüber,
was im Buch aber nicht unbedingt so dargestellt wurde, oder?
Dobby: Häßlich.
Viel zu sehr Computeranimiert. Aber sein „schnippsen" hat mir gut gefallen.
Unglaublich, was dieser Elf doch für Zauberkräfte besitzt…
Entfallene Szenen, auf die ich mich schon gefreut
hatte:
Snape ertappt
die Zuspätkommenden in der Halle (stattdessen gleich im Büro), Entgnomen im
Fuchsbau!!, der Kampf von Arthur und Lucius im Buchladen, Prof. Binns
Hat gut gefallen
Der Fuchsbau, die
Flasche „Skele-Gro"!!! (gibt's sicher bald als Merchandisingartikel), die
Spinnenszene, das Auto, Aragog und seine Spinnen, wie Harry in das Buch
hineingezogen wurde
Hat weniger gut gefallen
Dass der Film
manchmal ganz stark an den ersten Teil erinnert (Kameraeinstellungen,
musikalische Begleitung zu ähnlichen Szenen)
Dass sie auf
Prof. Binns verzichtet haben. L
Dass sie auf
die Kessel-explodiert-Szene verzichtet haben. L
Eklig: Ron und
seine Nacktschnecken - war ZU echt! *brrrrschüttel*
Fawkes: hätten
sie besser animieren können.
Das
Quidditch-Match: Urplötzlich war man mitten im Geschehen und musste erst mal
eine Zeit lang überlegen, was jetzt eigentlich los ist. Sonst aber sehr rasant!
Ein Wunder, dass bei den vielen Treffern des Klatschers die Tribüne nicht
zusammengekracht ist!
Gesamteindruck
Jeder macht
sich beim Lesen des Buches seine eigene Vorstellung von den Personen und Orten
und ich freue mich, dass der Film im großen und ganzen meiner eigenen
entspricht. Als ich nach dem Film aus dem Kino gegangen bin, dachte ich nur:
Aha, das war's also. Erst am nächsten Tag, als ich davon anderen erzählte,
merkte ich, dass der Film doch einen ganz schönen Eindruck auf mich
hinterlassen hatte. Wahrscheinlich kommt das daher, dass der Film sehr rasant
ablief - und doch fast drei Stunden dauerte! - und dabei sehr viel an
Information enthielt. Man kann diesen Film einfach nicht mit irgendeinem
x-beliebigen Hollywoodschinken vergleichen, dessen Plot man in einem Satz
erklären kann. Der 2. Teil wird - wie beim 1. auch - hauptsächlich von den
„guten" Schauspielern (Rickman, Harris, Branagh, Smith..) getragen, ohne die
die Produzenten sicher nicht so einen großen Erfolg damit gehabt hätten.
Titania's Empfehlung: Unbedingt
ansehen! Wenn's geht gleich zweimal *g* und die Originalfassung auf keinen Fall
verpassen!!!
Tjaaaa... wie soll ich bloss anfangen? Ich habe den Film am 16.11. gesehen (also 2 Tage nach der Premiere) und das Kino war gerammelt voll. Das hätte mich an und für sich nicht gestört, hatte ich für 2 Freundinnen und mich ja Plätze in der Mitte der 1. Reihe Balkon ergattert (mein Freund musste sich mit 2 weiteren Kolleginnen mit Plätzen auf der Seite der 2. Reihe Balkon begnügen - worüber ich nicht wirklich unglücklich gewesen bin, da er mich sonst die ganze Zeit gelöchert hätte, da er den Film nicht verstanden hat). Das einzig schlechte an meinem Platz war, dass ich links von mir eine Mutter hatte, die ihrem Sohn die ganzen Dialoge auf schweizerdeutsch übersetzt hat *grummel*. Wieso geht man mit seiner Brut am Abend ins Kino, wenn eh nur die Original-Version mit Untertiteln läuft? Egal, ich hab's überlebt (wenn auch nur knapp) und die Frau mit ihrem Spross auch! Ehrlich!
Wir mussten eine gute Viertelstunde warten bis der Film endlich los ging, und als die ersten bekannten Töne der Harry Potter-Melodie durchs Kino fluteten, konnte ich ganz klar einen Quitscher von jemandem hören. Ich habe mich umgeschaut, wer wohl ebenso versessen auf diesen Film war, und erst als mich meine Freundin belustigt anblickte, wurde mir gewahr, dass ich das Geräusch von mir gegeben habe...
Nun aber zum Film:
Darsteller
(in alphabetischer Reihenfolge):
Dobby: Süüüüss! Ich weiss, dass das Echo zu dieser Computer-animierten Figur hier nicht so doll ist, aber ich liebe dieses kleine Kerlchen.
Draco Malfoy (Tom Felton): Wieso kann ich nicht 10 Jahre jünger sein? Dieser Bursche wird immer mehr zum Anbeissen, und er spielt seine Rolle wieder einmal perfekt. Und damit er nicht so böse wie sein Vater wird... das kriegen wir schon irgendwie hin *g*
Gilderoy Lockhart (Kenneth Branagh): Ich muss gestehen, dass ich kein Branagh Fan (gewesen) bin. Jedes Mal, wenn ein Film mit ihm im Kino oder im Fernseher lief, wusste ich mit Sicherheit, dass ich mir diesen nicht antun musste. Die Ueberraschung in HP2 war deshalb umso grösser, als ich feststellen musste, wie gut er die Rolle des aufgeblasenen DADA-Lehrers spielte. Jeder Mensch ist aus einem bestimmten Grund auf der Welt (so sagt man) und ich werde das Gefühl nicht los, dass Branaghs Lebens-Grund die Darstellung von Lockhart ist.
Harry Potter (Daniel Radcliffe): Mei mei, der ist aber älter geworden, der Junge. Und grösser?.... Aber besser? Ja, seine schauspielerische Leistung ist eindeutig besser geworden, nur leider 'hinkt' er immer noch seinen Kollegen und Kolleginnen hinterher.
Hermione Granger (Emma Watson): Unser kleines Sternchen. Ich muss schon zugeben, dass sie wirklich hübsch aussieht, und sie gibt eine gute Hermione ab. Obwohl sie wieder einmal brilliant gespielt hat, wurde ich in gewissen Szenen das Gefühl nicht los, dass sie sich der Kamera zu bewusst gewesen war, und das Ganze teilweise etwas gekünstelt rüber kam.
Lucius Malfoy (Jason Isaacs): Yessssss! … kann ich dazu nur sagen. Auch wenn ich anfangs für Ralph Fiennes als Lucius Malfoy gewesen bin, so übertrifft Jason Isaacs meine Erwartungen bei weitem. Das absolute Ekel in Perfektion. Schade, dass er bis zum Kern seiner Seele böse ist, sonst würde ich mir ihn augenblicklich krallen. ;-)
Ron Weasley (Rupert Grint): Auch wenn sich gewisse Leute über seine Grimassen nerven, ich mag sie! Er ist nicht unbedingt gut aussehend, dafür macht er dies mit seinem Können mehr als wett. Man sieht, wieviel Spass ihm die Dreharbeiten zum Film gemacht zu haben scheinen.
Severus Snape (Alan Rickman): Ich bin ehrlich gesagt ziemlich erschrocken, als er das erste Mal über die Leinwand geflimmert war. Er sah gar nicht gut aus, mit seinen aufgedunsenen Wangen und wie er sich bewegte (jemand bei WIKTT hat gemeint, dass er vielleicht wieder einmal von Rückenschmerzen geplagt worden war - was eine gute Erklärung sein könnte, da er sich ja immer wieder aufgestützt hat). Dagegen war die Duellier-Szene einmalig göttlich! Ich könnte sie immer und immer wieder gucken. Wie er Draco auf die Beine gezerrt und ihn in Richtung Harry zurück geschubst hat! aaahhhh!
Tom Riddle (Christian Coulson): Yep, dem kauft man den jungen Voldemort voll und ganz ab. Gut gespielt, auch wenn die Frisur ziemlich schrecklich war.
... ja, es gibt noch viiiiele mehr, aber sonst wird das hier definitiv zu lang....
Kontra's / bzw. 'was hat mir gefehlt' (und nein, hier hat's keine bestimmte Reihenfolge - fragt mein Gehirn):
- Für
jemanden, der das Buch nicht gelesen hat, ist absolut unverständlich, wieso
Filch die beiden Jungs zu Snape anstatt Dumbledore oder McGonagall führt,
nachdem er sie erwischt hat (als sie zu spät gekommen waren) und wieso Snape
nicht bei der 'Sorting Ceremony' anwesend ist. Ich habe mit riesiger Vorfreude auf die Szene
gewartet, wo die beiden vom Potions Master ertappt werden: 'Maybe he's ill'...'
- Maybe he's left...' - 'Or he might have been sacked!...' - 'Or maybe,'
said a very cold voice right behind them, 'he's waiting to hear why you two
didn't arrive on the school train')
- Wenn wir schon Bilder aus dem Film gesehen haben, wo Lockhart seinen 'Test' über sich selbst verteilt; wieso wurde die Szene dann rausgeschnitten? (aber ich nehme mal an, es wird auf der DVD zu sehen sein - im Bonusmaterial)
- Das Quidditch-Spiel war, wenn auch gut gelungen, viel zu lange und völlig Zusammenhangs-los in den Film hinein gepflanzt worden.
- Wieso sagten einige Charaktere plötzlich Dinge, die im Buch jemand anders von sich gibt? Wie z.B. Harry in der Kammer des Schreckens, als er sagt: "He (Dumbledore) will only truly have left this school when none here are loyal to him anymore..." oder so ähnlich. Das hat nämlich Dumbledore gesagt!
- Wo blieb der Hinweis, dass man ausserhalb der Schule keine Magie wirken darf? Wieso wird Harry nicht bestraft für den Zauber, den Dobby in Dursley's Haus tätigt? Und Hermione repariert in aller Oeffentlichkeit in Diagon Alley Harry's Brille - wie ja auch schon im ersten Film!
- Ist Rictusempra
nicht ein Zauberspruch, der einem zum
Lachen bringt? Wieso wirbelt es dann Draco durch die Luft?
- Jason Isaacs hat in einem Interview erzählt, dass
er Draco am Ohr gezogen hat und ihm dann mit seinem Stock eins über die Finger
gehauen hat - wo bitte ist diese Szene hin?
- Und wenn wir schon dabei sind: Wo ist der Teil mit
Malfoy senior und junior bei Mr. Borgin hin? Es hätte einem einen wunderbaren
Einblick ins Malfoyische Familienleben gegeben!
- Auch wenn Lucius Malfoy ein böööser, bööööööser
Mann ist, so ist es doch etwas weit hergegriffen, dass er gleich den Todesfluch
gegen Harry auszusprechen versucht - zumal sie ja erst gerade Dumbledore's Büro
verlassen haben. Dafür ist er zu berechnend.
- Wie konnten die Schüler die Instruktionen von
Professor Sprout verstehen, obwohl sie bereits alle ihre Ohren-Muffs aufgesetzt
hatten?
- Wo ist Percy's Beziehung zu Penelope Clearwater hin
verschwunden?
- Wo ist die Death-Day-Party hin?
- Wie kann Dumbledore aus gut 5 Metern Entfernung
erkennen, dass Mrs Norris gar nicht tot ist?
- Es ist völlig unlogisch, dass Hermione McGonagall
nach der Kammer des Schreckens während einer Transfigurations-Stunde fragt; die
Frage kam a) viel zu überraschend, b) sie wurde eigentlich in Prof. Binns
Stunde gestellt (wo sie, meiner Meinung nach, besser hinpasst) und c) hat
McGonagall, für etwas, das soviel Schrecken verbreitet, viel zu ausführlich
geantwortet
- Wie sagte Snape im ersten Film so schön? The exact art that
is potions making? Und
wieso schüttet dann Hermione, ohne etwas abzumessen, die Zutaten des
Vielsafttranks scheinbar beiläufig in den Kessel?
- Ist euch auch aufgefallen, dass weder Tom Riddle
noch Moaning Myrtle ihr Haussymbol auf der Robe gestickt hatten? Sie trugen nur
das allgemeine 'Hogwarts'-Zeichen
- Im Grossen und Ganzen: es ging alles einfach viel
zu schnell, die Szenen wechselten viel zu rasch.
Pro's / bzw. 'was hat mir besonders
gefallen':
- Dobby, Dobby, Dobby. Das
mit dem Kleiderschrank war göttlich (Vernon Dursley: '... and fix that door!')
und als Dobby sich mit der SkeleGro-Flasche auf den Kopf haut ('bad Dobby! *hau* bad Dobby! *hau* bad Dobby!…')
- Draco's 'you can read?' (oder so ähnlich)
- Arthur und Molly Weasley sind köstlich
(Arthur: 'really? You flew the car? How did it work?' - und Molly haut ihm
eine)
- Harry's Gummiarm war unbezahlbar komisch, ich habe Tränen gelacht!
- Ron's 'can we panic now?'
- Lockhart's 'do you live here?'… und dann haut ihm Ron mit einem Stein eine rüber
- der Phönix, als er in Flammen aufgeht, während Harry ihn bewundert
- die Schnecken-Szene (und wie Ron immer bleicher und bleicher wird, als er mit dem Kessel auf den Knien bei Hagrid in der Hütte sitzt)
- ein Wort: Errol
- und noch ein Wort (oder zwei Wörter): Whomping Willow
- und weiter gehts: The Burrow
- drei Wörter: Snape Snape Snape
- die Szene in 'Flourish & Blotts' ist unbezahlbar
- etc. (kommt mir bestimmt noch mehr in den Sinn, wenn ich den Film ein 2. Mal schauen gehe *gg*)
Fazit:
Ich werde den Film trotzdem noch mindestens vier weitere Mal gucken gehen. :-) .... Vielleicht hat mir HP1 deshalb so gut gefallen, weil ich ohne voreingenommen zu sein ins Kino gegangen bin (abgesehen vom 'wann kommt Snape? wann kommt Snape?') und die Bücher erst nachher gelesen habe. Jetzt, bei HP2, nachdem ich die Trailers bald rückwarts konnte, unzählige Ausschnitte und Bilder gesehen und mir alles zu Gemüte geführt hatte, was im Netz zur Verfügung stand - nicht zu erwähnen, dass ich das Buch schon 3x gelesen habe - hat mich der Film einfach nicht mehr so doll aus den Socken hauen können. Die Ueberraschungs-Momente waren weg, da ich genau wusste, was als nächstes passieren würde (oder passieren sollte).
Und
trotzdem: Je länger ich darüber nachdenke, desto besser hat mir dieser Film
gefallen. Ich bin überzeugt, dass wenn ich den Film noch ein paar Mal sehe,
auch ich voll und ganz von ihm überzeugt bin - und aus voller Ueberzeugung
sagen kann, dass er besser ist als HP1 (was ja im Grunde genommen auch stimmt,
oder?)
bb
Faris-Eirin
Zürich, 18.11.2002
P.S.: Ich lese gerade beim Leaky Cauldron, dass der Typ, welcher Mr. Borgin spielt, im Abspann erwähnt wurde... vielleicht ist ja die Szene in Knockturn Alley auch im Bonus-Material auf der DVD zu finden?
von Emi
"Nicht nur
beim Phoenix flossen Tränen ..."
Kommerz, Kommerz,
Kommerz ...
Während bereits
die erste "Harry Potter"-Verfilmung mit Pauken, Trompeten und
kitschigem, teurem Nippes angekündigt wurde, legte man sich für den zweiten
Film noch mehr ins Zeug.
Und dann war er
endlich da - in Überlänge.
Die Fans stürmten
in Scharen ins Kino; man fühlte sich fast wie bei Aldi, wenn dieses mit
besonders tollen Angeboten lockt.
Ich selbst ließ
mich weder von meiner Sehnsucht nach Snape noch viel weniger vom
"HP"-Hype verleiten und wartete erst einmal ein paar Wochen ab.
Zwischenzeitlich mied ich Fanseiten, um nicht gespoilert zu werden.
Die Spannung und
Vorfreude stieg an. Ich freue mich mittlerweile sehr auf den Film, während ich
zuvor von seiner Kommerzialisierung angewidert gewesen war.
Ich sah mir den
Film also Wochen später an.
Fand ihn
phasenweise toll und begeisternd, in anderen Momenten eher langweilig, ab und
zu richtig aufregend und zum Schluss hin herzergreifend.
Beginnen wir mit
Dobby:
Dobby ist toll! Ich finde es putzig, wie er auf dem Potter-Bett herumspringt, sich
selbst schädigt und Harry große Probleme einbrockt.
Ich verstehe die
Abneigung mancher Leute gegen Dobbys Äußeres nicht. Gut, er ist nicht gerade
schön, aber Gollum (Herr der Ringe) ist bei weitem hässlicher, und Dobbys Art
und Weise ist meiner Meinung nach einfach liebenswürdig.
Harrys und Rons
Anreise nach Hogwarts im verzauberten Auto finde ich beispielsweise weniger
toll ...
Diesbezüglich
stehe ich ganz auf Snapes Seite (*grins*).
Mir dauert die
Fahrt und die darauf folgende Szene mit der peitschenden Weide zu lang. Es
interessiert mich einfach nicht.
Etwas Gutes hat
das Ganze - die Szene leitet in einer Schleife über Argus zu Snape über.
Endlich erblicken
wir Snape!
Und er ist grantig
... (*grins*)
Ich mag es, wie er
sich aufregt und hätte mir gewünscht, dass er noch länger schimpfen würde ...
Ansonsten tritt
der Zaubertränkemeister leider viel zu selten auf.
Es mag sein, dass
mir meine Liebe zum Snape-Charakter die zwischenzeitliche Langeweile beschert,
aber es ist nunmal so, dass mich das Geschrei von Alraunen während
Kräuterkunde-Stunden oder das Brauen und Verwenden von Vielsaft-Tränken nicht
sonderlich interessiert.
Wirklich originell
hingegen empfand ich die Einführung von Gilderoy Lockhart und Lucius Malfoy.
Kenneth Branagh
schafft es, dem eilten Professoren Lockhart eine nervig-arrogante und
letztendlich sogar skandalös-egoistische Note zu verleihen.
Jason Isaacs merkt
man seine Spielfreude als Lucius Malfoy an. Er besticht gleichwohl mit grazilem
Anmut als auch mit hyänenhafter Gefährlichkeit.
Auch an den
Jungdarstellern habe ich nichts auszusetzen.
Emma Watson
überzeugt als süße Hermine mit Clever- und Coolness.
Rupert Grint
entzückt als etwas tolpatschiger und zeitweise überängstlicher Ron Weasley, vor
allem in der Szene, in der er mit grandioser Mimik Schnecken würgt.
Daniel Radcliffe
gibt einen guten Harry Potter, wenngleich ich mich schon seit dem ersten Film
daran stoße, dass er für den von Rowling beschriebenen Zwerg zu gut aussieht.
Die Szene mit ihm,
in welcher Harry ins Tagebuch von Tom Riddle gesogen wird, finde ich z.B. recht
unterhaltsam und spannend, die Musik ist passend, schön, schaurig und üppig.
Absolut ergreifend
ist für mich die Schlussszene in welcher Harry die Riesenschlange getötet und
Riddle vertrieben hat, nun aber an dem Giftbiss des Monsters zu sterben droht.
Es hat mich im Kino zu Tränen gerührt, dass Fawkes Harry anhand seiner
Phoenixtränen rettet. Schon der vorhergehende Gesang des Federviehs war
herzergreifend.
Der Hauptgrund für
mich, diesen Film zu sehen, war aber - man mag es vorhin schon gemerkt haben -
Snape.
Leider hatte
dieser viel zu wenig Auftritte.
Dafür aber einen
besonders guten:
Die
Duellierclub-Szene!
Es ist geradezu
köstlich, wie er den angeberischen Lockhart auf die Bretter schickt.
Rickmans Mimik ist
wunderbar. Überhaupt gibt er dem Snape wieder diese besondere Note, die mehr in
Snape als den dargestellten Zynismus und die Boshaftigkeit vermuten lässt.
Manch ein
Snape-Fan zeigte sich erschrocken über das Aussehen des Tränkelehrers in dessen
erster Szene (im Labor mit Potter und Weasley). Ich frage mich allerdings, wo
das Problem liegt. Snape soll gewiss nicht gut oder gar sexy aussehen - erst
recht nicht in einer Situation, in der er Schüler anbrüllt.
Ich freue mich
jedenfalls auf die nächste "Harry Potter"-Verfilmung. Das Warten wir
uns wieder lang werden, der Kommerz wird gewiss auch bald einsetzen.
Jemand wird aber
auf jeden Fall fehlen:
Richard Harris.
Er wird für meine
Ansprüche unersetzlich sein.
In "Harry
Potter und die Kammer des Schreckens" spielt er gut und liebenswert, mit
besonderem Harris-Charme. Er ist in den passenden Situationen warmherzig, in
anderen selbstbewusst und sich seiner Macht gewiss.
Leider merkte man
ihm bei genauerer Betrachtung seine schwere Krankheit bereits an.
Bye bye, Richard, we miss you!